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Muslimische Wissenschaft

Erstellt von Taudan, 30.08.2011, 10:36 Uhr · 25 Antworten · 2.264 Aufrufe

  1. #21

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    76.320
    Ich halte so eine Differenzierung auch für bedenklich und nicht zielführend. "Muslimische/islamische Wissenschaft" könnte man es ruhigen Gewissens nur dann nennen, wenn die Erkenntnisse hauptsächlich auf islamisch-religiösen Methoden beruhen würden, und das tun sie definitiv nicht, die Beobachtung eines Ereignisses in der Natur, ein Experiment und logische Rückschlüsse ziehen ist eine ganz klar religions- und kulturübergreifende Tätigkeit.

    In Teilen der modernen Wissenschaft waren und sind z.B. einige jüdische Wissenschftler führend, soll man das nun "jüdische Wissenschaft" nennen?

    So eine Differenzierung ist zu Beginn des 3. Reichs übrigens in zweifacher Hinsicht gründlich in die Hosen gegangen, als unter der Führung von Physiker, Nobelpreisträger und späterem Antisemiten Philip Lenard eine "Deutsche Physik" etabliert werden sollte. Es ging hauptsächlich um die Ablehnung von Quanten- und Relativitätstheorie, die er als abstrakt, wirklichkeitsfremd und "jüdisch" bezeichnete.

    Sie lehnten Teile der modernen theoretischen Physik als „dogmatisch-dialektische“ Hervorbringung ab. Nach Lenards Auffassung sei Naturerkenntnis rassisch bedingt, und die arische Rasse habe hierfür die besten Voraussetzungen.
    :

    Und so einen Blödsinn haben echte, gestandene Naturwissenschaftler verzapft und sich damit völlig zu Recht selbst ins Abseits manövriert.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik

  2. #22
    Taudan
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Ich halte so eine Differenzierung auch für bedenklich und nicht zielführend. "Muslimische/islamische Wissenschaft" könnte man es ruhigen Gewissens nur dann nennen, wenn die Erkenntnisse hauptsächlich auf islamisch-religiösen Methoden beruhen würden, und das tun sie definitiv nicht, die Beobachtung eines Ereignisses in der Natur, ein Experiment und logische Rückschlüsse ziehen ist eine ganz klar religions- und kulturübergreifende Tätigkeit.

    In Teilen der modernen Wissenschaft waren und sind z.B. einige jüdische Wissenschftler führend, soll man das nun "jüdische Wissenschaft" nennen?

    So eine Differenzierung ist zu Beginn des 3. Reichs übrigens in zweifacher Hinsicht gründlich in die Hosen gegangen, als unter der Führung von Physiker, Nobelpreisträger und späterem Antisemiten Philip Lenard eine "Deutsche Physik" etabliert werden sollte. Es ging hauptsächlich um die Ablehnung von Quanten- und Relativitätstheorie, die er als abstrakt, wirklichkeitsfremd und "jüdisch" bezeichnete.



    :

    Und so einen Blödsinn haben echte, gestandene Naturwissenschaftler verzapft und sich damit völlig zu Recht selbst ins Abseits manövriert.

    Deutsche Physik
    Ok ich verstehe schon was du mir sagen willst.Aber so stand es in dem artikel.Ich wusste ja nicht das sie sofort ausflippen.Wegen eines Wortes.
    Das thema war nicht religiös gemeint,auch wenn es viele so verstanden haben.

  3. #23
    Avatar von Evros

    Registriert seit
    05.08.2011
    Beiträge
    265
    Zitat Zitat von Alejo Beitrag anzeigen
    Einst waren es Muslime, die den christlichen Europäern wichtige Kenntnisse der Wissenschaft vermittelten und dadurch die Renaissance ermöglichten.
    Waren es nicht eher die Gelehrten die aus Byzanz geflüchtet sind, die die Renaissance ermöglichten?

    "Die Kenntnis der Griechischen, die im Mittelalter in der ...Welt verloren gegangen war, wurde im 15. Jhd. in Italien wiedergewonnen. Durch gelehrte Flüchtlinge aus dem 1453 von den Türken eroberten Konstantinopel und durch Handelsbeziehungen zum östlichen Mittelmeer gelangte man in den Besitz griechischer Handschriften und gewann Lehrmeister des Griechischen."

    H. Krieger, Beginn der Neuzeit..., Hamburg 1977

  4. #24
    Taudan
    So dass ich nicht das thema schliesse,machen wir weiter.Hier etwas über arabische mathematik und was es für den westen bedeutet hat.Vielleicht wird es sogar Veles interessieren.
    http://jones.math.unibas.ch/~walser/.../Pfenniger.pdf

  5. #25
    Taudan
    Arabische Wissenschaft



    Es gibt kaum einen Mythos, der in unseren pc-getränkten Tagen eifriger gepflegt wird als jener der arabischen bzw. muslimischen "Wissenschaft". Dies ist umso verständlicher, als es hinsichtlich der Errungenschaften der arabischen Welt während der letzten Jahrhunderte nicht viel zu beríchten gibt. Das Fehlen irgendwelcher positiver Beiträge zur Menschheitsgeschichte wird noch dadurch verstärkt, dass die zeitgenössischen Nachrichten aus jenem Kulturkreis eben auch nicht gerade erbaulich sind: gekränkter Stolz, Minderwertigkeitsgefühle, dazu ein ausgeprägtes Bewusstsein der eigenen Überlegenheit, all das mixt sich zu einem Treibsatz, der nicht nur Gewalt und Terror heranzüchtet, sondern gleichzeitig deren wortreiche Entschuldigung. Denn schuld sind bekanntlich immer nur die Anderen.

