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Das Kalifat

Erstellt von citro, 06.09.2008, 15:22 Uhr · 101 Antworten · 3.877 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von meko

    Registriert seit
    15.05.2007
    Beiträge
    10.778
    Zitat Zitat von Perun Beitrag anzeigen
    Auf das Kalifat wird Geschießen.
    **geschissen.

  2. #102

    Registriert seit
    20.07.2008
    Beiträge
    1.024
    Zitat Zitat von meko Beitrag anzeigen
    **geschissen.
    nur krieg und scheisse im kopf
    hey wie soll ich das unten verstehen???

    Türkei - Kalifat oder Diktatur ?

    Samstag, den 12. Mai 2007 um 13:05 Uhr von TheRealBook
    Der einzige Präsidentschaftskandidat, Außenminister Abdullah Gül, wurde zweimal mit seiner Kandidatur zum Scheitern gebracht. Photo: dpa Was macht die Türkei für die EU-Erweiterungsbeschwörer so attraktiv? Ihr erstes Einflusshandeln nach der Wahl des französischen Präsidenten N. Sarkozy galt, wen überrascht es noch, dessen entschlossener Haltung gegen einen EU-Beitritt des Kandidatenlandes Türkei. Sarkozy muss schleunigst umgepolt, und hierfür von der EU-Tauglichkeit eines islamischen Landes in Aufruhr überzeugt werden, welches zwar den Beginn des asiatischen Kontinents einformt, sich aber mit dem kleinen Thrakischen Finger an europäisches Festland krallt.
    Dieser Finger hat offenbar so starke Symbolkraft für die EU-Erweiterungs-Weisen Rehn, Barroso, Solana & Co., dass sie sich genötigt fühlen, alles Erdenkliche zu unternehmen, um die Gemeinschaft und deren Ingenieure von den Vorteilen eines Beitrittslandes zu überzeugen, das - de facto als ein dem westlich-europäischen Proprium entgegengesetztes Konstrukt - derzeit wieder einmal um sein eigenes politisches Überleben kämpft.
    Immer wieder exerzierte der Staat Türkei seit seiner Gründung im Jahre 1923 vor, dass er nicht auf zwei Beinen zu stehen vermag. Umso mehr erstaunt die Selbstsicherheit und das “Gott”-Vertrauen jener, die vollbrüstig auf den Atatürk’schen Slogan schwören, dass sich einer “glücklich nennen könne, der ein Türke sei”. Man gehört schließlich einer “heroischen Rasse” an, derer man sich bereits beim morgendlichen Absingen der Nationalhymne vor dem Schulunterricht besinnt. Die Kreation des Türkentums à la Atatürk ist tatsächlich einer näheren Betrachtung wert, aus der man mit ein wenig Glück vielleicht sogar eines Tages schlau wird.
    Um die post-osmanischen Restbestände nach den Wirren des I. Weltkrieges vor dem vollständigen Zerfall zu retten, galt es, abgesehen von der Festigung und Konturierung eines überlebensfähigen Staatsgebildes, auch das Design einer nationalen Identität zu entwerfen. Hier legte sich der Staatsgründer ganz besonders ins Zeug und half ein “-Tum” zu entwickeln, welches seit dem 1. Juni 2005 sogar gesetzlich geschützt ist und dessen Verletzung oder Beleidigung einen den Kopf kürzen kann (Paragraf 301, Türkisches Strgb. “Beleidigung des Türkentums, der Republik und seiner Institutionen und der Organe des Staates”).
    Atatürk propagierte ein neues Türkentum, welches tief verwurzelt in seiner Kulturgeschichte, in einem sich daraus erklärenden Großmachtsbewusstsein sowie in einem aufgeklärten Zukunftsglauben der modernen westlichen Welt entgegenwachsen sollte. Atatürks empfohlene Blickrichtung für das Türkentum war der Westen. Seine bedeutendste Wegbereitung für den westlichen Kurs bestand in der Abschaffung des Sultanats und des Kalifats. Und in der strikten Trennung von Staatspolitik und Religion. Der Atatürkische Laizismus wurde zur neuen Staatsreligion.
    Während man in der türkischen Gesellschaft das Sultanat fortan nicht zu missen schien, verzieh ein großer Bevölkerungsteil der Türken die Entmachtung und Entwertung der Religion deshalb nicht, weil er solches innerlich nicht verkraftete. Hier versetzte der Staatsgründer der Volksseele einen zu tiefen Schnitt, der bis heute nicht ausgeheilt ist.

