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Islam in Albanien

Erstellt von Albanesi, 02.10.2006, 20:11 Uhr · 8 Antworten · 1.739 Aufrufe

  1. #1

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    14.07.2004
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    5.698

    Islam in Albanien

    http://de.wikipedia.org/wiki/Islam_i...se_Beziehungen

    Der Islam ist in Albanien die Religion mit den meisten Anhängern. Bis zum Religionsverbot der kommunistischen Regierung im Jahr 1967 waren etwa 65 - 70 Prozent der Bevölkerung Muslime. Die Angaben zu der heutigen Zahl der Muslime sind widersprüchlich. Weder die islamischen Gemeinschaften noch die albanischen Behörden führen eine Konfessionsstatistik. Verschiedene Schätzungen und Untersuchungen gehen von 40 bis 45 Prozent [1], rund 60 Prozent [2] oder sogar 70 Prozent [3] der Gesamtbevölkerung aus. Sicher ist aber, dass auch heute Albanien das europäische Land mit dem stärksten muslimischen Bevölkerungsanteil ist.

    Die Mehrheit der albanischen Muslime sind Sunniten, eine bedeutende Minderheit Bektaschi.

    Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
    1 Verbreitung
    2 Geschichte
    3 Interreligiöse Beziehungen
    4 Quellen
    5 Literatur




    Verbreitung [Bearbeiten]
    Muslime leben in allen Teilen Albaniens. In der Mitte, im Süden und im Nordosten des Landes bilden sie fast überall die Mehrheit der Menschen, die sich zu irgendeiner Religion bekennen. Im Nordwesten gibt es einige Landstriche, in denen die Katholiken am zahlreichsten sind (um Lezha, Teile der Mirdita und Malësia e Madhe). Im Süden sind es die Siedlungsgebiete der ethnischen Minderheiten, wo die Orthodoxie mehr Anhänger hat (Liqenas (Mazedonier), die Kreise Saranda, Delvina und Gjirokastra (Griechen), Voskopoja (Aromunen)). Die Bektaschi sind vor allem in der Mitte und im Süden vertreten und haben ihre Hochburgen in Bulqiza, Gramsh, Skrapar und Tepelena.

    Bei den staatlichen Behörden waren 2002 17 verschiedene islamische Vereinigungen registriert, die Moscheen, Koranschulen usw. unterhalten. Einige von ihnen werden von ausländischen Missionaren aus arabischen Ländern, der Türkei und dem Iran geführt. Es gibt einige von Muslimen betriebene allgemeinbildende Schulen, deren Lehrpläne wie die der christlichen Schulen vom Bildungsministerium überprüft und zugelassen werden.

    Das muslimische Bajramfest ist ebenso wie das christliche Weihnachten ein staatlicher Feiertag in Albanien.

    Vorsitzender des Rates der Muslime (Sunniten) ist seit 2004 Hadschi Hafiz Sabri Koçi; den Bektashi steht Reshat Bardhi als Groß-Dede vor.


    Geschichte [Bearbeiten]
    Zu Beginn der osmanischen Herrschaft in Albanien – im Süden zu Anfang, im Norden gegen Ende des 15. Jahrhunderts – waren fast ausschließlich die türkischen Einwanderer in den Städten (vor allem Kaufleute, Handwerker und Soldaten) Anhänger des Islam. Hinzu kamen die über das Land verteilten Timarioten, welche einen bedeutenden Anteil der neuen grundbesitzenden Oberschicht ausmachten. Für diese eingewanderten Muslime wurden schon in dieser Zeit ansehnliche Moscheen errichtet oder Kirchen zu solchen umgewidmet. Die islamische Sakralarchitektur prägte bereits Anfang des 16. Jahrhunderts das Bild fast aller albanischen Städte.

