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Berichte des Kosova Krieges vergewaltigter Frauen

Erstellt von TheAlbull, 13.08.2009, 20:08 Uhr · 92 Antworten · 26.141 Aufrufe

  1. #11
    Nikita
    Ich würde gerne alles vergessen“
    H. G. aus Prishtina wischte sich die Tränen weg. Ihr Körper zitterte, sie verkrampfte ihre Hände, schaute mal zu ihrer Tochter mal zum Fenster. Dann fing sie ihre schmerzhafte Erzählung an: „Prishtina bekam den Krieg zum ersten Mal während der Bombardierungen zu spüren. Erst als Armee, Polizei und paramilitärische Einheiten anfingen die Menschen aus ihren Häusern zu vertreiben, glaubte ich den Erzählungen der Menschen aus den Kriegsherden, die ganz Kosova überzogen hatten. Ich hatte niemandem die Tür geöffnet und als sie uns aus dem Haus vertrieben, hatte ich keine Kraft woanders anzuklopfen. Man sagt nicht umsonst, dass derjenige der satt ist niemals dem Hungrigen glaubt. Ich hielt mich für intellektuell und hatte mich denen angeschlossen, die gegen den Krieg waren, weil wir daran gewohnt waren, dass andere bei Protestmärschen umgebracht wurden, dass andere protestierten, dass andere litten und wir hofften indessen, dass wir auf die Rücken anderer gewinnen würden! Als sie uns aus dem Haus schmissen und meinen Mann mitnahmen, da hörte ich ihn sich selbst fluchen, weil er sich nicht der UÇK angeschlossen hatte. Als sie ihn in das Fahrzeug setzten, sagte er mit weinerlicher Stimme: "Ich verdiene es nicht einmal, dass man um mich weint, weil ich nicht wie ein Held sterbe, wie ein Held mit einem Gewehr in der Hand, sondern wie ein Schwächling, wie ein Verrückter, der den Befreiungskampf seines Volkes nicht unterstützt hat.“ Ich weiß, dass meine Tochter laut zu weinen begann als das Fahrzeug wegfuhr. Sie vertrieben auch unsere Nachbarn aus ihren Häusern. Sie durchsuchten einige andere Häuser und nachdem sie alle Männer mitgenommen hatten, führten sie alle Frauen zur Allgemeinschule "Naim Frashëri“. Wir waren ungefähr 20 hauptsächlich junge Frauen. Zwei über 40-jährige erschossen sie sofort. Sie erschossen auch einen alten Mann. In der ersten Nacht kam niemand, aber am Morgen danach kamen sie und zogen uns alle nackt aus. Zwei junge Mädchen nahmen sie mit und wir wussten nicht was geschieht. Die Mädchen kamen nie wieder zurück. Am nächsten Tag kamen einige Soldaten und nahmen sieben Frauen, die ihnen gefielen, mit. Als sie schließlich auch meine Tochter mitnahmen, hatte ich das Gefühl, mein Herz bliebe stehen. Sie brachten sie fünf Stunden später völlig verblutet zurück. Sie hatten sie vergewaltigt und hatten sie an mehreren Stellen am Körper geschnitten. Sie sagte zu mir mit einer leisen Stimme: „Bitte Mutter, nimm ein Stuhl und schlag mir damit auf den Kopf damit ich sterbe und mich nicht so erniedrigt fühle, bitte...“
    Aus Verzweiflung und Sorge um meine Tochter schrie und weinte ich; doch niemand hörte uns und niemand wollte etwas von uns wissen. Zwei Tage später nahmen sie einige andere Frauen mit und brachten sie nicht mehr zurück. Am nächsten Tag nahmen sie mich zusammen mit meiner Tochter mit. Wir wurden gleichzeitig vergewaltigt. In diesem Moment begriff ich, wieso meine Tochter den Tod herbeisehnte. Ich kann mich nicht erinnern was mit mir passierte, denn ich war zu sehr um meine Tochter besorgt. Als ich versuchte einen zu schlagen, ließ er von mir ab und vergewaltigte mich nicht weiter. Aber er fesselte mich und fing an mir die Fingernägel mit Elektrikerzangen herauszuziehen. Meine Tochter schickten sie zurück in den Raum, in dem sie uns eingeschlossen hielten. Mich zwangen sie, bei den darauf folgenden Vergewaltigungen anwesend zu sein. Es waren mehr als 20 Frauen, die sie schändeten.
    Tage vergingen und ich stand immer noch gefesselt da, ohne etwas zu essen bekommen zu haben, nicht einmal etwas zu trinken. Einige Tage später schlossen sie mich zusammen mit sechs anderen Frauen in meinem Alter in den Keller ein, während sie die jungen Mädchen jeden Tag schändeten. Nur Gott weiß, wie sehr ich während dieser Tage geweint, geschrieen und gelitten habe.
    Und ich war gezwungen die zitternden jungen Körpern zu sehen und das Geschrei und Weinen voller Schmerz zu hören. Ich teilte den Schmerz mit ihnen, meine verwundete Seele tat mir weh. Auch heute frage ich mich, wie ein Mensch angesichts dieser Erlebnisse nicht vollkommen den Verstand verliert. Oder wie ein Mensch vor Schmerz nicht sterben kann. Doch wenn Gott möchte, dass ein Mensch leben soll, dann lebt er, egal was mit ihm geschieht. Erst jetzt verstehe ich die Macht Gottes, erst jetzt verstehe ich was es heißt, wenn Gott sagt, dass du Opfer sein musst. Oder vielleicht hat Gott die Macht über die Menschen verloren und der Teufel namens Shka nahm Kosova in seine Hand und tat alles wie es ihm beliebte; überall dort in Kosova, wo die Jungs von der UÇK nicht waren. Ich weiß, dass ich jetzt nicht einmal das Recht habe die UÇK zu erwähnen, weil ich und meine Familie nichts unternahmen um sie zu unterstützen, aber wenn ich die Hoffnung nicht gehabt hätte, dass sie die serbischen Kräfte zerschlagen würden, dann wären ich und die anderen Frauen, die dort jeden Tag durch von albanischem Blut nicht satt werdenden serbischen Monstern gefoltert wurden, heute nicht hier. Als man uns am meisten verletzte und folterte, trösteten wir uns mit den Worten, dass Gott keinen Flecken Erde ohne Erretter lässt. Deswegen hat Kosova auch junge Männer, die zu den Waffen gegriffen haben und die Heimat verteidigt haben. Manchmal wünschen wir uns, dass keine von uns stirbt, damit wir auch später von diesen Gräueltaten berichten können. Als mich die Serben schändeten habe ich auch meine Söhne verflucht, die ich selber in den Westen geschickt hatte um sie zu retten. Ich verfluchte sie, weil sie mir nicht widersprachen und zu den Waffen gegriffen haben, um die Heimat zu verteidigen. Ich würde heute meinen vollen Namen und Nachnamen öffentlich machen, wären da nicht meine Söhne, die es sehr treffen würde, wenn sie erfahren würden, was ihrer Mutter und ihrer Schwester widerfahren ist. Als nach dem Krieg mein ältester Sohn eines Morgens nach Hause kam, sagte er: „Mutter, auch wenn sie euch verhaftet, geschlagen und gefoltert haben, es ist leichter, weil ihr der Vergewaltigung entgangen seid.“ Ich wurde sofort bewusstlos. Er weiß heute noch nicht, dass wir beide vergewaltigt wurden. Er denkt, dass ich um meinen ermordeten Mann trauere. Die Wahrheit über das, was uns angetan wurde, kennt er nicht. Manchmal würde ich gerne alles Geschehene vergessen. Aber würde ich den Wert der Freiheit kennen, wenn ich all dieses Unglück vergessen würde? Ich weiß, dass mich die bitteren Erlebnisse, die uns die Barbaren Milosevics’ zugefügt haben, noch eine lange Zeit belasten werden. Aber ich will nicht sterben, weil ich gerne die Unabhängigkeit Kosovas erleben würde! Nur dann würde ich friedlich sterben, weil ich sicher wäre, dass meine Neffen und Nichten niemals wieder von serbischen Barbaren vergewaltigt werden können.“


