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Sarrazin distanziert sich von sich selbst

Erstellt von ooops, 15.11.2010, 20:03 Uhr · 3 Antworten · 1.393 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    19.09.2008
    Beiträge
    16.600

    Sarrazin distanziert sich von sich selbst

    Thilo Sarrazin distanziert sich von eigenen Thesen




    Sarrazin rückt von manchen Behauptungen ab. Aber er erklärt nicht, was er meint. Für seine Gegner ist das ideal.
    Foto: dpa Medienrummel um Thilo Sarrazin: In Berlin stellte er sein umstrittenes Buch vor Seine Frau habe das Buch als Erste gelesen, erzählte Thilo Sarrazin. „Die hat viel geändert.“ Dann sei das Manuskript „von einem Freund“ geprüft worden, „der hat einiges gestrichen“. Danach sei „eine strenge Lektorin“ drübergegangen, am Ende die Leitung des Verlages DVA. „So wurde das Buch viel ausgewogener als in meiner Originalsprache“, befand der frühere Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbank-Vorstand, als er am Montag in Berlin sein Werk „Deutschland schafft sich ab“ präsentierte.
    Wie Thilo Sarrazin stellt sein Buch vorstellte
    Foto: dpa Dieses Buch erhitzte die Gemüter: In "Deutschland schafft sich ab" rechnet...
    Foto: REUTERS ... Thilo Sarrazin mit der deutschen Migrations- und Integrationspolitik ab. Der Bundesbank-Vorstand...
    Foto: REUTERS ... hatte zuvor mit einzelnen Thesen für Furore gesorgt. Ihm werden Antisemitismus und Rassismus vorgeworfen. Vor der Bundespressekonferenz, wo das Buch vorgestellt wurde...
    Foto: REUTERS ... demonstrierten Kritiker der vorab gedruckten Passagen. Besonders...
    Foto: REUTERS ... Sarrazins Äußerungen über Türken und Araber erschrecken die Demonstranten. In Anlehnung an eine von Sarrazins Thesen...
    Foto: Christian Kielmann ... verteilt eine junge Frau "Intelligenz-Gene". Doch Sarrarzin...


    Doch fragt sich, ob „ausgewogen“ das richtige Wort für die Druckfassung ist. Treffender wäre wohl „vage“. Denn bei der Lektüre des Buches fällt auf, dass gerade Sarrazins jetzt so heftig befehdete Passagen sich beim Lesen kaum erschließen. Hier ein provozierender Satz über die Erblichkeit der Intelligenz, da dunkle Andeutungen über kulturelle Integrationshemmnisse der muslimischen Migranten und rätselhafte „eigene Berechnungen“ zum Anwachsen einer dummen Unterschicht. Nie jedoch eine längere Erläuterung dessen, was er eigentlich meint.
    Video

    SPD will Sarrazin nun doch ausschließen



    Und so keimte, als Sarrazin gestern von der erheblichen Überarbeitung des Manuskripts erzählte, der Verdacht: Was er sagen wollte, haben wohlmeinende Vorab-Leser abgebogen, oder er hat es einsichtsvoll kürzen lassen. Dieser Verdacht erhärtete sich, als Sarrazin den Hunderten von Journalisten im überfüllten Tagungszentrum der Bundespressekonferenz von „meiner Fantasie und meinem Hang zur Satire“ erzählte. Hat er womöglich mit geringer Selbstkontrolle etwas extemporiert, das dann bis auf Restbestände getilgt und ins Vage gewendet wurde?

