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Islam-Debatte in Frankreich (2 kurze Videos)

Erstellt von Zurich, 11.04.2011, 01:42 Uhr · 254 Antworten · 9.343 Aufrufe

  1. #211
    Avatar von liberitas

    Registriert seit
    02.01.2011
    Beiträge
    11.790
    Es ist nicht nur Sarkozy, in ganz Europa nehmen dei Rechtsradikalen oder Rechtspopulisten zu. Für mich ist das iwo verständlich wenn maan hört "wir übernehmen Frankreich, Deutschland u.s.w.)
    Diese und solche Typen sind es, die den Rechten Stimmen bringen und Vorschub leisten.
    Kann man hier im Forum ganz gut nachlesen.

  2. #212
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von Bambi Beitrag anzeigen
    also mal rein interessehalber, was muss in einem solchen Raum alles sein bzw wie müsste er umgebaut sein, damit er als "anerkannter" Gebetsraum bzw Ersatz für ne Moschee dienen kann?
    Das umfunktionieren selber ist- wie gesagt- nicht das Problem, die Moscheen in Paris sind- bis auf die alte- alle umfunktionierte irgendwas. Ich weiß selber nicht, warum es ein Problem ist, neue Räume zu kaufen/anzumieten u.ä., aber es scheint ein Problem zu sein, ansonsten würde der Bürgermeister von Belleville nicht so verständnisvoll auf das Verhalten der Betenden reagieren.
    Möglicherweise finanziell- die Preise in Paris sind horrend, und die Mitglieder der Gemeinden eher unterschicht, möglicherweise auch gesetzlich, ich werd mal bischen googleln

    Ja, ganz toll, wieder so Zahlen, wo Schichtzugehörigkeit, Wohnort und Ater nocht berücksichtigt werden. es soll ja leichter sein, in die Kriminalität abzurutschen, wenn man jung, männlich, arbeitslos, Angehöriger der Unterschicht ist und in einem sozialen Brennpunkt lebt, danach kann man Statistiken dann bereinigen, aber da hat ja nicht unbedingt jeder Interesse dran, wenn einem das Ergebnis einer unbereinigten Statistik viel besser in den Kram paßt.


    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Guten Abend @BlackJack:

    Capo hat aber wohl Recht. Schon 2007 hat Sarkozy mit Themen wie innere Sicherheit, Einwanderung, Integration, Islam gepunktet. Und zwar in einer Klientel, die er halten möchte, meist 50+, "Vorstädter" usw. Und damit erhofft er sich wohl schon auch wieder (Stamm)Wählerpotential.

    Zumal du bedenken musst, dass er stark unter Druck steht von einer Partei wie der FN, die durchaus im Trend zu beachten ist. Es ist nicht irgendwelche Weitsicht, sondern kurzfristiges Reagieren auf aktuelle politische, wahlklientel- und parteipolitisch bedingte Gegebenheiten. Darum hat er das Thema "Islam, Laizismus" seit Februar wieder verstärkt thematisiert? Denn warum sonst sind z.B. nicht mal 5000 Niqab- und Burkaträgerinnen, glaube ich, so ein großes Thema? Ich habe, gestehe ich offen, zu Burka und Niqab auch so meine Meinung. Das Gesetz konkret sehe ich sehr gemischt. In Frankreich, gestehe ich allerdings genauso, sehe ich jedoch und auf jeden Fall viel größere und ganz andere Sorgen und Herausforderungen, derer sich die Politik annehmen sollte und muss. Und das scheint mir (bewusst, gewollt?) bei Debatten wie diesen leider in den Hintergrund gerückt.

    Leutz, Gute Nacht.
    Die meisten Burkhaträgerinnen in Frankreich sind Konvertitinnen. Es gab vor einiger Zeit einen Skandal, weil eine Burkhaträgerin von der Verkehrspolizei aufgehalten wurde und anschließend die Sache auf ihr Privatleben ausgeweitet wurde. Da kann man von ganz handfester Diskrminierung sprechen, i.d.R. sollten Proteste gegen Vorgehen der Polizei nicht so erstickt werden.
    Das Kopftuchverbot in Schulen wurde problemlos umgesetzt, und stieß auf relativ wenig Ablehnung, soweit ich weiß. Allerdings sind in F alle religiösen Symbole an Schulen verboten, das erhöht die Akzeptanz.