    Der Gang zum sicheren Tod

    Arbenita sah ihre Schwester nie wieder, seit dem sie durch die serbischen Polizisten aus der Menschenkolonne, die Richtung Bahnhof ging, von einander getrennt wurden. Sie konnte es tagelang nicht glauben, dass ihre 16-jährige Schwester nach der Folter, die sie durch die Serben erlitten hatte, gestorben war. Arbenita saß täglich stundenlang vor der Haustür und wartete. Sie wartete darauf, dass ihre Schwester zurückkommt. Die Ermittler vom Haager Tribunal hatten lange darauf gewartet, dass sie ihre Erzählung über das, was ihr und ihrer jungen Schwester geschehen war, anfangen würde zu erzählen. „Da waren noch dutzende von Frauen, als wir von serbischen Polizisten und Soldaten getrennt wurden und ich dachte nicht daran, dass sie uns alle vergewaltigen würden. Ich hatte ein wenig Geld bei mir und hoffte mich damit retten zu können. Als sie uns in ein schönes Haus in dem Stadtteil Arbëria schickten, da dachte ich, sie würden uns nur ausrauben und dann freilassen. Am Abend kamen unerwartet zehn serbische Polizisten in dem Raum hinein, in dem wir fünf Frauen waren. Sie befahlen uns die Kleider auszuziehen. Meine Schwester versuchte aus dem Fenster zu springen. Aber die Polizisten bekamen sie zu fassen und fingen an sie zu schlagen. Sie schlugen auf meine Schwester ein, auf die Brust, den Magen und die Genitalien so viel sie konnten. Sie lag irgendwann nur noch da und einer fing an ihr die Kleider mit einem Messer auszuziehen. Vor Schmerzen konnte sie sogar nicht mehr weinen. Wir sahen verängstigt zu wie sie mit den Fingernägeln auf den Boden kratzte, und wenn sie versuchte einen von ihnen zu schlagen, da schlug der andere Polizist mit dem Gewehrschulterstütze auf ihren Kopf ein. Sie wurde bewusstlos und ich schaffte es irgendwie mich vom Polizisten zu befreien, der uns festhielt und zwang zuzuschauen. Sie gab keine Lebenszeichen von sich, aber als ich ihr ein wenig Wasser auf den Gesicht tropfen ließ, da versuchte sie etwas zu sagen. Ich fing an zu weinen. Der Polizist, der mich festhielt, kam an mich heran und zwang mich mit seiner Messerspitze mich hinzulegen. Ich merkte, dass er mich auch schänden wollte. Schnell griff ich nach einer Vase neben mir und schlug sie ihm auf den Kopf. Er stand schnell auf, fesselte mich an den Tisch und tat das, was er vorhatte. Es gibt nichts schlimmeres, das einem im Leben widerfahren kann. Es gibt nichts, das einen mehr beschämen und demütigen kann. Auch wenn ich weiter lebe, so bin ich damals doch gestorben und ich bin auch weiterhin tot. Das gleiche wie mir taten sie einer anderen Frau im Raum an. Ich versuchte zu fliehen, aber sie fingen mich ein und zogen mir mit einer Zange die Fingernägel heraus. Siehst du meine Hände? Glaubst du mir jetzt?“ fragte Arbenita und deutete auf ihre Fingernägel.
    Seitdem hat sie ihre Schwester nie wieder gesehen. „Sie hielten mich tagelang gefangen und vergewaltigten mich mehrere Male. Ich bemerkte, dass sie auch andere Albanerinnen vergewaltigten, die teilweise starben. Wie viele Mädchen in den Händen dieser Henker, Soldaten und Polizisten starben, kann ich nicht sagen. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wer mich da rausgeholt hat. Ich weiß nur, dass ich nachdem Krieg Angst hatte nach Hause zu gehen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass der Krieg zu Ende ist.“


    „Ziel der Polizisten war der Brunnen meines Onkels!“

    „Der Krieg hatte vor Monaten angefangen und ich war die einzige meiner Familie, die im Dorf geblieben war. Nach der Verhaftung meiner Brüder war ich gezwungen da zu bleiben, weil das Vieh unsere einzige Hoffnung zum Überleben war und es versorgt werden musste. Im Jahr ´99 war ich eingeschlossen und es gab keine Möglichkeit mehr den „eisernen“ Ring der Armee, Polizei und paramilitärischen Einheiten, die Drenica und Dukagjin umzingelt hatten, zu umgehen. Außer mir waren noch vier Töchter meiner Onkels im Dorf. Nach einer Weile wurden unsere Häuser Sammelstellen für Frauen und Kinder. Wir mussten Brot für mehr als 30 Menschen backen und bei uns war kein einziger Mann. Wenn die feindlichen Kräfte näher kamen, da gingen wir nachts in den nahen Wald und tagsüber gingen wir zum Haus zurück, um Essen zuzubereiten und das Vieh zu versorgen. Durch die eisige Kälte und die Angst verwandelte sich unser Leben in ein Schrecken. Nach einigen Tagen wurden wir wegen der eisigen Kälte krank. Das Leben im Wald wurde unerträglich. Die serbischen Kräfte bemerkten und beobachteten uns, wenn wir Feuer anmachten. An einem kalten Februartag kehrten wir in unsere Häuser zurück, weil fünf der kleineren Kinder krank geworden waren. Die serbischen Kräfte waren ständig in Bewegung. Eine Frau aus der Gegend von Klina nahm ihre kranken Kinder und zwei ältere Töchter mit und floh zusammen mit einer anderen Frau und ihren drei Kindern. Nun waren wir nur noch 21 junge Frauen, neun darunter waren minderjährig. Wir harrten zu Hause aus und konnten kein Feuer anzünden, weil wir Angst hatten, dass uns die serbischen Barbaren entdecken würden. Sie wurden immer mehr. Die Strasse war wegen den vielen Schneemassen blockiert. Durch das Wetter waren wir gezwungen da zu bleiben wo wir waren. Nach einigen Tagen gingen uns sogar die Nahrungsmittel aus. Wir nahmen nur so viel Nahrung zu uns, dass wir gerade am Leben blieben, weil wir nicht mehr als ein bisschen Milch und ganz wenig Mehl hatten. Ich kann mich an das Datum nicht erinnern, weil wir das Gefühl für Zeit verloren hatten. Die Nahrungsmittelknappheit tat das Übrige. Unerwartet und ohne anzuklopfen brachen die serbischen Soldaten und Polizisten die Tür auf und stürmten in das Zimmer. Ohne zu fragen und ohne Rücksicht auf unsere Reaktion fing einer von ihnen an die Haare meiner Cousine Nera zu streichen. Sie war gerade erst 14 Jahre alt und unter uns die am meisten verängstigte. Sie schob seine Hand weg und er wurde sauer wegen ihrer Reaktion. „Ich bin Gott für die Albaner und ich dulde keine Beleidigungen“, sagte er und schlug mit seiner Hand so fest er konnte auf die kleine Nera ein. Sie beugte sich nach vorne, aber sie heulte nicht. Er versuchte sie wieder anzufassen, aber sie floh nach draußen. Daraufhin befahl er meine Cousine zu fesseln. Zwei der Polizisten fesselten Neras Hände. Er schmiss sich auf sie und zerriss ihre Kleider, während die anderen beiden sie festhielten. Er legte sie auf den kalten Schnee und schändete sie. Sie weinte und schrie nach Hilfe, aber wir hatten Angst und wagten nicht ihr zur Hilfe zu eilen. Wir schauten erschreckt zu. Wir hatten ein Automatikgewehr unter den Decken versteckt, konnten es aber nicht hervorholen, weil die Polizisten sich im Raum befanden. Als viele von ihnen die Aufmerksamkeit auf den Vergewaltiger unserer Schwester Nera gerichtet hatten, zog X. [Name wird zum Schutz der Person nicht genannt] , die Schwester von Nera und die mit der größten Erfahrung unter uns, das Automatikgewehr hervor und schoss auf die Barbaren im Zimmer. Alle fünf fielen zu Boden und ich wurde am Bein verletzt. Die anderen, die draußen waren, reagierten nicht, weil sie wahrscheinlich dachten, dass auf uns geschossen wurde. Aber nach zwei weiteren Minuten kamen drei Polizisten herein und sagten beim hereinkommen, dass sie auch interessiert am Spiel seien. Die Schwester von Nera wollte auf einen der Polizisten schießen, aber ein anderer schoss von draußen herein und sie fiel tot zu Boden. Einer von ihnen zog sie dann am Arm heraus, und nachdem er uns befahl nach draußen zu gehen, zog er sie bis zum Brunnen des Onkels und schmiss sie dort hinein. Nera bewegte sich auch nicht mehr. Sie war gestorben. Einer der Schweinehunde schändete sie weiter, obwohl sie schon tot war. Er sah uns, wie wir ihn betrachteten, und er sah seine Freunde, die ihn auslachten. Da nahm er ihren Körper und schmiss ihn in den Brunnen hinein. Er ergriff meine Hand und weil ich mich widersetzte, stieß er mit seinem Messer in meine Brust. Blut und Kleiderfetzten tropften zu Boden. Ich fing an zu schreien und wie im Traum sah ich, dass einer der Polizisten auch die 13-jährige G. vergewaltigte. Nach einigen Minuten der Vergewaltigung auf dem kalten Schnee versuchte G. sich zu widersetzen, aber er stieß sie mit seinem Kopf so fest er konnte. Sie war überall voller Blut und konnte die Schmerzen nicht mehr aushalten. Mir war nicht klar ob sie sofort starb, aber während ich vor Schmerzen weinte, sah ich wie der gleiche Serbe, der G. vergewaltigt hatte, sie zum Brunnen des Schreckens zerrte und dort hineinwarf. Nach kurzer Zeit warfen sie auch Sh. hinein. Obwohl ich nicht gesehen hatte ob sie vergewaltigt worden war oder nicht, so konnte ich doch sehen, dass sie lebendig und nackt in den Brunnen geworfen wurde. Der Polizist, der mich vergewaltigte, stand auf, weil im nahe gelegenen Wald Schüsse zu hören waren. Halbnackt versteckte ich mich hinter einer Blumenhecke und hinter „der lebendigen Mauer“ so schnell, dass es niemand merkte. Zwei von den Polizisten schossen auf die übrig gebliebenen Mädchen und töteten alle. Zwei von den toten Mädchen warfen sie in den Brunnen hinein. Dann flohen sie aus dem Dorf den Abhang herunter und ließen mich verletzt zurück. Heute noch, wenn ich Weiß vor meinen Augen sehe, kommen die Schrecklichen Bilder zurück und verdunkeln mein Leben für immer.“

