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Tag gegen die Todesstrafe 2011

Erstellt von GregorSamsa, 05.10.2011, 19:58 Uhr · 96 Antworten · 4.769 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von VardarSkopje

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    Zitat Zitat von Albo-One Beitrag anzeigen
    Die Todesstrafe ist nicht gerade die humanitärste Lösung, vorallem nicht, wenn man bedenkt, wieviele Unschuldige es getroffen hat.
    Man kann Verurteilte außerdem besser bestrafen als das man sie gleich tötet, mit Folter zum Beispiel.
    Zum Foltern bräuchte man neues Personal... oder paar Hobby Sado-Master, was wieder auf uns zurück kommen würde

  2. #22
    Avatar von Ilan

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    Zitat Zitat von VardarSkopje Beitrag anzeigen
    Also ich bin FÜR die Todesstrafe.

    Wieso Steuern zahlen um Mörder zu versorgen wenn man das ganze mit einer einzigen Kugel lösen könnte, auserdem schreckt sowas ab.

    Und ehrlich^^ ich krieg lieber nen Headshot verpasst als in so nem Loch zu verrecken.
    Nö, ganz und gar nicht. Sieh dir mal die US-Statistiken an, also von den Staaten, bei denen Todesstrafe noch üblich ist. Du wirst staunen..

  3. #23
    Avatar von VardarSkopje

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    Viel zu lasche Gesetzte, und sich noch für Schwerverbrecher einsetzen?

  4. #24
    Bendzavid
    Doch Kinderschänder, Vergewaltiger und solche Pisser sollte man töten. Scheißegal ob das zurückschreckt oder nicht, wer das Leben eines heranwachsenden Kindes zerstört der hat kein Recht mehr auf sein Leben. Das Gesetz ist viel zu lasch, solche Vollidioten schickt man in nichtsbringende Therapien oder die kommen nach paar Jahren Knast wieder raus und ficken noch mehr Kinder, gehen wieder rein kommen wieder raus. Einfach aufhängen und das am besten in der Öffentlichkeit, so kann jeder sehen das dieser Hurensohn Kinder gefickt hat und deshalb nichtmal einen Ehrenvollen Tod verdient hat.

  5. #25
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von El Patrón Beitrag anzeigen
    Nö, ganz und gar nicht. Sieh dir mal die US-Statistiken an, also von den Staaten, bei denen Todesstrafe noch üblich ist. Du wirst staunen..
    Genau. Weil durch die Todesstrafe das Risiko steigt, das auf einen verurteilten Straftäter zukommt, sinkt gleichzeitig die Hemmschwelle, potentielle Zeugen zum Schweigen zu bringen. Und ich rede hier nicht von irgendwelchen Mafiaprozessen, sondern von Vergewaltigungen und ähnlichem Scheiß, wo sich für den Täter die Frage stellt, ob er sein Opfer nach der "eigentlichen Tat" laufen lässt oder vielleicht doch anschließend tötet... Ist aber nur ein mögliches Beispiel.

  6. #26
    Avatar von VardarSkopje

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    Zitat Zitat von benni1 Beitrag anzeigen
    Doch Kinderschänder, Vergewaltiger und solche Pisser sollte man töten. Scheißegal ob das zurückschreckt oder nicht, wer das Leben eines heranwachsenden Kindes zerstört der hat kein Recht mehr auf sein Leben. Das Gesetz ist viel zu lasch, solche Vollidioten schickt man in nichtsbringende Therapien oder die kommen nach paar Jahren Knast wieder raus und ficken noch mehr Kinder, gehen wieder rein kommen wieder raus. Einfach aufhängen und das am besten in der Öffentlichkeit, so kann jeder sehen das dieser Hurensohn Kinder gefickt hat und deshalb nichtmal einen Ehrenvollen Tod verdient hat.
    Ich hätte nie gedacht das wir jemals einer Meinung sein werden

  7. #27
    Avatar von IbishKajtazi

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    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Fuck off mit deinen Nazisprüchen
    Was für Nazisprüche? Das ist meine ureigenste Empfindung; Kinderschänder gehören meiner Meinung nach erschossen.

