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Kinderarbeit in Albanien

Erstellt von SchwarzeMamba, 01.08.2006, 19:25 Uhr · 19 Antworten · 1.631 Aufrufe

  1. #11

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    Hallo, THEMA: Kinderarbeit in Albanien

  2. #12

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    251

    Re: Kinderarbeit in Albanien

    Zitat Zitat von SchwarzeMamba
    Ich bin der ich bin. Ein Individuum, und lasse mich durch Rassetheorien definieren...

    Wenn ich nun deine komische Rassewelt weiterspinne -> woher stammen all die hunderttausende Blonden, hellheutigen Albaner? -----> Kaukasus ...... ? lol

    Man Du wurdest zur falschen Zeit am falschen Ort geboren - im 3. Reich gab es Rassekunde - wie ekelhaft - wäre genau das richtige für dich gewesen, Herr Himmler.
    Ist zwar nicht mein Fachgebiet , aber ist dass nicht so , das der Mensch die Gene nicht vererben kann?

    Ihr seid im Balkan eingewandert und seid dunkler als die Ost und Westslawen , die Albaner sind Balkanesen und denen sehr ihr nicht ganz unähnlich aus

    Oder was denkst du?

    Komm , schalt dann wenigstens du dein Gehrin ein ,du kannst zumindestens das Gegenteil beweisen, es scheint das es schmerzhaft für euch klingen mag und ihr auch nur primitiv und beleidigend drauf antwortet

  3. #13

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    Zitat Zitat von SchwarzeMamba
    Hallo, THEMA: Kinderarbeit in Albanien
    Und was sollen wir mit deinen Beitrag , das ist nur Panikmache und Provokationen und Propaganda und dienen nicht zur Diskussion in diesen Forum bei , sondern nur Ärger

    Weisst du , ihr Serben seid uns Albaner scheiss egal , wir interressieren uns nicht für euch , sondern ihr habt mäcthige Probleme

    Was wollt hr von Albanien geschweige denn Kosova , wo dort nur einige serbische Rentner leben

  4. #14

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    Re: Kinderarbeit in Albanien

    Zitat Zitat von Sulejman
    Zitat Zitat von SchwarzeMamba
    Ich bin der ich bin. Ein Individuum, und lasse mich durch Rassetheorien definieren...

    Wenn ich nun deine komische Rassewelt weiterspinne -> woher stammen all die hunderttausende Blonden, hellheutigen Albaner? -----> Kaukasus ...... ? lol

    Man Du wurdest zur falschen Zeit am falschen Ort geboren - im 3. Reich gab es Rassekunde - wie ekelhaft - wäre genau das richtige für dich gewesen, Herr Himmler.
    Ist zwar nicht mein Fachgebiet , aber ist dass nicht so , das der Mensch die Gene nicht vererben kann?

    Ihr seid im Balkan eingewandert und seid dunkler als die Ost und Westslawen , die Albaner sind Balkanesen und denen sehr ihr nicht ganz unähnlich aus

    Oder was denkst du?

    Komm , schalt dann wenigstens du dein Gehrin ein ,du kannst zumindestens das Gegenteil beweisen, es scheint das es schmerzhaft für euch klingen mag und ihr auch nur primitiv und beleidigend drauf antwortet
    Ich verrat dir was. Nicht mal die besten Wissenschaftler dieses Fachgebietes können die Wege und Entstehungen der verschiedenen Völker kaum nachvollziehen. Sie können nur mutmassen und Theorien aufstellen. Und eine Theorie prallt auf die Theorie eines anderen. So ist es und nicht anders. Also zurück zum ZDF - Bericht, der die Kinderarbeit in Albanien zeigt. Mann, Serbien scheint ein Paradies verglichen dazu zu sein. Jetzt mal ohne Übertreibung. Wo ist da Propaganda -> nackte Wahrheit, einfach die nackte Wahrheit, und jeder weiss das.

