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Staat und Religion

Erstellt von BenKafka, 30.11.2011, 17:06 Uhr · 94 Antworten · 4.074 Aufrufe

  1. #81
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Da hast Du vollkommen recht. Aber sollte man solchen Menschen dann auch noch zusätzlich politischen Einfluß geben? Reicht es nicht, daß sie das eigene Haus nicht sauber halten können oder wollen?
    Naja das kann man aber über säkuläre Politiker auch sagen. Gibt ja genug die in den Schlagzeilen waren, wegen steuerhinterziehung, vergewaltigung, diebstahl usw. usf. gab ja sogar Politiker die ganze Völkermorde in auftrag gegeben haben, und das waren alles keine religiösen oberhäupter. Es gibt überall schwarze schafe und man kann jedes rechtssystem welches dazu gedacht ist dass es einer gesellschaft gut geht korrumpieren, sodass es das gegenteil bewirkt und den menschen schadet. Selbst im Namen der Demokratie ist es möglich ganze Völker auszurotten und ungerechte kriege zu rechtfertigen. Ich finde es kommt immer drauf an wer das rechtssystem anwendet, ob er eher seine eigenen interessen erreichen will oder sich wirklich darum bemüht dass es den menschen in seinem land gut geht. Es kommt auf die Einstellung des Menschen an und nicht auf das System an sich, das ist meistens auslegungssache.

  2. #82
    Avatar von skorpion

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    3.739
    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    Naja das kann man aber über säkuläre Politiker auch sagen. Gibt ja genug die in den Schlagzeilen waren, wegen steuerhinterziehung, vergewaltigung, diebstahl usw. usf. gab ja sogar Politiker die ganze Völkermorde in auftrag gegeben haben, und das waren alles keine religiösen oberhäupter. Es gibt überall schwarze schafe und man kann jedes rechtssystem welches dazu gedacht ist dass es einer gesellschaft gut geht korrumpieren, sodass es das gegenteil bewirkt und den menschen schadet. Selbst im Namen der Demokratie ist es möglich ganze Völker auszurotten und ungerechte kriege zu rechtfertigen. Ich finde es kommt immer drauf an wer das rechtssystem anwendet, ob er eher seine eigenen interessen erreichen will oder sich wirklich darum bemüht dass es den menschen in seinem land gut geht. Es kommt auf die Einstellung des Menschen an und nicht auf das System an sich, das ist meistens auslegungssache.
    Natürlich hast Du auch darin Recht, jeder der Macht hat, kann sie mißbrauchen. Und fast jeder tut es auch früher oder später mehr oder weniger. Und die, die es nicht tun, werden leicht Opfer von Intrigen oder ihre nachgeordneten Kräfte kümmern sich um den Machtmißbrauch. Es gibt aber zwei ganz entscheidende Unterschiede: eine demokratische Regierung ist gewählt und sie kann auch wieder abgewählt werden. Religiöse Hierarchien sind da völlig anders strukturiert.

    Man muß nicht zwingend religiös sein, um seine Macht zu mißbrauchen und ich würde nicht einmal unterstellen, daß religiöse Politiker und Staatsoberhäupter automatisch schlechter sind. Darum ging es ja auch nicht. Politische Entscheidungen dürfen ausschließlich von Menschen getroffen werden, die demokratisch legitimiert sind und das sind religiöse Oberhäupter praktisch nie (auch wenn der Papst z. B. von einigen Kardinälen aus ihrer Mitte gewählt wird, hat doch einzelne Gläubige keinen Einfluß). Darum sollte Religion und Staat klar getrennt sein. Umgekehrt zeigen sich religiöse Instanzen traditionell auch wenig amüsiert, wenn der Staat ihnen in ihr Gebiet hineinregiert.

    Und eigentlich hat doch auch jeder genügend Probleme im eigenen Haus zu lösen.

  3. #83
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Natürlich hast Du auch darin Recht, jeder der Macht hat, kann sie mißbrauchen. Und fast jeder tut es auch früher oder später mehr oder weniger. Und die, die es nicht tun, werden leicht Opfer von Intrigen oder ihre nachgeordneten Kräfte kümmern sich um den Machtmißbrauch. Es gibt aber zwei ganz entscheidende Unterschiede: eine demokratische Regierung ist gewählt und sie kann auch wieder abgewählt werden. Religiöse Hierarchien sind da völlig anders strukturiert.

    Man muß nicht zwingend religiös sein, um seine Macht zu mißbrauchen und ich würde nicht einmal unterstellen, daß religiöse Politiker und Staatsoberhäupter automatisch schlechter sind. Darum ging es ja auch nicht. Politische Entscheidungen dürfen ausschließlich von Menschen getroffen werden, die demokratisch legitimiert sind und das sind religiöse Oberhäupter praktisch nie (auch wenn der Papst z. B. von einigen Kardinälen aus ihrer Mitte gewählt wird, hat doch einzelne Gläubige keinen Einfluß). Darum sollte Religion und Staat klar getrennt sein. Umgekehrt zeigen sich religiöse Instanzen traditionell auch wenig amüsiert, wenn der Staat ihnen in ihr Gebiet hineinregiert.

    Und eigentlich hat doch auch jeder genügend Probleme im eigenen Haus zu lösen.
    man kann in einem land wo staat und religion nicht getrennt sind es genauso einrichten dass das volk darüber entscheidet wer das religiöse staatsoberhaupt ist. Es ist ja nicht unmöglich nur will das niemand bzw. hat es noch niemand umgesetzt, aber es ist nicht unmöglich. Natürlich halt jemand zum wahlkandidaten der dann auch kompetent ist und nicht irgendwelche bauern. Jemand der sich sowohl mit religion als auch mit rechtsfragen auskennt.

