BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 13 von 15 ErsteErste ... 39101112131415 LetzteLetzte
Ergebnis 121 bis 130 von 147

Israeli überfährt Palästinensische Kinder

Erstellt von DZEKO, 09.10.2010, 22:27 Uhr · 146 Antworten · 6.902 Aufrufe

  1. #121

    Registriert seit
    13.05.2007
    Beiträge
    18.328
    Zitat Zitat von Frieden Beitrag anzeigen
    weißt Du überhaupt wieviele Juden in Iran leben?
    35 millionen?

  2. #122
    Avatar von Agnostiker

    Registriert seit
    04.02.2011
    Beiträge
    90
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.p...le/frau_helga/
    Frau Helga erklärt die Hamas

    Karl Pfeifer 17.05.2007 10:30 +Feedback



    Die Journalistin Helga Baumgarten hat ein Buch über die Hamas geschrieben, in dem sie versucht, den Anschein zu erwecken, diese Bewegung würde nur darauf warten, einen Frieden mit Israel abzuschließen. Wenn sie meint, dass das Ende der Besatzung nicht alle Probleme der Region wird lösen können, dann klingt das banal, doch für diejenigen Deutschen und Österreicher, die bereit sind bis zum letzten Palästinenser gegen Israel zu kämpfen, sind das doch neue Töne.
    In ihrem Buch sind die Israelis diejenigen, die keinen Frieden wollen, und wenn die Hamas Selbstmordterror ausübt, so ist das nur eine Reaktion auf Israels Aktionen.
    Und überhaupt: >>Der politische Islam repräsentiert als Gesamtbewegung seit den achtziger Jahren den Versuch, die eigene Identitäten auf allen Ebenen durchzusetzen<<.
    So wie das Amen im Gebet kommt die Erklärung: >>Die britische Mandatsherrschaft in Palästina und deren offizielle Unterstützung für die Gründung eines jüdischen Staates seit der Balfour-Erklärung mussten jeden Araber und jeden Muslim mobilisieren. >>
    Tatsache ist, dass die Briten in der Balfour-Erklärung lediglich die Zusage gaben, die Errichtung eines nationalen Heims für Juden zu fördern und dass natürlich nicht jeder Araber sich deswegen mobilisieren ließ. Da hatten doch die vornehmsten arabischen Familien des Heiligen Landes - alles getan, um durch Verkauf von Land, die jüdische Siedlungen zu ermöglichen, -, da wanderten doch Araber aus den Nachbarstaaten in das Mandatsgebiet - wo die Löhne um ein vielfaches höher waren - ein, da ermordeten die Anhänger des von den Briten eingesetzten Muftis mehr Araber als Juden oder Briten. Offensichtlich gewann beim Schreiben ihres Buches die geübte Propagandistin die Oberhand. So schreibt Baumgarten vom >>kurzen Aufenthalt>> von Hadj Amin el Huseini in Berlin, den sie willkürlich verkürzt mit 1943-1945 angibt, obwohl er bereits im Herbst 1941 seine Zelte in Berlin aufschlug, wo er am 28. November 1941 vom damaligen Idol der meisten Araber, von Adolf Hitler empfangen wurde. Husseini versicherte Hitler der Bewunderung durch die gesamte arabische Welt
    Die Menschen dort blickten, so der Mufti von Jerusalem, >>voll Vertrauen auf den Führer, der einen Kampf gegen die gleichen drei Gegner führe, die auch die Feinde der Araber seien, nämlich die Engländer, die Juden und Bolschewisten. Die Araber seien bereit, an diesem Kampf auf Seiten Deutschlands teilzunehmen, und zwar nicht nur negativ, z.B. durch Sabotagehandlungen oder Hervorrufung von Unruhen, sonder auch positiv durch die Aufstellung einer Arabischen Legion, die an der Seite der deutschen Truppen kämpfen solle.<< Darauf geht Baumgarten natürlich nicht ein.
    Und was soll man davon halten, wenn sie über 1947 und 1948 behauptet: >>Wenn es um die palästinensische Sache ging, um den palästinensischen Nationalismus, dann kooperierten die palästinensischen Muslimbrüder sowohl mit Kommunisten als auch mit Christen.<< Die arabischen Kommunisten folgten damals der sowjetischen Politik und befürworteten die Teilung des Mandatsgebiets und somit auch die Errichtung eines jüdischen Staates und wurden deswegen von der ägyptischen Besatzungsmacht in Gaza im Anhaltelager Abu Agheila (Sinai) festgehalten. Schon möglich, dass es in einem Komitee in Jaffa eine solche punktuelle Zusammenarbeit gegeben hat, denn diese Stadt war ja monatelang vollkommen abgeschnitten vom arabischen Hinterland, doch nichts lag so auseinander wie die damalige Haltung der Kommunisten und der Muslimbrüder und das hätte in einem Buch, das den Anspruch erhebt wissenschaftlich zu sein auch angemerkt gehört.
    Doch enthält ihr Buch natürlich auch viele korrekte Informationen. So z.B. dass die Muslimbrüder dazu beitrugen, dass gewaltige Demonstrationen 1955 das Projekt einer Ansiedlung von palästinensischen Flüchtlingen auf der Sinaihalbinsel scheitern ließen. Diese Haltung blieb leider bis heute so. Wenn die arabischen Anführer die Wahl haben, zwischen einer pragmatischen Hilfe für Flüchtlinge und dem Hass auf Israel der mit der Perpetuierung des Konflikts einhergeht, dann optieren sie immer für die zweite Alternative, die für sie einen dreifachen Vorteil hat, sie können im Ausland mit dem von Israel verursachten Elend hausieren gehen, sie können den Konflikt fortsetzen, um damit von ihren eigenen dunklen Geschäften, von ihrer Kleptokratie ablenken und sie können diese Flüchtlinge und deren Nachkommen weiterhin im Elend halten und sie so leichter manövrieren.
    Baumgarten geht auch auf das Gründungsdokument der Hamas, auf ihre Charta ein, die sie in der Anlage zum Buch auch publiziert. In ihrer Apologie verneint sie die Bedeutung dieses Dokuments, das ihrer Meinung nach den >>Gegnern der Hamas als Grundlage für eine Dämonisierung<< dient. Doch dann schwankt sie zwischen Verharmlosung der Charta und einer Kritik:
    >>In einem Atemzug wird der Feind der Palästinenser in den Freimaurern, in den Rotarier- und in den Lions-Clubs gesehen. Er wird verantwortlich gemacht für den Ersten Weltkrieg und die Proklamation der Balfour-Erklärung, für die Gründung des Völkerbundes, für den Zweiten Weltkrieg und schließlich für die Gründung der Vereinten Nationen und des Sicherheitsrates, mit deren Instrumentarium man die Welt beherrsche. Juden seien sogar verantwortlich für Drogen- und Alkoholhandel, überhaupt für alle Übel der Welt.<<
    Helga Baumgarten weiß auch wer für diesen irrwitzigen Antisemitismus verantwortlich ist… Sie haben es erraten. >>Er ist das Resultat eines politischen Konfliktes über Land und wurde als eine Waffe im Kampf gegen Israel entwickelt.<< All das lässt sie sich von Andrea Nüsse und Alexander Flores bestätigen, deren Unparteilichkeit man anzweifeln kann.
    Baumgarten versucht uns zu erklären, dass die Hamas nichts lieber tun würde, als auf diese Charta zu verzichten, aber es sind ja die bösen Israelis, die sie daran hindern. Damit lässt sich alles rechtfertigen, und die Apologeten der Hamas rechtfertigen damit auch die allwöchentlichen Hasspredigten im PA-Fernsehen, die Indoktrination von Kindern als zukünftige Selbstmordattentäter u.ä.m.
    Mosche Dajan, so die Autorin, >>vertrat politische Positionen der Land Israel Bewegung, als er am vierten Tag des Juni-Krieges 1967 vor der Klagemauer in der Altstadt Jerusalems proklamierte: „Wir sind zu allem, das heilig ist in unserem Land zurückgekehrt. Wir sind zurückgekehrt, um nie wieder getrennt zu werden. <<
    Worauf hat sich denn Dajan bezogen, als er das sagte? Die Leser von Baumgarten dürfen es nicht erfahren. Er musste seine Zuhörer nicht daran erinnern, dass von 1948 und bis zur Befreiung Jerusalems von der jordanischen Besatzung im Juni 1967 kein Jude - auch kein ultraorthodoxer, antizionistischer an der Kotel Maaravi, an der Klagemauer beten durfte. Diesen historischen Kontext verschweigt sie. Wie auch die Tatsache, dass Israel sofort nach dem Krieg ein Angebot an die arabischen Nachbarn machte, alles mit Ausnahme von Jerusalem zu räumen. Auf einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga, das vom 29. August bis zum 1. September 1967 in der sudanesischen Hauptstadt Khartum stattfand und über die Konsequenzen aus der Niederlage diskutieren wollte, wachte Nasser über den Entwurf einer militanten Abschlusserklärung, die das Recht der Palästinenser unterstrich ganz Palästina zurückzuerhalten - das heißt den Staat Israel zu zerstören - und die sogenannten >>drei Nein<< darlegte: keine Verhandlungen, keine Anerkennung und kein Frieden mit Israel. Auch das erwähnt sie nicht, denn dann könnten ja die Leser die Litanei über die israelische Besatzung richtig einschätzen.
    Helga Baumgarten schildert den Mord den Dr. Goldstein in einer Moschee in Hebron begangen hat, um die darauf folgenden Attentate der Hamas so zu beschreiben: >>Die Hamas hat aus der Sicht großer Teile der palästinensischen Bevölkerung in fast alttestamentarischer Weise Rache geübt: Auge um Auge, Zahn um Zahn.<< Diese Regel im >Alten Testament< besagt nichts anderes, als das was die Grundlage unserer Gesetze ist, dass zugefügter Schaden gutgemacht werden muss. Juden kennen im Gegensatz zur palästinensisch-arabischen Gesellschaft keine Blutrache.
    Der in Bir Zeit lebenden Helga Baumgarten kann das nicht entgangen sein, trotzdem benützt sie nicht den gerade hier passenden Begriff Blutrache, sondern lieber einen alten Stehsatz antisemitischer Polemik, mit der man die >>christliche Nächstenliebe<< der >>alttestamentarischen Rache<< gegenüberstellte.
    Sie beschreibt auch, wie die Hamas am Anfang ihrer Tätigkeit von den israelischen Besatzungsbehörden unterstützt wurde, weil man hoffte so gegen die PLO zu wirken.
    Was sie u.a. aus der Erfahrung der Zusammenarbeit der Muslimbrüder mit dem jordanischen König erklärt.
    Nicht fehlen kann im Buch neben der Verharmlosung des Antisemitismus das Schreckgespenst, die >>neue Krankheit<<, die angeblich um sich greifende >>Islamophobie<<, dabei beruft sie sich auf einen Aufsatz von Matti Bunzl.
    Sehr nützlich ist nicht nur die Publikation der Hamas-Charta, sondern auch die Veröffentlichung des Wahlprogramms der Hamas Liste bei den zweiten Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat 2006, in dem festgeschrieben wird >>ohne Verzicht auf einen Zoll des historischen Palästinas<< zu agieren, denn >>Ganz Palästina ist Teil der arabischen und der islamischen Länder, das palästinensische Volk ist Teil der arabischen und islamischen Umma.<<
    Baumgarten versucht ihren Lesern vorzumachen, die Hamas wäre kompromissbereit, die in ihrem Wahlprogramm >>die Zusammenarbeit oder so genannte Koordination mit der Besatzung in Sicherheitsfragen<< als >>ein nationales und religiöses Kapitalverbrechen, das hart zu bestrafen ist<< charakterisiert und >>Widerstand gegen eine Normalisierung der Beziehungen mit dem zionistischen Gebilde<< postuliert.
    Hamas verspricht >>Aufbieten aller Bemühungen für den Entwurf von Programmen zum Erhalt der gesegneten Al-Aqsa-Moschee, Jerusalems und der islamischen und christlichen Heiligtümer<<. Jüdische Heiligtümer werden nicht erwähnt. Kein Wunder. In Jerusalem erinnern sich noch die älteren Menschen, wie die Jordanier 1948 einige Synagogen in Jerusalem zerstörten und die jüdischen Grabsteine am Ölberg zum Bau von Latrinen der jordanischen Armee benützten.
    Und Hamas möchte auch die Palästinenser mit Zwang beglücken: >>Die islamische Scharia wird zur Hauptquelle der palästinensischen Gesetzgebung<<, d.h. Steinigen und Hände abhacken, wie in Saudi Arabien. Und wie verstehen diese Islamisten den von Linksliberalen befürworteten Dialog, die so weit gehen und das Heilige Land mit Nordirland vergleichen? Das Hamas Wahlprogramm macht keinen Hehl aus ihren Absichten, sie befürworten: >>Immunisierung der Bürger, insbesondere der Jugend gegen Korrumpierung, Verwestlichung, geistige Invasion und kulturelle Normalisierung [Anmerkung des Übersetzers: der Beziehungen mit Israel]>> Das steht so im Original!
    Hoffnungsvoll heißt es im Schlusswort des Hamasprogramms. >>Aber zusammen können wir der Umsetzung unseres nationalen Projekts auf dem Weg zu unserem übergreifenden Ziel, eine einzige freie und rechtsgeleitete Umma zu werden, zielgerichtet näher kommen<<.
    Wie das in der Praxis funktioniert, konnte der Fernsehzuschauer - gerade zur Zeit als ich diese Rezension schreibe - erfahren, bislang gab es bei den internen Auseinandersetzungen der Umma im Gazastreifen binnen weniger Tage 40 Tote und viele Verwundete und mancher Einwohner denkt - so ZDF heute Abend - mit Sehnsucht an die Zeiten der israelischen Besatzung.
    Helga Baumgarten hat einen Überblick über Geschichte und Struktur der Hamas gegeben und betont die politische und karitative Arbeit, während sie an den Haaren herbeigezogene Gründe und Entschuldigungen für ihre Gewaltakte und ihren pathologischen Antisemitismus findet.
    Was besonders stört, ist die auf antiarabischen Rassismus oder tiefer Gleichgültigkeit basierende Meinung, die sind halt so und Menschenrechte können nur von den Israelis gefordert werden, während sie bei den Arabern jede - noch so grausliche Menschenrechtsverletzung - verharmlost oder gar noch die Verantwortung den Israelis in die Schuhe schiebt.