    "Deutschland schafft sich ab" von
    Thilo Sarrazin


    Wenn dem so wäre, würde einiges von dem begreiflich, was sich gestern zutrug: Erstens, dass Sarrazin ins Stocken geriet, als er genau nach jenen umstrittenen Passagen und Äußerungen gefragt wurde. An sich, so sagte eine Journalistin, habe er doch ein solides Sachbuch über den demografischen Wandel und dessen dramatische Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft verfasst, über Integrationsprobleme und falsche Anreize des Sozialstaats. Warum habe er dann noch das mit der Vererbung der Dummheit geschrieben und in der „Welt am Sonntag“ von einem Gen der Juden gesprochen?
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    Video

    Sarrazin legt bei Kritik an Muslimen nach



    Nach längerem Überlegen zitierte er aus seinem Buch lediglich, dass Intelligenz „zu 50 bis 80 Prozent erblich“ sei, lieferte aber keine nähere Erläuterung zur Bedeutung des Befundes für Integrationsdebatten. Und was das Gen der Juden betrifft, so habe er davon in Zeitungsmeldungen über Wissenschaftstexte gelesen. Wofür dieses Gen zuständig ist und welche Rolle es im komplexen Erbgut spielt – das konnte er nicht sagen. Man wurde den Eindruck nicht los, dass der Autor mit bestimmten Erkenntnissen oder Thesen, die ihn neugierig machen, nicht recht weiter zu arbeiten weiß. Indirekt gestand Sarrazin dies selbst ein.
    „Als ich sagte, dass ‚alle Juden ein bestimmtes Gen teilen’“, schreibt er in einer nach der Präsentation veröffentlichten Erklärung, „habe ich mich nicht hinreichend präzise ausgedrückt“. Der Gen-Befund sei bloß „zunächst einmal interessant“, politisch aber „neutral“, es handele sich „nicht um eine rassistische Äußerung“. Er sei kein Rassist, sagte er auch bei der Vorstellung. Warum soll man ihm das nicht glauben? Was er gesagt und geschrieben hat, ist ja auch nicht rechtsradikal. Vage ist es, nicht ohne Tendenz ins Gefährliche, aber ohne Ausführung dieser Tendenz. Ein halber Schritt.
    Thilo Sarrazin: „Beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch acht Millionen und in 300 Jahren noch drei Millionen Einwohner haben."

    Richtig ist, dass die Einwohnerzahl sinken wird. Das Statistische Bundesamt rechnet mit einem Rückgang von fast 82,5 Millionen im Jahr 2005 auf 65 bis 70 Millionen im Jahr 2060. Hingegen ist eine seriöse Vorausberechnung für 2110, gar 2210 oder 2310 völlig unmöglich. Dasselbe gilt ...


    ... für Sarrazins Rechenmodelle an anderer Stelle, wo er zum Ergebnis kommt, dass sich innerhalb von vier Generationen (also von hundert Jahren) der Bevölkerungsanteil der Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika in Deutschland von derzeit 6,5 auf 69,7 Prozent erhöhen werde.


    Muslime
    Sarrazin: „Muslime in Deutschland haben eine unterdurchschnittliche Beteiligung am Arbeitsmarkt, unterdurchschnittliche Erfolge im Bildungswesen und eine überdurchschnittliche Quote von Transferleistungen sowie eine überdurchschnittliche Beteiligung an der Gewaltkriminalität."

    Richtig ist, dass es bei Migranten aus der Türkei sowie dem Nahen und Mittleren Osten eine geringere Erwerbstätigkeit, aber mit gut zehn Prozent einen höheren Anteil von Hartz-IV-Empfängern gibt als unter Menschen ohne Migrationshintergrund (3,4 Prozent Hartz-IV-Anteil).


    Weitgehend zutreffend ist auch die Aussage zur Gewaltkriminalität. Was die Bildungserfolge betrifft, so liegt Sarrazin bei der Gesamtheit der Muslime falsch. Zwar haben nur sieben Prozent der Türkischstämmigen Abitur, in der Gesamtbevölkerung sind es 17 Prozent. Doch von den muslimischen Zuwanderern ...


    ... aus dem Irak, dem Iran und Afghanistan haben gut 30 Prozent Abitur und 15,2 einen Hochschulabschluss (Gesamtbevölkerung: 11,3 Prozent).


