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Modell Sarajevo

Erstellt von D.Hans, 31.01.2013, 15:02 Uhr · 10 Antworten · 584 Aufrufe

  1. #1
    D.Hans

    Modell Sarajevo

    Islam und Säkularismus vertragen sich. Wie das geht? Die Bosnier machen es uns vor.

    Ein Café in Sarajevo

    Die Miniröcke sind erstaunlich kurz in Sarajevo, einer mehrheitlich muslimischen Stadt. Befragt man dazu einen führenden bosnischen Rechtsgelehrten, dann sagt der Mann lakonisch: Das werde sich ändern, »im Winter«. Es gibt einiges zu lachen bei den bosnischen Muslimen; nur die Friedhöfe an so vielen Ecken dieser Stadt erinnern daran, dass dies ein Humor zwischen Gräbern ist. Zwei Jahrzehnte ist es her, dass die Belagerung Sarajevos begann. Von den 100.000 Toten des Bosnienkriegs waren zwei Drittel Muslime.
    Was fällt uns ein zu den Bosniern, die seit mehr als 500 Jahren europäische Muslime sind? Meistens nur: Srebrenica.

    An den letzten lauen Abenden des Herbstes herrscht in der Altstadt von Sarajevo Partystimmung; wummernde Musik, Gläserklirren bis nachts um drei. Zu der Behauptung, der bosnische Islam werde immer radikaler, will das nicht passen. Es sind serbisch-nationalistische Quellen, die dieses Bild verbreiten, und westlich-islamophobe Webseiten tragen es dankbar weiter: Gefahr für Europa! Die meisten der etwa zwei Millionen Muslime in Bosnien-Herzegowina, so bestätigen auch Umfragen, nehmen die religiösen Regeln nicht besonders ernst, sie beten wenig und trinken viel. Gleichwohl hat das Kriegstrauma ihr ethno-religiöses Nationalbewusstsein verstärkt: Bosnjaken, so nennen sich auch die Säkularsten.

    Nicht Gefahr für Europa, sondern Vorbild, Modell! So wirbt die bosnische Gemeinde für sich; sie ist – einmalig in der muslimischen Welt – wie eine Kirche organisiert, an der Spitze der Großmufti wie ein Erzbischof. Eine solche Autorität brauchten die Muslime auf europäischer Ebene, empfahl Mustafa Cerić wiederholt, damit sie statt mit Tausenden mit einer Stimme sprächen. Das gefiele Beamten, die sich nicht mehr mit Islamkonferenzen herumschlagen mögen. Der bosnische Sonderfall ist allerdings ein Produkt der Geschichte: Als die osmanische Vorherrschaft über Bosnien 1878 in die Hände der Habsburger wechselte, wollte Wien die Muslime dem Einfluss des Istanbuler Sultans entziehen, aus politischen Gründen. Die autonome Körperschaft, die damals entstand, hat sich bis heute erhalten, unterbrochen nur in der religionsfeindlichen Frühphase Jugoslawiens.
    Eine Pyramide mit demokratischer Struktur: Die Basiseinheiten (»Jamat«), je etwa 100 Haushalte, wählen Räte, daraus entsteht ein 83-köpfiges Parlament, das wählt wiederum eine 15-köpfige Regierung (»Riyaset«). Der unterstehen alle Moscheen mit etwa 1400 Imamen. Imam, Hauptimam, Mufti: eine Klerikerhierarchie, territorial gegliedert. Das wirkt zu österreichisch, um es sich in Berlin-Kreuzberg vorstellen zu können. Aber könnte es nicht tatsächlich ein Beispiel sein – auch für Deutschland?

    Zweifellos ist dieser institutionalisierte Islam bestens kompatibel mit dem modernen Leben in einem säkularen Staat. Schon die Gemeindeverfassung beruft sich, neben Koran und Propheten-Praxis, auf »die Anforderungen der Zeit«. Seit dem frühen 20. Jahrhundert sind Bosniens Islamgelehrte im muslimischen wie im westlichen Denken verwurzelt; das spiegelt sich vor allem an der Fakultät für Islamische Studien wider, dem intellektuellen Rückgrat eines religiösen Rationalismus. Ein imposantes Gebäude aus der habsburgischen Epoche mit neomaurischem Dekor und lichtdurchfluteten Innenhöfen. Die Hälfte der Studierenden ist weiblich; gerade schreiben sich fröhliche Erstsemester ein, mit flammend roten Kopftüchern. Die Fakultät bildet Imame, Religionslehrer und Theologen aus. Imame müssen in Bosnien neuerdings einen akademischen Abschluss haben, um dem modernen Gläubigen genug bieten zu können. Das zwingt viele Ältere zu einem Fernstudium neben der Arbeit.

    Ahmet Alibašić, 41, empfängt in einem winzigen Büro im Obergeschoss. Er ist ein Modernist; wie die meisten Dozenten hier verfügt er über ein säkulares sowie ein theologisches Diplom, ist Politik- und Islamwissenschaftler, vielsprachig, weit gereist. Durch die diversen Studienorte der Lehrkräfte, von USA, Indien, Europa bis Saudi-Arabien, herrsche an der Fakultät eine Vielfalt wie an keiner anderen Universität der muslimischen Welt, sagt Alibašić.

    Wen es interessiert, der möge sich bitte ein paar Minuten Zeitnehmen und die ganze Geschichte hier lesen: http://www.zeit.de/2012/46/Bosnien-Muslime Es lohnt sich!
    © Dado Ruvic/Reuters; 16.11.2012

    Was meint Ihr? Wie wird sich die Sache weiterentwickeln? Ein Irrweg? Der einzig richtige Weg?

