BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 1 von 11 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 107

Mit Tätowierungen übertritt zum Islam verhindern

Erstellt von Mandzuking, 12.01.2013, 12:11 Uhr · 106 Antworten · 10.335 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Mandzuking

    Registriert seit
    01.07.2009
    Beiträge
    17.108

    Mit Tätowierungen übertritt zum Islam verhindern

    bin gerade zufällig drauf gestoßen hab eigelntlich über tattoos gegoogelt und lese da was wo ich erste mal höre und dann noch in bosnien weiß jemand mehr dazu ?


    Tätowierung






    Religion und Tätowierung [Bearbeiten]

    Bis 1890 wurden in Bosnien katholische Mädchen tätowiert, um einen Übertritt zum Islam zu verhindern. Armenische Christen hielten die Tradition der Pilgertätowierung bis zum Ersten Weltkrieg bei; so lange wurde diese Form der Markung in Jerusalem angeboten. Koptische Christen in Ägypten tragen noch heute ein Kreuz an der Innenseite des rechten Handgelenkes, um sich vom Islam zu distanzieren.[6] In früheren Zeiten war Christen das Tragen von Tattoos verboten.[7]

    Eine besondere Form der religiösen Tätowierung stellt die in Südostasien verbreitete Yantra-Tätowierung dar.

    ------
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .



    - - - Aktualisiert - - -










    Christlich-kroatisch Gemeinden in Bosnien mussten während der osmanischen Herrschaft teuflisch unter den Türken leiden und die Mehrheit von ihnen konvertierte zum Islam. Mädchen wurden vergewaltigt, Kinder wurden von den türkischen Besetzern als Sklaven gehalten und die türkischen Kommandeure hatten das Recht, mit christlichen Frauen in ihrer Hochzeitsnacht zu schlafen, noch bevor der Ehemann auch nur einen Blick riskieren durfte. Als Reaktion auf derartigen Missbrauch tätowierten sich die Frauen gegenseitig Kreuze und andere historische Ornamente auf die Hände, Finger, Brust und Stirn. Sie glaubten, dass solche Praktiken einen spirituellen Schutz schaffen würde um die Türken abzuwehren – oder die Menschen wenigstens wissen zu lassen, dass sie einst katholisch waren bevor ihnen eine Konvertierung aufgezwungen wurde.







    Laut Tea waren die Tattoos während der türkischen Besetzung von Bosnien-Herzegowina notwendig, damit die Kinder bei Entführungen geschützt waren. Viele von ihnen hatten ihre Namen oder Initialen in die Haut gestochen, um sich ihre Identität zu bewahren.



    Das kleine Mädchen in der Mitte ist Tea Turalija. Sie ist im früheren Jugoslawien großgeworden, umgeben von tätowierten Frauen. Jeden Tag pflanzte sie Küsse auf die Hand ihrer Großmutter und dachte sich nichts bei all den Zeichnungen auf deren Armen. Als sie älter wurde, entdeckte Tea, dass die vielen mit Tattoos verzierten Leute um sie herum der letzten Generation eines geheimen katholischen Kultes angehörten, der sich entwickelt hatte, während ihre Heimat vom osmanischen Reich besetzte war. Die Mitglieder des Kultes erkannten einander mit Hilfe der Tätowierungen auf Händen und Armen, für die sie eine Tinte verwendeten, die teilweise aus menschlicher Muttermilch bestand.

    Der Kult verschwand, als das kommunistische Jugoslawien kurz nach dem zweiten Weltkrieg beschloss, Religion weitestgehend abzuschaffen. Aber weil all das jetzt vorbei und Geschichte ist, versucht Tea diese traditionelle Körperkunst zu reanimieren.

    Diesen Entschluss fasste sie während eines Urlaubs in Australien. Sie traf da draußen jede Menge pazifische Inselbewohner, die eine Stammestradition aufrecht erhielten indem sie jeden Zentimeter ihres Körpers mit Tinte bedeckten. Ich vermute, das ist besser als sich in Byron Bay in irgendeinen blondierten Penner mit beschissenen Tribal-Schnörkeln auf seinem hawaiianischen Shirt zu verlieben.

    Auch wenn die Symbole der Omas wahrscheinlich schon von irgendwelchen Künstler-Idioten in St. Petersburg geklaut worden sind, sollten Artikel wie dieser hoffentlich dazu beitragen, dass sich die Geschichte noch ein bisschen weiter verbreitet, damit Studenten überall in Europa was zu erzählen haben, wenn es darum geht, wovon sie sich beim Design ihres Körperschmucks haben inspirieren lassen.

