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Männliche Prostitution

Erstellt von Südslawe, 05.12.2007, 22:35 Uhr · 75 Antworten · 33.157 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Südslawe

    Registriert seit
    19.02.2007
    Beiträge
    21.089

    Männliche Prostitution

    Mehmet ist 20 Jahre alt und geht seit seinem 15. Lebensjahr anschaffen. Er ist mit 8 Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen, nachdem seine Mutter gestorben ist. Im Interview erzählt er über sein Leben, seinen Weg in die Prostitution und darüber, wie er seinen Job empfindet.

    Natürlich ist Mehmets Geschichte einzigartig. Und doch ist Mehmet kein Einzelfall. In den Geschichten vieler Jungs tauchen fehlende oder kaputte Familien auf, gibt es schon in früher Kindheit Gewalterfahrungen und Begegnungen mit pädokriminellen Tätern. Die Geschichte von Mehmet gibt ein exemplarisches Bild für die häufig sehr schwierigen Biographien von männlichen Prostitutierten.

    L: Mehmet, wie sieht dein Tagesablauf aus?
    M: Also ich gehe in die Stadt und lerne ab und zu jemanden kennen und dann fahre ich entweder mit dem nach Hause - wenn der mir nett vorkommt - oder ich geh mit ihm zu einem Kumpel. Dieser Kumpel ist kein Zuhälter, das ist so ein normaler Freund, der seine Wohnung vermietet. Und wenn der Freier mir komisch vorkommt, dann gehe ich mit dem nicht nach Hause, sondern lieber mit dem ins Hotel. Da kann ich dann den Freier machen und danach gehe ich halt wieder zurück in die Stadt.

    L: Wie bist du denn in die Prostitution gekommen?
    M: So mit 15 bin ich mit einem Kumpel, der die Läden schon kannte, in die Altstadt gegangen. Und wir saßen so am Tresen und dann habe ich einen ausgegeben bekommen und dann noch einen und noch einen. Ich wusste ja gar nicht, was da abgeht. Erst nach zwei Tagen habe ich gemerkt, was man da machen kann und dass da Stricher reingehen. Und so am dritten Tag kam dann einer und meinte, ich soll ihm einen runterholen. Ja, und das habe ich dann gemacht. Die erste Zeit habe ich ziemlich viel Geld gemacht und da habe ich mir gedacht: eigentlich gar nicht so schlecht. Und mit der Zeit war das dann normal für mich. Also ich sag mal so: Ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Also am Anfang habe ich mich schon komisch gefühlt, so mit einem Mann was zu machen, aber hinterher war es ganz normal.

    L: Was glaubst du, wie jemand in die Stricherszene gelangt oder warum jemand anschafft?
    M: Das hat wohl meistens damit zu tun, dass er keine Eltern gehabt hat oder keine richtigen. Und dann kommt der irgendwie da rein. Und am Anfang macht es ihm auch Spaß und er macht vielleicht auch Geld. Also ich hatte kein Geld, aber dann habe ich viel verdient. Aber wenn du viel Geld hast, gibst du auch viel aus. Dann gefällt dir was und dann nimmst du es einfach. Also ich bereue das nicht, auf keinen Fall nicht. Aber stolz bin ich auch nicht. Es ist nun mal passiert.

    L: Bist du schwul, bi- oder heterosexuell?
    M: Also ich bin eher so bi. Als ich kleiner war, so fünf oder sechs, hatte ich eine Freundin und so zwei Jahre später hatte ich dann einen Freund. Also wenn mich jemand fragt, ob ich schwul oder bi bin, dann denke ich immer an meine Kindheit und dann sag ich, ich bin bi. Also so richtig schwul bin ich nicht.

    L: Wann hattest du denn dein erstes sexuelles Erlebnis mit einem Mann?
    M: Also ich hatte ja diesen Freund mit 8 und mit dem habe ich auch gewichst. Und das erste Mal mit einem Mann das war mit 12. Ich war da auf dem Spielplatz und der hat da so Zigaretten geraucht. Der war vielleicht 28 oder 30. Und er war sehr nett zu mir und hat mich gefragt: "Komm, lass uns mal einen trinken gehen". Der wollte auch am Anfang erst mal keinen Sex. Dann haben wir uns öfter gesehen, er kam öfter zum Spielplatz. Und dann haben wir Pornos geguckt und das war sehr komisch für mich. Ich hatte so was ja noch nie gesehen. Ja und dann wollte er, dass ich ihm mal einen wichse oder er mir. Und das habe ich auch gemacht. Und er hat mir einen geblasen und so. Ich habe mich schon komisch gefühlt, es war ja nicht so gewesen, dass ich das gewollt habe. Komisch und geil zugleich.