    „Mögt ihr die Freiheit genießen, mir bleibt es die Wunden zu beweinen“

    E. R. aus einem Dorf um Gjilan hatte an diesem Tag gerade den Flughafen von Shiphol in Holland betreten. Ihr bleiches Gesicht ähnelte mehr dem einer Leiche als einem lebenden Menschen. Die Wunde, die immer noch die ganze linke Gesichtshälfte bedeckte, war ausgetrocknet und hatte eine sonderbare Farbe eingenommen. Sie setzte sich langsam hin. Als sie Fernsehkameras bemerkte, die auf sie gerichtet waren, senkte sie das Gesicht und fing an zu weinen. Es schien, als ob ihre Tränen das einzige warme an ihrem Körper geblieben war. Alles andere in ihr schien tot. Als die Vertriebenen aufstanden um mit dem Bus in die extra für sie eingerichteten Unterkünfte zu fahren, ballte sie die schwachen Fäuste und heimlich schaute sie ob jemand mit ihr bleiben würde. Während der Tross der müden und traurigen Menschen los lief, wurde sie immer aufgeregter und ihr Atem wurde immer schneller. Die Albanerin, die die Gruppe führte, kam auf sie zu um sie zu beruhigen, aber auch sie hielt inne als sie sah, dass in der Halle viele Frauen geblieben waren. Alle waren vergewaltigt. E. R. weinte nun nicht nur um ihr eigenes Schicksal, sondern um das Schicksal aller unglücklichen Albanerinnen. Immer wenn die Wegführerin versuchte sie zu beruhigen fragte sie verschreckt: „Sie alle sind wie ich in den Händen der Kriminellen gefallen?“
    Immer wieder kamen ihr die Tränen. Es erinnerte sie an die Flüchtlingskolonnen in Kosova. Nachdem die Menschen in das Lager geschickt wurden, kamen die Krankenwagen. E. R. stand auf und stieg zusammen mit 16 anderen Frauen in die Wägen ein. Es war ein schrecklicher Anblick, sie weinten alle und gingen vom Flughafen als ob sie sagen wollten: „Ist das wohl das Ende ihrer Reise, würden wohl hier die Knochen all derer, die auf diese Welt gekommen waren, zu Staub“. Der Weg war lang und schwer. E. R. weinte die ganze Zeit still vor sich hin und als sich die Führerin neben ihr niederließ, sagte sie: „Warum lasst ihr uns nicht sterben, solche wie wir dürfen nicht leben“.
    „Hör zu Schwester, das Leben muss weitergehen. Wir alle haben Wunden; manche von uns haben größere und manche kleiner“, sagte die Wegführerin.
    „Aber warum sollte ich leben? Wie soll ich leben, jetzt da…“ Sie wollte etwas sagen, hielt jedoch inne. Ihr Körper zitterte wie ein Baumzweig im Wind und ihr Atem wurde immer schneller. „Wenn du so weitermachst muss ich dir Beruhigungsmittel verabreichen lassen“ ermahnte die Wegweiserin das Mädchen. „Du musst stark bleiben, du lebst; daher bete zu Gott, dass deine Verwandten auch am Leben sind. Eines müssen wir immer vor Augen haben: Unabhängig davon, was einem passieren mag, das Leben muss weitergehen“, sagte sie zu mir. „Ich habe kein Grund zu leben, ich will nicht leben“, entgegnete E.R. „Sie schändeten mich vor den Augen meines Vaters und meiner Mutter. Und als sie versuchten mir zu helfen wurden sie von den serbischen Kriminellen erschossen. Sie töteten meine Eltern erst nachdem sie mit angesehen hatten wie ich geschändet wurde und wie man sich an meinem Körper verging. Als zwei von ihnen von mir weggingen, hatte einer sein Automatikgewehr neben mir liegen lassen. Ich nahm es schnell und entleerte es in ihre Richtung. Ich weiß nicht ob es Tote gab, aber ich sah zwei Verletzte. Ein anderer, der auf der anderen Seite von mir war, schlug mir mit seinem Gewehr ins Gesicht. Er schleifte mich über den Boden und vor meinen Augen vergewaltigte er meine 14-jährige Nichte. Und ich konnte ihr nicht helfen. Ich biss in meine Hände, da dieser Alptraum nicht auszuhalten war. Einer der Polizisten, der ein wenig weiter weg war, ging auf seine Freunde zu und als er sah, dass sie tot waren, holte er die Frau meines Bruders und ihre drei Kinder aus dem Haus. Dann erschoss er sie. Doch damit begnügte er sich nicht. Aus dem anderen Haus holte er meine Tante und einige hauptsächlich kriegsunfähig und sogar verletzt Menschen. Nachdem sie alle Männer erschossen hatten, fingen sie damit an, alle Frauen zu schänden. Nachdem der rasende Polizist, der meine 14-jährige Nichte geschändet hatte, sagte, dass sie gestorben sei, ging meine andere Tante auf das Mädchen zu und schrie so laut, dass ich dachte die Berge und Wiesen in ganz Kosova würden weinen. Nach einer kurzen Zeit fingen die serbischen Barbaren an unkontrolliert in die Luft zu schießen, flohen aber sofort, weil sie offenbar UÇK - Soldaten bemerkt hatten. Wenn unsere Soldaten uns nicht zur Hilfe gekommen wären, dann wären wir jetzt alle tot. Es blieben trotzdem zehn Erschossene, zwei zu Tode Vergewaltigte und einige Verletzte. Wir waren acht vergewaltigte Frauen, die liegen geblieben waren. Die UÇK - Soldaten versuchten uns zu helfen und uns zu trösten. Vielleicht würde ich mit der Situation besser klarkommen, wenn sich mein Bruder nicht der UÇK angeschlossen hätte und wenn er mich nicht vergewaltigt vorgefunden hätte und dann nicht versucht hätte mich zu trösten. Ich forderte ihn auf, mir eine Kugel zu geben, da ich merkte, dass es ein Fehler gewesen war, nicht mit ihm mitgegangen zu sein. Er schaute mich mitfühlend an und sagte: „Du musst zuerst deine Wunden heilen, die Heimat braucht dich nicht sofort“.
    Jetzt kann ich sagen:
    „Die anderen mögen die Freiheit genießen, ich brauche das Leben nicht mehr“.


