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Haben die Albaner Kosovo okkupiert?

Erstellt von Pjetër Balsha, 09.05.2011, 23:42 Uhr · 229 Antworten · 15.176 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Pjetër Balsha

    Registriert seit
    02.05.2010
    Beiträge
    6.287

    Haben die Albaner Kosovo okkupiert?

    Alain Ducellier behauptet, dass die Bevölkerung des Kosovo im 14. und 15. Jahrhundert in der Tat "noch albanisch und christlich war.

    eine kleine übersetzung aus dem buch von alain ducellier
    wer die 13 seiten in PDF-format lesen möchte hier der link
    http://www.albanisches-institut.ch/pdf/text34.pdf

    Alain Ducellier
    (Toulouse - Frankreich)

    HABEN DIE ALBANER KOSOVA OKKUPIERT?1*
    Nach den jüngsten schwerwiegenden Vorfällen in Kosova ist
    es schwierig, dieses Problem mit all der von einem Historiker zu
    verlangenden intellektuellen Ernsthaftigkeit zu diskutieren. Weil
    darüber hinaus die Presse seitdem Artikel zugunsten der
    "serbischen" Hypothese verbreitet, die von vielen für ganz logisch
    gehalten wird, bleibt jede oppositionelle Stimme isoliert und scheint
    von einer a priori suspekten "Albanophilie" inspiriert zu sein.
    Wir wollen uns klar machen: es gibt heute kein solides
    Argument, die Nationalität dieser oder jener Region zu bestimmen,
    besonders am Balkan, mit Ausnahme einer anerkannten ethnischen
    Minderheit. In diesem Sinne könnte Kosova, dessen Bevölkerung zu
    zwei Drittel albanisch ist, selbstverständlich nicht anders als
    albanisch bezeichnet werden, und dies ohne die geringste Absicht, es
    mit einer "Albanien" genannten politischen Entität zusammenbringen
    zu wollen.2
    In Anbetracht der unausgesetzten Heranziehung historischer
    Fakten zum Beweis, daß die Serben, als älteste Bewohner, die
    angeblich später von den Albanern vertrieben worden waren, ein
    "Anrecht" auf Kosova, haben, wäre es nicht unwichtig, zu zeigen,
    daß zumindest in diesem Fall die Geschichte und die gegenwärtige
    Situation zusammenfallen.
    In einem kürzlich erschienenen Artikel weist Michel Aubin
    darauf hin, daß Kosova das "wirtschaftliche und politische Zentrum
    des mittelalterlichen serbischen Königreichs im 13. und 14.
    Jahrhundert war",3 was auch der Wahrheit entspricht. Es scheint
    daher, daß nur die türkische Okkupation, nachdem sie die Serben
    aus den besten Gebieten verdrängt hatte, diese letztlich zwang,
    besonders in den Jahren 1690 und 1738, nach Südungarn
    auszuwandern und sie durch aus Nordalbanien herbeigeholte
    islamisierte Elemente zu ersetzen.
    Wir wollen nicht auf der Tatsache bestehen, daß die
    Errichtung einer politischen und wirtschaftlichen Macht in einem
    gewissen Gebiet keineswegs eine Garantie dafür darstellt, besonders
    im Mittelalter, daß die Inhaber der politischen Macht die ethnische
    Vorherrschaft innehatten. So herrschte das kleine "serbische"
    Despotat von Seres in Nordgriechenland von 1355 bis 1371 eine
    größtenteils griechische Bevölkerung