    Folkloristische kroatisch-katholische Gemeinden in Bosnien mussten während der osmanischen Herrschaft teuflisch unter den Türken leiden und die Mehrheit von ihnen konvertierte zum Islam. Mädchen wurden vergewaltigt, Kinder wurden von den türkischen Besetzern als Sklaven gehalten und die türkischen Kommandeure hatten das Recht, mit christlichen Frauen in ihrer Hochzeitsnacht zu schlafen, noch bevor der Ehemann auch nur einen Blick riskieren durfte.

    Als Reaktion auf derartigen Missbrauch tätowierten sich die Frauen gegenseitig Kreuze und andere historische Ornamente auf die Hände, Finger, Brust und Stirn. Sie glaubten, dass solche Praktiken einen spirituellen Schutz schaffen würde um die Türken abzuwehren - oder die Menschen wenigstens wissen zu lassen, dass sie einst katholisch waren bevor ihnen eine Konvertierung aufgezwungen wurde.

    Als der Kult seinen Höhepunkt erreicht hatte, tätowierten Mütter zuhause ihre Kinder bevor sie zehn Jahre alt waren. Der Tätowierungsprozess wurde mit einer primitiven Nadel und einer speziellen Lösung durchgeführt, die aus Holzkohle, Ruß, Honig und der Milch aus der Brust einer stillenden Frau bestand, die bereits ein männliches Kind geboren hatte.

    "Wir benutzten Muttermilch von einer Frau mit einem männlichen Kind, weil sich nur diese Milch wirklich gut zum Tätowieren eignet", behauptet Tea. "Wir glauben außerdem, dass diese Art von Milch Augenkrankheiten heilen kann."

    Eine Frau erzählte Tea in mystischem Ton über den Tätowierungsprozess. "Da war eine Paraffin-Lampe", begann sie. "Die Milch wurde von den Frauen genommen, die ein männliches Baby stillten und dann mit dem Ruß aus der Lampe gemischt. Dann nahmen sie eine Nadel, tauchten sie hinein und tätowierten ein Kreuz auf die Hände, bis dort Blut floss. Meine Hand war taub, also fühlte ich nichts. Sie verbanden es und ich musste es für einen Tag so lassen ohne es zu waschen."

    Eine andere Frau wurde im Alter von sechs Jahren tätowiert. "Ich war noch ein kleines Mädchen, das nicht zur Schule ging. Mein Tattoo wurde bei einer Feier gemacht - meine Schwester sollte eigentlich ihres bekommen aber sie fürchtete sich und schob mich stattdessen vor." Verarscht!


    Laut Tea waren die Tattoos während der türkischen Besetzung von Bosnien-Herzegowina notwendig, damit die Kinder bei Entführungen geschützt waren. Viele von ihnen hatten ihre Namen oder Initialen in die Haut gestochen, um sich ihre Identität zu bewahren.

    Tea selbst ist noch nicht tätowiert. "Ich hätte eines Tages wahnsinnig gerne eins", sagte sie mir. "Aber wenn überhaupt, dann nur eins der Tattoos meines Volkes, weil sie ein Teil meiner Identität sind und eine Bedeutung tragen, die kein anderes Tattoo für mich haben könnte". Wenn ich eines Tages Kinder habe, sollen sie diese Tattoos beschützen, damit sie wissen wer sie sind. Ich würde sie auch gern mit Muttermilch tätowieren, wie es seit jeher gemacht wurde. Das einzige Problem ist, dass wir etwas Hilfe von einem professionellen Tatookünstler bräuchten, weil die Leute, die wissen wie es auf die traditionelle Art gemacht wird, heute nicht mehr am Leben sind."
    .

    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .

    .
    ..

