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Islam in Rumänien/Moldava

Erstellt von Ramnicu, 24.06.2011, 23:14 Uhr · 35 Antworten · 3.455 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Ramnicu

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    Islam in Rumänien/Moldava

    Dieser Thread dient als Infothread Teil I


    Der Islam in Rumänien ist mit einem Anteil von 0,3 % (anderen Angaben zufolge 0,7 %) an der Gesamtbevölkerung zahlenmäßig zwar klein, aber für die Dobrudscha-Region seit dem 14. Jahrhundert bedeutend. Die Muslime in Rumänien sind fast ausschließlich hanafitische Sunniten, Zentrum des Islam in Rumänien ist die Hafenstadt Constanța, die fünftgrößte Stadt des Landes.

    Geschichte:

    Von 1061 bis 1171 bildete die Walachei das Kernreich der turkstämmigen Petschenegen (bei denen 1068 eine muslimische Minderheit die Herrschaft angetreten hatte[2]), dann von 1171 bis 1240 gehörten die Walachei und die Moldau zum Reich der ebenfalls turkstämmigen Kumanen, von denen sich ebenfalls bereits eine Minderheit zum Islam bekannte. Einige (auch rumänische) Historiker behaupten, dass Rumänen in den niedrigen Teilen der Großen Walachei und der Moldau erst vorgedrungen sind, nachdem diese Gebiete von Petschenegen und Kumanen wieder geräumt wurden. [3] Siebenbürgen gehörte zum Ungarischen Königreich, dessen Könige sich teilweise mit petschenegischen sowie kumanischen Leibgarden bzw. Hilfstruppen umgaben und die Petschenegen auch in Siebenbürgen ansiedelten.[4]
    Den Kumanen folgten die Mongolen bzw. Tataren, die unter Nogai Khan von 1285 bis 1300 auch Bulgarien jenseits der Donau beherrschten. In diese Zeit fällt auch die Ansiedlung der ersten muslimischen Nogaier in der Tulcea-Provinz (Norddobrudscha), die auch die ukrainische Nachbarregion Budschak bevölkerten, aber von den Krimtataren unterworfen wurden. Damit fasste der Islam in der nördlichen Dobrudscha schon einige Jahrzehnte Fuß, bevor die rumänischen Fürstentümer Walachei und Moldau überhaupt erst entstanden (1330–1360)

    Tataren in der Dobrudscha:

    Unter bulgarischer Herrschaft waren Kumanen schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts in der Dobrudscha angesiedelt worden, wenige Jahrzehnte später verbannten auch die Byzantiner anatolische Muslime dorthin. Seit 1393 stand die Region unter der Herrschaft der Osmanen (kurzes walachisches Intermezzo 1404–1417, Tulcea seit 1416 osmanisch), die zweihundert Jahre später die Ausbreitung des Islam durch die Ansiedlung zusätzlicher Budschak-Nogaier und Krimtataren förderten. In der Küstenstadt Mangalia (in der südlich Tulcea gelegenen Provinz Constanța) war bereits 1525 eine Moschee entstanden, die als die älteste erhalten gebliebene Moschee Rumäniens gilt und noch heute 800 türkischen und tatarischen Familien der Region zur Religionsausübung dient. 1599 erhielt das osmanische Vilayet Silistra, zu dem auch die Dobrudscha und der Budschak gehörten, einen krimtatarischen Gouverneur.
    Nach der Eroberung des Krim-Khanats (1783), des Budschak (1812) und des Donaudeltas (1829) durch Russland emigrierten zahlreiche Krimtataren in die Dobrudscha und unterstützten den türkischen Sultan im Kampf gegen Ägypter, Janitscharen und aufständische Balkan-Christen. Zwar hatte das Osmanisches Reich im Ergebnis des Krimkrieges 1856 das Donaudelta nochmals zurückgewonnen, nach der osmanischen Niederlage 1878 und dem endgültigen Verlust der Dobrudscha mussten 100.000 Muslime aber erneut fliehen, diesmal nach Anatolien (Kleinasien). „Die relative Bevölkerungsmehrheit (der Dobrudscha) war zu diesem Zeitpunkt muslimisch...“ In der Dobrudscha stellte die rumänische Bevölkerung 1880 nicht mehr als 28 % der Gesamtbevölkerung.. Während Tataren und Türken in Rumänien um 1885 enteignet und vertrieben wurden (nach Meyers bekannten sich 1888 nur noch 2.000 Einwohner als Muslime), wuchs die Exilgemeinde der Muhadschir (Flüchtlinge) in der Türkei auch durch den Zuzug einiger Hundert rumänischer Muslime an. Noch 1895 sollen dennoch 21 % der Bewohner der Hafenstadt Constanța Türken und Tataren gewesen sein. Im Ersten Weltkrieg standen sich Rumänien und das Osmanische Reich erneut gegenüber, danach flohen 1918 weitere 80.000 Türken und Tataren aus Rumänien in die Türkei.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedi..._Constanta.jpg

