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"Das sind Ideen aus der Milošević-Zeit"

Erstellt von Adem, 23.11.2011, 19:17 Uhr · 10 Antworten · 980 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    "Das sind Ideen aus der Milošević-Zeit"

    Kosovo: "Das sind Ideen aus der Milošević-Zeit"

    23.11.2011 | 15:15 | Helmar Dumbs (Die Presse)
    Kosovos Außenminister Hoxhaj wirft Belgrad vor, für die angespannte Situation verantwortlich zu sein. Von ethnisch homogenen Staaten will er nichts hören.


    Die Presse: Serbisch dominierte Gemeinden im Norden des Kosovo drohten kürzlich, sich für unabhängig zu erklären. Wie ernst nehmen Sie das? Und wie würde Prishtina reagieren?

    Enver Hoxhaj: Ich halte solche Aussagen für absurd, das ist nicht ernst zu nehmen. Gewisse illegale paramilitärische und Sicherheitsstrukturen versuchen, die internationale Gemeinschaft zu erpressen. Bei „Norden" sprechen wir im übrigen von drei Gemeinden, vergleichbar mit österreichischen Dörfern. Diese illegalen Staatssicherheitsstrukturen Serbiens haben in den letzten zwölf Jahren die serbische Bevölkerung in Geiselhaft genommen und nicht zugelassen, dass diese Menschen sich an den demokratischen Institutionen des Kosovo beteiligen. Es ist Zeit, dass Belgrad diese Strukturen abschafft.


    Serbien stellte sich zuletzt ja auf den Standpunkt: Wir haben im Norden zwar Einfluss, aber keine Kontrolle.
    Das sehe ich nicht so. Belgrad ist seit zwölf Jahren für die Situation im Norden verantwortlich. Auch für die derzeitigen Barrikaden, die mit Empfehlung und Unterstützung der serbischen Regierung errichtet wurden.


    Gibt es keinen Unterschied zwischen der 2008 abgetretenen nationalistischen Regierung und der jetzigen, prowestlichen?

    Wenn es um den Kosovo geht, erkennen wir keinen Unterschied, wer gerade in Belgrad an der Macht ist. Da vertreten auch jene, die in Europa manchmal als Pro-Europäer und Demokraten wahrgenommen werden, eine „traditionelle" Politik, die uns an jene von vor 20 Jahren erinnert.


    Die Entsendung von Beamten an zwei Grenzposten zu Serbien hat zu großem Widerstand der Serben im Nordkosovo geführt. Die Kfor hat von weiteren Maßnahmen - also etwa bei den Gerichten - dringend abgeraten, wegen drohender Unruhen. Planen Sie trotzdem weitere solche Schritte?
    Es besteht ja kein Konflikt zwischen der Regierung des Kosovo und der Bevölkerung im Norden. Es gibt eine ganz kleine Gruppe von Leuten, die dort im Namen von Belgrad agieren, die von Belgrad massiv finanziell unterstützt werden. Alle Gelder, die die EU im Rahmen von IPA an Serbien zahlt fließen praktisch in den Nordkosovo, um dort den Status Quo aufrechtzuerhalten. Wir sind sehr interessiert, dass auch in diesem Teil des Kosovo der Ahtisaari-Plan umgesetzt wird. Er bietet den Gemeinden Verwaltungskompetenzen, wie man sie in westeuropäischen Staaten nicht findet.


    Kann Pristhina denn überhaupt die volle Souveränität über den Norden erlangen, ohne schwere bewaffnete Auseinandersetzungen?
    Ich glaube nicht, dass es dazu kommt, aber das hängt nur von Belgrad ab. Wenn Serbien dort einen Konflikt anzetteln will, können sie das natürlich schaffen. Was unsere Seite betrifft: Wir wollen auf keinen Fall Gewalt anwenden. Wir wollen aber auch nicht, dass der Status Quo so weitergeht. Wir akzeptieren keine ethnische Teilung des Kosovo: Der Norden ist ein Teil des Landes, das sind kosovarische Serben, sie können in unsere Institutionen integriert werden, es gibt eine Staatsgrenze, und das wird für immer so bleiben.


    Serbiens Innenminister vertritt offen eine Teilung des Kosovo und meint, wenn alle serbischen Gebiete in einem Staat und alle albanischen in einem anderen Staat vereinigt wären, würde das alle Probleme lösen.
    Das sind Ideen aus der Zeit von Milošević. Sie haben auf dem Balkan für Kriege, ethnische Säuberungen und viel Leid gesorgt. Wir sind gegen Konzepte von homogenen Staaten auf dem Balkan, das würde eine Büchse der Pandora öffnen. Es könnte dann auch zu Gewalt und ethnischen Konflikten in anderen Ländern kommen, sei es Mazedonien, Serbien, oder Bosnien. Es ist Zeit, dass Serbien nationales Interesse auf eine andere Art und Weise definiert. Man sollte nicht so auf Territorien fixiert sein, das nationale Interesse sollte heute in der wirtschaftlichen Entwicklung und der europäischen Integration liegen.