  5. #15

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    Re: Kinderarbeit in Albanien

    Zitat Zitat von SchwarzeMamba

    Ich verrat dir was. Nicht mal die besten Wissenschaftler dieses Fachgebietes können die Wege und Entstehungen der verschiedenen Völker kaum nachvollziehen. Sie können nur mutmassen und Theorien aufstellen. Und eine Theorie prallt auf die Theorie eines anderen. So ist es und nicht anders. Also zurück zum ZDF - Bericht, der die Kinderarbeit in Albanien zeigt. Mann, Serbien scheint ein Paradies verglichen dazu zu sein. Jetzt mal ohne Übertreibung. Wo ist da Propaganda -> nackte Wahrheit, einfach die nackte Wahrheit, und jeder weiss das.

    http://dienekes.ifreepages.com/blog/...es/000220.html

    Du musst denn DNA-Vergleich dieser Völker vergleichen

    Und Rausgefunden?

    Das sie alle miteinander zu denn Albanern eine genetische Verwandtschaft haben?

    Ich weiss , meine Vorfahren waren grosszügige Samenspender

    Ist ja auch klar in einem Sieldugsraum wo Albaner denn ganzen Balken in gewisser Zeit einst gelebt haben , wird auch alles eher bissle albanisch sein

  6. #16

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    Re: Kinderarbeit in Albanien

    Zitat Zitat von SchwarzeMamba
    Also zurück zum ZDF - Bericht, der die Kinderarbeit in Albanien zeigt. .....

    Keine Zeit muss , weg , seih froh das ich auch noch grosszügig war , auch noch bei deinen Thread eingegangen bin , dass keiner getan hätte

  7. #17

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    Re: Kinderarbeit in Albanien

    Fallmerayer Thesis.

    Noch Kommentare nötig?

    Hat dein Held die genetische Strukur von Millionen Menschen untersucht? Nein, wahrscheinlich von 10 bis 200 Individuen. Also wieder einer mit einer neuen Theorie. Muss man alles gelassen ansehen.

  8. #18
    Avatar von shvaler

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    hab nen interessanten bericht aus der Zeit gefunden

    DIE ZEIT


    Die Ware Kind

    Menschenhandel in Albanien: Sie werden verkauft, versklavt und vergewaltigt. Die Kinder von Elbasan haben keine Zukunft

    Von Jörn Klare

    Thessaloniki/Elbasan

    In der griechischen Hafenstadt Thessaloniki zeigt das Thermometer auch am späten Abend noch 27 Grad. Milena ist müde. Seit zwölf Stunden schon streift sie durch die beliebten Restaurants am Athonosplatz. Sie versucht, den Gästen kleine Heiligenbilder zu verkaufen. Milena ist neun Jahre alt. Woher sie kommt, wo ihre Eltern sind, möchte sie nicht sagen. „Sie hat Angst“, erklärt Arina*, eine 26-jährige Diplompsychologin, die im Auftrag einer griechischen Hilfsorganisation Straßenkinder in Thessaloniki betreut.

    Die Kinder sind nicht freiwillig hier. Die meisten stammen aus Albanien. Sie werden zur Arbeit gezwungen. Am Athonosplatz machen sich an diesem Abend ein gutes Dutzend an die Touristen heran. Etwa 1000 albanische Kinder streifen allein durch Thessaloniki, schätzte die britische Organisation Save the Children im vergangenen Jahr.

    800 Euro „Ablöse“ gibt es – für eine Tochter

    Bis zu 100 Euro am Tag erwarten die Hintermänner von jedem Kind. Sie sorgen für saubere und gepflegte Kleidung. „Das ist ihre neue Strategie“, kommentiert Arina. Noch vor kurzem wirkten die Kinder verwahrlost. Einige mussten regelmäßig Haarshampoo trinken, damit sie krank wurden und vor allem krank aussahen. Das half beim Betteln. Doch erregte ihr Zustand auch öffentliche Aufmerksamkeit, und so etwas war schädlich fürs Geschäft. Und das wollen sich die „Bosse“ nicht verderben lassen. So werden die Kinder besser eingekleidet, aber mit Druck und Schlägen zum Schweigen gezwungen. Eine Kollegin von Arina erhielt sogar Morddrohungen.

    Die brutale Taktik ist erfolgreich. Konkrete Zahlen fehlen ebenso wie detaillierte Informationen über die Hintergründe. Doch werden nach vorsichtigen Schätzungen der renommierten Schweizer Stiftung terre des hommes pro Jahr mehr als 3000 Kinder aus dem Süden Albaniens nach Griechenland geschleust. Ein Großteil von ihnen stammt aus Elbasan. Die Bezirkshauptstadt mit ihren 80000 Einwohnern, in der die Arbeitslosigkeit etwa 60 Prozent erreicht, liegt 50 Kilometer südlich von Tirana.