    L: Hast du dafür etwas von ihm bekommen?
    M: Geld gegeben hat er mir nicht. Ich wollte auch gar kein Geld von dem. Er hat mir nur immer Zigaretten geschenkt.

    L: Gibt es Erfahrungen, bei denen du denkst, die haben dich zum Stricher werden lassen?
    M: Ja, schon. Also ich war auf einer Party an Silvester in einem Dorf. Und ich wusste nicht, wo ich schlafen sollte. Damals bin ich mit meinen Eltern nicht zurecht gekommen und bin immer von zuhause abgehauen. Die waren voll streng und da hatte ich keinen Bock drauf, es gab ganz oft Theater. Deswegen bin ich oft Wochen und Monate von zuhause weg gewesen. Und an diesem Abend kam so ein Mann an und fragte mich, was ich so mache, wo ich wohne und so. Und er sagte: "Das geht doch nicht, so auf der Straße schlafen.". Und da bin ich halt mit dem mit gegangen. Der hatte auch was zu rauchen und dann haben wir zusammen geraucht. Und dann sollte ich auch bei ihm im Bett schlafen. Und direkt am ersten Abend fing der an, mich zu anzutatschen. Es war auch so, dass wir uns schon kannten, also so flüchtig vom Sehen. Er war 38. Und also in der ersten Nacht haben wir nicht gefickt oder so. Aber er hat mich immer weiter betatscht und dann nach einer Woche habe ich mit ihm geschlafen. Ich habe mich dann auch komisch gefühlt. Und dann habe ich bei ihm gewohnt. Vier Jahre lang. Und wir haben richtig krassen Sex gemacht, so drei-, viermal am Tag. Schließlich gab es einen Riesenkrach, weil er eifersüchtig war auf meine Schulkameradinnen. Und wir haben ja immer geraucht, geraucht, geraucht und nach dem Krach hat er mir auch nix mehr zu rauchen gegeben. Und er hatte noch einen anderen Freund in meinem Alter und dann hat der immer bei ihm im Bett gelegen. Ich bin damals sehr krank geworden, so innerlich. Ich habe Bauchschmerzen bekommen und konnte mich nicht mehr ruhig halten, musste schreien und irgendwann lag ich dann auch ohnmächtig rum.

    L: Kannst du mir beschreiben, was du fühlst oder denkst, wenn du mit einem Freier Sex machst?
    M: Es kommt ganz darauf an. Ich habe Freier, die lassen mich kommen und die geben mir kein Kommando oder so. Bei denen fühle ich mich wohl. Aber bei manchen, die aufdringlich sind oder eklig, die beim Blasen schmecken, da will ich einfach nur schnell raus. Ein komisches Gefühl habe ich auch bei Freiern, die aufdringlich sind, oder mich schlagen wollen oder auspeitschen. Am Anfang habe ich mich sehr komisch gefühlt, wenn ich mit jemandem geschlechtlichen Verkehr gemacht habe. Bei manchen, die stressig waren, oder gestunken haben, da habe ich mich total ekelhaft gefühlt.

    L: Gibt es Dinge an dem Job, die dir Spaß machen?
    M: Die mir Spaß machen? Bei dem, was ich momentan so mache? Also es kommt immer auf die Person an. Wenn da jemand kommt, der mir viel Geld gibt und der ist ruhig und liebevoll, sympathisch, dann fühle ich mich auch wohl und bin für viele Sachen offen.

    L: Kannst du mir sagen, was das Belastende am Stricherdasein ist?
    M: Also wenn einer sagt, dass er eine ganze Nacht will, dann stell ich mich vorher drauf ein. Aber wenn jemand erst sagt, er will eine Nummer mit mir und später bei dem zuhause ist es dann doch nicht so und er kommt nicht zum Ende und will die ganze Zeit stundenlang Sex, das ist für mich anstrengend.

