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Sammelthread "Ehrenmord"

Erstellt von Rehana, 24.03.2006, 13:06 Uhr · 791 Antworten · 45.117 Aufrufe

  1. #781
    Avatar von liberitas

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    11.789
    Zitat Zitat von Grizzly Beitrag anzeigen
    Beides, da sind wir uns einig, ist pervers, und mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen.

    Und auch wenn ein Eifersuchtsmord aufgrund einer persönlichen Kränkung begangen wird, und ein sogenannter "Ehrenmord" aufgrund der Verletzung von antiquierten und mit den Gegebenheiten des heutigen Lebens nicht zu vereinbarenden ungeschriebenen Gesetzen, so ist für mich dieser Unterschied unbedeutend, weil es sich in beiden Fällen um die perverse Einstellung handelt, wonach junge Frauen nicht selbständig handeln dürfen, sondern das Privateigentum entweder ihrer Ehemänner oder ihres Familienclans sein sollen.
    Beides ist gleich schlimm. Morde im Namen der Ehre sind für mich jedoch besonders ekelhaft. Meist bring ein Familienmitglied das Mädchen/die Frau um. Wie kann man seine eigene Tochter, Schwester umbringen?
    Serap Cileli

  2. #782
    Avatar von Facaaaa

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    Vater prügelte Tochter halbtot - Prozess in Linz


    Ist Pero M. ein religiöser Fanatiker, der seine 20- jährige Tochter halbtot schlug, weil sie einen muslimischen Bosnier liebt? Oder ist der Kroate "nur" ein besorgter Vater, der sein Kind mit den falschen Mitteln vor Drogen retten wollte? Der Geschworenenprozess in Linz wirft viele Fragen auf - auch sprachlicher Natur.

    M. gibt zu, dass er seine Tochter am 21. Jänner niedergeprügelt, ihren Kopf mehrmals auf den Steinboden geschlagen und dann mit dem Fuß auf das bewusstlose Mädchen eingetreten hat. Er bekennt sich der schweren Körperverletzung schuldig, Staatsanwältin Daniela Latschbacher spricht allerdings von versuchtem Mord.


    "Ich werde dir Hände und Füße brechen"

    Das angebliche Motiv: Die Frau hatte die Schule abgebrochen und wollte mit ihrem Freund zusammenziehen. Der ist Moslem. M. hatte seiner Tochter aber eingetrichtert, dass er nur einen Christen und einen Kroaten als Schwiegersohn akzeptieren würde. Als Beweis für die Mordabsicht liest Latschbacher E- Mails des Vaters vor: "Ich werde dir Hände und Füße brechen!" Und: "Du Hure!"


    Angeklagter von Ex- Frau instrumentalisiert?

    "Das wäre die erste religiös- fanatische Tat eines Christen in Österreich", argumentiert dagegen Verteidiger Andreas Mauhart. Und sieht ein anderes Motiv: M., der nach der Tat in selbstmörderischer Absicht in die Donau gesprungen war, war demnach davon überzeugt, dass seine Tochter vom Freund unter Drogen gesetzt wurde. Das habe der Angeklagte nur gedacht, weil er von seiner Ex- Gattin dahingehend instrumentalisiert worden sei. Sie habe sich die Drogengeschichte ausgedacht.
    Ein falscher Eindruck von seinem Mandanten entstehe auch durch falsch übersetzte Mails, so der Anwalt. Auf diesen beruhe die Anklage: "Mein Mandant wurde nie von der Staatsanwältin vernommen." Der Prozess vor Richter Nimmervoll wird im November fortgesetzt.

  3. #783
    Avatar von Parker

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    5.798
    Zitat Zitat von Facaaaa Beitrag anzeigen
    Vater prügelte Tochter halbtot - Prozess in Linz


    Ist Pero M. ein religiöser Fanatiker, der seine 20- jährige Tochter halbtot schlug, weil sie einen muslimischen Bosnier liebt? Oder ist der Kroate "nur" ein besorgter Vater, der sein Kind mit den falschen Mitteln vor Drogen retten wollte? Der Geschworenenprozess in Linz wirft viele Fragen auf - auch sprachlicher Natur.