    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    Taetowieren der katholiken in bosnien und herzegowina

    Erzaehlt
    dr. ciro truhelka
    archaeologe, kunstgeschichtler,
    kustos im landesmuseum sarajevo

    In einem artikel, veroefentlicht im „stimme des landesmuseums“, zum ersten mal hat dr. glueck, noch heute gebreuchliches taetowieren in bosnien und herzegowina erweaehnt. Dieser artikel hat mich bewegt, so habe ich mich waehrend meiner reise fuer dieses thema interessiert, und eine sammlung der ornamentalischen motiven katholisch-bosnischen taetowierens zusammengetragen. Was ich bei der gelegenheit merkte, erzaehle ich hier, mich anschliessend an den artikel von dr. glueck.
    Wie der dr. glueck schon bemerkte, konnte auch ich konstatieren, das ausser seltenen ausnahmen, das taetowieren einzig und verbreitet im katholischem teil des volkes in bosnien und herzegowina, im gebrauch ist. Das taetowieren bei angehoerigen anderen glauben, auf die man dort und hier antrifft, geht nie auf die rechnung welchen etnischen moments, sondern man soll es auf die eusseren einflusse zusamenfuehren. Besonders die jungen maenner, die in der armee gedient haben, diese haben die kameraden manchmal zum taetowieren verleitet, obwohl das in der heimat kein brauch ist. So kommt es, so vereinzelt, aber sehr selten, dass du bei moslems oder ortodoxen an das taetowieren antriffst. In vergangenen zeiten war unter gewissen umstaenden auch in der tuerkischen armee der brauch, die soldaten mit taetowierungen zu kennzeichen. Besonders zur zeiten der schlachten mit monte- negro, war es gebreuchlich, die soldaten, die man verdaechtigte, sie wollten fluechten, mit taetowierungen kennzeichen. So erzaehlte mir irgendein bauer in -vitez-, der bei dem letzten angriff auf monte-negro teilnahm, man befahl dem militaerarzt, nach dem aus seiner einheit fluechteten alle bis auf vierzehn mann, die uebrigen zu taetowieren. Sie zeichneten sie mit dem schwert (motiv) ueber dem rechten ellebogen, wie mir das der erzaehler auch zeigte.
    Ich bin hier zu lande nur selten auf solche ausnahmen angetroffen, im gegenteil konnte ich konstatieren, das die mitglieder der anderen glauben, das taetowieren als schande ansehen. So war es dem moslem oder ortodox immer verhasst, wenn ich einen fragte, ob er taetowiert sei.
    Heute dagegen, die katholiken verstehen das taetowieren so, das taetowieren sei der zeichen, nach dem einzig die katholiken so zu erkennen sind. Die sagen das, derbrauch hatte frueher den sinn, das abfallen von dem glauben zu vorbeugen. Aber trotzdem kam es vor, das es mit dem taetowieren den anliegen nicht erzielte. Weil, auch heute leben manche taetowierte frauen, die vor zwanzig oder mehr jahren zum islamischen glauben uebergetreten sind, um den heiraten zu koennen, der ihrem herz lieb war. Das volk denkt, - ob mit recht oder unrecht, das werden wir nicht pruefen-, das sich die taetowierunen nicht entfernen lassen koennen. Die wurden sich auch dann, nach dem man die betroffene stelle zusammen mit dem fleisch ausgeschnitten hat, wieder zeigen. So wird ein katholik auch als abtrueniger immer den stempel seines frueheren glaubens tragen. Eben in dem ist gut die ursache zu suchen, warum sind die katholiken sehr selten zum anderen glauben uebergetreten. In dem sinne also hat das taetowieren eigenen praktischen zweck auf jeden fall befriedigt. Ich werde hier nur ein beispiel von solchen uebertraetens zum anderen glauben erwaehnen. In -Prozor- lernte ich einen katholik kennen, der einmal ein moslem war, sich dann bekreuzigte. Kaum war er bekreuzigt, verlangt er das man ihn taetowiert. Dieser junge, dem auserdem seine geistige lage nicht in bester ordnung ist, fang an das mehrere jahre zu bedauern, und wollte wieder ein moslem sein. Seit dem ist es ihm die grosste sorge, wie die spuren des taetowierens ganz zu beseitigen.
