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Berichte des Kosova Krieges vergewaltigter Frauen

Erstellt von TheAlbull, 13.08.2009, 20:08 Uhr · 92 Antworten · 26.166 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von TheAlbull

    Registriert seit
    26.07.2009
    Beiträge
    2.492

    Berichte des Kosova Krieges vergewaltigter Frauen

    Die Zigarettenbrandwunden

    R. N. aus der Umgebung von Prishtina wurde nach Kriegsende gefesselt in den Räumlichkeiten der juristischen Fakultät gefunden. Sie kam monatelang nicht zu sich. Sie weinte und erzählte ständig ihre schrecklichen Erlebnisse.
    „Nach dem sie mich aus dem Haus gezerrt hatten, schleppten sie mich direkt in die Räumlichkeiten der juristischen Fakultät. Dort schoben sie mich ins Büro eines Professors und legten mir Handschellen an. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Tage ich nicht gegessen hatte. Ich verspürte keinen Hunger, dafür aber einen unsagbaren Durst. Auf Grund des Flüssigkeitsmangels waren meine Lippen aufgeplatzt und blutig. Nach einigen Tagen befahl mir einer der serbischen Barbaren mich auszuziehen. Ich widersprach. Einer der Polizisten gab mir eine Ohrfeige und meine Lippe platzte sofort auf. Einer der anderen "Bosse" kam an mich heran, nahm mit seinem Finger etwas von dem Blut aus meine Lippen und schleckte daran. "Wie es aussieht, haben alle Albanerinnen süßes Blut und ich werde mit meinem Messer alle von ihnen schmecken...", sagte er mit einem ironischen Unterton und fing an mir mit seinem Messer die Kleider zu zerschneiden, bis ich völlig nackt war.
    Ich wollte etwas machen, aber ich war kraftlos. Zwei von ihnen hielten mich fest, einer vergewaltigte mich. Mein einziger Widerstand waren einige Kratzer mit meinen Fingernägeln im Gesicht meines Vergewaltigers. „Das wirst du teuer bezahlen; du, die anderen Albanerinnen hier und alle Albanerinnen, die in Kosova bleiben werden", sagte er wütend. Einer der anderen Vergewaltiger fesselte mich wieder und ließ mich nackt, zusammengeschlagen und vergewaltigt liegen. Dann befahl er einem seiner Kollegen ihm eine Zigarette anzuzünden. Mir bot er auch eine an. Nachdem er sich ein wenig ausgeruht hatte, kam er an mich heran und sagte: „Man nennt mich Nenad Stojanovic und von mir erhältst du ein Geschenk, dass du dein ganzes Leben lang nicht vergessen wirst. Vielleicht wünschst du dir als junges hübsches Mädchen weiter zu leben. Aber ich werde dich nicht lange so belassen. Ich werde dich ganz langsam töten“ Er nahm seine brennende Zigarette und drückte sie auf meiner Brust aus. Dann steckte er sich eine andere Zigarette an und jedes Mal drückte er sie auf meinem Körper aus. So verbrannte er meinen Körper einige Stunden lang. Mein Körper brannte und ich schrie vor Schmerzen. Ich erlebte eine Tortour von der schrecklichsten Sorte, die ich nicht einmal in Filmen gesehen hatte und ich mir nie hätte vorstellen können. Unfassbar, dass Menschen anderen Menschen das antun können, auch wenn es sich um den schlimmsten Feind handelt.
    Die Nacht darauf entfesselten sie meine Hände und ich wurde von einigen anderen der Reihe nach vergewaltigt. Ich weiß nicht genau wie viele sich an mir vergangen haben, aber wenn ich meinen Körper heute betrachte, dann sehe ich hunderte von Zigarettenbrandwunden und mit Messern in meinen Körper eingeritzte Schnitte und Wörter." R. N. unterbrach unter Tränen ihre Erzählung. Sie war auf Grund der traumatischen Erlebnisse nicht im Stande, den Bericht fortzuführen.
    Das Leben ist bitter für R. N., weil sie seit diesen schrecklichen Apriltagen des Jahres 1999 den Stempel der Zigaretten mit sich trägt.



