Der
Heilige Sava von Serbien (deutsch auch
Sawa geschrieben) ist ein Heiliger der christlichen
Orthodoxie, war ein bedeutender serbischer Aufklärer, erster orthodoxer Erzbischof von
Serbien und Verfasser des ersten serbischen
Gesetzbuches. Sein Gedenktag ist der 27. Januar nach dem Julianischen Kalender oder der 14. Januar nach dem Gregorianischen Kalender.
Sein weltlicher Name war
Rastko (Nemanjić). Er wurde um 1175 in Ras, der damaligen Hauptstadt
Serbiens nahe dem heutigen
Novi Pazar geboren. Er war der jüngste Sohn des serbischen
Großžupan Stefan Nemanja. Sein ältester Bruder
Vukan war Župan von
Montenegro und
Dalmatien, sein zweiter Bruder
Stefan serbischer Großžupan und ab
1217 serbischer König. Rastko selbst wurde mit 15 Jahren Župan von Zahumlje oder Hum, der heutigen West
herzegowina.
Ob über das Vorgehen gegen die
Bogumilen entsetzt oder aus anderen Gründen, jedenfalls flüchtete der damals 16-jährige und tiefgläubige Rastko nach
Athos, der heutigen Mönchsrepublik in
Griechenland. Auf seiner Flucht wurde Rastko von zwei russischen Mönchen unterstützt, die durch
Serbien reisten. Er trat in das Kloster
Aghios Panteleimon ein und wurde Mönch mit dem Namen Sava.
Das erregte in Athos Verwunderung und zugleich Bewunderung für den ehemals römisch-katholischen Fürstensohn, dem schon die Herzegowina zur Herrschaft anvertraut worden war. Sava war nicht nur zutiefst gläubig, er genoss auch eine gute Bildung, und bald wurde Sava einer der führenden Persönlichkeiten der Athos-Bruderschaft. Das Kloster
Vatopedi, das damals bedeutendste Athos-Kloster, wählte ihn trotz seiner Jugend zum Abt.
In
Serbien begann sein Vater Stefan Nemanja immer mehr an der römisch-katholischen Glaubenslehre zu zweifeln. Er war ein tief gläubiger Mensch, was auch seine Schriften und Botschaften zeigen. Vielleicht auch als Sühne für seine früheren Taten entsagte Stefan Nemanja 1196 dem Fürstenthron und folgte seinem Sohn Rastko-Sava auf den Athos. Nun waren Vater und Sohn, Fürst und Fürstensohn, Mönche im Kloster Vatopedi. Stefan Nemanja verstarb 1200 als Mönch Symeon auf dem Athos. Aus seinem Grab wächst eine Traubenrebe, die im Glauben vieler orthodoxer Christen Wunder bewirken kann: Wer im tiefen Glauben und von den Trauben dieser Rebe kostet, dem soll bei Kinderlosigkeit geholfen werden können. Das Athos-Kloster
Hilandar, von Sava und Symeon 1198 erneuert, bewahrt mehrere Tausend Dankbriefe, wo das Wunder von Symeon dem Mönch (Simeon Mirotočivi) geholfen haben soll.
Auf dem serbischen Fürstenthron wurde von Stefan Nemanja sein zweiter Sohn
Stefan Nemanjić eingesetzt, der spätere serbische König Stefan der Erstgekrönte. Nemanjas Erstgeborener Vukan, der die Nachfolge seines Vaters hätte antreten sollen, bekam Montenegro und Teile Dalmatiens. Es war im frühen
Serbien nicht üblich, dass der zweite Sohn die Nachfolge antrat, und nachdem Stefan Nemanja verstorben war, lehnte sich Vukan mit Unterstützung vieler serbischer Stammesältester gegen seinen Bruder Stefan auf.
Vukan wurde auch von
Ungarn und der
Römischen Kirche unterstützt, während Stefan mehr Sympathien für die Ostkirche zeigte. Stefan wurde vertrieben, kam aber mit bulgarischer Hilfe wieder auf den Thron zurück. Da Stefan Nemanja seinerzeit den bulgarischen Aufstand gegen
Byzanz unterstützt hatte, herrschte damals eine tiefe Freundschaft zwischen
Serbien und Bulgarien. Die
Bulgaren gehörten der Ostkirche an und waren zugleich mit Ungarn befeindet, insofern war es für sie ganz natürlich, dass sie Stefan Hilfe gewährten. Vukan musste sein Vatererbe in Montenegro zurücklassen, bereitete aber erneut einen Aufstand. Das bewirkte, dass Sava um 1208 von Athos nach
Serbien zurückkehrte, begleitet mit den Gebeinen Stefan Nemanja-Symeons.