    Integration
    Sarrazin: „Den muslimischen Einwanderern in Europa haftet eine besondere Mischung aus islamischer Religiosität und traditionellen Lebensformen an. Diese Mischung erschwert die ökonomische und kulturelle Integration und sorgt über die damit verbundene mangelhafte Emanzipation der Frauen für den besonderen Kinderreichtum der muslimischen Migranten, der durch die Segnungen des europäischen Sozialstaates noch gefördert wird."

    Richtig ist, dass 90 Prozent der muslimischen Migranten als religiös zu gelten haben. Was den „besonderen Kinderreichtum der muslimischen Migranten" betrifft, so berücksichtigt Sarrazin nicht, dass neue Studien eine stark sinkende Geburtenrate schon in der zweiten Generation der hier lebenden Türkinnen belegen.


    Richtig dürfte sein, dass der Sozialstaat Anreize dazu setzen kann, durch viele Kinder so viele Transferleistungen zu erhalten, dass man nicht mehr arbeiten muss – sofern man bereit ist, auf niedrigem Einkommensniveau zu leben.


    Intelligenz
    Sarrazin: „Man muss davon ausgehen, dass aus demografischen Gründen der Unterschichtanteil der Bevölkerung kontinuierlich wächst. Bei den Migranten wurde bereits gezeigt, dass jene Migrantengruppen besonders viele Nachkommen haben, die als besonders bildungsfern eingestuft werden müssen, also vor allem die Migranten aus der Türkei, dem Nahen Osten und aus Afrika.

    In dieselbe Richtung weisen Erkenntnisse der Arbeitsmarktforschung. Danach tendieren die Frauen, die nicht so gut oder gar nicht in den Arbeitsmarkt integriert sind, stärker dazu, Kinder zu bekommen oder die Schar ihrer Kinder noch zu vergrößern. Intelligenz aber ist zu 50 bis 80 Prozent erblich. Deshalb bedeutet ein schichtabhängig unterschiedliches generatives Verhalten leider auch, dass sich das vererbte intellektuelle Potenzial der Bevölkerung kontinuierlich verdünnt."


    Richtig ist, dass die Geburtenraten in höheren Schichten niedriger sind als in unteren. Doch deshalb muss die Unterschicht nicht wachsen. So wurde die Unterschicht in Deutschland in den 60er-Jahren dank Bildungs- und Wirtschaftsaufschwung in der Relation kleiner. Völlig unplausibel aber ist, ...


    ... warum viele Kinder in ärmeren Schichten die Intelligenz der Bevölkerung sinken lassen. Selbst eine extrem hohe Erblichkeit von 80 Prozent ließe noch Raum für förderliche Umwelteinflüsse etwa durch schulische Förderung – für die sich Sarrazin in seinem Buch auch einsetzt.


    Als merke er selber, dass die Erblichkeit so streng nicht wirkt. Zudem lässt sich jene Erblichkeit immer nur zwischen einzelnen Eltern und Kindern finden, nie in größeren Gruppen mit einer Fülle von Einflussfaktoren, und das schon gar nicht über längere Zeiträume.


    Schweden
    Sarrazin: „Der schwedische Soziologe Gunnar Myrdal hat sich am Beispiel seines Heimatlandes bereits in den 1930er-Jahren intensiv damit auseinandergesetzt, dass eine entwickelte westliche Gesellschaft in der Summe die Tendenz hat, weniger fruchtbar zu sein, als es für die Nachhaltigkeit ihres Fortbestandes notwendig wäre, und er hat sich auch damit auseinandergesetzt, dass es nicht gleichgültig ist, wer die Kinder bekommt."

    Hier wird es gefährlich: Der schwedische Minister und Nobelpreisträger Gunnar Myrdal (1898–1987) verfocht zusammen mit seiner Frau Alva seit den 30er-Jahren eine damals als progressiv empfundene Bevölkerungspolitik, die verhindern sollte, „dass Arme, Ungebildete und Unerfahrene den Grundstock der Bevölkerung bilden", wie Gunnar Myrdal schrieb.


