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Warum die Islam-Debatte nur noch nervt

Erstellt von benutzer1, 13.10.2010, 10:00 Uhr · 10 Antworten · 1.932 Aufrufe

  1. #1
    benutzer1

    Warum die Islam-Debatte nur noch nervt

    Warum die Islam-Debatte nur noch nervt

    Mesut Özil ist deutsch, ich bin es nicht

    KOLUMNE VON Kübra Yücel



    Ich habe keinen Bock. Die ganze Debatte um Deutschsein, Integration und Leitkultur ist mir absolut zuwider.
    Ich will nicht wissen, wann und unter welchen Umständen ich als Mensch mit nichtdeutscher Abstammung und nichtchristlicher Religion ein Du-bist-deutsch-Siegel bekommen könnte. Das sind Scheindebatten. Die Realität sieht so aus: Mesut Özil kann - wie übrigens viele seiner biodeutschen Kollegen auch - keinen grammatikalisch korrekten deutschen Satz hervorbringen, ich hingegen schon. Trotzdem gilt er als integriert und deutsch, ich aber nicht.



    Großartig. Ich habe also einen deutschen Pass, engagiere mich hier, spreche die Sprache und gehe wählen. Aber das reicht anscheinend nicht. Leider kann ich kein Fußball. Und ich bin auch nicht wie Necla Kelek mit einem gewissen Ex-Bundesbanker befreundet, um bei seiner Buchpromotion als Möchtegern-Deutsche seine Intelligenz-These quasi als lebendes Beispiel für minderbemittelte Muslime zu bestätigen. Um dann trotzdem nicht deutsch zu sein.



    Kübra Yücel, 22, lebt in Hamburg und studiert dort Politikwissenschaften. Daneben schreibt sie ihren Blog "Ein Fremdwörterbuch". Foto: privat


    Aber davon mal abgesehen: Ich will gar nicht deutsch sein. Ich will auch nicht türkisch sein. Denn Nationalität ist ein Denkkonzept, das ich nicht anwenden will. Was würde das Deutschsein über mich aussagen? Nichts. Eine Zuschreibung, die mich einengt. Gegen die ich mich wehre.
    Was mich ausmacht, das sind meine Interessen und Werte. Auf einer Party würde ich mich eher mit einem linken Italiener oder einer koreanischen Künstlerin unterhalten als mit einer türkischen Kemalistin oder einem deutschen Handballer.
    Trotzdem werde ich regelmäßig gedrängt. Man will, dass ich mich entscheide. Deutsch oder türkisch? Sag schon! Ich WILL aber nicht. Verdammt noch mal.
    Das war nicht immer so. Früher sagte ich mit größter Selbstverständlichkeit "Ich bin deutsch." Bis mir ein richtiger Deutscher an der Uni verklickerte: "Kübra, du bist keine Deutsche." - Warum? - "Ja, weil du das Kopftuch trägst." Zustimmung durch umstehende andere richtige Deutsche. Aha. So ist das also. Wie eine Ohrfeige war das. Es blieb nicht die einzige. Und mir wurde klar: Egal, was ich tue, ich werde nie deutsch sein.
    Ich staune, wenn die meisten meiner muslimischen Freunde selbstbewusst sagen: Ich bin deutsch. Offensiv gehen sie mit dieser Identität um und ecken damit an. Bewusst.
    Sie sind in diesem Land geboren und sozialisiert, arbeiten hier, zahlen Steuern. Sie fühlen sich hier heimisch und fordern Zugehörigkeit ein - nicht nur als Mitbürger, sondern auch als Mitdeutsche. Auf die Frage, woher sie kommen, wollen sie bloß mit Aachen, Hamburg oder Donaueschingen antworten können.
    Sie wollen die Bedeutungshoheit über das Deutschsein nicht den Biodeutschen überlassen.
    Selbstverständlich ist Wulff auch ihr Bundespräsident. Sie wollen, dass man es ausspricht. Sie tun es. Er tut es. Und plötzlich wird eine Selbstverständlichkeit so ad absurdum diskutiert.
    Ich bewundere meine Freunde für ihr selbstbewusstes Einstehen für ihre deutsche Identität. Mir bleibt das fremd. Vielleicht nur, bis ich innerlich ein wenig härter werde. Vielleicht aber auch für immer.