  2. #12
    Nikita
    Der heftige Regen rettete mich“
    Die 17-jährige R. S. kam aus der Gegend um Obiliq. Sie hielt den Kopf immer gesenkt, aber dennoch konnte sie die Schnittwunden im Gesicht nicht verstecken. Diese Schnittwunden ließen nicht nur sie, sondern alles um sie herum erbärmlich und traurig aussehen. Traurig ballte sie die Hände zusammen und das Zittern ihres Körpers unterbrach jeden Satz. Das Zittern wurde immer unkontrollierter, aber mit der letzten Kraft biss sie sich auf die Lippe und sagte: „Die Gegend um Obiliq bekam den Krieg sofort nach dem Massaker von Prekaz zu spüren. Weil wir nirgendwo hingehen konnten, wo es sicherer war, blieben wir zu Hause. Es gab Tage, da warteten wir nur darauf, dass die Polizei in unser Haus stürmen würde. Jeden Tag fuhren Panzer und anderes Kriegsgerät vorbei. Wenn sie Verluste zu beklagen hatten, veranstalten sie grausame Dinge unterwegs: Sie töteten, nahmen Geiseln, vergewaltigen und begangen jede Gräueltat, die ihnen in den Sinn kam. Wir waren sehr verängstigt, wie alle anderen längs der Hauptstrasse Prishtina – Mitrovica. Auf Grund der einschlagenden Bomben konnten wir weder schlafen noch essen.
    Einige Tage vor das Bombardement gingen wir in das nächste Dorf, das in Richtung Llap gelegen war. Dort gab es mehr als zehntausend Einwohner. Als das Bombardement anfing wurden es noch mehr. Man wusste nicht mehr was gerade geschah. Wir waren von allen Seiten umzingelt. Die Häuser im Dorf Barileva waren viel zu klein, um all die Flüchtlinge unterzubringen. Deswegen verbrachten wir die Tage und Nächte im sitzen. Es gab keinen Platz, um sich hinzulegen und zu schlafen. Aber auch wenn wir genug Platz gehabt hätten, so hätte doch kaum einer von uns schlafen können. Wir alle warteten hoffnungslos und sorgten uns um die kleinen Kinder. Niemand sagte es laut, aber alle dachten nur das eine: „Hoffentlich kommen die Kinder heil davon“. Und der Tag, den wir so sehr fürchteten, kam dann auch letztendlich. Die serbischen Monster kamen ins Dorf. Zunächst entwendeten sie uns den Goldschmuck und das Geld, dann trennten sie die Männer von den Frauen. Sie töteten meinen Bruder vor meinen Augen, weil er den wildgewordenen Polizisten nichts Wertvolles geben konnte. Ich rannte auf meinen Bruder zu und er schaute mich an, als ob er mir etwas sagen wollte. Doch dann schloss er die Augen für immer. Einige Kugeln hatten ihn in die Brust getroffen, sein Hemd färbte sich dunkelrot vor Blut. Ich ballte meine Fäuste zusammen und fluchte leise und kraftlos. Doch ich brach nicht zusammen. Einer der Polizisten zog mich an den Haaren von der Brust meines Bruders weg. Von dort trieben sie uns nach Prishtina.
    Der Gedanke an meinen getöteten Bruder, den ich dort auf dem Boden liegen lassen musste, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.
    „Es wäre besser gewesen wäre er zur Armee gegangen“ , sagte meine Mutter leise und lief weiter, meine kleine Schwester an der Hand ziehend. Sie drehte den Kopf nicht einmal mehr zu mir. Eine Frau aus diesem Dorf nahm mich am Arm, aber meine Schritte wurden immer kürzer. Ich weiß, dass mir jemand Wasser gab und ich kam ein wenig zu Bewusstsein, aber es half mir sehr wenig.
    Vor den Toren Prishtinas war eine andere Gruppe Polizisten postiert. Sie trennten dieses Mal nur die Frauen von der Kolonne. Dort musste auch ich mich von der Kolonne verabschieden. Als die serbische Polizei mich von den anderen wegzog, gab mir die Frau, die mich am Arm stützte, den Rat, mich ruhig zu verhalten und nicht zu zeigen, dass sie meinen Bruder getötet hatten.
    Die Kolonne ging weiter und einer der Polizisten fesselte mich und brachte mich an ein nahe gelegenes Haus. Als wir dort ankamen, bat ich ihn mir die Hände los zu binden, aber er schaute mich nur an und schmiss mich auf den Boden.
    Eines Abends nahm mich ein anderer serbischer Polizist auf einem Fahrzeug mit und brachte mich an das andere Ende Prishtinas. Dort waren drei andere Polizisten. Einer von ihnen fing sofort an mich nach meiner Ankunft auszuziehen. Meine Hände waren gebunden. Mein Weinen und mein Flehen beeindruckten sie nicht. Zwei vergewaltigten mich, der dritte kam an mich heran und zerschnitt mein Gesicht, als sei ich ein Stück Käse und kein Mensch. Das warme Blut rann mir die Haare hinab und ich flehte zu Gott, mein Blut solle nicht aufhören zu fließen, damit ich so schnell wie möglich sterben würde. Ich dachte, sie konnten mich nicht mehr gebrauchen, aber einer von ihnen stürmte auf mich, schändete mich, leckte dabei mein Blut und sagte zu seinen Freunden: „Seht her, ich trinke albanisches Blut“.
    Gott alleine weiß wie lange sie sich noch an mir vergangen hätten, aber ein heftiger Regen brach ein. Sie gingen weg und ließen mich dort liegen. Auch wenn ich heute versuchen würde in das normale Leben zurück zu kehren, so lähmt mich doch der Gedanke, dass jeder die Wahrheit kennt. Jedes mal, wenn ich mein Gesicht berühre, drängen sich mir die bitteren Erinnerungen wieder auf und mein Leben verliert jeden Wert.“


