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Der Iranische Mythos

Erstellt von Louis_Vuitton, 03.05.2006, 10:04 Uhr · 53 Antworten · 3.902 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Louis_Vuitton

    Registriert seit
    03.11.2005
    Beiträge
    751

    Der Iranische Mythos

    Helmut N. Gabel

    Der "verborgene Imam" und die neue Härte des iranischen Regimes - Interview mit Dr Seyed Mostafa Azmayesh, Vertreter des Nematollah Gonabadi Sufi Ordens in Europa.

    Am 13.Februar werden 1.200 Mitglieder (Derwische) des Nematollah Sufi Ordens in der Stadt Qom, Iran, im Zuge einer gewaltsamen Räumung und Zerstörung ihres Gebetshauses durch paramilitärische Einheiten und Polizeikräfte, festgenommen und unter Menschenrechts verletzenden Bedingungen festgehalten. Der offene und gewaltsame Angriff gegen eine Minderheit durch die iranischen Behörden hat weltweite Proteste ausgelöst; gleichzeitig hat damit das in Iran weitverbreitete und populäre Sufitum neue Aufmerksamkeit in westlichen Medien erlangt.

    Das Sufitum ist eine mystische Bewegung. Es geht darum, einen direkten Weg zu Gott über den Kontakt zum Herzen oder den tieferen emotionalen Schichten von jedem Einzelnen zu gehen. Im islamischen Kulturkreis sind die Sufis mit dem Islam verbunden. Sufitum an und für sich ist jedoch unabhängig von Religionszugehörigkeit und kann mit den Gnostikern verglichen werden, die im Christentum verwurzelt sind. Sufitum beschäftigt sich mit grundlegenden Weisheiten.

    Diese Strömung gab es vor dem Islam, vor dem Christentum und vor dem Judentum. Die Benennung ist mit dem Islam aufgetreten, aber das Wesen, das dem Sufitum zu Grunde liegt, ist nach Auffassung der Sufis der freie Mensch. Der Nematollah Orden ist einer der wenigen schiitischen Orden.

    Dr Azmayesh, Sie sind der Vertreter des Nematollah Ordens
    in Europa. Verfolgt dieser Orden ein politisches Ziel?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Es kommt auf die Art, wie die
    Gesellschaft organisiert ist, an. Es kommt auf die
    Personen an, die das Land regieren. In den westlichen
    Gesellschaften ist es unerheblich, ob jemand Sufi ist
    oder kein Sufi ist. Er kann sich dafür frei entscheiden,
    ob er Sufi sein will oder nicht. Doch in totalitären
    Regierungssystemen verhält es sich so: Wenn Sie Mitglied
    in einer Sufi-Schule sind, wird diese Entscheidung als
    eine politische Festlegung und politische Aktivität
    betrachtet.
    In den Augen einer totalitären Regierung bedeutet es,
    wenn Sie Sufi sind, dann sind Sie gleichzeitig auch gegen
    die Regierung eingestellt.
    Aber Sufitum als Schulrichtung hat nichts mit Politik zu
    tun. Doch kommt es auf die Art der Regierung an. Zu
    Schah-Zeiten beispielsweise war es den Sufis erlaubt,
    ihre Zeremonien abzuhalten, weil sie nicht als Personen
    betrachtet wurden, die politische Interessen verfolgten.
    Doch durch die aktuelle religiöse Führung im Iran werden
    die Sufis als eine politische Strömung erachtet, die
    gegen die Regierung ist.


    Okkulte These als Legitimation für die Regierung

    Q : Können Sie nun etwas über den Iran sagen und was sich
    eben jetzt politisch im Iran ereignet, von dem wir im
    Westen wenig hören?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Ja. Das Problem für die
    internationale Gemeinschaft besteht darin, dass sie
    Interesse am Iran entwickelt, wenn der Iran nach Außen
    schaut, aber sie bringt kein Interesse auf für die
    Vorgänge im Innern des Iran, von denen die Bevölkerung
    betroffen ist.
    Das System der Regierung im Iran ist ein totalitäres und
    wenn wir über Totalitarismus sprechen, müssen wir uns zum
    Beispiel den Unterschied zwischen dem Iran und der
    Sowjetunion unter Stalin klarmachen. Stalin hat die
    Gestaltung des sozialen Lebens für sich beansprucht,
    während die Führer im Iran die Gestaltung sowohl des
    sozialen Lebens, als auch des spirituellen Lebens der
    gesamten Bevölkerung für sich beanspruchen.

    Im Leninismus und im Stalinismus waren die Führer eben
    nicht interessiert am spirituellen Leben der Bevölkerung,
    da sie Materialisten waren, somit nannten sie sich Führer
    der sozialen Entwicklung. Doch die Führer im Iran würden
    gerne für jeden Aspekt, im Sozialen, im Wirtschaftlichen
    und in spiritueller Hinsicht eines jeden Individuums
    entscheiden, was zu tun ist und was nicht.

    Somit haben wir es im wahrsten Sinne des Wortes mit einem
    totalitären System zu tun. Wenn Sie also in einem solchen
    System leben, gibt es keinen Raum für Freiheit und
    Demokratie. Diese Art von System ist aus seiner Natur
    heraus gegen Demokratie.

