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Widerlegung gegen die Qurʾāniyyah (Diejenigen die die Sunnah ablehnen)

Erstellt von Ahlusunnahwaljamah, 05.04.2011, 13:48 Uhr · 22 Antworten · 2.308 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Ahlusunnahwaljamah

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    05.01.2011
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    163

    Widerlegung gegen die Qurʾāniyyah (Diejenigen die die Sunnah ablehnen)

    Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

    Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn der Welten und Frieden und Segen seien
    auf Muḥammad, dem Gesandten Allāhs!

    Dieses Thema ist eine Klarstellung über die Frage, ob wir Muslime die Pflicht haben nur den Qurʾān zu befolgen, oder, ob es auch unsere Pflicht ist der sauberen Sunnah, des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, zu befolgen.

    Es gibt eine Sekte, welche die "Nur-Qurʾān"-Sekte bzw. Qurʾāniyyah gennant wird. Diese Sekte ist der Ansicht, dass es reicht, wenn wir Muslime den Qurʾān befolgen. In diesem Thema wird diese Auffassung des Islāms anhand von mehreren Beweisen widerlegt, denn wir
    (die Ahlu-Sunnah wa al-Ğamāʿah) sind fest davon überzeugt, dass ein wahrhafter Muslim die Pflicht hat, neben dem Qurʾān, auch der Sunnah Folge zu leisten.


    1. Entstehung der Qurʾāniyyah

    Im Jahre 1970-1980 kam Rashād Khalīfa zu der Erkenntnis, nachdem er mehrere Jahre geforscht hatte, dass die aḥādīth aus der Sunnah von keiner authentischen Quelle stammen können. Dieser Mann veröffentlichte zahlreiche Studien. Er war auch für die umstrittene Entdeckung des Code 19 bekannt. Dieser machte mit seiner United Submitters International (USI) die Phrase "der Koran, der ganze Koran und nichts als der Koran" berühmt. Dieser Sekte gehören einer Minderheit von den Menschen an, welche sich den Islām als Religion zuschreiben. Die Falschheit dieser Lehre lässt sich nämlich schon daran erkennen, dass sie Ende des 19 Jahrhunderts gegründet wurde und der Islām jedoch schon seid mehr als 1400 Jahren existiert.

    2. Die Gefahr der eigenen Interpretation

    Neulich las ich auf einer Qurʾāniyyah Website sehr fragwürdige Dinge. Die Qurʾāniyyah legen den edlen Qurʾān nach ihrer eigenen Neigung aus. Sie behaupten, dass im Qurʾān nicht strikt die Homosexualität verboten ist;
    jedoch sagt Allāh ta ʿālā im Qurʾān:

    "Wir berichten nun über Lot, der zu seinem Volk sprach: Wie könnt ihr die abscheulichen Vergehen, die vor euch kein Mensch auf der Welt verübt hat, begehen?" (7:80)

    "Ihr macht euch in Leidenschaft an Männer heran.."(7:81)

    Die Qurʾ
    āniyyah behaupten anhand diesen Versen aus dem edlen Qurʾān, dass Homosexualität nicht verboten sei, weil kein klarer Verbot ausgesprochen wurde. Beim genauen Betrachten dieser Āyāt merkt man jedoch schnell, dass dies eine eigene Interpretation ist, was zu einer hohen Gefahr für die Muslime werden kann. Die eigene Interpretation des Qurʾān ist nämlich der Auslöser dafür, dass jeder den Qurʾān nach seiner eigenen Neigung interpretieren würde. Selbst wenn im Qurʾān ein klares Verbot ausgesprochen werden würde, könnten die Qurʾāniyyah dennoch behaupten, dass es nur damals verboten war und wir heutzutage in einer "moderenen" Zivilisation leben.

    In Sūra 7:80 ist ganz klar die Rede von ein "abscheuliches Vergehen, das davor kein Mensch auf der Welt verübt hat". Wäre Homosexualität erlaubt, dann müsste man sich fragen, aus welchem Grund dies ein abscheuliches Vergehen ist und wieso dies davor noch kein Mensch der Welt getan hat? Wäre die Homosexualität eine so normale Handlung, die genetisch bedingt ist, dann hätten schon viele Menschen vorher diese Praktik verübt!

    Im Islām ist es deshalb sehr wichtig, dass wir die Sunnah haben, denn durch ihr wissen wir den Strafmaß für Homosexualität, welches angewendet werden würde, wenn der Staat mit islāmischen Gesetzen richten würde.

    Der Prophet, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte: "Wenn du jemanden findest, der die gleiche Handlung begeht, wie die Leute von Lot, so töte beide Teilnehmer".
    (Ibn Abbās; ṣaḥīḥ)

    Desweiteren sind die Qurʾāniyyah der Ansicht, dass weder das Kopftuch, noch der Niqāb im Qurʾān erwähnt werden. Sie nehmen die Sūra 24:31 und behaupten, dass dort nur die Rede von einem "Tuch" ist und hier nicht genau definiert ist, um was für ein Tuch es sich hier handelt.

    Auch dies kann sehr leicht widerlegt werden, denn in Sūra 33:59 ist die Rede von "Ğalabīb", welches sich sinngemäß als "Übergewand" übersetzen lässt. Logischerweise trägt man ein Übergewand über den Kopf, sonst würde es ja nicht Übergewand heißen. Hier muss angemerkt werden, dass die meisten Gelehrten sogar der Ansicht sind, dass laut diesem Qurʾānvers sogar der Niqāb zur Pflicht wurde.

    Imām al-Qurtubī, möge Allāh sich seiner erbarmen, sagte:

    "Der Ğilbāb ist ein Kleidungsstück, welches den gesamten Körper bedeckt...
    Ibn 'Abbās und 'Ubaidah As-Salmāni sagten, dass er vollständig um den Körper der Frau gebunden wird, so dass nichts mehr sichtbar ist, außer einem Auge, mit dem sie den Weg sehen kann." [Tafsīr Al-Qurtubi; Sūra 33:59]

    Doch das nur nebenbei am Rande erwähnt. Kommen wir zurück zum eigentlichen Thema; nämlich über die Gefahr der eigenen Interpretation. Wir Muslime wissen, dass wir die Pflicht haben die Zakāt zu entrichten, denn Allāh sagt im Qurʾ
    ān:


    "Verrichtet das Gebet und entrichtet die Almosensteuer (Zakāt)" (2:43; 2:83; 24:56 u.a.)

