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Lesetipp: Ringparabel

Erstellt von KraljEvo, 21.10.2008, 19:13 Uhr · 1 Antwort · 582 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von KraljEvo

    Registriert seit
    06.01.2007
    Beiträge
    13.078

    Lesetipp: Ringparabel

    Für Lesefaule (länger als untenstehender Text) :

    Zitat Zitat von [url=http://www.info-servo.de/ringparabel.htm
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)[/url]]
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
    Die Ringparabel
    Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten,


    Der einen Ring von unschätzbarem Wert


    Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein


    Opal, der hundert schöne Farben spielte,


    Und hatte die geheime Kraft, vor Gott


    Und Menschen angenehm zu machen, wer


    In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,


    Dass ihn der Mann in Osten darum nie


    Vom Finger ließ; und die Verfügung traf,


    Auf ewig ihn bei seinem Hause zu erhal­ten?


    Nämlich so. Er ließ den Ring


    Von seinen Söhnen dem geliebtesten;


    Und setzte fest, dass dieser wiederum


    Den Ring von seinen Söhnen dem verma­che,


    Der ihm der liebste sei; und stets der lieb­ste,


    Ohn' Ansehn der Geburt, in Kraft allein


    Des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde.


    So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,


    Auf einen Vater endlich von drei Söhnen;


    Die alle drei ihm gleich gehorsam waren,


    Die alle drei er folglich gleich zu lieben


    Sich nicht entbrechen konnte.- Was zu tun?


    Er sendet in geheim zu einem Künstler,


    Bei dem er, nach dem Muster seines Ringes,


    Zwei andere bestellt, und weder Kosten


    Noch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich,


    Vollkommen gleich zu machen. Das gelingt.


    Dem Künstler. Da er ihm die Ringe bringt,


    kann selbst der Vater seinen Musterring


    Nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft


    Er seine Söhne, jeden insbesondere;


    Gibt jedem insbesondere seinen Segen, -


    Und seinen Ring, - und stirbt.


    Kaum war der Vater tot, so kömmt ein jeder


    Mit seinem Ring, und jeder will der Fürst


    Des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,


    Man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht


    Erweislich; - Wie gesagt: die Söhne


    Verklagten sich; und jeder schwur dem Richter,


    Unmittelbar aus seines Vaters Hand


    Den Ring zu haben. - Wie auch wahr! -


    Der Richter sprach: Ich höre ja, der rechte Ring


    Besitzt die Wunderkraft beliebt zu machen;


    Vor Gott und Menschen angenehm. Das muss


    Entscheiden! Denn die falschen Ringe werden


    Doch das nicht können


    Und also, fuhr der Richter fort: Wohlan!


    Es eifre jeder seiner unbestochnen


    Von Vorurteilen freien Liebe nach!


    Es strebe von euch jeder um die Wette,


    Die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag


    Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,


    Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,


    Mit innigster Ergebenheit in Gott

    Zu Hilf!





    und hier noch eine Zusammenfassung von wikipedia (falls ihr den Text nicht versteht) :

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Diese anschauliche Toleranzidee wurde schon im 14. Jahrhundert von Boccaccio ähnlich formuliert. Boccaccio erzählte die Geschichte vom Vater, der einen Ring, der seinen Träger für die Menschen "angenehm" macht, traditionell an den unter seinen Söhnen weitergibt, den er am meisten liebt. Dieses finden wir auch in leicht veränderter Form in der Schlüsselszene Ringparabel:
    In der Schlüsselszene lässt Saladin Nathan zu sich rufen und legt ihm die Frage vor, welche der drei monotheistischen Religionen er für die wahre halte. Nathan sieht sich vor dem Konflikt, weder seine Religion zu sehr zu betonen, noch die anderen beiden. Deshalb antwortet er mit einem Gleichnis. Darin besitzt ein Mann ein wertvolles Familienerbstück: einen Ring, der über die Eigenschaft verfügt, seinen Träger „vor Gott und den Menschen angenehm“ zu machen, wenn derselbige Träger ihn „in dieser Zuversicht trug“. Dieser Ring wurde über viele Generationen hinweg vom Vater an jenen Sohn vererbt, den der Vater am meisten liebte. Doch nun tritt der Fall ein, dass der Vater drei Söhne hat und von ihnen keinen bevorzugen kann und möchte, sodass er von einem Goldschmied Duplikate des Ringes herstellen lässt. Er hinterlässt jedem Sohn einen Ring, wobei er jedem versichert, sein Ring sei der echte. Nach dem Tode des Vaters ziehen die Söhne vor Gericht, um klären zu lassen, welcher von den drei Ringen der echte sei. Der Richter aber ist außerstande, dies zu ermitteln. So erinnert er die drei Männer daran, dass der echte Ring die Eigenschaft habe, den Träger bei allen anderen Menschen beliebt zu machen; wenn aber dieser Effekt bei keinem der drei eingetreten sei, dann könne das wohl nur heißen, dass der echte Ring verloren gegangen sein müsse. Jedenfalls solle ein jeder von ihnen trachten, die Liebe aller seiner Mitmenschen zu verdienen; wenn dies einem von ihnen gelinge, so sei er der Träger des echten Ringes.

  2. #2

    Registriert seit
    12.04.2007
    Beiträge
    16.107
    Ich lese lieber ernsthafte Literatur , als diesen Quatsch.

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