    Wir wollen dennoch annehmen, daß die Serben im 13.
    Jahrhundert in Kosova die Mehrheit bildeten. Doch dann erhebt sich
    die Frage: Wer lebte zuvor in diesem Gebiet ? Die Slawen sind ein
    indogermanisches Volk, das in einer späteren Periode nach Europa
    kam, da die häufigen Wellen ihrer Invasionen im 6. und 7.
    Jahrhundert stattfanden.5 Zu dieser Zeit hatten viele Jahrhunderte
    der Romanisierung die Auslöschung der alten autochthonen
    Bevölkerung nicht vollbracht: die Daker in Rumänien, die Thraker
    in Bulgarien, die Illyrer in Dalmatien, Albanien und Makedonien.
    Was Kosova betrifft, so ist es eine unbestreitbare Tatsache, daß
    zumindest seit dem 18. Jh. v.u.Z. viele illyrische Staatsgebilde
    entstanden und sich graduell von Stammesorganisationen zu richtige
    kleinen Königreichen entwickelten, wie die Dardaner, die Penester,
    die Paeonier (um nur die wichtigsten zu erwähnen).6 Alle neueren
    Studien, sowohl linguistisch als auch archäologisch, versuchen zu
    beweisen, daß die Illyrer die unmittelbaren Vorfahren der Albaner
    sind.7 Was die Archäologie betrifft, so bezeugt das Studium der
    Keramiken und der Ornamente (Ohrringe, Armreifen, Ringe und
    besonders Fibeln) eine außerordentliche Kontinuität im Design und
    in der Technologie zwischen den alten illyrischen und den neueren
    Artefakten, die in den auf das 6. und 7. Jahrhundert zu datierenden
    mittelalterlichen Siedlungen gefunden wurden (in der Burg von
    Dalmaca bei Puka und besonders in Kruja). Dies ist so überzeugend,
    daß der jugoslawische Archäologe B. Covic das in Dalmaca
    gefundene Material auf das 6. bis 7. Jahrhundert datiert hat.8 Wir
    müssen jedoch bedenken, daß die Ausgrabungen in Dalmaca im
    vorigen Jahrhundert begannen und damals alle der Meinung waren,
    es handle sich um Zeugnisse der "altslawischen Zivilisation".9
    Selbstverständlich ist diese illyrisch-albanische Kontinuität nicht nur
    auf dem Territorium des heutigen Albanien bewiesen. Die Funde in
    der Nekropole von Melje in der Gegend von Virpazar (Montenegro)
    und in zwei Siedlungen in der Gegend von Ohrid in Makedonien
    haben Gegenstände zutage gefördert, die derselben Zivilisation
    angehören.10 Selbstverständlich ist die intensive Aktivität der
    albanischen Archäologen seit der Befreiung die einzige Erklärung
    für den großen Reichtum an Funden auf ihrem eigenen Staatsgebiet.
    In Ermangelung irgendeines Dokuments, das die
    Vernichtung oder Auswanderung der lokalen illyrischen
    Bevölkerung im Laufe der slawischen Invasionen beweisen würde,
    ist es natürlich anzunehmen, daß während des Spätmittelalters
    Kosova, so wie ganz Albanien, eine hauptsächlich illyrische
    Bevölkerung hatte, d.h. eine albanische. Zweifellos ist ein Phänomen
    der Slawisierung zu bemerken, und es zeigt sich am deutlichsten in
    den Ortsnamen, die für die Bestimmung der Ethnizität eines Volkes
    von geringem Wert sind. Trotz der großen Zahl slawischer
    Toponyme, die heutzutage in Albanien vorliegen, kann niemandem
    einfallen, daß die Mehrheit seiner Bevölkerung slawisch war. In der
    Tat würde solch ein Argument den Befürwortern der "serbischen
    These" keinen Dienst erweisen, umso mehr als die meisten der in
    Albanien und Kosova vorkommenden Ortsnamen eher bulgarisch als
    serbisch sind, was ganz natürlich ist, weil die Bulgaren dieses Gebiet
    seit dem 9. Jahrhundert besetzten, und besonders am Ende des 10.
    Jahrhunderts, in der Blütezeit des letzten bulgarischen Reiches mit
    seiner Hauptstadt Ohrid.11 Zu dieser Zeit siedelten die Serben fern
    von Kosova, tatsächlich waren ihre ersten kompakten Kolonien
    Rasha (Rasa) im Ibartal, westlich von Morava, und Zeta, das
    ungefähr dem heutigen Montenegro entspricht. Erst um 1217, als
    Fürst Stefan König wurde, begann der serbische Staat sich
    auszudehnen und umfaßte das Gebiet von Peja (Pec), während der
    Großteil des Gebiets von Kosova außerhalb seiner Grenzen blieb. Es
    ist nicht nötig, länger darüber zu handeln, weil jedes "historische"
    Argument zu nichts anderem als zu einer Ablehnung der "serbischen
    These" führt, denn die Geschichte lehrt, daß die Serben, was
    Kosova betrifft, ausgesprochene Spätankömmlinge waren.
    Löschte die serbische Vorherrschaft die alte illyrische
    Bevölkerung aus? In der Tat weisen die serbischen Texte das
    Gegenteil nach: als im Jahre 1348 Stefan Dusan dem Kloster Sankt
    Gabriel und Michael in Prizren eine Schenkung zukommen ließ, hieß
    es, daß in der Umgebung dieser Stadt wenigstens neun albanische
    (arbanas) Dörfer waren.12 Das von demselben Herrscher ein Jahr
    später erlassene Gesetz zeigt, daß in vielen seiner Dörfer neben der
    slawischen Bevölkerung auch Wlachen und Albaner lebten, die sehr
    dynamisch gewesen sein müssen, da der König verpflichtet war, ihre
    Ansiedlung auf seine eigenen Ländereien zu beschränken.13 Wenn
    die Wlachen und Albaner als Nomaden bezeichnet werden, dann
    sicherlich nicht nur, weil sie "geborene Schafhirten" waren, sondern
    lediglich wegen der wirtschaftlichen und politischen Bedrückung
    durch das herrschende Volk. Dies ging seit 1328 in den Gebieten
    von Diabolis, Kolonea und Ohrid vor sich, als J. Kantakuzen von
    einem Treffen des byzantinischen Kaisers Andronicus III. mit den
    "nomadischen Albanern" Zentralmakedoniens berichtet.14 Zweifellos
    latstete das serbische Joch sehr schwer auf den albanischen
    Untertanen. Unter Nachsicht der offenkundigen propagandistischen
    Ziele dieses Autors, findet sich sicherlich ein Körnchen Wahrheit in
    dem, was der Propagandist der Kreuzzüge, Guillome d'Adam, im
    Jahre 1332 schrieb: "diese Völker, sowohl lateinisch als auch
    albanisch, stöhnen unter dem unerträglichen und schwer lastenden
    Joch des Serbenfürsten, den sie verachten und von ganzem Herzen
    hassen, weil sie mit hohen Steuern belastet sind, ihre Geistlichen
    verächtlich behandelt, ihre Bischöfe und Priester oft in Ketten
    gelegt, ihre Adeligen enteignet werden... Alle zusammen und auch
    jeder einzelne dachten, sie würden ihre Hände heiligen, wenn sie sie
    mit dem Blut der obgemeldten Slawen befleckten."15
    Wir müssen hinzufügen, daß sich die byzantinischen Autoren
    der Einheit der Bevölkerung von Albanien bis Makedonien bewußt
    sind. Der Historiker Laonikos Chalkokondylis auss dem 15.
    Jahrhundert sagt, nachdem er hervorgehoben hat, daß die Albaner
    von den Serben und Bosniern sehr verschieden sind,16 daß kein
    anders Volk den Makedoniern mehr gleicht als die Albaner.17
    Unter diesen Bedingungen begann in der zweiten Hälfte des
    14. Jahrhunderts die türkische Besatzung, und es ist wahr, daß die
    Albaner in Kosova zu dieser Zeit wiedererstarkten, aber dies
    natürlich nicht auf die üblicherweise dargestellte Art, wonach die
    Albaner "auf den Troßwagen des Feindes" kamen; im Gegenteil,
    vom Shkodersee aufwärts bis Kosova schlossen sie sich zusammen
    und widerstanden zusammen mit den anderen christlichen Völkern.
    Zur Zeit der entscheidenden Schlacht von 1389 erwähnen
    die griechischen Autoren außer den Serben und Bulgaren auch die
    nördlichen Albaner, jene von Himara, Epirus und aus dem
    Küstenland.18 Der türkische Chronist Idrisi Bitlisi erwähnt die
    Beteiligung von Albanern aus der Region Shkoder, deren Fürst,
    Gjergj Balsha, 50.000 Mann in die Schlacht führte;19 dieselben
    Angaben finden sich bei den anderen ottomanischen Chronisten, Ali
    und Hoxha Saadeddin.20
    Die Niederlage von 1389 stürzte den serbischen Staat in
    Verwirrung und schuf den lokalen Fürsten ein freies
    Betätigungsfeld, die albanischen Fürsten des Nordens und
    Nordostens miteingeschlossen. Der hervorragendste unter ihnen war
    Gjon Kastrioti, Skanderbegs Vater, der sein ursprünglich auf die
    bergige Region von Mat beschränktes Fürstentum auf das Gebiet
    von der Mündung des Flusses Ishem bis nach Prizren im Herzen
    Kosovas ausdehnte. Im Jahre 1420 verlieh er Ragusa das
    Handelsprivileg von "seinen Küstengebieten bis nach Prizren."21
    Dieser albanische Staat brachte die Entwicklung einer Klasse von
    Kaufleuten mit sich in einer Bevölkerung, die von diesem
    Erwerbszweig ferngehalten worden war. Die Archive von ragusa
    (Dubrovnik) zeigen, daß eine gewisse Zahl von albanischen