    Wenn es wie Sie sagen ohnehin nicht auf Territorien ankommt: Hätte der Kosovo dann nicht auch bei Serbien bleiben können?
    Kosovo war nie Teil Serbiens, niemals in der Geschichte. Kosovo war Bestandteil Jugoslawiens wie Slowenien, Kroatien, ...


    ...nur dass Kosovo keine Teilrepublik sondern eine autonome Provinz war.
    Wir waren eine Entität innerhalb der jugoslawischen Föderation. Der Kosovo hat stets seine eigene Geschichte gehabt, seine eigenen Institutionen. Als Jugoslawien aufgehört hat zu existieren, haben die Slowenen, die Kroaten, und eben auch die Kosovaren die Initiative zur Unabhängigkeit ergriffen. Für uns kamen dann zehn Jahre Unterdrückung, drei Jahre Krieg und ethnische Säuberungen, der Versuch eines Völkermordes im Kosovo, und dann eine Militärintervention der Nato und zehn Jahre UN-Verwaltung, schließlich zwei Jahre Verhandlungen in Wien. All das hat uns zu einem unabhängigen Staat geführt.
    Niemand kann sich heute vorstellen - und konnte es vor 20 Jahren auch nicht - dass der Kosovo irgendetwas mit Serbien zu tun hat. Die „Republik Kosovo" wurde von 85 Staaten anerkannt. Es wäre Zeit, dass Serbien sein Glück innerhalb der eigenen Grenzen sucht und nicht außerhalb.


    Wie verlaufen die Gespräche mit Belgrad, die diese Woche endlich fortgesetzt werden konnten?
    Da geht es vor allem um technische Dinge, darum, die Bewegungsfreiheit der Menschen, der Güter und des Kapitals zu fördern und die europäische Perspektive beider Länder zu unterstützen. Ende Juli gab es schon einige Abkommen, wir sind aber besorgt, dass Serbien offenbar keine Absicht hat, sie auch umzusetzen. Es wäre Zeit, dass die EU Druck auf Serbien ausübt. Die Abkommen sind wichtig für die Bevölkerung in beiden Ländern. Und der Dialog ist wichtig, um langsam ein Vertrauen zwischen beiden Völkern aufzubauen.


    In der EU herrscht derzeit eine ziemliche Erweiterungsmüdigkeit. Hat Ihnen Außenminister Spindelegger trotzdem irgendwelche Hoffnungen machen können?
    Wir haben seine Zusicherung bekommen, dass man den Kosovo beim Visa-Dialogs unterstützt und hinsichtlich vertraglicher Beziehungen zwischen der Republik Kosovo und den europäischen Institutionen in Brüssel. Im Vergleich zu den anderen Ländern der Region sind wir im Integrationsprozess ziemlich weit hinten. Aber diese beiden Dinge - eine Visa-Roadmap und vertragliche Beziehungen - wären sehr wichtig für uns.


    Fühlen Sie sich von Wien ausreichend unterstützt?
    Wir haben in den letzten zehn Jahren eine massive diplomatische und politische Unterstützung bekommen, und ich glaube, dass das auch künftig so sein wird. Österreich ist für uns ein sehr wichtiger politischer und wirtschaftlicher Partner, wir hätten aber gerne noch mehr österreichische Investitionen.


    Wie Recht er hat.

  2. #2
    Gast829627
    Zitat Zitat von Adem Beitrag anzeigen


    Wenn es wie Sie sagen ohnehin nicht auf Territorien ankommt: Hätte der Kosovo dann nicht auch bei Serbien bleiben können?
    Kosovo war nie Teil Serbiens, niemals in der Geschichte. Kosovo war Bestandteil Jugoslawiens wie Slowenien, Kroatien, ...


    ...nur dass Kosovo keine Teilrepublik sondern eine autonome Provinz war.
    Wir waren eine Entität innerhalb der jugoslawischen Föderation. Der Kosovo hat stets seine eigene Geschichte gehabt, seine eigenen Institutionen. Als Jugoslawien aufgehört hat zu existieren, haben die Slowenen, die Kroaten, und eben auch die Kosovaren die Initiative zur Unabhängigkeit ergriffen. Für uns kamen dann zehn Jahre Unterdrückung, drei Jahre Krieg und ethnische Säuberungen, der Versuch eines Völkermordes im Kosovo, und dann eine Militärintervention der Nato und zehn Jahre UN-Verwaltung, schließlich zwei Jahre Verhandlungen in Wien. All das hat uns zu einem unabhängigen Staat geführt.
    Niemand kann sich heute vorstellen - und konnte es vor 20 Jahren auch nicht - dass der Kosovo irgendetwas mit Serbien zu tun hat. Die „Republik Kosovo" wurde von 85 Staaten anerkannt. Es wäre Zeit, dass Serbien sein Glück innerhalb der eigenen Grenzen sucht und nicht außerhalb.


