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Die Ringparabel!!!!!!!!!!!!!

Erstellt von Gast829627, 10.03.2006, 17:55 Uhr · 2 Antworten · 505 Aufrufe

  1. #1
    Gast829627

    Die Ringparabel!!!!!!!!!!!!!

    (Saladin und Nathan)
    .........

    Saladin:
    ...Nun so rede! Es hört uns keine Seele.

    Nathan:
    Möcht auch doch
    die ganze Welt uns hören.

    Saladin:
    So gewiß
    ist Nathan seiner Sache? Ha! Das nenn'
    ich einen Weisen! Nie die Wahrheit zu
    verhehlen! Für die alles auf das Spiel
    zu setzen! Leib und Leben! Gut und Blut!

    Nathan:
    Ja! Ja! Wenn's nötig ist und nützt.

    Saladin:
    Von nun
    an darf ich hoffen, einen meiner Titel,
    Verbesserer der Welt und des Gesetzes,
    mit Recht zu führen.

    Nathan:
    Traun, ein schöner Titel!
    Doch Sultan, eh' ich mich dir ganz vertraue,
    erlaubst du wohl, dir ein Geschichtchen zu
    erzählen?

    Saladin:
    Warum das nicht? Ich bin stets
    ein Freund gewesen von Geschichten, gut
    erzählt.

    Nathan:
    Ja, g u t erzählen, das ist nun
    wohl eben meine Sache nicht.

    Saladin:
    Schon wieder
    so stolz bescheiden? - Mach! Erzähl', erzähle!

    Nathan:
    Vor grauen Jahren lebt' ein Mann im Osten,
    der einen Ring von unschätzbarem Wert
    aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein
    Opal, der hundert schöne Farben spielte,
    und hatte die geheime Kraft, vor Gott
    und Menschen angenehm zu machen, wer
    In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,
    daß ihn der Mann im Osten darum nie
    vom Finger ließ und die Verfügung traf,
    auf ewig ihn bei seinem Hause zu
    erhalten? Nämlich so. Er ließ den Ring
    von seinen Söhnen dem geliebtesten;
    und setzte fest, daß dieser wiederum
    den Ring von seinen Söhnen dem vermache,
    der ihm der liebste sei; und stets der liebste,
    ohn' Ansehn der Geburt, in Kraft allein
    des Rings, das Haupt, der Fürst des
    Hauses werde - versteh' mich, Sultan.

    Saladin:
    Ich versteh' dich. Weiter!

    Nathan:
    So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,
    auf einen Vater endlich von drei Söhnen,
    die alle drei ihm gleich gehorsam waren,
    die alle drei er folglich gleich zu lieben
    sich nicht entbrechen konnte. Nur von Zeit
    zu Zeit schien ihm bald der bald dieser, bald
    der dritte - so wie jeder sich mit ihm
    allein befand, und sein ergießend Herz
    die anderen zwei nicht teilten - würdiger
    des Ringes, den er denn auch einem jeden
    die fromme Schwachheit hatte, zu versprechen.
    Das ging nun so, so lang es ging. - Allein
    es kam zum Sterben und der gute Vater
    kommt in Verlegenheit. Es schmerzt ihn, zwei
    von seinen Söhnen, die sich auf sein Wort
    verlassen, so zu kränken. - Was zu tun? -
    Er sendet in geheim zu einem Künstler,
    bei dem er, nach dem Muster seines Ringes,
    zwei andere bestellt, und weder Kosten
    noch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich,
    vollkommen gleich zu machen. Das gelingt
    dem Künstler. Da er ihm die Ringe bringt,
    kann selbst der Vater seinen Musterring
    nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft
    er seine Söhne, jeden insbesondere;
    gibt jedem insbesondere seinen Segen -
    und seinen Ring - und stirbt -
    Du hörst doch, Sultan?

    Saladin:
    Ich hör', ich höre! - Komm mit deinem Märchen
    nur bald zu Ende. - Wird's?

    Nathan:
    Ich bin zu Ende.
    Denn was noch folgt, versteht sich ja von selbst. -
    Kaum war der Vater tot, so kommt ein jeder
    mit seinem Ring, und jeder will der Fürst
    des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,
    man klagt. Umsonst; der rechte Ring
    war nicht erweislich - fast so unerweislich, als
    uns jetzt - der rechte Glaube

    Saladin:
    Wie, das soll
    die Antwort sein auf meine Frage?

    Nathan:
    Soll
    mich bloß entschuldigen, wenn ich die Ringe
    mir nicht getrau' zu unterscheiden, die
    der Vater in der Absicht machen ließ,
    damit sie nicht zu unterscheiden wären.

    Saladin:
    Die Ringe - spiele nicht mit mir! -
    Ich dächte, daß die Religionen, die ich dir
    genannt, doch wohl zu unterscheiden wären
    bis auf die Kleidung, bis auf Speis und Trank!