    Zu jener Politik gehörten nicht nur Kinderkrippen und finanzielle Leistungen zur Erhöhung erwünschter Geburten, sondern auch 60?000 Sterilisierungen, die zwischen 1935 und 1975 in Schweden bei angeblich „Geistesschwachen" und „Asozialen" durchgeführt wurden. Um als „asozial" zu gelten, genügten schon Diffamierungen, wenn ledige Frauen tanzen gingen.



    Also zweitens das, worauf die Bevölkerung wartet. Laut einer Telefonbefragung des Senders n-tv finden 96 Prozent der Deutschen, dass Sarrazin mit seinen Thesen nicht zu weit geht, nur vier Prozent sind anderer Meinung. Sarrazin selbst sieht es so: „Rechtsnationale Parteien wie in den Niederlanden oder Dänemark oder gar rechtsradikale wie in Frankreich halte ich für äußerst gefährlich.“ Aber gerade weil man solche Parteien nicht entstehen lassen dürfe, müssten sich die etablierten Parteien der Integrationsverweigerung bei Muslimen annehmen. „Man darf so ein Problem nicht zum Nicht-Problem erklären, nur weil es von den Falschen angesprochen wird.“ Zu klären bleibt dann, ob er es richtig anspricht oder ob er vage übernimmt, was Falsche sagen.
    Video



    Ein wenig Unbehagen war auch bei der Berliner Soziologin und Islam-Kritikerin Necla Kelek zu spüren, die Sarrazins Buch einleitend vorstellte. Sie machte einen ganz großen Bogen um Intelligenz-Vererbung und Gene, sprach stattdessen von Sarrazins wichtigen Hinweisen auf die Fehler in der Migrationspolitik. Dann aber nannte sie das Buch einen „Befreiungsschlag“, bei dem er „bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen“ habe. Als sei ihr klar, dass Sarrazin überzieht, ohne dass man sich mit diesem Überziehen näher auseinander setzen könnte.
    Sarrazins Gegner jedenfalls machten drittens diese Überziehungslogik im Ungefähren nur allzu gern mit. Etwa SPD-Chef Sigmar Gabriel, der die fehlenden Explizierungen des befehdeten Autors nutzte, um einzelne Zitate aufzuspießen – zumal das von Sarrazin schon eingeschränkte über ein „bestimmtes Gen“ der Juden und der Basken. „Seine Argumentation ist an dieser Stelle rassistisch“, sagte Gabriel. Man dürfe nicht auf den Begriffen der Biologie ein Menschenbild formen. Die SPD könne es nicht dulden, dass „solche biologistischen Ableitungen, die nahe an der Rassenhygiene liegen, in der SPD stattfinden“.
    Hintergrund
    Parteiausschlussverfahren
    Für den Ausschluss von Parteimitgliedern errichtet das Parteiengesetz hohe Hürden. Das Ausschlussverfahren ist die schärfste Sanktion gegen Mitglieder und in Deutschland ein seltener Vorgang. Die entsprechenden Regelungen sind in den Organisationsstatuten der Parteien verankert. Jede Partei hat für solche Verfahren interne Schiedsgerichte, die nicht öffentlich tagen.
    In der SPD heißt ein Parteiausschlussverfahren Parteiordnungsverfahren. Es ist laut Paragraf 35 des SPD-Statuts gegen Mitglieder einzuleiten, die sich vorsätzlich „eines groben Verstoßes gegen Grundsätze der Partei schuldig“ machen und wenn dadurch schwerer Schaden für die Partei entsteht. Nach Paragraf 34 gibt es Schiedskommissionen bei den Unterbezirken, den Bezirken und beim Parteivorstand. Ihre Mitglieder werden von Parteitagen gewählt. Das Verfahren beginnt in erster Instanz bei der Kommission des jeweiligen Unterbezirks.
    Die Schiedskommissionen bestehen aus dem Vorsitzenden, zwei Stellvertretern und vier weiteren Mitgliedern. Die Entscheidungen treffen der Vorsitzende und die beiden Stellvertreter. Die Bundesschiedskommission entscheidet über einen Parteiausschluss - auch ohne mündliche Verhandlung – als letzte Berufungsinstanz. Nach Paragraf 5 der Schiedsordnung ist ein solcher Beschluss nicht mehr anfechtbar.



