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Die heutige Situation des orth. Oberhaupt in Konstantinopel

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 12.03.2007, 23:47 Uhr · 34 Antworten · 2.227 Aufrufe

  1. #1
    jugo-jebe-dugo

    Die heutige Situation des orth. Oberhaupt in Konstantinopel

    Die heutige Situation der orthodoxen Hauptstadt Konstantinopel(heute Istanbul) und seinem Oberhaupt Patriarch Bartholomaios I


    *Das Vatikan der Orthodoxen Christen,Hauptkirche Hagia Sophia(umgewandelt zum Museum) wartet immernoch drauf den Orthodoxentum zurück gegeben zu werden.

    Hagia Sophia heute



    Jahrhunderte alte Malereien die noch zu sehen sind






    Stichwort: Ökumenischer Patriarch

    An der Spitze der orthodoxen Christenheit als "Erster unter Gleichen" - Schwieriger Stand in der Türkei

    Istanbul/Wien - Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel steht an der Spitze der orthodoxen Kirchenfamilie. Ihm allein gebührt die Anrede "Panagiotatos" (Allheiligkeit). Durch einen Konzilsbeschluss von 381 wurde er als Nachfolger des Apostels Andreas, des Bruders des hl. Petrus, und "Bischof des Neuen Rom" dem römischen Papst gleichgestellt, die Hagia Sophia war religiöses Zentrum des östlichen Teils des Römischen Reiches. Der 1991 gewählte Patriarch Bartholomaios I. gilt als 270. Nachfolger des Apostels Andreas. Als das letzte Relikt des 1453 untergegangenen Byzantinischen Reiches ist das Ökumenische Patriarchat seit dem Ende des Ersten Weltkriegs Zankapfel zwischen Griechenland und der Türkei.

    Nach orthodoxer Auffassung hat Rom mit der Kirchenspaltung von 1054 die orthodoxe (rechtgläubige) Familie verlassen. Die endgültige Trennung besiegelte 1204 der Vierte Kreuzzug mit der Eroberung Konstantinopels durch das lateinische Heer.


    Anders als der Papst hat der im Phanar in Istanbul residierende Ökumenische Patriarch keine universale Jurisdiktionsgewalt, da die Orthodoxie ein Bund gleichberechtigter autokephaler und autonomer Kirchen ist. Er ist "primus inter pares", Erster unter Gleichen unter den Patriarchen, besitzt aber bestimmte Kompetenzen für alle orthodoxen Kirchen und ist damit mehr als nur ein "Ehrenoberhaupt". Nur er hat das Recht, ein panorthodoxes Konzil und gesamtorthodoxe Synoden und Versammlungen einzuberufen. Bartholomaios I. hat seine Befugnisse mehrmals in vollem Umfang ausgeübt, etwa bei der Beendigung des bulgarischen Schismas oder der Wiedererrichtung der albanischen Kirche.

    Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 war der Patriarch unter der osmanischen Herrschaft als "Ethnarch" auch politisches Oberhaupt der Griechen. Er residierte im Stadtteil Phanar (türkisch: Fener) am Goldenen Horn und haftete gegenüber dem Sultan für alle orthodoxen Untertanen. Mehrere Patriarchen wurden hingerichtet. Nach dem niedergeschlagenen Griechen-Aufstand 1821 wurde Gregorios V. am Ostersonntag in vollem Ornat am Haupttor des Phanar gehängt, das deshalb bis zum heutigen Tag verschlossen ist.

    Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Verbleib des Patriarchats an seinem angestammten Sitz durch den Lausanner Vertrag (1923) zwischen den Siegermächten und der Türkei völkerrechtlich abgesichert. Meletios IV. (Metaxakis) (1921-23) wurde wegen seiner griechisch-nationalistischen Haltung abgesetzt und Konstantinos VI. (Araboghlou) (1924-25) von den türkischen Behörden des Landes verwiesen. Griechenland brachte die Angelegenheit vor den Völkerbund und den Internationalen Gerichtshof. Der Streit wurde dadurch beigelegt, dass Konstantinos zur Abdankung bewogen werden konnte. Der Staat konfiszierte den größten Teil des Immobilien- und Grundbesitzes des Patriarchats.