    An jenem Tag weinte auch Prishtina

    „Ich kann mich nicht daran erinnern, wie lange es her war, seit das Bombardement angefangen hatte“, fing das junge Mädchen aus Prishtina ihre Erzählung an.
    „Wir versteckten uns im Hauskeller. Insgesamt waren es 20 Personen aus unserer Verwandtschaft, die in diesem Raum Unterschlupf fanden. Wir hatten genug Nahrungsmittel gesichert, aber wir konnten vor Angst nicht essen oder ruhig sitzen. Selten ging jemand aus dem Haus, um zu schauen was mit den anderen passierte. Neuigkeiten hörten wir nur aus den ausländischen Radiosendern und Fernsehkanälen. Nach dem Massaker von Obiliq überkam uns alle die Angst. Wir warteten seit Tagen darauf, dass sie uns aus dem Haus vertreiben würden. Die zwei Ehefrauen meiner Brüder und ich hatten Angst, den Hauskeller zu verlassen oder gar aus Kosova zu fliehen. Wir flohen auch dann nicht, als der Großteil Kosovas wegging. Es war ein kalter Morgen und der Schlaf hatte uns wie zum Trotz überkommen. Die Tritte an der Tür waren so heftig, dass ich für einen Augenblick dachte das Haus würde beben. Als mein Vater die Tür öffnete, stürmten einige serbische Polizisten herein und warfen als erstes die Wiege um, in der das Baby lag. Die Braut meines Bruders schrie auf und ging zur umgeschmissenen Wiege, aber der Polizist schlug mit der Gewehrschulterstütze auf ihren Kopf ein und sie fiel in Ohnmacht. Das Weinen des Babys wurde immer lauter und heftiger. Ich war zwar verängstigt, lief aber trotzdem zur Wiege. Ich wollte das Baby in die Arme nehmen, aber einer der Polizisten zerrte mich an den Haaren aus dem Haus. Dort sah ich, dass sie in unserem Hof zahlreiche Männer zusammengepfercht hatten. Sie waren blutig geschlagen und verletzt. Viele dieser Männer waren mir nicht bekannt, aber unter ihnen erkannte ich auch meine Nachbarn.
    Ein serbischer Polizist gab den Befehl, die Männer zu fesseln. Ich zitterte am ganzen Körper und hatte keine Kraft mich zu wehren, obwohl ich den Befehl nicht ausführen wollte. Der serbische Polizist bemerkte meinen Widerwillen. Zuerst schlugen sie jedoch die Männer mit den Ketten. Diese hatten keine Kraft mehr sich zu widersetzen, denn um sie waren dutzende von anderen serbischen Polizisten und Soldaten; alle in Bereitschaft sofort zu schießen. Ich dachte, mit dieser Szenerie würde nun alles enden, aber unerwartet kam ein geschlossener Lastwagen, in dem alle Männer einzeln hinein getrieben wurden. Ich dachte, dass sie uns alle dort einsperren würden, aber die Barbaren trennten die Männer von den Frauen, und nach kurzer Zeit brachten sie noch weitere Frauen hinzu. Wie viel Frauen es waren, kann ich nicht genau sagen. Aber als ich in den Keller gebracht wurde, war dieser mit anderen Albanerinnen überfüllt. Dort warteten bereits fünf weitere serbische Polizisten.
    „Wenn wir doch nur eine Waffe hätten“, flüsterte ich einer unbekannten Frau zu, in deren Augen ich eine gewisse Tapferkeit zu sehen glaubte.
    „Jetzt wollt ihr in Prishtina auch Waffen“, antwortete sie mir. „Dabei habt ihr uns aus Drenica dafür verurteilt, dass unsere Männer in den Krieg gezogen sind und dass wir uns dem Feind widersetzt haben.“ Jetzt sei es schon zu spät. „Macht ruhig weiter mit eurem friedlichen Weg.“
    Ich hatte das Gefühl, zu erstarren und verstand nichts. In diesem Moment kam ein weiterer Polizist in den Raum.
    Sie trennten uns in zwei Gruppen. Die erste Gruppe wurde an einen mir unbekannten Ort gebracht; wir sechs anderen Frauen blieben da. Mit der ersten Gruppe brachten sie auch meine Schwägerin und das Baby weg. Bis heute weiß ich nicht, wohin man sie schickte. Weder haben wir ihre Leiche gefunden, noch wissen wir was mit ihr und dem Säugling geschehen ist.
    Bei Einbruch der Dämmerung befahl uns einer der serbischen Polizisten uns auszuziehen. Einige andere Polizisten kamen und fesselten uns. Mich brachten sie ins Gästezimmer und als ich einen halbnackten Polizisten sah verstand ich, dass ich vergewaltigt werden sollte. Erst an diesem Tag erkannte ich, dass der Kampf der UÇK gerechtfertigt war. In diesem Augenblick realisierte ich zudem, was es bedeutet, wenn ein Volk nicht vereint ist. An diesem Tag mussten wir die Uneinigkeit unserer politischen Führer mit unserem Körper bezahlen.
    Wenn wir besser organisiert gewesen wären, hätte es keine Vergewaltigungen gegeben. Die vielen Verhaftungen hätten nicht stattgefunden. Wie sehr sehnte ich den Tod herbei. Er war mir lieber, als ein Opfer derer zu sein, die töteten und hinrichteten und mich gemeinsam mit vielen anderen Frauen barbarisch vergewaltigten. Gefesselt und zusammengekauert saß ich auf dem Boden und weinte und schrie - doch niemand hörte mein Flehen.
    Niemand konnte mir helfen. Die Polizisten wechselten sich ab, einer nach dem anderen, und ich musste alles über mich ergehen lassen. Es war sinnlos, sich zu widersetzen. Ich musste an die Frau denken, die mir sagte, dass ich zu denen gehört habe, die weder Drenica noch die UÇK unterstützt haben. Am siebten Tag hörte ich zwei serbische Polizisten über eine tote Person sprechen, aber ich konnte nicht hören ob es sich um eine Frau oder einen Polizisten handelt. Auch in der darauf folgenden Nacht hörte ich das mir bereits bekannte Geräusch der Tür. Ich dachte, sie kämen wieder hinein und ich zitterte und weinte vor Angst. Aber als die Tür aufging schlich sich die Frau aus Drenica langsam herein, warf mir einen Mantel zu und sagte: „Wenn du nicht laufen kannst, dann komm nicht mit mir, denn zuerst müssen wir die Wachen töten“. Ich stand auf, setzte mich aber dann wieder auf den Boden. Sie ging heraus. Ich dachte sie wäre weg, aber sie kam wieder und sagte: „Die anderen bleiben sich selbst überlassen, wir können sie nicht retten“. Wir liefen los, aber ich konnte nicht so schnell laufen wie sie. Auf dem Weg sah ich, dass es auch in den Nachbarhäusern viele Polizisten gab. Als wir das Stadtviertel verließen wurde es hell. Wir gingen in ein Haus und fanden dort Kleider und Nahrung, aber ich hatte keinen Appetit. Um Mittag herum verließen wir das Haus und liefen zum Bahnhof. Prishtina war leiser als jemals zuvor. Es schien als gäbe es in der Stadt nichts Albanisches mehr. Ich weinte um die Stadt, um mich selbst und um die Menschen, die dort geblieben waren. Ich weinte um die Toten und die Lebenden, und ein feiner Regen fiel vom Himmel als der Zug kam. An dem Tag schien es mir, als würde Prishtina weinen.