    M. gibt zu, dass er seine Tochter am 21. Jänner niedergeprügelt, ihren Kopf mehrmals auf den Steinboden geschlagen und dann mit dem Fuß auf das bewusstlose Mädchen eingetreten hat. Er bekennt sich der schweren Körperverletzung schuldig, Staatsanwältin Daniela Latschbacher spricht allerdings von versuchtem Mord.


    "Ich werde dir Hände und Füße brechen"

    Das angebliche Motiv: Die Frau hatte die Schule abgebrochen und wollte mit ihrem Freund zusammenziehen. Der ist Moslem. M. hatte seiner Tochter aber eingetrichtert, dass er nur einen Christen und einen Kroaten als Schwiegersohn akzeptieren würde. Als Beweis für die Mordabsicht liest Latschbacher E- Mails des Vaters vor: "Ich werde dir Hände und Füße brechen!" Und: "Du Hure!"


    Angeklagter von Ex- Frau instrumentalisiert?

    "Das wäre die erste religiös- fanatische Tat eines Christen in Österreich", argumentiert dagegen Verteidiger Andreas Mauhart. Und sieht ein anderes Motiv: M., der nach der Tat in selbstmörderischer Absicht in die Donau gesprungen war, war demnach davon überzeugt, dass seine Tochter vom Freund unter Drogen gesetzt wurde. Das habe der Angeklagte nur gedacht, weil er von seiner Ex- Gattin dahingehend instrumentalisiert worden sei. Sie habe sich die Drogengeschichte ausgedacht.
    Ein falscher Eindruck von seinem Mandanten entstehe auch durch falsch übersetzte Mails, so der Anwalt. Auf diesen beruhe die Anklage: "Mein Mandant wurde nie von der Staatsanwältin vernommen." Der Prozess vor Richter Nimmervoll wird im November fortgesetzt.
    Es ist völlig egal, ob die Tat religiöse Motive hat oder nicht. Vielleicht werde ich auch einmal keine Freude an der Wahl meiner Tochter haben sicher nicht wegen religiösen Gründen), aber sie deshalb zu schlagen? Dafür trage ich zu viel Liebe in mir.

  4. #784

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    Zitat Zitat von Facaaaa Beitrag anzeigen
    Vater prügelte Tochter halbtot - Prozess in Linz


    Ist Pero M. ein religiöser Fanatiker, der seine 20- jährige Tochter halbtot schlug, weil sie einen muslimischen Bosnier liebt? Oder ist der Kroate "nur" ein besorgter Vater, der sein Kind mit den falschen Mitteln vor Drogen retten wollte? Der Geschworenenprozess in Linz wirft viele Fragen auf - auch sprachlicher Natur.

    M. gibt zu, dass er seine Tochter am 21. Jänner niedergeprügelt, ihren Kopf mehrmals auf den Steinboden geschlagen und dann mit dem Fuß auf das bewusstlose Mädchen eingetreten hat. Er bekennt sich der schweren Körperverletzung schuldig, Staatsanwältin Daniela Latschbacher spricht allerdings von versuchtem Mord.


    "Ich werde dir Hände und Füße brechen"

    Das angebliche Motiv: Die Frau hatte die Schule abgebrochen und wollte mit ihrem Freund zusammenziehen. Der ist Moslem. M. hatte seiner Tochter aber eingetrichtert, dass er nur einen Christen und einen Kroaten als Schwiegersohn akzeptieren würde. Als Beweis für die Mordabsicht liest Latschbacher E- Mails des Vaters vor: "Ich werde dir Hände und Füße brechen!" Und: "Du Hure!"


    Angeklagter von Ex- Frau instrumentalisiert?

    "Das wäre die erste religiös- fanatische Tat eines Christen in Österreich", argumentiert dagegen Verteidiger Andreas Mauhart. Und sieht ein anderes Motiv: M., der nach der Tat in selbstmörderischer Absicht in die Donau gesprungen war, war demnach davon überzeugt, dass seine Tochter vom Freund unter Drogen gesetzt wurde. Das habe der Angeklagte nur gedacht, weil er von seiner Ex- Gattin dahingehend instrumentalisiert worden sei. Sie habe sich die Drogengeschichte ausgedacht.
    Ein falscher Eindruck von seinem Mandanten entstehe auch durch falsch übersetzte Mails, so der Anwalt. Auf diesen beruhe die Anklage: "Mein Mandant wurde nie von der Staatsanwältin vernommen." Der Prozess vor Richter Nimmervoll wird im November fortgesetzt.
    Ich finde dies ist schon ein "Ehren(versuchter)Mord". Ist doch die selbe Mentalität die auch hinter den muslimischen Ehrenmorden steckt.

