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Fastenzeit?

Erstellt von Djuka, 21.11.2005, 11:45 Uhr · 66 Antworten · 4.029 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Djuka

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    15.917

    Fastenzeit?

    Jetzt mal nur an alle die Orthodox sind, vielleicht mal keine muslimischen oder katholischen Hassmails, wer von euch Fastet die 40 Tage ernsthaft?

    Ich verzichte auf alles vom Tier, jede Droge (Alk und Zigaretten)
    Und gebe mir Mühe, wie das ganze Jahr eigentlich mich Christlich zu verhalten

  2. #2
    Avatar von Secondos

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    3.405

    Re: Fastenzeit?

    Zitat Zitat von Djuka
    Jetzt mal nur an alle die Orthodox sind, vielleicht mal keine muslimischen oder katholischen Hassmails, wer von euch Fastet die 40 Tage ernsthaft?

    Ich verzichte auf alles vom Tier, jede Droge (Alk und Zigaretten)
    Und gebe mir Mühe, wie das ganze Jahr eigentlich mich Christlich zu verhalten

    verdammte fanatiker !!!

  3. #3

    Registriert seit
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    3.433
    Wieso hassmails

    ich wünsche dir eine leichte fastenzeit!!!!!!!!!!!!!!






    ich habe einen monat gefastet

    da werde ich dich doch net anmachen

  4. #4
    Avatar von Djuka

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    15.917
    Danke war letztes Jahr schon eisern dabei
    kenne leider zu viele Serben die das nicht mit Glauben verbinden wollen, obwohl es dazugehört

  5. #5

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    9.182
    Fasten ist nichts was umbedingt Christlich ist.

    P.S.
    Der Christe da drpben redet vom richtigen Fasten, nicht Tagsüber nichts Essen und Nachts Bacuh voll fressen.

  6. #6
    jugo-jebe-dugo

    Re: Fastenzeit?

    Zitat Zitat von Djuka
    Jetzt mal nur an alle die Orthodox sind, vielleicht mal keine muslimischen oder katholischen Hassmails, wer von euch Fastet die 40 Tage ernsthaft?

    Ich verzichte auf alles vom Tier, jede Droge (Alk und Zigaretten)
    Und gebe mir Mühe, wie das ganze Jahr eigentlich mich Christlich zu verhalten
    Ich habe 2003 die ganzen 6 Wochen durchgezogen,dass war hard.


    Wann fängt die Fastenzeit an bei uns,ist das nicht jetzt am freitag der erste Fastentag?

    ps:nisam gledao u kalendar.

  7. #7
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von saaadi
    Wieso hassmails

    ich wünsche dir eine leichte fastenzeit!!!!!!!!!!!!!!
    Bei uns orthodoxen läuft das fasten anders ab saaadi.

    Bei uns darf man essen 24h wann du willst aber nicht alles was du willst.

    Da darf 6 Wochen vor Weihnachten und 7 Wochen vor Ostern nicht gegessen werdenwas vom Tier ist(Fleisch) aber auch keine Nahrungsmittel wo Tierfett drine ist.

    Das heisst keine Milchprodukte(Schokolade,Käse ect.),Eier usw.
    Dazu kein Alkohol und keine Zigaretten genau so wenig Sex.


    Und das 24h am Tag,dass heisst 6 Wochen kein Döner,kein hamburger,keine Schokolade,nix.


    Fragt sich welche schwerer auszuhalten ist.

  8. #8
    Mare-Car
    Wann fängts an und bis wann muss man durchziehen? Was darf man alles essen und was nicht? Wäre nett wenn ihr mir so schnell wie möglich antwortet

  9. #9

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    lol.
    In der richtigen Christlichen Form des Fastens darfst du 4 - 7 Sieben Wochen lang GAR NICHTS fasten. Eigentlich 40 Tage lang nur Tee, Brühe, Säfte und Wasser.

    Von Heike Laura Adolff

    Gerne möchten wir Ihnen unterschiedliche Aspekte des Fastens aufzeigen und 7 Schritte zum Fasten anbieten.