    Deshalb habe man im SPD-Vorstand eine „sehr schwerwiegende Entscheidung“ treffen müssen, die dann aber einstimmig gefallen sei. Man habe „keine andere Möglichkeit gesehen, als ein Parteiordnungsverfahren mit dem Ziel des Parteiausschlusses von Thilo Sarrazin einzuleiten“, sagte Gabriel. Schwierig sei das deshalb, weil der Eindruck entstehen könne, über Integration dürfe nicht diskutiert werden. Man könne aber sehr wohl mit und in der SPD über misslungene Integration reden. Doch was man nicht dürfe, sei, eine Verbindung herzustellen zwischen einer genetischen Disposition und der Intelligenz von Menschen sowie bestimmten Verhaltenseigenschaften. „Dann ist eine rote Linie überschritten“, sagte Gabriel gleich mehrfach. Im Übrigen sei für Sarrazin auch im Vorstand der Bundesbank kein Platz mehr. Daher fordere die SPD Bundesbankpräsident Axel Weber auf, „die Konsequenzen zu ziehen“.
    Die Thesen des Thilo Sarrazin
    Foto: AFP Sein umstrittenes Buch könnte Thilo Sarrazin teuer zu stehen kommen: Wird er aus dem Bundesbankvorstand entlassen, bekommt er keine Abfindung. Zuletzt war...
    Foto: dpa ... vermeldet geworden, dass der ehemalige Berliner Finanzsenator für das Buch auf Ressourcen der Bundesbank zurückgegriffen habe.
    Foto: dpa Zuvor hatte er, wie zuletzt bei Reinhold Beckmann, dagegen immer wieder betont, er habe sein Buch als Privatmann geschrieben.
    Foto: dpa Bundesbank-Chef Axel Weber hat entschieden, um die Abberufung Thilo Sarrazins zu bitten.
    Foto: picture alliance / dpa Die Entscheidung liegt nun bei Bundespräsident Christian Wulff (r.). Kanzlerin Angela Merkel (l.) hatte sich bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin des Buches sehr kritisch zu Sarrazins Thesen geäußert.
    Foto: dpa Die SPD in Berlin hat derweil ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Und die Bundes-SPD unter Sigmar Gabriel (l.) und Andrea Nahles (r.) wird folgen. In seinem Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf wurde das Ausschlussverfahren bereits eine Woche vorher eingeleitet.
    Foto: AFP Sarrazins Buch ...
    Foto: dpa ... sowie Äußerungen über Migranten ...
    Foto: dpa ... sorgen seit Wochen für eine ausführliche Integrationsdebatte. Ein Überblick über seine Thesen:
    Foto: REUTERS Im Juni 2010 erklärt er: "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer" und bringt dies in Zusammenhang mit Zuwanderern "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika".
    Foto: dpa Ende 2009 hält Sarrazin türkischen und arabischen Einwanderern vor, sie hätten "keine produktive Funktion außer für den Obst- und Gemüsehandel" und produzierten "ständig neue kleine Kopftuchmädchen".
    Foto: dpa Im Februar 2008: "Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht."
    Foto: DDP Juni 2008: "Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag."
    Foto: M. Lengemann Im November 2002 sagte er zur Debatte über höhere Kita-Gebühren: "Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte."
    Foto: M. Lengemann November 2007: "Tempelhof ist kein Filetstück. Und wenn, dann schauen da schon die Maden raus."
    Foto: M. Lengemann Oktober 2007: "Wer als Hartz-IV-Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft darin legen, Arbeit zu finden."
    Foto: M. Lengemann August 2006: "Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben hier nicht mehr im Jahre 1945, sondern wir leben im Jahre 1947."
    Foto: M. Lengemann Februar 2002: "Die Beamten laufen bleich und übel riechend herum, weil die Arbeitsbelastung so hoch ist."
    Foto: M. Lengemann Im Februar 2002 über den Berliner Etat: "Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich."
    Foto: M. Lengemann Im November 2003 zu Studenten, die sein Büro besetzt haben: "Ihr seid alle Arschlöcher."