    Es wird ja auch alles ausgesprochen. Der Hauptideologe
    des Regimes Ayatollah Mesbah Yazdi hat kürzlich geäußert,
    die Menschen seien überhaupt nicht wichtig und die
    Legitimität der Regierung komme direkt aus der
    unsichtbaren Beziehung des Oberhauptes der Revolution mit
    dem "verborgenen 12ten Imam".

    So wird eine okkulte These als Legitimation für die
    Regierung propagiert und die Menschen haben keinerlei
    Platz in diesem ideologischen Gebäude. Sie sind nichts
    als Untertanen. In einem solchen System sind nicht nur
    die Sufis nicht frei, niemand kann frei sein. Dies ist
    die Realität des iranischen Systems. Von Zeit zu Zeit
    bedrohen sie andere Länder oder Systeme, wie sie zurzeit
    Israel bedrohen oder über die Nuklearanlagen streiten.
    Durch diese Art schaffen sie es, die Welt über ihre
    Absichten in Sorge zu stürzen. Selbst wenn sie ihre
    Drohungen nicht wahr machen, muss die Weltgemeinschaft
    Acht geben, was sie machen und welche Absichten sie
    verfolgen.


    Können Sie bitte näher auf die These des unsichtbaren Imams
    und ihre Relevanz für die iranische Führung eingehen?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Der zwölfte Imam lebt in einer
    Periode der Verborgenheit. Es ist nicht klar, wann er
    wieder erscheinen wird. Es wird gesagt, während dieses
    Zeitalters, nimmt ein guter schiitischer Gläubiger keine
    politische Haltung ein. Dies war der schiitische
    Standpunkt. Und der Unterschied zwischen den Schiiten und
    den Sunniten besteht gerade darin. Denn die Sunniten
    denken, nach dem Tod des Propheten des Islam betreffe
    Politik die Bürger und sie müssten selbst entscheiden
    können über das System ihres Staatsgebildes. Doch die
    Schiiten denken, dass Politik eine Folge spiritueller
    Kraft und eng verknüpft mit dieser ist.

    Während der Zeit der Verborgenheit müssen sich die
    Schiiten also gänzlich aus der Politik heraushalten.
    Doch Ayatollah Khomeini hat eine neue These zum
    politischem Verhalten in der Welt der Schiiten in die
    Welt gesetzt. Ayatollah Khomeini sagte, in der Zeit der
    Verborgenheit des Imams ist es den religiösen Führern,
    den Ayatollahs, vorbehalten die islamischen Länder zu
    regieren.

    Also, traditioneller Weise gibt es zwei gegensätzliche
    Standpunkte im Schiismus. Der traditionelle Standpunkt
    sagt: Der Imam kümmert sich um die Politik und der neue
    Standpunkt von Khomeini und seinen Parteigängern sagt: Da
    das Verhülltsein des Imam unendlich lange sein kann, muss
    sich der Ayatollah um die Politik kümmern und beide
    Standpunkte stehen in Opposition zueinander.


    Krisen als Voraussetzung für das Wiedererscheinen des "verschwundenen Imams"

    Nun gibt es noch einen dritten Standpunkt zum politischen
    Verhalten, der sich als Synthese aus den ersten beiden
    ergeben hat. Gewisse Gruppierungen der Ayatollahs sagen,
    die Politik könnte von den Ayatollahs bestimmt werden in
    der Zeit der Verhüllung des Imam.

    Und in dieser Phase ist es natürlich, dass heftige
    gesellschaftliche Krisen auf internationaler Ebene
    geschaffen werden müssen. Wenn die Krise und
    Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt herrscht, wird der
    Imam von Gott geschickt werden, um die Probleme der
    Menschheit zu lösen. Sie sagen, dass die Arbeit der
    religiösen Regierung in der Zeit, die durch das
    Wiedererscheinen des Imam beendet wird, nicht dazu da
    sei, islamisches Recht umzusetzen, sondern im Gegenteil
    viele Probleme zu verursachen und ein großes Geschrei zu
    veranstalten. Es ist ganz natürlich, einen Haufen
    Schwierigkeiten und Lärm und Kriege zu schaffen, denn
    durch all dies wird der Imam sehr schnell zum
    Wiedererscheinen geführt.

    Also, dies ist die neue Interpretation. Der neue
    Präsident von Iran, Ahmadinedschad, ist ein Anhänger
    dieser Interpretation. Auf dieser Grundlage spricht er
    über die anderen Länder und über die Notwendigkeit, die
    Nuklearfrage weiter zu
    entwickeln.


    Sufis als innenpolitische Feinde

    Lassen Sie uns nun über Qom sprechen. Offensichtlich gibt
    es hier ein Beispiel, das veranschaulichen kann, wie
    iranischen Behörden mit der Bevölkerung umgehen. Im
    Zusammenhang mit der Vernichtung ihres Zentrums wurden
    mehrere Mitglieder des Nematollah Ordens ins Gefängnis
    geworfen, mit der Anschuldigung, sie seien Agenten des
    Westens und hätten eine Rebellion gegen die Regierung
    angezettelt. Kein Anwalt oder Freund, noch Verwandter
    durfte Kontakt zu ihnen aufnehmen. Was ist wirklich
    geschehen und was ist Ihr Standpunkt zu diesen Vorwürfen?