    Die Islamisierung weiter Teile der Bevölkerung setzte zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein, wiederum im Süden eher und durchgreifender als im Norden. Es gab mehrere Gründe für den Erfolg der neuen Glaubensrichtung bei den Albanern: Die Begünstigung der Viehzucht durch das osmanische Celeb-System kam jenen Teilen der Bevölkerung entgegen, die als halbnomadische Wanderhirten lebten. Am besten konnte man als Muslim an diesem System partizipieren. Wie in Bosnien traten auch viele Adelige zum Islam über, um als Timarioten und Spahis weiter zur grundbesitzenden Oberschicht gehören zu können. Die unter osmanischer Herrschaft aufblühenden Städte (z.B. Elbasan, Berat, Delvina u.a.) waren Ziele der Binnenmigration. Die vom Land kommenden neuen Bewohner nahmen bald Glauben und Kultur der islamischen Oberschicht an. Ein wichtiger Grund für den Übertritt zum Islam war auch, dass man als Muslim keine Kopfsteuer zu zahlen hatte. Schließlich hängt die starke Islamisierung Albaniens auch damit zusammen, dass viele Männer aus dem armen Land ihr Glück beim osmanischen Militär suchten, wo sie alsbald den neuen Glauben annahmen. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründe, die oft Motivation zum Religionswechsel waren, führten dazu, dass manche Konvertierten Kryptochristen waren, die heimlich die alte Religion weiter zelebrierten. Oft konvertierte zunächst nur das Familienoberhaupt und seine Angehörigen blieben Christen. Es bildeten sich auch Formen eines islamisch-christlichen Synkretismus heraus. So ist es zum Beispiel im Norden üblich, dass auch muslimische Bauern um den katholischen Viehsegen für ihre Herden bitten und die Priester ihn spenden.

    Die historische Forschung geht davon aus, dass die Kirchenbindung der Albaner zur Zeit der türkischen Eroberung geringer als bei anderen Balkanvölkern gewesen ist, weil das Land zwischen Ost- und Westkirche gespalten war und weil die Kirche in den miteinander rivalisierenden Fürstentümern wenige Institutionen, geringen Besitz und damit auch wenig Einfluss auf die Bevölkerung hatte. Dies soll die Islamisierung Albaniens begünstigt haben.

    Als Albanien 1912 unabhängig wurde, waren die Muslime als große Mehrheit führend an der Staatsgründung beteiligt. Anders als in den christlich dominierten Balkanstaaten wanderte die muslimische Oberschicht nicht in die Türkei ab. Die muslimischen Institutionen blieben bestehen.
    Der albanische König Ahmet Zogu, der Albanien von 1925 bis 1939 regierte, war Muslim, praktizierte seinen Glauben aber zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Immer auf einen Ausgleich zwischen den Religionen abzielend und mitunter von der Gunst der katholischen Stämme und der Italiener abhängig, heiratete er eine katholische Gräfin aus Ungarn.

    Erst unter der kommunistischen Herrschaft wurden im August 1945 die islamischen Stiftungen (Vakuf), welche die Grundlage für den Unterhalt von Moscheen und Medresen bildeten, enteignet. Die muslimische Geistlichkeit war ebenso wie die christliche einem starken Verfolgungsdruck ausgesetzt. Mit dem Religionsverbot von 1967 wurden alle Moscheen geschlossen, die Minarette abgerissen, die Gebäude in Lagerhäuser umgewandelt oder ganz zerstört. Nur wenige historisch bedeutsame Moscheen entgingen als Museen diesem Schicksal. Die meisten muslimischen Geistlichen wurden zu Zwangsarbeit verurteilt. Dutzende sind im Gefängnis gestorben.

    Bei einer geheim gehaltenen Umfrage musste das kommunistische Regime Ende der 80er feststellen, dass auch die nach 1960 geborene junge Generation noch zu 95 Prozent wusste, welchem religiösen Bekenntnis die eigene Familie angehört hatte. Es war nicht gelungen, das religiös-kulturelle Gedächtnis der Albaner in dieser kurzen Zeitspanne auszulöschen.

    Nachdem Fall des kommunistischen Regimes begann die Renaissance des Islam in Albanien. Wie bei den Christen wurde der religiöse Wiederaufbau ganz wesentlich mit ausländischer Hilfe (Spenden und Missionare) bewerkstelligt. Unter anderen haben sich dabei die Wahabiten aus Saudi-Arabien und die Mullahs aus dem Iran stark engagiert. Allerdings mussten sie erleben, dass ihre strenge Form des Islam bei den albanischen Muslimen auf wenig Gegenliebe stieß. Weder die einen noch die anderen konnten entscheidenden Einfluss auf die muslimische Kommunität erlangen.