    Was an den Videos interessant ist- die protestierenden Muslime sehen bestens integriert aus, die Frauen tragen keine Kopftücher. Also- wenn DIESE Menschen sich diskrminiert fühlen, dann gehen Sarkozys Signale definitiv in die falsche Richtung
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    erntschuldigung, in ganz Frankreich herrschten schon ab 2005 Unruhen und z.T. bürgerkriegsähnliche Zustände, auch jetzt knistert es teilweise noch und es gibt Stadtteile, in denen die Polizei nur in Mannschaftsstärke auftreten kann, und all das hatte sicher nichts mit Sarkozys Burkas zu tun, jedoch Einiges mit innerer Sicherheit, Einwanderung und Integration.
    Diese "Auftreten in Mannschaftsstärke"- gerne nicht nur der Polizei sondern auch von Sondereinheiten ist Teil des Problems, nicht Folge davon. Die Unruhen begannen damit, daß eben diese Sondereinheiten im Ramadan kurz vor Fastenverbrechenb meinte, in der Banlieue Personalien kontrollieren zu müssen, und einb paar Jungs wegliefen, weil sie keine Lust hatten, die Nacht hungrig auf dem Revier zu verbringen, und ein 14-Jähriger in einem Traffohäuschen, wo er sich verstecken wollte, verbrannte. Es gibt einen Bericht von Arte zu dem Thema, Youtube ist voll von Videos, wie diese Personenkontrollen oft aussehen- zum teil werden Leute ewinfach zusammengeknüppelt. Der Tod des Jungen war der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachtew.


    Zitat Zitat von liberitas Beitrag anzeigen
    Ich würde das Beten auf öffentlichen Straßen/Plätzen auch als Provokation empfinden.
    Dass Menschen beten wollen ist ja OK. Ich frage mich nur, warum kauft die islamische Gemeinschaft nicht einfach ein Grundstück und errichtet darauf, unter Einhaltung der Bauvorschrift, eine Moschee. Ein laizistischer Staat hat keine Gotteshäuser auf Steuerkosten zu errichten, egal um welche Glaubensrichtung es sich handelt.
    Wie ich mehrmals geschrieben habe- das Beten auf der Straße findet in einem Viertel statt, in dem der größte Teil der Einwohner muslimische Einwanderer sind- es heißt auch "little Africa"-so gesehen sind sich die Betenden wahrscheinlich garnicht bewußt, eine derartige Provokation zu sein. Die Geschäfte in den betroffenen Straßen haben sich einfach angepaßt. Natürlich gibt es dort auch Menschen, die sich belästigt fühlen, aber - wie gesagt- nicht die Masse. Wir haben das Mehrheit- Minderheit Problem in dem Fall also eher anders herum. Der größte Aufruhr ist via Internet. Trotzdem müssen natürlich Bedingungen geschaffen werden, daß das Ganze Gesetzeskonform abläuft, und Anwohner zu ihren Wohnungen kommen etc. Aber ich denke, das ist eine Frage des Dialogs, ich hoffe, das der in irgendeiner Form geführt wird.

    Die Videos sind übrigens im Ramadan aufgenommen worden, an gewöhnlichen Freitagen kommen ca 500 Personen, im Ramadan waren es ca. 4000-5000.

    Was den Erwerb neuer Räume betrifft- siehe oben. Ich weiß nicht, was da der eigentliche Hinderungsgrund ist.

  3. #213
    Avatar von liberitas

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    11.790
    Egal ob little Afrika oder nicht, Religion ist Privatsache und gehört nicht in den öffetlichen Raum.

  4. #214
    Ferdydurke
    Zu den Räumen- ich habe jetzt ein Interview dazu gefunden. Aktuell befinden sich zwei neue Moscheen im Bau, sobald diese beendet sind, wird das Gebet in den Straßen nicht mehr toleriert.

    Anscheinend ist es tatsächlich so gewesen, daß der Bau neuer Moscheen seit zwanzig Jahren gezielt gebremst wurde. Aus diesem Grund sind die meisten existierenden Moscheen in Paris private Räumlichkeiten, und nicht in der Lage, den wachsenden Bedarf zu decken. D.h. die existierenden Moscheen SIND bereits die von euch vorgeschlagenen Notlösungen.

    Daniel Vaillant (PS) explique pourquoi les "Mosquées-de-rue" sont plus «audibles» que les "Mosquées des caves" !

