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In Koranschule angekettet

Erstellt von Perun, 17.12.2011, 15:27 Uhr · 17 Antworten · 1.742 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    In Koranschule angekettet

    Angekettet, geprügelt, gefoltert: Die pakistanische Polizei hat Dutzende Schüler aus einer Koranschule befreit, einige waren nicht älter als acht Jahre. Manche sagen, sie sollten zu "Heiligen Kriegern" ausgebildet werden. Doch die Polizei glaubt der Schulleitung - es habe sich um Drogenentzug gehandelt.


    Die Jungen kauern sich aneinander, manche weinen. Sie wissen nicht, warum sie plötzlich in einer Polizeistation ausharren müssen, den ganzen Tag schon. So viele Uniformierte sind da, so viele Fragen, sie wollen nach Hause, draußen warten die Eltern. Die Kinder begreifen nicht, dass ihre Gefangenschaft nun ein Ende hat - vorerst.

    In der Nacht zu Dienstag hat die Polizei von Karatschi Dutzende Schüler aus dem Keller einer Koranschule befreit. "Sie waren angekettet, viele hatten blaue Flecken und Platzwunden", sagt Polizist Ahsan Marwar von der Station, in der die Befreiten jetzt ausharren und Auskunft geben müssen. "Manche standen unter Drogen, andere sind ganz offensichtlich geistig etwas zurückgeblieben."


    Rund 60 sind es, so genau hat in der Polizeistation niemand einen Überblick. Die meisten sind sehr jung, zwischen acht und 20 Jahre alt, ein paar ältere Männer sind dabei, manche vielleicht um die 50. Alle tragen weiße Gebetskäppchen, die meisten haben einen kahlgeschorenen Kopf, einige starren an die Decke der Polizeistation, wippen mit den Füßen, stöhnen.

    Am Montagmorgen hatte der private Fernsehsender "Samaa TV" einen Bericht über die merkwürdigen Zustände in der Moschee und der dazugehörigen Koranschule gesendet. "Wir haben das gesehen und sofort beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen", sagt Marwar. Noch am selben Tag statteten die Polizisten der Madrassa einen Besuch ab - und entdeckten die Drogenabhängigen und psychisch Kranken im Keller.

    "Das war kein illegales Ding"

    Rao Anwar, Chef der Polizeistation, sagt, die Koranschule sei korrekt registriert gewesen. "Das war kein illegales Ding, sondern ging alles mit rechten Dingen zu." Sorab Goth ist ein Stadtteil, in dem viele Paschtunen leben. Viele sind aus dem krisengeschüttelten Nordwesten Pakistans hierher in den Süden gekommen, auf der Suche nach ein bisschen Glück, sie arbeiten als Obstverkäufer, Taxifahrer, Wachleute. Auch Tausende Flüchtlinge aus Afghanistan leben hier.

    Die meisten Männer besuchen regelmäßig die Zakaria-Moschee, die die Koranschule betreibt. Auf dem Schild am Eingang steht, dass auch eine Behandlung für Drogenkranke angeboten wird. Die Fenster sind vergittert, von den Wänden bröckelt der Putz. Hier sollen Drogensüchtige und psychisch Kranke sachgemäß behandelt werden? Es geht wohl eher darum, sie wegzusperren, aus der Gesellschaft zu verbannen. Staatliche Hilfe für diese Menschen gibt es in Pakistan nicht, vor allem Koranschulen übernehmen diese Aufgabe.

    Ein Polizist, der namentlich nicht genannt werden will, seufzt. "Ach", sagt er. "In unserem Land geht man halt so mit solchen Leuten um. Man sperrt sie weg, schlägt sie, misshandelt sie, behandelt sie wie Dreck." Das habe damit zu tun, dass man glaube, ihre Krankheit sei in Wahrheit keine Krankheit, sondern eine Strafe Gottes.

    Keiner fragt, woher die Blessuren kommen

    Selbst die Eltern und Angehörigen der Befreiten sehen das offensichtlich so. Kein einziger hat sich jemals beschwert, hat gefragt, woher die Blessuren kommen, warum keine Besserung eintritt. Brav haben sie jeden Monat zwischen 5000 und 13.000 Rupien abgedrückt, umgerechnet sind das zwischen 43 und 111 Euro. Die Paschtunen arbeiten hart, trotzdem ist das viel Geld, das sie für ihre kranken Angehörigen ausgegeben haben. "Auch sie denken, ihr Schicksal ist eine Strafe für die Familie", sagt der Polizist. "Deshalb zahlen sie und fragen nicht weiter. Sie glauben, dass eine harte, islamische Erziehung der einzig richtige Weg ist. Außerdem sind sie so die Last los, sie selbst betreuen zu müssen."

    Hart muss das Regime tatsächlich gewesen sein, das zeigen die Spuren an den Körpern. Oft wurden sie geschlagen. Manche der Jüngeren wirken ausgehungert, man hat ihnen nur Reste zu essen gegeben, sagt einer einem lokalen Reporter. Wer versuchte zu fliehen, wurde mit noch mehr Prügel bestraft.