    1. Schritt: Fasten als Nahrungsmittelverzicht Wer darf? Wer soll fasten?

    Jeder gesunde Mensch kann eine Woche fasten, ohne dass er Schaden nimmt. Ein längeres Fasten erfordert Begleitung, die eine Fastengruppe bietet. Wer länger als zwei Wochen fastet, sollte von einem Arzt begleitet werden, damit gegebenenfalls. Zusatzstoffe zugeführt werden können.
    Das Heilfasten zur Behandlung von Krankheiten ist ein klassisches Naturheilverfahren und ist ein Teil der, durch ausgebildete Fastenärzte und Fastenkliniken betreuten Therapie.

    Wer darf nicht fasten?

    Menschen, die nicht gesund sind und Medikamente einnehmen müssen. Wer körperlich erschöpft ist. Wer eine Abneigung gegen das Fasten verspürt. Untergewichtige und Menschen mit Essstörungen.
    Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten, auch nach früher durchgemachten Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkt.
    Im Zweifelsfall sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt oder einem fastenerfahrenen Arzt, ehe Sie mit dem Fasten beginnen.

    Wie wird gefastet?

    Wasserfasten ist die Urform des Fastens. Nur trinken, gutes Wasser oder Mineral- wasser. Normalgewichtige 1-1 ½ Liter, Übergewichtige 2-3 Liter täglich. Besonders bewährt hat sich das Buchinger Fasten oder Tee-Saft-Fasten: Kräuter- tees, heiße Gemüsebrühen, Obst- und Gemüsesäfte.

    Wichtige Fastenregeln (nach Lützner)

    * Regel 1: Nichts essen. Für ein, zwei oder mehrere Wochen. Nur trinken: Tee, Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte- und Wasser, mehr als der Durst verlangt.
    * Regel 2: Alles weglassen, was nicht lebensnotwendig ist. Alles das, was zur lieben Gewohnheit geworden ist, aber dem Körper während der Fastenzeit schadet: Nikotin, Alkohol, Süßigkeiten und Kaffee; Medikamente, soweit entbehrlich. Auf jeden Fall aber Entwässerungstabletten, Appetitzügler und Abführmittel weglassen.
    * Regel 3: Sich vom Alltag lösen; heraus aus beruflichen und familiären Bindungen; weg von Terminkalender und Telefon; Verzicht auf Illustrierte, Radio und Fernsehen. Statt Reizüberflutung von außen - Begegnung mit sich selbst; statt sich der Steuerung von außen zu unterwerfen - sich der Innensteuerung überlassen.
    * Regel 4: Sich natürlich verhalten. Das tun, was dem Körper gut tut, wonach der Körper verlangt. Der Erschöpfte soll sich ausschlafen, der Bewegungs- freudige soll wandern, Sport treiben, schwimmen. Das tun, was Spaß macht: bummeln, lesen, tanzen Musik genießen, Hobbys pflegen.
    * Regel 5: Alle Ausscheidungen fördern, den Darm regelmäßig entleeren, die Nieren durchspülen, schwitzen, abatmen (ausatmen), Haut- und Schleimhäute pflegen durch Inhalation oder Dampfbad.



    2. Schritt: Fasten als Zeitfaktor

    Indem Sie fasten, gewinnen Sie Zeit, über die Sie bewusster verfügen können, die Sie bewusster - anders einsetzen können. Zeit zu haben, für sich selbst und für Andere ist ein hohes Gut, welches sensibel und zielgerichtet eingesetzt werden kann.
    Zeit zu haben bedeutet in unserer heutigen Lebenssituation oftmals Luxus. Was machen wir tatsächlich, wenn uns der Wunsch "Zeit zu haben" realisiert wird?

    Dazu möchte ich Ihnen eine kurze Geschichte erzählen.
    Der kleine Prinz befindet sich auf dem Weg zu einem Brunnen, als er dem Händler begegnet.