    Hier ist also die Rede davon, dass wir die Zakāt entrichten müssen. Jetzt ist jedoch die Frage, wie viel wir entrichten müssen?

    Der Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte:
    "Für jede vierzig Schafe oder Ziegen eins" (Abū Dāwūd, Aḥmad u.a., ḥasan)

    Rechnerisch betrachtet wären dies 2,5 Prozent. Die Gelehrten sagen also, dass wir 2,5 Prozent unseres Vermögens hingeben müssen. Dies wissen wir, wie der oben genannte Ḥadīth bestätigt, durch die Sunnah. Jetzt fragt man sich, wie viel die Qurʾ
    āniyyah bezahlen.

    Wenn dieser Vers wieder nach eigener Neigung interpretiert werden würde, dann könnte jeder soviel bezahlen, wie er möchte. Ein Millionär bezahlt z.B. 1 Euro, weil er der Meinung ist, dass keine Mindestzahl in diesem Vers des Qurʾān's genannt wird und man der Sunnah sowieso keinerlei Beachtung schenken brauch.

    Wäre dies der Fall, subḥānallāh, wie viel arme Menschen würden verhungern? Man würde geizig werden und sein komplettes Vermögen für sich behalten wollen. Subḥānallāh..Deshalb ist es eine sehr hohe Gefahr, wenn wir nicht die Sunnah hätten, die uns den Qurʾān sozusagen erläutert.
    Der gleiche Fall ist bei dem Gebet. Im Qurʾ
    ān ist zwar die Rede von der "Niederwerfung" und, dass man sich vor dem Gebet waschen soll; jedoch werden keine genauen Angaben gemacht, wie das Gebet auszusehen hat. Man weiß anhand des Qurʾāns nicht, wie viel man rezitieren soll, oder ob man laut oder leise rezitieren soll usw. Dies wissen wir alles durch die Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm...

    Man merkt also, dass es eine sehr schlimme Sache ist, wenn jeder nach Lust und Laune den Qurʾān auslegt, wie er will. Man würde im Endeffekt nur dies machen, was man selbst für richtig hält, doch
    dies ist nicht erlaubt,
    denn Allāh sagt im Qurʾān:


    "Es gebührt keinem Gläubigen -Mann oder Frau- wenn Gott und sein Gesandter eine Entscheidung getroffen haben, eine eigene Wahl zu treffen. Wer sich Gott und seinem Gesandten widersetzt, geht eindeutig irre." (33:36)

    3. Das Gehorchen des Gesandten Allāhs im Qurʾān

     
    "Sprich, wenn ihr Allāh liebt, so folgt mir, dann wird Allāh euch lieben und euch die Sünden vergeben." (3:31)

     
    "Gehorcht Allāh und seinem Gesandten, denn wenn ihr den Rücken kehrt, siehe Allāh liebt nicht die Ungläubigen." (3:32)

     
    "Wer sich aber Allāh und seinen Gesandten widersetzt und seine Grenzen überschreitet, den lässt er in ein Feuer eingehen; ewig wird er darin bleiben und für ihn gibt es schmachvolle Strafe." (4:14)

     
    "Wer dem Gesandten gehorcht, der hat Allāh gehorcht" (4:80)

     
    "Und wer sich dem Gesandten widersetzt, nachdem ihm die Rechtleitung deutlich gemacht wurde und einen anderen Weg, als den der Gläubigen geht, dem lassen wir den gewählten Weg gehen. Am jüngsten Tag wird er in die Hölle kommen. Welch schlimmes Ende!" (4:115)

     
    "Oh ihr Gläubigen, gehorcht Allāh und seinen Gesandten." (8:20)

     
    "Und wenn ihr ihm (den Gesandten) gehorcht, so werdet ihr rechtgeleitet." (24:54)

     
    "Ihr habt am Gesandten Allāhs ein vorzügliches Beispiel für den, der auf Allāh hofft, und den Jüngsten Tag." (33:21)


    "Diejenigen, die sich Allāh und seinem Gesandten widersetzen, werden scheitern." (57:5)

     
    "Und was der Gesandte euch bringt, das nehmt und was er euch verbietet das unterlasst!" (59:7)
     
     
    An diesen Versen aus dem Qurʾ
    ān lässt sich erkennen, dass ein Muslim die Pflicht hat den Propheten Muḥammad, Allāhs Segen und Heil auf ihm, zu gehorchen.

    Man muss hier anmerken, dass die Qurʾāniyyah behaupten, dass man den Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, durch das Befolgen des Qurʾāns gehorchen soll. Dies lässt sich jedoch sehr leicht widerlegen. Wenn man nur den Qurʾān befolgen sollte, dann würde es ausreichen, wenn in den Versen des Qurʾān stehen würde: "Gehorcht Allāh"; jedoch ist dies nicht der Fall. Im Qurʾān steht: "Gehorcht Allāh und seinem Gesandten".
    Wie können wir denn den Gesandten gehorchen, wenn er tot ist?? Logischerweise ist dies nur möglich durch schriftliche Überlieferungen des Propheten; also durch die Sunnah.

    Nehmen wir einmal an, ein Vater sagt zu seinem Kind: Höre auf mich und auf deinem Großvater und nehme dir ein Beispiel an uns. Für das Kind wäre dann klar, dass es darauf hören soll, was der Vater und was der Großvater ihm vorschreibt und dass es in bestimmten Situationen genauso handeln soll. Das Kind würde in so einem Fall niemals auf die Idee kommen, zu sagen, dass es reicht, wenn es auf seinem Vater hört.

    Doch genau dies tun die Qurʾ
    āniyyah, indem sie sagen, dass der Qurʾān reicht, obwohl im Qurʾān klar und deutlich steht "Gehorcht Allāh und seinem Gesandten". Würden die Qurʾāniyyah dann die Behauptung bringen, dass der Prophet schon gestorben ist, so muss gesagt sein, dass der Qurʾān für immer gültig ist und dementsprechend die Verse immer noch gültig sind!!

