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Das neue Libyien - Mister Nasser träumt von...

Erstellt von Yunan, 15.09.2011, 13:09 Uhr · 11 Antworten · 1.298 Aufrufe

  1. #1
    Yunan

    Daumen hoch Das neue Libyien - Mister Nasser träumt von...

    15.09.2011

    Das neue Libyen

    Mister Nasser träumt von Bikini-Girls

    Aus Tripolis berichtet Jonathan Stock



    Cocktails! Musik! Partys! Nasser Buisier hat Millionen in den Kampf gegen Gaddafi investiert. Jetzt will der in den USA reich gewordene Libyer mit einem Urlaubsparadies die Rendite einfahren. Sein Problem: die Islamisten. Seine Lösung: sein Cousin Massoud, Popstar der Revolution.


    Nasser Buisier schaut auf das Mittelmeer östlich der tunesischen Grenze, er dreht den Kopf zum verlassenen Militärstützpunkt auf der Steilküste: Dort soll das Hotel entstehen. Er weist auf dornige Büsche: Dort wird das Kongresszentrum gebaut. Er zeigt auf Felsen, etwa 50 Meter unter ihm, an denen sich die Wellen brechen: Dort soll der Strand aufgeschüttet werden. Dann breitet Nasser beide Arme aus, schaut zum Himmel - und verharrt in dieser Pose, wie ein Magier, als habe er die Macht, seine Paläste aus dem Sand emporwachsen zu lassen.

    Er will Bikinis für Libyen, er will Musik, Partys und Cocktails. "Was soll falsch daran sein?", fragt er, eine kubanische Zigarre rauchend, die Sonnenbrille in die nach hinten gekämmten Haare geschoben. Er wirkt wie ein Mann, der zu viele Hollywood-Filme mit reichen, amerikanischen Geschäftsleuten gesehen hat. Aber wenn er länger spricht, ist man sich nicht mehr sicher, ob es Hollywood überhaupt geben würde ohne Leute wie Nasser Buisier.
    Er spricht von den Wasserfällen in den Grünen Bergen östlich von Bengasi, von den Oasen der Sahara im Süden, von Leptis Magna im Norden, der größten erhaltenen antiken Stadt der Welt. Das Amphitheater in Sabratha, westlich von Tripolis, Unesco-Weltkulturerbe, hätte er am liebsten gekauft. "Die perfekte Partylocation", meint er, hier würde er seine Tänzerinnen einbestellen, natürlich ohne Kopftuch. Er sieht Touristen kommen. Er sieht Geld kommen. Der erste Hedgefond, meint er, sei eine Frage von Monaten, nicht von Jahren.

    Nasser Buisier, in Libyen geboren, verließ das Land 1977 mit 18 Jahren, wusch Teller in den USA für drei Dollar die Stunde, arbeitete in einer Tankstelle, kaufte die Tankstelle, kaufte 600 Tankstellen. Heute sind die Tankstellen ein Nebengeschäft, Buisier handelt mit Heizöl, Eisenbahnen, Immobilien. Im Februar entdeckte er ein neues Geschäftsfeld: die Revolution.

    Seit sechs Monaten finanziert der Multimillionär die Rebellen, besorgte Nachtsichtgeräte, Batterien für Panzer, militärische Funkgeräte. Warum? "Ich habe Boxen in Vegas gesehen", sagt er im schweren amerikanischen Akzent, "ich habe Football in Boston gesehen, aber diese Revolution hier, die bringt einen Teil meines Gehirns zum klingen, den ich vorher nie benutzt habe."

    Ein neues Libyen nach dem Vorbild USA

    Es gibt einige Männer wie Buisier, die einem Ruf gefolgt sind, aus einer Heimat, die selten gut zu ihnen war. Sie sind aus den USA gekommen, aus Norwegen und England. Sie unterstützten Libyen mit Geld, Waffen oder Kontakten, manche mit ihrem Leben. Ohne sie wäre die Revolution eine andere geworden, manche sagen, sie wäre gescheitert. Sie lieben ihr Land, aber sie sind auch Geschäftsleute. Sie haben investiert. Jetzt erwarten sie Gewinne.