    Das Diffuse an Sarrazins Thesen, das pauschale Urteile erleichtert, nutzte gestern der Generalsekretär des Islamrates, Burhan Kesici. Zwar kannte er das Buch bis dahin nur auszugsweise, doch fühlte er sich genügend informiert, um gemeinsam mit seinem Amtskollegen vom Zentralrat der Muslime, Ayman Mazyek, im Französischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt ein vernichtendes Urteil zu fällen. Sarrazin sei dabei, die Gesellschaft mit falschen Behauptungen über die Muslime zu spalten. Mazyek ging noch weiter. „Sarrazin ist ein Nazi in Nadelstreifen“, der versuche, „Rassismus wieder salonfähig zu machen“, sagte Mazyek. Sarrazins „Talibanisierung der Integrationspolitik“ nutze allein den Extremisten. Deshalb gehöre er „nicht in die SPD und nicht in die Bundesbank“.
    Thilo Sarrazin

    • Von 2002 bis 2009 wirkte Sarrazin als Finanzsenator im hochverschuldeten Berlin, war erfolgreich als harter Sanierer. In dieser Zeit begann er zu provozieren, attestierte etwa Hartz-IV-Beziehern, ihr „kleinstes Problem“ sei Untergewicht.



    Doch dort in der Bundesbank scheint man zu sehen, dass es die Vagheit von Sarrazins kühnen Thesen erschwert, konkrete Konsequenzen zu ziehen. „Der Vorstand der Deutschen Bundesbank wird unverzüglich ein Gespräch mit Herrn Dr. Sarrazin führen, ihn anhören und zeitnah über die weiteren Schritte entscheiden“, erklärte der Vorstand am Montag und vertagte den Vorgang.
    Allerdings zeigten die Bundesbanker Sarrazin die Instrumente. Dessen Äußerungen seien geeignet, „den Betriebsfrieden erheblich zu beeinträchtigen“. Zudem würden sie „dem Ansehen der Bundesbank Schaden zufügen“. Das klingt nach rechtlichen Schritten. Auch insofern hat Thilo Sarrazin allen Grund, sich bald einmal präziser zu erklären.
    Berliner Senator, Bundesbanker, Polarisierer
    Foto: DPA Anfang Mai 2009 trat Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin seinen neuen Job bei der Bundesbank an. Kurz zuvor verabschiedete ihn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

  2. #2

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    13.015
    Sarrazin Schafft sich also ab...?
    vl. hat er gemerkt das er nur verarscht worden ist....?

  3. #3

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    hahha meinst du das ernst? Der Mann ist rafiniert wie keiner er wusste doch bei den ganzen unmut die bevölkerung hatte wegen kurzarbeit löhne arbeitslosigkeit ist es ein leichtes Migranten da irgendwie reinzuschieben er wusste dass es viele interessieren wird er wusste auch dass es konsequenzen geben wird und dies alles hat er dafür getan damit er siene abfindung bekommt und das geld für seine bücher 10-20% der millionen stehen im zu

  4. #4

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    Zitat Zitat von Frieden Beitrag anzeigen
    Sarrazin Schafft sich also ab...?
    vl. hat er gemerkt das er nur verarscht worden ist....?
    als Altprovokateur hat er auch gemerkt dass er neuerlich in Verbindung mit Nazis gebracht wird und das wolle er verhindern. aber seine um 1000 € höhere Pension kriegt er trotzdem.

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