  2. #2
    Avatar von Albokings24

    Registriert seit
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    6.180
    Österreicher die Angst haben das Österreich zum Moslem Staat wird. Sag mal gehts dir eingentlich noch ??

    Wie sollen Mosleme denn Österreich erobern ?

    Ich verstehe die Leute die gegen den Islam hetzten nicht, ihr habt angst das der Islam euch erobert, das macht der Islam bestimmt nicht. Wieso auch, im Morgenland ist es eh zu kalt für die meisten Islamisten.

    Ich habe letztens hinter einer älteren Schweizer Frau gesessen, die sagte wirklich zu ihrer Kollegin, "Ich habe gehört die Islamisten kommen in die Schweiz und das es im Jahr 2040 mehr Muslime gibt in der Schweiz." sagt die andere "Müssen wir dann auch Kopftücher tragen?"

  3. #3
    Avatar von Dadi

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    6.412
    Du hättest trocken vor dich her "ja" sagen sollen auf ihre Frage, ob sie ihr Haupt bald bedecken müsse.

  4. #4

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    6.697
    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Die Miniröcke sind erstaunlich kurz in Sarajevo, einer mehrheitlich muslimischen Stadt.
    [...]

    An den letzten lauen Abenden des Herbstes herrscht in der Altstadt von Sarajevo Partystimmung; wummernde Musik, Gläserklirren bis nachts um drei. Zu der Behauptung, der bosnische Islam werde immer radikaler, will das nicht passen.
    [...]
    Kurze Kleider und auf Partys saufen bis 3 uhr, das bedeutet also modern sein. Dann sind die Moslems in Deutschland welche in Diskotheken besoffen mit ihren aufgeknüpften La Martina Hemden unterwegs sind die sekulärsten?
    Obwohl diese werden doch am meisten kritisiert, hmm.

  5. #5
    D.Hans
    Zitat Zitat von Albokings24 Beitrag anzeigen
    Österreicher die Angst haben das Österreich zum Moslem Staat wird. Sag mal gehts dir eingentlich noch ??

    Wie sollen Mosleme denn Österreich erobern ?

    Ich verstehe die Leute die gegen den Islam hetzten nicht, ihr habt angst das der Islam euch erobert, das macht der Islam bestimmt nicht. Wieso auch, im Morgenland ist es eh zu kalt für die meisten Islamisten.
    Ääääähhmmm???

    Hast du den Beitrag GELESEN? Sinnerfassend? Wo ist die Rede von Hetze? Wer hat Angst? Wer redet von erobern durch Islam?

    Vielleicht hast du einen anderen Text gelesen und die Antwort irrtümlich im falschen Thread gepostet...

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Baksuz1 Beitrag anzeigen
    Kurze Kleider und auf Partys saufen bis 3 uhr, das bedeutet also modern sein. Dann sind die Moslems in Deutschland welche in Diskotheken besoffen mit ihren aufgeknüpften La Martina Hemden unterwegs sind die sekulärsten?
    Obwohl diese werden doch am meisten kritisiert, hmm.
    Vielleicht findest Du ein wenig Zeit den ganzen Bericht (Link) zu lesen. Da gehts bei Gott nicht (nur) um saufen usw...

  6. #6
    Grahic
    Hallo Hans,

    ein kurzer vehementer Widerspruch eines in SARAJEVO lebenden Deutschen! Die Miniroecke sind auch im Winter kurz
    Ansonsten korrekt, in DEU waeren wir froh, vor allem in Koeln, Dortmund, Frankfurt oder Berlin mehr Bosniaken zu haben, ehrliche, fleisige und weltoffene Europaeer
    pozdrav iz SARAJEVO
    PS: sie Minenkarte geht am Dienstag raus

  7. #7

    Registriert seit
    22.11.2012
    Beiträge
    6.697
    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Vielleicht findest Du ein wenig Zeit den ganzen Bericht (Link) zu lesen. Da gehts bei Gott nicht (nur) um saufen usw...
    Achso, kannst du mir diese Stellen zeigen, welche Bosniaken sonst noch zu sekulären, modernen Muslimen machen sollen?

    Die meisten der etwa zwei Millionen Muslime in Bosnien-Herzegowina, so bestätigen auch Umfragen, nehmen die religiösen Regeln nicht besonders ernst, sie beten wenig und trinken viel

  8. #8
    Gast829627
    sogar n blinder sieht in sarajevo beides.....modernes und streng muslimisches.......welches überwiegt kann ich net sagen aber eins ist sicher auch wenn die islamisten net die mehrheit im volk sind können sie dafür sorgen das die stimmung ganz schnell umschwappt von modern in radikal.......man siehts an einigen arabischen und afrikanischen staaten und man hats bei den taliban in afghanistan gesehen............

  9. #9
    Avatar von liberitas

    Registriert seit
    02.01.2011
    Beiträge
    11.790
    Die Bosnier haben uns Bosanski Lonac gebracht, lecker und mehr interessiert einen Ösi (mich) nicht

  10. #10
    Grahic
    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    sogar n blinder sieht in sarajevo beides.....modernes und streng muslimisches.......welches überwiegt kann ich net sagen aber eins ist sicher auch wenn die islamisten net die mehrheit im volk sind können sie dafür sorgen das die stimmung ganz schnell umschwappt von modern in radikal.......man siehts an einigen arabischen und afrikanischen staaten und man hats bei den taliban in afghanistan gesehen............
    Hi Legija,
    ich kann/will Dich beruhigen! NIEMALS werden irgendwelche radikalen Wahabiten/Salafisten hier die Oberhand gewinnen, net einmal der Spinner in MAOCA
    pozdrav Grahic

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