    Wenn man sich zu diesem, schon gesagten, noch zur kenntniss nimmt das die taetowierungen fuer gewoehnlich aus der mehrzahl von kleinen kreuzen bestehen, dann kommt von dem dr. glueck schon festgestellte tatsache, nach heutigem volksverstehen betrachtet man das taetowieren als unausloeschliches symbol des katholizismus in bosnien und herzegowina. Ich unterstreiche absichtlich „heutiges volksverstehen, weil ich der meinung bin, dass das taetowieren, obwohl man es mit karakteristischen namen „kreuz/kreuze“ bezeichnet, hat so viel mit dem christentum zu tun, wie der -donnermann ilija-, den angehoerige allen glauben in bosnien besonders feiern. Seinen feiern ist und die ursache in dem andenken an alt-slawenischen -perun- zu suchen. Sein andenken lebt auch bei moslems unter namen -alidzuna-, so festen sie ihn am tag der heiligen -ilija- feierlich. Bekannt ist in bosnien und herzegowina das sprichwort: „vormittags ilija, nachmittags alija, das sich an das anlehnt.
    Solche remineszenzen auf altslawenische mythologie sind keineswegs selten. So ist das ueberspringen der flammen am -ivantag- alter paganischer brauch, den man faengt an nur einem tag im christlichen kalender. Wie auch das anzuenden der feuerstellen am ersten tag des freuhlings, fuer die versoehnung der schlangen, ist offensichtlich nichts anderes als opfer, die alten slawenen der erdgoettin -vesna- mitbrachten.
    Auf die meinung, das taetowieren ist im entstehen nicht mit katholizismus verbundet, drengt uns schon das, das heimische kler interessiert sich ueberhaupt nicht fuer den brauch, und die katholischen misionaren in solchen gebieten, wo sie auf den brauch antraffen, gegen ihn agiierten.
    Kler hat das taetowieren nur geduldet, der tief verankerten tradition in der seele des volkes, nur die konzession getan.
    Aber auch in der slawenischen welt suchen wir erfolglos die spuren des entstehens des taetowierens: auch nicht bei suedlichen, nicht bei nordlichen slawenen finden wir sie auserhalb bosniens und manchen benachbarten gebieten. So muessen wir uns deren entstehung in der aelteren zeit suchen.
    Das gebiet, in dem ich bis jetzt die gelegenheit hatte, das taetowieren grundlich zu studieren, umfaengt die katholischen gebiete zentral-bosniens, besonders kantonen: sarajevo,visoko, travnik, fojnica, prozor, bugojno, donji vrbas, kotor varos, banjaluka (staedte). Dabei habe ich gemerkt, das der brauch in der suedlichen und oestlichen peripherie der erwaehnten gebieten deutlich nachlaesst. So taetowiert sich das volk in gegenden von ; olovo, vares, vijake und im tiefland-neretva nur noch der befriedigung der form wegen. Hier ist man meistens mit einfachen kreuzchen am oberarm zufrieden. In nordoestlichen gebieten ist dieser brauch immer noch im vollen laut. So laesst sich sehen, wie sich dort schmuecken, so wie mit ausgiebigkeit, so auch mit schoenheit der taetowierungen.
    Schoenste formen des taetowierens habe ich im taal -lasva- besonders in orten um -gucja gora-, und mehr oder wenig reichliche auch im benachbarten -kotari- im norden bis -banjaluka-, und im sueden bis -rama- und -kupres- gesehen. In diesen orten ist der kern der katholischen bevoelkerung, so ist dem nach auf dem gebiet das taetowieren am meisten verbreitet, parallel dem staerksten gebiet des katholizismus in bosnien.

