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Sekten: Ellinais - Zurück zu Göttervater Zeus

Erstellt von Thrakian, 13.06.2010, 21:26 Uhr · 268 Antworten · 8.804 Aufrufe

  1. #141
    Avatar von Thrakian

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    Mensch als Ware Einer der großen Sklavenmärkte der Antike war Chios, das seinen erfolgreichen Handel ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. führte. Daneben waren zu den unterschiedlichen Epochen Athen, Korinth, Delos und Herakleon auf Kreta Hauptumschlagplätze der menschlichen Ware. Auf Delos wurden zeitweise bis zu 1000 Menschen pro Tag in die Sklaverei verkauft.
    Die Preise variierten je nach der Aufgabe, die ein Sklave zu erfüllen hatte. Ein Sklave konnte das Mehrfache des Preises für ein Rind oder Schaf kosten (200 - 300 Drachmen). Wertvolle Sklaven wurden für den Gegenwert eines kleinen Landgutes gehandelt. Von hier aus wurden die anderen Mittelmeerländer mit Sklaven versorgt.

    Die Sklaven erhielten von ihren Besitzern einen neuen Namen und verloren damit neben ihrer Freiheit auch ihre Identität. In der Regel deuteten die neuen Namen der Sklaven auf deren Fähigkeiten und Herkunft hin. Griechische Sklaven “genossen” dabei den Vorteil, ihren Namen behalten zu können, da sie keine Barbaren waren.

    Hans Klees schreibt über die Ansicht der Griechen über die Sklaverei: “Die bekannte Definition des Aristoteles, nach der der Sklave für den Lebensvollzug des Herrn und gleichsam ein von dessen Körper abgetrenntes Glied ist, brachte den Anspruch des Herrn auf alles, was der Sklave mit seiner Arbeit leistet, deutlich zum Ausdruck. Hinsichtlich dieser Funktion des Sklaven sah Aristoteles eine enge Parallele zum gezähmten Tier, dessen sich der Mensch bedient.” (Hans Klees: Sklavenleben im klassischen Griechenland; S. 129.)

    Im klassischen Griechenland erwartete die Gesellschaft, dass die Sklaven von ihren Besitzern angemessen mit Kleidung, Nahrung und Medizin versorgt wurden. Denn nur so konnte gewährleistet werden, dass der Sklave durch seine Arbeit Gewinn machte. So wollte man auch einem möglichen Sklaven-Aufstand vorbeugen.

    Diese gesellschaftliche Meinung war aber nicht durch Gesetze geregelt. So blieben die Sklaven der Willkür ihrer Besitzer ausgeliefert. Wirtschaftlich pragmatischere Sklavenhalter werden für ihre Sklaven besser gesorgt haben. So wird in griechischen Theaterstücken dieser Zeit oft gezeigt, wie gut die Sklaven bei ihrem Herrn lebten. Mancher arme Bürger lebte schlechter, so der Tenor dieser Stücke. Die Wirklichkeit dürfte aber nicht immer so rosig gewesen sein.

    Die Lage der Bergwerkssklaven dagegen war unmenschlich. Die Bergwerksbesitzer nahmen keine Rücksicht auf das Leben ihrer Sklaven und unzählige Menschen verstarben nach kurzer Zeit. Nachschub an neuen Sklaven gab es für die Bergwerksbesitzer zu jeder Zeit.

  2. #142
    Avatar von Thrakian

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    Arbeitsmoral der Sklaven

    Die Arbeitsmoral der Sklaven bot ihren Besitzern stets Grund zur Klage. Da sie ihre Freiheit verloren hatten, besaßen sie überwiegend keinen Ehrgeiz, um für ihren Herrn gerne und willig zu arbeiten. Übrigens eine Haltung, die Herodot den Athenern attestierte, als sie unter der Diktatur der Peisistratiden lebten. Zu dieser Zeit leisteten die Athener passiven Widerstand, weil sie ihre Freiheit verloren hatten.

    Die Arbeit der Sklaven musste deshalb ständig überwacht werden. Um die Leistung zu erhöhen versprachen die Herren ihren Sklaven Vergünstigungen, in dem sie größere Essenrationen und bessere Kleidung versprachen. Es tauchte auch der Gedanke auf, den Sklaven ihre Freilassung in Aussicht zu stellen, wenn sie sich arbeitsam zeigten.

    Ein weiteres Problem der Sklavenwirtschaft war der Diebstahl den Sklaven verübten. In Dokumenten finden sich immer wieder Hinweise, dass wichtige Güter stets in verschlossenen Räumen aufbewahrt werden sollten.

    Die Flucht von Sklaven minderte ebenfalls die Produktivität. Das Problem war im klassischen Griechenland so groß, dass die Behörden für die Ergreifung entflohener Sklaven Belohnungen aussetzten.

