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Wissenschaft in der islamischen Welt

Erstellt von Frieden, 18.01.2012, 18:45 Uhr · 36 Antworten · 2.327 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Wissenschaft in der islamischen Welt

    Interessante Interview mit dem ägyptischen Nobelpreisträger Ahmed Zewail

    Die Fontäne - Inhalt - wissenschaft-in-der-islamischen-welt-ein-interview-mit-dem-agyptischen-nobelpreistrager-ahmed-zewail

    für faule Leser, einfach auf Lautsprecher klicken...

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    Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert n. Chr. erlebte die Wissenschaft in der islamischen Welt eine beispiellose Blütezeit. Hätte es damals bereits so etwas wie den Nobelpreis gegeben, so wäre er gewiss in den allermeisten Fällen an muslimische Wissenschaftler gegangen. Ganz anders die Situation heute. Warum also hat die Wissenschaft in der muslimischen Welt einen solchen Niedergang erlebt? Was können die Muslime tun, wenn sie wieder an ihre früheren Leistungen auf diesem Feld anknüpfen möchten? Welche Aussichten besitzt die muslimische Welt heute? Im Gespräch mit Nuh Gedik berichtet der Nobelpreisträger Ahmed Zewail von seiner ganz persönlichen faszinierenden Reise zum Nobelpreis und von seinen Ansichten zur Position der Wissenschaft in der islamischen Welt.

    In einem aktuellen Beitrag für die Zeitung Independent zitieren Sie einen schönen Vers aus dem Koran: Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht selbst das ändern, was in ihren Herzen ist. (13:11) Warum?

    Als die Muslime auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft standen, handelten sie als Individuen wie gute Muslime. Das heißt, sie lasen den Koran und sie beherzigten die Empfehlung, Gutes zu tun und sich Wissen anzueignen. Das erste offenbarte Wort des Korans war bekanntlich die Aufforderung Lies! Und dieser Respekt vor dem Lernen wird an vielen Stellen im Koran hervorgehoben - was sogar so weit geht, dass große Wissenschaftler dort beinahe in den Rang von Propheten erhoben werden. Daher kann es kaum verwundern, dass die Muslime jener frühen Tage erkannten, wie ungemein wichtig der Wissenserwerb ist. Heute dagegen hat sich die Lage der Muslime extrem verschlechtert, und wir sind schier besessen von Verschwörungstheorien, mit denen wir die Schuld für unseren Niedergang auf andere Menschen abwälzen.
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    In Ihrem Buch schreiben Sie, die Sidi Ibrahim al-Desuqi Moschee sei sehr wichtig in Ihrem Leben gewesen, weil sie Ihre frühe Kindheit entscheidend geprägt hat. Sie seien dorthin gegangen, um zu studieren, denn im Islam sei die Moschee nicht allein ein Ort des Gebets, sondern auch der Gelehrsamkeit. Glauben Sie, dass dies auch heute noch so ist?


    Leider wurde die Moschee in den letzten Jahren oft von Leuten missbraucht, die nicht viel Ahnung vom Islam haben. Sie propagieren ihre eigene Sicht der Dinge, anstatt die Sicht des Islams. So erwuchs der Moschee aus mangelnder Aufklärung eine politische Komponente. Aufgewachsen in Ägypten, erinnere ich mich an Zeiten, als die Al-Azhar eines der einflussreichsten Zentren der Aufklärung in der Welt war. Zwar war es mir selbst nicht vergönnt, die Al-Azhar zu besuchen, aber auch in meiner Stadt gab es eine Moschee, deren Imam uns wieder und wieder einschärfte, wir als junge Menschen seien dazu verpflichtet, dass wir uns Wissen aneignen und hervorragende Ärzte oder Ingenieure werden. Und so pflegten wir in der Moschee zu studieren. Es war phantastisch. Ich meine, wir Jugendliche trafen uns in der Moschee - natürlich auch um zu beten; aber nach dem Gebet setzten wir uns gemeinsam hin und wendeten uns unseren Lehrbüchern und Heften zu. Insofern war die Mosche unser Lebensmittelpunkt. In meinem Buch gehe ich sogar noch einen Schritt weiter: Die Moschee war der Lebensmittelpunkt der ganzen Stadt.

    Mehrfach in diesem Buch unterstreichen Sie, wie wichtig es ist, Ziele, die man sich steckt, mit Leidenschaft zu verfolgen. Haben wir, die Muslime, unsere Leidenschaft für Wissenschaft und Gelehrsamkeit verloren? Und wenn ja, wie können wir sie bei jüngeren Menschen neu entfachen?