    Die laizistische Türkische Republik erkennt das Patriarchat offiziell nur als religiöse Institution der auf ihrem Territorium lebenden griechischen Minderheit an und ignoriert alle über ihre Grenzen hinaus reichenden gesamtorthodoxen Funktionen des ökumenischen Thrones. So musste sich Bartholomaios sogar vor Gericht wegen "Amtsanmaßung" verantworten. In ihrer jüngsten Kritik an fehlenden Fortschritten bei der Überwindung der Schwierigkeiten nicht-muslimischer Religionsgemeinschaften hat die EU-Kommission die Türkei auch ausdrücklich aufgefordert, Bartholomaios die Verwendung seines Titels "Ökumenischer Patriarch" nicht weiter zu untersagen.

    Nach den vom türkischen Staat erlassenen Vorschriften kann nur ein türkischer Staatsbürger zum Patriarchen gewählt werden. Wahlberechtigt sind ausschließlich die in der Türkei lebenden Metropoliten, die bis auf vier nur Titularbischöfe sind. (Unter besonderen außenpolitischen Gesichtspunkten ließ Ankara 1948 die Wahl eines Bürgers der USA, des Erzbischofs von Nord- und Südamerika, Athenagoras, zum Patriarchen zu; ihm wurde sodann die türkische Staatsangehörigkeit verliehen. Nach seinem Tod legte Ankara ein Veto gegen die Wahl des Metropoliten Meliton von Chalcedon ein.)

    Da für den Heiligen Synod zu wenige Kandidaten mit türkischem Pass zur Verfügung stehen, hat Bartholomaios die Regierung zuletzt aufgefordert, auch Ausländer zu höheren geistlichen Ämtern zuzulassen. Die theologische Ausbildung wurde 1970/71 durch die vom Staat verfügte Schließung der berühmten Theologischen Hochschule auf der Prinzeninsel Halki unmöglich gemacht. Die EU verlangt die Wiedereröffnung der Akademie.

    Direkt unterstehen dem Phanar 3,5 Millionen Gläubige, davon nur wenige Tausend in der Türkei. 1955 war es in Istanbul zu pogromähnlichen antigriechischen Ausschreitungen gekommen; von den 80 orthodoxen Kirchen der Stadt blieben nur neun intakt. 90.000 Griechen wanderten daraufhin aus. Von den 76 Bistümern Griechenlands gehören 35 zum Jurisdiktionsgebiet des Ökumenischen Patriarchats. Die 314 Quadratkilometer große autonome Mönchsrepublik Athos ist ein Kondominium Griechenlands und des Ökumenischen Patriarchen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2801587

  2. #2

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  3. #3

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    Jahrhunderte alte Malereien die noch zu sehen sind
    weisst du was komisch ist

    die ach so bösen bösen Türken haben das in ruhe gelassen wärt ihr auf ihrer stelle gewesen hättet ihr das ganze zerstört

  4. #4
    jugo-jebe-dugo
    Historikerin Kalkandjiewa im Interview: "Die politischen Karten haben sich geändert"
    Der Patriarch von Konstantinopel hat viel Macht verloren, doch eine Reihe orthodoxer Kirchen will das ändern

    Standard: Bartholomaios I. lebt wie ein König ohne Land in Istanbul. Wie viel Einfluss hat er wirklich über die orthodoxen Kirchen?

    Kalkandjiewa: Das ist eine sehr problematische Frage. Patriarch Bartholomaios hat durch die ersten ökumenischen Konzile im vierten bis achten Jahrhundert nach Christus eine Reihe von besonderen Vorrechten, ähnlich wie sie heute für den Papst der römisch-katholischen Kirche gelten. Doch die politischen Karten haben sich seither geändert, die Kirchen spalteten sich, das Osmanische Reich entstand, der Großteil der griechischen Gläubigen, über die der Patriarch in Konstantinopel noch Einfluss hatte, wanderten nach dem Ersten Weltkrieg ab.

    Heute muss der Patriarch türkischer Staatsbürger sein, gewählt wird er von türkischen Metropoliten. Eine Reihe orthodoxer Kirchen – auf Zypern, in Rumänien, Finnland, Estland, in der Ukraine oder Mazedonien – würde allerdings nun den Patriarchen wieder in seine alten Rechte einsetzen wollen.