    Nathan:
    Und nur von Seiten ihrer Gründe nicht. -
    Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte?
    Geschrieben oder überliefert! - Und
    Geschichte muss doch wohl allein auf Treu'
    und Glauben angenommen werden? - Nicht?
    Nun wessen Treu' und Glauben zieht man denn
    am wenigsten in Zweifel? Doch der Seinen?
    Doch deren Blut wir sind? Doch deren, die
    von Kindheit an uns Proben ihrer Liebe
    gegeben? Die uns nie getäuscht, als wo
    getäuscht zu werden uns heilsamer war? -
    Wie kann ich meinen Vätern weniger,
    als du den deinigen glauben? Oder umgekehrt. -
    Kann ich von dir verlangen, daß du deine
    Vorfahren Lügen strafst, um meinen nicht
    zu widersprechen? Oder umgekehrt.
    Das nämliche gilt von den Christen. Nicht? -

    Saladin:
    (Bei dem Lebendigen! Der Mann hat recht.
    Ich muß verstummen.)

    Nathan:
    Lass auf unsere Ring'
    uns wieder kommen. Wie gesagt: Die Söhne
    verklagten sich; und jeder schwur dem Richter,
    unmittelbar aus seines Vaters Hand
    den Ring zu haben. - Wie auch wahr! - Nachdem
    er von ihm lange das Versprechen schon
    gehabt, des Ringes Vorrecht einmal zu
    genießen. - Wie nicht minder wahr! -
    Der Vater, beteu'rte jeder, könne gegen ihn
    nicht falsch gewesen sein; und eh' er dieses
    von ihm, von einem solchen lieben Vater,
    argwohnen laß': Eh' müss' er seine Brüder,
    so gern er sonst von ihnen nur das Beste
    bereit zu glauben sei, des falschen Spiels
    bezeihen; und er wolle die Verräter
    schon auszufinden wissen; sich schon rächen.

    Saladin:
    Und nun der Richter? - Mich verlangt zu hören,
    was du den Richter sagen lässest. Sprich!

    Nathan:
    Der Richter sprach, wenn ihr mir nun den Vater
    nicht bald zur Stelle schafft, so weis' ich euch
    von meinem Stuhle. Denkt ihr, daß ich
    Rätsel zu lösen da bin? Oder harret ihr,
    bis daß der rechte Ring den Mund eröffne? -
    Doch halt! Ich höre ja, der rechte Ring
    besitzt die Wunderkraft, beliebt zu machen,
    vor Gott und Menschen angenehm. Das muß
    entscheiden! Denn die falschen Ringe werden
    doch das nicht können! - Nun, wen lieben zwei
    von euch am meisten? - Macht, sagt an! Ihr schweigt?
    Die Ringe wirken nur zurück? Und nicht
    nach außen? Jeder liebt sich selber nur
    am meisten? - Oh, so seid ihr alle drei
    betrogene Betrüger! Eure Ringe
    sind alle drei nicht echt! Der echte Ring
    vermutlich ging verloren. Den Verlust
    zu bergen, zu ersetzen, ließ der Vater
    die drei für einen machen.

    Saladin:
    Herrlich! Herrlich!

    Nathan:
    Und also, fuhr der Richter fort, wenn ihr
    nicht meinen Rat, statt meines Spruches wollt:
    Geht nur! - Mein Rat ist aber der: Ihr nehmt
    die Sache völlig, wie sie liegt.Hat von
    euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
    So glaube jeder sicher seinen Ring
    den echten. - Möglich, dass der Vater nun
    die Tyrannei des einen Rings nicht länger
    in seinem Hause dulden wollen! - und gewiß,
    daß er euch alle drei geliebt, und gleich
    geliebt, indem er zwei nicht drücken mögen,
    um einen zu begünstigen. - Wohlan!
    Es eifre jeder seiner unbestochenen,
    von Vorurteilen freien Liebe nach!
    Es strebe von euch jeder um die Wette,
    die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag
    zu legen! Komme dieser Kraft mit Sanftmut,
    mit herzlicher Verträglichkeit und Wohltun,
    mit innigster Ergebenheit in Gott,
    zu Hilf'! und wenn sich dann der Steine Kräfte
    bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
    So lad ich über tausend, tausend Jahre
    sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
    ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen,
    als ich: und sprechen: Geht! - So sagte der
    bescheidne Richter.

    Saladin:
    Gott! Gott!

    Nathan:
    Saladin, wenn du dich fühltest, dieser weisere
    versprochne Mann zu sein...

    Saladin:
    Ich Staub? Ich Nichts?

    Nathan:
    Was ist Dir, Sultan?

    Saladin:
    Nathan, lieber Nathan! -
    Die tausend, tausend Jahre deines Richters
    sind noch nicht um. - Sein Richterstuhl
    ist nicht der meine. - Geh! - Geh! - Aber sei
    mein Freund.





    Die Botschaft ist wunderschön und genial einfach: Wenn Dein Verstand die WAHRHEIT nicht mehr kennt oder nicht mehr zwischen WAHRHEIT und Täuschung unterscheiden kann, dann wende Dich voll und ganz Deinem Herzen zu und lebe Bedingungslose LIEBE, die, untäuschbar, IMMER ein Teil des GÖTTLICHEN, der ewigen WAHRHEIT ist! Lass die LIEBE Dich zur WAHRHEIT in Dir führen und gib sie weiter an alle Menschen um Dich - und sie wird reiche Früchte tragen... 8)

  2. #2
    Avatar von DarthRashkana

    Registriert seit
    14.02.2006
    Beiträge
    261
    hey alter, bald hab ich schon 100 beiträge geschrieben!

  3. #3
    Gast829627
    Zitat Zitat von DarthRashkana
    hey alter, bald hab ich schon 100 beiträge geschrieben!

    ich gratuliere :P

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