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Syrien: Assad schließt Packt mit PKK

Erstellt von Katana, 11.04.2012, 00:21 Uhr · 8 Antworten · 1.529 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Katana

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    Daumen runter Syrien: Assad schließt Packt mit PKK

    Assad hat den Norden Syriens der Pkk überlassen, damit sie Opositionelle und Aufständische in Schach halten. Dadurch kann Assad seine Ressourcen auf andere Landesteile konzentrieren während der Norden defacto Pkk gebiet ist. Viele syrische und irakische Kurden fühlen sich von der Pkk bedroht und fürchten sich jetzt vor einem bevorstehenden Bruderkrieg.

    Als Gegenleistung kann die Pkk den Norden als Rückzugsgebiet nutzen, von dort aus den Waffen- und Drogenschmuggel über Afghanistan Iran-Irak und Syrien kontrollieren und in Ruhe Terroristencamps errichten.

    Im Dienste des Diktators



    Im Kampf um sein Überleben stützt sich das syrische Regime offenkundig auch auf die PKK. Die kurdische Untergrundorganisation kontrolliert Teile des Nordens und hält Präsident Assad den Rücken frei. Kurdische Flüchtlinge fürchten, dass dies weiteres Blutvergießen nach sich ziehen wird.
    Von Björn Blaschke, ARD-Hörfunkstudio Kairo, zzt. Erbil
    Aus dem Beton-Rohbau soll eines Tages eine Moschee werden. Es ist kalt. Die Öffnungen, die für Türen und Fenster vorgesehen sind, wurden notdürftig mit blauen Plastikplanen zugemacht, aber an den Seiten zieht der Wind in den großen Innenraum.
    Brennende Kerosin-Kocher verbreiten wenig Wärme, aber viel Gestank. Auf den Schaumstoffmatratzen und Polyesterdecken hocken junge Männer und schlingen ihr Mittagessen in sich hinein. Eine von drei Mahlzeiten, die ein privater Spender ihnen täglich bringen lässt.
    Aus Angst vor Assads Regime geflohen

    Etwa 250 Flüchtlinge sind hier in Irakisch-Kurdistan untergebracht, nahe der Ortschaft Domiz und rund 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Und sie berichten das von ihrer Flucht, was Menschen, die dem Terror in Syrien entkommen, dieser Tage berichten.
    Rosh zum Beispiel. Der 30-Jährige erzählt davon, dass er in Qamishli in Nordsyrien demonstriert hat, gegen Präsident Baschar al Assad und die schlechten Lebensbedingungen in den syrischen Kurdengebieten. Er erzählt, dass er, der schon vor Jahren seinen Wehrdienst absolviert hatte, erneut eingezogen werden sollte und Angst hatte, auf Aufständische schießen zu müssen, und dass er sich daraufhin von Schleppern in den Irak hat bringen lassen.
    PKK nutzt Schwäche des syrischen Opposition

    Und Rosh berichtet davon, dass die Opposition in seiner Heimat uneins ist, dass die mehr als ein Dutzend syrisch-kurdischen Gruppen schwach sind. Das wiederum nutze, so Rosh, aber auch andere Flüchtlinge, eine Organisation aus, mit der in Syrien nur noch wenige gerechnet hatten: die PKK - die Kurdische Arbeiterpartei, die seit drei Jahrzehnten gegen die Türkei kämpft.
    Abdullah Öcalan, der Chef der PKK, hatte lange unter syrischem Schutz gestanden, bevor das Regime ihn Ende der 90er-Jahre auswies und er nach einer Odyssee rund um den Globus vom türkischen Geheimdienst schließlich in Kenia gefangen wurde. Seit den 90er-Jahren unterhalten einigen Tausend PKK-Kämpfer in den unzugänglichen Bergen des Nord-Irak Stellungen und Lager, um von dort aus Ziele in der Türkei und in Iran anzugreifen.
    PKK wird von Assad unterstützt

    Nach dem Beginn der Revolte in Syrien vor mehr als einem Jahr sollen jedoch zwischen 1200 und 1500 PKK-Kämpfer in das von Assad regierte Land eingesickert sein - mit der ausdrücklichen Billigung des Regimes in Damaskus. Anfangs, so berichten Rosh und andere kurdische Flüchtlinge aus Syrien, seien sie kaum in Erscheinung getreten, dann aber hätten sie angefangen, ihre Fahne zu hissen.
    Mittlerweile habe die Führung in Damaskus die Staatsgewalt teilweise oder ganz an die PKK abgetreten. Sie habe eigene Schulen und sogar Gerichte, halte sogar Prozesse ab und bestrafe syrische Kurden - zum Beispiel wegen der Teilnahme an Regime-kritischen Demonstrationen.
    Mord an oppositionellem Kurden

