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Deutsche U-Boote, griechischer Zorn

Erstellt von El Greco, 20.04.2010, 15:54 Uhr · 9 Antworten · 994 Aufrufe

  1. #1
    El Greco

    Deutsche U-Boote, griechischer Zorn

    Für die griechische Presse ist es ein handfester Skandal. Obwohl das Land nach den Worten von Ministerpräsident Giorgos Papandreou am "Abgrund eines Staatsbankrotts steht", willigt die Regierung Ende März ein, dem deutschen Rüstungskonzern ThyssenKrupp ausstehende 300 Mio. Euro für vier bestellte U-Boote zu bezahlen. Und bestellt für eine weitere Milliarde gleich noch zwei weitere der deutschen Hightech-Schiffe dazu.

    Seitdem wird spekuliert, dass Papandreou gar nichts für den umstrittenen Kaufauftrag kann. Er sei von der deutschen Bundesregierung - die die Griechen sonst öffentlich gern zum strikten Sparen ermahnt - gezwungen worden, berichten Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter in Athen. Ohne den U-Boot-Deal hätte Berlin dem EU-Rettungspaket für das Land nicht zugestimmt, heißt es da. Natürlich weist die deutsche Seite diesen Verdacht weit von sich.

    Nun naht überraschend Hilfe, die alle Beteiligten aus der peinlichen Zwickmühle befreien könnte - fast alle Beteiligten. Wie die FTD aus Militärkreisen erfuhr, liebäugelt die pakistanische Marine mit dem Kauf der von Griechenland bestellten U-Boote. Auf diese Weise könne Athen seine Verpflichtungen erfüllen und gleichzeitig Milliarden sparen.
    Zudem würde ein Problem der pakistanischen Marine gelöst. Seit sechs Jahren will sie mindestens drei nahezu baugleiche U-Boote anschaffen. Seitdem wartet das Land vergeblich auf die Entscheidung der Bundesregierung, die Rüstungsexporte außerhalb von Nato-Ländern absegnen muss.

    Pakistans Marine macht nun Druck, man brauche die Boote, da die alten Modelle ausrangiert werden müssten. Sollte sich die Lieferung hinziehen, müsse man auf Konkurrenzangebote etwa aus Frankreich zurückgreifen, heißt es mit drohendem Unterton. Da wären die für Griechenland bestimmten Boote doch die Lösung: Eines von ihnen ist fertig, drei weitere im Bau. Nicht nur die neu bestellten Boote könne man abnehmen, auch Folgeaufträge seien möglich, bietet Islamabad großzügig an. Diese Aussicht auf ein lukratives Geschäft wiederum könnte die Chancen für eine Mehrheitsübernahme der ThyssenKrupp-Tochter Hellenic Shipyards, die die Boote baut, durch den arabischen Konzern Abu Dhabi Mar erhöhen.

    Doch auch wenn der Plan nur Gewinner zu produzieren scheint, sind die Chancen für seine Verwirklichung gering. Die Lieferung an Pakistan wäre politisch brisant. Die Atommacht und ihr Nachbar Indien haben mehrere Kriege gegeneinander geführt. Die Grundsätze Deutschlands für den Rüstungsexport lassen Waffenlieferungen in Krisengebiete eigentlich nicht zu.
    Vor allem ist Pakistans Haushaltslage kaum besser als die von Griechenland. 2008 rettete der Internationale Währungsfonds das Land vor dem Staatsbankrott. Der Kauf der U-Boote wäre nur mit einem "umfassenden Finanzierungspaket" möglich, heißt es in Pakistan. Dieses Paket kann nach Lage der Dinge nur aus Berlin kommen.
    Nichts neues von Deutschland.

    Aber ganz unten im Artikel steht das die Deutsche Rüstungsindustrie keine Waffenlieferungen an Krisengebiete macht...Meine Frage: Warum liefert dann Deutschland seit Jahren Griechenland und der Türkei Waffen?

  2. #2
    IbishKajtazi
    Grundsätzlich gilt hier, dass sich Griechenland an bestehende Verträge zu halten hat, aber wenn schon Pakistan bereit ist die griechischen Optionen zu übernehmen, sollte die Deutsche Bundesregierung sich kulant verhalten und die Verträge mit Griechenland an Pakistan übertragen.

    Ich muss hierzu sagen, dass ich die griechische Strategie der Aufrüstung für etwas übertrieben halte. Klar, Griechenland muss seine Gewässer schützen, jedoch stellt sich die Frage ob dazu wirklich soviele U-Boote notwendig sind, zumal Griechenland in der Ägäis über die absolute Luftüberlegenheit verfügt und auch auf diesem Weg sein Seeteritorium verteidigen kann. Jetzt werden mache denken -man kann sich mit Fluggeräten nicht gegen Unterseefahrzeuge wehren- man kann eben doch und zwar viel billiger als mit U-Booten. Jeder gängige Hubschrauber kann heutzutage mit Sonartechnik und Torpedos zur U-Bootabwehr ausgerüstet werden. Folglich braucht Griechenland diese U-Boote nicht wirklich, ich habe das Gefühl, dass in die griechischen Planungen zum Erwerb von Militärgerät immer die Angst vor der Türkei und das Zyperntrauma mit einfließt. Auf Dauer eine harte Belastung für die griechische Wirtschaft.

    MfG

    Ibish...