    Nach der Aufhebung des Religionsverbots in Albanien (1990) wurde das Weltzentrum der Bektaschi wieder in Tirana eingerichtet, wo es nach dem Verbot aller Derwisch-Orden in der Türkei im Jahr 1925 angesiedelt worden war.


    Interreligiöse Beziehungen [Bearbeiten]
    Nach wie vor zeichnen sich die beiden in Albanien dominierenden Richtungen des Islam (Sunniten und Bektashi) durch große Toleranz gegenüber Andersgläubigen aus. Die gemeinsame Erfahrung der Verfolgung unter Enver Hoxha bewirkt bis heute, dass sich Christen und Muslime mit viel gegenseitigem Respekt begegnen. Ausgelöst durch die Situation in kommunistischer Zeit sind interreligiöse Heiraten in Albanien heute keine Seltenheit, während dies in den anderen Balkanländern mit muslimischen Bevölkerungsanteil kaum der Fall ist.

    Irritationen zwischen den Glaubensgemeinschaften sind selten. 2003 wurde Kastriot Myftari, Autor eines Buches mit dem Titel Islamizmi Kombëtar Shqiptar (Staatliche Islamisierung Albaniens), wegen Stiftung religiösen Unfriedens von der Polizei festgenommen. Er hatte den Islam als unalbanisch bezeichnet und zum Übertritt zum Katholizismus aufgerufen. Anfang 2006 gab es Streitigkeiten wegen der Aufstellung eines großen Standbilds der Mutter Theresa in Shkodra, die aber inzwischen beigelegt sind.

    Quellen [Bearbeiten]
    ↑ Nathalie Clayer: Islam, state and society in post-Communist Albania, S. 116
    ↑ Forschungsresultate der Universität Tirana zusammen mit der Universität Potsdam, publiziert in Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien [1]
    ↑ Arqile Bërxholi: Ethnische und konfessionelle Struktur der Bevölkerung Albaniens, in: Österreichische Osthefte, Jahrgang 45, Wien 2003 (ohne Berücksichtigung Konfessionsloser und Evangelisten); Länderinformation des Auswärtigen Amtes über Albanien; Länderlexikon des Spiegel, Landesdaten von Albanien; CIA World Factbook - Albania

    Literatur [Bearbeiten]
    Babuna, Aydın: The Bosnian Muslims and Albanians: Islam and nationalism. In: Nationalities papers. 32(2004), S. 287-321
    Basha, Ali Musa: Islami në Shqipëri gjatë shekujve. Tiranä 2000.
    Clayer, Nathalie: Religion et nation chez les Albanais. XIXe - XXe siècles. (=Analecta Isisiana. 64). Istanbul 2002. ISBN 975-428235-8
    Clayer, Nathalie: Islam, state and society in post-Communist Albania. In: Muslim identity and the Balkan State, hrsg. v. Hugh Poulton. London 1997, S. 115-138
    Lipsius, Stephan: Politik und Islam in Albanien. Instrumentalisierung und Abhängigkeiten. In: Südost-Europa. Zeitschrift für Gegenwartsforschung 47(1998), S. 128-134.
    Trix, Frances: The resurfacing of Islam in Albania. In: East European quarterly. 28(1994), S. 533-549.
    Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Albanien“
    Kategorien: Religion (Albanien) | Islam in Europa

  2. #2
    Avatar von Shqiptari-i-Vertet

    Registriert seit
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    Beiträge
    178

    Re: Islam in Albanien

    Zitat Zitat von Albanesi
    http://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Albanien#Interreligi.C3.B6se_Beziehungen

    Der Islam ist in Albanien die Religion mit den meisten Anhängern. Bis zum Religionsverbot der kommunistischen Regierung im Jahr 1967 waren etwa 65 - 70 Prozent der Bevölkerung Muslime. Die Angaben zu der heutigen Zahl der Muslime sind widersprüchlich. Weder die islamischen Gemeinschaften noch die albanischen Behörden führen eine Konfessionsstatistik. Verschiedene Schätzungen und Untersuchungen gehen von 40 bis 45 Prozent [1], rund 60 Prozent [2] oder sogar 70 Prozent [3] der Gesamtbevölkerung aus. Sicher ist aber, dass auch heute Albanien das europäische Land mit dem stärksten muslimischen Bevölkerungsanteil ist.