    In Elbasan ist die 15-jährige Vilma* bereit, ihre Geschichte zu erzählen. Es ist die Tragödie einer verkauften Kindheit. Als Vilma vier Jahre alt war, schmuggelte ein Nachbar sie zum ersten Mal nach Griechenland. Sie musste betteln. Zwölf Stunden am Tag, zwei Jahre lang. Der Stiefvater wurde an den Einnahmen beteiligt. Im Alter von sechs Jahren griffen die griechischen Behörden sie auf und schickten sie nach Hause. Doch immer wieder musste Vilma zurück nach Thessaloniki. Mal ging es in tagelangen Fußmärschen direkt über die Berge, mal mit einem Umweg über das nahe Makedonien. Kinder, die unterwegs zu erschöpft waren, um weiterzugehen, wurden einfach zurückgelassen.

    Vilma erzählt vom Leben mit den 14 Stiefgeschwistern in der Zweizimmerwohnung und spricht von ihrem Traum, Sängerin zu werden. Dann berichtet sie von der Stiefschwester, die der Vater an diesem Morgen nach Italien verkaufte. Umgerechnet 800 Euro „Ablöse“ habe er dafür kassiert. Die 23-jährige Frau war erst im letzten Dezember zu ihrer Familie zurückgekehrt, nachdem sie schon vier Jahre in einem Bordell in der Nähe von Rom gearbeitet hatte. Beim ersten Mal wurde sie von einem Cousin geraubt und verkauft. Damals ging der Vater leer aus.

    Ein hochtouriges Schnellboot, das bis zu 40 Passagiere laden kann, braucht für die nächtliche Überquerung der Adria nur eine gute Stunde. Etwa 1000 Euro kostet ein Platz. Am Zielort zahlen die lokalen Zuhälter dann je nach „Marktwert“ zwischen 4000 und 10000 Euro für eine Frau. Ein EU-Visum ist auf dem Schwarzmarkt für gut 2500 Euro zu haben. Save the Children gibt die Zahl der albanischen Prostituierten in Westeuropa mit etwa 30000 an. Nach Auskunft der belgischen Polizei waren im vergangenen Jahr knapp die Hälfte aller Ausländerinnen, die in Belgien zur Prostitution gezwungen wurden, albanische Mädchen im Alter von 14 bis 15 Jahren. Auch drei weitere Stiefschwestern von Vilma sind schon nach Italien geschmuggelt worden. „Natürlich“ arbeiten sie ebenfalls als Prostituierte. Eine der jungen Frauen ist inzwischen verschwunden. Von einem drei Monate alten Baby, das der Vater bereits vor sechs Jahren für umgerechnet 800 Euro nach Griechenland verkauft hatte, fehlt ebenfalls jede Spur. Alle Angaben werden von Vincent Tournecuillert bestätigt. Im Auftrag von terre des hommes Lausanne kümmert sich der Bretone um die von Ausbeutung bedrohten Kinder in Elbasan. Zumindest versucht er das. Es sind sehr viele Kinder, die Hilfe brauchen. Zur „Handelsware“ gehören auch Mädchen und Frauen aus anderen osteuropäischen Staaten wie Moldawien, Rumänien und Bulgarien sowie Kurdinnen, Iranerinnen und Afghaninnen. Albanische Zuhälter sind selbst in dieser Szene wegen ihrer rücksichtslosen Brutalität gefürchtet. Es gibt Gerüchte über spezielle „Abrichtungslager“, in denen die Frauen durch systematische Vergewaltigungen auf den Markt „vorbereitet“ werden. Um ihre Entschlossenheit zu unterstreichen, ließen die „Bosse“ angeblich sogar einige Frauen exekutieren.

    Einem ähnlichen Schicksal soll Vilma entgehen. Vincent Tournecuillert bemüht sich, ihr einen Schulabschluss zu ermöglichen. Im Alter von acht Jahren war Vilma von ihrem „Boss“ sexuell missbraucht worden. Darüber reden kann sie nicht. Sie hat es mithilfe eindeutiger Zeichnungen mitgeteilt, erzählt Tournecuillert. Er fürchtet, dass auch Vilma nach Italien verkauft werden könnte, und er ist sich nicht sicher, ob er das verhindern kann. Als das Mädchen vor Monaten wegen der anderen erlittenen Verbrechen Anklage erheben wollte, wurde sie von den albanischen Polizisten geschlagen. Das Monatsgehalt eines Beamten liegt bei 120 Euro. Eine „normale“ fünfköpfige Familie braucht im Monat etwa 400 Euro. Die Differenzsumme zahlen in nicht wenigen Fällen die „Bosse“.

