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Umfrageergebnis anzeigen: Multikulturalismus?

Teilnehmer
25. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • 1. Ja, ich bin allgemein für ein multikulturelles Konzept

    14 56,00%
  • 2. Ich bin nur dafür in einer Gesellschaft mit grossen Minderheiten

    2 8,00%
  • 3. Nein, ich bin allgemein dagegen

    9 36,00%
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Ergebnis 51 bis 60 von 65

Multikulturalismus

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 17.05.2011, 07:56 Uhr · 64 Antworten · 5.235 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

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    Zitat Zitat von Sinopeus Beitrag anzeigen
    Ich hab kein Problem damit als Grieche in Deutschland zu leben. Ich verlange nicht, dass die ihre Nation umbenennen, ich fühle mich auch so als Ruhrgebietler. Identität sollte bei einem selbst liegen.
    Man kann Deutschland wohl kaum mit Kanada vergleichen, das durch Zuwanderung erst entstanden ist. Der Versuch, Deutschland im Nachhinein -trotz eigener, langer Geschichte- zum Schmelztiegel zu erklären, ist in meinen Augen Blödsinn. Schmelztiegel ist auch nicht multikulturell, sondern das Gegenteil.
    Ich möcht auch keinen Schmelztiegel, sondern echtes Multikulti. Jeder soll seine Kultur behalten, aber damit sich alle Kultur-Völker auch wirklich mit dem Staat und seiner Verfassung identifizieren muss es zumindest eine gemeinsame übergeordente Identifikationsbasis geben und diese sollte sich im Staatsnamen widerspiegeln.

    Ich halte dies für nötig da ich nicht an Integration in eine Einheits-Gesellschaft mit "deutscher Leitkultur" glaube, wohl aber an eine Integration in einen gemeinsamen Staat mit dem sich alle identifizieren über ein multikulturelles Konzept (Bewahrung und Förderung der eigenen Kultur) und ein Mindestmass an "Verfassungspatriotismus".

    "Mitteleuropa" ist ein relativ neutraler Staatsname mit dem sich alle Bürger identifizieren können bei Bewahrung ihrer eigenen Kultur. Die demographische Entwicklung Deutschlands macht den Staat ohnehin immer mehr zu einem differenzierteren "Multi-Kulti-Land", daher sollte dies auch in Zukunft in einem entsprechenden Politikkurswechsel etablieren.


    Ein interessanter und wichtiger Aspekt.

  2. #52
    Avatar von Zurich

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    Zitat Zitat von Sinopeus Beitrag anzeigen
    Die Rede ist ja nicht davon, dass Multikuralismus zwangsweise gegen den Willen von Regierungen durchgesetzt wird. Migrationsbewegungen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Und es muss doch niemand seine Kultur gegen Multikulti austauschen. Multikulti bedeutet doch im Gegenteil, dass jeder seine Kultur behalten kann. Die Gesamtheit der Bürger ergibt das Multi. Nicht der Einzelne soll Multi sein. So eine Forderung wäre ja auch Unsinn.

    Guckst du hier, was das genau ist:
    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    Wie ich mal als Beispiel gebracht habe: "Mischt man der roten Farbe (die Farbe die schon immer da war) jetzt gelb bei, ist die neue Farbe nicht mehr rot, sondern orange. Rot ist zwar immer noch da und liefert seinen Anteil zu neuen Farbe bei, aber es ist nicht mehr das gleiche. Es ist orange und nicht mehr rot."

  3. #53
    Avatar von McWei

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    Die deutsche staatsbürgerschaft wird einfach in eine "Mitteleuropäische" umbenannt bzw. entsprechend der ganze Staat umbenannt, oder er bekommt zumindest einen entsprechenden Namenszusatz verpasst.
    Hmh, ehrlich gesagt, das ist nun wirklich Utopie. Da ist es eher wahrscheinlich, das Europa insgesamt mehr zusammenwächst und irgendwann ein neues, eigenständiges Staatsgefüge bildet.