    Das taetowieren umfaengt fuer gewoehnlich die arme und die brust, manchmal tut man sich einfaches motiv auf die stirn. Bei frauen ist es meistens reichliches als bei maennern. Die maenner taetowieren sich fuer gewoehnlich mit einem ornament die aussenseite des rechten oberarms und kleines kreuz am zeigefinger. Bei frauen sind fuer gewohnlich ober seite der hand, gelenk, unterarm, oft auch ueber dem ellebogen verziehrt. Die taetowierungen sind oft auch auf die untere seite der hand verlaengert. So ist es manchmal so dicht, das sich die echte farbe der haut kaum erkaennen laesst. Fuer gewoehnlich werden beide arme vergleichbar gleichmaessig taetowiert. Aber ich fand den linken in der raegel staerker taetowiert. Und das schliesse ich von daher, der rechte arm taetowiert endere person, aber den linken die frau selbst, weil es ihr lieb ist die prozedur mehrfach zu wiederhollen. Brust wird mitten auf die brustknochen taetowiert.

    Beim taetowieren verfaehrt man so:
    Morgens, am -ivan-tag-, blumenwoche, oder an einem tag in der grossen woche, versammeln sich die kinder einer familie und das taetowieren faengt an. Wenn es einer person nicht lieber ist, das selbst auszufuehren, dann uebernimmt diese arbeit eine aeltere frau, die in dem eine beachtliche faehigkeit erreicht hat, oder gegenseitig freunde und Freundinnen. Mit grosser freude unterlegen sie sich der schmerzlichen operation, die sich so lange verlaengert, bis der arm mit dem blut uebersaeht ist, und der schmerz sich nicht laenger ertragen laesst.
    Das ornament wird zuerst auf die haut, mit dem stumpfen ende der nadel gezeichnet, getraenkt in das schwarze, extra fuer das vorbereitet. Dann wird mit der scharfen spitze der nqdel so lange in die zeichnung gestochen, bis das ornament fertig ist. Damit das schwarze nicht vertrocknet, mehrmal waehrend der prozedur wird mit die zeichnung mit schwarz befeuchtet.
    Nach dem wird die wunde mit seidenem papier (fuer zigaretten) oder wachspapier (verpackung von irgendwelchen tabaksorten) umwickelt und verbunden.
    Gleich am zweiten tag darf man die wunde mit kaltem wasser abwaschen. Angewendetes schwarz ist die tinte, aufbereitet aus russ. Russ vom holz faengt man mit einem draufgelegten teller oder pfanne, und wird mit jungen hoenig und wasser aufgeleost. An der stelle von russ wird oft schwarzpulver benutzt. Nicht selten wird russ mit der spucke vermischt. Die spucke die sich frueh morgens im mund gesammelte. Und damit die mischung an der luft nicht vertrocknet, wird sie gut in ein gefaess eingeschlossen und fuer den gebrauch aufbewahrt.

    Dies letzteres verdient vom sanitaerischen standpunkt die aufmerksamkeit, und man soll es im auge behalten.
    Ich konnte naehmlich bemerken, dass die syphilitische krankheit am meisten regiert in eben den gebieten wo das schwarz fuer das taetowieren mit der spucke bereitet wird.
    Dr.gluck, dem ich als dem fachmann diese frage stellte, sagte, das sich die seuchenmaterie auf diese weise ganz sicher uebertraegt, wenn sie nach dem taetowieren die narben hinterlaesst. Seit dem hatte ich die gelegenheit die sache zu erforschen. So fand ich, durch das taetowieren verursachte wunde verheilt nicht jedes mal schon nach wenigen tagen, wie das normaleweise der fall ist, sondern es zeigen sich die folgen. Die wunde faengt an zu eitern, will lange nicht verheilen und hinterlaesst sichtbare narben, so das die taetowierung an der stelle verschwindet. Ich sah solche narben in der grosse von drei zentimetter im durchmesser.
    So erklaerte sich mir ein anderes erreigniss, die verbreitung der syphilischen unter katholiken ist in gleichem ausmass wie das taetowieren. Und diese krankheit gibt es am meisten eben dort, wo das ornamentieren durch das taetowieren aqm ausgiebigsten und am schoensten ist,- in den taellern von -lasva- und -vrbas-.
    Das sich auf die weise ueber die spucke auch die anderen anstaeckenden krankheiten uebertragen, laesst sich leicht vorstellen.
    An der stelle vom beschriebenem schwarz, die sie sich selbst aufbereiten, manchmal kaufen sie die tinte, mit der die moslems schreiben.

    Waehrend meines forschens bemuehte ich mich, das lebensalter festzustellen, wann ist das taetowieren ueblich, so fand ich als normales alter die zeit dreizehnten bis sechszehnten lebensjahr (als anfang). Also in jahren des uebergangs in das jugendliches alter.
    Obwohl das dem volke heute nicht in der bewusstsein ist, mit dieser ganzen zeremonie, wie auch bei den meisten primitiven voelker, die sich taetowieren, wird eigentlich nur der uebergang zum jugendlichem alter gefeiert. So hatte diese zeremonie in der lang vergangenen zeiten warscheinlich eben diese bedeutung. Der gedanke, diese wichtige epoche des menschlichen lebens mit der erfahrung des physischen schmerzes zu feiern, ist so alt, so verbreitet, das wir den bei allen voelker finden, jetzt in dieser jetzt in anderen form.
    Noch etwas platziert das taetowieren in die vorgeschichtliche era.
    Waehrend meines forschens bemuehte ich mich zu erfahren in welchen jahreszeit wird das taetowieren ausgefuehrt. Auf meine anfragen antworteten sie mir, das wird gemacht „dann wenn die beume blueten“. Als ich dann den tag notierte, wann ist wer taetowiert, ueberzeugte ich mich, das es in allen faellen, die ich in erfahrung brachte, es war immer am tag des heiligen josephs.
    Heute ist dem volk nicht ein bishen in dem sinn, wofuer wird diese prozedur im fruehling ausgefuehrt und ausgerechnet am tag des heiligen josephs. So sagten sie mir auch nicht, die von mir erwartete meinung, weil im fruehling die wunde leichter verheilt.
    Und trotzdem, die mit der ueberlieferung bestimmte zeit des taetowierens hat tieferen gedanken, auf den man leicht kommt, obwohl es dem bewusstwein des volkes verloren ging. Weil, der tag des heiligen josephs faellt auf 19. maerz, also angesichts des freuhlings sonnenuebergangs. Das fuehrt uns dann zu den religioesen ansichten, die geflossen sind aus beobachtungen und feiern der namhaften elementen des weltlichen lebens. So gilt es auch das taetowieren zu dem tag anzuschliessen, den alle religionen feiern.