    Titel: „Berichte während des Kosova - Krieges vergewaltigter Frauen“
    Autorin: Luljeta Selimi

    Redakteur: Jusuf Iberdemaj
    Rezensent: Azem Hajdari und Azem Zogaj
    Lektorin: Myrvete Morina
    Aus dem Albanischen: Arianit Preçi




    Weitere Berichte findet Ihr unter diesem Link:

    Link : Berichte während des Kosova - Krieges vergewaltigter Frauen











  2. #2
    Avatar von Singidun

    Registriert seit
    05.07.2009
    Beiträge
    10.113
    Schrecklich, da fehlen mir die Worte....
    Die psychischen Konsequenzen werden sie ihr ganzes Leben begleiten....

  3. #3

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.391
    .....

  4. #4
    Avatar von TheAlbull

    Registriert seit
    26.07.2009
    Beiträge
    2.492
    Zitat Zitat von MIC SOKOLI Beitrag anzeigen
    wieviele vergewaltiger wurden in serbien verurteilt??

    MACH BITTE DEIN KOMENTAR HIER WEDA RAUS, SOWAS BRAUCHEN WIR NICHT
    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!
    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!

    DANKE !!!

  5. #5
    Prizren
    Ist schrecklich sowas zu Lesen!

  6. #6

    Registriert seit
    21.01.2009
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    207
    Angenommen ich wäre Tadic und würde das lesen. Ich müsste diese Frau nach BG einladen und ihr den schönsten Tag ihres Lebens bescheren.
    Nichts kann wiedergutmachen was ihr diese Bauern angetan haben aber man sollte ihr zumindest aus Anstand etwas Gutes tun.

  7. #7
    Avatar von Secret Code:Presheva

    Registriert seit
    10.08.2009
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    176
    Unglaublich und unmenschlich...es ist echt grausam dies nur durch zu lesen, ich will mir nicht vorstellen müssen, was man in solch Situationen fühlt.

  8. #8
    Avatar von Secret Code:Presheva

    Registriert seit
    10.08.2009
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    176
    Zitat Zitat von Srbomanijak Beitrag anzeigen
    Angenommen ich wäre Tadic und würde das lesen. Ich müsste diese Frau nach BG einladen und ihr den schönsten Tag ihres Lebens bescheren.
    Nichts kann wiedergutmachen was ihr diese Bauern ihr angetan haben aber man sollte ihr zumindest aus Anstand etwas Gutes tun.
    Selbst wenn der liebe Herrgott persönlich runter käme, um ihr den schönsten Tag zu bescheren...diese Demütigung wird sich bis zu Ihrem letzten Atemzug in Ihrem Kopf abspielen...

  9. #9
    Avatar von Romanian-Tartar

    Registriert seit
    07.08.2009
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    164
    sowas ist ein kriegsverbrechen und kann mit nix gerechtfertigt werden aber das passiert nun mal im krieg die deutschen nazis haben auch frauen vergewaltigt und sie anschliessend getötet hab da letztes mal was im fernsehen gesehen die russen waren auch dafür bekannt frauen zu vergewaltigen im 2ten weltkrieg aber sie haben die frauen am leben gelassen und ihnen brot und sowas gegeben das psychologische traume bleibt aber
    die frau tut mir sehr leid und soll gott der barmherzige mit ihr sein

  10. #10
    Nikita
    es ist scheisse sowas hir veröffentlichen,aber hab das gefühl es müssen noch viele wissen, was in dieser zeit vielen frauen geschehen ist! etwas was in worten unmöglich zu beschreiben ist,ohne das man es erlebt hat..und ich wünsche das auch keiner frau.