    Nein, ich glaube nicht, dass wir unsere Leidenschaft verloren haben. Vor allem seit der Nobelpreisverleihung habe ich in der ganzen muslimischen Welt von Kairo bis nach Malaysia, von Istanbul bis in den Libanon Vorträge gehalten, und Tausende von Menschen sind in meine Vorlesungen gekommen. Dabei ist mir klar geworden, dass junge Menschen durchaus etwas schaffen möchten, dass sie die Leidenschaft besitzen, Großes zu leisten. Das Problem ist leider nur, dass sie nicht in einem System leben, das ihnen erlaubt, ihr Potenzial zu nutzen. Deshalb sage ich immer, dass das wertvollste Kapital in der muslimischen Welt von heute das Humankapital ist. Wenn dieses Kapital optimal genutzt wird und wir es schaffen, die alten Zentren des Wissens mit neuem Leben zu erfüllen, um im Wettbewerb um die besten Köpfe zu bestehen, dann glaube ich fest daran, dass die muslimische Welt einen umfassenden Wandel erleben wird. Gewiss gibt es zahlreiche politische Unwägbarkeiten und Probleme. Aber unser Hauptproblem liegt ganz sicher nicht darin, dass es der muslimischen Welt an wirtschaftlichen Ressourcen oder an Humankapital mangelt. Diese beiden Ressourcen besitzen wir zur Genüge.
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    schade was in den Ländern passiert ist!

    Möge der gelobte Gott den Muslimen auf der Welt, mehr wissen&verstand schenken...

    Frieden

  2. #2

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    Du hast mich überzeugt. Ich konverteir zum Islam und werde Mudschahed in Afghanistan


  3. #3
    Avatar von BlackJack

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    Allein die Tatsache, dass es massig Wissenschaftler anderer Religionen weltweit gab und gibt zeigt, dass kein Zusammenhang existiert zwischen Religion (bzw der Aufforderung sich um Wissen zu bemühen) und dem Drang zu wissen und zu forschen. Diesen Drang gab es lange vor den Religionen und er wird sie hoffentlich auch überleben.

    Als die Muslime auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft standen, handelten sie als Individuen wie gute Muslime. Das heißt, sie lasen den Koran und sie beherzigten die Empfehlung, Gutes zu tun und sich Wissen anzueignen. Das erste offenbarte Wort des Korans war bekanntlich die Aufforderung Lies! Und dieser Respekt vor dem Lernen wird an vielen Stellen im Koran hervorgehoben - was sogar so weit geht, dass große Wissenschaftler dort beinahe in den Rang von Propheten erhoben werden. Daher kann es kaum verwundern, dass die Muslime jener frühen Tage erkannten, wie ungemein wichtig der Wissenserwerb ist.
    Wie gesagt, andere haben keine "Gottesbücher" gebraucht um sich dem Wissenserwerb hinzugeben.

  4. #4

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    Die größten Wissenschaftler waren aber keine Muslime...

  5. #5

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    Zitat Zitat von WhiteJim Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, andere haben keine "Gottesbücher" gebraucht um sich dem Wissenserwerb hinzugeben.
    Du hast nur "Islam" & "Wissenschaft" gelesen und schon sind deine Gehirnzellen am Kollabieren, und wie ein Reflex (mit besondere Lese Fähigkeiten) wurde Dragans Atheistische Weisheit digital bei BF ausgestrahlt...

    Dragane Du hast es doch nicht ganz gelesen? oder doch nicht verstanden?

    es wird nur bekräftigt das der Islam Wissenschaft fordert... das Harmoniert zusammen und widerspricht nicht dem Menschen Gesunden Verstand...

    Frieden

  6. #6
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Frieden Beitrag anzeigen
    es wird nur bekräftigt das der Islam Wissenschaft fordert... das Harmoniert zusammen und widerspricht nicht dem Menschen Gesunden Verstand...
    na und? Der Islam braucht es nicht zu fordern, das wird lediglich als Argument für eine angebliche Fortschrittlichkeit des Islam benutzt, ist aber an sich völlig unnötig.

    Des Menschen angeborene Neugier und Einfallsreichtum sind Ansporn genug, das konnte und kann man weltweit überall sehen - ob nun Gott- oder evolutionstechnisch gegeben sei dahingestellt

  7. #7

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    Zitat Zitat von Friedrich der Große Beitrag anzeigen
    Die größten Wissenschaftler waren aber keine Muslime...
    und wenn? na und? es geht nicht darum wer den größten, besten, schönsten und den klügsten Kopf hat...


    Du bitte auch das ganze Lesen was der nette Mensch sagt
    ...
    ...
    In Ihrem Buch schreiben sie: „Wir dürfen die Welt nicht in ‚wir‘ und ‚sie‘ aufteilen, und wir dürfen auch nicht zulassen, dass durch Schlagwörter wie ‚Kampf der Kulturen‘ oder ‚Konflikt der Religionen‘ Schranken errichtet werden. Was wir brauchen, ist Dialog, und nicht Unfrieden oder Feindseligkeiten!“ Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg, um in einen solchen Dialog einzutreten?