    Terminus technicus fuer die gesammtheit der ornamentalen komposition beim taetowieren ist „kreuz, „kreuze“, und wenn wir die ornamente detailiert anschauen, dann werden wir merken, die bestehen fuer gewoehnlich in der mehrheit aus kleinen kreuzen. Nach beiden konnte sich das taetowieren getrost auf die christlichen einflusse zusammenfuehren. Aber hier drengt sich doch die frage auf, ob es auch hier, so wie beim mehrfach erwaehnten donnermann perun, der alten idee ein neuer name gegeben worden ist, altem motiv neue form, oder um es zu praezisieren: ist das kreuz wohl als hauptmotiv des taetowierens, oder als nebensaechliche form zu betrachten.
    Ausser vielen proben, die ich nur angeschaut habe, hatte ich die gelegenheit gehabt, die taetowierungen etwas hundert menschen abzuzeichnen. So habe ich festgestellt, das sich die uebliche ornamentik aus einem gewissen anzahl von typisierten grundformen entwickelte, von denen im vergleich jede ihren eigenen platz und name hat.
    Das kreuz ausgenommen, zeigt nicht eine von denen die christlichen symbolen dar, und auch vom namen her erinnert keine von denen an die.
    Wie man aus angegebenen beispielen sieht, ornamentale motive sind meistens stillisiert. Sie sind ursprungliche motive, und erst ist der name wegen der ehnlichkeit genommen: vom sternenhimmel; als sonne, mond, sterne; von flora; als tanne und weizen; und zuletzt aus naechsten menschlichen umgebung, als rad, das vermutlich im uebertragenem sinn die familie darstellt, und der zaun, der umfasst haus und hof.
    Allen den motiven ist vielleicht im ursprung die symbolik, die wir nicht deuten koennen, ohne zu wegschweifen, aber so viel ueber sie duerfen wir sagen, sie ist in keinem zusammenhang mit dem christentum.
    Obwohl das kreuz als ornament beim taetowieren der wilden staemmen oft genommen wird, und wir es in bosnien kennen aus zeiten lange vor der verbreitung des christentums in deisen gebieten, in vielen gelegenheiten und verschiedenen formen, wir werden sich nicht mit der frage beschaeftigen, ob das kreuz in bosnischem taetowieren nur ur-ornamentalisches motiv, oder ist gleiches durch das christentum im taetowieren gebreuchlich geworden: aber wir koennen auf jeden fall annehmen, das kreuz war die ursache, warum sich der brauch des taetowierens bis heute erhalten hat.
    Das der brauch trotz des kreuzes und mehrzahl von winzigen kreuzchen, mit denen einige motive geschmuckt sind, nicht vom christentum herrueht, das folgt auch daher , es gibt keine anderen symbole. Das christentum hat schon sehr frueh mehrere symbole eingefuehrt, die auch die laien grafisch leicht ausfuehren koennen, symbole des glaubens und der liebe, die namen jesus und maria, und andere, die werden trotzdem in der volkspraxis bei dem taetowieren selten angewendet. Wo man sie doch sticht, dort stammen sie von eusseren einflussen ab, und sind nicht im bande mit dem taetowieren nach dem altertuemlichen brauch.
    Hier zu lande bin ich nur einmal an ein solches motiv angetroffen, jesus monogram IHS, aber auch der war ohne jedes verstaendniss ausgefuehrt. Es gab keinen zeichen I , zweischen H und manchmal spiegelverkaehrten S ist der kreis platziert, aus dem ornament rausgeht, kombiniert aus mehreren kreuzchen.



