Gegen den türkischen Schauspieler Atilla Olgac hat ein Staatsanwalt in Istanbul Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen bei der Invasion türkischer Truppen im Norden Zyperns 1974 eingeleitet.

Olgac, der auch wegen einer Rolle in der nationalistisch gefärbten türkischen Fernsehserie "Kurtlar Vadisi" (Tal der Wölfe) bekannt ist, hatte in einer TV-Runde jovial über seine Militärzeit berichtet. Damals habe er einen gefesselten Gefangenen erschossen. Der 19-jährige griechische Zypriot habe ihn angespuckt. Ein Vorgesetzter habe ihm gesagt, er solle ihn erschießen.

Kurz darauf distanzierte sich Olgac von seinen Schilderungen und erklärte, es habe sich nur um ein Szenario für einen Anti-Kriegsfilm gehandelt. Jetzt werde geprüft, ob Olgac gegen die Genfer Konvention über die Behandlung von Kriegsgefangenen verstoßen habe, berichteten türkische Medien. Der Fall hatte in Griechenland und auf Zypern für Proteste gesorgt.


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