    Seyed Mostafa Azmayesh: All das sind falsche
    Anschuldigungen, die jeglicher Grundlage entbehren.
    Jedermann weiß, dass wir es mit einem totalitären System
    zu tun haben und die Behörden erlauben sich, alles
    Mögliche gegen wen auch immer zu unternehmen. Die Sufis
    waren damit beschäftigt zu Gott zu beten. Sie waren in
    den Nischen ihrer Gebetshäuser in jeder Stadt allein
    damit beschäftigt.

    Doch mit der Regierungsübernahme durch Ahmadinedschad und
    seinen Gefolgsleuten wurde die Situation für die Sufis
    sehr eng. Die Propaganda behauptete nun, die Sufis seien
    überhaupt keine Moslems und es gäbe überhaupt keinen
    Platz für sie in einer muslimischen und in der iranischen
    Gesellschaft. Sie behaupteten, es sei Sache der Regierung
    die Sufis völlig zu entfernen und ihre Häuser überall zu
    zerstören und sie haben damit in Qom angefangen, weil Qom
    die Hauptstadt des schiitischen Fundamentalismus ist.
    Dort leben die reaktionären Ayatollahs, die öffentlich
    die Derwische angreifen und zur Gewalt gegen sie
    aufrufen, mit dem Ziel, sie völlig aus Qom zu entfernen.

    Im Frühjahr 2005 haben sie damit angefangen, Bücher gegen
    die Sufis zu schreiben, lauter ideologisch verbrämte
    Schriften, um zu verbreiten, die Sufis seien kein
    Quäntchen Muslimisch. Sie beschreiben, wie seit der Zeit
    des Propheten die Sufis in einer islamischen Gesellschaft
    nicht tragbar waren. Doch all diese Behauptungen sind
    schlichtweg falsch. Dies war die ideologische
    Vorbereitung ihrer Anhänger, um die Sufis anzugreifen.

    Im Sommer 2005 begannen sie dann, die Sufis in Verbindung
    mit dem Pentagon und der CIA und mit fremden Mächten zu
    bringen.

    Das Tückische daran ist, dass es alles nicht offiziell
    von Seiten der Regierung betrieben wurde. All dies ist
    durch die reaktionären Ayatollahs in Qom getan worden,
    doch wurde es von der Regierung geduldet. Die Regierung
    hat keinerlei Reaktion darauf gezeigt. Schließlich hat
    vor zwei Monaten einer der reaktionären Ayatollahs mit
    Namen Nouri Hammedani die Regierung kritisiert und hat
    gesagt, "wenn die Regierung die Sufis nicht aus Qom
    entfernt, dann werde ich meine Anhänger auffordern, dies
    zu tun".

    Letztlich hat er seine Anhänger aufgefordert, tätig zu
    sein und die Behörden waren dabei und haben sie
    unterstützt. Diese reaktionären Leute sind wie die
    Taliban, nur dass die Taliban in Afghanistan sunnitisch
    sind, während die Anhänger von Nouri Hammedani
    schiitische Taliban sind. Sie sind wirklich sehr
    reaktionär und sie sind gegen eine moderne Gesellschaft.
    Also haben sie die Sufis angegriffen und die Behörden
    haben sie nicht aufgehalten oder inhaftiert, sondern
    haben sie auch noch unterstützt und haben die Sufis
    inhaftiert.

    Wir haben dann Shirin Ebadi, die Anwältin, die sich für
    Menschenrechte im Iran einsetzt und dafür den Nobelpreis
    bekommen hat, gebeten, Fürsprache für die Sufis zu
    halten. Dadurch, dass sie international bekannt ist,
    genießt sie einen gewissen Schutz und so hatten wir die
    Hoffnung, dass sie helfen kann. Jeder andere Anwalt, der
    bereit war, den Sufis zu helfen, wurde von den Behörden
    sofort verhaftet und festgesetzt. Sie wollten die Sufis
    angreifen und gleichzeitig, dass sich Schweigen darüber
    ausbreitet, um den Sufis in aller Ruhe ein Ende zu
    machen. Aber glücklicherweise half die internationale
    Gemeinschaft den Derwischen sehr und die Behörden haben
    die Sufis dann auch schnell aus dem Gefängnis entlassen.

    Warum fürchtet die iranische Regierung die Sufis? Welche
    Argumente bringt Sie gegen die Sufis vor?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Während der ersten 27 Jahre der
    Islamischen Staatsführung im Iran gab es eine Art von
    Koexistenz zwischen den Sufis und dem iranischen System.
    Als vor kurzem der neue Standpunkt der Politik
    aufgebracht wurde, entwickelten sich die Widersprüche
    zwischen bestimmten religiösen Strömungen und den Sufis
    immer stärker auseinander.

    Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wenn diese bestimmte
    religiöse Strömung von Radikalität und Totalitarismus
    spricht und hervorhebt, es sei erforderlich von Krisen
    geschüttelt zu sein, bevor der Imam wiederkehrt und alles
    auf eine Konfrontation mit den westliche Ländern abstellt
    und eine Intoleranz und Härte anderen Menschen und
    anderen Religionen gegenüber zeigt, dann wenden sich mehr
    und mehr Menschen von dieser Art, den Islam zu
    interpretieren, ab und neigen der entgegengesetzte Art
    zu, nämlich der friedvollen Interpretation.

    Der allerfriedfertigste Blick auf den Koran und auf die
    Islamische Religion ist der Blickwinkel der Sufis. Diese
    neue Strömung der Ayatollahs drängen die Menschen,
    insbesondere die jungen Menschen durch ihre eigenen
    Theorien zum Sufitum. Sie fürchten diese Abwendung der
    Menschen von ihren Theorien. Sie fürchten die Tatsache,
    dass die Menschen sich mehr und mehr für Sufitum
    interessieren, weil sie gewaltsam Recht brechen und eine
    aggressive Lebensanschauung vertreten.

    Sie möchten gerne die Gegenwart der Sufis im Iran
    auslöschen, um den Menschen nicht zu erlauben, auf diese
    Art zu leben. Sie haben bereits verstanden, dass die
    Menschen sich mehr und mehr von ihnen abwenden, je länger
    sie über Intoleranz anderen gegenüber predigen und die
    Menschen sich der friedlichen Interpretation zuwenden, zu
    den Sufis gehen. Also wollen sie die Gegenwart der Sufis
    überall vernichten.

    Zwei Monate ist es her, da haben sie die Stadt Qom als
    Hauptstadt des Islam in der Zeit der Wiederkehr des
    verborgenen Imam benannt.

    Dieses System braucht einen Mythos

    Nun, dieses System braucht einen Mythos. Und sie schaffen
    diesen Mythos. Und dieser Mythos hat nichts Rationales an
    sich, er ist dogmatisch. Dieses Dogma liegt in den
    Grundzügen des Schiismus bereits drin. Es ist das Dasein
    des zwölften Imam, der dauerhaft im Zustand des
    Verborgenseins lebt. Dies ist der Mythos der Schiiten.
    Sie warten auf das Wiedererscheinen des Imam. Die
    Ayatollahs können den Imam nicht ersetzen, aber sie
    können den Leuten einreden, dass sie in der Lage seien,
    den Mythos wahr werden zu lassen, den Zustand
    herbeiführen zu können, der den Imam wiederkehren lässt;
    Gott zu zwingen, den Imam wieder zu entsenden. Die
    gesamte Politik der aktuellen iranischen Regierung geht
    in diese Richtung.

    Hingegen versuchte der Ex-Präsident, Chatami in seiner
    Regierungszeit einen rationalen Kurs einzuschlagen. Was
    aber jetzt geschieht ist vollkommen irrational. Sie
    wenden sich einer mythologischen Erklärung der Geschichte
    und des Glaubensdogmas zu. Es gibt keinen einzigen
    vernünftigen Plan oder ein Projekt für die Zukunft.
    Worüber sie reden ist, dass sie die Leute bereit machen
    wollen, für die Wiederkehr des Imam und solche Dinge.

    So etwas Ähnliches finden wir auch wo anders in der Welt.
    Präsident Bush und seine radikalen protestantischen
    Anhänger möchten auch die Bedingungen herstellen, um Gott
    zu zwingen, Jesus wieder zu entsenden. Es ist genau das
    Gleiche was sie tun, also kommt es von beiden Seiten zum
    gleichen Ergebnis: Gewalt über Gewalt und Intoleranz in
    die Welt bringen.


    Atomwaffe ein vages Projekt

    Welche Relevanz hat dies für Europa?

    Seyed Mostafa Azmayesh: All dies sind die Zeichen für
    einen sich entwickelnden Faschismus. Ideologischer
    Faschismus unter dem Deckmantel von Islam und Religion.
    Er stellt eine ernste Gefahr für die freie Welt dar. Die
    Gefahr macht nicht Halt im Iran, sie stellt eine
    Bedrohung für die ganze Welt dar. Und falls die
    internationale Gemeinschaft sich untätig verhält
    gegenüber dem Geschehen im Iran, wird es schon morgen
    auch in Europa eine reale Bedrohung darstellen. Wir
    können nicht außer Acht lassen, was Faschismus zu anderen
    Zeiten in Europa bewirkt hat. Es ist die gleiche Sache
    und noch schlimmer, weil es ein religiös-ideologischer
    Faschismus ist. Eine viel heftigere Art und sehr
    spezifische Art von Totalitarismus. Aus diesem Grund,
    muss die internationale Gemeinschaft und vor allem Europa
    gewarnt sein und sehr wachsam damit umgehen.