  8. #28
    Bendzavid
    Zitat Zitat von IbishKajtazi2.0 Beitrag anzeigen
    Was für Nazisprüche? Das ist meine ureigenste Empfindung; Kinderschänder gehören meiner Meinung nach erschossen.
    Erschießen ist noch kurz und schmerzhaft, man muss diese Hurensöhne erstmal ordentlich foltern und dann langsam verrecken lassen.

  9. #29
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von IbishKajtazi2.0 Beitrag anzeigen
    Was für Nazisprüche? Das ist meine ureigenste Empfindung; Kinderschänder gehören meiner Meinung nach erschossen.
    Das ist einer der beliebtesten Slogans der Neonaziszene. Ich sehe hier ständig irgendwelche Scheißkarren mit diesen Heckscheibenaufklebern: "Todesstrafe für Kinderschänder" in altdeutscher Schrift.
    Ist auch klar, warum. Wenn sie ihre Meinung zu Ausländern, Juden oder Schwarzen derart unverblümt zur Schau stellen würden, würden sie auf Ablehnung stoßen. Für das Statement "Todesstrafe für Kinderschänder" können sie aber auf Beifall seitens der dumpfen Masse der Bevölkerung zählen, die sich keine Gedanken dazu macht, was seitens der Nazis hinter solchen Aussagen steckt. Sie können damit prima bei der Mehrheit andocken, obwohl wohlbekannt ist, dass pädophile Sexualstraftäter selbst eher zu rechten, autoritären Weltbildern neigen.

    Zitat Zitat von Netz gegen Nazis
    Warum engagieren sich Neonazis gegen "Kinderschänder"?


    Rechtsextreme Demonstration in Berlin-Hellersdorf, Feburar 2009 Foto: © ok


    Gegen kaum etwas engagieren sich Rechtsextreme öffentlich so gern wie gegen Sexualstraftäter, die sich an Kindern vergehen. Nicht nur bei Aufmärschen fordern die Rechtsextremen "Todesstrafe für Kinderschänder". Zahlreiche Neonazi-Bands haben Songs über "Kinderschänder" im Repertoire, Internetshops verkaufen T-Shirts mit dem Slogan und Youtube ist voll mit pathosgeladenen Videos. So viel Engagement kommt nicht von ungefähr. Mit Kinderschutz hat es wenig zu tun.

    Von Simone Rafael


    Wo immer ein Kind Opfer einer Sexualstraftat wird, stehen die Rechtsextremen als Erste auf der Straße und fordern "Todesstrafe für Kinderschänder". Das Thema ist unter Neonazis sogar derart beliebt, dass auch kaum eine rechtsextreme Band, die ohne einen "Kinderschänder"-Song auskommt. In einschlägigen Internetshops, aber auch bei Ebay können Waren mit dem Slogan "Todesstrafe für Kinderschänder" bestellt werden, vom T-Shirt bis zum Auto-Rückscheibenaufkleber. Auch unzählige Videos rechtsextremer Herkunft bei Youtube zum Thema illustrieren die Beliebtheit. So viel Engagement kommt nicht von ungefähr. Mit Kinderschutz hat es wenig zu tun.

    Kindesmissbrauch kann keiner gut finden
    Rund 13.000 aller erfassten 6 Millionen Straftaten in der "Polizeilichen Kriminalstatistik 2007" fallen in die Rubrik "Kindesmissbrauch". Aber diese 0,2 Prozent der Straftaten erfahren eine öffentliche Anteilnahme wie wenige andere Straftaten. Wenn Kinder Opfer von sexueller Gewalt werden, übertragen sich Trauer und Schmerz der Angehörigen und Opfer auf die ganze Gesellschaft einer Stadt oder eines Landes. Die Empörung ist groß, ebenso die Ängste vor möglichen Wiederholungstaten. Die moralische Verurteilung ist absolut eindeutig.
    Deshalb lieben die Rechtsextremen das Thema Kindesmissbrauch: Wenn sie den ablehnen, ist ihnen die Zustimmung der Bevölkerung sicher. Oft sind die Rechtsextremen der NPD oder der lokalen Kameradschaft die ersten, die mit Transparenten auf dem Marktplatz stehen, wenn etwas passiert. Damit gelingt es ihnen immer wieder, den Volkszorn aufzunehmen und zu kanalisieren. Sie füllen ein Vakuum, das nach entsetzlichen Taten herrscht, und instrumentalisieren sie mit ihren Parolen. Taktisch gehört das zur "Normalisierungsstrategie" der Rechtsextremen: Sie greifen populäre Themen auf, um sich selbst als sympathische politische Alternative zu präsentieren.