    Lassen Sie mich bitte betonen, auch wenn ich es vielleicht etwas übertrieben darstelle, dass es wohl auf beiden Seiten Unwissenheit gibt. Ich habe den Eindruck, dass ein großer Teil der Bevölkerung in der muslimischen Welt uninformiert ist; man ist dort nicht kultiviert genug, um ‚die Köpfe‘ des Westens zu erreichen. Im Westen dagegen hat man es lange Zeit versäumt, sich mit der muslimischen Welt zu beschäftigen, und man behandelt sie nun, als müsse man zwangsläufig einen Konflikt mit den Muslimen austragen. Doch mit so einer Haltung auf beiden Seiten können wir keinen Dialog eröffnen.

    Wissen Sie, als ich zum ersten Mal in die USA kam, galten Japaner dort als ‚Japsen‘, Chinesen als ‚der rote Chinese‘ und so weiter. Weil man aber inzwischen miteinander spricht und andere Kulturen zu verstehen beginnt, gibt es heute im ganzen Land chinesische und japanische Restaurants. China hat McDonalds, nur wir in der muslimischen Welt sind noch nicht so weit. Was weiß man zum Beispiel in den USA über die türkische Kultur? Beginnen könnte man beispielsweise mit der Geschichte des Osmanischen Reichs, mit den türkischen Süßigkeiten (Baklava) und der türkischen Gastfreundschaft. Gleiches gilt auch für die Araber. Wir müssen uns vorwerfen, unsere Sache schlecht gemacht zu haben, sie wiederum haben sich lange dagegen gesträubt, mehr über die muslimische Welt zu erfahren und den Glauben der Muslime oder ihre mit dem Glauben verknüpften intensiven Gefühle zu verstehen.

    Auf individueller Ebene sollten beide Seiten stärker aufeinander zugehen, wobei Austauschprogramme und alle Arten von Bildungszentren hilfreich sein können. Allerdings neige ich dazu, eher der muslimischen Welt die Schuld zu geben. Denn wir haben viel länger gezögert, uns zu öffnen und zu präsentieren, als der Rest der Welt.

    www.fontaene.de/Issue/detail/wissenschaft-in-der-islamischen-welt-ein-interview-mit-dem-agyptischen-nobelpreistrager-ahmed-zewail

    Du hast mich überzeugt. Ich konverteir zum ... und werde Mudschahed in Afghanistan
    wenn Du willst, von mir aus Konvertiere vom Blinden Urteiler/Unwissenden zum Mudschahed in Afghanistan

    Frieden

  8. #8
    Kıvanç
    Der wievielte Thread zu diesem Thema ist das jetzt?

  9. #9

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    Bitte den Text lesen oder (siehe auf der Seite) anhören....es geht nicht darum das Islam = Wissenschaft ist!

    es geht darum das Islam Wissenschaft fordert.... so sagt er (zb.):

    In Ihrem Buch schreiben Sie, die Sidi Ibrahim al-Desuqi Moschee sei sehr wichtig in Ihrem Leben gewesen, weil sie Ihre frühe Kindheit entscheidend geprägt hat. Sie seien dorthin gegangen, um zu studieren, denn im Islam sei die Moschee nicht allein ein Ort des Gebets, sondern auch der Gelehrsamkeit. Glauben Sie, dass dies auch heute noch so ist?

    Leider wurde die Moschee in den letzten Jahren oft von Leuten missbraucht, die nicht viel Ahnung vom Islam haben. Sie propagieren ihre eigene Sicht der Dinge, anstatt die Sicht des Islams. So erwuchs der Moschee aus mangelnder Aufklärung eine politische Komponente. Aufgewachsen in Ägypten, erinnere ich mich an Zeiten, als die Al-Azhar eines der einflussreichsten Zentren der Aufklärung in der Welt war. Zwar war es mir selbst nicht vergönnt, die Al-Azhar zu besuchen, aber auch in meiner Stadt gab es eine Moschee, deren Imam uns wieder und wieder einschärfte, wir als junge Menschen seien dazu verpflichtet, dass wir uns Wissen aneignen und hervorragende Ärzte oder Ingenieure werden. Und so pflegten wir in der Moschee zu studieren. Es war phantastisch. Ich meine, wir Jugendliche trafen uns in der Moschee - natürlich auch um zu beten; aber nach dem Gebet setzten wir uns gemeinsam hin und wendeten uns unseren Lehrbüchern und Heften zu. Insofern war die Mosche unser Lebensmittelpunkt. In meinem Buch gehe ich sogar noch einen Schritt weiter: Die Moschee war der Lebensmittelpunkt der ganzen Stadt.

    Frieden

  10. #10
    Avatar von Lance Strongo

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    Wer erfand eigentlich den Sprenggürtel?

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