    Sie wird für immer verrückt bleiben

    An dem Morgen sah man Drita nicht an ob sie einfach nur ruhig war oder ob sie nach der schweren Nacht schlief. Stundenlang öffnete sie nicht ihre Augen, obwohl ihre Schwester bei ihr geblieben war. Sie sprach auch nicht als sie die Augen öffnete. Sie hatte ihren Blick zum Fenster gerichtet und es schien, als ob sie die Vögel beobachtete, die vor dem Fenster spielten. An dem Tag versuchte sie sich nicht zu bewegen. Wahrscheinlich brauchte sie einfach nur Ruhe. Sie hoffte, die Medizin, die sie am Morgen genommen hatte würde schnell wirken. Bereits die Nacht zuvor hatte sie die Medizin zu sich genommen, doch es war eine schwere Nacht voller Schmerzen.
    Der besorgte Arzt hatte ihre Familienangehörigen gerufen. Er zweifelte, ob sie jemals aus dem Alptraum erwachen würde.
    Die tiefen Wunden in ihrem zerkratzten Gesicht, die wohl niemals verheilen würden, und die sonderbar geschnittenen Haare machten jede weitere Erläuterung über ihr Schicksal unnötig.
    Die Verletzungen auf ihren Kopf ließen ihre quellblauen Augen rauer erscheinen. Sie fühlte sich wie eine Puppe, die zwischen Leben und Tod hin und her schwingt. Genauso waren auch ihre Worte: Sie sprach über das Leben und über das Erlebte; doch sie redete auch unentwegt über den Tod und über viele Dinge, die wir in dieser Art weder gesehen noch erlebt hatten.
    Die Ärztin kam zu ihr und streichelte ihr die Hand. Drita schaute sie an und Tränen liefen ihr über die Wangen. Ihre Schwester verließ verzweifelt den Raum, damit sie die weinende Schwester nicht sehen musste.
    „Ich werde niemals eine Mutter sein können, ich werde niemals Kinder gebären können und ich werde keine eigene Familie haben“, flüsterte Drita leise zur Ärztin. „Ich werde nie erleben was Liebe und ein glückliches Leben sind, niemals… Alles was ich fühle, ist geistige Leere, das Leben ohne Menschen um mich. Genauso wie jetzt, so werde ich immer mit einem Seil gefesselt sein. Ich kann die Hände nicht bewegen - und du verlangst von mir, dass ich mich beruhige? Ich soll weiterleben?“ Drita senkte wieder den Kopf. „Das ist unmöglich.“ Ihre leise Stimme erinnerte kaum an die Person, die letzte Nacht weinend, schreiend und rufend verbracht hatte. So laut, dass man ihre Rufe sogar außerhalb der neuropsychiatrischen Klinik hören konnte. Jedoch waren ihre Worte schlimmer als das laute Weinen. Sie sprach von ihrem Kind, das während ihrer Vergewaltigung getötet wurde. Trotz ihrer geistigen Umnachtung, spürte sie den Schmerz des Verlustes.
    Als niemand mehr damit rechnete, fing sie an, ihre schrecklichen Erlebnisse zu erzählen: „Sie hielten uns an und zogen uns aus den Fahrzeugen. Die Schwiegermutter, die ihren ersten Neffen erwartete, flüsterte mir zu, ich solle keine Angst haben.
    Als sie merkten, dass ich schwanger war sagten sie zu mir:
    „Alles an Goldschmuck her, wenn du leben willst“. Ich gab ihnen natürlich alles und als ich nichts mehr hatte sagte einer von ihnen zu mir:
    „Dieses Kind ist auch meines, nicht nur das deines Mannes“. Ich erwiderte nichts, um sie nicht weiter zu provozieren. Einer von ihnen kam und sagte, er wolle mich haben, weil er noch nie eine schwangere Frau gehabt hätte; und eine albanische Schwangere schon gar nicht. Ich sah, dass er ausgezogen auf mich zu kam und mich verließen die Kräfte. Ich hielt mich an meine Schwiegermutter fest. Ich will sie haben, schrie er und befahl zwei Soldaten mich festzuhalten. Er entblößte meinen Bauch auf und drohte mir, dass Kind im Bauch zu töten, wenn ich mich nicht hinlegen würde. Ich hatte furchtbare Angst, schließlich befand ich mich im achten Schwangerschaftsmonat.
    Ich flehte ihn in seiner Sprache an, dass Gott über alles sei und dass er um Gottes Willen Mitleid haben sollte, aber er schlug mir heftig auf die Brust. Dann schlug er mir auf den Bauch und ich fiel bewusstlos zu Boden.
    Als ich das Bewusstsein wieder erlangte, bemerkte ich, dass er mich in Anwesenheit meiner Schwiegermutter und meines Ehemannes vergewaltigte.
    Meinen Schwiegervater hatten sie erschossen und meine Schwiegermutter weinte um ihn.
    Mein Peiniger spuckte mich an und als ich versuchte aufzustehen schlug mir dieser serbische Bastard mit der Gewehrschulterstütze heftig in den Bauch. Der Schmerz, der mich daraufhin überkam, ist unbeschreiblich. Seit dem Tag ließen mich der Schmerz und das Schrecken nie wieder los. Einige Tage später gebar ich in dem Tal von Bllace, aber das Kind war schon tot. Ich wurde nach Skopje gebracht, da meine starken Blutungen nicht zu stoppen waren. Dort entfernte man mir die Gebärmutter. Dies sei, so vergewisserte man mir, der einzige Weg, mich zu retten. Mein Mann hatte gesagt, dass mein Leben wertvoller sei, aber ich weiß, dass er nicht mehr mit mir leben kann und mich nicht mehr lieben wird. Ich habe keinen Grund zu leben. Warum sollte ich mich also beruhigen?“, sagte sie und fing plötzlich an, nach ihrem toten Kind zu rufen, dass wegen der Vergewaltigung seiner Mutter durch die serbischen Soldaten und Polizisten gestorben war. Kein Trost und kein Wort hatten angesichts ihres Schmerzes eine Bedeutung.


    „Er verließ mich und die Kinder“

    Die Bewohner von Prishtina begannen zu fliehen, als das Bombardement anfing. Ich hatte kein Geld und auch keinen Mut. Die Frau des Hauses, in dem ich wohnte, floh auch nicht, weil sie schon älter war. Ihren Sohn und seine Frau hatte sie einige Monate zuvor in die Türkei geschickt. Am ersten Tag der Bombardierung war ich sehr verängstigt. Da ich weder einen Fernseher noch ein Radio besaß, wusste ich nichts von all dem, was in der Stadt vor sich ging, wie die Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden und was mit Prishtina und ganz Kosova passierte. Nahrungsmittel hatte ich wenig und ich musste das Essen genauestens einteilen.
    In dem Haus, in dem ich war, gab es auch andere Mieter, die jedoch einen Tag vor der Bombardierung beschlossen hatten zu fliehen. Bevor sie das Haus verließen, boten sie mir an, mich in ihrer Küche zu bedienen.
    Es war um die Mitte des Monats April als alle Nahrungsmittel zu Neige gingen und ich war gezwungen von Haus zu Haus zu gehen, damit meine Kinder nicht verhungerten.
    Doch nach einigen Tagen begann der wahre Alptraum. An dem Morgen hörte ich die Schreie der Hausbesitzerin und das Gebrüll der serbischen Polizisten. Im selben Augenblick brachen sie die Tür auf und stürmten herein. Die Kinder fingen an zu weinen und einer der serbischen Polizisten schloss sie im Badezimmer ein. Die Kinder weinten, während zwei von den Barbaren mich vergewaltigten und mir das serbische Kreuz in den Oberarm ritzten. Ich betete, ich möge in diesem schrecklichen Augenblick sterben.
    Die Scham und die Erniedrigung hatten meine Seele bereits getötet. Ich war Mutter von fünf Kindern, Ehefrau eines Mannes und sie vergingen sich an mir. Nach einer Stunde gingen die Polizisten und ich befreite meine Kinder. Sie fragten mich nichts, das älteste Kind war gerade neun Jahre alt. Aber sie schauten alle auf die Wunde auf meiner Brust. Kurze Zeit später kam die Hausbesitzerin und fraget mich in Anwesenheit meiner Kinder: „Haben sie dich vergewaltigt?“. Ich antwortete nicht, zeigte ihr nur meine Wunde. „Ihr seid noch gut davongekommen“, sagte sie, „die zwei Nachbarn haben sie erschossen“. Die serbischen Polizisten kamen am nächsten Tag wieder. Sie vergewaltigten und misshandelten mich zum wiederholten Male. Dann schlugen sie meine Kinder. Ich nahm eine Axt und versuchte einen von ihnen zu töten, aber es war umsonst. Sie serbischen Polizisten waren zu viert und einer von ihnen schlug mir mit der Gewehrschulterstütze auf den Kopf. Als ich zur Bewusstsein kam, weinten meiner Kinder über meinen Körper, weil sie dachten ich sei tot. Nach einigen Stunden hatte ich genug Kraft gesammelt und wir verließen das Haus und zogen in einen anderen Stadtteil weiter. Ein altes Pärchen gab mir Unterschlupf und versorgte meine Wunden. Ich blieb dort bis die serbischen Kräfte aus Kosova abzogen.
    Mittlerweile habe ich gelernt, mich mit meinem Schicksal zu arrangieren, aber tief im Inneren kann ich das erlebte nicht vergessen. Ende Juni ging ich nach Deçan zurück. Alles was ich besessen hatte war nun verbrannt und zur Asche verfallen. Ich richtete ein Zelt im Hof auf, damit wir vorübergehend einen Platz zum schlafen hatten. Als mein Mann nach Deçan zurückkam, erzählte ich ihm von dem, was uns widerfahren war. Er folgte meinen Ausführungen, sagte aber nichts dazu.
    Erst nachdem er meine Alpträume bemerkte, riet er mir, einen Psychologen zu konsultieren.
    „Ich bin nicht der Ehemann, der ich früher war“, sagte er zu mir.
    „Ich weiß, dass das was man dir angetan hat gegen deinen Willen geschah. Aber auch mir fällt es schwer, mich mit all dem abzufinden und deine Alpträume erinnern mich immer wieder an das Geschehene.“
    Er wollte noch etwas sagen, aber wir fingen an zu weinen; wir weinten stundenlang.
    Am nächsten Morgen war er nicht mehr im Bett. Er hatte keinen Brief und keine Worte hinterlassen. Er floh und verließ mich und die Kinder. Seitdem habe ich ihn nie wieder gesehen.
    Ich werde weiter leben mit den bitteren Erinnerungen, die mehr wehtun als eine tödliche Gewehrkugel“, sagte zum Schluss die Frau aus Deçan, die trotz vieler Schwierigkeiten auch heute noch zu ihren Kindern hält.