    In bildern zeige ich hier drei solche motive, die nur im ort -fojnica- gestochen, und wird nur von hiesigen einwohnern getragen. Wie ist es dort entstanden, dem laesst es sich leicht erdenken: offensichtlich hat den ersten entwurf dafuer welcher priester gegeben, und die welt hat ihn dann mit mehr oder weniger werstehen kopiert, bis sich aus dem entwickelten die oben mitgeteilten formen, wie ich erfahren habe, entstand erst in neueren zeit, und hat dem nach keine etnologische grundlage.
    In diese kathegorie gehoert auch, nach dem dr.glueck, fotografierte person, die auf der hand taetowierte symbole der drei christlichen faltigkeiten in einem kranz hat, und die sie fuer die bestaetigung dessen, das es solche motive in der volksprxis nicht gibt, ueber sie die stefanskrone platziert, und auf die brust den zweikoepfigen adler.
    Aber der kathegorie gehoeren auch die schwaerter und totschlaeger, die bei maennern mehrfach ueber dem ellebogen taetowiert sind, die ich mit einflussen der heldenhaften lieder erklaere, die namen und alter in zahlen, - einflusse der modernen schule, - wie auch der erfolglose versuch eines ackerbauers, den ich in -cepak- kenenengelernt hatte, und der sich auf dem linken arm ueber dem ellebogen eingespannte ochsen taetowieren wollte.
    Aus bisherigen ueberlegungen denke ich beschliessen zu koennen, das taetowieren ist in seinem entstehen in keine verbindung mit dem christentum und mit dem slawentum auch nicht, sondern uns ist es gut die quelle im noch etwas aelterem zeitalter zu suchen. Die roemer kannten zwar den brauch, brandmarken des arms, aber das machte man mit gluehendem eisen.
    Solche brandmarke, genannt stigma, stempelten sie oder der straffe wegen fuer die verbrechen, oder auf die sklaven, die im fluchtverdacht standen (brandmarkung in form des buchstabens F), oder aus vorsicht die erst eingezogenen soldaten, und denen die ad ludum (gladiatorenschule) und ad metalla (d.h. zwangsarbeit in erzminen) verurteilt gewesen sind.
    Letztere brandmarken haben sienach der anordnung des konstantins nicht mehr auf das gesicht geschlagen, sondern auf dem arm. Und falls sie diese stigmata manchmal auch taetowiert hatten, so damit verbundene umstaende schliessen aus die moeglichkeit des uebertragens diesen brauchs auf hiesigen gebieten durch die roemer.
    Im uebrigen duerfen wir nicht denken das die roemer oder die spaeteren eroberer, dem alteigesessenen ein solchen brauch aufdraengen konnten, (noch nicht fertig die uebersaetzung!)


    bilder der einigen zeichnungen aus dem jahr 1894,

  2. #2

    Registriert seit
    08.08.2011
    Beiträge
    1.027
    tja, vergewaltigungen an christinnen waren nun mal üblich im multikulturellen, friedfertigen und vor allem toleranten osmanischen reich....


    was die tattoos betrift, das sollte wohl potentionelle vergewaltiger abhalten bzw die mädchen / frauen schützen.

  3. #3
    Avatar von Parker

    Registriert seit
    28.09.2011
    Beiträge
    5.797

    Mit Tätowierungen übertritt zum Islam verhindern

    Zitat Zitat von Marijanna_HR Beitrag anzeigen
    tja, vergewaltigungen an christinnen waren nun mal üblich im multikulturellen, friedfertigen und vor allem toleranten osmanischen reich....


    was die tattoos betrift, das sollte wohl potentionelle vergewaltiger abhalten bzw die mädchen / frauen schützen.
    Besatzer jeglicher Religion haben vergewaltigt. Da waren Christen nicht besser.

  4. #4

    Registriert seit
    08.08.2011
    Beiträge
    1.027
    Zitat Zitat von Ken Parker Beitrag anzeigen
    Besatzer jeglicher Religion haben vergewaltigt. Da waren Christen nicht besser.
    ich wusste dass es eine relativierung von links kommt wie war das mit dem 5+3. der unterschied ist nur, dass christliche eroberungen und expasionsgelüste eher selten glorifiziert werden.

  5. #5
    Avatar von Rockabilly

    Registriert seit
    27.01.2011
    Beiträge
    15.854
    Ehre euch meine katholischen Schwestern

  6. #6
    Avatar von Parker

    Registriert seit
    28.09.2011
    Beiträge
    5.797

    Mit Tätowierungen übertritt zum Islam verhindern

    Zitat Zitat von Marijanna_HR Beitrag anzeigen
    ich wusste dass es eine relativierung von links kommt wie war das mit dem 5+3. der unterschied ist nur, dass christliche eroberungen und expasionsgelüste eher selten glorifiziert werden.
    Ich wüsste nicht, dass sich die christliche Welt z.B. von den Kreuzzügen oder der Eroberung Südamerikas distanziert. Aber darum ging es ja überhaupt nicht. Die Rede war von Vergewaltigungen.

