Studie: Zwei Drittel der Sachsen sind latent ausländerfeindlich

Leipzig (ddp). Die Mehrheit der Sachsen ist einer Umfrage zufolge fremdenfeindlich eingestellt. Rund zwei Drittel (65,4 Prozent) der Bürger im Freistaat seien der Ansicht, es lebten zu viele Ausländer in Deutschland, berichtete die «Leipziger Volkszeitung» (Samstagausgabe) unter Berufung auf eine ihr vorliegende interne Studie der Universität Bielefeld. Mehr als 45 Prozent hätten demnach die Auffassung geäußert, Ausländer sollten in ihre Heimat zurückgeschickt werden.

Mit 17,3 Prozent habe zudem jeder Sechste die Ansicht vertreten, Weiße seien zu Recht führend in der Welt. 18,2 Prozent der Befragten stimmten dem Vorurteil zu, Juden hätten in Deutschland zu viel Einfluss. Nahezu jeder Dritte (29,9 Prozent) würde Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagen. Fast 45 Prozent seien der Meinung, bettelnde Obdachlose müssten aus Fußgängerzonen entfernt werden, und ein Viertel fühle sich in der Gegenwart von Behinderten unwohl, heißt es weiter.

Dem Blatt zufolge wurde die Studie mit dem Titel «Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Sachsen» vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld im April erstellt. Sie sei Teil einer repräsentativen Gesamtstudie, für die in den Jahren 2002 bis 2005 fast 10 000 Bürger bundesweit nach ihren Einstellungen befragt worden seien, in Sachsen 1086.

Zwischen Ost und West stellten sich den Angaben zufolge große Unterschiede heraus. Auf nahezu allen Feldern seien die Werte in Sachsen höher als in den alten Ländern, Ausnahmen bildeten lediglich die Themenbereiche Antisemitismus und Sexismus. Auch im Ost-Vergleich lägen die Sachsen oft vorn: Laut Studie seien sie rassistischer und hätten mehr Vorurteile gegenüber Homosexuellen und Obdachlosen.

(ddp)