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Islam vs. Freiheit

Erstellt von Cox, 10.04.2012, 13:15 Uhr · 15 Antworten · 1.170 Aufrufe

  1. #11
    nas
    Avatar von nas

    Registriert seit
    13.03.2012
    Beiträge
    239
    Zitat Zitat von Cox Beitrag anzeigen
    Hallo Nas,

    Ja, daran glaube ich auch, auch ich glaube an einen Schöpfer der alles Stoffliche und Unstoffliche geschaffen hat. Aber ich glaube nicht das er die Entscheidungen und die Konsequenzen aus diesen Entscheidung lenkt oder beeinflusst.

    Wenn sich jemand dazu Entscheidet einen Fisch zu essen und an den Gräten erstickt, hat dann Gott ihn dazu verleitet den Fisch zu essen und an den Gräten zu ersticken ?Ich glaube nicht,

    jede Handlung hat eine Konsequenz und für diese sind wir Verantwortlich. Die Summe aller Handlungen und unterlassen Handlungen in deinem Leben wird dann darüber Entscheiden ob du Gottes Liebe würdig bist oder nicht.

    Was die rechten Handlungen sind hat er uns offenbart,

    Weißt du was ich meine ?
    "jede Handlung hat eine Konsequenz und für diese sind wir Verantwortlich."

    genauso ist es,

    der Quran sagt:

    53:39 Und daß der Mensch nichts empfangen soll, als was er erstrebt.

    sprich: er kriegt das, was er hinaussendet/entscheidet.

    Gott ist der Richter, wir sind die, die sündigen oder gute Taten vollbringen.

  2. #12
    nas
    Avatar von nas

    Registriert seit
    13.03.2012
    Beiträge
    239
    Der Verheissene Messias al. und Begründer unserer Gemeinde sagte:

    "Göttliche Beschlüsse sind von Zweierlei: die einen können als verschobene und die anderen als absolute Beschlüsse beschrieben werden. Die Ausführung von verschobenen Beschlüssen kann durch die Gnade Allahs durch Gebete oder Spenden/Almosen abgewendet werden. Jedoch können absolute Beschlüsse nicht abgewandt werden, jedoch schenkt der Erhabene Gott einige andere Vorteile als Ersatz. In einigen Fällen, wartet Gott auch auf bestimmte Beschlüsse. Das Wissen über Seine Beschlüsse kann auch im Qurân erlangt werden."

    (Malfuzat, Bd. 1, S. 150)

  3. #13
    benutzer1
    diese frage ist schon jahrhunderte lang umstritten in der islamischen theologie.

    Quran, Sure 3, 139:

    "und wer immer den Lohn dieser Welt begehrt, dem geben Wir von ihm, und wer immer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben Wir von ihm, und wahrlich, Wir belohnen die Dankbaren!"


    Quran, Sure 73, 34:

    "Also belässt Allah im Irrtum, wen Er will, und Er leitet recht, wen er will!"

    im frühen islam haben sich dann verschiedene gruppierungen um diese debatte gebildet.
    einerseits dschabriten(dschabr=zwang), diese kennen keine willensfreiheit und glauben, dass alles bis ins kleinste detail vorherbestimmt ist. andererseits die kadariten, welche für eine den freien willen des menschen eintraten, da sonst gott, sie nicht zur verantwortung ziehen könne. auch die anschauung der mu'tazila entspricht der letztgenannten.
    letztendlich hat sich in der sunnitischen lehre des islam die kompromisslehre der aschariten durchgesetzt. nach dieser lehre bestimmt gott die werke vorher, jedoch ist der mensch verantwortlich für sein handeln.

    jede sache, jedes lebewesen, das universum verfügt über genaue grenzen und schranken und einen festgelegten verlauf. der mensch ist zwar eigentständig und in seinem handeln in gewissem maße frei, aber hat auch seine grenzen. ich hatte irgendwann mal ein hadith gelesen, in dem stand, dass einer nach dem schicksal fragte und dieser wurde dann gebeten, ein bein hochzuheben. nach dem er dies tat, dann das zweite bein ohne das erste auf den boden zu setzen. konnte er ja nicht und dann wurde ihm gesagt, dass genau das das wesen des schicksal sein: bestimmte dinge in einem bestimmten rahmen (wie oben erwähnt die schranken) tun zu können und andere bleiben einem verwehrt.

    du kannst davon ausgehen, dass im islam eine willensfreiheit herrscht. wir werden ja am tag des gerichts für unsere taten zur rechenschaft gezogen. und müsste der mensch nie für seine taten rechenschaft ziehen, würde das ganze konstrukt in sich zusammenstürzen.


    und so nebenbei die prädestationslehre wurde natürlich auch im christentum debattiert. man denke da an calvin. war n reformator in der schweiz, der eben von der prädestationslehre ausging(weil best. bibelverse anlass dafür geben) und dass nur bestimmte menschen ausgewählt sein, an gott zu glauben und das ein geschenk sei. und man die gottesgnade am reichtum und erfolg des menschen sehen würde... sowas irgendwie.

  4. #14
    Cox

    Registriert seit
    01.04.2012
    Beiträge
    154
    Zitat Zitat von Catty Beitrag anzeigen
    diese frage ist schon jahrhunderte lang umstritten in der islamischen theologie.

