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Schafft das Zölibatsgesetz ab!

Erstellt von Styria, 27.02.2010, 14:43 Uhr · 11 Antworten · 1.271 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Styria

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    Schafft das Zölibatsgesetz ab!

    Schafft das Zölibatsgesetz ab!

    26. Februar 2010, 18:36



    Das katholische Eheverbot für den Klerus widerspricht dem Evangelium, die Bischöfe wissen das, trauen sich aber nicht, es auszusprechen – Drei Einsprüche

    Massenhafter sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker von den USA über Irland bis Deutschland: ein enormer Image-Verlust der katholischen Kirche, aber auch eine Offenbarung ihrer tiefen Krise.
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    Für die Deutsche Bischofskonferenz hatte zuerst ihr Vorsitzender, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), öffentlich Stellung bezogen. Dass er die Missbrauchsfälle als "abscheuliche Verbrechen" bezeichnete und später die Bischofskonferenz in ihrer Erklärung vom 25. 2. 2010 alle Opfer um Vergebung bat, sind erste Schritte der Aufarbeitung, aber weitere müssen folgen. Zollitschs Stellungnahme weist freilich schwerwiegende Fehleinschätzungen auf, denen widersprochen werden muss.
    Erste Behauptung: Sexueller Missbrauch durch Kleriker hat nichts mit dem Zölibat zu tun. Einspruch! Nicht zu bestreiten ist zwar, dass solcher Missbrauch auch in Familien, Schulen, Vereinen und auch in Kirchen ohne Zölibatsgesetz vorkommt. Aber warum massenhaft gerade in der von Zölibatären geleiteten katholischen Kirche? Selbstverständlich ist nicht allein der Zölibat Schuld an diesen Verfehlungen. Aber er ist der strukturell wichtigste Ausdruck einer verkrampften Einstellung der katholischen Kirchenleitung zur Sexualität, wie dies auch in der Frage der Empfängnisverhütung und anderem zum Ausdruck kommt.
    Ein Blick ins Neue Testament zeigt jedoch: Jesus und Paulus haben Ehelosigkeit für den Dienst an den Menschen zwar exemplarisch vorgelebt, aber dem Einzelnen diesbezüglich die volle Freiheit gewährt. Ehelosigkeit kann vom Evangelium her nur als frei ergriffene Berufung (Charisma) und nicht als allgemein verbindliches Gesetz vertreten werden. Paulus hat sich entschieden gegen diejenigen gewendet, die schon damals die Ansicht vertraten, "dass es für einen Mann gut sei, keine Frau zu berühren": "Wegen der Versuchungen zur Unzucht soll jeder Mann seine Frau und jede Frau ihren Mann haben" (1 Kor. 7,1f). Nach dem neutestamentlichen Ersten Brief an Timotheus soll "der Bischof Mann nur einer (nicht: keiner!) Frau sein" (3,2).
    Petrus und die übrigen Apostel waren in ihrem Dienst verheiratet. Dies blieb durch viele Jahrhunderte für Bischöfe und Presbyter, selbstverständlich und hat sich im Osten auch bei den mit Rom unierten Kirchen, wie in der ganzen Orthodoxie, zumindest für die Priester bis heute durchgehalten. Das römische Zölibatsgesetz aber widerspricht dem Evangelium und der alten katholischen Tradition. Es gehört abgeschafft.
    Zweite Behauptung: Es ist "völlig falsch", die Missbrauchsfälle auf Fehler im System der Kirche zurückzuführen. Einspruch! Das Zölibatsgesetz gab es im 1. Jahrtausend noch nicht. Im Westen wurde es im 11. Jh. unter dem Einfluss von Mönchen (die ja freiwillig ehelos leben), vor allem vom Canossa-Papst Gregor VII., gegen den entschiedenen Widerstand des Klerus in Italien und noch mehr in Deutschland durchgesetzt, wo nur drei Bischöfe das römische Dekret zu verkünden wagten. Zu Tausenden protestierten Priester gegen das neue Gesetz. In einer Eingabe brachte der deutsche Klerus vor: "Ob der Papst das Wort des Herrn nicht kenne: 'wer es fassen kann, der fasse es' (Mt 19,12)?" In dieser einzigen Aussage Jesu zur Ehelosigkeit plädiert er für die Freiwilligkeit dieser Lebensform.
    Das Zölibatsgesetz wird so - zusammen mit päpstlichem Absolutismus und forciertem Klerikalismus - zu einem wesentlichen Pfeiler des "römischen Systems". Anders als in den östlichen Kirchen erscheint der zölibatäre Klerus des Westens vor allem durch seine Ehelosigkeit als vom christlichen Volk ganz und gar abgehoben: ein eigener dominierender sozialer Stand, der dem Laienstand grundsätzlich übergeordnet, aber dem römischen Papst völlig untergeordnet ist. Der Pflichtzölibat ist Hauptgrund für den katastrophalen Priestermangel, die folgenschwere Vernachlässigung der Eucharistiefeier und vielerorts den Zusammenbruch der persönlichen Seelsorge. Dies wird durch die Fusion von Pfarreien zu "Seelsorgeeinheiten" mit völlig überlasteten Pfarrern verschleiert. Was aber wäre die beste Förderung des Priesternachwuchses? Die Abschaffung des Zölibatsgesetzes, Wurzel allen Übels, und die Zulassung von Frauen zur Ordination. Die Bischöfe wissen das, haben aber nicht den Mut, es auszusprechen.
    Dritte Behauptung: Die Bischöfe haben genügend Verantwortung übernommen. Dass jetzt ernsthafte Maßnahmen zur Aufklärung und zur Prävention ergriffen werden, ist selbstverständlich zu begrüßen. Aber tragen nicht die Bischöfe selber die Verantwortung für die jahrzehntelange Praxis der Vertuschung der Missbrauchsfälle, die oft nur zur Versetzung der Missetäter im Zeichen strenger Verschwiegenheit führte? Sind also die früheren Vertuscher allein glaubwürdige Aufklärer oder müssten nicht unabhängige Kommissionen eingesetzt werden?
    Zu seiner Mitschuld hat sich bisher noch kaum ein Bischof bekannt. Aber er könnte darauf verweisen, er sei nur den Weisungen Roms gefolgt. Aus Gründen absoluter Geheimhaltung zog in der Tat die verschwiegene vatikanische Glaubenskongregation alle wichtigen Fälle von Sexualvergehen von Klerikern an sich und so kamen die Fälle in den Jahren 1981-2005 auf den Tisch ihres Präfekten Kardinal Ratzinger. Dieser sandte noch am 18. Mai 2001 ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen ("Epistula de delictis gravioribus") an alle Bischöfe der Welt, in welchem die Missbrauchsfälle unter die "päpstliche Geheimhaltung" ("secretum Pontificium") gestellt wurden, deren Verletzung unter Kirchenstrafe steht.
    Dürfte also die Kirche nicht auch vom Papst, in Kollegialität mit den Bischöfen, ein "mea culpa" erwarten? Und dies verbunden mit der Wiedergutmachung, dass das Zölibatsgesetz, das auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht diskutiert werden durfte, jetzt endlich frei und offen in der Kirche überprüft werden kann. Mit der gleichen Offenheit, mit der nun endlich die Missbrauchsfälle selbst aufgearbeitet werden, müsste auch eine ihrer wesentlichen strukturellen Ursachen, das Zölibatsgesetz, diskutiert werden. Dies sollten die Bischöfe unerschrocken und mit Nachdruck Papst Benedikt XVI. vorschlagen. (Hans Küng, DER STANDARD, Printausgabe, 27./28.2.2010)
    Zur Person: Hans Küng (79), Schweizer Theologe und Publizist, Gründer der "Stiftung Weltethos" (www. weltethos.org), lehrte bis 1996 an der Universität Tübingen.