  3. #123

    Registriert seit
    13.02.2010
    Beiträge
    13.015
    @Agnostiker
    auch deine Aussage mit Tante Helga ist undifferenziert!

    auch Ahmadinejad wird vieles vorgeworfen..


    so ähnlich wie mit Iran, so ähnlich handeln die Pro-Israelis und USA Regierungen auch mit Hamas ! so auch zuvor mit Irak und mit Afghanistan! sie rechtfertigen ganze Kriege und Angriffe mit Medien&Co. Lügen!


    In den westlichen Medien wird davon gesprochen, dass die Hamas Israel das Existenzrecht abspricht. Will und kann die Hamas Israel "vernichten"?

    Es geht der Hamas nicht um die Zerstörung Israels. Sie kämpft um die Anerkennung des Existenzrechts der Palästinenser, genauso wie Israel dies für sich fordert. Zwar ist in der Charta der Hamas noch die Rede von einem palästinensischen Staat an der Stelle des 1948 errichteten Staates Israel. Im politischen Programm der Hamas von 2005/06 findet sich jedoch eine klare Positionierung für einen palästinensischen Staat in den von Israel 1967 besetzten Gebieten. Die Hamas-Führung bietet Israel seit Jahren einen langjährigen Waffenstillstand an. Ein solcher Waffenstillstand setzt die Anerkennung Israels voraus. Wir übersehen immer wieder, dass kaum ein Palästinenser zugestehen wird, dass Israel ein Recht hatte, im historischen Palästina als Staat gegründet zu werden - auf Kosten der palästinensischen Bewohner und Eigentümer des Landes. Aber praktisch alle Palästinenser gehen davon aus, dass es einen Staat Israel gibt, der eine politische Realität ist und mit dem man politische Beziehungen aufnehmen muss. Die PLO hat diese völkerrechtliche Anerkennung Israels 1993 in den Osloer Verträgen ausgesprochen. Die Hamas besteht bis dato noch auf einer Anerkennung Israels im Rahmen eines langjährigen Waffenstillstandes.


    siehe auch: http://www.digberlin.de/SEITE/bericht_glass.php

  4. #124

    Registriert seit
    31.01.2009
    Beiträge
    6.317
    Zitat Zitat von Ares Beitrag anzeigen



    judenhasser @ work

    pallywood wird wohl nie ein ende haben ..
    Gutes Video.