    Der kleine Prinz und der Händler

    "Guten Tag", sagte der kleine Prinz.
    "Guten Tag", sagte der Händler.
    Er handelte mit höchst wirksamen, durststillenden Pillen. Man schluckt jede Woche eine und spürt überhaupt kein Bedürfnis mehr zu trinken.

    "Warum verkaufst du das?" sagte der kleine Prinz.
    "Das ist eine große Zeitersparnis", sagte der Händler.
    "Die Sachverständigen haben Berechnungen angestellt. Man erspart dreiundfünfzig Minuten in der Woche".
    "Und was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?"
    "Man macht damit, was man will..."
    "Wenn ich dreiundfünfzig Minuten übrig hätte", sagte der kleine Prinz, "würde ich ganz gemächlich zu einem Brunnen laufen..."

    Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz, Kapitel 23

    3. Schritt: Fasten und Mobilität

    Das "Mobilsein" eröffnet Horizonte: private, berufliche, gesellschaftliche, kulturelle, ethische Horizonte. Die Menschen können sich engagieren, schnell und zeitnah Hilfe leisten. Unsere, zur Gewohnheit gewordenen Verkehrsmittel, stehen nahezu allzeit für den Bedarf bereit. Die Einsatzfahrzeuge sämtlicher Notrufdienste konnten durch ihre schnelle Präsenz vor Ort, schon vielen Menschen das Leben retten.
    Für die individuelle Mobilität zahlt man jedoch ein manches Mal einen hohen Preis.

    Mobilität und ihre Zeit"inseln"

    "Früher dachte ich, wenn ich älter bin, arbeite ich weniger. Jetzt weiß ich, ich werde immer viel arbeiten", sagt Matthias. 14 Stunden am Tag sind für den 62-Jährigen "etwas Gewohntes". Matthias hat viel vor. Matthias ist sehr mobil. Immer noch. Spannende Workshops in China und Brasilien. Der Kongress in Spanien. Das europäische Netzwerk muss aufgebaut werden. Dann ist da noch der Verlag und die Forschungsprojekte - die laufen derzeit nur nebenher. Dann ist da noch seine Frau. Und dann wird er ernst. "Ich weiß, auf was ich verzichte. Auf lange Urlaube, Muße, regelmäßigen Kontakt mit Freunden ..." Matthias verrät sein neuestes Projekt, geplant für das übernächste Jahr. Das sei seine größte Herausforderung und gehe nur mit langer Vorbereitung: Die ganz private Auszeit. Vier Monate Innehalten. Vier Monate nicht "Mobilsein". Vier Monate irgendwo auf der Welt mit seiner Frau, auf einer "Zeit"insel.
    Der Beweglichkeit stand zu halten, das Ausufern von Anforderungen und Ver- pflichtungen zu begrenzen, erleben die meisten Menschen als mühsam. Raum für Nichtstun, Müßiggang, um Kraft, Energie und Lebensfreude zu schöpfen? - Fehlanzeige. Funktionieren ist angesagt. Freiräume sind im Alltag oft versperrt. Es bleibt der Wunsch, durch weniger Mobilität mehr Zeit zu haben, für sich selbst, die Familie, für Freunde, für Interessen... Abläufe und Gewohnheiten zu ändern, die man lange gelebt hat, zu ändern, fällt Menschen nicht leicht.
    Hilfreich ist es, klein anzufangen.
    Beispielsweise unter den Terminen im Kalender auch regelmäßig "Freizeit" einzutragen. Und verlockendes dazu schreiben: Spaziergang mit dem Liebsten. Joggen, Sauna. Den neuesten Kinofilm anschauen. Oder "Gar nichts tun".

    Fasten gehört zum Leben, es ist eine Zeit der seelischen Einkehr, eine Zeit des Rückzugs, eine Zeit der Ruhe. Dazu muss man nicht gleich in die Einöde gehen. Eine halbe Stunde wirklich freie Zeit, in der niemand stört, reicht schon dafür. Der Blick wird geschärft für das Wesentliche, manche Zusammenhänge werden klarer erkannt. Der Geist wird fit und der Körper nicht schlapp. Denn er schaltet vom äußeren auf den inneren Stoffwechsel um und holt sich Energie aus körpereigenen Reserven. Nach einigen Tagen der Umstellung wird der Körper leistungsfähiger denn je. Wer fastet, hungert nicht und bekommt geistige Nahrung.

