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Mordaufruf gegen den exil-iranischen Rapper Shahin

Erstellt von F21, 12.05.2012, 09:27 Uhr · 5 Antworten · 1.172 Aufrufe

  1. #1
    F21
    Avatar von F21

    Registriert seit
    23.12.2008
    Beiträge
    235

    Mordaufruf gegen den exil-iranischen Rapper Shahin

    Protest gegen Mordaufruf

    Die deutsche Politik muss Shahin Najafi schützen
    (11.05.2012)

    Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZDE) und die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) verurteilen den Mordaufruf gegen den exil-iranischen Rapper Shahin Najafi und fordern die deutschen Politiker dazu auf, alles zu unternehmen, um das Leben des in Köln lebenden Musikers zu schützen. Von liberalen Muslimen erwartet gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon eine deutliche Kritik an den Menschenrechtsverletzungen ihrer fundamentalistischen Glaubensbrüder.

    Shahin Najafi hatte am 7. Mai 2012 den Song "Naghi" im Internet veröffentlicht. Im Text geht es um einen fiktiven Dialog mit dem sogenannten "10. Imam" Alī al-Hādī an-Naqī (828-868), bei dem sich Najafi, der von seinen Fans als "iranischer Eminem" verehrt wird, über die vielfältigen sozialen, politischen und ökonomischen Übel im "Gottesstaat" Iran beklagt. Mit dem Song spielte Najafi auf eine in iranischen Oppositionskreisen beliebte satirische Facebook-Gruppe mit dem Namen „Kampagne zur Erinnerung der Schiiten an Imam Naghi“ an, die Großajatollah Saafi Golpaygani, einer der höchsten Geistlichen des Iran, im April 2012 als Blasphemie und todeswürdigen Abfall vom Glauben verurteilt hatte. Am 9. Mai berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, gegen Najafi sei eine Todes-Fatwa erlassen worden, obwohl Golpaygani den Namen des iranischen Rappers gar nicht explizit genannt hatte. Die regierungsnahe Website Shia-Online setzte daraufhin auf die Ermordung Najafis eine Summe von 100.000 Dollar aus.
    "Es ist nicht das erste Mal, dass die Ayatollahs der islamischen Regierung Irans zur Ermordung von Regime-Gegnern und Islam-Kritikern aufrufen", erklärt Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime. "Unweigerlich denkt man an die 1989 von Ayatollah Khomeini verhängte Todes-Fatwa gegen Salman Rushdie. Wichtig ist, dass sich die westlichen Politiker nun mit aller Entschiedenheit gegen diesen skandalösen Vorgang zur Wehr setzen. Die deutsche Regierung muss den Mordaufruf gegen Shahin Najafi öffentlich verurteilen und gemeinsam mit anderen Nationen so lange Druck auf das iranische Regime ausüben, bis diese Todesdrohung offiziell und unmissverständlich zurückgenommen wird."
    gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon ergänzt: "Nach unseren Informationen hat die deutsche Polizei Najafi geraten, unterzutauchen und Deutschland zu verlassen. Ähnliches ist bedrohten Islam-Kritikern in der Vergangenheit immer wieder empfohlen worden – eine bequeme Strategie der deutschen Behörden, sich der Verantwortung zu entziehen. Im Gegensatz zu ihnen meinen wir, dass unser Rechtsstaat dazu verpflichtet ist, die in unserem Land lebenden Oppositionellen und Islamkritiker zu schützen und dafür alle erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen. Knappe Kassen können beim besten Willen nicht rechtfertigen, dass wir diejenigen, die den Mut haben, in ihren Heimatländern für die Gewährung von Menschenrechten zu kämpfen, ihrem Schicksal überlassen!"
    Von liberalen Muslimen sowie den in Deutschland ansässigen Islamverbänden erwartet Schmidt-Salomon, dass sie sich in aller Deutlichkeit von ihren fundamentalistischen Glaubensbrüdern und -schwestern distanzieren: "Liberale Schiiten sollten den menschenverachtenden Dogmen der Ayatollahs ebenso entschieden entgegentreten, wie auch liberale Sunniten sich gegen die Hassattacken radikaler Salafisten wenden sollten. Bislang konnten wir viel zu wenig innerislamische Kritik an den vielfältigen Menschenrechtsverletzungen im Namen Allahs vernehmen. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert."

    Links zu diesem Beitrag:
    Der Song "Naghi" von Shahin Najafi:

    Facebookseite des Künstlers:
    Shahin najafi | Facebook
    Beitrag über den Fall von Funkhaus Europa:
    Shahin Najafi - Musik - Funkhaus Europa
    Artikel von Shia-Online mit dem Mordaufruf:
    http://shia-online.ir/article.asp?id=22927








    http://www.giordano-bruno-stiftung.d...daufruf-najafi

  2. #2
    Avatar von Marcin

    Registriert seit
    14.01.2012
    Beiträge
    2.372
    Solidarität mit Shahin Najafi!