    Zur Förderung der Motivation der Sklaven gehörte auch deren Teilnahme an religiösen Festen. Bekannt dafür waren die attischen Kronia, bei denen zunächst Herren und Sklaven gemeinsam feierten. Nach der klassischen Zeit wurde diesen Erntefeste nur noch von Sklaven gefeiert.

    Eine weitere Möglichkeit, die Arbeitsmoral der Sklaven zu erhöhen, war die Erlaubnis, eine “Ehe” einzugehen. Auch das hing von der Willkür des Herrn ab, einen rechtlichen Schutz hatten die Beziehungen der Sklaven nicht. Die Kinder aus diesen Ehen blieben Sklaven und mehrten damit den Besitz der Herren.

  3. #143

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    Zitat Zitat von Thrakian Beitrag anzeigen
    Ist das mit der antike religion relevant?
    antworte, wir leben hier und heute

  4. #144
    Avatar von Thrakian

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    Alltag im Leben der griechischen Sklaven

    Versorgung

    Die Kleidung der Sklaven im klassischen Griechenland unterschied sich nicht von der der einfachen Freien. Es gab keine gesetzliche Bestimmung, die bei der Kleidung Vorschriften machte. Unterschiedliche Kleidung für Sklaven gab es nur beim Heer. Die Schauspieler, die Sklaven auf der Bühne verkörperten, wurden aber durch ihre Kleidung kenntlich gemacht.

    Die Sklaven ernährten sich von Brot aus Weizenmehl bzw. aßen einen Brei aus dem billigeren Gerstenmehl. Fleisch dürfte kaum auf dem Speiseplan gestanden haben. Obst und Hülsenfrüchte wurden je nach Laune und Vermögen des Herrn verteilt. Die Menge der zugeteilten Mahlzeiten variierte stark, weil viele Sklavenhalter die Verringerung der Zuteilung von Lebensmitteln als Bestrafung einsetzten. Die Sklaven aßen selbstverständlich nicht am Tisch ihrer Herren, außer bei bestimmten Festtagen wurde es einigen gestattet.

    Besitz

    Nicht ganz eindeutig ist die Frage zu beantworten, ob die griechischen Sklaven in der Zeit des 4. bis 5. Jahrhundert vor Christus eigenen Besitz haben durften. Bei Xenophon und anderen Autoren findet man Hinweise darauf, dass der Herr seinen Sklaven Besitz zugestehen konnte, um sie für ihre Leistung zu belohnen. Damit sollte die Arbeitsmoral erhöht werden. Auch wurde der Sklave dadurch in die Lage versetzt, Geld für seine Freilassung zu sparen. Es gibt nur wenig Belege darüber, ob das Eigentum der Sklaven einen Rechtsschutz hatte.

  5. #145
    Avatar von Thrakian

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    Strafen

    Die Strafen für “Vergehen” der Sklaven waren drakonisch. Häufig wurden sie durch Auspeitschen bestraft. Die Anzahl und die Heftigkeit der Schläge oblag der Willkür des Herrn. Die Bestrafung durch die Peitsche bzw. die Androhung war bei vielen Sklaven so gefürchtet, dass sie sich vorher umbrachten.

    Mit den Schlägen dokumentierte die griechische Gesellschaft ebenfalls die rechtlose Stellung der Sklaven. Freie Bürger erhielten im klassischen Griechenland als Strafe keine Peitschenhiebe. Sie bezahlten für geringere Vergehen eine Geldstrafe.

    Die Fesselung war eine weitere Strafmaßnahme gegenüber den Sklaven. Die Sklaven erhielten Fuß- und Beinfesseln, um sie an der Flucht zu hindern bzw. zu disziplinieren. Bekannt waren auch Holzbretter, in deren Öffnungen Kopf und Arme gesteckt werden mussten. Die Fesselung galt in Griechenland als besonders erniedrigend. So herrschte immer helle Empörung, wenn die Bürger einer Stadt erfuhren, dass ihre vom Gegner gefangen genommenen Soldaten in Fesseln gelegt wurden.

    Brutal war auch die Brandmarkung mit einem glühenden Brandeisen. So wurden wieder eingefangene bzw. widerspenstige Sklaven von ihren Besitzern gekennzeichnet. Das konnten Zeichen und Buchstaben sein.

    Die Sklaven hatten keinen juristischen Schutz vor der Willkür ihrer Besitzer. Die griechische Öffentlichkeit fand nichts dabei, dass Sklaven brutal gestraft und auch gefoltert wurden. Einzig Kritik wurde laut, wenn der Besitzer Sklaven im Jähzorn tötete. Doch das hatte für den Besitzer keinen rechtlichen Konsequenzen.