  2. #2
    Avatar von Ramnicu

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    Weiter gehts:

    Muslime in der Walachei und der Moldau:

    Die Walachei geriet ab 1389 in ein Abhängigkeitsverhältnis zur Hohen Pforte und walachische Fürsten erkannten das osmanische Supremat über ihr Fürstentum an, indem sie den türkischen Sultanen die Vasallentreue schworen, so zum Beispiel 1391, 1396 und 1415, die jedoch stets oberflächlicher Natur war, da die walachischen Fürsten auf außenpolitische Veränderungen zu Gunsten der Christen äußerst „flexibel“ reagierten. Ab 1462, nach dem Sturz von Vlad dem Pfähler, verfestigte sich jedoch der Vasallenstatus der Walachei endgültig. Als erster moldauischer Fürst verpflichtete sich Petru Aron (Regierungszeit 1451–1457) den Türken einen „symbolischen Tribut“ in Höhe von 2.000 Goldstücken 1456 zu leisten, um etwaigen osmanischen Vorstößen in sein Reich vorzubeugen. Später erhöhte sich der jährliche Tribut auf 10.000 Goldstücke und mehr. Ab 1512 erkannten auch die Fürsten der Moldau die osmanische Suzeränität über ihr Herrschaftsgebiet an und zahlten ebenfalls Tribut. Der moldauische Tribut stieg auf 65.000 Goldstücke im 18. Jahrhundert, hinzu kamen 7.000 Goldstücke Tribut an das Khanat der Krimtataren.
    Mit Ausnahme der Dobrudscha und Teilen des Banats gibt es in Rumänien kaum historischen Spuren islamischer Präsenz. Dies lässt sich auf die zwischen der Hohen Pforte und den rumänischen Fürstentümern abgeschlossenen Vasallität-Staatsverträgen („Kapitulationen“) zurückführen. Denen zufolge war den osmanischen Untertanen verboten, sich in den Fürstentümern niederzulassen, dort zu heiraten, Land zu erwerben oder Moscheen zu bauen. Weiterhin durfte die Hohe Pforte theoretisch weder Truppen oder Garnisonen auf rumänischem Territorium unterhalten noch militärische Bauten errichten. Dennoch existieren seit Jahrhunderten kleine muslimische Gemeinden auch in Brăila (Ibrail), Giurgiu und Turnu Măgurele. Diese walachischen Donau-Städte waren 1417/1538 bis 1829 türkische Enklaven, unter direkter osmanischer Herrschaft konnte sich dort der Islam etablieren. Brăila war auch das Zwischenlager der von der Walachei gezahlten Tribute, was es wie die anderen Garnisonsstädte mehrfach zu rumänisch-russischen Angriffszielen machte.
    Zwei Herrscher der Walachei traten sogar zum Islam über: Fürst Radu cel Frumos (1462–1475) und Ex-Fürst Mihnea Turcitul (1577–1591) konvertierten, und auch der moldauische Fürst Iliaș II. nahm 1546 den Islam an.
    Nach zahlreichen Aufständen und österreichisch-russischer Einmischung in die Donaufürstentümer ersetzte der osmanische Sultan nach seinem Sieg über den russischen Zaren Peter die moldauischen und walachischen Herrscher ab 1711/1716 durch griechische Fanarioten, musste den Fürstentümern aber nach dem Griechischen Aufstand und einer Niederlage gegen Russland 1829 wieder eigene Fürstenwahl und mehr Autonomie zugestehen. Die europäischen Revolutionen von 1848 nutzten die Türken 1849–1851 zur Besetzung zumindest der Walachei. Unter osmanischer Schirmherrschaft konvertierten 1849 in Bukarest über 6.000 geflohene polnische und ungarische Revolutionäre zusammen mit einigen Rumänen zum Islam.
    Nach der rumänischen Eroberung der Dobrudscha erhielten trotz der Kapitulationen 1878 auch die Muslime gleiche verfassungsmäßige Rechte. Im anlässlich des 40. Jahrestages der Thronbesteigung Königs Carol I. eingeweihten Parc Carol (Karlspark) in Bukarest wurde 1906 auch ein Monument in Gestalt einer Moschee errichtet - als Zeichen der Versöhnung nach dem Krieg von 1877/1878.