    Quran, Sure 3, 139:

    "und wer immer den Lohn dieser Welt begehrt, dem geben Wir von ihm, und wer immer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben Wir von ihm, und wahrlich, Wir belohnen die Dankbaren!"


    Quran, Sure 73, 34:

    "Also belässt Allah im Irrtum, wen Er will, und Er leitet recht, wen er will!"

    im frühen islam haben sich dann verschiedene gruppierungen um diese debatte gebildet.
    einerseits dschabriten(dschabr=zwang), diese kennen keine willensfreiheit und glauben, dass alles bis ins kleinste detail vorherbestimmt ist. andererseits die kadariten, welche für eine den freien willen des menschen eintraten, da sonst gott, sie nicht zur verantwortung ziehen könne. auch die anschauung der mu'tazila entspricht der letztgenannten.
    letztendlich hat sich in der sunnitischen lehre des islam die kompromisslehre der aschariten durchgesetzt. nach dieser lehre bestimmt gott die werke vorher, jedoch ist der mensch verantwortlich für sein handeln.

    jede sache, jedes lebewesen, das universum verfügt über genaue grenzen und schranken und einen festgelegten verlauf. der mensch ist zwar eigentständig und in seinem handeln in gewissem maße frei, aber hat auch seine grenzen. ich hatte irgendwann mal ein hadith gelesen, in dem stand, dass einer nach dem schicksal fragte und dieser wurde dann gebeten, ein bein hochzuheben. nach dem er dies tat, dann das zweite bein ohne das erste auf den boden zu setzen. konnte er ja nicht und dann wurde ihm gesagt, dass genau das das wesen des schicksal sein: bestimmte dinge in einem bestimmten rahmen (wie oben erwähnt die schranken) tun zu können und andere bleiben einem verwehrt.

    du kannst davon ausgehen, dass im islam eine willensfreiheit herrscht. wir werden ja am tag des gerichts für unsere taten zur rechenschaft gezogen. und müsste der mensch nie für seine taten rechenschaft ziehen, würde das ganze konstrukt in sich zusammenstürzen.


    und so nebenbei die prädestationslehre wurde natürlich auch im christentum debattiert. man denke da an calvin. war n reformator in der schweiz, der eben von der prädestationslehre ausging(weil best. bibelverse anlass dafür geben) und dass nur bestimmte menschen ausgewählt sein, an gott zu glauben und das ein geschenk sei. und man die gottesgnade am reichtum und erfolg des menschen sehen würde... sowas irgendwie.

    Danke vielmals für diese Antwort,

    Ich wäre auf jeden fall auf der Seite der kadariten, wenn man davon ausgeht das jeder selbstverantwortlich für sein Handeln ist, so wäre dies mit der Gewaltsamen durchsetzen des islamischen Rechts unvereinbar. jemanden dazu zu Zwingen ein guter Christ oder ein guter Muslim zu sein würde dem Gesetz der Freiheit widersprechen.
    Sprich die Sharia wäre ein Widerspruch, aber sie wäre es auch in der Schicksalslehre, denn ein Mörder könnte seine tat als Schicksal bezeichnen.

  5. #15
    benutzer1
    Zitat Zitat von Cox Beitrag anzeigen
    Danke vielmals für diese Antwort,

    Ich wäre auf jeden fall auf der Seite der kadariten, wenn man davon ausgeht das jeder selbstverantwortlich für sein Handeln ist, so wäre dies mit der Gewaltsamen durchsetzen des islamischen Rechts unvereinbar. jemanden dazu zu Zwingen ein guter Christ oder ein guter Muslim zu sein würde dem Gesetz der Freiheit widersprechen.
    Sprich die Sharia wäre ein Widerspruch, aber sie wäre es auch in der Schicksalslehre, denn ein Mörder könnte seine tat als Schicksal bezeichnen.
    wieso gehst du davon aus, dass die sharia, wie sie in bestimmten ländern ausgeführt wird, immer mit der islamischen theologie übereinstimmt?

  6. #16

    Registriert seit
    01.04.2012
    Beiträge
    1.924
    Zitat Zitat von Cox Beitrag anzeigen
    Islam und Freiheit

    Im Christentum ist der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, also ein Autonomes und mit einem freien Willen bestücktes Wesen. Der Mensch ist frei in seinem Willen, Freiheit und Verantwortung sowie Dienen und Verdienen sind der Boden aus dem die Liebe zu Gott dem nächsten und sich selbst erwächst.


    Ohne Freiheit keine Verantwortung für das eigene Handeln, ohne Dienen am Nächsten kein Verdienen vom Nächsten.





    Nun zu meiner Frage an alle Muslime und Islam kundigen User.


    Gibt es im Islam einen Freien Willen, ich habe mal gehört das es im Islam folgenden Satz gibt: Das Kismet ist bestimmt von dem in seiner Allmacht unbegrenzten Allah

    in der Astrologie oder in den fernöstlichen Religionen (Karma) ist auch die Rede von einem Schicksal. Glauben Muslime also nicht an die Freiheit des Menschen ? Ist der Mensch im Islam nur eine Marionette des Kismet ?


    bitte nur fundierte Antworten..
    Gott gibt dir die Autorität alles andere will nur nehmen von dir.

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