    Kaufleuten aus Ragusa freiwillig in Kosova blieb. Dies beweist ein
    Brief der Republik Ragusa an Marco de Tani in Prishtina,22 datiert
    vom März 1428, nachdem die Kastrioti sich den Türken ergeben
    hatten, und im Jahre 1448 finden wir in derselben Stadt einen
    albanischen Kaufmann namens Kimo Mati de Tani.23
    Es gibt also keinen Grund zu der Annahme, die Ottomanen
    hätten sich in diesem Stadium ihrer Eroberungen der Albaner zur
    Abwehr der Slawen bedient. Es ist nicht unnütz, daran zu erinnern,
    daß die Albaner damals, wie die Serben, Christen waren und in
    keiner Weise bereit, sich den Ottomanen zu ergeben. Wenn dies der
    Ort ist, über die Taten Skanderbegs zu sprechen, der einige seiner
    Schlachten an den Grenzen Kosovas lieferte, sollten wir anführen,
    daß der byzantinische Historiker Dukas um die Mitte des 15.
    Jahrhunderts als Hauptursache für den türkischen Triumph den
    Rückgang der Zahl der Albaner von Dalmatien bis Thrakien
    angibt.24 Hingegen beziehen sich die türkischen Chroniken auf die
    Albaneraufstände in Kosova, besonders jenen von 1467, als die
    "Rebellen" in der Gegend von Tetova unter der Führung eines
    "Verräters" namens Iskender die Viehherden plünderten.25
    Es ist daher klar, daß schon vor der türkischen Invasion in
    Kosova eine zahlreiche albanische Bevölkerung vorhanden war, und
    es ist müßig, dieses Faktum durch den Ausbruch von
    Massenmigrationen zu erklären, über welche die Quellen sich
    ausschweigen. Vielmehr beweist die Tatsache, daß zur Zeit König
    Dusans und mehr noch während der Zeit der Entstehung des
    Fürstentums Kastrioti von keinen Zusammenstößen zwischen
    Albanern und Slawen berichtet wird, daß der "albanische Staat" sich
    nach und nach ausbreitete und von der bodenständigen Bevölkerung
    allgemein begrüßt wurde, weil sie mit vielen albanischen Elementen
    durchsetzt war. Trotz der neuen Informationen, die uns durch die
    ottomanischen Katastralregister (defterler) neuerdings zugänglich
    geworden sind, ist es ganz unmöglich, die relative Zahl der Albaner
    gegenüber der der Slawen im Kosova des 15. Jahrhunderts zu
    bestimmen. Das beste Beispiel ist das 1974 von Selami Pulaha
    veröffentlichte Register des Sandschak von Shkoder aus dem Jahre
    1485, das die Gebiete von Shkoder, Peja, Podgorica (Titograd) und
    Bihor umfaßt.26
    Vor allen Dingen muß die außerordentliche Objektivität
    hervorgehoben werden, mit der S. Pulaha die aus dieser Quelle
    fließende reiche Toponymie und Anthroponymie behandelt. Wir
    wiederholen mit ihm, daß es für einen Albaner ganz gewöhnlich ist,
    einen slwischen Namen zu führen und umgekehrt und daß ein
    slawisches oder albanisches Toponym nicht die Ethnizität der zur
    Debatte stehenden Bevölkerung erweist.27 Es ist jedoch sicher, daß
    der allgemeine Gebrauch doppelter Toponyme und Anthroponyme
    auf eine ethnische Vermischung hindeutet, deren Bestandteile nach
    den jeweiligen Gebieten zu bestimmen sind. Im Sandschak von
    Shkoder (der das gesamte Gebiet von Peja umfaßte), unterscheidet
    S. Pulaha drei Anteile, in denen das albanische Element in
    verschiedenem Ausmaß vertreten ist: die Region Shkoder, wo die
    Albaner die überwiegende Mehrheit ausmachen, die Gegend von
    Piper, Shestan und Altunili, wo es zwischen den beiden
    Bevölkerungsanteilen zu einem Ausgleich gekommen zu sein
    scheint, und das Gebiet von Peja, wo die Albaner in der Minderheit
    sind28 und wo eine große Zahl von Dörfern slawische Namen haben
    und die Einwohner mehrheitlich albanisch sind.29 Die
    Schlußfolgerung ist, daß solch eine Mischung der beiden Gruppen
    ganz unvorstellbar wäre, wenn eine der beiden sich erst spät in
    diesem Gebiet niedergelassen hätte. Die ottomanischen Kataster von
    Shkoder zeigen, daß die Albaner einen sehr alten Bestandteil der
    lokalen Bevölkerung ausmachen, besonders im Gebiet von Peja, und
    da wir über keine Informationen über massive Einwanderung von
    Albanern nach Kosova vor dem 16. Jahrhundert verfügen, neigen
    wir ungleich anderen der Auffassung zu, daß ein Gutteil der
    Kosovoalbaner ihre Wurzeln in der alten illyrisch-albanischen
    Bevölkerung hat, die dort seit der Antike beheimatet war.30 Was
    den anderen Teil Kosovas betrifft, so ist noch viel Forschungsarbeit
    zu leisten, aber es muß erwähnt werden, daß ein sehr altes
    Katastralregister, das auch Zentralkosova (Vikili) umfaßt, erhalten
    geblieben ist. Aus diesem Register des Jahres 1455 zieht der
    bosnische Historiker A. Hanzic genau dieselbe Schlußfolgerung,
    nämlich daß die ganz besondere Mischung der beiden
    Völkerschaften die Fortdauer des alten albanischen Substrats
    impliziert.31
    Es muß hinzugefügt werden, daß dieses albanische Element
    vom Beginn des 15. Jahrhunderts an durch die "wirtschaftsbedingte"
    Einwanderung in die an Bodenschätzen reichen Gebiete verstärkt
    wurde, besonders in den reichen Silberminen von Srebrenica und
    Novo Brdo. Diese beinahe zur Gänze dem christlichen Glauben
    anhängenden Albaner sind Handwerker, die zuerst von der
    Nordküste Albaniens (Tivar, Shkoder) und aus dem Gebirge (Mat)
    nach Ragusa ausgewandert waren.32 Diese Handwerker waren
    jedoch in Kosova durch viele Generationen seßhaft, wie im Falle des
    Peter Gonovic Pristenaz (aus Prishtina),33 des Johannes Prognovic
    aus Novomonte (Novo Brdo), und anscheinend noch vieler
    anderer.34 Es ist nicht ganz uninteressant, daß dies Emigration der
    katholischen Albaner, die von die Arbeitsmöglichkeiten im Bergbau
    angezogen waren, bis ins 17. Jahrhundert anhält und nach einem
    Bericht einiger päpstlicher Gesandter,35 zu ihrer Ansiedlung in
    Novo Brdo, Gjakova, Prishtina und Trepça geführt hat.
    Als Konklusion ergibt sich, daß in Kosovaes sicherlich die
    Slawen oder die slawisierten Völker sind, die Bulgaren und dann die
    Serben, die seit dem Anfang des 7. Jahrhunderts ein Gebiet
    besetzten, dessen Bevölkerung seit der Antike eine illyrischalbanische
    war. Mit der Ansiedlung der Slawen und der
    Slawisierung eines Teils der Urbevölkerung zu Anfang des 13.
    Jahrhunderts wurde Kosova ihr hauptsächliches politisches und
    wirtschaftliches Zentrum. Wie wir gezeigt haben, ist es unmöglich
    zu bestimmen, in welchem zahlenmäßigen Verhältnis die beiden
    Bevölkerungsteile zueinander standen, obwohl sie ohne größere
    Probleme nebeneinander lebten. Die ottomanische Besetzung, die
    schrittweise Schwächung der Serben und die gleichzeitige
    Einwanderung christlicher Albaner aus Nordalbanien führten zu
    einer ständigen Zunahme des albanischen Elements in Kosova. Zur
    Bestätigung dessen sind noch viele Untersuchungen erforderlich,
    doch besteht die Möglichkeit daß sogar noch vor den
    Auswanderungen von 1690 und 1738 die Albaner in Kosova eine
    große Minderheit bildeten, wenn nicht gar die Mehrheit. Es wäre
    falsch, zu verschweigen, daß die Serben nicht die einzigen
    Auswanderer waren. Zur Zeit der serbischen Emigration von 1737-
    1738 verließen einige tausend Albaner die gebiorgige Gegend von
    Shkoder und siedelten sich rund um Karlovac in Kroatien an, wo die
    österreichische Regierung sie für ihre militärische Kolonisation
    benutzte. So fanden sich diese "Klemenner", wie sie in
    österreichischen Texten genannt werden, in engem Kontakt mit den
    Serben, die zur selben Zeit ausgewandert waren und sich auf
    dieselbe Weise angesiedelt hatten. Sie erhielten ihre Traditionen und
    ihre Sprache bis um 1910, als die Slawisierung abgeschlossen war.36
    Die "Entslawisierung" von Kosova is daher ein fiktives
    Problem: sie ist nur ein Ergebnis der weitverzweigten, aber
    zusammenwirkenden Bevölkerungsbewegungen, die für die
    Geschichte der Balkanvölker schon immer charakteristisch waren.
    Auf der Basis eines alten Substrats, das albanisch blieb, setzte sich
    diese Wanderung gewaltlos das ganze Mittelalter hindurch bis zum
    Beginn der Neuzeit fort. Die Geschehnisse von 1690 und 1738 sind
    daher als ihr Abschluß anzusehen. Natürlich hat diese
    jahrhundertealte Völkerwanderung nichts mit den großen Projekten
    der jugoslawischen Regierung zu tun, die in der Zwischenkriegszeit
    die Aufteilung Albaniens mit dem faschistischen Italien und die
    Massenvertreibung von Albanern in die Türkei in die Wege zu leiten
    versuchte.37