    Die Erzählung der Kleinen aus Dukagjin

    Das kleine Mädchen aus Dukagjin saß am Skënderbeu - Platz und beobachtete die Passanten. Obwohl es ein heißer Tag war, nahm die Menschenmenge ständig zu. Es sah ein wenig aus, als ob das Mädchen versuchte über die Wälder und Hügel zu blicken, um ihre Heimat Kosova zu sehen.
    Hätte ihre Mutter sie nicht gefragt, ob sie etwas essen möchte, wäre ihr Blick für sehr lange Zeit so verblieben. „Ich will nichts essen, bitte belästige mich nicht, mein Leben hat kein Sinn mehr“, sagte sie und biss sich in die Lippe, während ihr Tränen die Wange hinunterliefen.
    Ihre Mutter schaute sie mitleidig an, aber sie brach fast selbst in Tränen aus. Die unglückliche Mutter schaute auf ihre Tochter, die zwischen Leben und Tod hin und her gerissen war. Seit sie zehn Tage lang in den Händen der serbischen Kriminellen und drei Wochen im Krankenhaus von Tirana verbracht hatte, sah ihr Körper nicht mehr lebendig aus. Zumindest sah es ihre Mutter so. Gewiss, sie hatte psychiatrische Hilfe nötig, aber sie bestand darauf nach draußen zu gehen und stundenlang die Menschen anzustarren. Es war nicht nur das Anstarren der Menschen, das den Blick der Passanten auf sie lenkte, sondern auch ihre traumhafte Schönheit. Die Ärzte schrieben ihr Ruhe, regelmäßige Nahrungsaufnahme und Einnahme einiger Medikamente vor.
    Jeder Versuch, mit ihr über die Geschehnisse im Lager der serbischen Polizisten zu reden, war nutzlos.
    Aber als an diesem heißen Tag zwei kleine Mädchen auf sie zu kamen und ihr über die langen Haare strichen, huschte ihr das verloren geglaubte Lächeln über das Gesicht.
    Sie strich über den Kopf eines der Mädchen und nahm schließlich die Hand der anderen und küsste sie auf die Wange. Sie schaute die beiden einige Minute an, dann liefen ihr wieder die Tränen über die Wangen.
    Die kleinen Mädchen zuckten zusammen, aber sie liefen nicht weg. Eines der Mädchen wischte ihr die Tränen weg. Die Ärztin aus dem Krankenhaus setzte sich hinzu und beobachtete die Szene.
    „Ich weiß warum du gekommen bist“, sagte das Mädchen zu der Ärztin. „Was bringt es euch wenn ich mit euch rede? Warum belästigt ihr mich? Ist es etwa nicht genug, dass auf demselben Tisch auf dem ich vergewaltigt wurde, drei andere vergewaltigte Mädchen gestorben sind?“ Mit Tränen in den Augen, fuhr sie fort, dass sie jede Hoffnung auf ein normales Leben verloren habe. „Alles was mir bleibt, ist etwas für die Heimat zu tun; für diejenigen, die durch die dreckige Hand der Shka gestorben sind.“
    Als sie das Wort „Shka“ sagte, verkrampfte ihr kleiner Körper und sie ballte die schwachen Fäuste zusammen. Die Kleine aus Dukagjin, wie das hübsche Mädchen von den anderen genannt wurde, wirkte nun noch schmächtiger und zarter.
    „Erzähl mir bitte, wie und wann du in die Hände der Kriminellen geraten bist und wie viele Leute dort mit dir waren“, sagte die Ärztin, die zuvor das Aufnahmegerät eingeschaltet hatte.
    Die Kleine schaute wieder in Richtung der Wälder von Kosova, als ob sie dort sehen konnte was passiert war.
    Vielleicht versuchte sie auch, die schrecklichen Erlebnisse wieder ins Gedächtnis zu rufen. Dann sagte sie: „Ich werde dir deine Fragen beantworten, aber du musst mir versprechen, mich schnellstmöglich wieder zurückzubringen.“
    Das kleine Mädchen atmete tief aus und fuhr dann fort: „Als die serbische Polizei unser Dorf nieder brannte, floh die ganze Bevölkerung. Die UÇK versicherte uns, dass wir unter ihrem Schutz stünden und bestand darauf, dass wir daheim bleiben sollten. Doch wir Frauen des Dorfes beschlossen die Flucht nach Albanien anzutreten.
    In der Nähe von Smolica wurden wir von serbischen Soldaten und paramilitärischen Einheiten gestoppt. Nachdem sie uns ausgeraubt hatten, trennten sie uns von der Kolonne. Wir waren nun zu neunt. Drei Frauen waren jünger als ich, drei älter; unter ihnen befand sich auch eine schwangere Braut.
    Mit der Begründung, sie würden uns einem Verhör über die UÇK unterziehen, nahmen sie uns mit. Doch dann sperrten sie uns in einen dunklen Keller. Die schwangere Braut nahmen sie mit sich. Wir hörten ihre Schreie, wussten jedoch nicht, was mit ihr passierte. Auf die Schreie folgte ein kurzer Feuerstoss aus einem Automatikgewehr. Damit wurde ihr Leben beendet. Doch dessen war ich mir erst drei Tage später bewusst, als ich in den Keller geführt wurde, in dem die anderen Albanerinnen bereits vor mir vergewaltigt und misshandelt wurden. Dort zerrissen sie mir die Kleider und fesselten mich an diesen verdammten Tisch. Ein General Vujic, wie ich auf seiner Uniform lesen konnte, schändete mich, während ich an Händen und Füßen gefesselt war. Nach einer fünftägigen Tortur schaffte ich es meine Hände zu befreien. Mit einer Axt konnte ich diesen dreckigen General leicht am Arm verletzen. Zur Strafe wurde ich gefesselt nach draußen gebracht. Dort ließ man mich im Regen stehen, bis noch weitere serbische Polizisten zu mir kamen, um mich zu vergewaltigen.
    Am nächsten Tag schändeten sie mich auf dem Esstisch, während drei weitere junge Frauen im selben Raum vergewaltigt wurden. Dann schnitt man diesen Frauen die Geschlechtsorgane ab. Die Mädchen erlagen bereits nach kurzer Zeit ihren Verletzungen.
    Ich kann mich weder daran erinnern, wann sie von mir abließen noch, wer mich nach Tirana brachte. Doch so kann ich nicht mehr weiterleben. Vielleicht wäre es leichter, wenn ich nicht mehr leben würde und von dieser Erde verschwinden würde. Ich weiß nicht, wo ich Trost finden soll oder wie ich vor die Augen meines Geliebten, meiner Familie und meiner Freunde treten soll. Sie alle wissen, was mit mir passiert ist.
    Ich weiß, dass ich deren Unterstützung haben werde, aber mein Körper ist jetzt schmutzig und dreckig. Mein Leben, wie es jetzt ist, erscheint mir schwerer als der Tod“, sagte das Mädchen aus Dukagjin, die ihren Blick wieder in Richtung des Horizontes von Kosova richtete.


