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Sterbehilfe

Erstellt von El Hefe, 04.06.2011, 19:12 Uhr · 3 Antworten · 1.867 Aufrufe

  1. #1
    El Hefe

    Sterbehilfe

    Sterbehilfe


    Sterbehilfe (Euthanasie, abgeleitet von griech. εὐθανασία, „leichter oder schöner Tod“ als Zusammensetzung aus εὖ, „gut“, „leicht“ und θάνατος, „Tod“) bezeichnet die Handlungen, die von der Hilfe und Unterstützung im Sterben – dem Übergang vom Leben zum Tod – bis hin zur aktiven Tötung sterbender oder schwerstkranker Menschen reichen.
    In Deutschland wird die Bezeichnung Euthanasie aus historischen Gründen, die im Missbrauch des Begriffs während der nationalsozialistischen Zeit liegen, weitgehend nicht benutzt.
    Sterbehilfe betrifft auch Situationen, bei denen ein Sterbeprozess bereits unumkehrbar begonnen hat. Sterbehilfe unterstützt gewollt die Herbeiführung des Todes einer Person durch eine oder mehrere andere.

    Man unterscheidet zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe:
    • Bei der aktiven Sterbehilfe verabreicht jemand einem Patienten ein unmittelbar tödlich wirkendes Mittel. Der Patient nimmt es also nicht selbst zu sich (das ist der Unterschied zum assistierten Suizid), sondern es wird dem Patienten von außen “aktiv” zugeführt. Wer aktive Sterbehilfe betreibt setzt also bewusst und vorsätzlich einen neuen Kausalverlauf in Gang, der unmittelbar und kurzfristig zum Tod führen soll.

    • Unter passiver Sterbehilfe versteht man den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen oder deren Beendigung, entweder weil sie (in der unmittelbaren Sterbephase) medizinisch nicht mehr indiziert sind oder weil der Patient solche Maßnahmen ablehnt. Im Unterschied zur aktiven Sterbehilfe wird hier also kein neuer Kausalverlauf (durch Gabe eines tötenden Mittels) gesetzt, sondern man lässt vielmehr nur den natürlichen Sterbeprozess geschehen.


    Quellen:
    Sterbehilfe
    Sterbehilfe-Info - Sterbehilfe, Sterbebegleitung & Palliativmedizin

    Ich habe letztens einen Artikel über die umstrittene Sterbehilfeorganisation Dignitas gelesen und bin so darauf gekommen,diesen Thread zu eröffnen.
    Nun die Frage:

    Wie steht ihr zur Sterbehilfe im Allgemeinen? Verurteilt ihr das aufs Schärfste oder könnt ihr zu einem gewissen Teil sogar Leute verstehen, die das gutheissen?

    Man kann es sich selber schwer vorstellen, weil man Gott sei Dank nicht in der Situation war, aber manche die unter der Kategorie 'Beihelfer zum Selbstmord' fallen, berichten zB. davon, dass sie einen Menschen so sehr liebten und dessen persönliches Leiden nicht mehr ertragen konnten, sodass sie. den 'Selbstmord' nächster Personen duldeten oder ihnen gar aktiv dabei halfen (zB. bei einem Schwerbehinderten im Rollstuhl)....Dies, weil er es selber wollte und man ja auch nur das Beste (und kein Leid) für jemanden will.

    Würdet ihr bereit sein, einem auswegslosen Fall in eurem nächsten Umkreis zu 'helfen', wenn diese Person sich noch verständigen kann und fordert, dass er nicht mehr weiterleben will?
    (Also nicht das ‚Dem unansprechbaren Komapatienten den Stecker ziehen‘-Szenario)


    Man kann es sich leicht machen, indem man sagt : Ja der Koran/die Thora/die Bibel sagt....Aber angenommen es gäbe diese Bücher nicht und ihr würdet in dem Fall unabhängig von ihnen handeln, was würdet ihr tun? Es ist an sich nicht so einfach.
    Fändet ihr das richtig, gar eine humane Aktion, jemandem zu ermöglichen, sein Leben selbst zu bestimmen oder findet ihr man macht sich die Finger schmutzig? Ist Beihilfe zum Selbstmord sofort = Töten, und muss Töten in diesem Zusammenhang eine schlechte Tat sein?