    Albanien liegt zwar in Europa, bildete aber 45 Jahre lang eine Welt für sich. Bis 1991 war es unter einer stalinistischen Diktatur erstarrt. Auch nach der Wende und vor allem nach dem chaotischen Zusammenbruch des Staates 1997 traf das Elend vor allem wieder diejenigen, die auch schon vorher am Rande der Gesellschaft standen. Menschen, die wegen mangelnder Bildung oder – wie die Minderheit der Roma – wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit unterprivilegiert waren und sind. Ihr Schicksal spiegelt sich in den Elendsvierteln von Elbasan. Die Mietskasernen sind so verrottet, dass ihre Treppen wegen der Einsturzgefahr von nur jeweils einer Person betreten werden dürfen.

    Die erzählten Geschichten ähneln einander. Es gibt Kinder, die geraubt oder von den Eltern verkauft und vermietet wurden und werden. Es gibt Kinder, die froh sind, wieder zurück zu sein, und Kinder, die freiwillig lieber wieder im Ausland betteln wollen, als weiter in dieser Trostlosigkeit zu leben. Dazu gibt es Väter, die eher ihre Nachkommen als den obligatorischen Fernseher verkaufen; Väter, die den Beinamen „Rakiri“ tragen, weil sie dem billigen Schnaps verfallen sind; Väter, die ihre Stieftöchter schwängern und dann nicht für die Kinder – die Enkelinnen und Töchter zugleich sind – sorgen können. Und es gibt Mütter, die hilflos und überfordert Lügengeschichten erzählen, weil sie das Unrecht spüren, das sie ihren Kindern antun; Mütter, die vor Glück weinen, weil sie ihre Kinder wiederhaben, und kurz darauf verzweifelt schluchzen, weil sie nicht wissen, wie sie dieselben großziehen sollen.

    „Jeder in der Stadt weiß Bescheid“, erklärt Robert Stratoberdha, Leiter der vorwiegend von Unicef finanzierten NFP, einer albanischen Organisation, die sich um die sozialen Belange von Minderjährigen kümmert. Die staatliche Sozialhilfe ist völlig ungenügend und beträgt für eine vierköpfige Familie etwa 30 Euro im Monat. Ein Kind kann in Griechenland an einem einzigen Tag dreimal so viel „verdienen“.

    In der Hauptstadt Tirana leitet Arni Jashralli, ein Mann von Anfang 50, seit dem vergangenen Jahr eine neu geschaffene Polizeibehörde, die ausschließlich den Handel mit illegalen Gütern bekämpfen soll. Dazu zählen neben Autos, Drogen, Waffen und Kunstschätzen auch Menschen. Jashrallis Arbeit steht für die zaghaft wachsenden Bemühungen der albanischen Regierung, die Probleme anzugehen. Tirana kann den Druck des Auslands nicht länger ignorieren.

    Die Erfolge sind vorerst dürftig. Bis heute gibt es nach Aussage von Natasha Pepivani, der zuständigen Direktorin im Sozialministerium, keine staatlichen Maßnahmen, die sich gezielt mit sozialen Problemen und Folgen des Kinderhandels auseinander setzen. Offizielle Statistiken und verlässliche Daten kann auch sie nicht bieten. „Wir stehen erst am Anfang“, räumt Polizeidirektor Jashralli ein. Er wirkt hilflos. Aber er will die „Probleme entschieden angehen“. Es ist fraglich, ob das Vilmas Generation noch erreicht.

