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Islamischer Frühling in Ägypten

Erstellt von pegasus, 07.04.2011, 12:34 Uhr · 64 Antworten · 3.963 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    11.03.2011
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    185

    Islamischer Frühling in Ägypten

    Schöne Form der Demokratie, vielleicht erleben wir ja dieses Jahrhundert noch das Aufflammen der Kalifate wieder. Mal sehen was den Amerikaner und den Europäern jetzt nicht schmecken wird.

    Während sich der Westen noch den Kopf über die Muslimbrüder zerbricht, ist in Ägypten bereits eine viel radikalere Kraft im Aufwind: Die Salafiten attackieren sogar schon Moscheen und Schreine als "unislamisch".

    Mohamed ElBaradei, der ägyptische Oppositionspolitiker mit Wiener IAEO-Karriere, hat die seltene - und seltsame - Ehre, von einem radikalen Islamistenprediger eine Entschuldigung erhalten zu haben: Hazem Shoman nahm im TV-Sender al-Rahma die Behauptung zurück, ElBaradei sei ein "Ungläubiger". Denn, so Shoman, es habe sich herausgestellt, dass ElBaradeis Tochter Leila, anders als von einigen Medien behauptet, nicht mit einem Christen verheiratet sei. Nachdem ElBaradei diese "schwerwiegende Sache" glaubwürdig dementiert habe, akzeptiere man, dass er nicht vom Islam abgefallen sei.




    Solch eine Anschuldigung wird in Ägypten immer gefährlicher. Während westliche Beobachter noch immer in Überlegungen über die Muslimbrüder versunken sind, werden diese längst rechts überholt. Die Salafiten oder Salafis, wie sie pauschal genannt werden, wittern Morgenluft, und alles, was nicht zu ihrem radikalen Islam passt, wird attackiert: Das sind nicht nur die Kopten, denen die westliche Aufmerksamkeit gilt, sondern im Moment vor allem die Sufis, Muslime, die in mystischen Orden organisiert sind.
    Allein in Alexandria wurden bereits 16 Moscheen und Sufi-Schreine angegriffen. Im Nildelta gab es in mehreren Orten solche Vorfälle (allein fünf Schreine in Qalyub). In Kairo waren sogar die Al-Hussein-Moschee (oben im Bild) und die Aischa-Moschee Ziele von Attacken.
    Unter Salafiten versteht man ursprünglich jene Muslime, die sich auf die ersten Generationen des Islam (Salaf) beziehen: Alles, was danach kommt, steht unter dem Geruch, eine unislamische "Neuerung" zu sein. Dazu gehört im religiösen Bereich die unter Sufis starke Heiligen-Verehrung, die in Ägypten gewissermaßen auch das schiitische Erbe weiterträgt, wie eben die Verehrung des schiitischen Imams Husseins, des Enkels des Propheten Muhammad, oder der Aisha, in diesem Fall nicht die Frau Muhammads, sondern eine Tochter des schiitischen Imams Jafar al-Sadiq.
    Doktrin aus Saudi-Arabien
    In Saudi-Arabien ist mit den Wahhabiten eine salafitische Strömung Staatsdoktrin - und von dort haben auch die ägyptischen Salafis vorwiegend ihre Indoktrinierung erhalten. Hass auf Volksreligion und Schiiten gehört dazu. Jahrzehntelang hat Saudi-Arabien viel Geld für Mission ausgegeben, außerdem wurde die Verbreitung durch arabische Gastarbeiter, darunter viele Ägypter, die in Saudi-Arabien arbeiteten, favorisiert.
    Manche Ägypter glauben jedoch auch, dass das alte Regime hinter den religiösen Attacken stehe: Es seien Leute von der früheren Regimepartei NDP, die Terror säen wollen, sagt eine Demokratieaktivistin. Andere nehmen die salafitische Gefahr ernst, meinen jedoch, dass sich diese durch ihre Radikalität nur selbst schaden. Er sei zwar kein Sufi, sondern "normaler" Muslim, aber die Sufi-Schreine gehören zum religiösen Schatz Ägyptens, sagt ein Beamter. Die Zivilgesellschaft formiere sich bereits überkonfessionell gegen die Salafis. Unter dem Revolutionskitsch, den man in Kairo erwerben kann, gibt es auch Aufkleber mit dem Slogan "Die Religion für Gott, die Nation für alle".
    Andere machen das alte Regime insofern verantwortlich, als es zwecks Schwächung der Muslimbrüderschaft den salafitischen Umtrieben nie etwas entgegengesetzt habe, die es auch schon unter Mubarak gab. Tatsächlich warnt eine durch Wikileaks an die Öffentlichkeit gelangte Depesche der US-Botschaft in Kairo bereits im Jahr 2009: "Salafismus in Ägypten im Aufwind".
    "Unislamische" Revolte
    Angesichts der Revolution waren auch die Salafis, wie die Muslimbrüder, desorientiert: Aber anders als die Brüder waren sie nicht einmal auf die Revolte aufgesprungen, sondern hatten sie sogar als "unislamisch" verurteilt - nach ihrem Erfolg jedoch als "legitim" anerkannt. Vor kurzem verkündeten sie, dass sie am politischen Leben teilnehmen werden. Wie genau das aussehen wird - demokratische Institutionen wie Parlament sind ja "unislamisch" - weiß man noch nicht. Hingegen gibt es auf Seite der bisher völlig unpolitischen Sufis Überlegungen, eine wehrhafte Partei zu gründen. Die Muslimbrüder sind hingegen momentan mit Richtungskämpfen beschäftigt, alles deutet auf Spaltungen hin.
    Kairo ist jedenfalls dieser Tage voll von Schreckensgerüchten über die Salafis, von denen nicht alle verifizierbar sind - ein 12-Jähriger wird erschlagen, weil er nicht zum Morgengebet aufstehen will, einem Kopten wird das Ohr abgeschnitten, einer Prostituierten wird das Haus verbrannt. Aber es gibt auch Ägypter, die meinen, dass die Berichte nicht nur über die religiöse Gewalt, sondern über die Kriminalitätswelle allgemein - so scheinen sich Entführungen und Vergewaltigungen zu häufen -, von alten Regimekräften bewusst gestreut werden. Es soll gezeigt werden, dass Ägypten ohne sie unregierbar ist.
    Im Nildelta brennen die Heiligenschreine - Ägypten - derStandard.at