    Dabei sei es hingestellt ob sie es jeweils tatsächlich mit ihrer Religion begründen können.


    Und dieses "Er hat sie unter Drogen gesetzt" ist ne beschissene Ausrede.

  5. #785
    Avatar von Allissa

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    44.232
    ich kann überhaupt nicht verstehen wie man so zu seinem kind sein kann. egal aus welchem grund, ob nun wegen religion oder etwas anderem, es gibt keine entschuldigung. ich würde für mein kind mein leben geben,man liebt sein kind bedingungslos....unvorstellbar das es wirklich so schlimme eltern gibt.

  6. #786
    fremder
    ich sage mal ehrlich, solche mörder sind richtige spinner

  7. #787
    Avatar von Sofija

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    398
    Ägiptische Journalistin über die Probleme der islamischen Frauen die
    in Europa leben:


    FÜR EINE NEUE THEOLOGIE

    VON NAHED SELIM

    Von Selim, Nahed

    Selim, 52, ist gebürtige Ägypterin und lebt als Publizistin in den Niederlanden. Soeben ist ihr Buch "Nehmt den Männern den Koran!" im Piper Verlag erschienen.
    -----------------------------------
    Das in Deutschland wie in den meisten westlichen Ländern übliche multikulturelle Modell ist gescheitert. Es stellte an die Neuankömmlinge nur geringe Forderungen, erlaubte ihnen aber im Gegenteil viele Freiräume für ihre Lebensweise und ihre Sitten. Nachdem ein großer Teil der Migranten daran gescheitert ist, sich die Sprache und Kultur der Aufnahmeländer zu eigen zu machen, haben die nicht abgelegten furchtbaren regionalen Bräuche wie Ehrenmorde, Zwangsehen, Frauenbeschneidung und häusliche Gewalt zur Bildung einer Art von Parallelgesellschaft geführt, zu Enklaven der Rückständigkeit und der Armut, die nur ganz wenige Berührungspunkte mit der demokratischen Mehrheitskultur haben. Zwischen beiden Denkweisen gibt es kaum Vermittlungen. Jüngstes Beispiel: Die Todesdrohung, die muslimische Fanatiker gegen den zum Christentum konvertierten Abdul Rahman ausgestoßen haben.
    Immer wieder führt ein atavistisches Verständnis des Islams zu gefährlichen Friktionen. Der europäische Islams in seiner reaktionären Gestalt stammt aus dörflichen Verbänden. Wir müssen aber zu einem neuen, urbanen, humanistischen Verständnis des Islams gelangen. Die Geschichte des Islams bisher ist eine der Falschübersetzungen, der bewussten Manipulationen und grotesken Fehlinterpretationen. Das gilt es zu korrigieren.
    Meine eigene Mutter, die in Kairo in einer liberalen, modernen Familie aufgewachsen war und nach ihrer Heirat gezwungen wurde, meinem Vater in ein Dorf im Nildelta zu folgen, erlebte das Leben dort als erstickend und repressiv. Sie konnte sich nur schwer in dem großen Familienhaus mit den Schwiegereltern und der gesamten Verwandtschaft einleben, die dort unter dem autoritären Regime der Schwiegermutter (meiner Großmutter) zusammenlebten. Dasselbe Schicksal erwartet auch in Westeuropa Jahr für Jahr Zehntausende Importbräute, die oft hierher geholt werden, um dem Ehemann und seinen Eltern als Dienstmädchen zur Verfügung zu stehen. Meine Mutter begehrte vor einem halben Jahrhundert gegen diese Situation auf, lief aus dem Haus weg und weigerte sich zurückzukehren.
    Ist die Schlechterstellung der Frau gegenüber ihrem Mann und dessen Verwandten im Islam zu finden? Aber sicher! Der Koran und die Überlieferungen des Propheten verpflichten sie zum völligen Gehorsam gegenüber ihrem Ehemann; im Verweigerungsfall darf er sie zurechtweisen und sogar züchtigen; ohne seine Zu-
    stimmung darf sie nicht das Haus verlassen; sie darf nicht ohne
    Begleitung reisen und wird immer in der Angst leben, er könne, falls ihm ihr Verhalten nicht gefällt, noch eine oder mehrere Nebenfrauen heiraten. Trotz aller Regeln und Vorschriften lehnte sich meine Mutter damals gegen ihre Situation auf und bezog sich dabei auf wieder andere Vorschriften, die ebenfalls im Koran stehen. Nämlich auf die Verpflichtung des Mannes, gut für seine Frau zu sorgen und sie gut zu behandeln. Das ist Kultur beziehungsweise der Spielraum, der eine individuelle Auslegung möglich macht.
    Man kann sich fragen, inwieweit die Eifersucht des Propheten bei der Offenbarung bestimmter Koran-Passagen eine Rolle gespielt hat, beziehungsweise inwieweit das ungehobelte Benehmen anderer Männer gegenüber den Frauen des Propheten eine solche Offenbarung notwendig machte, und schließlich, was ist überhaupt eine Offenbarung?