    Der Fahrer hat richtig gehandelt. Die Kinder waren dumm

    P.S: Frieden, du liest selbst nichtmal, was du da kopierst

  5. #125

    Registriert seit
    13.02.2010
    Beiträge
    13.015
    noch was von der Propaganda "Israel Zerstören"-blabla

    genau so wie über Hamas lügen verbreitet wird, wird auch über Ahmadinejad lügen verbreitet nur damit die Pläne der Pro-Israelische&USA Regierungen sich durchsetzen können, und später die Taten rechtfertigen können...! reine Propaganda!

    Studenten der UNI Kassel (keine Muslime!) haben die rede von Ahmadinejad mal überprüft, hier das Ergebnis:
    Der Krieg gegen den Iran hat längst begonnen

    "Israel von der Landkarte löschen" - Über die angeblichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad

    Über den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist viel geschrieben und polemisiert worden. Die Äußerungen, die er im Herbst letzten Jahres im Zusammenhang mit Israel oder dem Holocaust gemacht hat, waren unerträglich. - Das ist Konsens - in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung, in der politischen Klasse. Doch was ist, wenn es sich bei den hier zu Lande kolportierten Zitaten und Zitatbruchstücken um Vereinfachungen, Verzerrungen, ja: Verfälschungen handelt?
    Nun, damit wird Ahmadinedschad noch lange nicht zum Demokraten. Und die in Teheran herrschende Verbindung von Politik und Religion muss deswegen auch nicht gleich für gut befunden werden. Und massive Menschenrechtsverletzungen, kürzlich wieder demonstriert beim Polizeieinsatz gegen Streikende, bleiben weiterhin ein Stein des Anstoßes und der berechtigten Kritik unsererseits. All das rechtfertigt aber keine Kriegsdrohungen und Kriegsvorbereitungen gegen einen souveränen Staat.

    Im Folgenden dokumentieren wir eine medienkritische Analyse der "Arbeiterfotografie", die unter Bezugnahme auf eine Veröffentlichung der ganzen Rede von Ahmadinedschad in der New York Times zeigt, welche Metamorphosen die Äußerungen des iranischen Präsidenten bei ihrem Weg in die westlichen Wohnzimmer durchgemacht haben. Mag die Darstellung dazu beitragen, die kritische Distanz unserer Leserinnen und Leser zu den Medien zu schärfen.


    Von Anneliese Fikenscher und Andreas Neumann*

    Israel dem Erdboden gleichmachen, zerschlagen, vernichten, zerstören, tilgen, ausradieren, von der Landkarte löschen - das habe der iranische Präsident gefordert - lesen oder hören wir Ende Oktober 2005 in der 'taz', in der 'Berliner Zeitung', der 'Welt', im 'stern', im 'Spiegel', in der 'Zeit', in der F.A.Z., der Frankfurter Rundschau, beim ZDF, in der Tagesschau und bei N24 - um nur einige zu nennen. Das, was hier verbreitet worden ist, hat gewirkt. Eine Kriegserklärung des Iran an Israel sei das. Man ist sich in den Medien offensichtlich einig in der Empörung. Sie geht rund um die Welt. Aber lesen wir genauer, was der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad gesagt hat. Es ist das Verdienst der 'New York Times', uns die Rede komplett zur Verfügung zu stellen. Hier ein Auszug der Veröffentlichung vom 30.10.2005:

    "They say it is not possible to have a world without the United States and Zionism. But you know that this is a possible goal and slogan. Let's take a step back. [[[ We had a hostile regime in this country which was undemocratic, armed to the teeth and, with SAVAK, its security apparatus of SAVAK [the intelligence bureau of the Shah of Iran's government] watched everyone. An environment of terror existed.]]] When our dear Imam [Ayatollah Ruhollah Khomeini, the founder the Iranian revolution] said that the regime must be removed, many of those who claimed to be politically well-informed said it was not possible. All the corrupt governments were in support of the regime when Imam Khomeini started his movement. [[[ All the Western and Eastern countries supported the regime even after the massacre of September 7 [1978] ]]] and said the removal of the regime was not possible. But our people resisted and it is 27 years now that we have survived without a regime dependant on the United States. The tyranny of the East and the West over the world must should end, but weak people who can see only what lies in front of them cannot believe this. Who could believe that one day we could witness the collapse of the Eastern Empire? But we have seen its fall during our lives and it collapsed in such a way that we have to refer to libraries because no trace of it is left. Imam [Khomeini] said Saddam must go and he said he would grow weaker than anyone could imagine. Now you see the man who spoke with such arrogance ten years ago that one would have thought he was immortal, is being tried in his own country in handcuffs and shackles [[[ by those who he believed supported him and with whose backing he committed his crimes ]]]. Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map and this was a very wise statement. We cannot compromise over the issue of Palestine. Is it possible to create a new front in the heart of an old front. This would be a defeat and whoever accepts the legitimacy of this regime [Israel] has in fact, signed the defeat of the Islamic world. Our dear Imam targeted the heart of the world oppressor in his struggle, meaning the occupying regime. I have no doubt that the new wave that has started in Palestine, and we witness it in the Islamic world too, will eliminate this disgraceful stain from the Islamic world."
    (Quelle: www.nytimes.com, Einschübe in eckigen Klammern von der New York Times; Passagen in dreifach eckigen Klammern fehlen in der weiter unten wiedergegebenen MEMRI-Fassung)

    Einige Sätze davon in deutscher Übersetzung:
    "Man sagt, eine Welt ohne USA und Zionismus sei nicht möglich. Aber Sie wissen, daß das ein mögliches Ziel und eine mögliche Losung ist. [...] Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden. Und das war eine sehr weise Äußerung. Wir können mit dem Thema Palästina keine Kompromisse machen. [...] Unser lieber Imam zielte auf das Herzstück des Weltunterdrückers in seinem Kampf und meinte damit das Besatzungsregime. Ich habe keinen Zweifel, daß die neue Bewegung, die in Palästina begonnen hat - und wir nehmen das auch in der islamischen Welt wahr - den Schandfleck aus der islamischen Welt enfernen wird."

    Es wird klar. Die Äußerungen des iranischen Präsidenten sind in den Medien manipuliert wiedergegeben. Irans Präsident bezeichnet die Beseitigung der 'Regime', die in Israel und den USA an der Macht sind, als mögliches Ziel. Das ist richtig. Aber nirgends fordert er die Beseitigung oder Auslöschung Israels. Er macht deutlich, daß Veränderungen möglich sind. Das von den USA gestützte Schah-Regime in seinem eigenen Land wurde überwunden. Das östliche Herrschaftssystem der Sowjetunion kollabierte. Die Herrschaft Saddam Husseins ging zu Ende. Und so gibt er der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Israel bzw. Palästina Veränderungen möglich sein werden. Ayatollah Khomeini zitiert er unter Bezugnahme auf das Schah-Regime, der in diesem Zusammenhang davon gesprochen habe, das Regime (also das Schah-Regime) müsse beseitigt werden.

    Gewiss, Ahmadinedschad überträgt diese Äußerung hinsichtlich eines Regierungswechsels auch auf das besetzte Palästina. Das muß erlaubt sein. Sich in einem Land andere Verhältnisse zu wünschen, ist weltweit durchaus an der Tagesordnung. Aber aus der Forderung nach Beseitigung eines 'Regimes' die Forderung nach Beseitigung eines Staates zu konstruieren, ist grobe Irreführung. Das ist gefährliche Demagogie. Das ist Teil des Krieges gegen den Iran, der mit den Worten von Georg Meggle, Professor für Philosophie an der Universität Leipzig, bereits begonnen hat - nämlich mit der möglicherweise wichtigsten, der vorbereitenden Propaganda-Phase.

    Nur am Rande sei bemerkt, daß es der damalige stellvertretende Verteidigungsminister der USA und heutige Präsident der Weltbank, Paul D. Wolfowitz, war, der im September 2001 öffentlich ohne jede Scheu vom Auslöschen von Staaten sprach. Und es war Bush Vater, der vom gewinnbaren Atomkrieg sprach, wenn nur das Überleben einer Elite gesichert ist.