    Abgesehen davon, würde dieser Vorschlag garantiert am Willen der Bevölkerung scheitern, ich selbst persönlich würde auch nichts davon halten. Ausserdem nicht nur Deutschland ist Mitteleuropa, etwas dreist, diesen Namen für sich zu okkupieren. Da würde man Deutschland wohl gleich wieder gewisse Ambitionen unterstellen.

    Die dann hier vertretenden Kulturen würden dann auch zustimmen, das ähnlich verfahren wird in ihren Herkunfsländern? Wohl kaum.
    Ausserdem stell ich mir, mal abgesehen von Deutschland, gerade z.b. die Grande Nation vor....grins, aus denen machen wir dann ein Mitte-West-Europa.
    Wie auch schon von anderen hier gesagt, USA, Kanada oder auch Australien sind da eher schlechte Beispiele im Vergleich zu Europa, der geschichtliche Hintergrund ist ein völlig anderer.

    Grüsse
    McWei

  4. #54
    Avatar von Sinopeus

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    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    "Mischt man der roten Farbe (die Farbe die schon immer da war) jetzt gelb bei, ist die neue Farbe nicht mehr rot, sondern orange. Rot ist zwar immer noch da und liefert seinen Anteil zu neuen Farbe bei, aber es ist nicht mehr das gleiche. Es ist orange und nicht mehr rot."
    Hier lese ich die romantische Vorstellung heraus, dass religiös und ethnisch homogene Nationalstaaten (Farbe rot) schon ewig existiert haben und nun der Multikulturalismus daherkommt und die althergebrachte Reinheit bedroht.
    Historisch korrekter aber ist, dass es schon immer multikulturelle Vielvölkerreiche gegeben hat (Römer, Byzantiner, Osmanen, Habsburger, etc). Die heutigen Nationalstaaten sind neuzeitliche Kunstgebilde, die seit der Französischen Revolution auf dem Boden alter Vielvölkerreiche durch ethnische Säuberungen und/oder Assimilation entstanden sind. Diese Kunstgebilde können sich nicht ewig "homogen" halten, weil wie schon gesagt: Migrationsbewegungen hat es schon immer gegeben. Schon vor den Nationalstaaten und auch heute noch. Multikulturalismus ist natürlich, zwangsläufig und vor allem: er ist nichts Neues.

  5. #55
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

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    3.309
    Zitat Zitat von McWei Beitrag anzeigen
    Hmh, ehrlich gesagt, das ist nun wirklich Utopie. Da ist es eher wahrscheinlich, das Europa insgesamt mehr zusammenwächst und irgendwann ein neues, eigenständiges Staatsgefüge bildet.

    Abgesehen davon, würde dieser Vorschlag garantiert am Willen der Bevölkerung scheitern, ich selbst persönlich würde auch nichts davon halten. Ausserdem nicht nur Deutschland ist Mitteleuropa, etwas dreist, diesen Namen für sich zu okkupieren. Da würde man Deutschland wohl gleich wieder gewisse Ambitionen unterstellen.

    Die dann hier vertretenden Kulturen würden dann auch zustimmen, das ähnlich verfahren wird in ihren Herkunfsländern? Wohl kaum.
    Ausserdem stell ich mir, mal abgesehen von Deutschland, gerade z.b. die Grande Nation vor....grins, aus denen machen wir dann ein Mitte-West-Europa.
    Wie auch schon von anderen hier gesagt, USA, Kanada oder auch Australien sind da eher schlechte Beispiele im Vergleich zu Europa, der geschichtliche Hintergrund ist ein völlig anderer.

    Grüsse
    McWei
    Utopie ist es, da hast du recht, jedenfalls in der heutigen Gesellschaft. Aber in einigen Generationen könnte dies aufgrund des progressiven demographischen Wandels eine realistische politische Option sein.