  2. #2
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.086
    Zitat Zitat von Pjetër Malota Beitrag anzeigen
    Alain Ducellier behauptet, dass die Bevölkerung des Kosovo im 14. und 15. Jahrhundert in der Tat "noch albanisch und christlich war.

    eine kleine übersetzung aus dem buch von alain ducellier
    wer die 13 seiten in PDF-format lesen möchte hier der link
    http://www.albanisches-institut.ch/pdf/text34.pdf

    Alain Ducellier
    (Toulouse - Frankreich)

    HABEN DIE ALBANER KOSOVA OKKUPIERT?1*


    Wir wollen dennoch annehmen, daß die Serben im 13.
    Jahrhundert in Kosova die Mehrheit bildeten. Doch dann erhebt sich
    die Frage: Wer lebte zuvor in diesem Gebiet ? Die Slawen sind ein
    indogermanisches Volk, das in einer späteren Periode nach Europa
    kam, da die häufigen Wellen ihrer Invasionen im 6. und 7.
    Jahrhundert stattfanden.5 Zu dieser Zeit hatten viele Jahrhunderte
    der Romanisierung die Auslöschung der alten autochthonen
    Bevölkerung nicht vollbracht: die Daker in Rumänien, die Thraker
    in Bulgarien, die Illyrer in Dalmatien, Albanien und Makedonien.
    Was Kosova betrifft, so ist es eine unbestreitbare Tatsache, daß
    zumindest seit dem 18. Jh. v.u.Z. viele illyrische Staatsgebilde
    entstanden und sich graduell von Stammesorganisationen zu richtige
    kleinen Königreichen entwickelten, wie die Dardaner, die Penester,
    die Paeonier (um nur die wichtigsten zu erwähnen).6 Alle neueren
    Studien, sowohl linguistisch als auch archäologisch, versuchen zu
    beweisen, daß die Illyrer die unmittelbaren Vorfahren der Albaner
    sind.7 Was die Archäologie betrifft, so bezeugt das Studium der
    Keramiken und der Ornamente (Ohrringe, Armreifen, Ringe und
    besonders Fibeln) eine außerordentliche Kontinuität im Design und
    in der Technologie zwischen den alten illyrischen und den neueren
    Artefakten, die in den auf das 6. und 7. Jahrhundert zu datierenden
    mittelalterlichen Siedlungen gefunden wurden (in der Burg von
    Dalmaca bei Puka und besonders in Kruja). Dies ist so überzeugend,
    daß der jugoslawische Archäologe B. Covic das in Dalmaca
    gefundene Material auf das 6. bis 7. Jahrhundert datiert hat.8 Wir
    müssen jedoch bedenken, daß die Ausgrabungen in Dalmaca im
    vorigen Jahrhundert begannen und damals alle der Meinung waren,
    es handle sich um Zeugnisse der "altslawischen Zivilisation".9
    Selbstverständlich ist diese illyrisch-albanische Kontinuität nicht nur
    auf dem Territorium des heutigen Albanien bewiesen. Die Funde in
    der Nekropole von Melje in der Gegend von Virpazar (Montenegro)
    und in zwei Siedlungen in der Gegend von Ohrid in Makedonien
    haben Gegenstände zutage gefördert, die derselben Zivilisation
    angehören.10 Selbstverständlich ist die intensive Aktivität der
    albanischen Archäologen seit der Befreiung die einzige Erklärung
    für den großen Reichtum an Funden auf ihrem eigenen Staatsgebiet.
    In Ermangelung irgendeines Dokuments, das die
    Vernichtung oder Auswanderung der lokalen illyrischen
    Bevölkerung im Laufe der slawischen Invasionen beweisen würde,
    ist es natürlich anzunehmen, daß während des Spätmittelalters
    Kosova, so wie ganz Albanien, eine hauptsächlich illyrische
    Bevölkerung hatte, d.h. eine albanische. Zweifellos ist ein Phänomen
    der Slawisierung zu bemerken, und es zeigt sich am deutlichsten in
    den Ortsnamen, die für die Bestimmung der Ethnizität eines Volkes
    von geringem Wert sind. Trotz der großen Zahl slawischer
    Toponyme, die heutzutage in Albanien vorliegen, kann niemandem
    einfallen, daß die Mehrheit seiner Bevölkerung slawisch war. In der
    Tat würde solch ein Argument den Befürwortern der "serbischen
    These" keinen Dienst erweisen, umso mehr als die meisten der in
    Albanien und Kosova vorkommenden Ortsnamen eher bulgarisch als
    serbisch sind, was ganz natürlich ist, weil die Bulgaren dieses Gebiet
    seit dem 9. Jahrhundert besetzten, und besonders am Ende des 10.
    Jahrhunderts, in der Blütezeit des letzten bulgarischen Reiches mit
    seiner Hauptstadt Ohrid.11 Zu dieser Zeit siedelten die Serben fern
    von Kosova, tatsächlich waren ihre ersten kompakten Kolonien
    Rasha (Rasa) im Ibartal, westlich von Morava, und Zeta, das
    ungefähr dem heutigen Montenegro entspricht. Erst um 1217, als
    Fürst Stefan König wurde, begann der serbische Staat sich
    auszudehnen und umfaßte das Gebiet von Peja (Pec), während der
    Großteil des Gebiets von Kosova außerhalb seiner Grenzen blieb. Es
    ist nicht nötig, länger darüber zu handeln, weil jedes "historische"
    Argument zu nichts anderem als zu einer Ablehnung der "serbischen
    These" führt, denn die Geschichte lehrt, daß die Serben, was
    Kosova betrifft, ausgesprochene Spätankömmlinge waren.
    Löschte die serbische Vorherrschaft die alte illyrische
    Bevölkerung aus? In der Tat weisen die serbischen Texte das
    Gegenteil nach: als im Jahre 1348 Stefan Dusan dem Kloster Sankt
    Gabriel und Michael in Prizren eine Schenkung zukommen ließ, hieß
    es, daß in der Umgebung dieser Stadt wenigstens neun albanische
    (arbanas) Dörfer waren.12 Das von demselben Herrscher ein Jahr
    später erlassene Gesetz zeigt, daß in vielen seiner Dörfer neben der
    slawischen Bevölkerung auch Wlachen und Albaner lebten, die sehr
    dynamisch gewesen sein müssen, da der König verpflichtet war, ihre
    Ansiedlung auf seine eigenen Ländereien zu beschränken.13 Wenn
    die Wlachen und Albaner als Nomaden bezeichnet werden, dann
    sicherlich nicht nur, weil sie "geborene Schafhirten" waren, sondern
    lediglich wegen der wirtschaftlichen und politischen Bedrückung
    durch das herrschende Volk. Dies ging seit 1328 in den Gebieten
    von Diabolis, Kolonea und Ohrid vor sich, als J. Kantakuzen von
    einem Treffen des byzantinischen Kaisers Andronicus III. mit den
    "nomadischen Albanern" Zentralmakedoniens berichtet.14 Zweifellos
    latstete das serbische Joch sehr schwer auf den albanischen
    Untertanen. Unter Nachsicht der offenkundigen propagandistischen
    Ziele dieses Autors, findet sich sicherlich ein Körnchen Wahrheit in
    dem, was der Propagandist der Kreuzzüge, Guillome d'Adam, im
    Jahre 1332 schrieb: "diese Völker, sowohl lateinisch als auch
    albanisch, stöhnen unter dem unerträglichen und schwer lastenden
    Joch des Serbenfürsten, den sie verachten und von ganzem Herzen
    hassen, weil sie mit hohen Steuern belastet sind, ihre Geistlichen
    verächtlich behandelt, ihre Bischöfe und Priester oft in Ketten
    gelegt, ihre Adeligen enteignet werden...
    ich denke die meisten werden schreien ; hey das ist aber viel text hey.....
    dies dient aber in erster linie um und dies kann von beiden seiten kommen vom text abzulenken.......


    welcher uns sagt das kosova albanisch war ,ist und bleiben wird......
    zumindest war es albanisch ,weil es albanische stämme waren welche vor den slawischen da waren.


    die wenigstens werden sich aber auf geschichtliche & wissenschaftlich texte einlassen ,dass nicht die eigene position stärkt.

    was mich wundert ist aber immer wieder die serbischen thesen ,welche tatsächlich immer wieder aufzeigen wollen das es zwar albanische stämme rundum kosova lebten jedoch nicht in kosova!!!!!

    wobei dies dann in einem zusammenhang gebracht wird das die albaner überhaupt nicht die nachfahren der Illyrer sind......

    die frage stellt sich dann ; wer & was brachte uns auf dem balkan???
    oder sind unsere vorfahren von den störchen und dies wahrscheinlich gleichzeitig mit den slawen gebracht worden!!!!!!

  3. #3
    Avatar von Carl Marks

    Registriert seit
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    Original von skenderbegi
    die frage stellt sich dann ; wer & was brachte uns auf dem balkan???
    oder sind unsere vorfahren von den störchen und dies wahrscheinlich gleichzeitig mit den slawen gebracht worden!!!!!!
    Ethnogenese mit den Slawen, Griechen, Osmanen und Römern!