  5. #215
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von liberitas Beitrag anzeigen
    Egal ob little Afrika oder nicht, Religion ist Privatsache und gehört nicht in den öffetlichen Raum.
    Das wird auch in dem Link von mir angesprochen- wenn man den Muslimen verwehrt, auf Dauer adäquate Gebetsorte zu errrichten, sind genau das die Folgen. Übrigens spielt das mit dem "little Africa" doch eine Rolle- in einem anderen Viertel wurden die öffentlichen Gebete erfolgreich untersagt, weil die Anwohner und Geschäftsinhaber sich belästigt fühlten, in Belleville ist das nicht der Fall.

    Es handelt sich auch nicht um eine Demonstration o.ä., es ist tatsächlich einfach ein Platzproblem. Die Zeitspanne, von der wir hier reden, macht wahrscheinlich auch deutlich, warum es eben nicht (mehr) funktioniert mit dem zuHause beten.

    Und die Reaktion gibt den Menschen ja recht- es bewegt sich erst jetzt etwas, wo eben die Straßen blokiert wurden.

  6. #216
    Ferdydurke
    Kurze Zusammenfassung des Interviews ab ca. 11. Minute. Der interviewte Bürgermeister lebt in dem betroffenen Viertel, und lehnt als Laizist die gebete auf der Straße ab.

    ABER: genau den hier vorgeschlagenen Rückzug in private Räume, Keller und Lager wünscht er nicht. Seiner Meinung nach haben die Muslime als zweite große Religion das Anrecht auf angemessene Gebetsräume, und andererseits sieht er im Islam der Kellerräume die Gefahr der Radikalisierung (und da hat er zweifelsohne Recht) er sagt, solange die Predigt auf der Straße stattfindet, hört er, was gepredigt wird, die Menschen, die in der Rue Myrha beten, sind nicht diejenigen, die Bomben bauen.

    Die Sperrung der Straße findet in Abstimmung mit der Polizei statt, er lehnt selber die Privatisierung des öffentlichen Raumes ab, sieht aber kein e andere Lösung bis zur Fertigstellung der beiden Moscheen.

    Das die Lage so dramatisch wurde, liegt auch daran, daß eine Moschee in dem Viertel momentan geschlossen ist.

  7. #217

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  8. #218
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Diese "Auftreten in Mannschaftsstärke"- gerne nicht nur der Polizei sondern auch von Sondereinheiten ist Teil des Problems, nicht Folge davon. Die Unruhen begannen damit, daß eben diese Sondereinheiten im Ramadan kurz vor Fastenverbrechenb meinte, in der Banlieue Personalien kontrollieren zu müssen, und einb paar Jungs wegliefen, weil sie keine Lust hatten, die Nacht hungrig auf dem Revier zu verbringen, und ein 14-Jähriger in einem Traffohäuschen, wo er sich verstecken wollte, verbrannte. Es gibt einen Bericht von Arte zu dem Thema, Youtube ist voll von Videos, wie diese Personenkontrollen oft aussehen- zum teil werden Leute ewinfach zusammengeknüppelt. Der Tod des Jungen war der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachtew.
    ja ja, Fastenbrechen, hungrige Jugendliche, meinten unbedingt Kontrolle machen zu müssen, keine Lust die Nacht auf dem Polizeirevier zu verbringen ... woher zum Teufel wilst du denn bitte so genau wissen, ob gerade sie bei einer ganz normalen Personenkontrolle, die es überall gibt, aufs Revier mitgenommen wären?

    Du frickelst dir das hier zurecht wie du lustig bist, selten so einen zusammengetrümmerten einseitigen Scheiß gelesen, da war Fan Noli Anfänger dagegen

  9. #219
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Die meisten Burkhaträgerinnen in Frankreich sind Konvertitinnen.
    ja, meinetwegen ...

    Es gab vor einiger Zeit einen Skandal, weil eine Burkhaträgerin von der Verkehrspolizei aufgehalten wurde und anschließend die Sache auf ihr Privatleben ausgeweitet wurde. Da kann man von ganz handfester Diskrminierung sprechen, i.d.R. sollten Proteste gegen Vorgehen der Polizei nicht so erstickt werden.
    keine Ahnung was das bedeuten soll, was wurde auf ihr Privatleben von der Verkehrspolizei ausgeweitet? Haben sie sie vlt. nach Hobbys gefragt oder nach BH-Größe?

  10. #220
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    ja, meinetwegen ...


    keine Ahnung was das bedeuten soll, was wurde auf ihr Privatleben von der Verkehrspolizei ausgeweitet? Haben sie sie vlt. nach Hobbys gefragt oder nach BH-Größe?
    Sie hatte sich beschwert, daraufhin wurden Details über ihre Ehe veröffentlicht.

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