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Ende des «Kosovo-Bonus»

Erstellt von Gentos, 18.08.2010, 11:34 Uhr · 26 Antworten · 1.714 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Ende des «Kosovo-Bonus»

    Verfassungswidrige Finanzierung serbischer Parallelstrukturen

    Seit Jahren finanziert die serbische Regierung in ihrer ehemaligen Provinz Kosovo eine parallele Verwaltungsstruktur, um auf diese Weise den politischen Anspruch auf die Region zu untermauern. Die Loyalität der in dieser Verwaltung beschäftigten Kosovo-Serben wird dabei mit überdurchschnittlich hohen Salären belohnt. Serbiens Verfassungsgericht erachtet diese Praxis nun aber als widerrechtlich und erkennt in den höheren Lohnzahlungen an Staatsangestellte in Kosovo eine positive Diskriminierung. Belgrad wird daher dazu aufgefordert, diese aus dem nationalen Budget finanzierten «Kosovo-Boni» nicht länger auszuzahlen.

    Stein des Anstosses ist ein Erlass, den die serbische Regierung im Juli 2003, also rund vier Jahre nach dem Ende des Kosovokriegs, verabschiedet hat. Die Bestimmung sieht vor, dass serbische Angestellte, die im öffentlichen Dienst oder in öffentlichen Betrieben beschäftigt sind und auf kosovarischem Boden arbeiten und leben, ein um 100 Prozent höheres Salär erhalten. 2008 wurde die Regelung angepasst und neu festgelegt, dass die Löhne statt um 100 Prozent «nur» um 50 Prozent über dem üblichen Niveau fixiert werden. Ziel des Erlasses waren nicht zuletzt eine Stärkung der serbischen Parallelstrukturen und die Verhinderung eines Exodus der serbischen Minderheit aus Kosovo.

    Serbische Regierungsvertreter reagieren irritiert auf den Richterspruch. Zwar will man das Verdikt akzeptieren; der stellvertretende Regierungschef und Innenminister Ivica Dacic bezeichnet das Verbot des Kosovo-Aufschlags dennoch als fragwürdig. Es sei nun nötig, so der Minister, ein alternatives Modell zu finden, um den Kosovo-Serben und anderen Bürgern, die sich weiterhin loyal gegenüber dem serbischen Staat verhielten, helfen zu können. Erwartungsgemäss zeigen sich auch Vertreter der Kosovo-Serben wenig erfreut. Die Chefin eines Spitals in der serbischen Enklave Gracanica befürchtet, dass nun vor allem gut ausgebildete Serben wie etwa Ärzte und Professoren nicht länger in Kosovo bleiben werden.

    Ende des «Kosovo-Bonus» (International, NZZ Online)

    Bin mal gespannt auf die Alternative.

  2. #2
    Fan Noli
    Die Alternative ist sich im Kosovo zu integrieren.

    Ohne die finanziellen Mitteln aus Serbien werden die Parallelstrukturen kaum aufrecht erhalten zu sein.

  3. #3

    Registriert seit
    05.09.2004
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    7.890
    Zitat Zitat von Fan Noli Beitrag anzeigen
    Die Alternative ist sich im Kosovo zu integrieren.

    Ohne die finanziellen Mitteln aus Serbien werden die Parallelstrukturen kaum aufrecht erhalten zu sein.
    Auswandern wäre auch etwas.

  4. #4
    Avatar von Azrak

    Registriert seit
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    9.275
    So lässt man die eigenen Landsleute in Stich....

    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Auswandern wäre auch etwas.
    Wieso sollen die auswandern, wenn es deren Heimatland ist?

  5. #5
    IbishKajtazi
    Nema vise cile mile

  6. #6

    Registriert seit
    05.09.2004
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    7.890
    Zitat Zitat von Azrak Beitrag anzeigen

    Wieso sollen die auswandern, wenn es deren Heimatland ist?
    Ich dachte Kosovo und Serbien sind das gleiche, doch nicht?

  7. #7

    Registriert seit
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    398
    Aha.. gibts also doch legale institutionen im Kosovo...

  8. #8
    Avatar von Azrak

    Registriert seit
    18.08.2008
    Beiträge
    9.275
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Ich dachte Kosovo und Serbien sind das gleiche, doch nicht?
    ?

  9. #9
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
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    11.089
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Ich dachte Kosovo und Serbien sind das gleiche, doch nicht?
    Die Bestimmung sieht vor, dass serbische Angestellte, die im öffentlichen Dienst oder in öffentlichen Betrieben beschäftigt sind und auf kosovarischem Boden arbeiten und leben, ein um 100 Prozent höheres Salär erhalten. 2008 wurde die Regelung angepasst und neu festgelegt, dass die Löhne statt um 100 Prozent «nur» um 50 Prozent...
    ---------------------------------------------------

    nicht schlecht welche für den staate serbien gearbeitet haben.....
    kein wunder will man sich da nicht anpassen bezw. pararell-strukturen aufrecht erhalten.....

    so gesehen hat sich an der serbischen poltik seit milos gegenüber kosova nichts geändert.

  10. #10

    Registriert seit
    28.09.2008
    Beiträge
    23.630
    Dieser Aktionismus scheint nichts anderes als bloße Zuckungserscheinung zu sein.

    Es wird auf die Schwächsten eingedroschen, zumindest wird es versucht.

    Tatsächlich wollte man schon längst ganz anderes erreicht haben, und was hört man inzwischen?

    Man hört und liest aus den Richtungen USA und EU, daß man zwecks weiterer Verhandlungen am Verhandlungstisch sich einfinden möge.

    Der begehrte Flugzeugträger Kosovo macht manches möglich.

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