    In euch steckt so viel illyrisches Blut wie in meinen Adern mongolisches Blut fließt Bestimmt da, aber zu einem unbestimmt geringen Anteil.

    Besonders im Mittelalter gab es eine starke Vermischung von Albanern mit Serben. Immerhin waren die Kulturen da noch sehr ähnlich, bei den Slawen war Blutrache und Familienehre gang ung gäbe. Als Christen in einem eher toleranteren Bereich des europäischem Mittelalters waren Ehen zwischen Serben und Albanern gang ung gäbe. Viele Albaner adaptierten auch die slawische Kultur, so wie sich auch die kulturellen Eigenheiten der Serben zu Teilen erst auf dem Balkan ausgebildet wurden und da war meist kein Zwang dabei, sondern Chic und Mode.

    Die großen kulturellen Differenzen ergaben sich erst ab dem 18 Jhdt. während die Serben stark der europäischen Aufklärung ausgesetzt waren, so hat sie lange Zeit einen Bogen um das von den Osmanen besetzte Albanien gemacht. Das Einsetzen der kulturellen Aufklärung hängte immens von dem Frontverlauf mit dem osmanischen Reich ab.

    Die Aufklärung des albanischen Volkes setzte erst im 20 Jhdt ein, vornehmlich in städtischen Gebieten...erst gibt nämlich schon einen kleinen kulturellen Unterschied zwischen Albanern aus Tirana und Albanern aus den ländlichen Gegenden des Kosovo oder Mazedonien. Der Prozess muß aber noch fortgeführt werden, denn die albanische Lebensweise ist nicht 1:1 kompatibel mit der west- oder osteuropäischen Lebensweise.

    Zu dem etwas länger geratetenen Text geh ich ein, wenn ich mehr Zeit habe

  4. #4
    Dadi
    Zitat Zitat von Pjetër Malota Beitrag anzeigen
    Alain Ducellier behauptet, dass die Bevölkerung des Kosovo im 14. und 15. Jahrhundert in der Tat "noch albanisch und christlich war.

    eine kleine übersetzung aus dem buch von alain ducellier
    wer die 13 seiten in PDF-format lesen möchte hier der link
    http://www.albanisches-institut.ch/pdf/text34.pdf

    Alain Ducellier
    (Toulouse - Frankreich)
    HABEN DIE ALBANER KOSOVA OKKUPIERT?1*
    Nach den jüngsten schwerwiegenden Vorfällen in Kosova ist
    es schwierig, dieses Problem mit all der von einem Historiker zu
    verlangenden intellektuellen Ernsthaftigkeit zu diskutieren. Weil
    darüber hinaus die Presse seitdem Artikel zugunsten der
    "serbischen" Hypothese verbreitet, die von vielen für ganz logisch
    gehalten wird, bleibt jede oppositionelle Stimme isoliert und scheint
    von einer a priori suspekten "Albanophilie" inspiriert zu sein.
    Wir wollen uns klar machen: es gibt heute kein solides
    Argument, die Nationalität dieser oder jener Region zu bestimmen,
    besonders am Balkan, mit Ausnahme einer anerkannten ethnischen
    Minderheit. In diesem Sinne könnte Kosova, dessen Bevölkerung zu
    zwei Drittel albanisch ist, selbstverständlich nicht anders als
    albanisch bezeichnet werden, und dies ohne die geringste Absicht, es
    mit einer "Albanien" genannten politischen Entität zusammenbringen
    zu wollen.2
    In Anbetracht der unausgesetzten Heranziehung historischer
    Fakten zum Beweis, daß die Serben, als älteste Bewohner, die
    angeblich später von den Albanern vertrieben worden waren, ein
    "Anrecht" auf Kosova, haben, wäre es nicht unwichtig, zu zeigen,
    daß zumindest in diesem Fall die Geschichte und die gegenwärtige
    Situation zusammenfallen.
    In einem kürzlich erschienenen Artikel weist Michel Aubin
    darauf hin, daß Kosova das "wirtschaftliche und politische Zentrum
    des mittelalterlichen serbischen Königreichs im 13. und 14.
    Jahrhundert war",3 was auch der Wahrheit entspricht. Es scheint
    daher, daß nur die türkische Okkupation, nachdem sie die Serben
    aus den besten Gebieten verdrängt hatte, diese letztlich zwang,
    besonders in den Jahren 1690 und 1738, nach Südungarn
    auszuwandern und sie durch aus Nordalbanien herbeigeholte
    islamisierte Elemente zu ersetzen.
    Wir wollen nicht auf der Tatsache bestehen, daß die
    Errichtung einer politischen und wirtschaftlichen Macht in einem
    gewissen Gebiet keineswegs eine Garantie dafür darstellt, besonders
    im Mittelalter, daß die Inhaber der politischen Macht die ethnische
    Vorherrschaft innehatten. So herrschte das kleine "serbische"
    Despotat von Seres in Nordgriechenland von 1355 bis 1371 eine
    größtenteils griechische Bevölkerung