    Was würde denn in so einem Fall das Kind tun? Das Kind würde seinen Vater fragen, wie es auf seinem Großvater hören soll und wie er sich ein Beispiel an ihn nehmen soll, wenn er bereits verstorben ist und man stelle sich vor, es gäbe Tagebücher von seinem Großvater. Selbstverständlich würde das Kind in so einem Fall die Tagebücher des Großvaters lesen, um zu schauen, wie sein Großvater gelebt hat, damit es sich ein Beispiel daran nehmen kann. Das Kind würde niemals auf die Idee kommen zu sagen, dass die Tagebücher gefälscht sein können.
     
    Schauen wir einmal, wie Imām aṭ-Ṭabarī das Gehorchen des Gesandten Allāhs erklärt, in dem wir in seinem Tafsīr der Sūra 4 Āyā 80 schauen. Dort sagt er:

    "Einer der die authentische Sunnah ablehnt, die ja die Befehle und Verbote enthält, die vom Propheten, Allāhs Segen und Heil auf ihm, ausgesprochen wurde, ist also auch gegenüber Allāh ungehorsam, da - wie aus dem vorangegangenen Vers ersichtlich - der Gehorsam des Gesandten zum Gehorsam Allāhs gehört und jeder, der den Befehlen und Anweisungen des Propheten, Allāhs Segen und Heil auf ihm, keine Folge leistet, ungehorsam gegenüber Allāh, dem Herrn der Weltenbewohner, ist."
    (Tafsīr aṭ-Ṭabarī)

  2. #2
    Avatar von Ahlusunnahwaljamah

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    4. Erklärung des Ḥadīth: "Schreibe nichts von mir auf, außer den Qurʾān"


    Die Qurʾāniyyah versuchen die Leute der Sunnah mit folgendem Ḥadīth zu widerlegen:

    Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte:
    "Schreibe nichts von mir auf; Wer auch immer etwas anderes von mir, außer den Qurʾ
    ān aufschreibt, der soll es löschen. Er soll von mir erzählen und daran ist nichts falsches." (Muslim)

    Die Qurʾāniyyah nehmen diesen Ḥadīth und behaupten, dass es falsch ist, wenn etwas anderes als der Qurʾān aufgeschrieben wird. Man erkennt sehr schnell die Falschheit dieser Sekte, denn ihre Lehre besagt, dass man nur den Qurʾān folgen soll und dass die Sunnah nicht authentisch sei. Man fragt sich schnell, aus welchem Grund diese Sekte dann plötzlich Beweise aus der Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, nehmen, um uns zu widerlegen. Das ist ein sehr gewaltiger Widerspruch.


    Imām an-Nawawī, Allāh erbarmen sich seiner, erklärte diesen Ḥadīth wie folgt:

    Al-Qādi sagte: Es gab viele Disputen zwischen den Ṣaḥābah und Tābi'īn bezüglich des Aufschreibens von Wissen. Viele sahen dies als verpöhnt an, aber die Meisten waren der Meinung, dass es eine erlaubte Sache ist. Dieser Disput kommt nicht länger in Frage.

    Sie hatten unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die Bedeutung des Ḥadīth, welcher sagt, dass dies verboten ist. Es wurde gesagt, dass dies für jemanden galt, der sehr sicher in seinem Gedächtnis war und man befürchtete, dass er sich auf das verlassen könnte, was er aufgeschrieben hat. Die aḥādīth, die jedoch sagen, dass es erlaubt ist Dinge aufzuschreiben, kann so verstanden werden, dass es sich auf jemanden bezieht, dessen Gedächtnis nicht so gut ist, wie z.B. folgender Ḥadīth: "Schreibe es auf für Abū Shāh"; oder der Ḥadīth von den sahīfah von ʿAlī (Allāhs Wohlgefallen auf ihm); der Ḥadīth von ʿAmr ibn Hazm, welcher die Erbschafts-Gesetze beinhaltet, Sunnahs und diyāt (Blutgeld); der Ḥadīth über das Aufschreiben von Almosen und das Minimum des verpflichtenden Betrages der Zakāh, womit Abū Bakr (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) Anas (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) nach Bahrain geschickt hat; der Ḥadīth von Abū Hurayrah, welcher besagt, dass ʿIbn Amr ibn al-ʿ
    Ās Dinge aufgeschrieben hat und dass Abū Hurayrah dies nicht getan hat und es gibt noch viele andere aḥādīth. Es wurde gesagt, dass der Ḥadīth, der besagt, dass man nichts aufschreiben darf, durch diese ganzen aḥadīth aufgehoben wurde.

    Der Verbot (das Aufschrieben von aḥadīth) wurde beschlossen, weil die Angst bestand, dass die Worte des Propheten, Allāhs Segen und Heil auf ihm, mit dem Qurʾ
    ān vermischt werden könnte. Als die Gefahr nicht länger bestand wurde die Erlaubis erteilt aḥādīth aufzuschreiben.

    Die Gelehrten sagten: Eine Gruppe der Ṣaḥābah und Tābi'īn bezeichneten es als verpöhnt, wenn die aḥādīth aufgeschrieben werden und sie bezeichneten es als erwünscht, dass man es durch Hören lernt. Aber als es sich die Leute nicht mehr so gut merken konnten und die Gelehrten Angst hatten, dass das Wissen verloren gehen würde, dann wurden die aḥādīth in Büchern aufgeschrieben.


    Das Auschreiben der aḥādīth war also nur deswegen verboten, weil die Gefahr bestand, dass die Verse aus dem Qurʾān mit den Überlieferungen des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, vermischt werden könnten. Desweitern gibt es eine Vielzahl von aḥādīth, in denen das Aufschreiben für erlaubt erklärt wurde. Durch diese aḥādīth wurde der Ḥadīth, der besagt, dass nichts aufgeschrieben werden darf, aufgehoben. Die Argumentation der Qurʾāniyyah hat also weder Hand noch Fuß.