    Veröffentlicht am Juni 6, 2012
    Wenn ein Künstler verfolgt wird, weil er Künstler ist, dann werde auch ich verfolgt! Daher hoffe ich, dass viele Künstlerinnen und Künstler es mir gleich tun werden!
    Kennen Sie Shahin Najafi? Ich kannte ihn bisher nicht, obwohl er ein Kollege von mir ist und in Köln lebt. Ich habe es nun einem Artikel von Matthias Küntzel zu verdanken, von Shahin Nadjafi erfahren zu haben.
    Shahin Nadjafi ist ein Dichter und Sänger der persischen Sprache und lebt zur Zeit in Köln. Ich weiß nicht wo, da er sich versteckt halten muss. Über Shahin Nadjafi wurde nämlich eine Fatwa gesprochen, ein Todesurteil. Der wunderbare Günter Wallraff hat ihm geholfen, ein sicheres Versteck in Köln zu finden. Was ist geschehen?
    Anfang Mai dieses Jahres hatte Shahin Nasjafi ein Lied im Internet veröffentlicht, in dem das lyrische Ich den 10. Imam anbetet, er möge zur Erde zurückkehren, um die Missstände im heutigen Iran beseitigen. Bei den Schiiten gilt der 10. Iman als Heiliger. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung begannen die staatlich kontrollierten Medien Irans einen Tötungsbefehl gegen den Künstler zu verbreiten, da laut dem “Rechtsgutachten” eines Großayatolla, jede “Schmähung” des 10. Imam als Religionsbeleidigung und als Abfall vom Glauben definiert werden müsse; ein Delikt, auf das im Iran die Todesstrafe steht.
    Seitdem wird vom Iran aus eine Menschenjagd organisiert, die an Widerwärtigkeit kaum noch zu überbieten ist. Vom Regime werden Fotos des Sängers ins Netz gestellt, auf denen sein Kopf in einem Fadenkreuz zu sehen ist. Nicht selten weißt sein Kopf sogar Einschusslöcher auf. Gleichzeitig werden Demonstrationen für die Ermordung Shahins organisiert. In Deutschland sollen iranische Stellen das Todesdekret gezielt an hier lebende Iraner weitergeleitet haben. Kölner Islamisten prahlen auf Facebook damit, Shahin in Kürze aufzuspüren und abzustechen.


    Lieber Shahin Nadjafi,

    wenn Sie diesen Zeilen lesen, dann erlauben Sie es mir, Ihnen meine ganze Hochachtung vor Ihrer Kunst und meine aufrichtige Solidarität auszusprechen. Sie werden von gewalttätigen Häschern verfolgt und mit dem Tode bedroht, nur weil Sie es wagen, ein Künstler zu sein. Ihr Leben ist in Gefahr, genauso wie das Leben des Schriftstellers Salman Rushdi und das Leben des Zeichners Kurt Westergaard. Sie sind zudem noch mein Nachbar und leben in meiner Stadt. Daher spreche ich Sie persönlich an.
    Sie sind ein Künstler und ich bin ein Künstler. Wenn ein Künstler verfolgt wird, weil er Künstler ist, dann werde auch ich verfolgt! Daher hoffe ich, dass viele Künstlerinnen und Künstler es mir gleich tun werden und sich ein Beispiel an Ihnen nehmen und folgendes öffentlich kund tun:
    “Lieber 10. Imam, mein Name ist Gerd Buurmann und ich bitte Dich, kehre zur Erde zurück und beende die Missstände im heutigen Iran!”
    Lieber Shahin Nadjafi, Sie müssen nun im Versteck leben. Unglaublich! In meiner Stadt muss sich ein Künstler verstecken, weil er verfolgt wird. Das geschah hier das letzte Mal in der Zeit der Nationalsozialisten. Damals gab es mich noch nicht. Heute schon!
    Wenn Sie wollen, Herr Nadjafi, dann melden Sie sich einfach bei mir. Ich zeige Ihnen gerne mal meine Lieblingsplätze in dieser Stadt und wenn Sie möchten, dann fühle ich mich sogar geehrt, Sie mal in meiner Show “Kunst gegen Bares” begrüßen zu dürfen. Das Schöne an der Show ist, dass niemand weiß, wer an einem Abend auftritt und dass es die Show in den Städten Köln, Bonn, Leverkusen, Lübeck, Hamburg, Halle, Essen, Düsseldorf, Mannheim, Heidelberg, Trier, Palma und Stuttgart gibt. Wir können also einen Ort und eine Zeit für einen Überraschungsauftritt verabreden, damit Sie einfach das sein können, was Sie sein wollen: ein freier Künstler.
    Alles Liebe,
    Gerd Buurmann


    Solidarität mit Shahin Najafi! | Tapfer im Nirgendwo

  3. #3
    Avatar von Marcin

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    2.372

  4. #4
    Avatar von Ilan

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    Beiträge
    10.225
    Und dann auch noch ein Kopfgeld auf ihn setzen...

    Der Mann sollte belohnt und nicht bestraft werden. Aber typisch für Gottesstaaten..

  5. #5

  6. #6
    Avatar von Dolls

    Registriert seit
    17.03.2010
    Beiträge
    4.903


    Marcine jarane de napisi sta svojim rijecima pa da vidimo dal si cojk ili masina

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