  2. #2
    Avatar von ProudEagle

    Registriert seit
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    Beiträge
    4.442
    Frau Yücel mag die Diskussion zu wider sein, es betrifft sie ja auch kaum. Die Integrationsdebatte wird ja nicht entfacht weil plötzlich jemand mit Kopftuch in Deutschland studiert, sondern weil sich muslimische Einwanderer teilweise Parallelgesellschaften aufbauen die nicht mit deutschen Wertvorstellungen zusammenpassen.

    Gewalt, Armut und verrohung der Sitten ist die Folge. Auf dieser Brutstätte kann auch der radikale Islam wieder Ausbreitung finden.

    Frau Yücel sollte froh sein dass dies in Ihren Kreisen noch nicht weiter schlimm ist, sonst würde sie vielleicht nicht die Möglichkeit genießen zu studieren.

  3. #3

    Registriert seit
    05.10.2010
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    35
    Die Farbe vom Kopftuch ist gekonnt in szene gesetzt worden, Daumen hoch an die Stylistin.

  4. #4
    Avatar von Muratoğlu

    Registriert seit
    30.09.2010
    Beiträge
    4.724
    Zitat Zitat von ProudEagle Beitrag anzeigen
    Frau Yücel mag die Diskussion zu wider sein, es betrifft sie ja auch kaum. Die Integrationsdebatte wird ja nicht entfacht weil plötzlich jemand mit Kopftuch in Deutschland studiert, sondern weil sich muslimische Einwanderer teilweise Parallelgesellschaften aufbauen die nicht mit deutschen Wertvorstellungen zusammenpassen.

    Gewalt, Armut und verrohung der Sitten ist die Folge. Auf dieser Brutstätte kann auch der radikale Islam wieder Ausbreitung finden.

    Frau Yücel sollte froh sein dass dies in Ihren Kreisen noch nicht weiter schlimm ist, sonst würde sie vielleicht nicht die Möglichkeit genießen zu studieren.
    Darum gehts aber nicht in ihrem Artikel.
    Es geht darum, dass Frau Yücel, egal wie deutsch sie ist, von den deutschen nie akzeptiert werden würde einfach nur weil sie ein Kopftuch trägt. Darum geht es. Und jetzt frage ich dich wie man sich integrieren soll, was Deutschland ja immer so groß fordert, wenn man dann nicht angenommen wird sobald man sich integriert hat? Wo ist da der Sinn?
    Die Deutschen wollen nicht wirklich integrieren, sie wollen assimilieren!

    Du bist keine deutsche weil du das Kopftuch trägst, wow.. steht im deutschen Gesetzbuch nicht etwas von Religionsfreiheit? Ist eine Deutsche die zum Islam konvertiert auch gleich keine Deutsche mehr?

  5. #5
    Avatar von ProudEagle

    Registriert seit
    13.10.2010
    Beiträge
    4.442
    Fakt ist, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Durch die aktuelle Situation wird das Kopftuch bei vielen Deutschen als negativ angesehen.

    Anstatt sich des Problems anzunehmen und sich als integrierter Mündiger Migrant vom Rest zu distanzieren schiebt sie die schuld auf "Die Deutschen" die sie ja nicht als Deutsche ansehen weil sie ein Kopftuch trägt und sie will sich selbst auch nicht als Deutsche sehen.

    Ist ja ihr gutes Recht, und mir ist es eigentlich auch egal. Aber gewisses Verhalten/Kleidung wird auf andere Menschen immer in irgendeiner Art und weise wirken. Wurde sie denn in irgendeiner Art und Weise daran gehindert ihre Religion frei auszuüben?

    Kein Mensch ist per se neutral, das ist aber was diese Frau kritisiert.