    Einer der Anṣār fragte den Propheten, Allāhs Segen und Heil auf ihm, ob es noch einen anderen Weg gibt, wie man die aḥādīth aufrecht erhalten könnte, weil er sie manchmal vergessen hatte. Die Antwort des Propheten war: "Suche Hilfe von deiner rechten Hand und verweise auf das Aufschrieben." (Tirmidhi)


    Anas berichtete, dass der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte:
    "Halte das Wissen aufrecht durch das Aufschreiben" (at-Tabāri Jāmi ul-Bayān)


    Nachdem Abdullāh ibn Amr ihre Meinung den Propheten übermittelten, antwortete der Prophet, indem er auf seine Lippen hingewiesen hat: "Ich schwöre bei dem Einen, in dessen Hand die Seele Muḥammad's ist. Nichts kommt aus diesem beiden Lippen heraus, als die Wahrheit. Also schreibt es auf. (Abū Dāwūd)


    Ein Student von Ibn Abbās sagte: "Ich sah ein paar kleine Holzbretter bei Ibn Abbās. Er schrieb darauf einige Handlungen des Gesandten Allāhs, welche er von Abu 'Rāfi erlangt hat.
    (Tabaqāt von Ibn Sa'd)


    Hasan ibn Amr berichtete, dass Abū Hurayrah ihn zu sich mit nach Hause nahm und ihn viele Bücher zeigte, in denen aḥādīth des Propheten verzeichnet waren. (Fath al-Bāri)


    Wir sehen also, dass es eine Vielzahl von Berichten gibt, die es bestätigen, dass die aḥādīth des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, aufgeschrieben wurden.

    Die Qurʾ
    āniyyah nehmen des Weiteren folgenden Ausspruch des Propheten, als Beweis gegen uns:

    "Ich hinterlasse euch das, woran ihr festhalten sollt: Das Buch Gottes."
    (Muslim, Abū Dāwūd)

    Wieder frage ich mich, aus welchem Grund sie Beweise aus unseren Quellen nehmen, um uns zu widerlegen? Wenn doch die aḥādīth sowieso "falsch" sind, wieso nehmen sie diese dann, um uns zu widerlegen?

    Ich führe nun einmal folgenden Ḥadīth an:

    "Wer Abneigung gegen meine Sunnah hat, gehört nicht zu mir" (al-Bukhārī, Muslim)

    Kein Mensch der Welt würde behaupten, dass man nur der Sunnah folgen soll, wenn er diesen Ḥadīth liest! Denn nur weil in diesem Ḥadīth die Rede davon ist, dass man die Sunnah nicht ablehnen darf, bedeutet dies noch lange nicht, dass man nur der Sunnah befolgen soll und nicht den Qurʾ
    ān.

    Genauso ist es mit dem anderen Ḥadīth, wo es heißt, dass man an dem Buch Gottes festhalten soll. Würde dieser Ḥadīth bedeuten, dass man der Sunnah nicht folgen darf, dann hätte doch der Prophet, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagen können: "Ich hinterlasse euch das, woran ihr einzig und allein festhalten sollt!" Doch dies ist nicht der Fall. Aus diesem Grund kann dieser Ḥadīth nicht als Beweis gegen uns genommen werden!



  3. #3
    Avatar von Ahlusunnahwaljamah

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    5. Die Behauptung, dass der Qurʾān keine weitere Erklärung benötigt

    Die Qurʾāniyyah behaupten des Öfteren, dass der Qurʾān keine weitere Erklärung benötigt, weil er vollständig ist.

    Allāh, der Erhabene, sagt im Qurʾān:

    "Wir haben dir den Qurʾān herabgesandt, damit du den Menschen erklärst, was ihnen herabgesandt wurde".
    (16:44)


     
    Und Allāh, gepriesen und erhaben ist er, sagt im Qurʾān:

    "Er ist es, der zu den Analphabeten einen Gesandten (Muḥammad) aus ihrer Mitte geschickt hat, damit er ihnen Seine Verse vorträgt, sie erläutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt; sie waren vordem im offensichtlichem Irrtum." (62:2)

    Wäre der Qurʾān doch so verständlich, dass jeder Mensch ihn verstehen würde ohne die Hilfe von irgendjemanden, dann sollte man sich fragen, aus welchem Grund in der Sūra 16 Vers 44 und in Sura 62 Vers 2 steht, dass der Prophet, Allāhs Segen und Heil auf ihm, den Leuten den Qurʾān bzw. die Verse aus dem Qurʾān erklären soll. Hier muss wieder angemerkt werden, dass der Prophet nicht mehr lebt. Er kann uns den Qurʾān also nur durch aufgeschriebene Aussprüche erklären; also durch die Sunnah.

     
    Imān Aḥmad ibn Ḥanbal, möge Allāh sich seiner erbarmen, erwähnte in seiner Abhandlung:

    "Die Sunnah sind die Überlieferungen des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm und die Sunnah erklärt und verdeutlicht den Qurʾān. Es ist die Führung zu dem Qurʾān."


     
    Imām ibn Kathīr, möge Allāh sich seiner erbarmen, sagte:

    "Die Sunnah ist maßgebend für den Qurʾān." (ad-Dārimī 1/114)


     
    As-Suyūṭi, möge Allāh sich seiner erbarmen, sagte:

    "Wenn jemand den Qurʾān erlangen möchte, der wird die Sunnah erlangen wollen, denn es ist der Kommentar und die Erläuterung des Qurʾān."


    Wie kann man also behaupten, dass der Qurʾān keine weitere Erklärung benötigt?
    In Sūra 16:43 sagt Allāh, der Erhabene:

    "So fragt die Leute des Wissens"

    Wieso sollen wir denn die Leute des Wissens befragen, wenn doch, wie die Qurʾāniyyah behaupten, jeder Mensch, ohne irgendwelche Erklärungen, den Qurʾān verstehen kann?

    Wir sagen, dass die Wissenden die Gelehrten sind und sie nehmen sich ihre Informationen aus Qurʾān und Sunnah bzw. nehmen sich ihre Informationen von den früheren Gelehrten und Imāmen und fällen so ihre Urteile.