    Wir wollen dennoch annehmen, daß die Serben im 13.
    Jahrhundert in Kosova die Mehrheit bildeten. Doch dann erhebt sich
    die Frage: Wer lebte zuvor in diesem Gebiet ? Die Slawen sind ein
    indogermanisches Volk, das in einer späteren Periode nach Europa
    kam, da die häufigen Wellen ihrer Invasionen im 6. und 7.
    Jahrhundert stattfanden.5 Zu dieser Zeit hatten viele Jahrhunderte
    der Romanisierung die Auslöschung der alten autochthonen
    Bevölkerung nicht vollbracht: die Daker in Rumänien, die Thraker
    in Bulgarien, die Illyrer in Dalmatien, Albanien und Makedonien.
    Was Kosova betrifft, so ist es eine unbestreitbare Tatsache, daß
    zumindest seit dem 18. Jh. v.u.Z. viele illyrische Staatsgebilde
    entstanden und sich graduell von Stammesorganisationen zu richtige
    kleinen Königreichen entwickelten, wie die Dardaner, die Penester,
    die Paeonier (um nur die wichtigsten zu erwähnen).6 Alle neueren
    Studien, sowohl linguistisch als auch archäologisch, versuchen zu
    beweisen, daß die Illyrer die unmittelbaren Vorfahren der Albaner
    sind.7 Was die Archäologie betrifft, so bezeugt das Studium der
    Keramiken und der Ornamente (Ohrringe, Armreifen, Ringe und
    besonders Fibeln) eine außerordentliche Kontinuität im Design und
    in der Technologie zwischen den alten illyrischen und den neueren
    Artefakten, die in den auf das 6. und 7. Jahrhundert zu datierenden
    mittelalterlichen Siedlungen gefunden wurden (in der Burg von
    Dalmaca bei Puka und besonders in Kruja). Dies ist so überzeugend,
    daß der jugoslawische Archäologe B. Covic das in Dalmaca
    gefundene Material auf das 6. bis 7. Jahrhundert datiert hat.8 Wir
    müssen jedoch bedenken, daß die Ausgrabungen in Dalmaca im
    vorigen Jahrhundert begannen und damals alle der Meinung waren,
    es handle sich um Zeugnisse der "altslawischen Zivilisation".9
    Selbstverständlich ist diese illyrisch-albanische Kontinuität nicht nur
    auf dem Territorium des heutigen Albanien bewiesen. Die Funde in
    der Nekropole von Melje in der Gegend von Virpazar (Montenegro)
    und in zwei Siedlungen in der Gegend von Ohrid in Makedonien
    haben Gegenstände zutage gefördert, die derselben Zivilisation
    angehören.10 Selbstverständlich ist die intensive Aktivität der
    albanischen Archäologen seit der Befreiung die einzige Erklärung
    für den großen Reichtum an Funden auf ihrem eigenen Staatsgebiet.
    In Ermangelung irgendeines Dokuments, das die
    Vernichtung oder Auswanderung der lokalen illyrischen
    Bevölkerung im Laufe der slawischen Invasionen beweisen würde,
    ist es natürlich anzunehmen, daß während des Spätmittelalters
    Kosova, so wie ganz Albanien, eine hauptsächlich illyrische
    Bevölkerung hatte, d.h. eine albanische. Zweifellos ist ein Phänomen
    der Slawisierung zu bemerken, und es zeigt sich am deutlichsten in
    den Ortsnamen, die für die Bestimmung der Ethnizität eines Volkes
    von geringem Wert sind. Trotz der großen Zahl slawischer
    Toponyme, die heutzutage in Albanien vorliegen, kann niemandem
    einfallen, daß die Mehrheit seiner Bevölkerung slawisch war. In der
    Tat würde solch ein Argument den Befürwortern der "serbischen
    These" keinen Dienst erweisen, umso mehr als die meisten der in
    Albanien und Kosova vorkommenden Ortsnamen eher bulgarisch als
    serbisch sind, was ganz natürlich ist, weil die Bulgaren dieses Gebiet
    seit dem 9. Jahrhundert besetzten, und besonders am Ende des 10.
    Jahrhunderts, in der Blütezeit des letzten bulgarischen Reiches mit
    seiner Hauptstadt Ohrid.11 Zu dieser Zeit siedelten die Serben fern
    von Kosova, tatsächlich waren ihre ersten kompakten Kolonien
    Rasha (Rasa) im Ibartal, westlich von Morava, und Zeta, das
    ungefähr dem heutigen Montenegro entspricht. Erst um 1217, als
    Fürst Stefan König wurde, begann der serbische Staat sich
    auszudehnen und umfaßte das Gebiet von Peja (Pec), während der
    Großteil des Gebiets von Kosova außerhalb seiner Grenzen blieb. Es
    ist nicht nötig, länger darüber zu handeln, weil jedes "historische"
    Argument zu nichts anderem als zu einer Ablehnung der "serbischen
    These" führt, denn die Geschichte lehrt, daß die Serben, was
    Kosova betrifft, ausgesprochene Spätankömmlinge waren.
    Löschte die serbische Vorherrschaft die alte illyrische
    Bevölkerung aus? In der Tat weisen die serbischen Texte das
    Gegenteil nach: als im Jahre 1348 Stefan Dusan dem Kloster Sankt
    Gabriel und Michael in Prizren eine Schenkung zukommen ließ, hieß
    es, daß in der Umgebung dieser Stadt wenigstens neun albanische
    (arbanas) Dörfer waren.12 Das von demselben Herrscher ein Jahr
    später erlassene Gesetz zeigt, daß in vielen seiner Dörfer neben der
    slawischen Bevölkerung auch Wlachen und Albaner lebten, die sehr
    dynamisch gewesen sein müssen, da der König verpflichtet war, ihre
    Ansiedlung auf seine eigenen Ländereien zu beschränken.13 Wenn
    die Wlachen und Albaner als Nomaden bezeichnet werden, dann
    sicherlich nicht nur, weil sie "geborene Schafhirten" waren, sondern
    lediglich wegen der wirtschaftlichen und politischen Bedrückung
    durch das herrschende Volk. Dies ging seit 1328 in den Gebieten
    von Diabolis, Kolonea und Ohrid vor sich, als J. Kantakuzen von
    einem Treffen des byzantinischen Kaisers Andronicus III. mit den
    "nomadischen Albanern" Zentralmakedoniens berichtet.14 Zweifellos
    latstete das serbische Joch sehr schwer auf den albanischen
    Untertanen. Unter Nachsicht der offenkundigen propagandistischen
    Ziele dieses Autors, findet sich sicherlich ein Körnchen Wahrheit in
    dem, was der Propagandist der Kreuzzüge, Guillome d'Adam, im
    Jahre 1332 schrieb: "diese Völker, sowohl lateinisch als auch
    albanisch, stöhnen unter dem unerträglichen und schwer lastenden
    Joch des Serbenfürsten, den sie verachten und von ganzem Herzen
    hassen, weil sie mit hohen Steuern belastet sind, ihre Geistlichen
    verächtlich behandelt, ihre Bischöfe und Priester oft in Ketten
    gelegt, ihre Adeligen enteignet werden... Alle zusammen und auch
    jeder einzelne dachten, sie würden ihre Hände heiligen, wenn sie sie
    mit dem Blut der obgemeldten Slawen befleckten."15
    Wir müssen hinzufügen, daß sich die byzantinischen Autoren
    der Einheit der Bevölkerung von Albanien bis Makedonien bewußt
    sind. Der Historiker Laonikos Chalkokondylis auss dem 15.
    Jahrhundert sagt, nachdem er hervorgehoben hat, daß die Albaner
    von den Serben und Bosniern sehr verschieden sind,16 daß kein
    anders Volk den Makedoniern mehr gleicht als die Albaner.17
    Unter diesen Bedingungen begann in der zweiten Hälfte des
    14. Jahrhunderts die türkische Besatzung, und es ist wahr, daß die
    Albaner in Kosova zu dieser Zeit wiedererstarkten, aber dies
    natürlich nicht auf die üblicherweise dargestellte Art, wonach die
    Albaner "auf den Troßwagen des Feindes" kamen; im Gegenteil,
    vom Shkodersee aufwärts bis Kosova schlossen sie sich zusammen
    und widerstanden zusammen mit den anderen christlichen Völkern.
    Zur Zeit der entscheidenden Schlacht von 1389 erwähnen
    die griechischen Autoren außer den Serben und Bulgaren auch die
    nördlichen Albaner, jene von Himara, Epirus und aus dem
    Küstenland.18 Der türkische Chronist Idrisi Bitlisi erwähnt die
    Beteiligung von Albanern aus der Region Shkoder, deren Fürst,
    Gjergj Balsha, 50.000 Mann in die Schlacht führte;19 dieselben
    Angaben finden sich bei den anderen ottomanischen Chronisten, Ali
    und Hoxha Saadeddin.20
    Die Niederlage von 1389 stürzte den serbischen Staat in
    Verwirrung und schuf den lokalen Fürsten ein freies
    Betätigungsfeld, die albanischen Fürsten des Nordens und
    Nordostens miteingeschlossen. Der hervorragendste unter ihnen war
    Gjon Kastrioti, Skanderbegs Vater, der sein ursprünglich auf die
    bergige Region von Mat beschränktes Fürstentum auf das Gebiet
    von der Mündung des Flusses Ishem bis nach Prizren im Herzen
    Kosovas ausdehnte. Im Jahre 1420 verlieh er Ragusa das
    Handelsprivileg von "seinen Küstengebieten bis nach Prizren."21
    Dieser albanische Staat brachte die Entwicklung einer Klasse von
    Kaufleuten mit sich in einer Bevölkerung, die von diesem
    Erwerbszweig ferngehalten worden war. Die Archive von ragusa
    (Dubrovnik) zeigen, daß eine gewisse Zahl von albanischen
    Kaufleuten aus Ragusa freiwillig in Kosova blieb. Dies beweist ein
    Brief der Republik Ragusa an Marco de Tani in Prishtina,22 datiert
    vom März 1428, nachdem die Kastrioti sich den Türken ergeben
    hatten, und im Jahre 1448 finden wir in derselben Stadt einen
    albanischen Kaufmann namens Kimo Mati de Tani.23
    Es gibt also keinen Grund zu der Annahme, die Ottomanen
    hätten sich in diesem Stadium ihrer Eroberungen der Albaner zur
    Abwehr der Slawen bedient. Es ist nicht unnütz, daran zu erinnern,
    daß die Albaner damals>Kosovas ausdehnte. Im Jahre 1420 verlieh er Ragusa das