    In der fraglichen Passage ging es um das Verbot für andere Männer, sich den Ehefrauen des Propheten persönlich zu nähern oder mit ihnen zu sprechen. "Und wenn ihr sie (seine Frauen) um irgendetwas zu bitten habt, so bittet sie hinter einem Vorhang. Das ist reiner für eure Herzen und ihre Herzen. Und es geziemt euch nicht, den Gesandten Gottes zu belästigen, noch (geziemt es euch), seine Frauen jemals nach ihm zu heiraten. Wahrlich, das würde vor Gott eine Ungeheuerlichkeit sein." (33:53)
    Das Verbot für die Witwen des Propheten, sich wiederzuverheiraten, traf vor allem Aischa hart, die jüngste seiner Ehefrauen, da sie bei seinem Tod erst 18 Jahre alt und kinderlos war.
    Aber es gefiel den islamischen Theologen fast dreizehnhundert Jahre, die Frauen auf diese Weise zu täuschen und sie zur Gefangenschaft in ihrem eigenen Haus zu verurteilen. Sie blieben dabei, dass Frauen und Männer streng voneinander getrennt leben mussten und dass Frauen sich weit vom öffentlichen Leben entfernt halten sollten.
    Musste die Frau doch einmal unbedingt das Haus verlassen, etwa um den Arzt oder Verwandte aufzusuchen, dann verhüllte sie sich mit Schleiern und Tüchern, damit kein anderer Mann sie zu Gesicht bekäme. Das wiederum ist eine Fehlinterpretation der Koran-Stellen zu den Kleidungsvorschriften, die sich durch die Jahrhunderte zieht und bis zum heutigen Tag andauert - etwa in der indoktrinierenden Übersetzung des Verses 24:31, wie sie das Islamische Kulturzentrum der Niederlande (ICCN) in guter männlicher Tradition verwendet. Dort steht, dass Frauen ihren Schmuck nicht in der Öffentlichkeit zeigen dürfen:
    "Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und dass sie nicht ihren Schmuck (sina) zur Schau tragen, es sei denn, was davon sichtbar ist. Und dass sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen und ihre Schönheit (sina) nicht öffentlich zeigen, sondern nur ihren Ehegatten ..."
    In dieser Textstelle wird ein und dasselbe Wort, das arabische "sina", zunächst als Schmuck, dann aber als Schönheit übersetzt, was
    eine falsche, interpretierende Übersetzung ist, die bislang alle traditionellen Koran-Exegeten so vorgenommen haben. Wenn es verboten ist, seine Schönheit in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen, dann muss auch der ganze Körper bedeckt werden, so lautete ihre Argumentation. Dafür stützen sie sich auf die Worte eines gewissen Ibn Abbas, eines Zeitgenossen des Propheten, der beim Tod Mohammeds 13 Jahre alt war. Die Überlieferung wurde von anderen Erzählern über mehrere Generationen weitergegeben, ehe sie niedergeschrieben wurde. Muss man es nicht sonderbar finden, dass die Kleidungsvorschriften für die muslimischen Frauen bei den islamischen Völkern auf das Hörensagen von einem Zeitgenossen des Propheten zurückgeführt werden statt auf eine eindeutige Passage im Koran, der doch die wichtigste Quelle für den Islam darstellt?
    In den heute gern verwendeten Übersetzungen steht das Wort "Schleier"; aber das arabische Wort in dieser Stelle lautet "Chimar", was damals Umschlagtuch bedeutete. Es ist auch bekannt, dass Kopftücher und Schleier zu dieser Zeit auf der Arabischen Halbinsel nicht üblich waren, sondern später eingeführt wurden, nachdem die Araber diese Mode von anderen Völkern übernommen hatten. In Syrien etwa trugen christliche Nonnen und adlige Damen zum Zeichen ihrer Vornehmheit eine Kopfbedeckung.
    All diese Fehlinterpretationen haben der islamischen Welt einen enormen Rückstand eingebracht und sie der Kraft, der Fähigkeiten und der Talente der Hälfte ihrer Bevölkerung beraubt. In einigen Ländern hoben Mitte des 19. Jahrhunderts Koran-Gelehrte zumindest die strikte räumliche Trennung von Mann und Frau auf. In anderen Ländern wie Saudi-Arabien, aber auch unter radikalen Muslimen in den Einwanderungsländern lebt sie fort. Einig sind sich die männlichen Islam-Gelehrten hingegen bis heute beim angeblichen Gebot des schamhaften Verschleierns.
    Wenn Frauen ins Gerede kommen, wird die Ehre der Familie verletzt. Probleme mit der Ehre können bis hin zu Ehrenmorden führen, je nachdem, wie orthodox eine Familie an Traditionen und der "eigenen Identität" festhält!