  2. #2

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    16.600
    die Typen müssen es wissen, entweder Zölibat, Schwule Priester, Misshandelte Kinder (Passieren immer wieder) oder Abschaffung von Zölibat.

  3. #3
    Grasdackel
    Auf der einen Seite ist der Zölibat total gegen die menschliche Natur, auf der anderen Seite wird niemand gezwungen Geistlicher zu werden. Und wenn schon jemand so dämlich ist Pfarrer zu werden, soll er sich auch daran halten.

  4. #4
    Baader
    Zitat Zitat von Grdelin Beitrag anzeigen
    Auf der einen Seite ist der Zölibat total gegen die menschliche Natur, auf der anderen Seite wird niemand gezwungen Geistlicher zu werden. Und wenn schon jemand so dämlich ist Pfarrer zu werden, soll er sich auch daran halten.
    Ich hab dich mir immer ein bisschen als Pfarrer vorgestellt.

  5. #5
    Mulinho
    Find ich gut.

  6. #6
    Grasdackel
    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Ich hab dich mir immer ein bisschen als Pfarrer vorgestellt.

    Um Gotte Willen. :animalbeaver:

  7. #7
    Avatar von Ilijah

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    1.865
    Kurz: Ich bin auch gegen das Zölibat - Quellen hierfür wurden schon im Artikel erwähnt.

    Zölibat galt doch 'eh nur Missionaren wie Paulus und selbst da nur freiwillig. Weil sich ein Missionar sonst ständig nicht nur um's eigene Leben sorgen müsste, sondern auch seiner Frau und den möglichen Kindern.

    Ein anderes, interessantes Wort aber, dass die Abschaffung von Zölibat fördert ist dieses:
    1. Timotheus 4:1-5
    Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in den nachmaligen Fristen etliche vom Glauben abfallen werden, weil sie auf irreführende Geister und Lehren der Dämonen Acht geben. Solche haben durch Heuchelei in Lügenworten das eigene Gewissen wie mit einem Brenneisen verschorft; sie verbieten zu heiraten und gebieten, Speisen zu entsagen, die Gott erschaffen hat, um von den Gläubigen mit Dank eingenommen zu werden, die die Wahrheit erkannt haben, dass jedes Geschöpft Gottes ausgezeichnet ist, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genommen wird; denn es wird durch das Wort Gottes und die Fürbitte geheiligt.