    Angesichts dieser Sachlage ist man naturgemäß froh, einen Gegenstand zu haben, der vermeintlich ganz eindeutig die großen Beiträge der arabischen Wissenschaft, wenn nicht gar deren klare Überlegenheit während des europäischen Mittelalters beweist. Denn, so lautet die kaum verhüllte Botschaft, ohne die arabische Wissenschaft hätte es die moderne europäische nie gegeben.

    Nun hat es in der Tat eine Reihe arabischer Wissenschaftler gegeben, die Beiträge zu dem einen oder anderen Spezialgebiet lieferten. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, auf wessen Schultern (um mit Isaak Newton zu sprechen) die muslimische Wissenschaft stand: es war der reiche Fundus der Griechen. Ein Beitrag, der kürzlich auf SPON veröffentlicht wurde, liefert - wenngleich unfreiwillig - einen weiteren Beweis für diese These.

    Selbst die größten Gelehrten Arabiens, Avicenna und Averroes, sind ohne den Griechen Aristoteles nicht denkbar. Ihre größte Eigenleistung bestand darin, dessen umfangreiches, ja geradezu enzyklopädisches Werk zu kommentieren. Darin waren sie wirklich große Klasse. Aber Kommentieren ist nun mal etwas völlig anderes als ein ein eigenes philosophisches System zu entwickeln. Es ist richtig, dass diese Kommentare im westlichen Denken einen gewissen Einfluss entfalteten. Aber so zu tun, als wäre ohne die Vermittlung der Araber, nichts aus der abendländischen Wissenschaft geworden, ist schlicht un einfach unzutreffend. Im Gegenteil. Bis zum Jahr 1453, als Byzanz vom Osmanischen Reich eingenommen wurde, gab es einen regen wissenschaftlichen Austausch zwischen den abendländischen und den byzantinischen Gelehrten.

    Immer wieder werden die Leistungen der Araber auf dem Gebiet der Mathematik hervorgehoben. Zwar ist es richtig, dass hier, insbesondere auf dem Gebiet der Algebra und der Trigonometrie, einige Fortschritte erzielt wurden. Gleichwohl wird man herausragende Figuren, wie sie das antike Griechenland kannte, vergeblich suchen. Euklid und Archimedes, die bedeutendsten Mathematiker des Altertums, hatten unter den arabischen Zunftgenossen nicht ihresgleichen. Gewiss war es auch die Komplexität des von den Griechen verwendeten Zahlensystems, die die Entwicklung einer leistungsfähigen Arithmetik und Algebra weitgehend verhinderte. Die Araber waren hier mit ihrem Zahlsystem, das seinerseits indische Wurzeln besaß, eindeutig im Vorteil.

    Auch die Astronomie gilt als eine Paradedisziplin der Araber. Nun ja, über den Wüsten ist der Himmel meistens trocken. Man hat also perfekte Beobachtungsbedingungen. Und das war zweifellos eine Stärke der arabischen Astronomie. Sie stellten einen reichen Fundus von Beobachtungsdaten zusammen. Und auch hier sehen wir einen zentralen Unterschied zu ihren griechischen Vorläufern. Diese scheinen wesentlich mehr Gewicht auf die Herausbildung astronomischer Modelle gelegt zu haben. Das Sphärenmodell des Ptolemäus, das erst von Kopernikus zu Fall gebracht werden sollte, fand unter den arabischen Astronomen keinen ernsthaften Herausforderer.

    Kurz gesagt, der viel beschworene Einfluss arabischer Wissenschaftler auf ihre abendländischen Nachfolger wird ganz einfach überschätzt. Und zwar aus ideologischen Gründen, wie ich meine. Gewiss mag es da und dort eine ideelle Verbindungslinie geben. Aber jene Titanen des europäischen Geistes wie Kopernikus, Kepler, Galilei, Newton etc. brauchten bestimmt keine Anleihen bei irgendwelchen muslimischen Gelehrten zu machen.

    Wie stark das ideologische Vorurteil bei Verfechtern der arabischen Wissenschaft ist, wird aus folgendem Zitat klar:

    Manche Orientalisten sträuben sich gegen die Annahme, dass der Elixier-Gedanke aus China stamme. Sie argumentieren, dass es keine chinesischen alchemistischen Schriften gäbe, welche ins Arabische übersetzt worden seien. Sie ignorieren die entsprechende Literatur und lassen sie bei ihren eigenen Arbeiten bewusst außer Acht. (K. Wulff, Naturwissenschaften im Kulturvergleich)
    Wenn eine Kultur wie die islamische in früheren Zeiten derart überlegen gewesen sein soll, wie das manche Leute darstellen, dann fragt man sich, wie es dazu kam, dass diese Überlegenheit verloren gegangen ist. Die Antwort darauf dürfte ziemlich eindeutig sein, wird aber von eben diesen Leuten diskret verschwiegen.
    So,jetzt wird sich Veles freuen.Und nicht sauer sein,weil da oben muslimische wissenschaft steht.

  6. #26
    Kingovic
    Close auf Wunsch

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