    Türken im Banat und Crișana

    Neben der Dobrudscha und den Garnisonsstädten an der Donau standen zwischenzeitlich auch das Banat und Teile des Kreischgebiets unter direkter osmanischer Herrschaft. Nach dem Sieg über Ungarn in der ersten Schlacht bei Mohács (1526) war 1541 auch Siebenbürgen osmanischer Vasall geworden. 1551 wurden Arad und am 20. Juli 1552 Temesvár erobert, 1661 auch Oradea (Großwardein). Etwa 8.000 Muslime wurden anstelle der geflohenen Ungarn angesiedelt.
    Insgesamt standen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts fast vier Jahrzehnte lang knapp 23 % des Gebietes des heutigen Rumänien unter direkter türkisch-muslimischer Herrschaft. (Mehr als anderthalb Jahrhunderte lang beherrschten türkische Muslime zumindest 15 %, über vier Jahrhunderte lang mindestens 9 % des heutigen rumänischen Territoriums.)Nach der Niederlage der Türken vor Wien (1683) und dem Sieg der Österreicher in der zweiten Schlacht bei Mohács (1687) gingen Ungarn, Oradea und Arad zwar schon 1688 bzw. 1699 wieder verloren, Temesvár und das Banat (die Kreise Timiș und Caraș-Severin) aber blieben noch bis 1718 osmanisch. Danach emigrierten alle vormals dort lebenden Türken in das übrige Osmanische Reich bzw. wurden dorthin vertrieben (allein auf der seit 1918 rumänischen Donau-Insel Ada Kaleh hielt sich bis 1968 ein vergessenes türkisches Dorf), heute leben keine Muslime mehr in dieser Region.

  3. #3
    Avatar von Ramnicu

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    Dieser Thread dient nur der geschichtlichen Darstellung des Islam in Rumänien

  4. #4
    Avatar von Ramnicu

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    So jetzt gehts weiter mit den Islam in Rumänien ,in der Gegenwart:

    Einhundert Jahre nach Ende der osmanischen Herrschaft (1878) lebten in der rumänischen Dobrudscha noch immer 23.000 Tataren (1977). Während der kommunistischen Herrschaft und besonders unter Ceaușescu wurden Sakralbauten zerstört. Im Zuge der Demokratisierung Rumäniens wurden die bürgerlichen Freiheiten wieder eingeführt. Nach der Volkszählung vom Jahr 2002 leben in Rumänien 32.000 Türken und 24.000 Tataren, die in der nördlichen Dobrudscha (beide Kreise) über 5% der Bevölkerung ausmachen.
    Im nördlichen Kreis Tulcea (einstige Zentren Babadag und Isaccea, wo heute wo 12 % aller rumänischen Türken und Tataren leben) machen sie nur noch 2,4 % der Bevölkerung der Region aus – gegenüber einst 21 % um 1878. Im südlichen Kreis Constanța (zwischen Medgidia und Mangalia, wo 85 % aller Türken und Tataren leben), sind es heute immerhin noch über 6,6 % gegenüber einstmals fast 60 % um 1878.
    Neben mindestens 56.000 Tataren und Türken (von denen man annimmt, sie seien alle Muslime) leben etwa 12.000 weitere Muslime in Rumänien: Albaner (ein Drittel der Albaner Rumäniens sind Muslime), muslimische Roma (ca. 1 % der Roma in Rumänien, alle in der Dobrudscha). In den letzten Jahrzehnten kamen noch dazu Immigranten aus den arabischen Staaten (vor allem aus Syrien, Irak, Palästina, Jordanien und dem Libanon), sowie aus der Türkei und kleinere Immigrantengruppen aus dem Iran und Pakistan. Die Imame werden allgemein in der Türkei geschult. Im 19. Jahrhundert hatte es außerdem noch in der Dobrudscha tscherkessische und arabische Siedlungen gegeben.
    Seit 1990 ist für 18 Minderheitenparteien jeweils einen Sitz im rumänischen Senat (Oberhaus) und in der Volksversammlung (Unterhaus) garantiert, so z. B. für die Demokratische Union der Türkisch-Muslimischen Tataren Rumäniens (Uniunea Democrată a Tătarilor Turco-Musulmani din România), die Türkische Demokratische Union Rumäniens (Uniunea Democrată Turcă din România) und die Liga der Albaner Rumäniens (Liga Albanezilor din România). Einige weitere Muslime sitzen als Abgeordnete der großen Volksparteien Rumäniens im Parlament und in Stadträten. Ihre rein kulturellen und traditionellen Belange vertritt die Islamisch-Kulturelle Liga Rumäniens (Liga Islamică și Culturală din România). Der jetzige Mufti Rumäniens ist Iusuf Murat, ein Tatare.

  5. #5
    Avatar von PokerFace

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    Zum Glück gibts wo ich herkomme weder Muselmanen noch Moscheen.

  6. #6
    Avatar von Ts61

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    Zitat Zitat von PokerFace Beitrag anzeigen
    Zum Glück gibts wo ich herkomme weder Muselmanen noch Moscheen.

    Kommt noch kommt noch mach dir keine Sorgen! :cay:

  7. #7
    Avatar von @rdi

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    Zitat Zitat von ramnicu valcea Beitrag anzeigen
    Dieser Thread dient nur der geschichtlichen Darstellung des Islam in Rumänien
    super mein freund sehr gelungen.
    glückwunsch

  8. #8
    Avatar von PokerFace

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    Zitat Zitat von Ts61 Beitrag anzeigen
    Kommt noch kommt noch mach dir keine Sorgen! :cay:
    Die würde sowieso abgebrannt werden. Sowas dulden wir nicht bei uns

  9. #9
    Avatar von Ramnicu

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    Zitat Zitat von PokerFace Beitrag anzeigen
    Zum Glück gibts wo ich herkomme weder Muselmanen noch Moscheen.

    bei uns gibt es auch keine (in Danicei ,ein ganz kleines unbedeutenes dorf)

    ,dafür gibt es aber ne menge zigeuner haha

  10. #10
    Avatar von Ramnicu

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    Zitat Zitat von Ardian Beitrag anzeigen
    super mein freund sehr gelungen.
    glückwunsch
    danke brate

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