    Aktuell: Die Hetze von Heinsberg-Randerath
    Im Februar 2009 war dies Zusammenspiel eindrucksvoll im nordrhein-westfälischen Heinsberg-Randerath zu beobachten. In diesem 1.400-Menschen-Ort wohnte der Bruder eines Sexualstraftäters. Der hatte wegen der Vergewaltigung dreier Mädchen 20 Jahre im Gefängnis gesessen und wurde jetzt entlassen, obwohl die Staatsanwaltschaft wegen Rückfallgefährdung nachträgliche Sicherheitsverwahrung beantragt hatte. Der CDU-Landrat Stephan Pusch, zugleich Polizeichef der Region, sprach daraufhin eine öffentliche Warnung vor dem 57-Jährigen aus.
    Das Ergebnis war eine Hetzjagd: Jeden Tag demonstrierten aufgebrachte Menschen vor dem Wohnhaus der Familie. Die Rechtsextremen waren von Anfang an mit dabei. Als sie am Wochenende auf dem Marktplatz demonstrierten, fanden sie schnell mehr Sympathisanten, als sie selbst Teilnehmer zählten. Andere Heinsberger distanzierten sich zwar von den Neonazis, brüllten aber selbst "Wir wollen keine Kinderschänder-Schweine" oder zeigten Plakate wie "Raus Du Sau" und hatten damit kaum ein demokratischeres Niveau. Bisher ist eine Lösung des Konfliktes offen, der Täter will nicht freiwillig zur Therapie in eine geschlossene Einrichtung gehen.

    Die wahren Hintergründe: Rassismus und völkisches Denken
    Aber was meinen die Rechtsextremen, wenn sie die "Todesstrafe für Kinderschänder" fordern? Die NPD macht sich stark für den Schutz deutscher Kinder. Aber nur aus einem Grund: Kinder sind ein Mittel zum vermeintlichen "Rassenerhalt". Für nicht-deutsche Kinder oder deutsche Kinder mit Migrationshintergrund gelten alle NPD-Forderungen nämlich explizit nicht.

    Stimmungsmache gegen das "System"
    Dann ist das Thema für die Rechtsextremen Aufhänger, um sich über die Polizei und das Rechtssystem auszulassen. "Die da oben" sind in der NPD-Logik Schuld daran, dass Täter zu wenig bestraft würden. Logische Folge für Rechtsextreme: Das "System" muss gestürzt werden. Praktischer Nebeneffekt der Argumentation: Die Neonazis können immer wieder darauf hinweisen, dass sie selbst etwa für Propagandadelikte im Vergleich zu Sexualstraftätern unangemessen hart bestraft würden. Das stimmt ebenso wenig wie die Behauptung der Rechtsextremen, Kindesmissbrauchsfälle würden ständig zunehmen. Das schürt aber Ängste und trifft Stimmungen in der Bevölkerung, die Ähnliches glauben.

    Hetze gegen die moderne Gesellschaft
    Schuld ist dazu - auch dies Lieblingsthemen der Rechtsextremen - die Individualisierung und der Kapitalismus der modernen Gesellschaft ("Es zählt heute nur mehr das Geld und der niedere Trieb." heißt es auf einem Flugblatt zum Thema) , und natürlich Toleranz an sich ("Systematisch wird 'Toleranz' für alles und jeden, ja für alle Abartigkeiten propagiert", ebenda).