  7. #7
    Avatar von Johnny Cash

    Registriert seit
    22.02.2010
    Beiträge
    10.663
    Michi wieso schreibst du nicht die Quelle von dem Beitrag hin

  8. #8

    Registriert seit
    30.08.2011
    Beiträge
    8.480
    Zitat Zitat von Ken Parker Beitrag anzeigen
    Ich wüsste nicht, dass sich die christliche Welt z.B. von den Kreuzzügen oder der Eroberung Südamerikas distanziert. Aber darum ging es ja überhaupt nicht. Die Rede war von Vergewaltigungen.
    ach nicht? Ich schon und man sollte halt mal auch erwähnen dass es vor den Kreuzzügen Eroberungen christlicher Gebiete durch muslimische Herrscher gab und das diese dann eine Reaktion davon waren und dazu dienen sollten diese Gebiete zurückzuerobern, was nicht heißen soll, dass es dabei nicht auch zu Massakern an Unschuldigen und Zivilisten gekommen ist nur das eigentliche Ziel der Kreuzzüge waren eben Rückoberungen bzw. Verteidigung bedrohter christlicher Gebiete.

  9. #9

    Registriert seit
    08.08.2011
    Beiträge
    1.027
    Zitat Zitat von Charlie Brown Beitrag anzeigen
    ach nicht? Ich schon und man sollte halt mal auch erwähnen dass es vor den Kreuzzügen Eroberungen christlicher Gebiete durch muslimische Herrscher gab und das diese dann eine Reaktion davon waren und dazu dienen sollten diese Gebiete zurückzuerobern, was nicht heißen soll, dass es dabei nicht auch zu Massakern an Unschuldigen und Zivilisten gekommen ist nur das eigentliche Ziel der Kreuzzüge waren eben Rückoberungen bzw. Verteidigung bedrohter christlicher Gebiete.
    ich glaub das kann man noch 100 mal schreiben, das kreuzzüge eine reaktion auf muslimische eroberungen/vertreibungen waren, wird trotzdem kein europäer peilen. davon abgesehen war der erste kreuzug nach der invasion der mauren auf spanien. also war das christentum eine alte religion wo man dominant auftrat, tja , die andere religion war fast schon jungfräulich jung.-

    geb den anderen nur 5 % von unserer selbstkritik und ich mache mir keine sorgen bezueglich kulturellen dialog und freundschaft.

  10. #10

    Registriert seit
    17.07.2008
    Beiträge
    3.114
    Zitat Zitat von Charlie Brown Beitrag anzeigen
    ach nicht? Ich schon und man sollte halt mal auch erwähnen dass es vor den Kreuzzügen Eroberungen christlicher Gebiete durch muslimische Herrscher gab und das diese dann eine Reaktion davon waren und dazu dienen sollten diese Gebiete zurückzuerobern, was nicht heißen soll, dass es dabei nicht auch zu Massakern an Unschuldigen und Zivilisten gekommen ist nur das eigentliche Ziel der Kreuzzüge waren eben Rückoberungen bzw. Verteidigung bedrohter christlicher Gebiete.


    Hast du das in Alice im Wunderland gelesen, oder ist dir das selber eingefallen?

Seite 1 von 11 12345 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Tätowierungen
    Von Grizzly im Forum Balkan und Gesundheit
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 12.12.2011, 23:29
  2. serben verhindern rückkehr der flüchtlinge...
    Von rockafellA im Forum Kosovo
    Antworten: 69
    Letzter Beitrag: 27.04.2009, 20:53
  3. Der Krieg, den man hätte verhindern können
    Von Mastakilla im Forum Politik
    Antworten: 217
    Letzter Beitrag: 17.03.2009, 22:40
  4. Unabhängigkeit verhindern
    Von GjergjKastrioti im Forum Rakija
    Antworten: 96
    Letzter Beitrag: 08.11.2008, 00:47
  5. Unabhängigkeit verhindern
    Von GjergjKastrioti im Forum Kosovo
    Antworten: 35
    Letzter Beitrag: 03.11.2008, 21:45