    Allāh sagt im Qurʾān:

    "Sie können gewiss nicht eher als Gläubige gelten, bis sie dich über ihre Streitfragen entscheiden lassen, deine Entscheidung willig annehmen und sich völlig fügen" (4:65)


    Wenn doch der Qurʾān keine weitere Erklärung benötigen würde und er angeblich vollständig wäre, wieso sagt Allāh dann im Qurʾān, dass man bei Streitfragen den Gesandten Allāhs entscheiden lassen soll, ansonsten gilt man nicht als Gläubiger? Wieso soll man denn den Gesandten entscheiden lassen, wenn doch der Qurʾān vollständig wäre und wie können wir eigentlich den Gesandten entscheiden lassen, wenn er doch tot ist?

    Dies ist nur durch schriftliche Überlieferungen möglich; also durch die Sunnah.

    Allāh sagt im Qurʾān:

    "Allāhs Worte liegen in Wahrheit und Gerechtigkeit im (Qurʾān) vollständig vor. Unveränderlich sind seine Worte. Er hört alles und weiß alles." (6:115)


    Diesen Vers verwenden die Qurʾāniyyah gegen uns, indem sie behaupten, dass Allāh sagt, dass der Qurʾān vollständig ist und dass man aus diesem Grund nichts Anderes benötigt, als den Qurʾān, weil er eben vollständig ist. Dies lässt sich jedoch wieder sehr leicht widerlegen. Hat denn irgendjemand das Gegenteil behauptet? Hat irgendjemand gesagt, dass der Qurʾān nicht vollständig ist? NEIN.. subḥānallāh. Der Qurʾān ist vollständig und dies bezweifelt kein aufrichtiger Muslim. Gemeint ist jedoch, dass der Qurʾān als Buch an sich vollständig ist und dass im Qurʾān nichts fehlt; d.h. Allāh, der Erhabene, wollte nicht, dass noch mehr im Qurʾān steht und er wollte auch nicht, dass weniger im Qurʾān steht. Diese Tatsache schließt aber noch lange nicht aus, dass man dennoch ein weiteres Buch benötigt, um den Islām richtig zu praktizieren.

    Nehmen wir einmal ein Beispiel. Ein Autor schreibt ein Buch über die Tiermedizin. Er brauch beispielsweise 5 Jahre für die Veröffentlichung. Wenn er fertig ist, sagt er, dass das Buch vollständig ist. Bedeutet dies gleich, dass er sagt, dass man sich kein anderes Buch über die Tiermedizin kaufen soll? Und was ist, wenn ein anderer Autor ein Buch vefasst, welche als nähere Erklärung zu dem Buch des Autors dient? Würde dann irgendjemand auf die Idee kommen, dass man dies nicht benötigt, weil der andere Autor doch sagte, dass sein Buch vollständig ist? Nein..auf die Idee würde kein Mensch der Welt kommen, denn wenn etwas vollständig ist, so sagt dies nur aus, dass der Verfasser nicht mehr und nicht weniger wollte!

    Somit ist die Argumentation der Qurʾāniyyah hinfällig.

    6. al-Ḥikma (die Weisheit)

    Allāh ta ʿālā sagt im Qurʾān al-Karīm:


    "Und Allāh hat auf dich das Buch und die Weisheit (ḥikma) herabgesandt und dich gelehrt, was du nicht wusstest und Allāhs Gunst für dich ist gewaltig." (4:113)


    "Behaltet, was in euren Häusern an Versen von Allāh und an Weisheit (ḥikma) vorgetragen wird. Allāh ist gütig und er weiß um das Verborgene." (33:34)


    "Er ist es, der zu den Analphabeten einen Gesandten (Muḥammad) aus ihrer Mitte geschickt hat, damit er ihnen Seine Verse vorträgt, sie erläutert und sie das Buch und die Weisheit (al-ḥikma) lehrt; sie waren vordem im offensichtlichem Irrtum." (62:2)


    Die Qurʾāniyyah sind der Ansicht, dass sich al-Ḥikma auf den Qurʾān bezieht. Sie sagen also, dass mit Weisheit der Qurʾān gemeint ist.

    Jeder Mensch, der lesen kann, erkannt aber sofort, dass dies Schwachsinn ist. Man liest nämlich in den Versen: "Das Buch und die Weisheit". Man erkennt also, dass zwischen den beiden Worten ein "und" steht. Dies ist also eine Aufzählung. Wenn man beispielsweise sagt: "Katze und Maus", dann weiß jeder, dass die Rede von zwei verschiedenen Tieren ist. Niemand würde auf die Idee kommen, dass es sich hierbei um nur einem Tier handelt und mit der Maus eigentlich die Katze gemeint ist.

    So ein Mensch würde für verrückt erklärt werden. Wenn man nämlich das Wort "und" liest, dann weiß man, dass zwei verschiedene Dinge gemeint sind. Folglich ist die Weisheit etwas anderes als das Buch. Wäre nämlich mit Weisheit das Buch gemeint, so hätte Allāh doch sagen können: "Und Allāh hat auf dich das Buch herabgesandt, welches die Weisheit ist." Doch da Allāh dies nicht sagt, müsste jeder Mensch, der Verstand besitzt, begreifen, dass die Weisheit etwas Anderes als das Buch ist.

    Jetzt stellt dich nur die Frage, was die Weisheit ist. Das Buch ist der Qurʾān, aber was ist die Weisheit? Schauen wir noch einmal in Sūra 4 Vers 113, wo Allāh sagt:

    "Und Allāh hat auf dich das Buch und die Weisheit (ḥikma) herabgesandt "

    Und nun schauen wir noch einmal in Sūra 62 Vers 2:

    "Er ist es, der zu den Analphabeten einen Gesandten (Muḥammad) aus ihrer Mitte geschickt hat, damit er ihnen Seine Verse vorträgt, sie erläutert und sie das Buch und die Weisheit (al-ḥikma) lehrt".