    Buisier will ein Libyen mit einem einfachen sozialen Sicherheitsnetz, mit guter Infrastruktur und einer Regierung, die die Geschäfte zwar reguliert, aber nicht steuert. "Das Vorbild ist eigentlich die USA", sagt er. Das Wichtigste ist ihm ein säkulares Libyen. Seine Widerstreiter sind Islamisten wie Abi al-Salabi, der von Katar aus den Waffenexport nach Libyen organisiert haben soll, und sich mit Frontbesuchen ebenfalls das Wohlwollen vieler junger Rebellen erkämpft hat.

    Salabi kritisierte am Dienstag in einem Interview mit al-Dschasira den de-facto-Premierminister Mahmud Dschibril und den für Öl und Finanzen zuständigen Ali Tarhuni als "extreme Säkularisten", die sich selbst bereichern wollen, und die Nation in eine "neue Ära der Tyrannei und Diktatur" führen werden. Beide Ratsmitglieder arbeiteten lange Zeit in den USA, Dschibril als politischer Berater, Tarhuni als Wirtschaftsprofessor. Selbst gute Bekannte von Salabi distanzierten sich nach dieser Rede von ihm.
    Zwischen Leuten wie Buisier und Salabi steht der Vorsitzende des Übergangsrats, Mustafa Abd al-Dschalil, der Demokratie und einen moderaten Islam verspricht und die Scharia als eine Quelle der Gesetzgebung sieht, und nicht als ausschließliche Quelle wie etwa in Saudi-Arabien. Das war nicht überraschend. So sahen es die ersten Entwürfe des Übergangsrats im März vor, und genauso ist es auch in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten geschehen. Am Montagabend sprach Dschalil das erste Mal nach Gaddafis Sturz in Tripolis. Jubel brach aus, als er versprach, dass Frauen in Zukunft auch Minister und Botschafter sein werden. Das hatte es unter Gaddafi nicht gegeben.

    Wie groß die drei Gruppen sind - Islamisten, Säkulare, gemäßigte Muslime - wird erst die Wahl zeigen. Und obwohl es noch keine Parteien gibt: Der Wahlkampf hat begonnen. Buisier wird eine säkulare Partei unterstützen, seine stärkste Waffe ist sein 38-jähriger Cousin, der Musiker Massoud Abu Assir. "Wenn die Parteiführer kandidieren, wird Massoud für sie singen. Wollen doch mal sehen, wer gewinnt."

    2. Teil: Massoud, der Revolutionär mit der Gitarre

    Wenn man mit Massoud einen Tag unterwegs ist, hat man das Gefühl, jeder wird ihn wählen. An jedem Checkpoint wollen sie ein Foto von ihm, Hunderte fragen nach seiner Telefonnummer, an der Grenze nach Tunesien kann er auf der Gegenspur fahren, entlang der langen Schlange von wartenden Libyern. Passanten küssen ihn auf beide Wangen, umarmen ihn. "Massoud", rufen sie, "bleib noch ein bisschen in der Stadt, wenigstens über Nacht."

    Im von Gaddafi zerschossenen Sawija haben sie ihm eine Bühne gebaut, mit Stoff behängt, davor sitzen jugendliche Kriegsversehrte und schwenken ihre Arme, sie fühlen sich von ihm verstanden. "Wir lieben ihn, weil er mit uns gekämpft hat", sagen sie.