    Es kommt ja immer auf die Intention an. Solange Deutschland keine Expansions- oder Hegemonialpolitik betreibt dürfte eine Umbenennung des Staates in z.b. "Mitteleuropa" für eine multikulturelle Identifikationsbasis kein Problem sein und ausserdem kann dies ja einvernehmlich mit der "Grande Nation und Co" abgestimmt werden.

    "Mitteleuropa" als Name ist ja auch nur eine Möglichkeit, welche ich mir aufgrund der geographischen Lage Deutschlands in den Sinn gekommen ist.

    Ein Zusammenwachsen einiger EU-Staaten, wie die von Peter Scholl-Latour preferierte "karolingische Achse" Frankreich-Deutschland könnte natürlich auch ein Zukunftsmodell sein und zudem Träger einer multikulturellen Polit-Struktur werden.

    Ob die Länder aus denen die Minderheiten ursprünglich stammen gleich oder ähnlich vorgehen würden, sollte für den Entscheidungsprozess ob man dafür oder dagegen ist keine Rolle spielen. Ich bin der Aufassung das sich jeder primär um seinen eigenen "Verantwortungsbereich" kümmern sollte, was die anderen Staaten machen ist denen überlassen, solange sie niemandem schaden.

    Natürlich hast du Recht das in Kanada, den USA und Australien andere (deutlich BESSERE) Rahmenbedngungen für ein solches Konzept bestehen.
    Der Grund warum ich mir überhaupt darüber Gedanken machen ist das die autochtone Bevölkerung in vielen europäischen Ländern aufgrund des demographischen Wandels schrumpft und irgendwann selbst zur Minderheit wird. Daher braucht man neue Konzepte.

  6. #56

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    Nunja multikulturalismus....gibt es denn einen Fleck auf der Erde, der davon nicht berührt ist, außer vielleicht ein paar Inseln Ozeaniens?
    Man kann nicht mehr "dagegen" oder "dafür" sein, weil es ein Prozess ist, der sowieso immer stattfinden wird, wie die Sonne. Ob man es will, oder nicht, sie scheint. Da ist man auch nicht dagegen oder dafür; Es ist einfach ein natürlicher Prozess, der Teil unseres Lebens ist.

  7. #57
    bolan
    Zitat Zitat von TurkishJew Beitrag anzeigen
    Nunja multikulturalismus....gibt es denn einen Fleck auf der Erde, der davon nicht berührt ist, außer vielleicht ein paar Inseln Ozeaniens?
    Man kann nicht mehr "dagegen" oder "dafür" sein, weil es ein Prozess ist, der sowieso immer stattfinden wird quasi, wie die Sonne. Ob man es will, oder nicht, sie scheint. Da ist man auch nicht dagegen oder dafür; Es ist einfach ein natürlicher Prozess, der Teil unseres Lebens ist.

    hättest das quasi weggelassen, hättest vielleicht sogar en danke von mir kassiert

  8. #58

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    Weg ist es :P

  9. #59
    Avatar von Duušer

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    Jugoslawien war wohl das einzige, was bis 91 funktionierte und dann gebummst wurde. Die Kroaten, Serben, Albaner usw. haben ihre Kultur und alles voll ausleben können (außer natürlich Flaggen) ohne Represalien...

  10. #60
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von Fitnesstrainer NRW Beitrag anzeigen
    Umfrage bitte

    Steht ihr einem solchen Konzept positiv oder ablehnend gegenüber ?



    Multikulturalismus ist eine sozial- und kulturphilosophische Denkrichtung mit direkten Handlungsanweisungen für die Kulturpolitik eines Landes. Der Multikulturalismus erkennt die kulturellen Unterschiede in einer pluralistischen Gesellschaft an ausgehend von drei Prinzipien: Jede Person hat eine ethnische Herkunft ( Gleichheit ) alle Kulturen verdienen Respekt ( Würde ) kultureller Pluralismus benötigt offizielle Unterstützung ( Gemeinschaft ). Aus dem letztgenannten Prinzip resultieren eine Reihe von kulturpolitischen Maßnahmen.
    Die Denkrichtung des Multikulturalismus steht dem Gedanken einer Leitkultur in einer Gesellschaft ebenso gegenüber wie dem Gedanken des Melting Pot welcher in den USA praktiziert wird und von einer Angleichung der verschiedenen Kulturen ausgeht.