  2. #2

    Registriert seit
    31.12.2009
    Beiträge
    9.979
    für sehr schwere krankheiten sollte es schon erlaubt sein!

  3. #3
    Avatar von LaReineMarieAntoinette

    Registriert seit
    10.05.2010
    Beiträge
    2.900
    Sterbehilfe - was ist das?

    Tötung auf Verlangen oder Beschleunigung des Sterbens
    Euthanasie ist ein griechisches Wort und bedeutet "ein guter Tod" (eu = gut thanatos = Tod). Aufgrund der Ereignisse während der nationalsozialistischen Diktatur ist das Wort in Österreich und Deutschland immer noch verpönt. Stattdessen hat sich der Begriff "Sterbehilfe" durchgesetzt, der wesentlich unklarer ist und exakter Definitionen bedarf.
    In Deutschland ist die Strebehilfe Verboten, in den Niederlande, Belgien, Luxemburg und in der Schweiz wurde es legalisiert.
    In Spanien, Frankreich und Italien, wird eine gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe ebenso diskutiert wie in Deutschland.

    Paragraphen zur Sterbehilfe
    In Deutschland gibt es keinen eigenen Paragraphen über Sterbehilfe nur:
    § 211 [Mord]
    1. Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
    2. Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.
    § 212 [Totschlag]
    1. Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
    2. In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.
    § 216 [Tötung auf Verlangen]
    1. Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.
    2. Der Versuch ist strafbar.
    § 323c [Unterlassene Hilfeleistung]
    1. Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
     
     
    Verschiedene Arten von Sterbehilfe
    Aktive Sterbehilfe

    Definition: Bewusstes, aktives ärztliches Eingreifen zur Beendigung des Lebens. Ziel der
    Handlung ist die Herbeiführung des Todeseintritts. Kennzeichen der aktiven Sterbehilfe
    (verschönernd auch Euthanasie genannt – der „schöne“ Tod) ist, dass der Patient vorzeitig an der
    Aktivität eines Anderen stirbt und nicht an den Folgen seiner Erkrankung.
     
    Indirekte Sterbehilfe

    Definition: Im Ausnahmefall unbeabsichtigte, als unvermeidliche Nebenfolge in Kauf
    genommene Beschleunigung des Todes durch medikamentöse Therapie (meist Schmerz).

    Passive Sterbehilfe

    Definition: Aus ethischer Sichtweise muss man unterscheiden zwischen dem Abbruch einer
    bereits begonnenen lebenserhaltenden Behandlung im Fall des tödlichen Verlaufs einer
    unheilbaren Erkrankung und dem Verzicht auf eine lebensverlängernde
    Therapie bei chronischen Krankheitszuständen (Beispiel: schwere Demenz)
    mit nicht zwingend tödlichem Verlauf.

    Beihilfe zum Selbstmord

    Definition: Hilfe zum Suizid z. B. durch Bereitstellung entsprechender Medikamente. Die
    eigentliche Tötungshandlung geschieht durch den Suizidenten selbst, bei dem nachweislich die
    sog. Tatherrschaft verbleibt. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um Tötung auf Verlangen und
    ist strafbar (§ 216 StGB).

    Euthanasie im dritten Reich

    Der Euthanasie im Dritten Reich fielen mehr als 75.000 psychisch Kranke und geistig Behinderte zum Opfer. Sehr viele wurden auch zwangssterilisiert.
    Die Nationalsozialisten hatten die Ideologie vom "lebensunwerten Leben" von den Sozialdarwinisten übernommen. Große Teile der Psychiatrie waren auch schon vor den Nazis für die Zwangssterilisation von psychisch Kranken und Behinderten. So begann man 1934 mit den Zwangssterilisationen. 1937 begann man mit der Vernichtung der "Asozialen". Erst begann man die "Asozialen" zu erschießen. Nach dem Sterilisationsstopp am 1. September 1939 begann die planmäßige Vernichtung mittels Gas (Kohlendioxid CO2).
     