    * Namen von der Redaktion geändert

    (c) DIE ZEIT 04.09.2003 Nr.37


  9. #19

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    Zitat Zitat von shvaler
    hab nen interessanten bericht aus der Zeit gefunden

    DIE ZEIT


    Die Ware Kind

    Menschenhandel in Albanien: Sie werden verkauft, versklavt und vergewaltigt. Die Kinder von Elbasan haben keine Zukunft

    Von Jörn Klare

    Thessaloniki/Elbasan

    In der griechischen Hafenstadt Thessaloniki zeigt das Thermometer auch am späten Abend noch 27 Grad. Milena ist müde. Seit zwölf Stunden schon streift sie durch die beliebten Restaurants am Athonosplatz. Sie versucht, den Gästen kleine Heiligenbilder zu verkaufen. Milena ist neun Jahre alt. Woher sie kommt, wo ihre Eltern sind, möchte sie nicht sagen. „Sie hat Angst“, erklärt Arina*, eine 26-jährige Diplompsychologin, die im Auftrag einer griechischen Hilfsorganisation Straßenkinder in Thessaloniki betreut.

    Die Kinder sind nicht freiwillig hier. Die meisten stammen aus Albanien. Sie werden zur Arbeit gezwungen. Am Athonosplatz machen sich an diesem Abend ein gutes Dutzend an die Touristen heran. Etwa 1000 albanische Kinder streifen allein durch Thessaloniki, schätzte die britische Organisation Save the Children im vergangenen Jahr.

    800 Euro „Ablöse“ gibt es – für eine Tochter

    Bis zu 100 Euro am Tag erwarten die Hintermänner von jedem Kind. Sie sorgen für saubere und gepflegte Kleidung. „Das ist ihre neue Strategie“, kommentiert Arina. Noch vor kurzem wirkten die Kinder verwahrlost. Einige mussten regelmäßig Haarshampoo trinken, damit sie krank wurden und vor allem krank aussahen. Das half beim Betteln. Doch erregte ihr Zustand auch öffentliche Aufmerksamkeit, und so etwas war schädlich fürs Geschäft. Und das wollen sich die „Bosse“ nicht verderben lassen. So werden die Kinder besser eingekleidet, aber mit Druck und Schlägen zum Schweigen gezwungen. Eine Kollegin von Arina erhielt sogar Morddrohungen.

    Die brutale Taktik ist erfolgreich. Konkrete Zahlen fehlen ebenso wie detaillierte Informationen über die Hintergründe. Doch werden nach vorsichtigen Schätzungen der renommierten Schweizer Stiftung terre des hommes pro Jahr mehr als 3000 Kinder aus dem Süden Albaniens nach Griechenland geschleust. Ein Großteil von ihnen stammt aus Elbasan. Die Bezirkshauptstadt mit ihren 80000 Einwohnern, in der die Arbeitslosigkeit etwa 60 Prozent erreicht, liegt 50 Kilometer südlich von Tirana.

    In Elbasan ist die 15-jährige Vilma* bereit, ihre Geschichte zu erzählen. Es ist die Tragödie einer verkauften Kindheit. Als Vilma vier Jahre alt war, schmuggelte ein Nachbar sie zum ersten Mal nach Griechenland. Sie musste betteln. Zwölf Stunden am Tag, zwei Jahre lang. Der Stiefvater wurde an den Einnahmen beteiligt. Im Alter von sechs Jahren griffen die griechischen Behörden sie auf und schickten sie nach Hause. Doch immer wieder musste Vilma zurück nach Thessaloniki. Mal ging es in tagelangen Fußmärschen direkt über die Berge, mal mit einem Umweg über das nahe Makedonien. Kinder, die unterwegs zu erschöpft waren, um weiterzugehen, wurden einfach zurückgelassen.

    Vilma erzählt vom Leben mit den 14 Stiefgeschwistern in der Zweizimmerwohnung und spricht von ihrem Traum, Sängerin zu werden. Dann berichtet sie von der Stiefschwester, die der Vater an diesem Morgen nach Italien verkaufte. Umgerechnet 800 Euro „Ablöse“ habe er dafür kassiert. Die 23-jährige Frau war erst im letzten Dezember zu ihrer Familie zurückgekehrt, nachdem sie schon vier Jahre in einem Bordell in der Nähe von Rom gearbeitet hatte. Beim ersten Mal wurde sie von einem Cousin geraubt und verkauft. Damals ging der Vater leer aus.