    Wie kann die westliche Gesellschaft dem Iranischen Regime
    begegnen? Ist ein Krieg gegen den Iran, in irgendeiner
    Weise eine Möglichkeit? Wie können Amerika und die EU dem
    Iranischen Volk gegen jegliche gewaltsame und despotische
    Ziele ihrer eigenen Regierung unterstützen?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Das, was der Iranischen
    Bevölkerung am hilfreichsten sein wird, ist die
    Entwicklung des rationalen Denkens und die
    Demokratisierung aus eigener Kraft. Jegliche Gefahr von
    Außen wird die Tyrannei und Unterdrückung nähren. Das
    braucht es nicht. Bei der Entwicklung einer friedlichen
    Interpretation des Koran zu helfen und den Menschen von
    Innen zu helfen, ist das Beste was wir tun können.

    Haben sie spezifische Vorschläge, wie den Menschen im Iran
    geholfen werden kann?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Die westlichen Medien müssen
    eine entschlossenere Rolle in dieser Situation spielen.
    Sie bringen der Atomwaffe sehr viel Aufmerksamkeit
    entgegen, doch dies ist nur ein vages Projekt. Fakt ist,
    dass der Widerstand der friedlich gesinnten Menschen
    gegen die intolerante Deutung des Korans am hilfreichsten
    für die Entwicklung von demokratischem Verständnis und
    Bürgerrechten im Iran ist. Ich denke, es ist besser, wenn
    die westlichen Massenmedien einen Richtungsschwenk
    machen, um dem friedlichen Widerstand der iranischen
    Bevölkerung gegen diese neuen Strömungen der Korandeutung
    mehr und mehr unter die Arme zu greifen.

    Was kann die deutsche Regierung unternehmen?

    Seyed Mostafa Azmayesh: Diese Frage finde ich sehr
    interessant, denn kürzlich gab es ein Zusammenkommen
    eines der Hauptideologen, Safi Golpaygani in Qom mit dem
    deutschen Botschafter im Iran, Freiherrn von Maltzahn.
    Dieser Ayatollah - eine wichtige Persönlichkeit im Iran -
    sprach mit dem Botschafter über das iranische
    Nuklearprogramm und wies darauf hin, dass sie ein
    friedliches Volk seien und dass sie Zugang zu nuklearer
    Energie haben müssen usw. In diesen Zusammenkünften mit
    den Ayatollahs, wie zum Beispiel mit Golpaygani, ist es
    wichtig, offen darauf hinzuweisen, dass die
    Weltgemeinschaft sehr genau darauf schaut, wie die
    Regierung mit der eigenen Bevölkerung umgeht. Wie sie mit
    der eigenen Bevölkerung umgehen, ist ein Beispiel dafür,
    was sie tun werden mit jedem in der Welt, wenn sie die
    Kraft und Möglichkeit dafür haben.

    Wenn sie von der freien Zivilisation, der internationalen
    Gemeinschaft akzeptiert werden wollen, müssen sie die
    Rechte der Bürger im Iran achten. Und die Sufis sind
    ebenso Bürger, wie jeder andere auch. Wenn sie jedoch die
    Sufis angreifen, ihre Zentren niederreißen wider
    jegliches religiöse und wider jegliches zivile Recht - so
    tun sie gerade -, verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit vor
    der internationalen Gemeinschaft.
    __________________________________________________ ___________

    Dies' ist ein Artikel aus der Telepolis, welcher für meine
    Zwecke sehr interessant ist, da es um den im Islam eher
    selten angesprochen Themenkomplex des Sufiismus geht, und die
    politische Funktion, welche Ihr inneliegt.

  2. #2

    Registriert seit
    19.04.2006
    Beiträge
    3.173
    Hallo Louis_Vuitton,

    sei gegrüßt.

    Ein sehr interessanter Artikel. :wink:

    Wüderst du eventuell noch zu deiner persönlichen Meinung dieser Problematik Stellung beziehen??

    Danke dir. :P

    LG
    Gaia

  3. #3
    Avatar von Louis_Vuitton

    Registriert seit
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    Beiträge
    751
    Hi Gaia, ich werde aus Zeitgründen an dieser Stelle nur mal
    oberflächlich darauf eingehen.

    Das allererste, was mir in den Sinn kommt ist, dass die
    Verleumdung des Sufiismus seitens der iranischen Mehrheit durch
    Bücher etc., und der Verklärung, sie seien keine Muslime, eine
    Frechheit und zugleich eine Sünde ist - was sollten denn dann
    erst die Sunniten über die Schiiten sagen, und deren feiste
    Behauptung, dass Muhammed weder in seinem Bett geboren, noch
    in der Höhle, wo ihm die Prophezeihung zuteil wurde, hätte
    sein sollen.

    Die Beanspruchung der Freiheit ist in den heutigen Tagen ein
    sehr kostbares Gut, und wenn sich diese Freiheit mit dem meiner
    Meinung nach menschlich wohlwollenden Islam verbindet, so hat
    der Sufiismus eine große Zukunft vor sich - man denke an
    das prophezeihte 'Goldene Zeitalter'.