    .

    schon allein diese aussagen disqualifiziert ihn für jedes weiter gespräch und ich würd ihm die einreise verbieten ......

  3. #3

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    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    schon allein diese aussagen disqualifiziert ihn für jedes weiter gespräch und ich würd ihm die einreise verbieten ......
    stimmt doch, Kosovo war kein Teil Serbiens sondern ein Niederjochgebiet Serbiens.

  4. #4
    Oro
    Avatar von Oro

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    .. und das sind die Antworten eines Albaners
    Dabei schreit jeder zweite was von Shqiperia ethnike

  5. #5

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    Zitat Zitat von Oro Beitrag anzeigen
    .. und das sind die Antworten eines Albaners
    Dabei schreit jeder zweite was von Shqiperia ethnike
    und? was dagegen? auch 2 von 3 Serben schreien "Kosovo je Srpska"

  6. #6
    Oro
    Avatar von Oro

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    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    und? was dagegen? auch 2 von 3 Serben schreien "Kosovo je Srpska"
    Bei Kosovo je srbija ist aber was dran, wie an dicken Menschen ; )

  7. #7

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    Zitat Zitat von Oro Beitrag anzeigen
    Bei Kosovo je srbija ist aber was dran, wie an dicken Menschen ; )

  8. #8

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    Zitat Zitat von Oro Beitrag anzeigen
    Bei Kosovo je srbija ist aber was dran, wie an dicken Menschen ; )
    ja genau, so viel gemeinsames wie Dreieck und Indianer gemeinsames haben.

  9. #9

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    Enver Hoxhaj: Ich halte solche Aussagen für absurd, das ist nicht ernst zu nehmen. Gewisse illegale paramilitärische und Sicherheitsstrukturen versuchen, die internationale Gemeinschaft zu erpressen.


    Sagt was ihr wollt, aber die Dreistigkeit mit der einige Albaner wie er argumentieren, indem sie von illegalen parallelen Strukturen reden, ist mittlerweile einfach nur bewundernswert. Wie kann man sich nur selbst dermaßen ins Gesicht lügen.

    Natürlich sind die Strukturen im Norden des Kosovos nach kosovarischer Verfassung illegal und eine Parallelstruktur. Doch genauso ist die einseitige Unabhängikeit des Kosovos nach serbischer Verfassung illegal und die Behörden in Pristina Parallelstrukturen.

    Ich finde es einfach nur amüsant, wenn hier einige wie irgendwelche rechtschaffende Bürger auftreten und dann voller Staatsmännigkeit von sich geben:
    "Wir müssen die illegalen parallelen Strukturen im Norden mit Polizeikräften beseitigen, weil diese von Kriminellen aufgebaut wurden und nur der organisierten Kriminalität nützen"

    während Haradinaj, Thaci und wie sie sonst alle heißen weiter fleißig mit der Mafia zusammenarbeiten

    2x moral

  10. #10

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen


    Sagt was ihr wollt, aber die Dreistigkeit mit der einige Albaner wie er argumentieren, indem sie von illegalen parallelen Strukturen reden, ist mittlerweile einfach nur bewundernswert. Wie kann man sich nur selbst dermaßen ins Gesicht lügen.

    Natürlich sind die Strukturen im Norden des Kosovos nach kosovarischer Verfassung illegal und eine Parallelstruktur. Doch genauso ist die einseitige Unabhängikeit des Kosovos nach serbischer Verfassung illegal und die Behörden in Pristina Parallelstrukturen.
    das Thema wurde des öfteren besprochen und es bedarf keiner weiteren Diskussion denn wie die Vergangenheit zeigte, wenn es drauf ankommt, diese Strukturen unterwerfen sich auch dem belgrader Kommando nicht

    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Ich finde es einfach nur amüsant, wenn hier einige wie irgendwelche rechtschaffende Bürger auftreten und dann voller Staatsmännigkeit von sich geben:
    "Wir müssen die illegalen parallelen Strukturen im Norden mit Polizeikräften beseitigen, weil diese von Kriminellen aufgebaut wurden und nur der organisierten Kriminalität nützen"

    während Haradinaj, Thaci und wie sie sonst alle heißen weiter fleißig mit der Mafia zusammenarbeiten

    2x moral
    Wieso glauben die Serben hier dass wenn man von diesen Strukturen redet, gleich von allen Serben redet, als erstes
    Zweitens wenn man es sieht was im Norden passiert, wie kann man von "nicht kriminelle Strukturen" reden? da herrscht Gesetzlosigkeit und Norden hat weder Belgrad noch Prishtina unter Kontrolle, Moskau.... vielleicht

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