    Law-and-Order-Logik
    Die Forderung nach der Todesstrafe gehört zur rigiden Law-and-Order-Logik der Rechtsextremen, denen Menschenleben eh wenig wert sind, und bietet zugleich eine scheinbar einfache Lösung. Sie zeigt auch deutlich die Fixierung der Rechtsextremen: Es geht ihnen nämlich nicht darum, wie den Kindern, den Opfern, geholfen werden kann. Sie nutzen nur Gewaltforderungen gegen den Täter nur, um ihr krudes Weltbild zu propagieren. Oft gibt es noch die populistische Seitenargumentation, die Täter lägen im Gefängnis ja nur dem Steuerzahler auf der Tasche.

    Freude an Pathos und Gewaltverherrlichung
    Wenn rechtsextreme Bands oder Youtube-Filme sich mit dem Thema beschäftigen, kommen noch andere Komponenten dazu: Die Freude am Pathos und an der Schilderung der Gewalttaten, sowohl an den Kindern, als auch beim Ausmalen, was die Neonazis dann mit den Tätern tun wollten. "Freibeuter" rufen zum Lynchmord auf "Die Kinderschänder - mach sie kalt!" ("Kinderschänder"). Auch die rechtsextreme Liedermacherin Anett schwadroniert pathetisch herum, bis sie zur Sache kommt und sich "Gift im Leib" der Täter wünscht ("Wir hassen Kinderschänder"). "Der schwarze Orden meint: "Die Seele des Mädchens ist gebrochen / es wird von Psychologen gesprochen /doch Psychologen brauchen wir nicht / denn bald halten wir, wir Gericht" ("Todesstrafe"). Dank Todesstrafe brauchen die Opfer also keine Betreuung mehr? Jedes Beispiel macht deutlich: Um das Wohl der Kinder geht es den Rechtsextremen wirklich am allerwenigsten, wenn sie wieder einmal die "Todesstrafe für Kinderschänder" fordern.


    Warum engagieren sich Neonazis gegen "Kinderschänder"? | Netz gegen Nazis


    Zitat Zitat von Der Freitag
    07.04.2009 | 23:21

    Todesstrafe für Kinderschänder?

    Würden Sie jemandem Ihr Kind anvertrauen, dessen Fahrzeug die Aufschrift „Todesstrafe für Kinderschänder“ trägt?

    In meiner Wohngegend kann man immer häufiger Aufkleber an ordnungsgemäß abgestellten Autos mit der oben genannten Forderung finden. Das Viertel in dem ich lebe, ist ein nicht allzu gut beleumundeter Ortsteil im Westen der Stadt, ohne jedoch ein inzwischen noch viel schlechter beleumundetes Plattenbaugebiet am Hang zu sein. Man kann sagen, ein Gründerzeitgebiet, mit einer in den letzten Jahren rasant gestiegenen Kampfhundpopulation. Übergewichtige, Kinderwagen schiebende und dabei entweder rauchende oder mobil telefonierende Mütter, mit pink, rosa oder roten Strähnchen in den schlecht blondierten Haaren, bereichern die Szenerie des Weiteren. Womit die wichtigsten Klischees beisammen wären.


    Was für Menschen stecken hinter einer solchen, mittels Aufkleber öffentlich gemachten, persönlichen Einstellung? Es gelang mir bisher nicht, einen dieser Fahrzeughalter in Benutzung desselben zu erspähen. Während mir bei einem anderen Fahrzeug, einem richtigen Familienvan, ein groß in Fraktur über die Heckscheibe geschriebenes „Odin statt Jesus“, sofort klar werden lässt, dass hier bekennende Nazis am Werk sind - die, nebenbei bemerkt, nicht zu wissen scheinen, dass die Original-Nazis die Frakturschrift 1941 offiziell als unerwünscht erklärt hatten und NSDAP-treue Zeitungen und Verlage seit dem zum Gebrauch der lateinischen Schrift übergegangen waren - bin ich mir bei den öffentlich Todesstrafe Fordernden nicht so sicher, wessen Geistes Kind sie sind.