    Tragödie in einer Familie
    „Und während ich noch überlegte, schoss der Polizist, der hinter uns stand, drei Mal in den Körper meines einzigen Sohnes. Ich schrie so laut, dass ich mich bis heute noch frage, warum Gott mein Geschrei und mein Schmerz nicht hören konnte. Mein Sohn sackte auf den Boden und starb, ohne den Blick von mir abzuwenden. Er schaute mich an, als erwarte er Hilfe von seiner Mutter. Doch ich war so kraftlos.“
    „Während den Anfangstagen des Krieges war ich so besorgt, dass es ganze Tage gab, die ich nur mit Weinen und Tränen in den Augen verbrachte. Mein Mann schloss sich weder den Reihen unserer Armee an, noch brachte er uns aus dem Dorf. Die Kinder ängstigten sich vor dem Geschützfeuer. Automatikwaffen hingegen beeindruckten sie nicht mehr. Sie spielten einfach weiter. Ich als Mutter hatte Angst um die Kinder; zusätzlich zur Angst vor dem was man hörte und sah. Es gab Abende an denen Waffenfeuer zu hören war und wir die Kinder aus dem Schlaf reißen mussten, um mit ihnen in den nächstgelegenen Wald zu fliehen. Mein Gesicht war ständig mit Tränen bedeckt. Mein Gott, wie viele Tränen vergoss ich, und mein einziges Gebet galt den Kindern und dass ich nie mit ansehen mochte, dass ihnen etwas Schlechtes widerfährt. Als Nora, meine einzige Tochter, verwundet wurde, dachte ich, ich müsste vor Schmerzen sterben. Doch meine Schwester sagte mir, ich sollte froh sein, dass es nur eine Kugel gewesen sei. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt und hätte auch vergewaltigt werden können. Sie riet mir, wachsam zu sein und dafür Sorge zu tragen, dass Nora nicht lebend in Feindeshände geraten würde. Zu diesem Zeitpunkt reagierte ich wütend, als sogar meine Mutter sagte, sie wünschte ihren Kindern den Tod, bevor sie „in die Hände eines Shka“ [herabschätzender Ausdruck für Serben, Anm. d. Übers.] fallen würden.“ – „Denn ich weiß wozu der Shka fähig ist“, sagte sie mit Nachdruck. Und während ich mit den Problemen meiner Tochter zu tun hatte, vergingen die Tage. Mein Mann verhielt sich wie ein Schwächling, er ging manchmal nicht einmal Holz besorgen. Ich war vierzehn Jahre mit ihm verheiratet und niemals zuvor war es beschämender. Als man meine verwundete Tochter aus Kosova brachte, fühlte ich mich befreit und sagte vor dem Ehemann zu meinem neunjährigen Sohn: “Mein Sohn, wenn du doch nur ein wenig älter wärst und wir uns den Reihen der UÇK anschließen könnten, dort wären wir sicherer und nur dort würden wir der Heimat dienen“. Mein Mann sagte darauf: „Du kannst gehen, ich will hier sterben, ich bin kein Mann für Waffen, ich werde bleiben und als Feigling sterben, und wenn du gehst, dann bist nicht mehr meine Frau“. Seine Worte haben mich seit diesem Tag sehr schwer belastet, aber ich rechnete damit, dass mir Gott nicht den Rücken kehren würde. Ich lag falsch. Der Januar ´99 fing mit schweren Kämpfen an. Zusammen mit zwei, drei anderen Familien blieben wir im Dorf. Als die serbischen Polizisten auf wenige Kilometer herankamen, bat ich meinen Mann uns fortzubringen, aber er erwiderte, er würde weder mich noch unseren Sohn gehen lassen. “ Wegen dir und deinem Holzholen wurde meine Tochter verwundet“, warf er mir vor - „Ja wer sollte den das Holz holen, was hättest du und die Kinder essen sollen“, antwortete ich streng und meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich überlegte einige Stunden, ob es nicht besser gewesen wäre, ihm nicht zu widersprechen. Als seine Frau konnte ich ihm schließlich nichts vorschreiben.