    Auch in den Niederlanden ist dieses Problem bekannt. Etwa 70-mal im Jahr betrifft es Frauen mit oder ohne tödliche Folgen. Gleichzeitig weigern sich immer mehr Frauen, weiterhin die Gebräuche ihrer Herkunftsregion oder der ihrer Eltern zu übernehmen. Von den Männern verlangt die muslimische Gemeinschaft meist nicht, dass sie unberührt bleiben; von den Frauen wird dazu auch noch ein unbescholtener Name erwartet. So wird die Bedeutung der Unberührtheit zu ungeheuren Dimensionen aufgeblasen. Mädchen und ganze Familien leben voller Angst, das Jungfernhäutchen könne zerstört werden. Manche Mädchen, die dennoch Sex vor der Ehe haben, ziehen anale oder orale Praktiken vor, um ihr Hymen intakt zu erhalten, andere lassen es operativ reparieren. Aus medizinischer Sicht ist es ein Märchen, dass bei jedem Mädchen bis zum ersten Geschlechtsverkehr das Jungfernhäutchen intakt sei.
    Es gibt wichtigere Dinge als die Unberührtheit ihrer Töchter, mit denen sich die muslimische Gemeinschaft auseinandersetzen sollte. Wenn Eltern wirklich gute Eltern sind, wird ihnen das Glück ihrer Töchter, ihr Erfolg im Leben und ihre gute Zukunft mehr bedeuten als die Meinung von Verwandten und Freunden.
    Wir brauchen eine neue Theologie; eine Theologie, die sich wirklich für die Menschen interessiert, statt törichte, überlebte Traditionen aufrechtzuerhalten; eine Theologie, die Frauen als Seelenverwandte der Männer sieht und behandelt, die eine Gesellschaft auf der Grundlage allgemeiner humanistischer Prinzipien aufbauen möchte, die eindeutig im Islam vorhanden sind - allgemeine humanistische
    Prinzipien, die von den Frauenhassern unter den Theologen vernachlässigt werden.
    Was aber sind denn diese allgemeinen humanistischen Prinzipien des Islams? Theoretisch und spirituell erklärt der Koran, dass alle Menschen gleich sind, dass alle aus ein und derselben Seele erschaffen wurden. Theoretisch und spirituell gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, zwischen den Konfessionen oder den Rassen und Hautfarben. Im Prinzip ist Gott gerecht und barmherzig. Das Problem mit dem Islam liegt freilich darin, dass die Prinzipien, die wesentlichen Werte des Islams ganz anderes aussagen, als es die Regeln, die Gesetze und Vorschriften (das heißt die Scharia) verkünden. Die praktischen Vorschriften und Regeln diskriminieren Frauen, Ungläubige und Andersgläubige wie den Konvertiten Abdul Rahman. Diese Regeln unterscheiden zwischen freien Menschen und Sklaven, sie verhängen Körperstrafen, die weit von dem entfernt sind, was wir unter barmherzig oder gerecht verstehen können.
    Religionen, auch der Islam, taten, was sie tun konnten, um die Menschen innerhalb der Einschränkungen der bestehenden Kulturen zu zivilisieren. Aber Zivilisation ist ein Prozess, der nie aufhört. Es ist absurd, den Zivilisationsprozess an einem bestimmten Zeitpunkt einzufrieren und zu glauben, dies sei die Endstation.
    Der Mensch entwickelt und verändert sich ständig und verändert so auch seine Lebensbedingungen. Religion macht den Men-
    schen bestimmte ethische Prinzipien bewusst. Das Ethische beginnt vielleicht mit der Religion, geht aber weiter und tiefer, als die Religion jemals kommen kann. Deshalb sind wir der Religion dankbar, dass sie die Menschheit auf wichtige menschliche Werte aufmerksam gemacht hat. Der Islam hat den Muslimen die Richtung gezeigt, die Route vorgezeichnet und die ersten Schritte auf dieser Strecke ermöglicht. Aber wir tun uns und dem Islam Unrecht, wenn wir bei diesen ersten Schritten stehenbleiben.
    In dieser Zeit und in diesem Teil der Welt verwurzelt zu sein ist mein Ziel. Schweigen wäre Verrat. Es gibt genug Argumente für meine Überzeugung, dass unsere Zeit die beste Zeit ist, in der ein Mensch leben kann; aber auch für das Gegenteil lassen sich Argumente finden. Schließlich ist jedes Zeitalter für den Menschen, der in ihm lebt, das beste Zeitalter. Wir leben heute und nicht ein Jahrhundert früher oder später. Deshalb müssen wir uns auch an die Herausforderungen unserer Zeit heranwagen.
    Wir stehen heute vor ganz anderen Voraussetzungen als die ersten Muslime vor vierzehnhundert Jahren. Aber wir als europäische Muslime sind auch dafür verantwortlich, den Frieden in unserer Umgebung zu fördern, harmonisch mit anderen zusammenzuleben, von anderen zu lernen und ihnen die Möglichkeit zu geben, auch von uns zu lernen. Mein Ziel ist es, mich in dieser gastfreundlichen Umgebung unentbehrlich zu machen, die mir alle Möglichkeiten zu meiner Entfaltung geboten hat.
    Ich will nicht geduldet oder toleriert werden, ich will unentbehrlich sein. Das ist mein Ehrgeiz für mich und für alle intelligenten Muslime, die dies ebenfalls begriffen haben.