    Andererseits, wie man einem der letzten NPD-Periodika, welche mir regelmäßig und ungefragt in den Briefkasten geworfen werden, entnehmen kann, sind die Nationalsozialisten durchaus aktive Propagandisten in dieser Sache. So ist allgemein bekannt, dass, sobald ein Missbrauchsfall am Kinde die Öffentlichkeit erreicht, der nationale Mob diesem Thema beispringt und den leider nicht nur durch Boulevardmedien induzierten Volkszorn ausnutzt. Die Nazis machen dass, was erwartbar ist. Menschen dort mitnehmen, wo Emotion gegen Kopf siegt. Wo Fakten hinter „gesundem Volksempfinden“ und Rachephantasien verschwimmen.


    Nach stundenlangen Recherchen auf einschlägigen Webseiten bzw. in Netzforen denke ich, dass ein rechtsextremer Hintergrund nicht die einzige Erklärung für solcherlei Einstellungen sein kann. Freilich erreichte die hitleristische NPD bei der Landtagswahl 2004 hier im Wahlkreis Dresden 4 mit 8,5 % der Stimmen den traurigen städtischen Spitzenwert, während beispielsweise die Sozialdemokraten lediglich 7,8 % erreichten. Ich denke, an diesen Zahlen wird sich auch nichts Wesentliches geändert haben. Vermutlich werden die Rechtsextremen dieses Jahr eher noch ein paar Prozente zulegen. Jedenfalls hier im Viertel.


    Mir ist keine aktuelle Umfrage zum Thema Todesstrafe in Deutschland bekannt, denke aber, dass knapp die Hälfte sie grundsätzlich befürwortet – im Zusammenhang mit der sog. Kinderschändung sicher mehr. Wahrscheinlich reichen solche Einstellungen tief in die Mitte der Gesellschaft. Wer erinnert sich nicht noch an Gerhard Schröders populistische Forderung in der BILD-Zeitung, die Täter für immer wegzuschließen, weil sie nicht therapierbar wären. Das war zwar keineswegs eine Forderung nach Todesstrafe. Dennoch trug solch undifferenziertes Stammtischeln eines damals immerhin amtierenden Bundeskanzlers, sicher nicht gerade zur Versachlichung bei.


    Aber was ist eigentlich die Todesstrafe rechtfertigende Kinderschändung? Reicht exhibitionistisch motiviertes Entblößen am Spielplatz oder im Park schon aus? Ist ein einschlägig vorbestrafter Thüringer Rechtsradikaler, der Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen hatte, auch ein zum Tode zu verurteilender Kinderschänder? Ist nicht der in der Türkei wegen angeblichem oder tatsächlichem Sex mit einer Minderjährigen inhaftiert gewesene Marco, nicht streng genommen auch ein Kinderschänder?
    Man stelle sich nur vor, wie innerhalb deutscher Familien – wo immerhin und freilich meist öffentlich unbemerkt die große Mehrzahl der Missbrauchsfälle (95 %) stattfinden - die Rachegelüste des Volkes um sich griffen und Väter, Großväter, Onkels etc. quer durch die Mitte unserer Gesellschaft, massakriert würden. Dies gäbe ein veritables Gemetzel in der „Keimzelle der Gesellschaft“.


    Aber diese Tätergruppe hat die Zahn-um-Zahn-Öffentlichkeit wohl eher weniger im Auge. Wahrscheinlich weil das ganz banale und alltägliche Grauen in durchschnittlichen deutschen Haushalten einfach zu nahe liegt. Die Empörungs- und Betroffenheitsmaschinerie kommt erst dann richtig in Gang, wenn die „Sex-Monster“, „Sex-Bestien“ eben die Mederakes dieser Welt in Erscheinung treten. Was zwar sehr selten vorkommt, aber umso mehr Aufmerksamkeit erregt. Somit verfestigt sich das Gefühl, wonach solche Taten sich häufen. Was gleichwohl falsch ist. Es gibt sogar, laut dem ARD-Politmagazin Report Mainz Menschen, die aus dem „Geschäft mit der Angst“ Profit schlagen.