    L: Beschreib mir mal deine Familie.
    M: Meinen Vater kenne ich gar nicht, der ist schon vor meiner Geburt gestorben. Und meine Mutter ist gestorben, da war ich so acht Jahre alt. Bevor meine Mutter starb, rief sie meinen ältesten Bruder an und meinte: "Ich halte nicht mehr lange durch, ich bin sehr krank und sterbe." Weil meine Schwestern alle verheiratet waren, konnten sie mich nicht aufnehmen, also musste ich zu meinem Bruder. Der sagte: " Ja, dann nehme ich ihn und pass auf ihn auf.". Er lebte in Deutschland und so bin ich dann mit 8 Jahren hierhin gekommen. Am Anfang waren die beiden noch nett zu mir. Aber irgendwann wurde meine Schwägerin dann so komisch, hat mich geschlagen und immer so angespuckt. Dann hat mich auch mein Bruder verprügelt. So mit 11 oder 12 habe ich immer noch bei ihnen gewohnt, aber es gab immer einen Riesenaufstand wegen Kleinigkeiten. Die hat ihre Schlappen ausgezogen und mir durch das Gesicht gezogen. Und auch mein Neffe, der war noch kleiner, hat mich wie Scheiße behandelt, der hat mein ganzes Zimmer zerstört. Ich hatte die Schnauze so voll und ich bin da selber mit mir nicht mehr klar gekommen. Damals habe ich echt gedacht, ich will in den Knast. Innerlich habe ich gedacht, ich will in den Knast! Ich habe gedacht, das ist das Paradies. Keine Ahnung, meine Schwägerin, die war echt sehr komisch drauf. Aber heute, heute ist sie wieder total lieb geworden, wirklich wie eine Mutter. Jetzt, wo die mich nicht mehr sieht. Die haben sich alle verbessert. Nur, ich will nicht bei denen in die Nähe gehen, ich will ein bisschen Abstand haben.

    L: Jetzt hast du ja viel von den Dingen erzählt, die schwierig waren oder sind. Jetzt würde ich gerne von dir wissen, was für dich ein schöner Moment in deinem Leben war.
    M: Woran ich mich erinnere ist, als ich eine eigene Bude hatte. Und ein Auto. Das waren schöne Tage, ich hatte eine Freundin. Ja, das war auf jeden Fall nicht schlecht.

    L: Und wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?
    M: Also mein Wunsch wäre auf jeden Fall so, dass sich meine ganzen Sachen klären. Dass ich nicht mehr so durch die Gegend renne - ich bin ja grade nicht gemeldet und habe kein Einkommen. Ich kann ja nicht mein ganzes Leben anschaffen gehen.

    Das Interview stammt mit freundlicher Genehmigung von Mehmet und dem Autor aus der Diplomarbeit von Jan Bluschke: "Der Stellenwert homosexueller Gewalt für den Einstieg in die Mann-männliche Prostitution in Köln".

    -----------

    Heftig.
    Ich kenne auch einen hier, der 17 ist, auch Türke, und anschaffen geht da er ja zu Hause rausgeflogen ist und nun irgendwo mal wohnt.
    Sehe seine Schwester ab und zu, und die tut mir deswegen sehr Leid.

  2. #2

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    ich glaube das interview wurde eher mit Janez als mit Mehmed geführt

  3. #3
    Avatar von Jeta

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    HIer in Essen gehen sehr viele junge libanesische, marokkanische und serbische Roma-Männer anschaffen. Manche fangen schon mit 13 an. Manche machen sogar damitw weiter, wenn sie schon verheiratet sind.
    Einfach krass!

  4. #4
    Avatar von Südslawe

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    Zitat Zitat von sonnyliston22 Beitrag anzeigen
    ich glaube das interview wurde eher mit Janez als mit Mehmed geführt
    Ein Homo bin ich nicht.
    Das kannst du eher an Perun oder Bosmix richten

  5. #5
    Avatar von Ivo2

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    19.005
    Zitat Zitat von Janez Beitrag anzeigen
    Ein Homo bin ich nicht.
    Das kannst du eher an Perun oder Bosmix richten
    Als Stricher muss man nicht zwangsläufig homosexuell sein. Großteil der Stricher sind nicht schwul.

  6. #6

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    Ekelhaft und traurig zugleich.

  7. #7
    Avatar von Südslawe

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    Zitat Zitat von Ivo2 Beitrag anzeigen
    Als Stricher muss man nicht zwangsläufig homosexuell sein. Großteil der Stricher sind nicht schwul.
    Wie kann man dann sowas machen, wenn die nicht gay sind?

  8. #8
    Avatar von Yutaka

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    Zitat Zitat von Janez Beitrag anzeigen
    Wie kann man dann sowas machen, wenn die nicht gay sind?
    Der grösste Teil sicher wegen der Drogensucht zur finanzierung

  9. #9

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    irgendwie eklig, aber doch voll traurig, soweit es wahr ist

  10. #10
    Avatar von Südslawe

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    Zitat Zitat von BIOSHOCK Beitrag anzeigen
    Der grösste Teil sicher wegen der Drogensucht zur finanzierung
    Genau wie der Typ den ich kenne.
    Der kifft soviel wie ich rauche.
    Ohne Gras kommt er net mal mehr aus dem Bett.

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