    Bemerkenswert finde ich, dass sich die Derwisch-Orden, trotz
    Ihrer vielen Muslimen fremd wirkenden mystischen Darlegung
    so hartnäckig und bis Dato nahezu problemlos gehalten haben.
    Ein ehemals aus dem Iran/Anatolien stammender Orden, der
    Haci Bektashi Orden, hat diesen Frieden leider nicht erleben
    dürfen, und verlegte sein religiöses Zentrum nach Tirana, welches es bis heute ist.

    Iran würde eine Menge Sympathisanten in der muslimischen
    Welt verlieren, und ich denke, das wäre über kurz oder lang
    nicht in Ihrem Sinne, und es brächte die iranische 'Volks'-
    arroganz wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
    Alleine den Groll Palästinas gegen sich zu haben, käme den Iranern als Erzfreunde der Palästinenser
    einer Blutschande gleich!

    Über den zwölften Imam selbst möchte ich nicht reden, da
    ich bereits mit vielen Persern dieses Thema bis zum
    Magengeschwür durchdiskutiert habe, und an der
    unglaublichen Arroganz und Sturheit Jener mir die Zähne
    ausgebissen habe.

    Warum, das weiss ich nicht, aber viele Iraner bilden sich
    momentan eine Menge ein, sind Ihren Nachbarn gegenüber
    äußerst rassistisch und ungastlich eingestellt (siehe
    Afghanistan - Afghanen gelten in den Köpfen vieler Iraner
    als Abschaum) - obgleich das Zeitalter der grosen
    Perser vorbei ist!?

    IMHO könnte der Sufi DIE ZUKUNFT des Islam sein.

  4. #4
    Avatar von Louis_Vuitton

    Registriert seit
    03.11.2005
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    Noch was in eigener Sache:

    Der Kur'an ist das dichterischste Rätsel der Menschheit,
    da die arabische Sprache mannigfaltige
    Interpretationsweisen erlaubt!
    Ich denke Gottes letzter Wunsch wäre die fundamentale und aggressive Auslegung seiner Worte.

    Islam ist Frieden!

  5. #5

    Registriert seit
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    3.173
    Zitat Zitat von Louis_Vuitton
    Noch was in eigener Sache:

    Der Kur'an ist das dichterischste Rätsel der Menschheit,
    da die arabische Sprache mannigfaltige
    Interpretationsweisen erlaubt!
    Ich denke Gottes letzter Wunsch wäre die fundamentale und aggressive Auslegung seiner Worte.

    Islam ist Frieden!
    Hallo Louis_Vuitton,

    danke nochmal für deine Stellungnahme.
    Finde deine Einstellung sehr gut. Mir ist jedoch unbegreiflich wie einige die Gewalt propagieren. :? Jegliches Verständnis dafür schaltet sich bei mir aus!!! Mir ist zwar schon klar, dass man viel interpretieren kann und dem Spielraum wird durch das Denken jedes einzelnen Menschens, welches man manchmal kaum nachvollziehen kann, in diesem Punkt keine Grenze gesetzt. Bestes Beispiel auch dieses Forum, jeder sieht nur das, was er sehen will und für alles und jeden wird ein Sündenbock gesucht. Nur nicht zuerst bei sich anfangen und eventuell objektiv bleiben.

    Frage mich dann immer, wo bei einigen der schon fast vernarrte Glaube an Gott hingerutscht ist, oder besser gesagt ihre für sich eigenommene Interpretation??!! Jedenfalls hat es nicht bis zum Gehirn bei diesen Leuten gereicht, denn wenn, hätten sie es eingeschalten und zum Denken benutzt, oder wie seht ihr das???
    *grrr*

    LG
    Gaia

  6. #6
    Avatar von Louis_Vuitton

    Registriert seit
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    Die meisten mögen einfach nicht realisieren, dass das
    Darlegen des eigenen wunden Punktes, der eigenen
    Verletzlichkeit auf lange Sicht gesehen von wahrer Größe
    zeugt.

    Es verhält sich ähnlich, wie bei Lügen - kurzfristig gesehen
    mögen Sie vorteilhaft wirken, langfristig gesehen wird man wahrscheinlich einen Rattenschwanz an anderen Problemen, wie
    Vertrauensbruch, einem schlechten Gewissen o.ä. mit sich ziehen.


    Erst denken, dann reden! Immer!!!

  7. #7
    Avatar von Louis_Vuitton

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Gaia
    Zitat Zitat von Louis_Vuitton
    Noch was in eigener Sache:

    Der Kur'an ist das dichterischste Rätsel der Menschheit,
    da die arabische Sprache mannigfaltige
    Interpretationsweisen erlaubt!
    Ich denke Gottes letzter Wunsch wäre die fundamentale und aggressive Auslegung seiner Worte.

    Islam ist Frieden!
    Hallo Louis_Vuitton,

    danke nochmal für deine Stellungnahme.
    Finde deine Einstellung sehr gut. Mir ist jedoch unbegreiflich wie einige die Gewalt propagieren. :? Jegliches Verständnis dafür schaltet sich bei mir aus!!! Mir ist zwar schon klar, dass man viel interpretieren kann und dem Spielraum wird durch das Denken jedes einzelnen Menschens, welches man manchmal kaum nachvollziehen kann, in diesem Punkt keine Grenze gesetzt. Bestes Beispiel auch dieses Forum, jeder sieht nur das, was er sehen will und für alles und jeden wird ein Sündenbock gesucht. Nur nicht zuerst bei sich anfangen und eventuell objektiv bleiben.