    Multikulturalismus in Kanada

    Als einziges Land hat Kanada dessen Gesellschaft oft als multikulturelles Mosaik bezeichnet wird offiziell Multikulturalismus seit 1971 als staatlich geförderte Politik aufgenommen. Das primäre Ziel dieser Politik ist dass alle kulturellen Minderheiten staatliche Unterstützung erhalten um ihre Kultur zu bewahren und zu pflegen. Ziel der Unterstützung der kulturellen Unterschiede ist die Überwindung von Barrieren die die Partizipation und Integration von Minderheiten erschwert. Desweiteren fördert der Staat kulturellen Austausch zwischen den kulturellen Gruppen. Über die Aneignung von einer der Amtssprachen Kanadas französisch oder englisch fördert der kanadische Staat auch den Unterricht in den unterschiedlichen ethnischen Sprachen. Die kanadische Form des Multikulturalismus sah seit 1971 vielfältige Abänderungen zum einen die Untermauerung durch grundlegende Gesetze wie dem Multikulturalismusgesetz dem Gesetz zu Gleichstellung in der Beschäftigung jedoch auch die Streichung wesentlicher Finanzmittel innerhalb der letzten Jahre und dem Ausbleiben von strukturellen Änderungen zugunsten multikultureller Politik.

    Quelle:

    Multikulturalismus
    Ich finde, man das nicht als Konzept generell befürworten oder ablehnen, man muß sehen, ob es zum Bezugsrahmen paßt.

    Wenn man einen Lebensraum oder ein Territorium hat, in dem mehrere angestammte Kulturen auf engem Raum miteinander leben, ist es sicherlich positiv zu bewerten, wie bspw. in der Schweiz oder auch in Jerusalem wäre das sehr wünschenswert. Auch in einem klassischen Einwanderungsland, wo Menschen aus verschiedenen Kulturen gemeinsam eintreffen, halte ich das nicht für falsch. Da bliebe nur die Frage, wie viele unterschiedliche Kulturen sich da kombinieren lassen, ohne daß nur Chaos bleibt. Und natürlich ist es unverzichtbar, daß es eine solide konsensbasis von Werten gibt, die von allen gleichermaßen akzeptiert werden.

    Anders beurteile ich das in Nationalstaaten, wo es eine klar definierte "Leitkultur" gibt. (Ich hasse dieses Wort, mir fällt aber kein besseres ein.) Wer in ein solches Land einwandert, der muß sich darüber im Klaren sein, daß es dort gewisse Regeln und Gesellschaftsnormen gibt, an die er sich anpassen muß. Das schließt nicht aus, daß dieses Gastland sich mit seinen "Gästen" auseinandersetzt, im Gegenteil. Vieles läßt sich mitunter von den "Fremden" lernen, manches vermischt sich oder wird assimiliert und in vielen Bereichen soll man auch den Einwanderern ihre Kultur belassen und sie auch fördern. Sei es beim Handel und Verzehr von speziellen Lebensmitteln, Musik und Literatur nebst Presse und auch politischer Mitbestimmung. Und natürlich auch in religiösen Dingen. Dabei liegen die Grenzen aber eindeutig im Bereich des Legalen. Wo die Gewohnheiten und Traditionen der Zugewanderten mit dem Recht des Gastlandes kollidieren, müssen sie zurückstecken. Sei es Drogenmiß- oder gebrauch, Blutrache, Zwangshochzeiten religiöse Rechtsprechung wie bspw. die Scharia. Noch weniger akzeptabel ist es natürlich, wenn die Immigranten von der einheimischen Bevölkerung verlangen, daß sie auch ihre Regeln übernehmen soll. Die Bildung von Parallelgesellschaften ist ein sicheres Indiz dafür, daß etwas verkehrt gelaufen ist.


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