    Handelsprivileg von "seinen Küstengebieten bis nach Prizren."21
    Dieser albanische Staat brachte die Entwicklung einer Klasse von
    Kaufleuten mit sich in einer Bevölkerung, die von diesem
    Erwerbszweig ferngehalten worden war. Die Archive von ragusa
    (Dubrovnik) zeigen, daß eine gewisse Zahl von albanischen
    Kaufleuten aus Ragusa freiwillig in Kosova blieb. Dies beweist ein
    Brief der Republik Ragusa an Marco de Tani in Prishtina,22 datiert
    vom März 1428, nachdem die Kastrioti sich den Türken ergeben
    hatten, und im Jahre 1448 finden wir in derselben Stadt einen
    albanischen Kaufmann namens Kimo Mati de Tani.23
    Es gibt also keinen Grund zu der Annahme, die Ottomanen
    hätten sich in diesem Stadium ihrer Eroberungen der Albaner zur
    Abwehr der Slawen bedient. Es ist nicht unnütz, daran zu erinnern,
    daß die Albaner damals, wie die Serben, Christen waren und in
    keiner Weise bereit, sich den Ottomanen zu ergeben. Wenn dies der
    Ort ist, über die Taten Skanderbegs zu sprechen, der einige seiner
    Schlachten an den Grenzen Kosovas lieferte, sollten wir anführen,
    daß der byzantinische Historiker Dukas um die Mitte des 15.
    Jahrhunderts als Hauptursache für den türkischen Triumph den
    Rückgang der Zahl der Albaner von Dalmatien bis Thrakien
    angibt.24 Hingegen beziehen sich die türkischen Chroniken auf die
    Albaneraufstände in Kosova, besonders jenen von 1467, als die
    "Rebellen" in der Gegend von Tetova unter der Führung eines
    "Verräters" namens Iskender die Viehherden plünderten.25
    Es ist daher klar, daß schon vor der türkischen Invasion in
    Kosova eine zahlreiche albanische Bevölkerung vorhanden war, und
    es ist müßig, dieses Faktum durch den Ausbruch von
    Massenmigrationen zu erklären, über welche die Quellen sich
    ausschweigen. Vielmehr beweist die Tatsache, daß zur Zeit König
    Dusans und mehr noch während der Zeit der Entstehung des
    Fürstentums Kastrioti von keinen Zusammenstößen zwischen
    Albanern und Slawen berichtet wird, daß der "albanische Staat" sich
    nach und nach ausbreitete und von der bodenständigen Bevölkerung
    allgemein begrüßt wurde, weil sie mit vielen albanischen Elementen
    durchsetzt war. Trotz der neuen Informationen, die uns durch die
    ottomanischen Katastralregister (defterler) neuerdings zugänglich
    geworden sind, ist es ganz unmöglich, die relative Zahl der Albaner
    gegenüber der der Slawen im Kosova des 15. Jahrhunderts zu
    bestimmen. Das beste Beispiel ist das 1974 von Selami Pulaha
    veröffentlichte Register des Sandschak von Shkoder aus dem Jahre
    1485, das die Gebiete von Shkoder, Peja, Podgorica (Titograd) und
    Bihor umfaßt.26
    Vor allen Dingen muß die außerordentliche Objektivität
    hervorgehoben werden, mit der S. Pulaha die aus dieser Quelle
    fließende reiche Toponymie und Anthroponymie behandelt. Wir
    wiederholen mit ihm, daß es für einen Albaner ganz gewöhnlich ist,
    einen slwischen Namen zu führen und umgekehrt und daß ein
    slawisches oder albanisches Toponym nicht die Ethnizität der zur
    Debatte stehenden Bevölkerung erweist.27 Es ist jedoch sicher, daß
    der allgemeine Gebrauch doppelter Toponyme und Anthroponyme
    auf eine ethnische Vermischung hindeutet, deren Bestandteile nach
    den jeweiligen Gebieten zu bestimmen sind. Im Sandschak von
    Shkoder (der das gesamte Gebiet von Peja umfaßte), unterscheidet
    S. Pulaha drei Anteile, in denen das albanische Element in
    verschiedenem Ausmaß vertreten ist: die Region Shkoder, wo die
    Albaner die überwiegende Mehrheit ausmachen, die Gegend von
    Piper, Shestan und Altunili, wo es zwischen den beiden
    Bevölkerungsanteilen zu einem Ausgleich gekommen zu sein
    scheint, und das Gebiet von Peja, wo die Albaner in der Minderheit
    sind28 und wo eine große Zahl von Dörfern slawische Namen haben
    und die Einwohner mehrheitlich albanisch sind.29 Die
    Schlußfolgerung ist, daß solch eine Mischung der beiden Gruppen
    ganz unvorstellbar wäre, wenn eine der beiden sich erst spät in
    diesem Gebiet niedergelassen hätte. Die ottomanischen Kataster von
    Shkoder zeigen, daß die Albaner einen sehr alten Bestandteil der
    lokalen Bevölkerung ausmachen, besonders im Gebiet von Peja, und
    da wir über keine Informationen über massive Einwanderung von
    Albanern nach Kosova vor dem 16. Jahrhundert verfügen, neigen
    wir ungleich anderen der Auffassung zu, daß ein Gutteil der
    Kosovoalbaner ihre Wurzeln in der alten illyrisch-albanischen
    Bevölkerung hat, die dort seit der Antike beheimatet war.30 Was
    den anderen Teil Kosovas betrifft, so ist noch viel Forschungsarbeit
    zu leisten, aber es muß erwähnt werden, daß ein sehr altes
    Katastralregister, das auch Zentralkosova (Vikili) umfaßt, erhalten
    geblieben ist. Aus diesem Register des Jahres 1455 zieht der
    bosnische Historiker A. Hanzic genau dieselbe Schlußfolgerung,
    nämlich daß die ganz besondere Mischung der beiden
    Völkerschaften die Fortdauer des alten albanischen Substrats
    impliziert.31
    Es muß hinzugefügt werden, daß dieses albanische Element
    vom Beginn des 15. Jahrhunderts an durch die "wirtschaftsbedingte"
    Einwanderung in die an Bodenschätzen reichen Gebiete verstärkt
    wurde, besonders in den reichen Silberminen von Srebrenica und
    Novo Brdo. Diese beinahe zur Gänze dem christlichen Glauben
    anhängenden Albaner sind Handwerker, die zuerst von der
    Nordküste Albaniens (Tivar, Shkoder) und aus dem Gebirge (Mat)
    nach Ragusa ausgewandert waren.32 Diese Handwerker waren
    jedoch in Kosova durch viele Generationen seßhaft, wie im Falle des
    Peter Gonovic Pristenaz (aus Prishtina),33 des Johannes Prognovic
    aus Novomonte (Novo Brdo), und anscheinend noch vieler
    anderer.34 Es ist nicht ganz uninteressant, daß dies Emigration der
    katholischen Albaner, die von die Arbeitsmöglichkeiten im Bergbau
    angezogen waren, bis ins 17. Jahrhundert anhält und nach einem
    Bericht einiger päpstlicher Gesandter,35 zu ihrer Ansiedlung in
    Novo Brdo, Gjakova, Prishtina und Trepça geführt hat.
    Als Konklusion ergibt sich, daß in Kosovaes sicherlich die
    Slawen oder die slawisierten Völker sind, die Bulgaren und dann die
    Serben, die seit dem Anfang des 7. Jahrhunderts ein Gebiet
    besetzten, dessen Bevölkerung seit der Antike eine illyrischalbanische
    war. Mit der Ansiedlung der Slawen und der
    Slawisierung eines Teils der Urbevölkerung zu Anfang des 13.
    Jahrhunderts wurde Kosova ihr hauptsächliches politisches und
    wirtschaftliches Zentrum. Wie wir gezeigt haben, ist es unmöglich
    zu bestimmen, in welchem zahlenmäßigen Verhältnis die beiden
    Bevölkerungsteile zueinander standen, obwohl sie ohne größere
    Probleme nebeneinander lebten. Die ottomanische Besetzung, die
    schrittweise Schwächung der Serben und die gleichzeitige
    Einwanderung christlicher Albaner aus Nordalbanien führten zu
    einer ständigen Zunahme des albanischen Elements in Kosova. Zur
    Bestätigung dessen sind noch viele Untersuchungen erforderlich,
    doch besteht die Möglichkeit daß sogar noch vor den
    Auswanderungen von 1690 und 1738 die Albaner in Kosova eine
    große Minderheit bildeten, wenn nicht gar die Mehrheit. Es wäre
    falsch, zu verschweigen, daß die Serben nicht die einzigen
    Auswanderer waren. Zur Zeit der serbischen Emigration von 1737-
    1738 verließen einige tausend Albaner die gebiorgige Gegend von
    Shkoder und siedelten sich rund um Karlovac in Kroatien an, wo die
    österreichische Regierung sie für ihre militärische Kolonisation
    benutzte. So fanden sich diese "Klemenner", wie sie in
    österreichischen Texten genannt werden, in engem Kontakt mit den
    Serben, die zur selben Zeit ausgewandert waren und sich auf
    dieselbe Weise angesiedelt hatten. Sie erhielten ihre Traditionen und
    ihre Sprache bis um 1910, als die Slawisierung abgeschlossen war.36
    Die "Entslawisierung" von Kosova is daher ein fiktives
    Problem: sie ist nur ein Ergebnis der weitverzweigten, aber
    zusammenwirkenden Bevölkerungsbewegungen, die für die
    Geschichte der Balkanvölker schon immer charakteristisch waren.
    Auf der Basis eines alten Substrats, das albanisch blieb, setzte sich
    diese Wanderung gewaltlos das ganze Mittelalter hindurch bis zum
    Beginn der Neuzeit fort. Die Geschehnisse von 1690 und 1738 sind
    daher als ihr Abschluß anzusehen. Natürlich hat diese
    jahrhundertealte Völkerwanderung nichts mit den großen Projekten
    der jugoslawischen Regierung zu tun, die in der Zwischenkriegszeit
    die Aufteilung Albaniens mit dem faschistischen Italien und die
    Massenvertreibung von Albanern in die Türkei in die Wege zu leiten
    versuchte.37
    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    ich denke die meisten werden schreien ; hey das ist aber viel text hey.....
    dies dient aber in erster linie um und dies kann von beiden seiten kommen vom text abzulenken.......