     
    Pro und Kontra Diskussion

    1. Was meint ihr, sollte Sterbehilfe in Deutschland erlaubt werden?
    Und warum JA/NEIN
     
    Bekannte Fälle

    Emily Gilbert: Die 73jährige US-Amerikanerin aus Fort Lauderdale (Florida) bat ihren Ehemann Roswell Gilbert im März 1985 wegen eines unheilbaren Knochenleidens um Sterbehilfe. Ihr Mann gab ihr zunächst Schmerztabletten und erschoss seine Frau mit einer Pistole. Der 76jährige Roswell Gilbert wurde von einem Gericht zu 25 Jahren Haft verurteilt.
    Ramón Sampedro: Der Spanier war 30 Jahre lang mit einem hohen Querschnitt vom Hals abwärts gelähmt. Seine Geschichte wurde in dem Film Das Meer in mir verfilmt. Dem Spanier wurde auf seinen Wunsch hin von einer Freundin ein Glas Wasser mit Zyankali so in die Nähe seines Mundes gestellt, dass er selbst mit einem Strohhalm daraus trinken konnte und daraufhin starb (1998). Mehrere seiner Freunde zeigten sich selbst der Beihilfe an, woraufhin das Verfahren eingestellt wurde.
    Terri Schiavo: Eine US-Amerikanerin aus Saint Petersburg (Florida), die bei einem Zusammenbruch eine durch Sauerstoffmangel ausgelöste schwere Gehirnschädigung erlitten hatte und sich in der Folge von 1990 bis zu ihrem Tod 15 Jahre lang im Wachkoma befand. Terris Ehemann klagte seit 1998 durch mehrere Instanzen die Einstellung der künstlichen Ernährung ein. Dem wurde letztendlich im Februar 2005 statt gegeben.
    Vincent Humbert: Ein Franzose, der seit September 2000 gelähmt und blind war, bat im Dezember 2002 um Sterbehilfe. Diese wurde ihm von offizieller französischer Seite nicht gewährt. Seine Mutter spritzte ihm daraufhin im September 2003 Natriumpentobarbital. Er fiel in ein Koma und von den Ärzten wurden die lebenserhaltenden Maschinen daraufhin abgeschaltet. Sein Fall führte in Frankreich zu einer Änderung der Gesetzeslage.
    Piergiorgio Welby (* 26. Dezember 1945 in Rom; † 20. Dezember 2006 ebd.) war ein Italiener, seit seinem 18 Lebensjahr an Muskeldystrophie leidend, der im Jahr 2006 um Sterbehilfe bat. Diese Hilfe wurde ihm von dem Anästhesisten Mario Riccio am 20. Dezember 2006 gewährt, nachdem ein Gericht es abgelehnt hatte den Fall zu behandeln. Der später erhobene Mordvorwurf gegen Mario Riccio wurde von einem Gericht in Rom abgewiesen.
    Inmaculada Echevarria war eine Spanierin, die seit ihrem elften Lebensjahr an Muskelschwund litt und die letzten zehn Jahre gelähmt im Krankenhaus verbracht hatte. Die Ärzte des Krankenhauses San Juan de Dios in Granada stellten im März 2007 das Beatmungsgerät der 51-Jährigen ab.

    Ich bin dafür, es kommt aber auch immer auf den Fall drauf an.

  4. #4

    Registriert seit
    08.05.2011
    Beiträge
    4.808
    Ich finde, es sollte in schweren Fällen erlaubt sein. Wenn ein Mensch eh schon nicht mehr kann, seine Krankheit unheilbar ist und er zu 100% sicher ist, dass er nicht mehr leben möchte, sollte es meiner Meinung nach legalisiert werden. Das einzige Problem besteht bei Menschen, die geistig behindert sind-denn wer darf es dann entscheiden?
    Ich weiß nicht, ob ihr schon einmal von Terri Schiavo gehört habt? Sie lag 15 Jahre lang im Wachkoma. Es bestand keine Möglichkeit, sie aus diesem Koma aufzuwecken. Ihr Mann wollte, dass die Ärzte die künstliche Ernährung abbrechen, denn er meinte, dass seine Frau bestimmt nicht wolle, sich in so einem Zustand zu befinden. Die Eltern jedoch hofften Beweise zu finden, dass sie sich doch bei Bewusstsein sei. Ein Richter entschied dann, dass sie doch sterben darf. Sie starb einige Tage danach.
    In so einem Fall würde ich es erlauben. Wieso sollte sie für den Rest ihres Lebens leiden?

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