    Am Abend waren wir einem regelrechten Kugelhagel ausgesetzt. Die Wände unseres Hauses waren weitestgehend zerstört. Doch wir überlebten. Als es wieder ruhiger wurde, dachte ich, die serbische Polizei sei weiter gezogen. Doch sie hatten uns umzingelt. Mein Mann bemerkte das und versteckte sich darauf im Hühnerstall, während ich und mein Sohn alleine und still im Haus blieben. Als einer der serbischen Polizei mit dem Fuß an die Tür stieß, fasste ich die Hand meines Sohnes und sagte ihm: „Sohn, egal was passiert, versuch dich zu retten, ich habe genug gelebt“. Er weinte und ließ meine Hand nicht los. Die Polizisten zerrten uns in die Hofmitte und durchsuchten das Haus nach wertvollen Dingen. „Wo ist dein Mann? Wenn du uns nicht Geld und Gold gibst, werden wir dein Sohn töten“, drohten sie. Ich versuchte ein wenig Gold zu finden, um mein Sohn zu retten. Aber mein Mann hatte sowohl das Geld als auch das Gold mitgenommen. „Du hast nur noch zwei Minuten. Entweder Gold oder Sohn“, wiederholten die Polizisten. Er [der Ehemann] verhielt sich still im Hühnerstall. Er schätzte wohl sein Leben mehr als das seines Sohnes. Ich blieb in der Hofmitte stehen. Aus Angst um meinen Sohn wagte ich nicht zu meinem Mann zu gehen. Doch das Geld hatte er bei sich. Während ich noch überlegte schoss der serbische Polizist, der hinter uns stand, drei mal in den Körper meines einzigen Sohnes. Ich stürzte zu Boden und weinte und schrie. Mein Sohn sackte auf den Boden und starb, ohne den Blick von mir abzuwenden. Er schaute mich an, als erwarte er Hilfe von seiner Mutter. Doch ich war so kraftlos. Ich dachte, sie würden nun gehen, aber einer von ihnen fesselte mir die Hände hinter dem Rücken. Ich sah meinen Mann wie er zuschaute, aber ohne jede Regung im Hühnerstall blieb. Ich stand auf und verfluchte ihn. Der Polizist, der nicht verstand was ich sagte, gab mir einen Tritt und ich fiel einige Meter nach hinten. Sie sagten etwas, dass ich nicht verstand, und einer von ihnen schmiss sich auf mich. Er zerriss mir alle Kleider um mich zu vergewaltigen. Mein Mann schaute immer noch zu und ich hatte wegen den Schmerzen nicht mal mehr eine Stimme um zu weinen.
    Als sie mir die Hände losbanden, schlug ich einen Polizisten mit einem Holzstück und versuchte dann zu fliehen. Doch nach wenigen Metern wurde ich von weiteren serbischen Polizisten umzingelt. Einige von ihnen vergingen sich wieder an mir, bis ich das Bewusstsein verlor. Tage später hatten mich einige Bewohner eines benachbarten Dorfes mitgenommen, um mir die Wunden, die man mir mit Messern zugefügt hatte, zu versorgen. Während der ganzen Bombardements schleppten mich mein Bruder und seine Frau von einem Wald in den nächsten, um mich zu retten. Vier Tage nach Kriegsende kam mein anderer Bruder, der gehört hatte, dass ich getötet worden sei. Begleitet wurde er von meinem Mann. „Besser wäre es gewesen wenn du gestorben wärst. Jetzt bist du ohne Familie und ohne Mann; du hättest dich töten sollen; du bist schuld, dass die Serben dich vergewaltigt haben“, sagte mein Mann zu mir. “Ich soll schuld sein“, fragte ich ihn ungläubig. „Du hast doch das Geld weggenommen und hast es nicht den Barbaren gegeben um, deinen Sohn zu retten. Ich soll daran schuld sein, dass du uns nicht erlaubt hast aus dem Dorf zu fliehen obwohl jeder die Gefahr kommen sah.“ Und ich weinte unaufhörlich. „Deine Schwester wurde von den serbischen Soldaten vergewaltigt und sie kann nicht mehr meine Frau sein“, sagte er zu meinem Bruder und verlies uns. Ich habe ihn nie wieder gesehen“, sagte R. R., aus einem Dorf um Theranda.