    Näher dazu:
    Das ein Mann aber keine Frau anrühren sollte (so Paulus), ist aber auch weil man im Judentum die Geschlechter trennt: ein Mann darf eine Frau nicht anfassen; so auch Händeschütteln verboten - es sei denn, es ist seine.

    1. Thessalonicher 5:25-27
    Brüder, betet auch für uns. Grüßet alle Brüder mit heiligem Kuss. Ich beschwöre euch bei dem Herrn, dass der Brief allen heiligen Brüdern vorgelesen werde.

    Solche Nähe ist nur im selben Geschlecht gestattet. Kuss auf Wange, Händeschütteln etc. Frau - Frau. Mann - Mann.
    (wehe einer hier, meint nun Homosexualität)

    Daher wurde auch die Frau, die Jesu' Füße küsste als Sünderin gebrandmarkt; weil sie einst wohl gehurt hatte. Auch wenn Jesus Gnade mit ihr hatte und sie nicht verurteilte - weder für's Eine mit dem Öl, noch für's Andere.

    Dennoch heißt es aber: IN Christus (geistlich) da gibt es keinen Mann oder eine Frau - da sind alle gleich. Aber im Fleische müssen wir mit der (respektvollen) Distanz umgehen, die uns gegeben wurde.

    Von daher ist auch bei uns im Christentum ein Kopftuch und die gesunde Bescheidenheit für eine verheiratete Frau, oder einer Frau die sich Sex & Ehe entsagt hat; lobenswert.

    1. Korinther 11:1-6
    Ich will euch aber noch zu wissen geben, dass eines jeden Mannes Haupt der Christus ist, das Haupt der Frau aber ist der Mann, und das Haupt des Christus ist Gott.
    Jeder Mann, der beim Beten oder prophetischen Reden den Kopf bedeckt hält, schändet sein Haupt.
    Jede Frau hingegen, die beim Beten oder prophetischen Reden den Kopf unverhüllt hat, schändet ihr Haupt; ist es doch ein und dasselbe, als wäre sie kahlgeschoren.
    Doch falls eine Frau sich nicht verhüllt, dann mag sie sich auch scheren lassen. Wenn es aber für die Frau schandbar ist, sich scheren zu lassen, oder kahlgeschoren zu werden, so soll sie sich verhüllen.

    Wir sehen also hiermit, wie tief Europa gefallen ist. Wie lächerlich diese pseudo-'christliche' Liberalität der Moderne ist; die dazu einlädt sich wie ein sexistisches Tier im Lande zu benehmen. Bescheidenheit ist schon lange tot. Frauen (beispielsweise) aus dem Islam die zum Christentum konvertieren, weil sie meinen sie hätten eine alles-erlaubende (in Wahrheit sexistische) Freiheit; sich dann aufzuführen wie sie wollen. Doch bei einer unverheirateten Frau ist dies auch nicht schlimm.

  8. #8
    Shan De Lin
    Naja Zölibat als Grund für Pädophilie zu nennen ist schon ein bisschen lächerlich. Wenn diese ganzen Priester doch so notgeil sind, wieso vergreifen sie sich ausgerechnet an Kinder und suchen sich keine erwachsenen für ihre Sexabenteuer die das auch freiwillig mitmachen, diese Gestalten hätten sicher auch ohne Zölibat Kinder missbraucht.

  9. #9
    Lance Uppercut
    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    Naja Zölibat als Grund für Pädophilie zu nennen ist schon ein bisschen lächerlich. Wenn diese ganzen Priester doch so notgeil sind, wieso vergreifen sie sich ausgerechnet an Kinder und suchen sich keine erwachsenen für ihre Sexabenteuer die das auch freiwillig mitmachen, diese Gestalten hätten sicher auch ohne Zölibat Kinder missbraucht.

    Recht hast du. Das Problem eben das Ding mit der Moral.
    Wenn ein Mörder ein Kind misshandelt, dann ist das für die Menschen akzeptabler als wenn es ein Mann macht, der eigentlich eine moralische Stütze sein sollte.

  10. #10
    Avatar von Styria

    Registriert seit
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    Beiträge
    3.231
    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    Naja Zölibat als Grund für Pädophilie zu nennen ist schon ein bisschen lächerlich. Wenn diese ganzen Priester doch so notgeil sind, wieso vergreifen sie sich ausgerechnet an Kinder und suchen sich keine erwachsenen für ihre Sexabenteuer die das auch freiwillig mitmachen, diese Gestalten hätten sicher auch ohne Zölibat Kinder missbraucht.
    Machen auch viele kath. Priester, das sie nebenbei eine Geliebte haben. Und das ganze Dorf weiß davon

    Du magst Recht haben das es nicht der einzige Grund ist für Pädophilie, aber Priester sind zumindest für Kinder Respektpersonen und manche nützen dieses Authoritätsverhältnis aus.

    Sexverzicht ist einfach unnatürlich und gehört verboten. Noch dazu da es überhaupt nichts mit der christlichen Lehre zu tun hat.

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