    Allāh hat also das Buch und die Weisheit herabgesandt und der Prophet Muḥammad soll den Menschen das Buch und die Weisheit lehren. Hieraus lässt sich schlussfolgern, dass beides eine Art Gesetzbücher sein müssen, da es etwas ist, was der Prophet den Menschen lehren soll. Desweiteren sind beides Offenbarungen, wie Allāh in Sūra 62 Vers 2 sagt. Somit kann mit Weisheit nichts Anderes, als die Sunnah gemeint sein.


    Imām ash-Shāfi'ī, möge Allāh sich seiner erbarmen, sagte:

    "Allāh erwähnt das Buch und gemeint ist damit der Qur'ān und er erwähnt die Weisheit (ḥikma). Ich habe diejenigen unter denen, die Wissen über den Qur'ān besitzen und auf deren Ansichten ich vertraue, sagen hören, dass die Weisheit die Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, bedeutet. Dies entspricht, dem was er sagt und Allāh weiß es am Besten. Der Qur'ān ist die Ermahnung und die Weisheit folgt ihm. Allāh erwähnt, dass seine Gunst gegenüber seinen Geschöpfen darin besteht, sie das Buch und die Weisheit zu lehren. Es ist aus diesem Grund nicht erlaubt zu sagen, dass mit Weisheit etwas anderes als die Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, gemeint ist und Allāh weiß es am Besten. Dies ist so, weil sie mit dem Buch verknüpft ist und weil Allāh es zur Pflicht gemacht hat, seinen Gesandten zu gehorchen und er hat den Menschen auferlegt, seinen Befehl zu gehorchen. Es ist somit nicht erlaubt, dass man irgendetwas als Pflicht bezeichnet, außer dem Buch Allāhs und der Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm. Denn Allāh hat, wie wir aufgeführt haben, den Glauben an ihm mit dem Glauben an seinen Gesandten verknüpft." (Ar-Risāla)


    Für uns Muslime ist es also eindeutig, dass al-Ḥikma die Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, ist.

    Falls jetzt irgendjemand die Behauptung aufbringen würde, dass Allāh ta ʿālā es klar und deutlich erwähnt hätte, wenn die Sunnah gemeint wäre, so stelle ich eine Gegenfrage. Wenn nicht die Sunnah gemeint ist; was meint Allāh denn dann? Denn, wie oben aufgeführt, ist die Weisheit etwas anderes als der Qurʾān. Also..was soll die Weisheit denn sonst sein?

    Desweiteren lässt sich dies sehr einfach widerlegen. Allāh der Erhabene leitet nicht jeden recht. Nur diejenigen, die Verstand besitzen werden rechtgeleitet. Selbst, wenn im Qurʾān also eindeutig das Wort Sunnah stehen würde, so würden die Qurʾāniyyah trotzdem wieder etwas dagegen sagen.
    Allāh sagt im Qurʾān:

    "Allāh hat ihre Herzen ihren Absichten zufolge vom Glauben abgewandt, weil es Menschen sind, die sich des Verstandes nicht bedienen wollen." (9:127)

    Desweiteren ist zu sagen, dass sich das Wort "Sunnah" mit "Gewohnheit" übersetzen lässt. Gemeint ist hier die Gewohnheit des Propheten (was er gerne getan hat, wie er gelebt hat, was er uns befohlen hat, wie er gegessen hat, wie er geschlafen hat usw.) Jeder Muslim, der aufrichtig ist, gibt mir Recht, dass die Gewohnheit des Propheten, also die Sunnah des Propheten, für jeden Muslim eine Weisheit ist! Wer dies abstreitet und sagt, dass das Leben des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, keine Weisheit für ihn ist, so muss derjenige sehr schnell anfangen an seinem Imām zu arbeiten und anfangen die Religion zu lernen. subḥānallāh!


    7. Sind die aḥādīth geschützt?


    Eine weitere merkwürdige Aussage der Qurʾāniyyah ist, dass die aḥādīth angeblich nicht geschützt sind und dass man sich nicht sicher sein kann, ob sie wirklich von einer authentischen Quelle stammen und man könnte auch nicht sicher sagen, ob die aḥādīth wirklich noch genauso sind wie damals.

    Bevor ich darauf eingehen werde, möchte ich einmal eine Frage stellen. Woher wissen die Qurʾ
    āniyyah denn so genau, dass der heutige Qurʾān genauso ist, wie der Qurʾān, der zum Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, herabgesandt wurde?

    Selbstverständlich weiß man dies nur, weil der Qurʾ
    ān von den treuen Gefährten des Propheten aufgeschrieben wurde und es von einer vertrauenswüridgen Person zu einer anderen vertrauenswürdigen Person übertragen wurde und es immer wieder jemanden gab, der den Qurʾān auswendig kannte, bis hin zu unserer Zeit. Selbstverständlich steht im Qurʾān, dass er nicht verändert werden kann, denn Allāh sagt im Qurʾān:

    "Es gibt keinem, der die Worte Allāhs zu ändern vermag." (6:34)

    Aber laut der Argumentation der Qurʾ
    āniyyah, könnte man doch ebenfalls behaupten, dass dieser Vers neu dazugekommen ist. Wir Muslime wissen jedoch, dass dies Quatsch ist, weil der Qurʾān das perfekte Buch ist, ohne jegliche Widersprüche und, wie oben schon erwähnt, wurde er von einer rechtschaffenen Person zu einer anderen rechtschaffenen Person immer wieder übertragen. Genau das gleiche passierte mit den aḥādīth. Aus diesem Grund gibt es sogar Ḥadīth-Wissenschaften und die aḥādīth werden in authentisch, gut, schwach, zurückgewiesen und erfunden eingestuft und wir Muslime streben selbstverständlich danach, uns an die authentischen und guten aḥādīth, zu halten.

    Und im Übrigen ist zu erwähnen, wie man auch im Abschnitt 4 lesen kann, gibt es einige Überlieferungen, die bestätigen, dass die Gefährten die aḥādīth aufgeschrieben haben; genauso wie die Gefährten auch den Qurʾān aufgeschrieben haben. Deshalb frage ich mich; wie man auf die Idee kommen kann, den Qurʾān als authentisch zu bezeichnen und gleichzeitig die Sunnah abzulehnen, obwohl beides sozusagen aus der gleichen Quelle stammt. Hieran sieht man, dass die Qurʾāniyyah nicht richtig nachdenken und nur ihren Gelüsten folgen. Allāh möge uns davor bewahren āmīn.