    Ein hochtouriges Schnellboot, das bis zu 40 Passagiere laden kann, braucht für die nächtliche Überquerung der Adria nur eine gute Stunde. Etwa 1000 Euro kostet ein Platz. Am Zielort zahlen die lokalen Zuhälter dann je nach „Marktwert“ zwischen 4000 und 10000 Euro für eine Frau. Ein EU-Visum ist auf dem Schwarzmarkt für gut 2500 Euro zu haben. Save the Children gibt die Zahl der albanischen Prostituierten in Westeuropa mit etwa 30000 an. Nach Auskunft der belgischen Polizei waren im vergangenen Jahr knapp die Hälfte aller Ausländerinnen, die in Belgien zur Prostitution gezwungen wurden, albanische Mädchen im Alter von 14 bis 15 Jahren. Auch drei weitere Stiefschwestern von Vilma sind schon nach Italien geschmuggelt worden. „Natürlich“ arbeiten sie ebenfalls als Prostituierte. Eine der jungen Frauen ist inzwischen verschwunden. Von einem drei Monate alten Baby, das der Vater bereits vor sechs Jahren für umgerechnet 800 Euro nach Griechenland verkauft hatte, fehlt ebenfalls jede Spur. Alle Angaben werden von Vincent Tournecuillert bestätigt. Im Auftrag von terre des hommes Lausanne kümmert sich der Bretone um die von Ausbeutung bedrohten Kinder in Elbasan. Zumindest versucht er das. Es sind sehr viele Kinder, die Hilfe brauchen. Zur „Handelsware“ gehören auch Mädchen und Frauen aus anderen osteuropäischen Staaten wie Moldawien, Rumänien und Bulgarien sowie Kurdinnen, Iranerinnen und Afghaninnen. Albanische Zuhälter sind selbst in dieser Szene wegen ihrer rücksichtslosen Brutalität gefürchtet. Es gibt Gerüchte über spezielle „Abrichtungslager“, in denen die Frauen durch systematische Vergewaltigungen auf den Markt „vorbereitet“ werden. Um ihre Entschlossenheit zu unterstreichen, ließen die „Bosse“ angeblich sogar einige Frauen exekutieren.

    Einem ähnlichen Schicksal soll Vilma entgehen. Vincent Tournecuillert bemüht sich, ihr einen Schulabschluss zu ermöglichen. Im Alter von acht Jahren war Vilma von ihrem „Boss“ sexuell missbraucht worden. Darüber reden kann sie nicht. Sie hat es mithilfe eindeutiger Zeichnungen mitgeteilt, erzählt Tournecuillert. Er fürchtet, dass auch Vilma nach Italien verkauft werden könnte, und er ist sich nicht sicher, ob er das verhindern kann. Als das Mädchen vor Monaten wegen der anderen erlittenen Verbrechen Anklage erheben wollte, wurde sie von den albanischen Polizisten geschlagen. Das Monatsgehalt eines Beamten liegt bei 120 Euro. Eine „normale“ fünfköpfige Familie braucht im Monat etwa 400 Euro. Die Differenzsumme zahlen in nicht wenigen Fällen die „Bosse“.

    Albanien liegt zwar in Europa, bildete aber 45 Jahre lang eine Welt für sich. Bis 1991 war es unter einer stalinistischen Diktatur erstarrt. Auch nach der Wende und vor allem nach dem chaotischen Zusammenbruch des Staates 1997 traf das Elend vor allem wieder diejenigen, die auch schon vorher am Rande der Gesellschaft standen. Menschen, die wegen mangelnder Bildung oder – wie die Minderheit der Roma – wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit unterprivilegiert waren und sind. Ihr Schicksal spiegelt sich in den Elendsvierteln von Elbasan. Die Mietskasernen sind so verrottet, dass ihre Treppen wegen der Einsturzgefahr von nur jeweils einer Person betreten werden dürfen.

    Die erzählten Geschichten ähneln einander. Es gibt Kinder, die geraubt oder von den Eltern verkauft und vermietet wurden und werden. Es gibt Kinder, die froh sind, wieder zurück zu sein, und Kinder, die freiwillig lieber wieder im Ausland betteln wollen, als weiter in dieser Trostlosigkeit zu leben. Dazu gibt es Väter, die eher ihre Nachkommen als den obligatorischen Fernseher verkaufen; Väter, die den Beinamen „Rakiri“ tragen, weil sie dem billigen Schnaps verfallen sind; Väter, die ihre Stieftöchter schwängern und dann nicht für die Kinder – die Enkelinnen und Töchter zugleich sind – sorgen können. Und es gibt Mütter, die hilflos und überfordert Lügengeschichten erzählen, weil sie das Unrecht spüren, das sie ihren Kindern antun; Mütter, die vor Glück weinen, weil sie ihre Kinder wiederhaben, und kurz darauf verzweifelt schluchzen, weil sie nicht wissen, wie sie dieselben großziehen sollen.