    Greifen wir ein Beispiel heraus. tagesschau.de schreibt am 27.10.2005 über Irans Präsidenten: "Er zitierte den iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini: 'Wie schon der Imam sagte, muss Israel von der Landkarte getilgt werden.'" Das ist eindeutig - und wir müssen befürchten bewußt - falsch wiedergegeben. Die beiden Stellen im Text des iranischen Präsidenten mit Bezug auf Ayatollah Khomeini lauten: "When our dear Imam said that the regime [Schah-Regime] must be removed, many of those who claimed to be politically well-informed said it was not possible." Und: "Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map and this was a very wise statement." In deutscher Übersetzung: "Als unser lieber Imam sagte, das [Schah-]Regime müsse beseitigt werden, sagten viele von denen, die sich für politisch gut informiert hielten, das das nicht möglich sei." Und: "Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden. Und das war eine sehr weise Äußerung." Nirgends nehmen diese Äußerungen Bezug auf Israel. Und wenn es zulässig sein sollte, einen solchen Bezug hinein zu interpretieren, bleibt es eindeutig unzulässig zu suggerieren, die Äußerungen hätten sich nicht auf das 'Regime', das die Palästinenser-Gebiete besetzt hält, sondern auf die Existenz des Staates Israel bezogen.

    Eine andere Manipulation ist es, wenn tageschau.de schreibt: "Es gibt keinen Zweifel: Die neue Anschlagswelle in Palästina wird das Stigma im Antlitz der islamischen Welt ausradieren." Dort, wo das Wort 'wave' steht, lesen wir bei tagesschau.de 'Anschlagswelle'. 'Das Wort 'wave' mit 'Anschlagswelle' wiederzugeben, ist Desinformation. Korrekt könnte es heißen: "Die neue Bewegung in Palästina wird den Schandfleck aus der islamischen Welt enfernen." Auch diese Äußerung bezieht sich auf das - im vorangegangenen Satz benannte - Besatzungsregime.

    Betrachten wir den Redetext zur Sicherheit noch in einer weiteren Übersetzung - in einer Fassung des in Washington ansässigen Middle East Media Research Institute (MEMRI):

    "They [ask]: 'Is it possible for us to witness a world without America and Zionism?' But you had best know that this slogan and this goal are attainable, and surely can be achieved. [[[...]]] "'When the dear Imam [Khomeini] said that [the Shah's] regime must go, and that we demand a world without dependent governments, many people who claimed to have political and other knowledge [asked], 'Is it possible [that the Shah's regime can be toppled]?' That day, when Imam [Khomeini] began his movement, all the powers supported [the Shah's] corrupt regime [[[...]]] and said it was not possible. However, our nation stood firm, and by now we have, for 27 years, been living without a government dependent on America. Imam [Khomeni] said: 'The rule of the East [U.S.S.R.] and of the West [U.S.] should be ended.' But the weak people who saw only the tiny world near them did not believe it. Nobody believed that we would one day witness the collapse of the Eastern Imperialism [i.e. the U.S.S.R], and said it was an iron regime. But in our short lifetime we have witnessed how this regime collapsed in such a way that we must look for it in libraries, and we can find no literature about it. Imam [Khomeini] said that Saddam [Hussein] must go, and that he would be humiliated in a way that was unprecedented. And what do you see today? A man who, 10 years ago, spoke as proudly as if he would live for eternity is today chained by the feet, and is now being tried in his own country [[[...]]] Imam [Khomeini] said: 'This regime that is occupying Qods [Jerusalem] must be eliminated from the pages of history.' This sentence is very wise. The issue of Palestine is not an issue on which we can compromise. Is it possible that an [Islamic] front allows another front [i.e. country] to arise in its [own] heart? This means defeat, and he who accepts the existence of this regime [i.e. Israel] in fact signs the defeat of the Islamic world. In his battle against the World of Arrogance, our dear Imam [Khomeini] set the regime occupying Qods [Jerusalem] as the target of his fight. I do not doubt that the new wave which has begun in our dear Palestine and which today we are also witnessing in the Islamic world is a wave of morality which has spread all over the Islamic world. Very soon, this stain of disgrace [i.e. Israel] will vanish from the center of the Islamic world - and this is attainable."
    (Quelle: http://memri.org, Einschübe in einfachen eckigen Klammern von MEMRI, Auslassungen gegenüber der 'New York Times' in dreifach eckigen Klammern)

    Hier kommt das Wort 'Karte' bzw. 'Landkarte', auf das die Medien so breit Bezug nehmen, gar nicht vor. Während es in der 'New York Times' geheißen hatte: "Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map" heißt es hier in der Fassung von MEMRI: "Imam [Khomeini] said: This regime that is occupying Qods [Jerusalem] must be eliminated from the pages of history." Auf deutsch: "Imam sagte: Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muß von den Seiten der Geschichte entfernt werden."

    MEMRI stellt der Übersetzung - gewissermaßen als Titel - folgende Formulierung voran: "Very Soon, This Stain of Disgrace [i.e. Israel] Will Be Purged From the Center of the Islamic World – and This is Attainable", reißt sie damit aus ihrem Zusammenhang und gibt ihr mittels der Einfügung 'i.e. Israel' den beabsichtigten verfälschenden Sinn. Ansonsten fällt auf, daß MEMRI diejenigen Passagen aus der Übersetzung beseitigt hat, die das von den USA gestützte Schah-Regime als Terror-System charakterisieren und damit gleichzeitig den Charakter der US-amerikanischen Politik erkennbar werden lassen.

    In Kürze seien hier noch zwei weitere Fälle von Mitte Dezember 2005 thematisiert: Der iranische Präsident wird - hier als Beispiel tagesschau.de vom 14.12.2005 - wie folgt wiedergegeben: "der Staat Israel solle in eine andere Weltgegend verlegt werden, etwa 'nach Europa, in die USA, nach Kanada oder Alaska'". Laut CNN vom 15.12.2005 lautet das Zitat aber wie folgt: "If you have burned the Jews, why don't you give a piece of Europe, the United States, Canada or Alaska to Israel. Our question is, if you have committed this huge crime, why should the innocent nation of Palestine pay for this crime?" In deutscher Übersetzung: "Wenn Ihr die Juden verbrannt habt, warum stellt Ihr dann nicht ein Stück von Europa, der USA, Kanadas oder Alaskas für Israel zur Verfügung. Unsere Frage ist: wenn ihr dieses gewaltige Verbrechen begangen habt, warum soll dann die unschuldige Nation von Palästina für dieses Verbrechen bezahlen?" Zwischen diesem rhetorischen Gedankenspiel und der Forderung nach Verlegung besteht ein essentieller Unterschied.

    Gleichzeitig ist dieses Zitat ein Beleg dafür, daß er den Holocaust - wie vielfach behauptet - keineswegs leugnet. Im Gegenteil: er bezeichnet das, was mit den Juden geschehen ist, als gewaltiges Verbrechen. Bei tagesschau.de vom 14.12.2005 dagegen lesen wir: "Der 'Mythos vom Massaker an den Juden' werde in den westlichen Staaten 'höher gestellt als Gott, die Religionen und die Propheten'." Oder an anderer Stelle: "Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete den Holocaust als 'Mythos'." Bei N24 am 14.12.2005 lautet das Zitat dagegen: "Sie haben im Namen des Holocaust einen Mythos geschaffen und schätzen diesen höher als Gott, die Religion und die Propheten". Auch hier besteht ein essentieller Unterschied. Was er laut N24 sagt, ist durchaus nachvollziehbar. Es kann nicht angehen, Verbrechen, die gegen das palästinensische Volk begangen werden, zu übersehen, weil es ein anderes Verbrechen, das gegen Juden begangen worden ist, gegeben hat. Die Nachkommen der Opfer dürfen in keinem Rechtssystem ungestraft zum Täter werden.

    Eine Reuters-Meldung vom 21.2.2006 bestätigt:
    "Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki hat [...] dementiert, dass sein Land den jüdischen Staat Israel 'von der Landkarte tilgen' wolle. [...] Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sei falsch verstanden worden. 'Niemand kann ein Land von der Landkarte entfernen.' Ahmadinedschad habe nicht den Staat Israel sondern das dortige Regime gemeint [...]. 'Wir erkennen dieses Regime nicht als rechtmäßig an.' [...] Mottaki erkannte auch an, dass es den Holocaust gegeben hat, bei dem während des Nationalsozialismus sechs Millionen Juden ermordet worden waren."
    Die Formulierungen der Meldung sind zwar irritierend. Es kann nicht dementiert werden, was gar nicht gesagt worden ist. Und die Meldung hat bei weitem nicht den Verbreitungsgrad wie die mit der Falschinformation. Aber trotzdem ist die Meldung bemerkenswert.


    Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki zum Holocaust:
    Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki hat dementiert, dass sein Land den jüdischen Staat Israel "von der Landkarte tilgen" wolle. Er sagte am 20. Feb. vor Journalisten in Brüssel, Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sei falsch verstanden worden. "Niemand kann ein Land von der Landkarte entfernen." Ahmadinedschad habe nicht den Staat Israel sondern das dortige Regime gemeint. "Wir erkennen dieses Regime nicht als rechtmäßig an." Mottaki erkannte auch an, dass es den Holocaust gegeben hat, bei dem während des Nationalsozialismus sechs Millionen Juden ermordet worden waren. Ahmadinedschad hatte den Holocaust im Dezember noch als einen Mythos bezeichnet. Vor dem Auswärtigen Ausschuss des Europäischen Parlaments sagte Mottaki einem Übersetzer zufolge: "Unsere Freunde in Europa unterstreichen, das solch ein Verbrechen stattgefunden hat. Und sie haben bestimmte Opferzahlen genannt. Wir bestreiten das nicht. Was wir hier aber sagen ist, warum sollen die Moslems einen Preis dafür bezahlen, dass dieses schreckliche Ereignis wiedergutgemacht wird?" (Quelle: Focus, 21. Feb.)
    Siehe unsere Iran-Chronik vom 20. Februar 2006


    Der nächste Schritt ist, den iranischen Präsidenten mit Hitler in Verbindung zu bringen. Am 20.2.2006 sagt der Vorsitzende des Rates der Juden in Frankreich (Crif) in Paris: "Die Erklärungen des iranischen Präsidenten stehen Hitlers 'Mein Kampf' in nichts nach". Paul Spiegel, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, bezeichnet die Äußerungen Mahmud Ahmadinedschads in der 'Welt' vom 10.12.2005 als "das Schlimmste, was ich in dieser Hinsicht von einem Staatsmann gehört habe seit Adolf Hitler". Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rückt den iranischen Präsidenten in die Nähe zu Hitler und Nationalsozialismus, indem sie am 4.2.2006 in München sagt: "Anfang der 30er Jahre haben auch viele gesagt, das ist nur Rhetorik. Man hätte rechtzeitig vieles verhindern können, wenn man gehandelt hätte... Wir haben uns in Deutschland verpflichtet, den Anfängen zu wehren und alles daran zu setzen, um deutlich zu machen, was geht und was nicht geht. Iran hat es selbst in der Hand."

    Das alles deutet auf Krieg. Slobodan Milosevic wurde zu Hitler. Es folgte der Krieg der Nato gegen Jugoslawien. Saddam Hussein wurde zu Hitler. Es folgte der Krieg der USA und ihrer Koalition der Willigen gegen den Irak. Jetzt wird der iranische Präsident zu Hitler.

    Und jemand wie Hitler kann hundertmal versichern, die Kernenergie friedlich nutzen zu wollen. Ihm wird nicht geglaubt. Jemand wie Hitler kann im Rahmen aller Verträge agieren. Ihm wird trotzdem vertragswidriges Handeln unterstellt. "Praktisch völlig übersehen wird im Westen, dass Anreicherung absolut legal ist. Kein Vertrag, kein Völkerrecht verbietet das. Im Gegenteil: Der Westen ist eigentlich verpflichtet, Iran dabei sogar zu helfen. So sieht es der Atomwaffensperrvertrag vor. Solange ein Land auf die Bombe verzichtet, hat es Anspruch auf technische Hilfe der Atommächte." (Jörg Pfuhl vom ARD-Hörfunkstudio Istanbul am 11.01.2006) Nur - das alles zählt nicht, wenn das Oberhaupt eines Staates als Hitler stigmatisiert ist.

    Original-Quelle der Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vom 26.10.2005 auf persisch: Iranian Students News Agency (ISNA), www.isna.ir.

    Und hier noch einige Zitate aus der deutschen Medienlandschaft von Ende Oktober 2005:

    Der Staat Israel solle dem Erdboden gleichgemacht werden - Aufruf des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zur Vernichtung Israels (taz) - Kriegserklärung gegen den jüdischen Staat - Irans Präsident fordert die Vernichtung Israels (Berliner Zeitung) - Irans Präsident fordert Zerstörung Israels (netzzeitung.de) - Mit Empörung hat die internationale Gemeinschaft auf den Aufruf des neuen iranischen Präsidenten zur Vernichtung Israels reagiert - Irans Präsident will den jüdischen Staat 'von der Landkarte tilgen' (Die Welt) - Irans Präsident will Israel von der Landkarte tilgen - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat zur Zerstörung Israels aufgerufen (Der Spiegel) - Irans neuer Staatschef: Israel 'von Landkarte radieren' (Focus) - Iran 'Von der Landkarte tilgen' - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Mittwoch zur Zerstörung Israels aufgerufen (Die Zeit) - Iran Präsident fordert Zerstörung Israels - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat dazu aufgerufen, Israel von der Landkarte zu tilgen (Stern) - Irans Präsident verlangt die 'Tilgung Israels' (Hamburger Abendblatt) - Vernichtung Israels befürwortet (Handelsblatt) - Iran schürt Nahost-Konflikt: 'Israel zerstören' (N24) - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat öffentlich gefordert, Israel von der Landkarte zu löschen (ZDF heute) - 'Von der Landkarte tilgen' - Irans Präsident fordert Vernichtung Israels - Ahmadinedschad: 'Schandfleck Israel tilgen' (tagesschau.de) - Aufruf zur Zerstörung Israels - Irans Präsident: Von der Karte tilgen (Rheinischer Merkur) - Irans Präsident will Israel zerstören - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat gefordert, Israel von der Landkarte zu löschen - Es ist das erste Mal seit Jahren, dass ein ranghoher iranischer Politiker öffentlich die Zerschlagung Israels verlangt (tagesanzeiger.ch) - Irans Präsident kündigt die Zerstörung Israels an - Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat am Mittwoch zur Zerstörung Israels aufgerufen (hagalil.com) - Iran: 'Israel wird ausradiert' (F.A.Z.) - Irans Präsident droht Israel Vernichtung an (Frankfurter Rundschau)

    Es ist haarsträubend. Die Gleichsetzung von 'Regime' und Existenz eines Staat ist - es läßt sich beim besten Willen nicht anders bezeichnen - undifferenzierte Propaganda. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem deutschsprachigen Teil der weltweiten Kampagne gegen den Iranischen Präsidenten.


    Die Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, 19.03.2006 (Friedensratschlag)
    http://www.galerie-arbeiterfotografie.de/iran/index-iran-0008.html


  6. #126

    Registriert seit
    13.02.2010
    Beiträge
    13.015
    noch was von der Propaganda "Israel Zerstören"-blabla

    genau so wie über Hamas lügen verbreitet wird, wird auch über Ahmadinejad lügen verbreitet nur damit die Pläne der Pro-Israelische&USA Regierungen sich durchsetzen können, und später die Taten rechtfertigen können...! reine Propaganda!

    Studenten der UNI Kassel (keine Muslime!) haben die rede von Ahmadinejad mal überprüft, hier das Ergebnis:
    Der Krieg gegen den Iran hat längst begonnen

    "Israel von der Landkarte löschen" - Über die angeblichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad

    Über den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist viel geschrieben und polemisiert worden. Die Äußerungen, die er im Herbst letzten Jahres im Zusammenhang mit Israel oder dem Holocaust gemacht hat, waren unerträglich. - Das ist Konsens - in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung, in der politischen Klasse. Doch was ist, wenn es sich bei den hier zu Lande kolportierten Zitaten und Zitatbruchstücken um Vereinfachungen, Verzerrungen, ja: Verfälschungen handelt?
    Nun, damit wird Ahmadinedschad noch lange nicht zum Demokraten. Und die in Teheran herrschende Verbindung von Politik und Religion muss deswegen auch nicht gleich für gut befunden werden. Und massive Menschenrechtsverletzungen, kürzlich wieder demonstriert beim Polizeieinsatz gegen Streikende, bleiben weiterhin ein Stein des Anstoßes und der berechtigten Kritik unsererseits. All das rechtfertigt aber keine Kriegsdrohungen und Kriegsvorbereitungen gegen einen souveränen Staat.

