Sure 85:4-10.
DIE STERNBILDER (al-Burudsch)

1 . Bei dem Himmel mit seinen Sternbildern!
2 . Bei dem verheißenen Tag!
3 . Und bei dem Zeugen und dem Bezeugten :
4 . Wehe den Leuten der Feuergrube,
5 . Dem Feuer voll Brennstoff,
6 . Weil sie teilnahmlos um es herumsaßen
7 . Und Zeugen dessen waren, was sie den Gläubigen antaten.
8 . Und sie rächten sich an ihnen allein deswegen, weil sie an Allah glaubten, den Erhabenen, den Rühmenswerten,
9 . Dem das Reich der Himmel und der Erde gehört. Und Allah ist Zeuge aller Dinge.
10 . Diejenigen, welche die Gläubigen, Männer und Frauen, Verfolgung aussetzen, ohne anschließend zu bereuen - ihnen wird gewiss die Strafe der Hölle zuteil: die Strafe des Verbrennens.

Im 4. Jahrhundert ging vom römischen Byzanz eine starke missionarische Bewegung aus, die auch Südarabien erfasste.
Kaiser Konstantin II. sandte Bischof Theophilos mit Geschenken zum Hofe des Himyariten-Königs nach Safar.
Dieser trat später zum Christentum über und gestattete den Bau einer christlichen Kirche in seiner Hauptstadt.
In den nachfolgenden Jahren nahmen weite Teile der Bevölkerung Südarabiens den neuen Glauben an.
Die christlichen Gemeinden errichteten in mehreren Siedlungen Kirchen, darunter in Aden, Moka, Ma'rib, und im Hadramaut.
Um 400 trat jedoch der mächtige himyaritische Herrscher Abukarib Assad vom Christentum zum Judentum über,
dem auch seine Nachfolger angehörten. Daraus ergaben sich in der Folgezeite ständige, nicht überblickbare Spannungen
zwischen Christen und Juden. Der 517 auf den Thron gelangte jüdische Himyariten-König unterdrückte und verfolgte die Christen.
Er griff sie in ihrem Zentrum Safar an und zerstörte die Kirche. Ähnlich erging es den Gemeinden im Hafen Muza und in anderen Siedlungen.
Schliesslich zog König Yusuf Du Nuwaz auch nach Nagran, einem Zentrum des Christentum im Süden Arabiens
und vernichtete auf grausame Weise die unter Führung eines Bischofs Namens Aretas stehende Gemeinde, die aus 20 000 Christen bestand.
Die Christen Südarabiens ersuchten Äthiopier und Römer um Hilfe. Daraufhind entsandte der in Aksum in Äthiopien
residierende christliche König Ella Ashaba 523 mit Billigung von Byzanz 70 000 Mann starkes Expiditionsheer nach Südarabien.
Dieses griff die Himyariten in der Tihama an, verfolgte die Fliehenden und schlug sie in den Bergen vernichtend.
Yusuf Du Nawaz, der letzte jüdische König der Himyariten, fiel. Damit endete die Herrschaft der Himyariten in Südarabien.
Auf die Bekehrung Nagrans durch den syrischen Wanderprediger Faymiyun soll sich auch Sure 24 des Koran beziehen.
In der klassischen Lebensbeschreibung des Propheten Muhammed durch Ibn Ishaq (gestorben 768),
der Sure, findet sich eine Darstellung dieser Bekehrung. Auf die Christenverfolgung in Nagran bezieht sich diese Sure.
Nach der Überlieferung waren die Leute von Nagran so fanatisch, dass sie jeden in der Stadt zwangen, das Christentum anzunehmen.
Als Yusuf Da Nawaz vor Nagran anlangte, liess er Arethas und seinen Leuten die Wahl zwischen Judentum und Tod.
Als Arethas und die Seinen nicht widerriefen, befahl er, breite Gräben auszuheben.
Nachdem diese Gräben mit Holz gefüllt worden waren, mussten die Christen auf das Holz treten,
und die Holzstösse wurden angezündet. Das war der Grund dafür, dass man Nagran später "Graben" nannte.