    Eine Staatslüge bricht zusammen
    Das Sultanat wurde abeglöst von einem rigorosen Staats- und Militärapparat, um das Wesen des Atatürk’schen Laizismus’ zu festigen und zu schützen. Anstelle einer modernen staatsprofilierenden politischen Dynamik entwickelte sich eine starre Über-Ordnung, die auf Beobachtung, Verfolgung und Gängelung der eigenen Bevölkerung abzielte und sich schließlich selbst zu deren Feind erklärte. Verfolgung und Dauer-Krieg im eigenen Land, zum Beispiel gegen ethnische und religiöse Minderheiten und gegen Non-Konformisten aus dem intellektuellen Lager, ist eine seit Dekaden gängige Staatspädagogik in der Türkei. Den zahlreichen Coup d’Etats haftet inzwischen Regelmäßigkeit an - als Korrektur der Republik auf Abwegen.
    Heute bricht eine Staatslüge in sich zusammen. Man ist nicht einmal fähig, einen neuen Präsidenten zu wählen. Zum einen, weil es überhaupt an Kandidaten fehlt, zum anderen, weil der einzige Kandidat, Außenminister Abdullah Gül von der islamistischen AKP, zweimal mit seiner Kandidatur zum Scheitern gebracht wurde. Die rasende, weil bedeutungslose Oppositionspartei CHP stellte sich das allmächtige Militär ins Orchester, um allen demokratischen Regeln grundsätzlich den Marsch zu blasen. Jetzt wird gewurstelt. Die Verfassung wird schleungigst umgeändert, der Präsident soll nun vom Volk gewählt werden, die Amtszeit des Staatsoberhauptes von sieben auf fünf Jahre verkürzt, etc… Keine Zeit, die Dinge in Ruhe zu prüfen und auszuhandeln. Keine Zeit für Demokratie. Das Volk ist verunsichert und teilweise in Aufruhr. Vor allem gespalten.
    Hier die Laizisten auf Atatürk-Kurs, der nie ein demokratischer war, sondern geradewegs in eine starre, totalitäre Machtattitüde des Staates führte - dort die Islamisten, die während ihres vergleichsweise kurzen Regierens mehr demokratiefreundliche Reformen auf die Beine zu stellen vermochten als die säkulare Nomenklatura in mehr als acht Jahrzehnten Regierens im Namen Atatürks.
    Die Laizisten misstrauen den Demokratie-Absichten ihrer religiösen Regierung zutiefst, wobei sich inzwischen auch die in ihren Reihen fest verwurzelten Ultranationalisten von einer westlich geprägten Demokratie-Idee heftig distanzierten. Den Islamisten wirft man vor, sie betrieben Scheindemokratie- und -reformpolitik “zugunsten” einer schleichenden Islamisierung der säkularen Türkei. Was tun mit zwei grundsätzlich unvereinbaren Identitäten ?
    Und wie säkular ist die Türkei nun wirklich ? Weiß man denn nicht längst um die Symbiose der ultranationalen Atatürkisten und der Islamisten ? Ultranationalisten, jene Grauwölfischen Eminenzen, haben einstweilen beide Lager erfolgreich unterwandert, das der Säkularisten und das der Klerikalisten, wobei die Synthese mit letzteren eine gelungenere zu sein scheint. Die Religion will sich die türkische Bevölkerung nämlich nicht nehmen lassen. Zwar wird sie sich im Sinne des vorgeschriebenen Türkentums gern stolz und glücklich nennen, doch nur im Verbund mit koranischem Gesetz und islamischer Zivilisationstradition.

    Das türkische Volk will religiös wählen.
    Nirgends würde heute das Kalifat auf fruchtbareren Boden fallen als derzeit in der Türkei. Der alte Traum, genährt aus dem schmerzhaften, weil historisch verordneten Verlust, stößt immer wieder auf. Hunderttausende Anhänger des Kalifen von Köln, Metin Kaplan, derzeit in der Türkei inhaftiert wegen Aufrufes zu Umsturz und Mord, warten nicht nur in der Türkei auf die Wiederkunft ihres Erlösungsheiligen. Auch in Deutschland haben sich türkische Kalifatszellen fest etabliert und ideologisieren ein Groß-Kalifat Almanya herbei.
    Das türkische Volk will religiös wählen. Und weil es das zu tun droht, wird das “Große Denkmal” - so die Namensübersetzung des Obersten Generals BüyükanÄ�t - vielleicht noch einmal gewaltig mit dem Säbel rasseln, um den eigenen Leuten den Krieg zu erklären. Wozu hat es schließlich einen so mächtigen Schutz-Apparat ?
    Gül will sich erneut der Wahl stellen, wenn das Volk zur Präsidentenwahl aufgefordert wird. Er darf sich auf einen Mega-Sieg gefasst machen und den EU-Erweiterungspopheten im Anschluss beweisen, dass er, wie von EU-Seite stets beschwichtigend betont, ein “ehemaliger Islamist” sei. Dass es im Islam kein Zurück gibt, werden wir in den kommenden Türkei-Lernmodulen dann eindrucksvoll erfahren.

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