  6. #6

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    Beiträge
    16.600
    ja richtig, Islamdebatte (allgemein Religionsdebatte) nervt hier im Forum auch gewaltig......

  7. #7
    Avatar von absolut-relativ

    Registriert seit
    17.03.2006
    Beiträge
    10.378
    Zitat Zitat von Catty Beitrag anzeigen
    Warum die Islam-Debatte nur noch nervt

    Mesut Özil ist deutsch, ich bin es nicht

    KOLUMNE VON Kübra Yücel



    Ich habe keinen Bock. Die ganze Debatte um Deutschsein, Integration und Leitkultur ist mir absolut zuwider.
    Ich will nicht wissen, wann und unter welchen Umständen ich als Mensch mit nichtdeutscher Abstammung und nichtchristlicher Religion ein Du-bist-deutsch-Siegel bekommen könnte. Das sind Scheindebatten. Die Realität sieht so aus: Mesut Özil kann - wie übrigens viele seiner biodeutschen Kollegen auch - keinen grammatikalisch korrekten deutschen Satz hervorbringen, ich hingegen schon. Trotzdem gilt er als integriert und deutsch, ich aber nicht.



    Großartig. Ich habe also einen deutschen Pass, engagiere mich hier, spreche die Sprache und gehe wählen. Aber das reicht anscheinend nicht. Leider kann ich kein Fußball. Und ich bin auch nicht wie Necla Kelek mit einem gewissen Ex-Bundesbanker befreundet, um bei seiner Buchpromotion als Möchtegern-Deutsche seine Intelligenz-These quasi als lebendes Beispiel für minderbemittelte Muslime zu bestätigen. Um dann trotzdem nicht deutsch zu sein.



    Kübra Yücel, 22, lebt in Hamburg und studiert dort Politikwissenschaften. Daneben schreibt sie ihren Blog "Ein Fremdwörterbuch". Foto: privat


    Aber davon mal abgesehen: Ich will gar nicht deutsch sein. Ich will auch nicht türkisch sein. Denn Nationalität ist ein Denkkonzept, das ich nicht anwenden will. Was würde das Deutschsein über mich aussagen? Nichts. Eine Zuschreibung, die mich einengt. Gegen die ich mich wehre.
    Was mich ausmacht, das sind meine Interessen und Werte. Auf einer Party würde ich mich eher mit einem linken Italiener oder einer koreanischen Künstlerin unterhalten als mit einer türkischen Kemalistin oder einem deutschen Handballer.
    Trotzdem werde ich regelmäßig gedrängt. Man will, dass ich mich entscheide. Deutsch oder türkisch? Sag schon! Ich WILL aber nicht. Verdammt noch mal.
    Das war nicht immer so. Früher sagte ich mit größter Selbstverständlichkeit "Ich bin deutsch." Bis mir ein richtiger Deutscher an der Uni verklickerte: "Kübra, du bist keine Deutsche." - Warum? - "Ja, weil du das Kopftuch trägst." Zustimmung durch umstehende andere richtige Deutsche. Aha. So ist das also. Wie eine Ohrfeige war das. Es blieb nicht die einzige. Und mir wurde klar: Egal, was ich tue, ich werde nie deutsch sein.
    Ich staune, wenn die meisten meiner muslimischen Freunde selbstbewusst sagen: Ich bin deutsch. Offensiv gehen sie mit dieser Identität um und ecken damit an. Bewusst.
    Sie sind in diesem Land geboren und sozialisiert, arbeiten hier, zahlen Steuern. Sie fühlen sich hier heimisch und fordern Zugehörigkeit ein - nicht nur als Mitbürger, sondern auch als Mitdeutsche. Auf die Frage, woher sie kommen, wollen sie bloß mit Aachen, Hamburg oder Donaueschingen antworten können.
    Sie wollen die Bedeutungshoheit über das Deutschsein nicht den Biodeutschen überlassen.
    Selbstverständlich ist Wulff auch ihr Bundespräsident. Sie wollen, dass man es ausspricht. Sie tun es. Er tut es. Und plötzlich wird eine Selbstverständlichkeit so ad absurdum diskutiert.
    Ich bewundere meine Freunde für ihr selbstbewusstes Einstehen für ihre deutsche Identität. Mir bleibt das fremd. Vielleicht nur, bis ich innerlich ein wenig härter werde. Vielleicht aber auch für immer.
    die würd sehr gern kennenlernen !!!