    Das Schrecken am Tag der “Aprilscherze”

    S. S. wollte nicht anfangen ihre Geschichte vor ihrer Mutter zu erzählen...:
    „Ich hätte nie gedacht, dass ein Mensch so viel ertragen kann. Ich habe gedacht, dass ich oder auch andere in solchen Fällen freiwillig in den Tod gehen würden. Ich fiel in den Händen der Shkije am ersten April; an dem Tag, an dem die Albaner massenweise vertrieben wurden. Seit sie mich von der Familie getrennt hatten, dachte ich nur an meine Familienmitglieder. Doch als sie mich dorthin brachten, wo die Polizisten Unterschlupf gefunden hatten, und ich auf den blutigen Tisch Frauenhaare, Fingernägel und Frauenkleider sah, wusste ich was mit mir geschehen würde. Ich verlor jede Hoffnung, dass mir jemanden in dieser Welt helfen könnte. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich auch nicht mehr an das Schicksal meiner Verwandten. Ich war nur noch um mich besorgt und spürte eine Angst, die mir bis dahin noch unbekannt war. Einer der serbischen Polizisten, der die anderen anführte, rief mich zu sich. Dort auf seinen Tisch gab es Schnaps und seine rötlichen und aufgerissenen Augen ließen schon erahnen, was er vorhatte. Er trug eine schwere Kette mit zahlreichen Anhängern. In der Ecke des Raumes lagen unzählige Frauenkleider. „Hier musst du dich ausziehen, damit ich sehen kann ob du etwas für mich, für die Offiziere oder für die Soldaten bist“, sagte er in serbischer Sprache, während er Schnaps trank. Ich stand da und tat so als ob ich ihn nicht verstanden hätte. Doch dann gab er mir diesen Befehl auch auf Albanisch. Trotz meiner Angst widersetzte ich mich seiner Aufforderung. Er warf die Schnapsflache gegen die Wand und baute sich vor mir auf. „Mir darf keiner den Befehl verweigern“, brüllte er. „Ich bin Dragan Spasic. Ich bin derjenige, der eigenhändig 50 Albaner getötet hat, du Hure!“. Er schlug mit der Gewehrschulterschütze auf mich ein und ich hatte das Gefühl, sterben zu müssen. Ich sah das Blut, das mir aus der Nase lief, aber ich hatte keine Angst um mein Leben. Im Gegenteil; eher wollte ich sterben, als das ich in seine Hände fallen würde. Doch er beruhigte sich wieder und befahl seinen Soldaten mich auszuziehen. Die Demütigung war in diesem Moment unbeschreiblich. „Du musst tanzen, komm tanze“, sagte er. Ich bückte mich und setzte mich hin, um meinen nackten Körper vor den Blicken der serbischen Polizisten zu verstecken. „Siehst du diesen Körper dort? Ich werde dir schlimmeres antun“, sagte er und zeigte auf einen zerteilten Mädchenkörper, der in der Ecke nahe der Frauenkleider lag.
    Zwei serbische Polizisten kamen und fesselten mich an den blutigen Tisch. Sie fesselten mir Hände und Beine und schauten mich dabei an wie Tiere. Nach einer Weile zog sich ihr Anführer aus und vergewaltigte mich. Die anderen lachten, redeten, schauten zu und machten sich lustig, während ich mit dem Tod rang. Als er genug hatte, ließ er von mir ab, damit mich auch die anderen schänden konnten. Sie vergewaltigten und schlugen mich tagelang. Dann schmissen sie mich nackt auf den Straßenrand. Auf dieser Straße gab es viele andere Kosovaren, die nach Albanien flohen. Erst als ich merkte, dass eine Frau mich zudeckte, sah ich auf meinen Körper viele mit Messern eingeritzte Kreuze und Symbole von Slobodan Milosevic. „Nimm mich nicht mit, lass mich sterben, bitte“, sagte ich ihr. Aber sie flüsterte langsam: „Es ist nicht mehr weit bis zum Mutterland, siehst du den Weg?“ Sie versuchte mir zu helfen, während ich auf den Weg blickte. Ich hatte das Gefühl, er würde sich bewegen und wieder spürte ich den Wunsch in mir, zu sterben. Denn für mich würde diese Strasse von nun an die Strasse des Todes sein.“

