Mönche drohen sich in die Luft zu sprengen


Im langjährigen Streit zwischen rivalisierenden orthodoxen Mönchen auf dem heiligen Berg Athos spitzt sich die Lage zu: Ultra-konservative Mönche drohen mit der Sprengung des von ihnen besetzten Klosters Esfighmenou, falls die Polizei versuchen würde, sie daraus zu verdrängen.





Das geistliche Oberhaupt der Orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomäus I.


Nach übereinstimmenden Berichten der griechischen Presse soll sich die Gruppe hierfür mit Dynamit, Benzinkanistern und Gasflaschen ausgerüstet haben. Am Sonntag kam es abermals zu Tumulten, als eine Gruppe von sogenannten „legalen“ Mönchen ins Kloster der „rebellierenden“ eindringen wollte, berichtete das Staatsradio weiter.

Vor rund 18 Monaten waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen sieben Mönche schwer verletzt worden. Beim langjährigen Streit geht es um den Dialog der orthodoxen mit der katholischen Kirche. Die Mönche eines der 20 Kloster des Berges – des Esfighmenou Klosters – lehnen seit mehr als 35 Jahren jeden Kontakt mit Katholiken ab. Sie haben aus diesem Grund das geistliche Oberhaupt der Orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomäus I., exkommuniziert, weil er seit Jahren einen Dialog mit der katholischen Kirche führt.


Das Äbte-Konzil der anderen 19 Kloster des Berg Athos erklärte vor vier Jahren die Mönche des Esfighmenou Klosters zu „Abtrünnigen“ und forderte sie auf, die Mönchsrepublik zu verlassen. Eine Räumung durch die Polizei lehnt die Gemeinschaft der Äbte in Athos bislang ab, weil sie einen blutigen Ausgang des Unternehmens befürchtet, berichtete die Athener Presse weiter. Aus den Fenstern des Klosters hängen seit Jahren Transparente mit dem Spruch „Orthodoxie oder Tod“.



Die autonome Mönchsrepublik befindet sich auf der gleichnamigen östlichen Landzunge der Halbinsel Chalkidiki. Dort leben zurzeit mehr als 2500 Mönche aus allen orthodoxen Ländern
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Griechenland: Katholische Kirche will offizielle Anerkennung


Athen, 26.8.08 (KAP) Der Erzbischof der griechischen katholischen Erzdiözese Naxos-Tinos, Nikolaos Printesis, möchte eine offizielle Anerkennung der katholischen Kirche durch den Staat erreichen. In einem Interview mit der Tageszeitung "Eleftherotypia" beklagte Erzbischof Printesis die noch immer bestehende Voreingenommenheit vieler griechischer Politiker gegen die katholischen Kirche; diese Voreingenommenheit sei auch auf Informationsmängel zurückzuführen.

Die katholische Kirche sei nur faktisch anerkannt, es gebe aber kein Gesetz, das das Verhältnis der Kirche zum Staat regelt, bedauerte der Erzbischof. Diese Situation erschwere der katholischen Kirche besonders die Instandhaltung ihres reichen kulturellen Erbes in Griechenland.

Auf den Ionischen Inseln, aber auch auf den Inseln der Ägäis gibt es zahlreiche eindrucksvolle katholische Gotteshäuser und Klöster aus Renaissance und Barock. Viele dieser Bauten verfallen. Die "westliche" Kunstgeschichte hat bis heute diese Kunstwerke - ebenso wie etwa das "osmanische Barock" - völlig ignoriert. (ende)