    „Jeder in der Stadt weiß Bescheid“, erklärt Robert Stratoberdha, Leiter der vorwiegend von Unicef finanzierten NFP, einer albanischen Organisation, die sich um die sozialen Belange von Minderjährigen kümmert. Die staatliche Sozialhilfe ist völlig ungenügend und beträgt für eine vierköpfige Familie etwa 30 Euro im Monat. Ein Kind kann in Griechenland an einem einzigen Tag dreimal so viel „verdienen“.

    In der Hauptstadt Tirana leitet Arni Jashralli, ein Mann von Anfang 50, seit dem vergangenen Jahr eine neu geschaffene Polizeibehörde, die ausschließlich den Handel mit illegalen Gütern bekämpfen soll. Dazu zählen neben Autos, Drogen, Waffen und Kunstschätzen auch Menschen. Jashrallis Arbeit steht für die zaghaft wachsenden Bemühungen der albanischen Regierung, die Probleme anzugehen. Tirana kann den Druck des Auslands nicht länger ignorieren.

    Die Erfolge sind vorerst dürftig. Bis heute gibt es nach Aussage von Natasha Pepivani, der zuständigen Direktorin im Sozialministerium, keine staatlichen Maßnahmen, die sich gezielt mit sozialen Problemen und Folgen des Kinderhandels auseinander setzen. Offizielle Statistiken und verlässliche Daten kann auch sie nicht bieten. „Wir stehen erst am Anfang“, räumt Polizeidirektor Jashralli ein. Er wirkt hilflos. Aber er will die „Probleme entschieden angehen“. Es ist fraglich, ob das Vilmas Generation noch erreicht.

    * Namen von der Redaktion geändert

    (c) DIE ZEIT 04.09.2003 Nr.37

    Das ist wirklich hart

  10. #20
    Avatar von lupo-de-mare

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    Re: Kinderarbeit in Albanien

    Zitat Zitat von SchwarzeMamba
    Immer über Serbien schimpfen und es verteufeln, aber die Kathastrophalen zustände Zuhause nicht wahrhaben wollen...


    Das große Geld dabei kassiert aber ein anderer: "Das ist eine Arbeit für Kinder, die sind schneller, agiler und billiger sind sie natürlich auch. Sie machen auch kaum Schwierigkeiten", so beschreibt Klajdis "Arbeitgeber" das lukrative Geschäft mit der Kinderarbeit. Verkaufen und verwerten kann man dabei Kinder jeden Alters: Die jüngsten eignen sich besonders für Adoptionen, ab dem Grundschulalter kommen Kinder als Arbeitskräfte in Betracht: Zehnjährige werden zu Taschendieben, Drogenkurieren oder Dealern abgerichtet, wenn nicht als Söldner zwangsrekrutiert. Doch auch zusammen mit ihren Familien müssen die Kinder schuften, im Dreck wühlen. In den Ruinen eines Stahlkombinats in Tirana etwa, graben verarmte Familien bis zu acht Meter tief nach Altmetall für Schrotthändler. Wieder arbeiten die Kinder selbstverständlich mit. "Ja, die Kinder müssen das einsehen, dass sie sich selbst ernähren müssen", sagt ein Familienvater. Die Hände sind rissig, mit einer dicken Hornhaut. Der armselige Lohn für die Plackerei: ein Stück Brot.

    http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,...004914,00.html


    Ist schon verständlich, dass viele Albaner ins Kosovo-Paradies geflüchtet sind. Als Dank haben sie die einheimischen Serben massakreirt und vertrieben...
    Die Quelle hatten wir schon mal und dient wie so oft nur der Hezte. Kinder Arbeit gibt es vor allem in Indien und in der Türkei. In Albanien hat sowas keine Bedeutung.

    Thread wird geschlossen, wegen einseitiger Hetze und weil wir das Thema auch schon mal hatten. Quelle ist von 2002!

    Ausserdem klaue mir nicht die Threads zur reinen Hetzte, denn er ist von mir aus 2004!

    http://www.balkanforum.at/modules.ph...iewtopic&t=278

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