    Frage mich dann immer, wo bei einigen der schon fast vernarrte Glaube an Gott hingerutscht ist, oder besser gesagt ihre für sich eigenommene Interpretation??!! Jedenfalls hat es nicht bis zum Gehirn bei diesen Leuten gereicht, denn wenn, hätten sie es eingeschalten und zum Denken benutzt, oder wie seht ihr das???
    *grrr*

    LG
    Gaia
    Noch ein Nachtrag zu dieser Sache:
    Ich stehe geistig gesehen genau in der Mitte,
    zwischen islamischer Kultur und
    westlicher Tradition - ich kann beide
    Seiten völlig verstehen, doch ebenso schwer ist es
    dem Jeweiligen das Gute vom 'Anderen' nahezubringen.

    Ein Beispiel ist für mich die Kleidervorschrift
    unserer Religion, welche besagt, dass es für die Frau als
    auch für den Mann als guter 'Hadith' gölte (Sitten, Gebräuche),
    Seine aufreizenden Körperteile bedeckt zu halten.

    Nun ist es so, dass ich der weltgrösste Fan von schönen,
    gut aufgestylten und sexy Frauen bin, doch überlege ich mir
    rein von der menschlichen Seite her gesehen, ob ich
    darauf verzichten könnte, wenn man dadurch Gewalt
    oder niederträchtige Provokationen an der Frau verhindern
    könnte, und nicht mehr die halbe Welt (wie es mir subjektiv
    vorkommt) wie Sex-fixierte Zombies die Gegenden unsicher
    machen. (in der Ruhe liegt die Kraft 8) ) .

    Auf der anderen Seite müsste das nicht bedeuten, dass
    die Frauen in Kartoffelsäcken rumlaufen müssen, nur sollte
    man nicht zwingend Dein Arschgeweih oberhalb Ritze,
    unterhalb der Hüftjeans rausragen, oder die Möpse in X-Large
    in einem 2 Nummern kleineren Muskelshirt zur Schau tragen
    (und ooho glaubt mir, das Christentum hätte einiges gegen
    solche Zurschaustellung - geh mal in Mailand in eine
    x-beliebige Stätte des heiligen Jesus Christus in
    oben genannter Montur, und du fliegst Christi prompt per
    Anustritt aus der Kirche!) ,
    stattdessen ihr Gesicht zur Geltung bringen, und
    über die Kleidung erkennen lassen, ob es sich um eine
    schlanke oder korpulente Frau handelt - solche Tagträume
    spinnen in mir rum, und ja, nur deswegen würde ich einen
    Kompromiss schliessen, und 'Ciao Ciao Sexy' rufen.

    Es ist nur eines von vielen Beispielen im täglichen
    Leben, die ich miteinander vergleiche, versuche
    aufzuzählen und abzuwägen, welches Opfer Du für welchen
    Vorteil einbringst, oder ob man bei unentscheidbaren
    Fragen einen Mittelweg versucht einzuschlagen, oder
    ob es nur die totale Trennung der Kulturen
    zu schaffen vermag.

    Nun ist es aber nicht so, im Gegenteil denke ich kann ich
    sogar sagen, dass ich in der einen Art und Weise bereits
    jeglichem Konsum und Leidenschaften erlag, die es zu geben
    schien, und könnte prinzipiell für jede Partei mitdiskutieren, und doch bin ich wieder gegen sie.

    Das ist es, was die Sache für mich so schwer macht.

    Dennoch, als Albaner bleibt ohnehin für mich nur mein ureigener, extrem ausgeprägter Familiensinn - dieser steht
    IMHO grundsätzlich über allem, also denkt immer an eure
    Liebsten!

    Das war ein guter und gesunder Hadith.

    Lieben Gruß und Selam,


    Armend

  8. #8

    Registriert seit
    19.04.2006
    Beiträge
    3.173
    Zitat Zitat von Louis_Vuitton
    Die meisten mögen einfach nicht realisieren, dass das
    Darlegen des eigenen wunden Punktes, der eigenen
    Verletzlichkeit auf lange Sicht gesehen von wahrer Größe
    zeugt.

    Es verhält sich ähnlich, wie bei Lügen - kurzfristig gesehen
    mögen Sie vorteilhaft wirken, langfristig gesehen wird man wahrscheinlich einen Rattenschwanz an anderen Problemen, wie
    Vertrauensbruch, einem schlechten Gewissen o.ä. mit sich ziehen.


    Erst denken, dann reden! Immer!!!

    Wie wahr!!!!!!! Du sprichst mir aus dem Herzen. :wink:

  9. #9
    Avatar von Louis_Vuitton

    Registriert seit
    03.11.2005
    Beiträge
    751
    Nebenbei gefragt, Gaia, was bist Du für Eine/-r?
    Ich habe leider Deinen Vorstellungsthread nicht mitbekommen,
    wäre also ganz nett..., nur ein paar winzige Zeilen,
    wenn's geht!?