  2. #2

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    Nieder mit diesen Schreinen !

  3. #3
    Avatar von Muratoğlu

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    4.724
    Zitat Zitat von Masar Beitrag anzeigen
    Nieder mit diesen Schreinen !

  4. #4

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    3.114
    Oh Mann kaum ist der Mubarak weg schon kommen diese Extremisten. Die gab es in Ägypten ja davor nicht, sind jetzt erst aufgetaucht und machen alles unsicher...ich glaube sie wollen die Weltherrschaft oder so.

  5. #5
    Yunan
    Das stimmt aber wirklich. Letztens war eine Bekannte von mir in Alexandria unterwegs, sie ist Koptin, und wurde von Salafisten auf der Straße gestoppt und dazu aufgefordert, das Kopftuch zu tragen.

    Am besten sollte man diese Salafisten und Wahabiten alle zusammentreiben und einen nach dem anderen exekutieren.

  6. #6

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    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Das stimmt aber wirklich. Letztens war eine Bekannte von mir in Alexandria unterwegs, sie ist Koptin, und wurde von Salafisten auf der Straße gestoppt und dazu aufgefordert, das Kopftuch zu tragen.

    Am besten sollte man diese Salafisten und Wahabiten alle zusammentreiben und einen nach dem anderen exekutieren.

    Sollte man dann im Umkehrschluss die Leute hier exekutieren die einer Frau verbieten ein Stück Stoff zu tragen ?

    "Hey das sind Extremisten, töten wir sie."

  7. #7
    Yunan
    Zitat Zitat von Masar Beitrag anzeigen
    Sollte man dann im Umkehrschluss die Leute hier exekutieren die einer Frau verbieten ein Stück Stoff zu tragen ?

    "Hey das sind Extremisten, töten wir sie."
    Das hat andere Leute gar nicht zu interessieren, da in meinen Augen das Kopftuchtragen private Angelegenheit ist. Ob jetzt Leute zwingen oder verbieten, beides ist falsch und muss bestraft werden.

    Ich hasse es, wenn diese Leute ihre Nasen in Angelegenheiten stecken, die sie nicht zu interessieren haben. Sag mal, nimmst du die Salafiten gerade indirekt in Schutz?

  8. #8
    Avatar von Muratoğlu

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    Aber dafür haben die Leute nicht demonstriert, diese Salafisten werden nicht gegen das Volk kämpfen können.

  9. #9
    Yunan
    Richtig und deswegen sollte man sich keine Sorgen machen. Das Volk hat dem Diktator gezeigt was es will, es wird auch solchen Extremisten zeigen, was es will.

  10. #10

    Registriert seit
    29.12.2010
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    894
    hab immer gesagt, dass mubarak die geringste bittere pille ist......

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