Sava beschwor vor den Gebeinen des verstorbenen Vaters seine Brüder zur Versöhnung und schaffte tatsächlich, dass Frieden einkehrte in das von Bruderkriegen ausgeblutete
Serbien. Die nächsten Jahre blieb Sava in
Serbien und half bei der Überwindung der Wunden des Bürgerkriegs. Diese Jahren gelten als die bedeutendsten in seinem Wirken.
1217 kehrte Sava wieder nach Athos zurück.
Die Römische Kirche begann ihre Position in
Serbien zu festigen, weswegen orthodoxe Serben auf den Athos kamen und dieses Sava und den anderen Mönchen mitteilten. Das beunruhigte die Athos-Mönche. Die Athos-Mönche saßen Rat und beauftragten Sava, den ökumenischen Patriarchen der Ostkirche um eine eigenständige Kirchenorganisation für
Serbien zu bitten. Eine Delegation Athos-Mönche mit Sava unter ihnen reiste 1219 nach
Nicäa, wohin der damalige ökumenische
Patriarch Manuel I. nach der Eroberung von Konstantinopel ausgewandert war. Patriarch Manuel stimmte dem Vorhaben der Athos-Mönche zu, eine eigene Kirchenorganisation für
Serbien ins Leben zu rufen, nur bedurfte es dafür eines Kandidaten. Die Athos-Mönche hatten ihre Wahl schnell getroffen: Sava wurde zum Erzbischof für
Serbien und der Küstenländer gewählt und schließlich von Patriarch Manuel geweiht.
1220 folgte die zweite Rückkehr des Sava nach
Serbien, diesmal als
Erzbischof von
Serbien, begleitet von den fähigsten Athos-Mönchen. Dem konnte sich selbst König Stefan nicht widersetzen, oder er wollte es gar nicht. Zu
Pfingsten 1221 wurde eine Volksversammlung berufen und Sava als Erzbischof bestätigt. Sava krönte danach seinen Bruder ein zweites Mal zum König, diesmal nach orthodoxem Ritus.
Damit wurde die
Serbisch-Orthodoxe Kirche ins Leben gerufen. Im Grunde entstand die Serbisch-Orthodoxe Kirche auf dem Athos, unter den Athos-Mönchen, weswegen orthodoxe Serben heute noch sehr eng verbunden sind mit der Mönchsrepublik.
Nach der zweiten Wallfahrt zu den heiligen Stätten und zum Herrengrab in
Jerusalem besuchte Sava den bulgarischen Kaiser
Ivan Asen II. an dessen Hof in
Weliko Tarnowo. Er half dabei den orthodoxen Bulgaren, ihr
Patriarchat zu erneuern. Man sieht, dass der Heilige Sava wie ein richtiger
Apostel Christi auch die geistliche Betreuung anderer Völker und Kirchen übernommen hat und nicht nur die Betreuung der
Serbischen Kirche und des serbischen Volkes. Deshalb verehren ihn Recht alle orthodoxen Christen als apostelgleichen Lehrer, Erleuchter und Aufklärer.
Sava verstarb in Weliko Tarnowo am
14. Januar (einige meinen am 12. oder 13. Januar) 1236. Savas Nachfolger als Erzbischof von
Serbien, Arsenije von
Syrmien, hat gemeinsam mit dem serbischen König
Vladislav die sterblichen Überreste von Sava als
Reliquien aus Bulgarien nach
Serbien gebracht, trotz anfänglichem Widerstand der bulgarischen Kaiser, und sie im Kloster Mileševa bestattet. Die
Osmanen verbrannten seinen Leichnam bei
Belgrad 1594, als Strafmaßnahme auf den
serbischen Aufstand von 1593.
Savas bedeutendste Gründungen waren das Athos-Kloster
Hilandar (gemeinsam mit seinem Vater
Stefan Nemanja), das Kloster
Žiča in
Serbien (bis 1253 Sitz des orthodoxen Erzbischofs), das
Erzengel-Kloster bei Jerusalem (heute nicht mehr existierend), sowie ein Hospital für orthodoxe Pilger in
Akkon (auch nicht mehr existierend).
Seine bedeutendsten geschriebenen Werke waren die
Viten für seinen verstorbenen Vater Stefan Nemanja, das
Typikon, die
Klosterregeln für das Athos-Kloster Hilandar, und 1217 das
Nomokanon, das erste geschriebene serbische
bürgerliche Gesetzbuch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sava_von_Serbien