    4. Schritt:Fasten und der bewusste Umgang mit Konsum

    Heute geht es mir nicht gut. Meine Seele schreit nach Ersatz und Fülle. Was mache ich nur, um diesem inneren Druck stand zu halten? Ich konsumiere, ich kaufe mir vielleicht die zehnte oder gar fünfzehnte Handtasche, habe mich - vermeintlich - verwöhnt und vorübergehend geht es mir gut. Aber was geschieht an den kommenden Tagen mit mir? Diese ewige, nie enden wollende Spirale ist eine Geißel, und ich kann ihr nur durch abermaligen Konsum entrinnen? - Bestimmt nicht. Denn Sie handeln gewohnt fremdbestimmt. Dieses Handeln ist bequem aber es ist keineswegs erfüllend für Ihre Seele, es ist lediglich nichts weiter als eine Art der Ersatzbefriedigung.

    Viele Menschen wissen, dass wir von allem ein Zu viel haben. Zu viel Essen, zu viel Trinken, zu viel Konsum. Wer da nicht mehr mitmachen möchte, hat den ersten Schritt zur Veränderung schon getan - im Kopf. Er hat erkannt, dass wir satt sind. Und wer satt ist, sollte fasten. Veränderung macht immer Angst, weil wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Aber - und das ist das Dilemma - wir erfahren erst, was auf uns zukommt, wenn wir uns darauf einlassen.

    5. Schritt:Fasten und Genussmittelverzicht

    Mit Genussmitteln assoziieren viele Menschen "Verwöhnmittel". Ich tue mir was Gutes, ich schöpfe aus dem Füllhorn der Genüsse. Eine verlockende Vorstellung, wenn da nicht unser Gewissen wäre, das uns zeitweilig mahnt.
    Seien es die geliebten Pralinés, die heißbegehrte Schokolade, die Tasse Kaffee oder andere süße Leckereien. Eines ist gewiss:
    Genussmittel sind keine Lebensmittel, sie "versüßen" oder sie "versalzen" uns die Zeit. Der Übergang von regelmäßigem Konsum der Genussmitteln zu Suchtmitteln vollzieht sich oftmals schleichend.
    Schon die Wortdeklination SUCHTMITTEL, verbirgt bei genauer Betrachtung, das Adjektiv suche/sucht. Der Mensch sucht MITTEL, mit denen er kurzfristig einen "Endorphin-Kick", ein Glücksgefühl erfährt. Der Genuss von Tabak und Alkohol zum Beispiel, vernebelt unsere Sinne, verändert zeitlich begrenzt die Wahrnehmung und gaukelt ein Wohlgefühl vor und eine damit einhergehende Leichtigkeit.

    Die Alltagstristess, die Probleme, Nöte und Sorgen sind plötzlich nicht mehr so intensiv wahrnehmbar. Ach wie schön das wäre, gäbe es nicht den darauffolgenden "Katzenjammer", den Kater und das schlimme Erwachen - und die guten Vorsätze.