    welcher uns sagt das kosova albanisch war ,ist und bleiben wird......
    zumindest war es albanisch ,weil es albanische stämme waren welche vor den slawischen da waren.

    die wenigstens werden sich aber auf geschichtliche & wissenschaftlich texte einlassen ,dass nicht die eigene position stärkt.

    was mich wundert ist aber immer wieder die serbischen thesen ,welche tatsächlich immer wieder aufzeigen wollen das es zwar albanische stämme rundum kosova lebten jedoch nicht in kosova!!!!!

    wobei dies dann in einem zusammenhang gebracht wird das die albaner überhaupt nicht die nachfahren der Illyrer sind......

    die frage stellt sich dann ; wer & was brachte uns auf dem balkan???
    oder sind unsere vorfahren von den störchen und dies wahrscheinlich gleichzeitig mit den slawen gebracht worden!!!!!!
    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Ethnogenese mit den Slawen, Griechen, Osmanen und Römern!

    In euch steckt so viel illyrisches Blut wie in meinen Adern mongolisches Blut fließt Bestimmt da, aber zu einem unbestimmt geringen Anteil.

    Besonders im Mittelalter gab es eine starke Vermischung von Albanern mit Serben. Immerhin waren die Kulturen da noch sehr ähnlich, bei den Slawen war Blutrache und Familienehre gang ung gäbe. Als Christen in einem eher toleranteren Bereich des europäischem Mittelalters waren Ehen zwischen Serben und Albanern gang ung gäbe. Viele Albaner adaptierten auch die slawische Kultur, so wie sich auch die kulturellen Eigenheiten der Serben zu Teilen erst auf dem Balkan ausgebildet wurden und da war meist kein Zwang dabei, sondern Chic und Mode.


    Die großen kulturellen Differenzen ergaben sich erst ab dem 18 Jhdt. während die Serben stark der europäis
    edit

  5. #5

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    JA, wie die Serben Vojvodina

  6. #6
    Avatar von Lahutari

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    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Ethnogenese mit den Slawen, Griechen, Osmanen und Römern!

    In euch steckt so viel illyrisches Blut wie in meinen Adern mongolisches Blut fließt Bestimmt da, aber zu einem unbestimmt geringen Anteil.

    Besonders im Mittelalter gab es eine starke Vermischung von Albanern mit Serben. Immerhin waren die Kulturen da noch sehr ähnlich, bei den Slawen war Blutrache und Familienehre gang ung gäbe. Als Christen in einem eher toleranteren Bereich des europäischem Mittelalters waren Ehen zwischen Serben und Albanern gang ung gäbe. Viele Albaner adaptierten auch die slawische Kultur, so wie sich auch die kulturellen Eigenheiten der Serben zu Teilen erst auf dem Balkan ausbildeten und da war meist kein Zwang dabei, sondern Chic und Mode.

    Die großen kulturellen Differenzen ergaben sich erst ab dem 18 Jhdt. während die Serben stark der europäischen Aufklärung ausgesetzt waren, so hat sie lange Zeit einen Bogen um das von den Osmanen besetzte Albanien gemacht. Das Einsetzen der kulturellen Aufklärung hängte immens von dem Frontverlauf mit dem osmanischen Reich ab.

    Die Aufklärung des albanischen Volkes setzte erst im 20 Jhdt ein, vornehmlich in städtischen Gebieten...erst gibt nämlich schon einen kleinen kulturellen Unterschied zwischen Albanern aus Tirana und Albanern aus den ländlichen Gegenden des Kosovo oder Mazedonien. Der Prozess muß aber noch fortgeführt werden, denn die albanische Lebensweise ist nicht 1:1 kompatibel mit der west- oder osteuropäischen Lebensweise.

    Zu dem etwas länger geratetenen Text geh ich ein, wenn ich mehr Zeit habe

    Genau so gut kannst du sagen ,dass du rein gar nichts mit den Germanen gemeinsam hast ;-D*lööööl*

    Die Albaner in KS blieben meistens unter sich
    Das ist auch belegt
    In Serbien bekam man die Albaner nur hinter den Tresen des Eiscafes zu sehen
    Man könnte die Albaner auch aufgrund ihrer abgeschiedenen Lebensweise mit den Juden vergleichen

    Schon mal was vom deutschen Gewohnheitsrecht gehört?
    Das war hier in DE bis ins 17.Jhn gang und gäbe
    Die Albaner hielten immer noch an die alten Gesetze fest ,weil sie so abgeschieden unter sich lebten

  7. #7

    Registriert seit
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    Die minderwertige Qualität eines deutschen Texts zum Thema Kosovo merkt man im ersten Schritt daran, wenn von KosovA hier, KosovA da geredet wird. Seit wann soll denn KosovA ein deutsches Wort sein?

    Und was für eine Rolle soll es denn heute spielen, wer vor 1500 Jahren wo gelebt oder geherrscht hat? Was für rechtliche Ansprüche soll man daraus herleiten?

    Das war das serbische Königreich von Stefan Uros IV. Dusan. Ach du Schreck, nicht nur Kosovo, nein ganz Albanien gehörte dazu. Und was kann man heute daraus ableiten? Genau, gar nichts! Weil es absolut keine Rolle spielt, was vor so einer geraumer Zeit war.



  8. #8

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    land lebe dardania über 5000 jahre voller albanische geschichte


  9. #9

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    Zitat Zitat von Dante Beitrag anzeigen

    Und was für eine Rolle soll es denn heute spielen, wer vor 1500 Jahren wo gelebt oder geherrscht hat? Was für rechtliche Ansprüche soll man daraus herleiten?

    Das war das serbische Königreich von Stefan Uros IV. Dusan. Ach du Schreck, nicht nur Kosovo, nein ganz Albanien gehörte dazu. Und was kann man heute daraus ableiten? Genau, gar nichts! Weil es absolut keine Rolle spielt, was vor so einer geraumer Zeit war.



    genau das hat er auch angesprochen. obwohl dort serbische Fürsten geherrscht haben, war dort eindeutig mehrheitlich Griechisch besiedelt, daher die serbische Annahme (Serbische Namen, serbische Herrschaft) sagt nichts über die Bevölkerungszusammensetzung im ethnischen Sinne.


    Lesen und verstehen....

  10. #10

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