    Mutter brach es das Herz

    „Wir waren seit Tagen im Wald. In den Bergen von Çiçavica lief die größte Offensive seit Anfang der Kämpfe. Es war der 22. September 1998. Wir waren 14 Leute aus unserer Familie und 70 Leute insgesamt aus unserem Dorf. Sie umzingelten uns von allen Seiten und wir konnten nirgends mehr fliehen oder Nahrung besorgen. Nach drei Tagen war der Vorrat an wilden Früchten aufgebraucht. Die Kinder fingen an heftig zu weinen, manche von ihnen wurden schwer krank und sie hatten keine Hoffnung mehr zu überleben. Ihre hungernden Körper drohten zu sterben und ihren Seelen schienen vor Angst zu ersticken.
    Es war Mittag als paramilitärische Soldaten uns alle versammelten. Sie trugen Tücher um ihre Köpfe und ihre Gesichter waren bemalt. Unsere Männer wurden einzeln an die umliegenden Bäume gebunden. Später kam ein Lastwagen, in dem sie die Männer einschlossen. Dann nahmen sie unser Geld, den Schmuck und alles andere Wertvolle. Sie drohten uns mit dem Tod der Kinder, um dadurch unseren Willen zu brechen und weitere Wertgüter zu erhalten. Einer Frau, die versuchte ihnen das Automatikgewehr zu entreißen, nahmen sie den 2-jährigen Sohn weg und schnitten ihm das Ohr und drei Finger ab. Mein Bruder versuchte trotz der gebundenen Hände tätig zu werden. Sie nahmen ihn, entkleideten ihn vor allen Augen und schnitten ihm die Genitalien ab. Meine Mutter und meine Schwägerin bewegten sich nicht. Ich wollte zu ihm laufen, da er sich nicht mehr bewegte. "Ich werde dich mit seinem Organ vergewaltigen“, sagte einer der Polizisten zu mir, während zwei andere mir die Hände fesselten und mich am Lastwagen festmachten. Ich versuchte Widerstand zu leisten, doch dann schlugen sie so stark auf meinen Kopf ein, dass ich das Bewusstsein verlor. Als ich wieder zu mir kam, war ich ausgezogen und weiterhin gefesselt. Einige Meter weiter vergewaltigten sie eine andere Frau oder Mädchen, das ich nicht kannte. Vor meinen Beinen kniete meine weinende Mutter. „Sie haben deinen Bruder samt seiner Frau getötet“, sagte sie zu mir. Vielleicht tat sie es, weil es ihr das Herz brach. "Vielleicht ist es besser wenn du auch stirbst", flüsterte sie. „es wird leichter für mich sein, wenn ich einsam bin.“ Ich zitterte am ganzen Körper; ob vor Kälte, Angst oder Schmerzen habe ich nicht mehr wahrnehmen können. Um uns herum waren unzählige Leichen. Überall lagen Fingerteile, Händeteile und Ohren. Später kam ein Polizist zu mir. „Weil du jungfräulich warst, werde ich dich zur Frau nehmen“, sagte er zu mir. „Du wirst mit mir nach Serbien kommen und dort werden wir uns ein Nest bauen, genau so wie es sich unser Präsident Milosevic vorgestellt hat; dass alle serbischen Jungs mit Albanerinnen verheiratet sind und dass sie dann serbische Kinder gebären und dass wir alle albanischen Männer in Kosova töten. Sag mir, wirst du mir ein Sohn schenken?“, fragte er mich und vergewaltigte mich dann vor den Augen meiner Mutter. Ich weiß nicht wie lange er mich schändete; aber als ich die Augen öffnete, war sein Körper blutüberströmt. Meine Mutter saß weinend neben mir. Einige Frauen hatten die Leichen bereits nebeneinander gelegt. Eine andere Frau kam auf mich zu und versuchte mir irgendetwas anzuziehen. Doch in diesem Moment war mir meine Nacktheit gleichgültig. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein. Mein Bauch schmerzte, ich schämte mich und die Vergewaltigung hinterließ bei mir das Gefühl, schmutzig zu sein. Jemand gab mir ein wenig Wasser und dann kleidete ich mich an. Ich hatte kein Gefühl mehr. Tote Körper waren um mich und ich verstand nicht, warum ich den Tod so sehr herbeisehnte. Ich wollte sterben; mehr als alles andere. Mutter stand nur neben mir und weinte; dieses Mal sagte sie nichts. Eine Frau kam zu mir und bat mich die Wunden ihres sechsjährigen Sohnes, dem sie die Finger abgeschnitten hatten, zu versorgen. Ich versuchte es, aber meine Hände funktionierten nicht. Ich schaffte es kaum ihm die Wunden mit einem Hemdfetzen zu verbinden. Später begruben wir die 18 Leichen. Mutter bekam bald darauf hohes Fieber. Im Wald fanden wir ein Aspirin für sie. Nachdem sie die Tablette genommen hatte, sagte sie: „Es war ein Fehler diese Medizin zu nehmen. Vielleicht braucht sie jemand anderes. Ich habe ein gebrochenes Herz und die Medizin kann mir nicht helfen. Ich sterbe an einem gebrochenen Herzen, das mehr wegen dir als wegen deinem Bruder und deiner Schwägerin gebrochen ist. Meine Tochter, verheimliche nichts und erzähle alles".
    „Mit diesen Worten starb auch meine Mutter und ich blieb ganz alleine und dazu noch schmutzig“, sagte das Mädchen aus den Wäldern von Çiçavica.