    Das Festhalten an der äußeren Zufuhr als Sucht. Eine Form, mit der mangelhaften Grunderfahrung von Anerkennung und Wert- schätzung umzugehen, lässt sich in allen Suchtphänomenen erkennen: Sie liegen im Streben, durch eine permanente Zufuhr von außen ein Gefühl für das eigene Sein, das heißt ein Selbstwertgefühl, zu erlangen oder den Schmerz des Mangels daran zu betäuben. Dazu eignen sich nicht nur alle bisher von mir beschriebenen "Betäubungsmittel" im engeren Sinne, sondern auch andere "Stoffe", wie zum Beispiel ein unablässiges Aktivsein und Arbeiten (Workaholics), also etwas, das durchaus gesellschaftliche Anerkennung findet. Auch von dieser Anerkennung gibt es für manchen "Süchtigen" nie genug Er braucht immer mehr davon, Was aber an Zuwendung kommt, ist letztlich doch nicht das Richtige - denn es nährt nicht.
    Die Fastenzeit bietet zunächst zeitlich begrenzt die Möglichkeit, die gefassten Vorhaben auch tatsächlich zu realisieren.
    Der Weg des "Los-lassens" vom Gewohnten beginnt vor allem mit einer aufmerk- samen Wahrnehmung dessen, was in einem selbst und in seiner Umwelt geschieht und wie es geschieht. Der Verzicht auf diese alltäglichen "Routinen", erlaubt ein genaues Hinspüren zu dem, was einem begegnet und wie man es aufnimmt und verarbeitet, ferner das Unterscheiden, was, zu welcher Zeit wirklich brauchbar und notwendig ist und was nicht.
    Damit man nicht alleine dasteht, besteht bei "7 Wochen Ohne", die Möglichkeit sich Fastengruppen in Ihrer Region anzuschließen und somit einen gemeinsamen Erfahrungswert und -austausch zu finden.
    Und so wie das Fasten eine Übung sein kann, frei zu werden für das Genießen nach dem Motto "Weniger ist mehr", das heißt weniger konsumieren ist mehr genießen, so kann auch die Besinnung auf das, was einem an "Zuwendung" begegnet, eine Befreiung mit sich bringen.

    6. Schritt:Fasten und Nächstenliebe

    "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"...
    Wie sieht es allerdings in der Realität mit der Nächstenliebe aus? Wer nimmt sich noch die Zeit, auf sich selbst und die anderen zu hören?

    Die Fastenzeit eröffnet Ihnen die Möglichkeit alle Ihre Vorhaben zum Thema "Nächstenliebe" zu praktizieren. Fastenzeiten waren immer schon Zeiten der Übung, von alltäglichen Gewohnheiten loszulassen und sich für andere(s) frei zu machen. Es ist immer ein körperlicher und psychischer Vorgang zugleich, in welchem eine Veränderung der Wahrnehmung des eigenen Lebens und damit eine Befreiung von dessen Zwängen angestrebt wird.

    Das gilt im kleinen wie im großen. Ein freundliches Wort zur Nachbarin, ein Gruß an den Briefträger oder den Müllmann, der unseren "Wohlstandsmüll" regelmäßig entsorgt, sind kleine Zeichen, die oftmals Wunder bewirken. Man muss es nur wagen und es sich zugestehen - und vor allem keine Angst davor haben, wie die Menschen, denen ich Aufmerksamkeit oder Nähe schenke, reagieren.

    Nächstenliebe zu praktizieren, bedarf der Sensibilisierung aller Sinne, um unsere Umwelt wahrzunehmen. Und nicht nur das. Es gehört Mut dazu, auf andere zuzugehen.
    Sie werden erleben, wie viel innerer Reichtum ihnen zuteil wird. Das Denken in "Besitzstandskategorien" gehört heutzutage in unserer Wohlstandsgesellschaft fast schon zum "guten Ton". Menschen fehlt zunehmend die grundlegende Erfahrung von Anerkennung und liebender Zuwendung. Wem dieses vorenthalten wurde, dem mag es wohl schwer fallen etwas abzugeben - auch wenn es die Zeit ist, die ich einem anderen Menschen widme.
    Dass dies so ist, kann man als Ursache für defizitäres Verhalten und als ihre Wirkung zugleich ansehen: als Ursache, insofern mit der Betriebsamkeit der Handlungsspielraum für ein Wohlgefallen am anderen verhindert oder eingeschränkt wird, zum Beispiel in der Kindererziehung oder in Paarbeziehungen; als Wirkung, insofern ein erlebter Mangel an Wertschätzung und liebender Zuwendung nach Ersatzbefriedigungen verlangt.