    Standard: Welche Rolle kann die orthodoxe Kirche in der Debatte zwischen Christen und Muslimen übernehmen?

    Kalkandjiewa: Auf dem Balkan ist die Haltung der orthodoxen Kirchen zum Islam und zu den Muslimen sehr stark mit der Geschichte verbunden: zum einen mit der langen Herrschaft durch die Osmanen, zum anderen mit der kommunistischen Ideologie während des Kalten Kriegs, als die Türkei als ein gefährlicher Staat dargestellt wurde.

    Auf Regierungsebene und im Alltag ist das Verhältnis zu den Muslimen problemlos, wenn ich es mit Blick auf mein Land, Bulgarien, betrachte. Problematisch sind die Medien und die Art und Weise, wie sie ohne Kenntnisse den Islam präsentieren und über einen „Krieg“ schreiben.

    Standard: In der orthodoxen Kirche zählt das Individuum wenig, in der westlich-protestantischen viel. Ist das so?

    Kalkandjiewa: Nein, das würde ich nicht so sehen. Der Einzelne wird bei den Orthodoxen weniger unterdrückt. Sie wollen keine perfekte Welt im Diesseits errichten.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2801820


    Ich finde Serbien sollte sich auch mehr dafür einsetzen das der Patriarsch und Konstantinopel wieder mehr Macht erlangt und wieder zur alten Macht heran wächst.So wird auch mehr Druck auf die Türken gemacht in bezug der Hagia Sophia.

  5. #5
    The Rock
    Zitat Zitat von Dobojlija
    Jahrhunderte alte Malereien die noch zu sehen sind
    weisst du was komisch ist

    die ach so bösen bösen Türken haben das in ruhe gelassen wärt ihr auf ihrer stelle gewesen hättet ihr das ganze zerstört
    die türken waren so nett und haben noch paar minarette dazugebaut.

  6. #6

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    Zitat Zitat von Lonsdale
    Zitat Zitat von Dobojlija
    Jahrhunderte alte Malereien die noch zu sehen sind
    weisst du was komisch ist

    die ach so bösen bösen Türken haben das in ruhe gelassen wärt ihr auf ihrer stelle gewesen hättet ihr das ganze zerstört
    die türken waren so nett und haben noch paar minarette dazugebaut.


    ich will die Türken nicht in schutz nehmen aber ich muss schon sagen finde es von ihnen ok das sie keine Kirchen usw zerstört haben wahrscheinlich gab es fälle aber die mehrheit wurde in ruhe gelassen

  7. #7
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Dobojlija
    Zitat Zitat von Lonsdale
    Zitat Zitat von Dobojlija
    Jahrhunderte alte Malereien die noch zu sehen sind
    weisst du was komisch ist

    die ach so bösen bösen Türken haben das in ruhe gelassen wärt ihr auf ihrer stelle gewesen hättet ihr das ganze zerstört
    die türken waren so nett und haben noch paar minarette dazugebaut.


    ich will die Türken nicht in schutz nehmen aber ich muss schon sagen finde es von ihnen ok das sie keine Kirchen usw zerstört haben wahrscheinlich gab es fälle aber die mehrheit wurde in ruhe gelassen
    Sie würden gut dran tun uns diese 1500 jahre alte Kirche zurück zu geben,es ist doch nur ein von uns erbautes Gotteshaus,keiner redet davon Istanbul wieder zu befreien.
    Ich finde die Türkei hätte kein Nachteil wenn sie diesen Schritt machen würden.