  8. #8
    Avatar von Azrak

    Registriert seit
    18.08.2008
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    9.275
    Zitat Zitat von absolut-relativ Beitrag anzeigen
    die würd sehr gern kennenlernen !!!
    Die Realität sieht so aus: Mesut Özil kann - wie übrigens viele seiner biodeutschen Kollegen auch - keinen grammatikalisch korrekten deutschen Satz hervorbringen, ich hingegen schon.
    :

  9. #9
    Avatar von Muratoğlu

    Registriert seit
    30.09.2010
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    4.724
    Zitat Zitat von Azrak Beitrag anzeigen
    :
    Hahahaha ^^

  10. #10
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
    25.10.2009
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    3.739
    Zitat Zitat von BosnaMudza Beitrag anzeigen
    Darum gehts aber nicht in ihrem Artikel.
    Es geht darum, dass Frau Yücel, egal wie deutsch sie ist, von den deutschen nie akzeptiert werden würde einfach nur weil sie ein Kopftuch trägt. Darum geht es. Und jetzt frage ich dich wie man sich integrieren soll, was Deutschland ja immer so groß fordert, wenn man dann nicht angenommen wird sobald man sich integriert hat? Wo ist da der Sinn?
    Die Deutschen wollen nicht wirklich integrieren, sie wollen assimilieren!

    Du bist keine deutsche weil du das Kopftuch trägst, wow.. steht im deutschen Gesetzbuch nicht etwas von Religionsfreiheit? Ist eine Deutsche die zum Islam konvertiert auch gleich keine Deutsche mehr?
    Zitat Zitat von ProudEagle Beitrag anzeigen
    Fakt ist, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Durch die aktuelle Situation wird das Kopftuch bei vielen Deutschen als negativ angesehen.

    Anstatt sich des Problems anzunehmen und sich als integrierter Mündiger Migrant vom Rest zu distanzieren schiebt sie die schuld auf "Die Deutschen" die sie ja nicht als Deutsche ansehen weil sie ein Kopftuch trägt und sie will sich selbst auch nicht als Deutsche sehen.

    Ist ja ihr gutes Recht, und mir ist es eigentlich auch egal. Aber gewisses Verhalten/Kleidung wird auf andere Menschen immer in irgendeiner Art und weise wirken. Wurde sie denn in irgendeiner Art und Weise daran gehindert ihre Religion frei auszuüben?

    Kein Mensch ist per se neutral, das ist aber was diese Frau kritisiert.
    In ihrem Fall hätte ich keinerlei Probleme, sie zu akzeptieren, so wie sie ist. Wenn es ihr wichtig ist, soll sie auch gerne ihr Kopftuch tragen dürfen, warum nicht. Es ist ihre eigene bewußte Entscheidung und sie weiß ja auch selbst, daß sie damit nicht den hiesigen gesellschaftlichen Konventionen entspricht. Wenn man sich aber bewußt von der gesellschaftlichen Mehrheit abgrenzt, dann wird man von dieser zunächst nach seinem äußeren Erscheinungsbild eingeordnet. Das geht aber (deutschen) Punkern, Rockern, Hippies oder Skinheads genauso. Besonders letztgenannte sind ja auch nicht automatisch Nazis, es gibt ja auch linke Skinheads (wenn auch immer weniger), aber jeder hat beim Anblick eines solchen Glatzkopfes seine Assoziationen. Und genauso ist es eben auch bei einer Kopftuchträgerin. Kleider machen eben immer noch Leute. Und es ist eben nicht "typisch deutsch". Will sie ja auch gar nicht sein.

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