    Ortswechsel - vom Flüchtlingslager unweit der Grenze zu Syrien, nach Erbil, in die Hauptstadt der autonomen Region Irakisch-Kurdistan: Hierher ist Faris Temmo geflohen, der Sohn von Mashaal Temmo, dem bekanntesten syrisch-kurdische Aktivisten, der im vergangenen Oktober, kurz nach seiner Entlassung aus einer mehr als dreijährigen Haft, erschossen wurde.
    Er war für die kurdische ''Zukunftsbewegung'' in der größten Oppositionsvereinigung, im Syrischen Nationalrat. Und, sagt Faris Temmo über seinen Vater Mashaal, er wäre der einzige syrische Kurdenführer gewesen, der seine Landsleute gegen die PKK hätte aufbringen können. Deshalb sei er - wohl im Auftrag des Assad-Regimes - von PKK-Mitgliedern oder ihr nahe stehenden Mördern umgebracht worden.
    PKK-Terror im Auftrag Assads?

    Der Handel zwischen der PKK und der Führung in Damaskus hat Vorteile für beide: Das Regime überlässt der Kurdenorganisation, die in der EU und den USA als Terrorgruppe eingestuft ist, die Kontrolle über das Grenzgebiet zur Türkei und dem Irak. Und das heiße, so mehrere Quellen, dass die PKK Schutzgelder von Bauern erpresse, Schmuggel organisiere, aber eben auch Revolten niederschlage und Geheimdienstarbeit übernehme.
    Dafür können Assad und seine Generäle ihre Kräfte in anderen Gebieten konzentrieren. Das alles weist Ibrahim Kocer zurück. Er ist ebenfalls in Erbil, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan, ansässig; als Vertreter des syrischen Flügels der PKK, PYD genannt. Sie, nicht die PKK, sei in Syrien aktiv; und die PYD sei allenfalls im Selbstverteidigungsfalle zu Gewalt bereit. Ansonsten wolle sie friedlich für einen demokratischen Staat eintreten.
    Hoffnung auf das Ende des syrischen Regimes

    Alles Wortklauberei, sagen wiederum irakische Kurden aus der Führung der autonomen Region - allerdings nur unter der Bedingung, dass ihre Namen ungenannt bleiben. Es gebe keinen Unterschied zwischen PYD und PKK, es arbeiteten seit einiger Zeit mindestens tausend PKK-Kämpfer mit dem Regime in Damaskus zusammen, und: Sie seien genau davor gewarnt worden. Das Assad-Regime werde sich allenfalls noch ein halbes Jahr lang halten können, dann würden die PKK-Leute als Kollaborateure zur Rechenschaft gezogen - und zwar von den syrischen Kurden.
    Die irakischen Kurden wissen, wovon sie reden: Sie haben Jahre lang im Kleinkrieg mit der PKK gelegen, deren Ideen sich fundamental von der der Kurden im Irak unterscheidet: Deren Gesellschaft ist eher feudalistisch; die PKK steht dagegen immer noch für sozialistisch-marxistisches Gedankengut. Die irakischen Kurden fürchten spätestens nach einem Sturz des Assad-Regimes einen kurdischen Bruderkrieg in Syrien und möglicherweise eine Militäroperation der Türkei gegen PKK-Stellungen in Syrien.
    Viele Szenarien sind denkbar

    Doch vielleicht kommt auch alles anders; vielleicht setzt die PKK darauf, dass sie sich nach dem Sturz Assads als Retterin aufspielen kann: Wenn es, wie viele Beobachter vorhersagen, zu einem Bürgerkrieg kommen sollte, könnte sich die PKK als Schutzmacht präsentieren - für die syrischen Kurden. Und das würde der Organisation, die in den vergangenen Jahren an Einfluss verloren hat, wieder einen Aufschwung bescheren.
    Rosh, der junge syrische Kurde, der als Flüchtling in dem Moschee-Rohbau von Domiz untergekommen ist, träumt von einer Rückkehr in ein friedliches Syrien. Bis es so weit ist, wird er wahrscheinlich herumlungern; es gebe zwar Arbeit in der Nähe, aber als Flüchtling werde er so schlecht bezahlt, dass er lieber nichts tue.
    Vielleicht erhält er aber demnächst eine neue Chance - als syrischer Ex-Soldat: Die Führung im kurdischen Teil des Irak hat jedenfalls angefangen, zweihundert bis dreihundert syrische Kurden militärisch zu trainieren. Inoffiziell wird das aus irakischen Regierungskreisen bestätigt, inoffiziell, weil die irakische Zentralregierung mit dem Assad-Regime zusammenarbeitet. Mit ihrem Ausbildungsprogramm für syrisch-kurdische Kämpfer positionieren sich die irakischen Kurden: gegen Bagdad, Damaskus und die PKK. Im Dienste des Diktators: Die PKK in Nordsyrien - Nachrichten | SWR.de