  3. #3

    Registriert seit
    31.01.2009
    Beiträge
    6.317
    Warum Angst vor Türkei?
    Die EU müsste uns helfen, sowie die NATO dazu beitragen würde, den Konflikt zu stoppen.

    Die Deutschen regen mich langsam auf, wirklich..

  4. #4
    IbishKajtazi
    Zitat Zitat von Greko Beitrag anzeigen
    Warum Angst vor Türkei?
    Die EU müsste uns helfen, sowie die NATO dazu beitragen würde, den Konflikt zu stoppen.

    Die Deutschen regen mich langsam auf, wirklich..
    Mir ist bewusst, das Griechenland durch Bündnisverhältnisse, innerhalb der EU, geschützt ist. Die griechische Regierung scheint da doch etwas Angst zu haben, wenn sie so massiv auf Rüstungsshoppingtour geht, immerhin ist geplant bis 2012 Militärgerät im Wert von 10 MRD. € zu erwerben; Wieso sonst, wenn keine Befürchtungen bestehen?

    MfG

    Ibish...

  5. #5
    El Greco
    Zitat Zitat von IbishKajtazi Beitrag anzeigen
    Mir ist bewusst, das Griechenland durch Bündnisverhältnisse, innerhalb der EU, geschützt ist. Die griechische Regierung scheint da doch etwas Angst zu haben, wenn sie so massiv auf Rüstungsshoppingtour geht, immerhin ist geplant bis 2012 Militärgerät im Wert von 10 MRD. € zu erwerben; Wieso sonst, wenn keine Befürchtungen bestehen?

    MfG

    Ibish...
    In Griechenland hat man das Gefühl das man von der EU im Ernstfall nicht geholfen werden und von der NATO garnicht zu reden es ist bekannt das die NATO(USA) auf der Seite der Türkei steht.

    Wäre das nicht so würden sie den Zypernkompflikt gleich lösen und nicht ausnutzen um ihre Waffenexporte in die höhe zu treiben.

  6. #6
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
    09.08.2009
    Beiträge
    57.148
    das problem was wäre wen es zu einem konflikt kommen mit der türkei würde, wäre wie überall auf der welt, das erst was passiert und danach verhandelt wird.

    deswegen die massive aufrüstung der griechischen armee, weil im notfall das problem nicht an einem tag gelöst wird und bis was geschiet vergeht viel zeit.

  7. #7
    IbishKajtazi
    Zitat Zitat von El Greco Beitrag anzeigen
    In Griechenland hat man das Gefühl das man von der EU im Ernstfall nicht geholfen werden und von der NATO garnicht zu reden es ist bekannt das die NATO(USA) auf der Seite der Türkei steht.

    Wäre das nicht so würden sie den Zypernkompflikt gleich lösen und nicht ausnutzen um ihre Waffenexporte in die höhe zu treiben.
    Ja, die Griechen scheinen sowieso viel skeptischer zu sein als die andern Bündnispartner. Diese Skepsis die bei den Griechen, vorallem gegenüber den USA und der Nato, sehr stark aufzufinden ist, liegt meiner Meinung nach darin, dass eben diese damals die griechische Diktatur mit allen Mitteln unterstützten um zu verhindern das Griechenland in den Kommunismus verfällt. Hier sind aber die Griechen gefordert zu erkennen, dass es so nicht weiter geht, dann man gibt sowieso schon zuviel für sinnlose Aufrüstung aus.

    MfG

    Ibish...

  8. #8
    El Greco
    Zitat Zitat von IbishKajtazi Beitrag anzeigen
    Ja, die Griechen scheinen sowieso viel skeptischer zu sein als die andern Bündnispartner. Diese Skepsis die bei den Griechen, vorallem gegenüber den USA und der Nato, sehr stark aufzufinden ist, liegt meiner Meinung nach darin, dass eben diese damals die griechische Diktatur mit allen Mitteln unterstützten um zu verhindern das Griechenland in den Kommunismus verfällt. Hier sind aber die Griechen gefordert zu erkennen, dass es so nicht weiter geht, dann man gibt sowieso schon zuviel für sinnlose Aufrüstung aus.

    MfG

    Ibish...
    Und diese Skepsis ist auch noch heute in Griechenland sehr stark. Und meiner Meinung nach ohne taten seitens der NATO und der EU die zeigen das wir wirkliche verbündete sind wird diese Skepsis für immer bleiben.

  9. #9
    IbishKajtazi
    Ja, du hast Recht, vorallem die größeren Natopartner sind zu arogant gegenüber ihre kleinern Partner.

    Aber Griechenland selbst befindet sich zur Zeit in einer verkorksten, innerpolitischen Situation, das Land braucht eine Erneuerung; Eine allgemeine Reform, von der Sozial- bis hin zur Bildungsreform.

    Ibish...

  10. #10
    El Greco
    Zitat Zitat von IbishKajtazi Beitrag anzeigen
    Ja, du hast Recht, vorallem die größeren Natopartner sind zu arogant gegenüber ihre kleinern Partner.

    Aber Griechenland selbst befindet sich zur Zeit in einer verkorksten, innerpolitischen Situation, das Land braucht eine Erneuerung; Eine allgemeine Reform, von der Sozial- bis hin zur Bildungsreform.

    Ibish...
    Jap...

    Am besten...immer meiner Meinung nach sollte Griechenland pleite geht und einen neuen Start hinlegen.

    Aber die Regierung unten bemüht sich alles zu verändern. Die erste Regierung seit Jahren die das macht.

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