    Im Folgenden dokumentieren wir eine medienkritische Analyse der "Arbeiterfotografie", die unter Bezugnahme auf eine Veröffentlichung der ganzen Rede von Ahmadinedschad in der New York Times zeigt, welche Metamorphosen die Äußerungen des iranischen Präsidenten bei ihrem Weg in die westlichen Wohnzimmer durchgemacht haben. Mag die Darstellung dazu beitragen, die kritische Distanz unserer Leserinnen und Leser zu den Medien zu schärfen.


    Von Anneliese Fikenscher und Andreas Neumann*

    Israel dem Erdboden gleichmachen, zerschlagen, vernichten, zerstören, tilgen, ausradieren, von der Landkarte löschen - das habe der iranische Präsident gefordert - lesen oder hören wir Ende Oktober 2005 in der 'taz', in der 'Berliner Zeitung', der 'Welt', im 'stern', im 'Spiegel', in der 'Zeit', in der F.A.Z., der Frankfurter Rundschau, beim ZDF, in der Tagesschau und bei N24 - um nur einige zu nennen. Das, was hier verbreitet worden ist, hat gewirkt. Eine Kriegserklärung des Iran an Israel sei das. Man ist sich in den Medien offensichtlich einig in der Empörung. Sie geht rund um die Welt. Aber lesen wir genauer, was der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad gesagt hat. Es ist das Verdienst der 'New York Times', uns die Rede komplett zur Verfügung zu stellen. Hier ein Auszug der Veröffentlichung vom 30.10.2005:

    "They say it is not possible to have a world without the United States and Zionism. But you know that this is a possible goal and slogan. Let's take a step back. [[[ We had a hostile regime in this country which was undemocratic, armed to the teeth and, with SAVAK, its security apparatus of SAVAK [the intelligence bureau of the Shah of Iran's government] watched everyone. An environment of terror existed.]]] When our dear Imam [Ayatollah Ruhollah Khomeini, the founder the Iranian revolution] said that the regime must be removed, many of those who claimed to be politically well-informed said it was not possible. All the corrupt governments were in support of the regime when Imam Khomeini started his movement. [[[ All the Western and Eastern countries supported the regime even after the massacre of September 7 [1978] ]]] and said the removal of the regime was not possible. But our people resisted and it is 27 years now that we have survived without a regime dependant on the United States. The tyranny of the East and the West over the world must should end, but weak people who can see only what lies in front of them cannot believe this. Who could believe that one day we could witness the collapse of the Eastern Empire? But we have seen its fall during our lives and it collapsed in such a way that we have to refer to libraries because no trace of it is left. Imam [Khomeini] said Saddam must go and he said he would grow weaker than anyone could imagine. Now you see the man who spoke with such arrogance ten years ago that one would have thought he was immortal, is being tried in his own country in handcuffs and shackles [[[ by those who he believed supported him and with whose backing he committed his crimes ]]]. Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map and this was a very wise statement. We cannot compromise over the issue of Palestine. Is it possible to create a new front in the heart of an old front. This would be a defeat and whoever accepts the legitimacy of this regime [Israel] has in fact, signed the defeat of the Islamic world. Our dear Imam targeted the heart of the world oppressor in his struggle, meaning the occupying regime. I have no doubt that the new wave that has started in Palestine, and we witness it in the Islamic world too, will eliminate this disgraceful stain from the Islamic world."
    (Quelle: www.nytimes.com, Einschübe in eckigen Klammern von der New York Times; Passagen in dreifach eckigen Klammern fehlen in der weiter unten wiedergegebenen MEMRI-Fassung)

    Einige Sätze davon in deutscher Übersetzung:
    "Man sagt, eine Welt ohne USA und Zionismus sei nicht möglich. Aber Sie wissen, daß das ein mögliches Ziel und eine mögliche Losung ist. [...] Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden. Und das war eine sehr weise Äußerung. Wir können mit dem Thema Palästina keine Kompromisse machen. [...] Unser lieber Imam zielte auf das Herzstück des Weltunterdrückers in seinem Kampf und meinte damit das Besatzungsregime. Ich habe keinen Zweifel, daß die neue Bewegung, die in Palästina begonnen hat - und wir nehmen das auch in der islamischen Welt wahr - den Schandfleck aus der islamischen Welt enfernen wird."

    Es wird klar. Die Äußerungen des iranischen Präsidenten sind in den Medien manipuliert wiedergegeben. Irans Präsident bezeichnet die Beseitigung der 'Regime', die in Israel und den USA an der Macht sind, als mögliches Ziel. Das ist richtig. Aber nirgends fordert er die Beseitigung oder Auslöschung Israels. Er macht deutlich, daß Veränderungen möglich sind. Das von den USA gestützte Schah-Regime in seinem eigenen Land wurde überwunden. Das östliche Herrschaftssystem der Sowjetunion kollabierte. Die Herrschaft Saddam Husseins ging zu Ende. Und so gibt er der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Israel bzw. Palästina Veränderungen möglich sein werden. Ayatollah Khomeini zitiert er unter Bezugnahme auf das Schah-Regime, der in diesem Zusammenhang davon gesprochen habe, das Regime (also das Schah-Regime) müsse beseitigt werden.

    Gewiss, Ahmadinedschad überträgt diese Äußerung hinsichtlich eines Regierungswechsels auch auf das besetzte Palästina. Das muß erlaubt sein. Sich in einem Land andere Verhältnisse zu wünschen, ist weltweit durchaus an der Tagesordnung. Aber aus der Forderung nach Beseitigung eines 'Regimes' die Forderung nach Beseitigung eines Staates zu konstruieren, ist grobe Irreführung. Das ist gefährliche Demagogie. Das ist Teil des Krieges gegen den Iran, der mit den Worten von Georg Meggle, Professor für Philosophie an der Universität Leipzig, bereits begonnen hat - nämlich mit der möglicherweise wichtigsten, der vorbereitenden Propaganda-Phase.

    Nur am Rande sei bemerkt, daß es der damalige stellvertretende Verteidigungsminister der USA und heutige Präsident der Weltbank, Paul D. Wolfowitz, war, der im September 2001 öffentlich ohne jede Scheu vom Auslöschen von Staaten sprach. Und es war Bush Vater, der vom gewinnbaren Atomkrieg sprach, wenn nur das Überleben einer Elite gesichert ist.

    Greifen wir ein Beispiel heraus. tagesschau.de schreibt am 27.10.2005 über Irans Präsidenten: "Er zitierte den iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini: 'Wie schon der Imam sagte, muss Israel von der Landkarte getilgt werden.'" Das ist eindeutig - und wir müssen befürchten bewußt - falsch wiedergegeben. Die beiden Stellen im Text des iranischen Präsidenten mit Bezug auf Ayatollah Khomeini lauten: "When our dear Imam said that the regime [Schah-Regime] must be removed, many of those who claimed to be politically well-informed said it was not possible." Und: "Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map and this was a very wise statement." In deutscher Übersetzung: "Als unser lieber Imam sagte, das [Schah-]Regime müsse beseitigt werden, sagten viele von denen, die sich für politisch gut informiert hielten, das das nicht möglich sei." Und: "Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden. Und das war eine sehr weise Äußerung." Nirgends nehmen diese Äußerungen Bezug auf Israel. Und wenn es zulässig sein sollte, einen solchen Bezug hinein zu interpretieren, bleibt es eindeutig unzulässig zu suggerieren, die Äußerungen hätten sich nicht auf das 'Regime', das die Palästinenser-Gebiete besetzt hält, sondern auf die Existenz des Staates Israel bezogen.

    Eine andere Manipulation ist es, wenn tageschau.de schreibt: "Es gibt keinen Zweifel: Die neue Anschlagswelle in Palästina wird das Stigma im Antlitz der islamischen Welt ausradieren." Dort, wo das Wort 'wave' steht, lesen wir bei tagesschau.de 'Anschlagswelle'. 'Das Wort 'wave' mit 'Anschlagswelle' wiederzugeben, ist Desinformation. Korrekt könnte es heißen: "Die neue Bewegung in Palästina wird den Schandfleck aus der islamischen Welt enfernen." Auch diese Äußerung bezieht sich auf das - im vorangegangenen Satz benannte - Besatzungsregime.