    Die Mutprobe

    „Das Bombardement hatte schon vor Tagen angefangen. Mein Ehemann und ich trösteten uns gegenseitig und versteckten unsere Angst vor unseren Kindern.
    Die Menschen aus der Umgebung von Gjakova, die wir bei uns untergebracht hatten, taten dasselbe. Wir hatten keine Möglichkeit aus der Stadt zu gehen, während es in der Stadt vor hunderten von Soldaten, Polizisten und paramilitärischen Einheiten nur so wimmelte. Am 29. März fingen sie an die Männer in unserem Viertel zu verhaften. Ich starb fast vor Angst. „Was sollen wir machen? Wir haben ja auch noch unseren 12-jährigen Sohn", sagte ich zu meinem Ehemann. „Wir warten und schauen was passiert- Unsere Soldaten sind nicht sehr weit weg. Vielleicht beobachten sie was in der Stadt passiert und wir können vielleicht dem Unglück entkommen.“
    An diesem späten Nachmittag gingen wir zum Haus eines Bekannten am Stadtrand von Gjakova, um nach etwas essbarem zu suchen. Doch wir konnten nichts finden. Mein Mann und ich gingen nach draußen und suchten in dem Haus einer anderen Familie nach Nahrungsmitteln. In der Nacht hatten wir insgesamt drei Familien in unserem Haus untergebracht. Am morgen waren wir unglücklicherweise alle eingeschlafen. Die serbische Polizei brach die Tür ein und wir schauten alle verwirrt um uns. „Geld und Gold her, falls ihr am Leben bleiben wollt, dann lassen wir euch alle sofort nach Albanien gehen, wenn ihr versprecht nie wieder zurück zu kommen“, brüllte einer der Polizisten.
    „Wir werden gehen und unsere Kinder retten", flüsterte mein Mann langsam. Diejenigen, die Geld oder Gold hatten, gaben es den Polizisten. Sie nahmen auch unsere Taschen weg, weil sie dachten sie würden darin etwas Wertvolles finden.
    „Ihr Frauen könnt schon mal los, eure Männer kommen in einer halben Stunde nach, wenn wir uns vergewissert haben, dass es keine UÇK - Soldaten sind“, sagte einer der serbischen Polizisten. „Wir werden uns nicht trennen“, sagte ich und hielt an. Der Junge einer anderen Familie, die bei uns Zuflucht gefunden hatte, versuchte zu entkommen, aber die Polizisten schossen auf ihn und töteten ihn. Seine Mutter hatte versucht vor seinen Körper zu springen, aber die Kugel, von der sie getroffen wurde, ging glatt durch und traf ihren Sohn trotzdem. Das Heulen und Schreien wurde immer lauter und die verletzte Frau wollte sich nicht vom toten Körper ihres Sohnes trennen. Die serbischen Barbaren, die jetzt richtig sauer wurden, fesselten alle Männer. Die Frauen zogen sie aus. Die Kinder, elf an der Zahl, fingen an zu weinen und währenddessen starb die verletzte Frau.