    In Deutschland passieren ca. 20 Sexualmorde im Jahr. Insgesamt und über alle Altersgruppen verteilt; also nicht nur im Zusammenhang mit Kindern. Deutschland ist sogar ein Land, wo vergleichsweise wenige Sexualmorde begangen werden. Dahingegen gab es z.B. im Jahre 2007 111 Kinder unter 15 Jahren, die im Straßenverkehr getötet wurden. Kein Aufschrei nirgends. Im Gegenteil. Es erntet eher derjenige Empörung und Gegenwehr, welcher in diesem Zusammenhang beispielsweise mehr Tempo-30-Zonen fordert oder dieses Geschwindigkeitsniveau generell in Wohngebieten bzw. im städtischen Straßennebennetz haben möchte.


    Ist also ein durch rücksichtsloses Autofahren getötetes Kind weniger wert? Sind die Angehörigen, die Eltern solcher Opfer weniger betroffen von dem Verlust ihres Kindes, weniger am Boden zerstört, nur weil deren Tod alltäglicher daherkommt? Vielleicht ist es am Ende nur leichter, sich in die Rolle solcher Täter einzufühlen. Schon deshalb, weil zu schnelles und potenziell gemeingefährliches Benutzen des Automobiles, wenn überhaupt, als Kavaliersdelikt gilt. Viele könnten so theoretisch selbst schnell zu Schuldigen werden, auch und insbesondere gegenüber Kindern, den schwächsten Akteuren im Straßenverkehr. Die Identifikation fällt leichter und die moralische Kategorie ist eine Andere. Aber an der schrecklichen Tatsache, dass ein Kind getötet oder schwer verletzt wurde, ändert sich dadurch nichts.


    Das fahrlässige Töten von Kindern im Straßenverkehr hat kein vergleichbares Empörungspotenzial. So dürfen solche Täter selbstverständlich nach einiger Zeit wieder als Motorisierte am Straßenverkehr teilnehmen. In Dresden überfuhr ein junger Mann vor Jahren in einer Tempo-30-Zone ein 7 jähriges Mädchen, welches er schwer verletzte. Den Führerschein durfte er behalten. Nur kurze Zeit später starb eine Radfahrerin und Mutter durch denselben jungen Mann, der sich ein Ampelrennen lieferte. Ein Rückfalltäter. Nicht therapierbar. Den Schein zum Führen eines Fahrzeuges bekam er nach einem Jahr dennoch wieder und erhielt eine 15-monatige Bewährungsstrafe und 1000 € Geldbuße (UBA-Bericht, S. 68). Vermutlich fährt er inzwischen wieder. Eine potenzielle Gefahr. Keiner kann wissen, ob er es wieder tut oder geheilt ist. Wie wäre es also in diesem Kontext mit der Forderung nach einer „Todesstrafe für Kinderüberfahrer“ oder wenigstens nach einem lebenslangen Wegsperren, einem immer währenden Fahrverbot für solche Täter?


    Aber im Ernst. Der vorangegangene Vergleich ist natürlich ein wenig gewagt, dadurch aber bewusst provokant. Tatsächlich drängt er sich mir hin und wieder auf, angesichts solcher Forderungen nach Todesstrafe für eine bestimmte Tätergruppe. Für mich persönlich ist die Todesstrafe grundsätzlich und erst recht im Zusammenhang mit einer speziellen Verbrechensart absolut undiskutabel. Trotzdem gibt es Mitbürgerinnen und Mitbürger, sicher nicht nur in meiner Nachtbarschaft, die Strafe sagen, aber Rache meinen und das ist nicht gut. Dabei ist es fast schon wieder zweitrangig, ob diese Einstellung in erster Linie rechtsextrem motiviert ist oder mehrheitlich aus der Mitte der Gesellschaft, nämlich vom Durchschnittsbürger stammt.

    Todesstrafe für Kinderschänder? — der Freitag

  10. #30
    Avatar von IbishKajtazi

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    Mir ist egal was diese Hirngefickten Neonazis schreiben, oder sagen; der Spruch kam aus meiner persönlichen Empfindung herraus. Für mich sind Kinderschänder das Abartigste das es gibt, sie verdienen es nicht zu leben.

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