  10. #10

    Registriert seit
    19.04.2006
    Beiträge
    3.173
    Hallo Armend,

    danke für die viele Mühe, die du dir machst. Ich muss zu geben, ich bin etwas beeindruckt. Man merkt dir deine überlegte und ruhige Art an. Bist du auch in Natur so ruhig und bedacht?

    Hmm...., weist du, es ist ein Thema, welches mich zur Zeit sehr beschäftigt und mir sehr nah geht. Du sprichst einen großen Konflikt zwischen der westlichen Welt und der islamischen an.
    Vor noch nicht langer Zeit hatte ich überhaupt keine Berührungspunkte zu dieser Thematik. Doch lernte ich sehr, sehr liebe Menschen kennen und bin der Meinung, dass wenn ich sie verstehen möchte, muss ich ihnen auch zu hören. Schon alleine das Zuhören, ist eine Aufmerksamkeit, die in der heutigen Gesellschaft und gerade in der westlichen kaum noch einer Beachtung geschenkt wird. Es wird sehr schnell auf Durchgang geschalten und viele beharren auf ihrer Sturheit und gehen wie du schon gesagt hast nur schwer von ihren fest eingefahrenen Standpunkten weg, weil sie ja denn eventuell zu geben müssten, dass ihre Sichtweise vielleicht doch ein paar Lücken aufweist und nicht perfekt ist.

    Jeden Tag werde ich mit dieser Denke konfrontiert und es macht mich wütend, weil sie einem noch nicht einmal die Möglichkeit geben normal mit ihnen zu reden, geschweige überhaupt zu diskutieren. Als nächstes frage ich mich, ist das, der einzige Grund, warum sie solch eine Abwehrhaltung anders Denkenden entgegenbringen? Ich kann es ihnen manchmal noch nicht einmal verübeln, weil in den Medien so viel dargestellt wird, das man am Ende noch nicht einmal weis, was man glauben soll und was nicht, besonders den Dingen gegenüber die einem fremd sind. Medien sollten doch dar sein um aufzuklären und nicht um zu manipulieren!!!

    Ich denke auch, der Hass, der sich bei vielen gebildet hat, hat weniger was mit ihren Mitmenschen zu tun. Viele suchen sich einfach ein Ventil, wo sie ihre innere Wut raus lassen können, nur leider der falsche Weg in meinen Augen, da es sich nicht gegen die eigentliche Ursache richtet. Scheint für einige sehr schwierig zu sein, zu begreifen, dass wir mehr erreichen würden, wenn wir miteinander gehen würden an statt gegeneinander.

    Oh je, ich merke schon wieder, ich schweife etwas vom Thema ab, wollte ursprünglich auch etwas zu meiner alltäglichen Situation sagen. Wie ich schon in anderen Beiträgen erwähnte, befinde ich mich noch am Anfang, aber Fakt ist, dass der Islam für mich sehr anziehend ist und ich vieles verständlich finde und den eigentlichen Grundgedanken des Friedens nur befürworte.
    Auf der anderen Seite stelle ich halt auch für mich fest, dass ich letztendlich sehr frei lebe und dass der Islam doch sehr einschränkend sein kann, besonders, wenn man zuvor anders gelebt hat oder immer noch lebt. Es fängt schon alleine für mich bei dem Essen von Schweinefleisch an. Für mich ist das ein Grundnahrungsmittel und es ist für mich nur sehr schwer vorstellbar, ob ich darauf verzichten kann. Und aus welchem Grund heraus??? Weil das Schwein ein Allesfresser ist wie wir oder weil es als unrein gilt?? Bin ich deshalb ein schlechterer Mensch, weil ich Schweinefleisch esse??? Oder glaube ich deshalb etwas weniger an Gott, bzw. an die Schriften und deren Propheten?? Es wäre schön, wenn mir das mal einer näher erklären könnte!! Frage mich doch ehrlich, wer hier wohl eher ein Muslime ist, der, der durch seine Kultur schon in diese Religion hineingeboren wurde und betet, aber doch soweit entfernt von den eigentlichen Geboten, die Gott uns auferlegt und der wir Folge leisten sollten, ist, indem er aus Neid, Habgier, Wut, Hass und sonstigen negativen Gefühlen, die anderen schaden zu fügen könnten, heraus handelt?? Oder jemand anders, der reinen Gewissens handelt und keine schlechten Gedanken hat und noch an das Gute im Menschen glaubt?? Was zeichnet einen Muslime aus??? Als nächstes Frage ich mich, ist ein Atheist wirklich ohne Glauben?? Würde eher das Gegenteil behaupten. Hoffentlich versteht ihr, was ich meine und mit meinem vielen Text sagen will. Vieles ist für mich halt neu und meine Gedanken sind manchmal noch recht ungeordnet. Hoffe, ihr habt Verständnis dafür und würde mich freuen, wenn einige auf meine Fragen eingehen würden!!!

    In diesem Sinne, dir und allen anderen noch einen schönen, sonnigen Tag.

    LG
    Eure Gaia

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