    Betrachten wir den Redetext zur Sicherheit noch in einer weiteren Übersetzung - in einer Fassung des in Washington ansässigen Middle East Media Research Institute (MEMRI):

    "They [ask]: 'Is it possible for us to witness a world without America and Zionism?' But you had best know that this slogan and this goal are attainable, and surely can be achieved. [[[...]]] "'When the dear Imam [Khomeini] said that [the Shah's] regime must go, and that we demand a world without dependent governments, many people who claimed to have political and other knowledge [asked], 'Is it possible [that the Shah's regime can be toppled]?' That day, when Imam [Khomeini] began his movement, all the powers supported [the Shah's] corrupt regime [[[...]]] and said it was not possible. However, our nation stood firm, and by now we have, for 27 years, been living without a government dependent on America. Imam [Khomeni] said: 'The rule of the East [U.S.S.R.] and of the West [U.S.] should be ended.' But the weak people who saw only the tiny world near them did not believe it. Nobody believed that we would one day witness the collapse of the Eastern Imperialism [i.e. the U.S.S.R], and said it was an iron regime. But in our short lifetime we have witnessed how this regime collapsed in such a way that we must look for it in libraries, and we can find no literature about it. Imam [Khomeini] said that Saddam [Hussein] must go, and that he would be humiliated in a way that was unprecedented. And what do you see today? A man who, 10 years ago, spoke as proudly as if he would live for eternity is today chained by the feet, and is now being tried in his own country [[[...]]] Imam [Khomeini] said: 'This regime that is occupying Qods [Jerusalem] must be eliminated from the pages of history.' This sentence is very wise. The issue of Palestine is not an issue on which we can compromise. Is it possible that an [Islamic] front allows another front [i.e. country] to arise in its [own] heart? This means defeat, and he who accepts the existence of this regime [i.e. Israel] in fact signs the defeat of the Islamic world. In his battle against the World of Arrogance, our dear Imam [Khomeini] set the regime occupying Qods [Jerusalem] as the target of his fight. I do not doubt that the new wave which has begun in our dear Palestine and which today we are also witnessing in the Islamic world is a wave of morality which has spread all over the Islamic world. Very soon, this stain of disgrace [i.e. Israel] will vanish from the center of the Islamic world - and this is attainable."
    (Quelle: http://memri.org, Einschübe in einfachen eckigen Klammern von MEMRI, Auslassungen gegenüber der 'New York Times' in dreifach eckigen Klammern)

    Hier kommt das Wort 'Karte' bzw. 'Landkarte', auf das die Medien so breit Bezug nehmen, gar nicht vor. Während es in der 'New York Times' geheißen hatte: "Our dear Imam said that the occupying regime must be wiped off the map" heißt es hier in der Fassung von MEMRI: "Imam [Khomeini] said: This regime that is occupying Qods [Jerusalem] must be eliminated from the pages of history." Auf deutsch: "Imam sagte: Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muß von den Seiten der Geschichte entfernt werden."

    MEMRI stellt der Übersetzung - gewissermaßen als Titel - folgende Formulierung voran: "Very Soon, This Stain of Disgrace [i.e. Israel] Will Be Purged From the Center of the Islamic World – and This is Attainable", reißt sie damit aus ihrem Zusammenhang und gibt ihr mittels der Einfügung 'i.e. Israel' den beabsichtigten verfälschenden Sinn. Ansonsten fällt auf, daß MEMRI diejenigen Passagen aus der Übersetzung beseitigt hat, die das von den USA gestützte Schah-Regime als Terror-System charakterisieren und damit gleichzeitig den Charakter der US-amerikanischen Politik erkennbar werden lassen.

    In Kürze seien hier noch zwei weitere Fälle von Mitte Dezember 2005 thematisiert: Der iranische Präsident wird - hier als Beispiel tagesschau.de vom 14.12.2005 - wie folgt wiedergegeben: "der Staat Israel solle in eine andere Weltgegend verlegt werden, etwa 'nach Europa, in die USA, nach Kanada oder Alaska'". Laut CNN vom 15.12.2005 lautet das Zitat aber wie folgt: "If you have burned the Jews, why don't you give a piece of Europe, the United States, Canada or Alaska to Israel. Our question is, if you have committed this huge crime, why should the innocent nation of Palestine pay for this crime?" In deutscher Übersetzung: "Wenn Ihr die Juden verbrannt habt, warum stellt Ihr dann nicht ein Stück von Europa, der USA, Kanadas oder Alaskas für Israel zur Verfügung. Unsere Frage ist: wenn ihr dieses gewaltige Verbrechen begangen habt, warum soll dann die unschuldige Nation von Palästina für dieses Verbrechen bezahlen?" Zwischen diesem rhetorischen Gedankenspiel und der Forderung nach Verlegung besteht ein essentieller Unterschied.

    Gleichzeitig ist dieses Zitat ein Beleg dafür, daß er den Holocaust - wie vielfach behauptet - keineswegs leugnet. Im Gegenteil: er bezeichnet das, was mit den Juden geschehen ist, als gewaltiges Verbrechen. Bei tagesschau.de vom 14.12.2005 dagegen lesen wir: "Der 'Mythos vom Massaker an den Juden' werde in den westlichen Staaten 'höher gestellt als Gott, die Religionen und die Propheten'." Oder an anderer Stelle: "Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete den Holocaust als 'Mythos'." Bei N24 am 14.12.2005 lautet das Zitat dagegen: "Sie haben im Namen des Holocaust einen Mythos geschaffen und schätzen diesen höher als Gott, die Religion und die Propheten". Auch hier besteht ein essentieller Unterschied. Was er laut N24 sagt, ist durchaus nachvollziehbar. Es kann nicht angehen, Verbrechen, die gegen das palästinensische Volk begangen werden, zu übersehen, weil es ein anderes Verbrechen, das gegen Juden begangen worden ist, gegeben hat. Die Nachkommen der Opfer dürfen in keinem Rechtssystem ungestraft zum Täter werden.

    Eine Reuters-Meldung vom 21.2.2006 bestätigt:
    "Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki hat [...] dementiert, dass sein Land den jüdischen Staat Israel 'von der Landkarte tilgen' wolle. [...] Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sei falsch verstanden worden. 'Niemand kann ein Land von der Landkarte entfernen.' Ahmadinedschad habe nicht den Staat Israel sondern das dortige Regime gemeint [...]. 'Wir erkennen dieses Regime nicht als rechtmäßig an.' [...] Mottaki erkannte auch an, dass es den Holocaust gegeben hat, bei dem während des Nationalsozialismus sechs Millionen Juden ermordet worden waren."
    Die Formulierungen der Meldung sind zwar irritierend. Es kann nicht dementiert werden, was gar nicht gesagt worden ist. Und die Meldung hat bei weitem nicht den Verbreitungsgrad wie die mit der Falschinformation. Aber trotzdem ist die Meldung bemerkenswert.


    Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki zum Holocaust:
    Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki hat dementiert, dass sein Land den jüdischen Staat Israel "von der Landkarte tilgen" wolle. Er sagte am 20. Feb. vor Journalisten in Brüssel, Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sei falsch verstanden worden. "Niemand kann ein Land von der Landkarte entfernen." Ahmadinedschad habe nicht den Staat Israel sondern das dortige Regime gemeint. "Wir erkennen dieses Regime nicht als rechtmäßig an." Mottaki erkannte auch an, dass es den Holocaust gegeben hat, bei dem während des Nationalsozialismus sechs Millionen Juden ermordet worden waren. Ahmadinedschad hatte den Holocaust im Dezember noch als einen Mythos bezeichnet. Vor dem Auswärtigen Ausschuss des Europäischen Parlaments sagte Mottaki einem Übersetzer zufolge: "Unsere Freunde in Europa unterstreichen, das solch ein Verbrechen stattgefunden hat. Und sie haben bestimmte Opferzahlen genannt. Wir bestreiten das nicht. Was wir hier aber sagen ist, warum sollen die Moslems einen Preis dafür bezahlen, dass dieses schreckliche Ereignis wiedergutgemacht wird?" (Quelle: Focus, 21. Feb.)
    Siehe unsere Iran-Chronik vom 20. Februar 2006


    Der nächste Schritt ist, den iranischen Präsidenten mit Hitler in Verbindung zu bringen. Am 20.2.2006 sagt der Vorsitzende des Rates der Juden in Frankreich (Crif) in Paris: "Die Erklärungen des iranischen Präsidenten stehen Hitlers 'Mein Kampf' in nichts nach". Paul Spiegel, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, bezeichnet die Äußerungen Mahmud Ahmadinedschads in der 'Welt' vom 10.12.2005 als "das Schlimmste, was ich in dieser Hinsicht von einem Staatsmann gehört habe seit Adolf Hitler". Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rückt den iranischen Präsidenten in die Nähe zu Hitler und Nationalsozialismus, indem sie am 4.2.2006 in München sagt: "Anfang der 30er Jahre haben auch viele gesagt, das ist nur Rhetorik. Man hätte rechtzeitig vieles verhindern können, wenn man gehandelt hätte... Wir haben uns in Deutschland verpflichtet, den Anfängen zu wehren und alles daran zu setzen, um deutlich zu machen, was geht und was nicht geht. Iran hat es selbst in der Hand."

