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Die Albaner rücken zusammen

Erstellt von Mirditor, 29.03.2013, 16:20 Uhr · 42 Antworten · 3.053 Aufrufe

  1. #1
    Mirditor

    Die Albaner rücken zusammen

    Die Albaner rücken zusammen


    Cyrill StiegerDie Unterschiede sind frappant. Fährt man auf der Hauptstrasse durch den Süden Serbiens in Richtung der Grenze zu Kosovo, so glaubt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. In den Dörfern scheinen nur noch ältere Leute zu leben. Ganze Landstriche sind entvölkert, die landschaftlich reizvolle Region ist verarmt und wird von Belgrad schon seit langem vernachlässigt. So kann es geschehen, dass im Sommer eine Schlange mit erhobenem Kopf sich behende über den heissen Asphalt der Hauptstrasse ringelt und im hohen Gras verschwindet, das niemand mäht. Ein ganz anderes Bild bietet sich jenseits der Grenze. Überall sind Menschen zu sehen, vor allem Kinder und Jugendliche, Autoschlangen verstopfen an vielen Orten die Strasse, Häuser werden gebaut. Es herrscht Betriebsamkeit. Auch in der geteilten Stadt Mitrovica fällt der Szenenwechsel abrupt aus. Der albanische Süden wirkt belebter und dynamischer als der serbische Norden.
    Nationalistische Rhetorik

    Das äussere Erscheinungsbild kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der jüngste Staat Europas kaum etwas produziert oder exportiert. Kosovo ist arm, die Arbeitslosigkeit gross. Der Prozess der Staatsbildung ist noch immer nicht abgeschlossen. Der von Serben bewohnte nördliche Zipfel an der Grenze zu Serbien entzieht sich der Kontrolle der von Albanern beherrschten Regierung Kosovos. Die staatliche Souveränität ist durch die Justiz- und Polizeimission der Europäischen Union eingeschränkt, und fünf EU-Länder haben die Eigenstaatlichkeit Kosovos bis heute noch nicht anerkannt. Kosovo ist zudem das einzige Land auf dem westlichen Balkan, dessen Bürger für Reisen in den Schengen-Raum ein Visum benötigen. Es sind die von Albanern bewohnten Gebiete, also insbesondere Albanien, Kosovo sowie Mazedonien mit seiner grossen albanischen Minderheit, in denen der EU-Integrationsprozess mehr als anderswo stockt. Albanien ist wegen der extremen politischen Polarisierung seit Jahren in einem Zustand der institutionellen Lähmung erstarrt. Die Integration des EU-Kandidaten Mazedonien wird von Griechenland blockiert, das eine Änderung des Staatsnamen verlangt. Serbien ist auf dem Weg nach Europa weitergekommen als Albanien, Kosovo und Mazedonien. Das neue Selbstbewusstsein der Albaner gründet darin, dass sie noch nie in der Geschichte so viel politische Macht besessen hatten wie heute. Sie gehörten bei der staatlichen Neuordnung nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg – anders als die Serben – zu den Verlierern. Die albanischen Siedlungsgebiete wurden damals durchtrennt. Der von den europäischen Mächten 1918 anerkannte albanische Staat umfasste kaum die Hälfte der von den Albanern bewohnten Gebiete. Die albanischen Politiker mussten gar froh sein, dass das Land nicht zwischen Griechenland und Serbien aufgeteilt wurde.
    Mit dem blutigen Zerfall Jugoslawiens in den neunziger Jahren begann für die Albaner ausserhalb des Mutterlandes eine neue Zeit. Heute ist Kosovo ein unabhängiger Staat, wenn auch einer mit gestutzten Flügeln. Die albanische Minderheit in Mazedonien wurde nach den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und albanischen Rebellen 2001 faktisch zum zweiten Staatsvolk aufgewertet.
    Während sich die Albaner durch die Proklamation der Unabhängigkeit Kosovos vor fünf Jahren gestärkt fühlen, ist Serbien nach den verlorenen Kriegen verunsichert und mit sich selber beschäftigt. Griechenland, der andere grosse Nachbar, ist durch die Wirtschaftskrise politisch geschwächt. Hinzu kommt, dass die Türkei, die sich in der Rolle einer regionalen Ordnungsmacht sieht, gerade unter den muslimischen Albanern, in Anknüpfung an das gemeinsame osmanische Erbe, an Einfluss gewonnen hat – sehr zum Missfallen Serbiens.
    Die albanischen Siedlungsgebiete wachsen wirtschaftlich und kulturell immer stärker zusammen. In der langen Zeit, in der Kosovo zu Serbien gehörte und Albanien vom kommunistischen Diktator Enver Hoxha beherrscht wurde, gab es praktisch keine Kontakte über die Grenze hinweg. Symbol für das heutige Zusammenrücken ist die Autobahn «Rruga e kombit», die Strasse der Nation, welche Tirana mit Pristina verbindet. In Albanien und in Kosovo sind Parteien entstanden, die offen eine territoriale Vereinigung fordern. Das wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen. Auch führende albanische Politiker scheuen nicht mehr davor zurück, sich einer nationalistischen grossalbanischen Rhetorik zu bedienen. So rief Albaniens Ministerpräsident Sali Berisha im November in Skopje alle Albaner dazu auf, jede Minute, jede Stunde, jeden Monat, jedes Jahr für die nationale Einheit zu arbeiten.
    Solche in den Augen der Nachbarländer provokative Äusserungen dienen gewiss auch dazu, von der wirtschaftlichen und sozialen Misere im eigenen Land abzulenken und nationalistische Wähler für sich zu gewinnen. Auch den albanischen Politikern ist klar, dass die EU und Amerika, auf die sie angewiesen sind, Grenzänderungen ablehnen. So hatten die Geburtshelfer der Eigenstaatlichkeit Kosovos dem Land einen Verfassungsparagrafen aufgezwungen, der einen territorialen Zusammenschluss mit einem andern Staat verbietet. In dem Masse jedoch, wie sich die Hoffnungen zerschlagen, dereinst unter dem Dach der EU vereinigt zu sein, nimmt der Ruf nach einem Zusammenschluss der albanischen Siedlungsgebiete zu. Mit dem neu erwachten Selbstbewusstsein und der verstärkten Zusammenarbeit der Albaner auf dem Balkan kann die Frage nach dem politischen Verhältnis zwischen Albanien und Kosovo sowie der albanischen Minderheit in Mazedonien nicht mehr so leicht vom Tisch gewischt werden.
    Vertiefte ethnische Gräben

