Am Samstag, 13. August warte ich mit den Mitgliedern des ökumenischen Forums Münchenbuchsee vor der Moschee an der Hochfeldstrasse in Bern. Wir sind eingeladen zum Gebet und dem Essen nach Sonnenuntergang während des Ramadans, des Fastens.

Was werde ich erleben?

Zuerst warten wir draussen auf dem Parkplatz des Mehrfamilienhauses. Eine religiöse Gruppe in der Minderheit, dieses Bild steigt in mir auf. Wir vor Jahren die Katholiken im Kanton Bern.
Ein Mann kommt nach draussen und lädt uns ein, einzutreten. Wir werden sehr herzlich empfangen. Ziehen die Schuhe aus, die Jacken werden uns abgenommen. In der Moschee begrüsst uns Mustafa Memeti, der Iman. Beschieden, mit offenem Herzen. Er lädt uns ein, auf dem Teppichboden Platz zu nehmen.

Ein erstes Gespräch mit uns Gästen beginnt. Männer decken gleichzeitig den Tisch für das anschliessende gemeinsame Essen zum Fastenbrechen. Die Moschee füllt sich mehr und mehr mit Männern unterschiedlichen Alters. Ein junger Mann singt vor, die Männer antworten. Sie beten mit ihrem ganzen Körper:knien, werfen sich nieder, stehen auf, fahren mit ihren Händen über das Gesicht. Der Iman spricht, die Männer antworten. Das erste Gebet ist beendet.

Wir werden zu den Tischen im hinteren Teil gebeten. Männer bedienen. Die Gespräche an den Tischen kommen mehr und mehr in Fluss. Ich erfahre ihre Berufe, ihre Geschichten und die Zuversicht, dass es irgend einmal auch in der Schweiz weitere Moscheen mit einem Minarett geben wird.
Wir machen uns bereit, zu gehen. Alle Männer stehen auf und geben jeder und jedem von uns die Hand.

Auf dem Weg nach Hause merke ich, wie mich der Besuch beeindruckt hat:

- Männer leben ihre Religion. Junge nehmen sich Zeit für das Gebet, singen vor, servieren am Tisch.
- Ihre Frauen versammelten sich in einem Nebenraum. Sie haben eine andere Stellung. die Frauen des ökumenischen Forums wurden wie die Männer behandelt.
- Ihr Glaube führt sie zusammen, gibt ihnen Halt für ihr Leben in der Schweiz.
- Die Moschee liegt im Untergeschoss, eng. Manchmal, so hörte ich, platzt sie fast aus allen Nähten.

Abaz Imeri aus Münchenbuchsee hat uns zum Besuch in seiner Moschee eingeladen. Ihm und dem Iman Mustafa Memeti herzlichen Dank für diesen eindrücklichen Abend.
Wir freuen uns, sie am 27. November als Gäste in Münchenbuchsee begrüssen zu dürfen.




Felix Weder-Stöckli, katholische Seelsorger