    Massoud Abu Assir spielte seit Beginn der Revolution an vorderster Front. Er spielte am 17. Februar vor dem Gericht in Bengasi. Als die Kämpfe begannen, spielte er in Brega, Adschdabija, Ras Lanuf, Ben Dschawad und sogar in Wadi Hamra, kurz vor Sirte. Gestandene Kriegsfotografen waren verblüfft, wenn sie an die vorderste Gefechtslinie kamen, und einen kleinen Dicken sahen, der Gitarre spielte. Er war sechs Wochen in Misurata, kam per Boot mit den ersten Kämpfern nach Tripolis, und spielte dort, wo Gaddafi früher sprach: In Bab al-Asisija.

    Den Refrain von Massouds Liedern kann man nach zwei Strophen mitsingen: "Meine Heimat ist stark, meine Heimat ist frei" zum Beispiel, oder "Es ist vorbei, Gaddafi, es ist vorbei", oder "Sie beschossen uns mit Raketen, sie beschossen uns mit Panzern, das ist uns doch egal."

    Bassist gefangen, Drummer an der Front

    Massouds Vorbilder: Eric Clapton, Bob Dylan, Santana und die Dire Straits. "Und kennst Du Rod Stewart?", fragt er. Zwischendurch hatte seine Band Probleme zu performen, als sein Bassspieler in Brega von Gaddafis Armee gefangen genommen wurde und sein Schlagzeugspieler an der Front kämpfte. Er sah ihn erst nach der Befreiung von Tripolis wieder.

    Massoud sagt, er spielt für ein neues Libyen. Gaddafi hat in den neunziger Jahren alle Instrumente zerschlagen, Musiker verhaftet und Konzertauftritte verboten. Nur Sängern wie Mohamed Hassan gegenüber war er gnädig, die sich auf ihre Stimme und Klatschen beschränkten und in jedem Lied die Großartigkeit Gaddafis priesen.

    Also brachte sich Massoud heimlich das Gitarrespielen bei und auch die englischen Texte. Jetzt will er die Gitarre in ein Museum bringen, die Studioaufnahmen in Ägypten kommen in ein paar Tagen, und am Ende, hofft er, wartet - natürlich - Hollywood.

    In Massouds Tourbus fahren zwei Männer mit, die sich als Freunde vorstellen. Später räumt Massoud ein, dass es sich um zwei Bodyguards handelt. Auf dem Märtyrerplatz in Tripolis darf er nicht spielen, den kontrollieren konservative Muslime, heißt es, sie finden Musik haram, verboten. Nasser Buisier warnt am Abend: "Eine Bazooka kann euch alle töten. Massoud wird von den Islamisten gehasst. Fahrt noch bei Tageslicht nach Hause."

  2. #2
    Sonny Black
    N Scheiss bekommt der.

    Der sieht aus wie n schlechter Pornodarsteller aus den 70ern.

  3. #3

    Registriert seit
    21.04.2011
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    1.290
    scharia !

  4. #4
    Avatar von TigerS

    Registriert seit
    04.11.2005
    Beiträge
    7.474
    Ist es nicht genau das , was sich die libyer immer gewünscht haben ...?leben wie im Westen

    gruß

  5. #5

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    Beiträge
    924
    Er will Bikinis für Libyen, er will Musik, Partys und Cocktails. "Was soll falsch daran sein?",

    Wer wohl an den Leuten die jetzt die Bikinis tragen die Musik hören die Partys feiern und die Cocktails schlürfen werden, wohl verdienen wird.

    Bstimmt nicht Herr Buisier, neiiiiin der coole Herr Buisier doch nicht

  6. #6
    Sezai
    Was für ein Opfer

  7. #7
    Kingovic
    Die haben einen Barney Gumble gefunden und denken, das alle der Meinung sind

  8. #8
    Tetraethyllead
    Dann soll er nach Mallorca. Ein Libyer träumt auch nicht von Burqagirls wenn er nach Deutschland kommt.

  9. #9
    Avatar von ProudEagle

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    13.10.2010
    Beiträge
    4.442
    In Libyen gibts kaum Burkaträgerinnen.

  10. #10
    Tetraethyllead
    Dann eben Kopftuch.

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