  2. #2
    Avatar von Katana

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    Audiofile von Tagesschau.de
    Im Dienste der Diktatur

  3. #3

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    acik acik savas ilani Türkiye mutlaka bisey yapmali bunlar iyice kudurdu Devlet Bahceli 2 aydan beri diyordu tampon bölgesi olusturun.

  4. #4
    Avatar von Ilan

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    Jetzt ist Assad natürlich ein Diktator.

  5. #5
    Avatar von Katana

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    Zitat Zitat von Yuval Kfir Beitrag anzeigen
    Jetzt ist Assad natürlich ein Diktator.
    Nein, er ist ein ehrenhafter Gentelman und (Erb-)Monarch, der sein Volk respektiert und auf ihre Wünsche eingeht. Deswegen verkehrt er auch mit Pkk Politikern und hilft ihnen bei der Errichtung einer polit. Zone in Nordsyrien, damit sie sich schneller um die Wünsche seines Volkes kümmern können.

  6. #6
    Avatar von Ilan

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    Zitat Zitat von Katana Beitrag anzeigen
    Nein, er ist ein ehrenhafter Gentelman und Monarch, der sein Volk respektiert und auf ihre Wünsche eingeht. Deswegen verkehrt er auch mit Pkk Politikern und hilft ihnen bei der Errichtung einer polit. Zone in Nordsyrien, damit sie sich schneller um die Wünsche seines Volkes kümmern können.
    Ich mein jetzt für die Türken, die ihn noch in Schutz genommen haben und "IMPERIALISMUS" rumschrien. Ich halte von Assad genau so wenig.

  7. #7
    Avatar von Katana

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    Zitat Zitat von Yuval Kfir Beitrag anzeigen
    Ich mein jetzt für die Türken, die ihn noch in Schutz genommen haben. Ich halte von Assad genau so wenig.
    Assad hat sichs selbst verkackt. Man hat am Anfang gedacht, der junge im Westen studierte Augenarzt Assad könne den Ausgleich zw. der selbstinstallierten Erbmonarchie und "Demokratie" durch Reformen schaffen. Als sich sein Volk für Demokratie stark gemacht hat, haben wir alle gesehen was passiert ist. Aus Angst seine macht zu verlieren...

    Die Türkei hat es richtig gemacht, sie haben immer auf eine friedliche Lösung gehofft, Assad hat weiter Öl ins Feuer gegossen. Die Türkei hat die Grenzen aufgemacht und soviele Flüchtlinge wie möglich aufgenommen und nimmt sie immer noch auf. Erst jetzt wo Assadtruppen (unter anderem Pkk) über die Grenze rüberschießen, sieht man dass der Anan-Plan im Arsch ist. Heute hieß es immer noch in den deut. Nachrichten das falls Syrien den Anan-Plan einhalte..WTF

    Bei der kleinsten Kleinigkeit muss die Türkei die Grenzen und Flüchtlinge schützen, dass heißt das sie auf die nächsten Provokationen mit Waffengewalt LEIDER antworten muss. Alternative wäre nichts tun und warten das syrische Truppen über die Grenze nach Hatay gehen und auf türk. Boden weiterschlachten...

  8. #8

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    Zitat Zitat von Yuval Kfir Beitrag anzeigen
    Ich mein jetzt für die Türken, die ihn noch in Schutz genommen haben und "IMPERIALISMUS" rumschrien. Ich halte von Assad genau so wenig.
    Amerika und Co. soll sich nicht einmischen ganz einfach .

  9. #9

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    nach syrien wird es der türkei erlaubt einzumarschieren und in den norden des iraks nicht? das hauptquartier der pkk ist in den kandilgebirgen

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