    Aus dem Niederländischen von Anna Berger

  8. #788

    Registriert seit
    24.01.2012
    Beiträge
    52
    Wie lustig, dass irrelevante Fame wollen, indem Sie über andere Beurteilen, aber selber keine seriösen Informationen haben. Wenn ich Bauchschmerzen habe, geh ich schliesslich zum Hausarzt und frage ihn, weil er der Experte in diesem Gebiet ist !

  9. #789

    Registriert seit
    16.01.2012
    Beiträge
    239
    diese ganzen ehrenmorde haben doch viel mehr mit der kultur / tradition zu tun als mit dem islam oder habt ihr mal von einen westlichen konvertit gehört, der seine frau oder tochter tötete? ich nicht

  10. #790

    Registriert seit
    13.02.2010
    Beiträge
    13.015
    Zitat Zitat von Beste Beitrag anzeigen
    diese ganzen ehrenmorde haben doch viel mehr mit der kultur / tradition zu tun als mit dem islam
    richtig...

    oder habt ihr mal von einen westlichen konvertit gehört, der seine frau oder tochter tötete? ich nicht
    ich auch nicht... doch was ich gehört habe ist, das ein Deutscher(?) zum -Dschihad nach Afghanistan(?), gegen Ungläubige- konvertiert ist kurz danach wurde er von (angeblich)-Ungläubige getötet, und erwartete das was Wahabiten/Salafisten(?) oder Talibanen(?) ihm vorher versprachen; ewige Jungfrauen...

    Frieden

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