    Die Mehrheit der albanischen Muslime sind Sunniten, eine bedeutende Minderheit Bektaschi.

    Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
    1 Verbreitung
    2 Geschichte
    3 Interreligiöse Beziehungen
    4 Quellen
    5 Literatur




    Verbreitung [Bearbeiten]
    Muslime leben in allen Teilen Albaniens. In der Mitte, im Süden und im Nordosten des Landes bilden sie fast überall die Mehrheit der Menschen, die sich zu irgendeiner Religion bekennen. Im Nordwesten gibt es einige Landstriche, in denen die Katholiken am zahlreichsten sind (um Lezha, Teile der Mirdita und Malësia e Madhe). Im Süden sind es die Siedlungsgebiete der ethnischen Minderheiten, wo die Orthodoxie mehr Anhänger hat (Liqenas (Mazedonier), die Kreise Saranda, Delvina und Gjirokastra (Griechen), Voskopoja (Aromunen)). Die Bektaschi sind vor allem in der Mitte und im Süden vertreten und haben ihre Hochburgen in Bulqiza, Gramsh, Skrapar und Tepelena.

    Bei den staatlichen Behörden waren 2002 17 verschiedene islamische Vereinigungen registriert, die Moscheen, Koranschulen usw. unterhalten. Einige von ihnen werden von ausländischen Missionaren aus arabischen Ländern, der Türkei und dem Iran geführt. Es gibt einige von Muslimen betriebene allgemeinbildende Schulen, deren Lehrpläne wie die der christlichen Schulen vom Bildungsministerium überprüft und zugelassen werden.

    Das muslimische Bajramfest ist ebenso wie das christliche Weihnachten ein staatlicher Feiertag in Albanien.

    Vorsitzender des Rates der Muslime (Sunniten) ist seit 2004 Hadschi Hafiz Sabri Koçi; den Bektashi steht Reshat Bardhi als Groß-Dede vor.


    Geschichte [Bearbeiten]
    Zu Beginn der osmanischen Herrschaft in Albanien – im Süden zu Anfang, im Norden gegen Ende des 15. Jahrhunderts – waren fast ausschließlich die türkischen Einwanderer in den Städten (vor allem Kaufleute, Handwerker und Soldaten) Anhänger des Islam. Hinzu kamen die über das Land verteilten Timarioten, welche einen bedeutenden Anteil der neuen grundbesitzenden Oberschicht ausmachten. Für diese eingewanderten Muslime wurden schon in dieser Zeit ansehnliche Moscheen errichtet oder Kirchen zu solchen umgewidmet. Die islamische Sakralarchitektur prägte bereits Anfang des 16. Jahrhunderts das Bild fast aller albanischen Städte.

    Die Islamisierung weiter Teile der Bevölkerung setzte zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein, wiederum im Süden eher und durchgreifender als im Norden. Es gab mehrere Gründe für den Erfolg der neuen Glaubensrichtung bei den Albanern: Die Begünstigung der Viehzucht durch das osmanische Celeb-System kam jenen Teilen der Bevölkerung entgegen, die als halbnomadische Wanderhirten lebten. Am besten konnte man als Muslim an diesem System partizipieren. Wie in Bosnien traten auch viele Adelige zum Islam über, um als Timarioten und Spahis weiter zur grundbesitzenden Oberschicht gehören zu können. Die unter osmanischer Herrschaft aufblühenden Städte (z.B. Elbasan, Berat, Delvina u.a.) waren Ziele der Binnenmigration. Die vom Land kommenden neuen Bewohner nahmen bald Glauben und Kultur der islamischen Oberschicht an. Ein wichtiger Grund für den Übertritt zum Islam war auch, dass man als Muslim keine Kopfsteuer zu zahlen hatte. Schließlich hängt die starke Islamisierung Albaniens auch damit zusammen, dass viele Männer aus dem armen Land ihr Glück beim osmanischen Militär suchten, wo sie alsbald den neuen Glauben annahmen. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründe, die oft Motivation zum Religionswechsel waren, führten dazu, dass manche Konvertierten Kryptochristen waren, die heimlich die alte Religion weiter zelebrierten. Oft konvertierte zunächst nur das Familienoberhaupt und seine Angehörigen blieben Christen. Es bildeten sich auch Formen eines islamisch-christlichen Synkretismus heraus. So ist es zum Beispiel im Norden üblich, dass auch muslimische Bauern um den katholischen Viehsegen für ihre Herden bitten und die Priester ihn spenden.