    So stehen wir der paradoxen Situation gegenüber, dass Menschen auch bei materiellem Überfluss psychisch verhungern und verdursten. "Jetzt habe ich doch eigentlich alles erreicht, aber warum bin ich unzufrieden? Warum gibt es diese Ängste, diese Schlafstörungen, diese zermürbenden Ehestreitigkeiten...?" Solche Sätze lassen sich als Hinweis auf diesen Widerspruch begreifen. Ein Perspektivenwechsel wird sinnvoll und ist notwendig: ein Loslassen vom Gewohnten und scheinbar Selbstverständlichen, um frei zu werden für andere, tiefere Lebenserfahrungen - mit sich selbst und mit dem Nächsten.

    7. Schritt: Fasten als spirituelle Dimension

    Das Fasten ist in allen Weltreligionen als ein geistig-spiritueller Weg bekannt und hat eine sehr alte Tradition. Fasten und die religiös-spirituelle Dimension gehören zusammen. Da Leib und Seele eine Einheit bilden, und was der Seele gut ist, auch dem Leib wohl tut, hat das Fasten im seelisch-geistigen, auch im spirituellen Bereich seine Wirkungen und eröffnet dem Fastenden neue Erfahrungen.

    Die Fastenerfahrung lässt den Menschen empfindsamer und "dünnhäutiger" werden. Vieles kommt hoch, was zuvor durch Anderes regelrecht zugestopft wurde. All die verdrängten Gefühle, unbewältigten Konflikte, treten ins Bewusstsein und kommen ans Tageslicht. Durch das bewusste Wahrnehmen, bietet sich die Chance zur Klärung. Es ist eine innere Auseinandersetzung, der sich der Fastende stellt und die eine Wandlung bewirken kann. In der Selbstbegegnung während des Fastens werden wir uns bewusst, wer wir sind, und wie wir sind.

    "In der Fastenzeit geht es darum, stehen zu bleiben und sich vor Gott selbst auszu- halten. Wer in der Stille auf Gott hört, der wird von Gott in Bewegung gesetzt. Gott selbst führt ihn zur Umkehr. Die Umkehr beginnt mit dem Umdenken (metanoia). Mit dem Denken fängt alles an, der Stillstand oder die Umkehr, das leere Funktionieren oder die innere Bewegung. Die Fastenzeit lädt uns ein, in der Stille auszuwandern aus Abhängigkeiten und umzukehren auf den Weg des Lebens", so Pater Anselm Grün.

    Indem wir inne halten und zu uns kommen, bei uns an-kommen, können wir leichter wieder zu unserer eigenen Mitte zurückfinden und die Lebensinhalte neu überdenken. Warum lebe ich? Wofür lebe ich? Was macht Lebensqualität aus? Der Fastende entdeckt, was er wirklich zum Leben braucht, was wesentlich ist, mit wie viel Unnötigem er sich belastet und zudeckt. Mit weniger auszukommen, es auszukosten und zu genießen, das ist eine ganz existentielle Erfahrung, die Fastende machen können.

    In der Bibel finden wir einige Beispiele für eine durch das Fasten geförderte Hell- sichtigkeit und Hellhörigkeit. Von Mose wird berichtet, dass er vierzig Tage und Nächte auf dem Berg Sinai gefastet hat, bevor er die Zehn Gebote von Gott empfing (5.Mose 9, 18) und sie dem Volke Israel verkündete. Ein vierzigtägiges Fasten ging auch dem ersten öffentlichen Auftreten Jesu voraus. Es war die Vorbereitung auf seine bevorstehende Zeit in der Öffentlichkeit. Jesus wurde mit allen Versuchungen während des Fastens konfrontiert, die später auf ihn zukamen: Erfüllung von Bedürfnissen, Sucht nach Geltung und Ansehen, Streben nach Macht und Herrschaft.

    Die spirituelle Dimension des Fastens öffnet die Tür zur Begegnung mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit Gott. Sie macht deutlich, dass der äußere Erfolg nicht wesentlich ist, sondern das Fasten den Menschen sensibler und barmherziger im Umgang mit sich und anderen Menschen macht.


  10. #10
    Mare-Car
    Nisam ja Sidarta, pitam kako je kod nas pravoslavaca.

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