    „Jetzt werden wir einen wunderbaren Film drehen, weil wir einen für das Nachtprogramm von TV Prishtina brauchen“, sagte einer der serbischen Polizisten und zerrte ein 15-jähriges Mädchen ins Bett, um sie zu vergewaltigen. Wenn ich daran denke wünschte ich damals wie heute, ich wäre tot. Das junge Mädchen wurde von drei Männern festgehalten und von anderen drei vergewaltigt und geschlagen, bis sie starb. Danach vergewaltigten sie die Frau eines Bekannten und zum Schluss vergewaltigten sie mich.
    Dabei schlugen sie mich und schnitten mir eine Brust ab. Dann warfen sie mich aus dem Bett und nahmen sich ein junges Mädchen. Als sie anfing zu schreien und nach Hilfe zu rufen, zogen sie ihr die Fingernägel heraus. Am Ende, nach dem sie es vergewaltigt hatten, nahmen sie das Mädchen mit. Sie nahmen auch die Männer mit. Ich überlebte, aber mein Leben wurde zur Hölle, und das ist es immer noch geblieben. Alle, die dort anwesend waren, haben gesehen wie man mich geschändet hat. Meine Kinder haben es auch gesehen. Meinen Sohn haben sie mitgenommen und ich weiß heute noch nichts über sein Schicksal. Meinen Mann haben sie ins Gefängnis gesteckt. Sie ließen ihn vier Monate nach Kriegsende frei. Ich war sehr froh, dass er überlebt hatte, aber ich hatte keine Kraft ihn zu umarmen. Ich schämte mich so sehr, weil er die Vergewaltigung mit ansehen musste. Auch heute schäme ich mich vor ihm. Er umarmte mich weinend, wünschte mir Beileid für unseren getöteten Sohn und umarmte auch die Mädchen. Wir alle weinten, sogar alle im Hof versammelten Menschen weinten. Als wir uns ein wenig beruhigten, sagte ich mit einer weinenden Stimme zu meinem Mann, dass es gut sei, dass er wieder da sei. „Das Haus wird nicht ohne Oberhaupt sein wird. Ich weiß jetzt, dass unsere Töchter jemand haben, an dem sie sich anlehnen können.“ Ich sagte zu meinem Mann, dass ich als entehrte Frau gehen müsse, da ich mich vor ihm schämte. „Jetzt wo du da bist, weiß ich, dass die Mädchen Unterstützung haben und ich kann zu meinen Verwandten gehen, damit du dich nicht entehrt fühlst". Ich wollte weiter reden, aber das Weinen und die Tränen meiner Töchter und die meines Mannes unterbrachen mich. „Du wirst nirgends hingehen“, erwiderte er. „Du bist die Ehre dieser Familie, und wenn jemand in dieser Familie entehrt ist, dann bin ich das. Die Ehre der Familie hätte ich verteidigen müssen, und nicht du. Du bist unschuldig und du warst und bist meine Ehefrau.“, sagte mir mein Mann.
    Ich, B.B. aus Gjakova, fühle mich heute noch geschändet und schmutzig, aber ich lebe zusammen mit meinen Mann und den Töchtern, und ich hoffe, dass mein einziger Sohn eines Tages zu mir zurückkommen wird.

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