    Die historische Forschung geht davon aus, dass die Kirchenbindung der Albaner zur Zeit der türkischen Eroberung geringer als bei anderen Balkanvölkern gewesen ist, weil das Land zwischen Ost- und Westkirche gespalten war und weil die Kirche in den miteinander rivalisierenden Fürstentümern wenige Institutionen, geringen Besitz und damit auch wenig Einfluss auf die Bevölkerung hatte. Dies soll die Islamisierung Albaniens begünstigt haben.

    Als Albanien 1912 unabhängig wurde, waren die Muslime als große Mehrheit führend an der Staatsgründung beteiligt. Anders als in den christlich dominierten Balkanstaaten wanderte die muslimische Oberschicht nicht in die Türkei ab. Die muslimischen Institutionen blieben bestehen.
    Der albanische König Ahmet Zogu, der Albanien von 1925 bis 1939 regierte, war Muslim, praktizierte seinen Glauben aber zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Immer auf einen Ausgleich zwischen den Religionen abzielend und mitunter von der Gunst der katholischen Stämme und der Italiener abhängig, heiratete er eine katholische Gräfin aus Ungarn.

    Erst unter der kommunistischen Herrschaft wurden im August 1945 die islamischen Stiftungen (Vakuf), welche die Grundlage für den Unterhalt von Moscheen und Medresen bildeten, enteignet. Die muslimische Geistlichkeit war ebenso wie die christliche einem starken Verfolgungsdruck ausgesetzt. Mit dem Religionsverbot von 1967 wurden alle Moscheen geschlossen, die Minarette abgerissen, die Gebäude in Lagerhäuser umgewandelt oder ganz zerstört. Nur wenige historisch bedeutsame Moscheen entgingen als Museen diesem Schicksal. Die meisten muslimischen Geistlichen wurden zu Zwangsarbeit verurteilt. Dutzende sind im Gefängnis gestorben.

    Bei einer geheim gehaltenen Umfrage musste das kommunistische Regime Ende der 80er feststellen, dass auch die nach 1960 geborene junge Generation noch zu 95 Prozent wusste, welchem religiösen Bekenntnis die eigene Familie angehört hatte. Es war nicht gelungen, das religiös-kulturelle Gedächtnis der Albaner in dieser kurzen Zeitspanne auszulöschen.

    Nachdem Fall des kommunistischen Regimes begann die Renaissance des Islam in Albanien. Wie bei den Christen wurde der religiöse Wiederaufbau ganz wesentlich mit ausländischer Hilfe (Spenden und Missionare) bewerkstelligt. Unter anderen haben sich dabei die Wahabiten aus Saudi-Arabien und die Mullahs aus dem Iran stark engagiert. Allerdings mussten sie erleben, dass ihre strenge Form des Islam bei den albanischen Muslimen auf wenig Gegenliebe stieß. Weder die einen noch die anderen konnten entscheidenden Einfluss auf die muslimische Kommunität erlangen.

    Nach der Aufhebung des Religionsverbots in Albanien (1990) wurde das Weltzentrum der Bektaschi wieder in Tirana eingerichtet, wo es nach dem Verbot aller Derwisch-Orden in der Türkei im Jahr 1925 angesiedelt worden war.


    Interreligiöse Beziehungen [Bearbeiten]
    Nach wie vor zeichnen sich die beiden in Albanien dominierenden Richtungen des Islam (Sunniten und Bektashi) durch große Toleranz gegenüber Andersgläubigen aus. Die gemeinsame Erfahrung der Verfolgung unter Enver Hoxha bewirkt bis heute, dass sich Christen und Muslime mit viel gegenseitigem Respekt begegnen. Ausgelöst durch die Situation in kommunistischer Zeit sind interreligiöse Heiraten in Albanien heute keine Seltenheit, während dies in den anderen Balkanländern mit muslimischen Bevölkerungsanteil kaum der Fall ist.