    Wir nehmen nun einmal Imām al-Bukhārī und Imām Muslim, von denen man sagt, dass ihre Ḥadīth-Sammlungen die authentischten überhaupt sind.
     
    Imām an-Nawawī, Allāh erbarmen sich seiner, sagte z.B.:

    "Die Gelehrten stimmen überein, dass ṣaḥīḥ al-Bukhārī und ṣaḥīḥ Muslim die authentischten Bücher, nach dem Qurʾ
    ān, sind."

    Für Imām al-Bukhārī und Imām Muslim war es bei der Zusammenstellung der aḥādīth wichtig, dass alle Überlieferer aus der Übertragungskette zuverlässig sind.
    Die aḥādīth, die sie verwendeten sollten fehlerfrei sein und nicht im Konflikt mit anderem aḥādīth stehen, die stärker sind.

    Imām al-Bukhārī sagte:

    "Ich verzeichne nichts in meinem Buch, was nicht authentisch ist."


    und Imām Muslim sagte:

    "Ich habe nichts ausgelassen, ohne es vorher geprüft zu haben. Ich habe nicht jeden authetischen Ḥadīth genommen, den ich kenne. Ich habe nur die aḥādīth verzeichnet, von denen man einstimmig sagt, dass sie in Ordnung sind."


    Von Imām Bukhārī weiß man, dass er 16 Jahre brauchte, um sein Buch zu vervollständigen. Er zeichnete nicht einen Einzigen Ḥadīth auf, ohne vorher die Ganzwaschung vollzogen zu haben und ohne 2 Rak'at gebetet zu haben. Als er seine Arbeit beendete, ließ er sie von vielen Gelehrten überprüfen (z.B. auch von Imām Aḥmad b. Ḥanbal). Jeder sprach sein Lob aus und bestätigte die Authenzität.

    Wie kann es dann sein, dass c.a. im Jahre 1970 auf einmal irgendein Mensch kommt und behauptet, dass die aḥādīth nicht authentisch seien? Das ist eine sehr schwere Lüge!! Dieser Mensch sollte sich gewaltig schämen, weil er die großen Gelehrten und die Imāme, die den Islām verstanden haben, der Lüge bezichtigt.

    Möge Allāh diesen Menschen den Schleier von ihren Augen entfernen..āmīn..

    8. Die Gefahr den Gesandten Allāhs nicht zu gehorchen

    Den Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, nicht zu gehorchen und seine Sunnah abzulehnen, ist eine sehr gefährliche Sache.


    "Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte: Wer Abneigung gegen meine Sunnah hat, der gehört nicht zu mir" (al-Bukhārī, Muslim)


    Wir wissen also, dass man, wenn man die Sunnah ablehnt und den Propheten Muḥammad nicht gehorcht, kein Muslim mehr ist.
    Auch Allāh, der Erhabene, bestätigt dies im Qurʾān:

    "Gehorcht Allāh und seinem Gesandten, denn wenn ihr den Rücken kehrt, siehe Allāh liebt nicht die Ungläubigen." (3:32)

     
    "Wer sich aber Allāh und seinen Gesandten widersetzt und seine Grenzen überschreitet, den lässt er in ein Feuer eingehen; ewig wird er darin bleiben und für ihn gibt es schmachvolle Strafe." (4:14)

     
    "Und wer sich dem Gesandten widersetzt, nachdem ihm die Rechtleitung deutlich gemacht wurde und einen anderen Weg, als den der Gläubigen geht, dem lassen wir den gewählten Weg gehen. Am jüngsten Tag wird er in die Hölle kommen. Welch schlimmes Ende!" (4:115)

     
    as-Suyūṭi, möge Allāh sich seiner erbarmen, sagte:

    "Wer auch immer die aḥadīth des Gesandten Allāhs leugnet ist ein Kāfir."
    (Miftāh al-Ğannah fi Ihtijāj biʾl-Sunnah)

     
    Shaykh al-Munāğid sagte:

    "Jemand, der die Sunnah ablehnt, ist ein Kāfir und ein Abtrünniger".
    (Islām Q&A / Fatwā 9067)

     
    Es ist also eine sehr gefährliche Sache, den Propheten nicht zu gehorchen. Es bringt uns aus dem Islām hinaus und die Strafe dafür ist das Höllenfeuer.


    Der Prophet, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte:
    "Keiner von euch soll auf seiner Ruhestätte verweilen, wenn er eine Anordnung von mir hört, mit der ich selbst etwas befohlen habe und dabei sagen: "Davon weiß ich nichts, wir folgen nur dem, was wir im Buche Allāhs finden." Das, was Allāhs Gesandter verbietet, ist genauso, wie das, was Allāh verbietet." (Abū Dāwūd, at-Tirmidhī, Ibn Majah)


    Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte: "Bald wird eine Zeit kommen, während ein Mann auf der Couch liegt und ein Ḥadīth von mir wird erzählt und er wird sagen: "Zwischen uns und dir ist das Buch Allāhs: Was darin als ḥalāl gilt, das nehmen wir als ḥalāl und was darin als ḥarām steht, das nehmen wir als ḥarām. Aber höre! Was auch immer der Gesandte Allāhs verboten hat, ist genauso wie das, was Allāh verboten hat!" (Aḥmad, Abū Dāwūd, al-Ḥakīm)


    Muḥammad, Allāhs Segen und Heil auf ihm, kündigt in diesen Überlieferungen an, dass es eine Zeit kommen wird, wo die Menschen sich nur an den Qurʾān halten werden. Diese Ankündigung ist übrigens wieder ein Beweis dafür, dass die aḥādīth richtig sind und nicht gefälscht sind. Wären die aḥādīth nämlich gefälscht; wie könnte es dann sein, dass derjenige, der die aḥādīth verfälscht hat, schon wusste, dass es eine Zeit geben wird, in der sich einige Menschen nur an dem Qurʾān halten wollen.
    In diesen aḥādīth wird klar und deutlich gesagt, dass das, was Allāhs Gesandter verbietet, genauso ist, wie das, was Allāh verbietet. Es ist aus diesem Grund eine sehr gefährliche Sache, wenn man den Gesandten nicht gehorcht, denn man missachtet somit sehr viele islāmische Regeln und tritt, wie oben schon angeführt, aus dem Islām aus.