  8. #8

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    gib du uns die verbrannte Moschee in Nis wieder zurück

  9. #9
    jugo-jebe-dugo
    Patriarch und EU-Beitritt der Türkei

    Bartholomaios und die auf wenige tausend geschrumpfte christlich-orthodoxe Gemeinde der Türkei sind ein nicht unwichtiger Faktor bei den Beitrittsbestrebungen der Türkei zur EU

    Bartholomaios I., der "ökumenische Patriarch von Konstantinopel" ist nur nominelles Oberhaupt (genauer: Inhaber des "Ehrenprimates") und damit "erster unter Gleichen" aller Bischöfe der orthodoxen Weltkirche. Wirklichen Einfluss hat er auf etwa 3,5 Millionen griechisch-orthodoxe Gläubige, von denen der Großteil im östlichen Griechenland lebt. Auch die Mönchsrepublik auf dem Berg Athos gehört dazu. Dass der Patriarch dennoch von einiger Bedeutung ist, ergibt sich einerseits aus der Geschichte - der Patriarch von Konstantinopel leitete nach der Kirchenspaltung 1054 in Ost-und Westkirche tatsächlich gesamte Orthodoxie - und, ganz heutig-realpolitisch aus seiner Position innerhalb der Türkei.

    Bartholomaios und die auf wenige tausend geschrumpfte christlich-orthodoxe Gemeinde der Türkei sind ein nicht unwichtiger Faktor bei den Beitrittsbestrebungen der Türkei zur EU. Dass dies bei der Verleihung des "Kardinal-König-Preises" durch die von König gegründete Stiftung "Communio und Progressio" und bei seiner Einladung nach Österreich eine Rolle spielt, darf man vermuten.

    Die christlichen Kirchen haben in der von Kemal Pascha Atatürk als säkularen Staat ausgerichteten Türkei, die aber derzeit von der gemäßigt islamischen Partei des Premiers Erdogan regiert wird, kein leichtes Leben. Kirchlicher Besitz ist zum Großteil verstaatlicht, die Ausbildung von Priestern und das religiöse Leben insgesamt steht unter schärfster staatlicher Kontrolle. Insbesondere das Priesterseminar auf einer der Prinzeninseln im Marmarameer wurde enteignet und bisher nicht zurückgegeben.

    Der Fall des Patriarchen von Konstantinopel ist zugleich der Fall der Religionsfreiheit im EU-Kandidatenland Türkei.


    Das war einer der Gründe, warum Papst Benedikt XVI. den Patriarchen an seinem historischen Sitz im "Phanar" in Istanbul besucht hat. Die Verleihung des Kardinal-König-Preises wird als Ehrung einer "Persönlichkeit von internationalem Format" begründet, "die in beeindruckender Weise wichtige Impulse zur christlichen Ökumene und zum Religionsfrieden im zusammenwachsenden Europa gesetzt hat". Bartholomaios I. selbst ist ein massiver Befürworter des EU-Beitritts der Türkei, weil er sich davon eine Wende in der Haltung des türkischen Staates gegenüber der christlichen Religionsausübung verspricht. Tatsächlich ist diese Haltung ein klares Beitrittshindernis, weil sie mit den Freiheiten innerhalb der EU nicht vereinbar ist. Ironischerweise wären die "kemalistisch" geprägten türkischen Religionsbehörden angeblich für eine Lockerung zu haben - wenn sie dann nicht auch den eisernen Griff auf die islamische Geistlichkeit lockern müssten.

    Die Einladung und die Preisverleihung (am dritten Todestag von Kardinal König) kann also sicher als ein Signal der österreichischen katholischen Kirche verstanden werden, wohl in Absprache mit dem Papst auf die Situation der Christen in der Türkei aufmerksam zu machen. Die von Kardinal König gegründete Stiftung "Communio et Progressio", die dem Dialog in Osteuropa dienen sollte, hat einen neuen Präsidenten , Bischof Egon Kapellari, und einen neuen Vizepräsidenten , den Journalisten und Herausgeber der Furche, Heinz Nußbaumer. Man will der Stiftung, die in "Kardinal-König-Stiftung" umbenannt werden soll, einen neuen drive geben - auch durch die Einladung des Patriarchen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2801946

  10. #10
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Dobojlija
    gib du uns die verbrannte Moschee in Nis wieder zurück
    Die gehört den Moslems sofern sie aufgebaut wird oder schon ist. Ich kenne keine islamischen Häuser in Serbien die zu Kirchen oder Museums umgewandelt wurden,die stehen alle noch(siehe Sandzak).

    Die zerstörung der Kirche in Nis war eine Aktion von Nationalisten auf die 19 verbrannten Kirchen im Kosovo 2004.

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