  4. #84

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    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen

    Politische Entscheidungen dürfen ausschließlich von Menschen getroffen werden, die demokratisch legitimiert sind und das sind religiöse Oberhäupter praktisch nie (auch wenn der Papst z. B. von einigen Kardinälen aus ihrer Mitte gewählt wird, hat doch einzelne Gläubige keinen Einfluß). Darum sollte Religion und Staat klar getrennt sein. Umgekehrt zeigen sich religiöse Instanzen traditionell auch wenig amüsiert, wenn der Staat ihnen in ihr Gebiet hineinregiert.

    Und eigentlich hat doch auch jeder genügend Probleme im eigenen Haus zu lösen.
    so ist es...

    man muss Religion von Politik trennen...ansonsten wird man sich gegenseitig mit der religiöse Wahrheit Erobern... so eine Wahrheit hat in der Politik nichts zu suchen...religiöse Wahrheit ist im Herzen(Privat) und eine Sache zw. Gott und ergebene Seele...(so nach Islam)
    man soll sich um "Gute Werke" bemühen.... das andere ist, das der Koran auch Demokratie fordert: Scharia oder Scharia light? Eine gefährliche Wahl!

    die "religiösen Oberhäupter&Sharia-bestimmer" sind das Oberproblem.
    wenn die an die Macht kommen würden, dann wäre das Katholizismus Ver. 2.0 (nur etwas anders) und der Ketzer bekommt anderen Namen: Kafir...

    Frieden

  5. #85
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    man kann in einem land wo staat und religion nicht getrennt sind es genauso einrichten dass das volk darüber entscheidet wer das religiöse staatsoberhaupt ist. Es ist ja nicht unmöglich nur will das niemand bzw. hat es noch niemand umgesetzt, aber es ist nicht unmöglich. Natürlich halt jemand zum wahlkandidaten der dann auch kompetent ist und nicht irgendwelche bauern. Jemand der sich sowohl mit religion als auch mit rechtsfragen auskennt.
    In der Theorie geht alles, aber praktisch sehe ich da schon enorme Schwierigkeiten.

    Eine Religion, wo das Volk die religiösen Führer wählt, verliert in meinen Augen ziemlich an Sinn, denn in letzter Konsequenz würde das bedeuten, daß Gottes Wille von der Mehrheit der Menschen definiert wird. Das muß inhaltlich nicht unbedingt schlechter sein, aber es verliert irgendwo das Göttliche, das eigentlich Religiöse, dabei.

    Und ich stelle es mir auch ziemlich würdelos vor, wenn mit der Abschaffung oder Verschärfung religiöser Dogmen Wahlkampf gemacht würde.

    Außerdem ist es sicherlich kaum förderlich, wenn jeder Staat, entsprechend seinem demokratisch gewählten religiösen Führer, andere Glaubensgrundsätze und Richtlinien erließe, das würde die Glaubensgemeinschaften spalten.

    Am sinnvollsten ist es meiner Ansicht nach, wenn man sich selbst Gottes Wort zur Hand nimmt und für sich selbst mit reinem Herzen die richtigen Schlüsse daraus zieht.


  6. #86

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    • Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der schura (das System der Beratung und Kontrolle) und bajat (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen.


    • Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der schura und bajat. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.


    • Der wahre Islam spricht niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Einzig den Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Das Recht zur Führung eines Volkes kann nicht von Gott oder per Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen. Dies bezeichnet der Koran als bajat. Das mittels bajat erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem schura genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten und umgekehrt die Geführten die Führenden kontrollieren. Auf der Grundlage der schura kann das Volk, das über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.

    Die koranische Entsprechung für das demokratische Verfahren ist also die schura. Weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die schura darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen solle. Der 1988 gestorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu: "Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.


    quelle: Scharia oder Scharia light? Eine gefährliche Wahl!

  7. #87
    Avatar von skorpion

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    3.739
    Interessante Einsichten. Ein kann das zwar jetzt nicht nachprüfen, aber es ist eine Facette des Islams, die mir bisher gänzlich unbekannt war.

    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die religiösen Führer dieser Welt vor allem ihre eigenen weltlichen Interessen verfolgen und die Religion so zurechtbiegen, daß sie als Rechtfertigung dient. Es fällt mir schwer zu glauben, daß DAS Gottes Wille sein soll.

  8. #88
    Avatar von Timur

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    Gehört zusammen wie Fleisch und Blut.

  9. #89
    Avatar von Zarathustra

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    115
    Was ein wunderbarer Thread voller Heuchler.

    Pornoliebhaber und Puffgänger, die sich für die Scharia und "Ehre" (der Frau) aussprechen
    und Faschos, die die Religion des Mitleids und der Nächstenliebe, das Christentum, regieren sehen wollen.

    Willkommen im Bf.

  10. #90
    Avatar von skorpion

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    Ich glaube, Du hast die Faschos nicht richtig verstanden. Für die geht es nicht um Mitleid und Nächstenliebe, die fahren mehr auf das faschistoide in der Kirche ab.

    Da geht es um Kontrolle in allen Lebensbereichen und um die Legitimation für Pogrome. Gestern waren es die Juden, vorgestern die Hexen und Ketzer. Bringt man beides zusammen, hat das Potential!


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