    "Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte zu seinen Gefährten:
    "Ich habe euch etwas hinterlassen; wenn ihr daran festhaltet, werdet ihr nach mir nicht in die Irre gehen: Das Buch Allāhs und meine Sunnah"
    (entommen aus al-Muwaṭṭa von Imām Mālik)

    9. Schlusswort

    Diese ganze Widerlegung gegen die Qurʾāniyyah ist eigentlich überhaupt nicht nötig, denn, der Beweis für ihre Falschheit wird schon dann eindeutig, wenn man weiß, in welchem Jahr diese Sekte entstanden ist.

    Mehr als 1400 Jahre haben die Menschen den Islām nach Qurʾān und Sunnah gelebt. Alle großen Gelehrten, die den Islām verstanden haben, waren der Ansicht, dass wir verpflichtet dazu sind, die Sunnah und den Qurʾān zu befolgen. Auch die Rechtschulen sind dieser Meinung.

    Vor nicht allzu langer Zeit kam ein Mensch mit der Behauptung, dass es genügend ist, wenn wir den Qurʾān befolgen. Subḥānallāh.. Laut diesen Mensch waren also alle andere Muslime aus der vergangenen Zeit, bis hin zum Propheten, irregeleitet? Jeder Muslim hat den Islām falsch praktiziert und erst jetzt wird der Islām von einer sehr kleinen Minderheit der Menschen richtig praktiziert? Subḥānallāh.. dies ist sehr unlogisch und würde schon als Beweis für die Falschheit dieser Sekte genügen.

    Allāh sagt im Qurʾān:


    "Und wer sich dem Gesandten widersetzt, nachdem ihm die Rechtleitung deutlich gemacht wurde und einen anderen Weg, als den der Gläubigen geht, dem lassen wir den gewählten Weg gehen. Am jüngsten Tag wird er in die Hölle kommen. Welch schlimmes Ende!" (4:115)


    Er sagt hier also "wer einen anderen Weg, als den der Gläubigen geht..."

    Will die Qurʾāniyyah etwa behaupten, dass sie den gleichen Weg der Gläubigen gehen? Wie schon so oft erwähnt; die Gläubigen aus der vergangenen Zeit waren sich alle einig, dass wir den Weg des Propheten gehen müssen und seine Sunnah befolgen sollen.. Dies war der Weg der Gläubigen; somit ist es bewiesen, dass die Qurʾāniyyah einen anderen Weg, als den der Gläubigen gehen. Die Qurʾāniyyah sind also in der Warnung von Allāh ta ʿālā mit inbegriffen!

    Wie so viele Sekten genießen auch die Qurʾāniyyah ein hohes Ansehen bei den Nicht-Muslimen. Warum dies so ist, lässt sich ganz einfach erklären. Sie sind der Meinung, dass der Ḥiğāb keine Pflicht sei, sie lehnen das islāmische Strafmaß ab usw. Kurz gesagt, sie sind voll und ganz integriert in der westlichen Gesellschaft.

    Diese Sekte versucht zusammen mit den Nicht-Muslimen, den Islām zu zerstören! Aus dem Qurʾān wissen wir jedoch, dass die Nicht-Muslime uns niemals mögen und dass wir den Nicht-Muslimen niemals gefallen werden, es sei denn, wir folgen ihrer Religion.

    Allāh, der Erhabene, sagt im Qurʾān:

    "Die Juden und die Christen werden mit dir nur dann zufrieden sein, wenn du ihren Glauben annimmst. Sprich: Allāhs Rechtleitung ist die einzige richtige. Wenn du den Launen dieser Frevler folgen würdest, nachdem zu dir die Wahrheit gekommen ist, würdest du gegen Allāh keinen Beschützer und keinen Helfer finden." (2:120)

    Daran erkennt man ganz schnell, dass die Qurʾ
    āniyyah keine wahrhaftigen Muslime sein können, denn sonst würden sie kein hohes Ansehen bei den Kuffār haben!


    Möge Allāh, gepriesen und erhaben ist er, uns die Wahrheit zeigen und uns zu aufrichtigen Muslimen machen, die den Weg des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, folgen..āmīn yā Rabb!


    "Sagt man Ihnen: "Kommt zur Offenbarung, die Allāh herabgesandt hat und zum Gesandten!", wenden sich die Heuchler, wie du siehst, entschieden von dir ab." (4:61)


    DienerDesBarmherzigen / Rabi al-Awāl 1432 n.d.H. / ahlu-iman.de

  4. #4
    Avatar von Rockabilly

    Registriert seit
    27.01.2011
    Beiträge
    15.854
    Hab alles durchgelesen und studiert.

  5. #5
    Avatar von Ahlusunnahwaljamah

    Registriert seit
    05.01.2011
    Beiträge
    163
    "Frieden" kann es ja mal lesen....

  6. #6
    Theodisk
    Missionierung sollte im BF verboten werden. Ist ja schließlich auch ne Art "Werbung".

  7. #7

    Registriert seit
    31.12.2009
    Beiträge
    9.979
    kiwi?

  8. #8
    Avatar von BlackJack

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    65.506
    die große Frage ist nun: kann @Frieden diese Widerlegung widerlegen??

  9. #9
    Avatar von Koma

    Registriert seit
    01.01.2007
    Beiträge
    21.136
    elhamdulilah

  10. #10
    El Hefe
    Selam Aleykum

    Ist sicher wichtig,doch doch.Vorallem im Balkanforum.Wir müssen wir all den herumtollenden Quraniyyah mal sagen wos lang geht,ist ja sonst nicht mehr auszuhalten hier.

    Btw: Du hast gute Copy-Paste-Skills.Weiter so Bruder,mashallah.


    Aleykum Selam

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