    Irritationen zwischen den Glaubensgemeinschaften sind selten. 2003 wurde Kastriot Myftari, Autor eines Buches mit dem Titel Islamizmi Kombëtar Shqiptar (Staatliche Islamisierung Albaniens), wegen Stiftung religiösen Unfriedens von der Polizei festgenommen. Er hatte den Islam als unalbanisch bezeichnet und zum Übertritt zum Katholizismus aufgerufen. Anfang 2006 gab es Streitigkeiten wegen der Aufstellung eines großen Standbilds der Mutter Theresa in Shkodra, die aber inzwischen beigelegt sind.

    Quellen [Bearbeiten]
    ↑ Nathalie Clayer: Islam, state and society in post-Communist Albania, S. 116
    ↑ Forschungsresultate der Universität Tirana zusammen mit der Universität Potsdam, publiziert in Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien [1]
    ↑ Arqile Bërxholi: Ethnische und konfessionelle Struktur der Bevölkerung Albaniens, in: Österreichische Osthefte, Jahrgang 45, Wien 2003 (ohne Berücksichtigung Konfessionsloser und Evangelisten); Länderinformation des Auswärtigen Amtes über Albanien; Länderlexikon des Spiegel, Landesdaten von Albanien; CIA World Factbook - Albania

    Literatur [Bearbeiten]
    Babuna, Aydın: The Bosnian Muslims and Albanians: Islam and nationalism. In: Nationalities papers. 32(2004), S. 287-321
    Basha, Ali Musa: Islami në Shqipëri gjatë shekujve. Tiranä 2000.
    Clayer, Nathalie: Religion et nation chez les Albanais. XIXe - XXe siècles. (=Analecta Isisiana. 64). Istanbul 2002. ISBN 975-428235-8
    Clayer, Nathalie: Islam, state and society in post-Communist Albania. In: Muslim identity and the Balkan State, hrsg. v. Hugh Poulton. London 1997, S. 115-138
    Lipsius, Stephan: Politik und Islam in Albanien. Instrumentalisierung und Abhängigkeiten. In: Südost-Europa. Zeitschrift für Gegenwartsforschung 47(1998), S. 128-134.
    Trix, Frances: The resurfacing of Islam in Albania. In: East European quarterly. 28(1994), S. 533-549.
    Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Albanien“
    Kategorien: Religion (Albanien) | Islam in Europa
    die zahl der katholiken wächst und wächst die zahl der atheisten wächst und wächst die zahl der moslems schrumpft schrumpft ist zwar schade aber so ist das halt

  3. #3

    Registriert seit
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    Ich bin weder Katholik noch Atheist , sondern Muslim

  4. #4
    Avatar von TigerS

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    Zitat Zitat von Albanesi
    Ich bin weder Katholik noch Atheist , sondern Muslim
    das ist schö

  5. #5

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    Danke

  6. #6
    Avatar von TigerS

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    Zitat Zitat von Albanesi
    Danke
    bitte

  7. #7

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    807

    Re: Islam in Albanien

    die zahl der katholiken wächst und wächst die zahl der atheisten wächst und wächst die zahl der moslems schrumpft schrumpft ist zwar schade aber so ist das halt[/quote]Begrüssenswert!

  8. #8

    Registriert seit
    14.07.2004
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    Re: Islam in Albanien

    Zitat Zitat von SchwarzeMamba
    die zahl der katholiken wächst und wächst die zahl der atheisten wächst und wächst die zahl der moslems schrumpft schrumpft ist zwar schade aber so ist das halt Begrüssenswert!
    Kannst du nicht richtig lesen ?

    Geborene albanische Muslime , oder Menschen , wo bei ihren Papieren nur "Muslim" steht (Das sind mindestends 70% der Bevölkerung Albaniens , davon sind aber 38% bekennende Muslime), haben sich nicht zum Christentum massenhaft konvertieren lassen , ein Teil der albanischen Muslime bekennt sich eher als Atheisten

    Das bedeutet dass für sie auch die anderen Religionen keine Bedeutung haben

    Weil Albanien kein religiös geprägtes Land ist und schon gar kein christliches Land , dass Christentum hat sich überhaupt nicht in Albanien stark ausgebreitet ...

  9. #9
    Grasdackel
    Und ich dachte schon das Cat Stevens en Konzert gibt.

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