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Freiheit

Erstellt von skorpion, 14.05.2011, 19:02 Uhr · 4 Antworten · 762 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
    25.10.2009
    Beiträge
    3.739

    Freiheit

    Schon Tausende Male besungen und gepriesen, jeder will sie und überall erschallt der Ruf nach ihr: Freiheit! Was aber ist Freiheit eigentlich? Wie kann man sie erlangen? Und ist sie wirklich so erstrebenswert?

    Freiheit ist das Gegenteil von Zwang, Gefangenschaft, Abhängigkeit, Gebundenheit, Sklaverei usw. Demnach ist frei, wer ganz allein über seine Zeit verfügen kann und wen nichts und niemand irgendwo hält.

    Klingt gut soweit? Was heißt das aber im Einzelnen? Was trennt uns von der Freiheit? Was hindert uns daran, frei über unsere Zeit zu verfügen was bindet uns an einen bestimmten Ort?

    Zunächst einmal die Arbeit. In den meisten Fällen gibt sie uns vor, wann wir wo zu erscheinen haben und was wir dann zu tun haben. Manchmal geschieht das ganz offensiv in Form eines Vorgesetzten, der einen Dienstplan aufstellt und klare Direktiven gibt. Ein anderes Mal geschieht es eher subtil in Gestalt von wirtschaftlichen Notwendigkeiten, Terminen, Absprachen.

    Dann sind da die Menschen, die uns nahestehen. Eltern, Partner, Kinder, Freunde, Bekannte. Sie bitten uns um Gefallen, um unsere Hilfe oder sie wollen einfach nur eine schöne Zeit mit uns verbringen, fordern Zuneigung, Geduld, ein offenes Ohr oder auch mal einen kräftigen Schnaps. Sie rufen uns an, wenn wir in der Badewanne liegen, sie wollen kuscheln, wenn wir totmüde sind, sie schellen an der Tür, wenn wir endlich einmal ausschlafen könnten oder sie verplanen unser Wochenende.

    Weiter hinten rangiert vielleicht unser Besitz. Die eigene Firma, das eigene Haus oder wenigstens eine kleine gemütliche Wohnung, individuell eingerichtet und voller Dinge, an denen unser Herz hängt:Bilder, Bücher, CDs, Computer, Fernseher, Kameraausrüstung, Sportausrüstung, Pflanzen, Tiere, Möbel... Und wer nichts besitzt, den plagt vielleicht die Liebe zur Heimat, Erinnerungen, die an bestimmte Orte geknüpft sind oder einfach das gewohnte, Großstadtgewusel, Seewind oder Berge, was auch immer.

    Wie sieht er also aus, der freie Mensch? Etwa wie ein Clochard?

    Allein auf der Welt, ohne Arbeit, ohne Angehörige, ohne Hab und Gut?

    Wie frei wollt Ihr sein?

  2. #2
    Avatar von BlackJack

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    65.407
    Zuerst mochte ich den Ausdruck nicht, aber inzwischen habe ich meine Meinung geändert, er beschreibt ziemlich gut was Sache ist: sich selbst verwirklichen können.
    So lange sich alles im legalen Rahmen bewegt, kann jeder sein Glück suchen wie und wo er will, ob nun als Punker, Broker an der Börse, Holzfäller in Kanada oder Opalsucher in Australien.

    Diese Form des "sich verwirklichen könnens" gibt es noch nicht soo furchtbar lange, wir können uns also glücklich schätzen, in einer Zeit geboren zu sein, wo all das (in relativ vielen Gebieten der Erde) möglich ist.

    Ich danke unseren Vorfahren in Europa aufrichtig, die das für uns ermöglicht haben. Ich danke meinen Eltern, dass sie mir weitestgehend die Möglichkeit gelassen haben, meine eigenen Vorstellungen umzusetzen.

  3. #3
    Grasdackel
    Ein sehr kompliziertes Thema.
    Ist das was wir tun und denken unsere Freiheit oder nicht ?
    Ich weiß es nicht.


    PS: Freiheit für Zmaj, Ostfront und Pejani

  4. #4
    Yunan
    Skorpion, du solltest eigentlich Kolumnen in der Süddeutschen schreiben. Du hast Talent darin, philosophische Texte zu erstellen.

  5. #5
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
    25.10.2009
    Beiträge
    3.739
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Zuerst mochte ich den Ausdruck nicht, aber inzwischen habe ich meine Meinung geändert, er beschreibt ziemlich gut was Sache ist: sich selbst verwirklichen können.
    So lange sich alles im legalen Rahmen bewegt, kann jeder sein Glück suchen wie und wo er will, ob nun als Punker, Broker an der Börse, Holzfäller in Kanada oder Opalsucher in Australien.

    Diese Form des "sich verwirklichen könnens" gibt es noch nicht soo furchtbar lange, wir können uns also glücklich schätzen, in einer Zeit geboren zu sein, wo all das (in relativ vielen Gebieten der Erde) möglich ist.

    Ich danke unseren Vorfahren in Europa aufrichtig, die das für uns ermöglicht haben. Ich danke meinen Eltern, dass sie mir weitestgehend die Möglichkeit gelassen haben, meine eigenen Vorstellungen umzusetzen.
    Den Begriff "Selbstverwirklichung" mag ich auch nicht besonders, wahrscheinlich weil er meistens von Leuten verwendet wird, deren Handeln ich nicht unbedingt gutheiße. Aber was Du schreibst, ist schon irgendwie richtig, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Die Einschränkungen benennst Du ja bereits: der legale Rahmen und die geografischen Einschränkungen. Dazu vielleicht auch noch moralische, frei nach Kant, daß man die Freiheit der anderen nicht einschränken soll. Damit bleibt unterm Strich ja schon nicht mehr allzu viel übrig. Die "freien" Länder bzw. deren Anteil an der Weltbevölkerung ist ja schon ganz klar eine Minderheit (dennoch kenne ich keine Epoche, in der es besser war) und die verschiedenen Rechtsnormen greifen ja auch bereits ziemlich stark in dieses Selbstentfaltungsrecht ein, da der Alltag weitgehend durchgeregelt ist. Was ja nicht zwingend schlecht sein muß, denn bei der Vorstellung, was einige täten, wenn sie nur könnten, wie sie wollen, ist mir auch nicht wohl zu Mute.

    Interessant finde ich allerdings, was für abwegige Dinge für manche Menschen "Freiheit" symbolisieren. Für viele deutsche Autofahrer wäre es bspw. der Weltuntergang, wenn ein generelles Tempolimit auf Autobahnen eingeführt würde- "Freie fahrt für freie Bürger"- auch wenn sich in der Praxis kaum etwas ändern würde und vieles dafür spräche. Oder in den USA das Grundrecht für jeden Trottel, eine Schußwaffe führen zu dürfen... Ich wage auch nicht, mir vorzustellen, wenn in Ex-YU die heimische Schnapsproduktion verboten würde... Alles Dinge, die selbst in den meisten noch so freien Staaten schlimmst illegal sind.




    Freiheit für die Gummibären- weg mit den Plastiktüten!

    Weg mit den Alpen- freie Fahrt zum Mittelmeer!

    Radfahrer aller Länder vereinigt Euch! Ihr habt nichts zu verlieren, außer Euren Ketten!


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