    Dabei wird die Nation auch von den Albanern, wie das überall auf dem Balkan üblich ist, meist ethnisch und nicht staatsbürgerlich definiert. Die Flagge Albaniens, der schwarze Doppeladler auf rotem Grund, weht überall dort, wo Albaner leben. Die Identifikation mit der Nation überlagert jene mit dem Staat. Die Gesellschaft versteht sich vor allem als eine nationale Gemeinschaft. In Mazedonien sind die schwachen Ansätze einer staatsbürgerlichen Identifizierung, die nach dem Ende der Kämpfe mit den albanischen Rebellen erkennbar waren, wieder verblasst. Mit der forcierten Schaffung einer ethnisch begründeten slawisch-mazedonischen Identität, deren Wurzeln in die Antike zurückreichen, treibt die mazedonische Führung die Albaner noch stärker dazu, sich mit der albanischen Nation zu identifizieren. Die staatliche verordnete Identitätsstiftung vertieft die ethnischen Gräben.



    Nationalismus auf dem Balkan: Die Albaner rücken zusammen - Kommentare Nachrichten - NZZ.ch

  2. #2
    Avatar von Zoran

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    27.750
    . Mit der forcierten Schaffung einer ethnisch begründeten slawisch-mazedonischen Identität, deren Wurzeln in die Antike zurückreichen, treibt die mazedonische Führung die Albaner noch stärker dazu, sich mit der albanischen Nation zu identifizieren.



    Ist das Geil, die Makedonier sind also Schuld

  3. #3

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    16.600
    Zitat Zitat von Zoran Beitrag anzeigen



    Ist das Geil, die Makedonier sind also Schuld
    du musst es richtig interpretieren Zorane, bevor du in die Ironie versinkst.

  4. #4
    Avatar von Zoran

    Registriert seit
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    27.750
    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    du musst es richtig interpretieren Zorane, bevor du in die Ironie versinkst.

    Da gibt es nichts zu interpretieren, die Makedonier sind Schuld das sich die Albaner nationalisieren

    Das wird wohl ein Super Wochende, wenn es schon mit solche Witze anfängt

  5. #5
    Avatar von VoxPopuli

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    Zitat Zitat von Zoran Beitrag anzeigen
    Ist das Geil, die Makedonier sind also Schuld
    Nein, nicht die Makedonier sondern, gemäss Artikel, die Slawen aus FYROM. Ausserdem kannst du nicht leugnen, dass das Projekt Skopje 2014 die Albaner ausser Acht gelassen hat.

    Zudem wird dieser Namenskonflikt u.a. auch auf dem Rücken der Albaner geführt, die keinerlei Interesse daran haben dürften, mit den Konsequenzen der FYROM-Führung aber leben müssen.

  6. #6

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    3.777
    In Montenegro sind die Albaner am integriertesten.

  7. #7
    Avatar von Lazarat

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    Wie die shkavells alle angekrochen kommen

  8. #8
    Avatar von Vali

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    Ne

  9. #9
    Avatar von Zoran

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    27.750
    Zitat Zitat von VoxPopuli Beitrag anzeigen
    Nein, nicht die Makedonier sondern, gemäss Artikel, die Slawen aus FYROM. Ausserdem kannst du nicht leugnen, dass das Projekt Skopje 2014 die Albaner ausser Acht gelassen hat.

    Zudem wird dieser Namenskonflikt u.a. auch auf dem Rücken der Albaner geführt, die keinerlei Interesse daran haben dürften, mit den Konsequenzen der FYROM-Führung aber leben müssen.

    Da sieht man mal das ein durchschnittlicher Albaner aus dem BF nicht die leiseste Ahnung über Makedonien weder noch über solche Projekte haben.

    Demnach kann ich nur sagen, dein Beitrag ist Müll gleich Adlerkot.

  10. #10
    Avatar von VoxPopuli

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    2.610
    Zitat Zitat von Zoran Beitrag anzeigen
    Da sieht man mal das ein durchschnittlicher Albaner aus dem BF nicht die leiseste Ahnung über Makedonien weder noch über solche Projekte haben.
    Mehr als das hast du sowieso nie drauf. Deine Argumentationsfähigkeit, sofern von einer solcher die Rede sein darf, liegt einzig und allein darin, allen Usern vorzuwerfen, dass sie keine Ahnung über die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien hätten. But guess what...Mit der korrekten Verwendung des Namens deiner Heimat weise ich, im Gegensatz zu dir, wohl viel mehr Wissen auf!

    Diese perverse Aneigung einer Identität geht zu Lasten der Albaner und das weisst du selbst!

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