Islamkonferenz: „Halbmond über deutschen Dächern“
Die Friedrich-Naumann-Stiftung veranstaltet am 15. und 16. August in Berlin eine Experten-Konferenz zum Thema "Europa und der moderne Islam".
Im Vorfeld dieser Konferenz findet am 11. August 2005, 11 bis 12 Uhr ein Internet-Chat mit Irmgard Schwaetzer statt.


Kopftuchstreit, Zwangsheiraten, Entstehung von Parallelgesellschaften – das sind nur einige der Themen, die europaweit zu Konflikten führen. Europa steht vor der Aufgabe, eine wachsende Zahl von muslimischen Mitbürgern dauerhaft zu integrieren. Viele Europäer fürchten eine Aufweichung ihrer gesellschaftlichen Normen oder gar eine Gefährdung rechtsstaatlicher Grundprinzipien. Gleichzeitig beklagen Muslime mangelnde europäische Akzeptanz und fühlen sich gesellschaftlich ausgegrenzt. Nötig ist eine dauerhafte Verständigung darüber, was zu einem konfliktfreien Zusammenleben not tut.

Deutschland ist seit vielen Jahren ein Einwanderungsland. Über drei Millionen Muslime haben hier ihren Lebensmittelpunkt. Sie stehen vor der Frage, die sich Einwanderern zu aller Zeit gestellt hat – wie kann man sich in der neuen Heimat integrieren ohne die eigenen Traditionen und Glaubensvorstellungen völlig aufzugeben? Gesellschaftliche Konflikte sind in diesem Prozess normal. Sie verschärfen sich in Deutschland durch die viel zu spät erfolgte Einsicht, dass wir uns als Einwanderungsland neu organisieren und definieren müssen, durch eine mangelnde wirtschaftliche Dynamik, die Verteilungskämpfe verschärft, und durch die internationale Politisierung des Islam.

Die vielfältigen Herausforderungen drängen viele Muslime in eine konservative Abwehrhaltung und lassen ihre Positionen verhärten. Einige der traditionellen Normen und Praktiken stehen im Widerspruch zu deutschen Rechtsgrundsätzen und werden von den Behörden entsprechend geahndet. Berichte über „Ehrenmorde“ und Entführungen in muslimischen Familien beschäftigen die deutsche Öffentlichkeit. Dazu kommen die Auswirkungen des Kampfes gegen den Terror: Sicherheitspolitisch motivierte Forderungen nach Einschränkung der Bürgerrechte reiben sich mit dem Geist unserer freiheitlichen Grundordnung.

Im Chat mit Dr. Irmgard Schwaetzer soll diskutiert werden, welche Maßnahmen die Akzeptanz und das gegenseitige Verständnis der Kulturen stärken.

Die Veranstaltung ist ein öffentliches und kostenfreies Angebot der Virtuellen Akademie. Moderiert wird der Chat durch Rainer Heufers, Projektleiter im Regionalbüro Südostasien.

Diese Internetdiskussion findet im Vorfeld der Experten-Konferenz „Europa und der moderne Islam“ statt, die die Friedrich-Naumann-Stiftung am 15. und 16. August in Berlin veranstaltet.

WAS ERWARTEN DIE IN EUROPA LEBENDEN MUSLIME DAVON ??