    Das Schrecken hört nicht auf

    R. S. saß kraftlos und alleine im Stadtpark. Sie wollte mir niemandem reden und kratzte sich mit ihren Fingern ständig im Gesicht.
    Neben ihr lag ein Messer, nach dem sie immer wieder griff, wenn ihr jemand nahe kam.
    „Komm nicht näher, ich bin voller Schande“, sagte sie, als ihr Ehemann auf sie zukam. „Ich trage mehr Schande mit mir, als jeder andere Mensch. Ich bin von serbischen Kriminellen vergewaltigt worden und das muss ich vor dir, meinen Kindern und allen anderen eingestehen.“ Während sie das sagte, weinte sie ununterbrochen.
    „Aber warum fliehst du vor mir und vor deinen Kindern?“, fragte ihr Ehemann die junge Frau. „Wir machen dir doch keine Vorwürfe.“
    Ihre Zwillinge, die die sechste Klassenstufe besuchten, verstanden, was eine Vergewaltigung war und kannten daher auch den Grund des sonderbaren Verhaltens ihrer Mutter. Doch auch sie waren hilflos und standen neben ihrer Mutter.
    „Ich würde gerne verschwinden. Ich möchte nicht mehr weiterleben, damit mir niemand mehr ansehen kann, was mir angetan wurde“, sagte sie zu ihrem Ehemann. „Du kannst dir nicht vorstellen wie es ist, zwei Monate lang gefesselt zu sein, während die Kriminellen sich an dir vergreifen. Ich habe gesehen, wie sie den Frauen und Mädchen die Fingernägel herauszogen, wie sie sie schlugen und missbrauchten. Das haben sie auch mir angetan. Insgesamt waren wir elf Albanerinnen und keine von uns war älter als 35 Jahre. Zwei Frauen starben. Ich habe genau beobachten können, wie ihnen die Brüste abgeschnitten wurden. Und ich habe gesehen, wie die serbischen Polizisten das Blut der Frauen tranken.
    Ich sah wie sie eines der Mädchen zwangen nackt zu tanzen, unter der Versprechung sie würde dann verschont werden. Doch sie massakrierten sie trotzdem“, erzählte R. S.
    Sie wurde drei Tage nach dem Verschwinden der serbischen Kräfte gefunden, aber sie hatte sich damals geweigert nach Hause zu gehen. Tagelang blieb sie draußen, denn sie wollte nicht unter Menschen sein und sich dadurch als Opfer fühlen. Nach einigen Tagen hatte sie sich zumindest scheinbar ein wenig gefasst.
    Auch heute noch lebt sie mit den seelischen Wunden, die wohl niemals aufhören werden zu schmerzen.
    „Ich lebe, doch eigentlich bin ich schon längst gestorben“, sagt R. S. „leider zählt man mich weiterhin noch zu den Lebenden. Ich bin nur eine von vielen, über die sich die Kriminellen lustig gemacht haben. Ich will nicht weiter leben. Diese bitteren Erinnerungen machen mich wahnsinnig und mein Leben hat sich in eine Hölle verwandeln. Warum tötet ihr mich nicht? Ich möchte endlich meine Ruhe haben, denn ich besitze keine Kraft mehr, um so zu tun, als sei nichts geschehen.
    Ich bräuchte noch ein ganzes Leben, um die bitteren Erlebnisse zu erzählen“, sagte sie verschreckt. Ein Schrecken, der sich weiter über ihr Leben legt.

  3. #13
    Nikita
    was noch schrecklicher diese berichte machen, ist das man selbst einige dörfer kennt, da war und ja sogar leute aus gewisse dörfer kennt, die hir erwähnt wurden! Diese berichte haben mich sehr getroffen, es sollte keine provokation gegenüber den serben hir sein, nein sondern genau die sollten diese berichte auch lesen,damit sie uns auch einwenig verstehen warum wir auf sie eine solche wut haben,ja sogar einige empfinden hass!

  4. #14

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    3.160
    Ich glaube nicht an diese Geschichten. Tut mir Leid. Der Anfangsbeitrag könnte wahr sein, aber die die der User "Egoiste" veröffendlich hat sind meiner Meinung nach erfunden oder zumindest wurde viel dazugedichtet.

    Und das hat nichts mit Nationalismus zu tun. Ich mag es nur nicht wenn Propaganda unter das Bauernvolk gemischt wird.

  5. #15
    Nikita
    der erste bericht gehörte eigentlich auch zu meinen berichten dazu...glaube was du wolle.dein recht! glaube nicht das jemand solche schreckliche sätze schreiben kan, was einem sowas auch nie passiert ist...

    Ich glaubte es auch nicht,den sowas was die gemacht haben ist UNGLAUBLICH... aber wen man einbisschen menschlich ist ...und diese berichte mit tränen in den augen list, dan glaubt man es auch!

  6. #16

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    81
    Zitat Zitat von EGOiste Beitrag anzeigen
    der erste bericht gehörte eigentlich auch zu meinen berichten dazu...glaube was du wolle.dein recht! glaube nicht das jemand solche schreckliche sätze schreiben kan, was einem sowas auch nie passiert ist...

    Ich glaubte es auch nicht,den sowas was die gemacht haben ist UNGLAUBLICH... aber wen man einbisschen menschlich ist ...und diese berichte mit tränen in den augen list, dan glaubt man es auch!
    Weinst du wenn du so traurige Sachen liest ?

  7. #17
    Nikita
    Zitat Zitat von Gangster Beitrag anzeigen
    Weinst du wenn du so traurige Sachen liest ?
    nicht wirklich...aber wen auch? wäre das schlimm???bin immerhin eine frau und nahe ans wasser gebaut ...aber bei diesen berichten kamen mir tatsächlich tränen.

  8. #18

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von EGOiste Beitrag anzeigen
    nicht wirklich...aber wen auch? wäre das schlimm???bin immerhin eine frau und nahe ans wasser gebaut ...aber bei diesen berichten kamen mir tatsächlich tränen.
    Nein, nicht schlimm.
    Ich war nur bisschen verwundert, aber albanische Frauen heulen ja generell sehr schnell.

  9. #19
    Nikita
    Zitat Zitat von Gangster Beitrag anzeigen
    Nein, nicht schlimm.
    Ich war nur bisschen verwundert, aber albanische Frauen heulen ja generell sehr schnell.
    tsss...das sind allgemein frauen,hallo?

    edhe mosum shurdho tash shum

  10. #20

    Registriert seit
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    81
    Zitat Zitat von EGOiste Beitrag anzeigen
    tsss...das sind allgemein frauen,hallo?

    edhe mosum shurdho tash shum
    ich würde niemals einfach so heulen, aber ok.

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