    Das alles deutet auf Krieg. Slobodan Milosevic wurde zu Hitler. Es folgte der Krieg der Nato gegen Jugoslawien. Saddam Hussein wurde zu Hitler. Es folgte der Krieg der USA und ihrer Koalition der Willigen gegen den Irak. Jetzt wird der iranische Präsident zu Hitler.

    Und jemand wie Hitler kann hundertmal versichern, die Kernenergie friedlich nutzen zu wollen. Ihm wird nicht geglaubt. Jemand wie Hitler kann im Rahmen aller Verträge agieren. Ihm wird trotzdem vertragswidriges Handeln unterstellt. "Praktisch völlig übersehen wird im Westen, dass Anreicherung absolut legal ist. Kein Vertrag, kein Völkerrecht verbietet das. Im Gegenteil: Der Westen ist eigentlich verpflichtet, Iran dabei sogar zu helfen. So sieht es der Atomwaffensperrvertrag vor. Solange ein Land auf die Bombe verzichtet, hat es Anspruch auf technische Hilfe der Atommächte." (Jörg Pfuhl vom ARD-Hörfunkstudio Istanbul am 11.01.2006) Nur - das alles zählt nicht, wenn das Oberhaupt eines Staates als Hitler stigmatisiert ist.

    Original-Quelle der Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vom 26.10.2005 auf persisch: Iranian Students News Agency (ISNA), www.isna.ir.

    Und hier noch einige Zitate aus der deutschen Medienlandschaft von Ende Oktober 2005:

    Der Staat Israel solle dem Erdboden gleichgemacht werden - Aufruf des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zur Vernichtung Israels (taz) - Kriegserklärung gegen den jüdischen Staat - Irans Präsident fordert die Vernichtung Israels (Berliner Zeitung) - Irans Präsident fordert Zerstörung Israels (netzzeitung.de) - Mit Empörung hat die internationale Gemeinschaft auf den Aufruf des neuen iranischen Präsidenten zur Vernichtung Israels reagiert - Irans Präsident will den jüdischen Staat 'von der Landkarte tilgen' (Die Welt) - Irans Präsident will Israel von der Landkarte tilgen - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat zur Zerstörung Israels aufgerufen (Der Spiegel) - Irans neuer Staatschef: Israel 'von Landkarte radieren' (Focus) - Iran 'Von der Landkarte tilgen' - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Mittwoch zur Zerstörung Israels aufgerufen (Die Zeit) - Iran Präsident fordert Zerstörung Israels - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat dazu aufgerufen, Israel von der Landkarte zu tilgen (Stern) - Irans Präsident verlangt die 'Tilgung Israels' (Hamburger Abendblatt) - Vernichtung Israels befürwortet (Handelsblatt) - Iran schürt Nahost-Konflikt: 'Israel zerstören' (N24) - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat öffentlich gefordert, Israel von der Landkarte zu löschen (ZDF heute) - 'Von der Landkarte tilgen' - Irans Präsident fordert Vernichtung Israels - Ahmadinedschad: 'Schandfleck Israel tilgen' (tagesschau.de) - Aufruf zur Zerstörung Israels - Irans Präsident: Von der Karte tilgen (Rheinischer Merkur) - Irans Präsident will Israel zerstören - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat gefordert, Israel von der Landkarte zu löschen - Es ist das erste Mal seit Jahren, dass ein ranghoher iranischer Politiker öffentlich die Zerschlagung Israels verlangt (tagesanzeiger.ch) - Irans Präsident kündigt die Zerstörung Israels an - Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat am Mittwoch zur Zerstörung Israels aufgerufen (hagalil.com) - Iran: 'Israel wird ausradiert' (F.A.Z.) - Irans Präsident droht Israel Vernichtung an (Frankfurter Rundschau)

    Es ist haarsträubend. Die Gleichsetzung von 'Regime' und Existenz eines Staat ist - es läßt sich beim besten Willen nicht anders bezeichnen - undifferenzierte Propaganda. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem deutschsprachigen Teil der weltweiten Kampagne gegen den Iranischen Präsidenten.


    Die Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, 19.03.2006 (Friedensratschlag)
    http://www.galerie-arbeiterfotografie.de/iran/index-iran-0008.html


  7. #127
    Avatar von Mala-iz-Sandzaka

    Registriert seit
    15.06.2011
    Beiträge
    232
    Die ganzen menschen sind doch verrückt geworden, Anschläge hier, Randale da..


  8. #128
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von Zar Beitrag anzeigen
    Würden sie einen krieg anfangen, wär das was anderes, aber so kann das nicht weitergehen, dass sie ständig unschuldige menschen mit ihren raketenangriffe töten und sogar kinder für ihre zwecke missbrauchen!
    Wie meinst du das?

    Ostjerusalem ist völkerrechtswidrig besetzt. Das die Juden, die dort leben, dies gerne in Frieden und Sicherheit tun möchten, verstehe ich völlig, aber es ändert nichts an der generellen Ungerechtigkeit, unter der die Palästinenser dort permanent leiden. Das, was diese Kinder dort tun, ist dumm und ineffektiv, und ich als Mutter hätte dem Jungen den Po verhauen dafür, dass er sich in so eine Situation begibt, aber von Menschen, die permanent schlecht behandelt werden, kann man kaum verlangen, dass sie ein intaktes, moralisches Bewußtsein entwickeln.

    Damit will ich keine Anschläge rechtfertigen, nur auf Dauer führt die Art und Weise, unter der die Palästinenser existieren, zwangsläufig zu Gewalt.

  9. #129

    Registriert seit
    13.05.2007
    Beiträge
    18.328
    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Ostjerusalem ist völkerrechtswidrig besetzt.
    ach ja? israel hat den gaza geräumt, was hat es dafür bekommen? ist jetzt dort der frieden ausgebrochen?

    im im nachhinein kann man sagen das dies ein großer fehler war. die raketen die früher auf die siedlungen in gaza geschossen wurden treffen jetzt das israelische mutterland. man muss net groß politik studiert haben um zu dem schluss zu kommen das eine räumung der siedlungen schwachsinnig wäre ohne im gegenzug etwas zu bekommen, etwas mehr als schöne worte und leere versprechungen...

  10. #130
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    ach ja? israel hat den gaza geräumt, was hat es dafür bekommen? ist jetzt dort der frieden ausgebrochen?

    im im nachhinein kann man sagen das dies ein großer fehler war. die raketen die früher auf die siedlungen in gaza geschossen wurden treffen jetzt das israelische mutterland. man muss net groß politik studiert haben um zu dem schluss zu kommen das eine räumung der siedlungen schwachsinnig wäre ohne im gegenzug etwas zu bekommen, etwas mehr als schöne worte und leere versprechungen...
    Was ach ja? Völkerrecht ist Völkerrecht, und das wird in dem Fall gebrochen. Das die Israelis Interesse an einer pragmatischen Lösung haben, und verständlicherweise Garantieen wollen, hat mit der juristischen Seite nichts zu tun.

    Allerdings muß man bei aller berechtigten Kritik an Israel auch sagen, dass die Herrscher der Nachbarländer mit ihren Völkern teilweise schlechter umgehen, als die Israelis mit den Palästinensern.

Ähnliche Themen

  1. Bürgermeiser überfährt Auto mit Panzer!
    Von TurkishRevenger im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 05.08.2011, 14:39
  2. Arab men seek Israeli brides
    Von John Wayne im Forum Rakija
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 20.04.2009, 22:27
  3. Oma überfährt junge Frau
    Von lepotan im Forum Rakija
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 08.11.2007, 14:33
  4. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 17.08.2005, 19:19