    Ein paar der Befreiten haben Reportern erzählt, sie sollten zu Taliban-Kämpfern ausgebildet und in den "Heiligen Krieg" geschickt werden. Das sei "Unsinn", sagt einer der drei verhafteten Lehrer. Man habe die Kranken lediglich "behandelt" und ihnen Unterricht, darunter im Fach Religion erteilt. Sie hätten keinesfalls zu Militanten ausgebildet werden sollen. Auch die Polizei geht davon aus, dass die Schüler nicht zu Attentätern gemacht werden sollten.

    Koranschulen in Pakistan sind in der Vergangenheit mehrfach dadurch aufgefallen, dass sie Kinder und Jugendliche einer Gehirnwäsche unterziehen und anschließend als Attentäter einsetzen. In einigen Fällen wurden Kinder zu diesem Zweck sogar entführt. Mehrfach haben Sicherheitskräfte Jungen aus den Händen der Radikalen befreit und sie davor bewahrt, mit Sprengstoff bepackt losgeschickt zu werden.

    Die einzige Chance, Kindern eine Form von Bildung zu ermöglichen

    Exakte Angaben über die Zahl von Koranschulen in Pakistan gibt es nicht, Schätzungen gehen von etwa 15.000 aus. Die meisten sind kostenlos, sie bieten den Kindern Unterricht, Mahlzeiten und in vielen Fällen eine Unterkunft. Damit sind sie für viele arme Familien die einzige Chance, ihren Kindern irgendeine Form von Bildung zu ermöglichen. Wohlhabendere Familien schicken ihre Kinder aber auch zusätzlich zum normalen Schulunterricht in eine Madrassa, damit sie lernen, den Koran zu lesen.

    Bereits in den achtziger Jahren wurden Koranschulen auch dazu genutzt, Kämpfer gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan auszubilden - mit finanzieller Hilfe aus den USA. Die heutigen Koranschulen werden größtenteils von Privatleuten sowie von reichen Geldgebern aus Saudi-Arabien finanziert. Einige hundert gelten als radikal und werden von der Regierung beobachtet.


    Die jetzt befreiten Schüler sollen noch am Dienstagabend die Polizeistation wieder verlassen dürfen. Es gibt Ermittlungen wegen Folter und Kindesmissbrauch, der Gouverneur der Provinz Sindh hat sie persönlich angeordnet. Der Leiter der Koranschule sei noch auf der Flucht, sagt die Polizei.


    So wird das miserable Leben für die Betroffenen weitergehen. Die meisten Eltern glauben, dass ihre Kinder in Ketten gelegt bessere Muslime werden. "Sie werden sie zurückschicken - wenn nicht in diese Koranschule, dann in eine andere, wo sie genauso schlecht behandelt werden", sagt ein Polizist. "Was sollen wir tun? Es ist ihre freie Entscheidung

  2. #2
    Avatar von BlackJack

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    da gibts für den Einzelnen nur eins, aus der Kirche austreten

  3. #3
    Avatar von VardarSkopje

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    Guter Konter Thread

  4. #4

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    Es gibt nur eine Lösung! Austreten!

  5. #5
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Jackie Chan Beitrag anzeigen
    Es gibt nur eine Lösung! Austreten!
    Aber wie? Soweit ich weiß kann man im Islam nicht austreten, also bleibt nur noch aus der Kirche auszutreten weil da kann man das ja

  6. #6
    Avatar von liberitas

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    Es gibt nur eine Lösung! Nicht immer alles über einen Kamm scheren.

  7. #7

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    941
    Zitat Zitat von WhiteJim Beitrag anzeigen
    Aber wie? Soweit ich weiß kann man im Islam nicht austreten, also bleibt nur noch aus der Kirche auszutreten weil da kann man das ja
    Ich weiss ned habe zum Glück solche Probleme ned
    Aber er kann ja austereten.Aber er muss es ja ned jeden erzählen oder?
    Ich hab einen Freund der Kurde ist der sagt im Islam gibt es angeblich keinen zwang.Aber er hat ja auch eine andere einstellung er tut schweinefleisch und alkohol trinken^^

  8. #8
    Avatar von Muratoğlu

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    4.724
    Is auch so, es gibt keinen Zwang im Glauben (Sure 2:256), ich frage mich wer oder was diesen Artikel geschrieben hat, die Quellenangabe wäre nett.

  9. #9
    Kingovic
    Wer da noch bleibt...

  10. #10

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    13.015
    Zitat Zitat von Schoschanah Beitrag anzeigen
    Is auch so, es gibt keinen Zwang im Glauben (Sure 2:256), ich frage mich wer oder was diesen Artikel geschrieben hat, die Quellenangabe wäre nett.
    so laut Koran, keinen Zwang im Glaube! womit die Täter sich nicht rechtfertigen können...ich bin mir aber sicher, das die Täter mit andere (zugeschriebene) Quellen des Islam=Hadithe sich rechtfertigen können...

    Frieden

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