    Bereits in den Sagen Homers wird berichtet, dass ein Sklave um Gnade bitten konnte. Dabei kniete er nieder, umfasste das Knie und berührte das Kinn des Herrn. Sklaven suchten auch Schutz vor ihrem rachsüchtigen Herrn zu finden, in dem sie Schutz in Tempeln und vor Altären suchten. Für die klassische Zeit sind so genannte Sklavenasyle nachgewiesen worden. Auch hier erhielten die Hilfe suchenden Sklaven keinen Gerichtsprozess, der sie vor den Anklagen ihres Herrn schützen konnte.

    Die Sklaven hatten im günstigsten Fall nur die Chance, an einen anderen Herrn verkauft zu werden. So konnte der ursprüngliche Besitzer sein “leidiges” Problem mit dem Sklaven aus dem Blick der Öffentlichkeit bringen.

  6. #146
    Avatar von Thrakian

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    Mensch als Ware Einer der großen Sklavenmärkte der Antike war Chios, das seinen erfolgreichen Handel ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. führte. Daneben waren zu den unterschiedlichen Epochen Athen, Korinth, Delos und Herakleon auf Kreta Hauptumschlagplätze der menschlichen Ware. Auf Delos wurden zeitweise bis zu 1000 Menschen pro Tag in die Sklaverei verkauft.
    Die Preise variierten je nach der Aufgabe, die ein Sklave zu erfüllen hatte. Ein Sklave konnte das Mehrfache des Preises für ein Rind oder Schaf kosten (200 - 300 Drachmen). Wertvolle Sklaven wurden für den Gegenwert eines kleinen Landgutes gehandelt. Von hier aus wurden die anderen Mittelmeerländer mit Sklaven versorgt.

    Die Sklaven erhielten von ihren Besitzern einen neuen Namen und verloren damit neben ihrer Freiheit auch ihre Identität. In der Regel deuteten die neuen Namen der Sklaven auf deren Fähigkeiten und Herkunft hin. Griechische Sklaven “genossen” dabei den Vorteil, ihren Namen behalten zu können, da sie keine Barbaren waren.

    Hans Klees schreibt über die Ansicht der Griechen über die Sklaverei: “Die bekannte Definition des Aristoteles, nach der der Sklave für den Lebensvollzug des Herrn und gleichsam ein von dessen Körper abgetrenntes Glied ist, brachte den Anspruch des Herrn auf alles, was der Sklave mit seiner Arbeit leistet, deutlich zum Ausdruck. Hinsichtlich dieser Funktion des Sklaven sah Aristoteles eine enge Parallele zum gezähmten Tier, dessen sich der Mensch bedient.” (Hans Klees: Sklavenleben im klassischen Griechenland; S. 129.)

    Im klassischen Griechenland erwartete die Gesellschaft, dass die Sklaven von ihren Besitzern angemessen mit Kleidung, Nahrung und Medizin versorgt wurden. Denn nur so konnte gewährleistet werden, dass der Sklave durch seine Arbeit Gewinn machte. So wollte man auch einem möglichen Sklaven-Aufstand vorbeugen.

    Diese gesellschaftliche Meinung war aber nicht durch Gesetze geregelt. So blieben die Sklaven der Willkür ihrer Besitzer ausgeliefert. Wirtschaftlich pragmatischere Sklavenhalter werden für ihre Sklaven besser gesorgt haben. So wird in griechischen Theaterstücken dieser Zeit oft gezeigt, wie gut die Sklaven bei ihrem Herrn lebten. Mancher arme Bürger lebte schlechter, so der Tenor dieser Stücke. Die Wirklichkeit dürfte aber nicht immer so rosig gewesen sein.

    Die Lage der Bergwerkssklaven dagegen war unmenschlich. Die Bergwerksbesitzer nahmen keine Rücksicht auf das Leben ihrer Sklaven und unzählige Menschen verstarben nach kurzer Zeit. Nachschub an neuen Sklaven gab es für die Bergwerksbesitzer zu jeder Zeit.

  7. #147
    Avatar von Thrakian

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    Ist das dein "olymp" aus dem die "Lampe" herkommt?

    Ist das mit Menschenrechten zu vereinbahren?

  8. #148

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    wie sieht es heute in der islamischen Welt aus mit der Steinigung?
    Heute, nicht vor 3000 Jahren.

  9. #149
    Avatar von Thrakian

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    Zitat Zitat von Amphion Beitrag anzeigen
    wie sieht es heute in der islamischen Welt aus mit der Steinigung?
    Heute, nicht vor 3000 Jahren.
    Bitte um Stellungnahme. der obrigen posts, ich glaube kaum das du sie durchgelesen hast

  10. #150

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    Zitat Zitat von Thrakian Beitrag anzeigen
    Bitte um Stellungnahme. der obrigen posts, ich glaube kaum das du sie durchgelesen hast
    warum flüchtest du ins Museum, beschreibe doch die heutige Zeit.

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