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Kosovo: Bleibt Serbien standhaft?

Erstellt von Ratko, 30.09.2011, 21:50 Uhr · 40 Antworten · 2.329 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Kosovo: Bleibt Serbien standhaft?

    15:28 26/09/2011
    Armen Oganessyan, RIA Novosti
    Die Situation auf dem Balkan hat schon viele erfahrene Politiker vor ein unlösbares Rätsel gestellt.

    Wie im Film „Rashomon“ von Akira Kurosawa hat hier jeder seine eigene Wahrheit, für die viel Blut vergossen worden ist. „Ihr dürft Euch hassen, solltet aber nicht einander umbringen“, sagte der kroatische Professor Zarko Puhovski unlängst auf dem erstmals veranstalteten Internationalen Sicherheitsforum in Belgrad. Nach seinen Worten ist Hass manchmal besser als die heuchlerische Liebe und Toleranz, die die Politiker aus den früheren jugoslawischen Teilrepubliken zeigen, wenn sie der Europäischen Union Rede und Antwort stehen.

    Kennzeichnend für die Situation auf dem Balkan ist beispielsweise der Umstand, dass die Serben lieber nach Montenegro in den Strandurlaub fahren als nach Kroatien - und zwar nicht nur weil es näher liegt. Ein Diplomat beklagte einmal den Hass, der ihm entgegenschlug, als er mit serbischen Autokennzeichen nach Dubrovnik gefahren war. Er konnte die Situation erst entspannen, als er bestritt, Serbe zu sein.

    Ob das Große Europa in der Lage ist, die Menschen auf dem Balkan zu versöhnen? Ist es überhaupt noch an einer Versöhnung interessiert? Man muss feststellen, dass es den Westbalkan oder den Balkan als einheitliche Region nicht mehr gibt. Nach dem EU-Beitritt Kroatiens (ihm wird möglicherweise auch Bosnien bald folgen) kommt die regionale politische, wirtschaftliche und kulturelle Integration nicht mehr infrage.

    Serbien im Kosovo-Dilemma

    Was Serbien angeht, so hat sich die Regierung Boris Tadics für einen absolut pro-europäischen Kurs entschieden und kann sich eine eigene Zukunft ohne die EU nicht mehr vorstellen. Das gab der serbische Staatschef auf dem Sicherheitsforum klar zu verstehen. Das Problem ist nur, dass Brüssel von Belgrad die Anerkennung des Kosovo verlangt, damit sich Serbien der Union anschließen kann.

    Für Tadic ist das eine große Falle, denn jegliche Freundschaftsgesten gegenüber Pristina können ihn die nächste Amtszeit als Präsident kosten. Außerdem riskiert er den Verlust seiner Autorität unter den Serben. Deshalb formulierte der Staatschef in der Anwesenheit zahlreicher Vertreter Brüssels sowie der Außenminister Tschechiens, Bulgariens, Ungarns, Kroatiens und der Slowakei sechs Argumente, warum er die Kosovo-Souveränität aus der Sicht des Völkerrechts und des UN-Statuts für inakzeptabel hält. Dennoch gab er zu verstehen, dass es für die EU-Mitgliedschaft Serbiens keine Alternative gibt, so dass ein Kompromiss erreicht werden muss.

    Merkwürdigerweise wurden bei dem regionalen Sicherheitsforum die jüngsten Ereignisse im Nordkosovo verschwiegen, die dieser Tage ihren Höhepunkt erreicht haben. Dem UN-Sicherheitsrat wurde auf Initiative Russlands und Serbiens der Entwurf einer Kosovo-Resolution vorgelegt, der von vielen Ländern unterstützt wurde, jedoch wegen der Haltung der westlichen Länder scheiterte. Der russische Botschafter in Serbien, Alexander Konusin, wies die Forumsteilnehmer darauf hin, bekam aber keine Gelegenheit, Argumente anzuführen, und verließ aus Protest die Gesprächsrunde.

    Belgrad befindet sich wegen des Kosovo-Dilemmas ständig unter Druck. Kurz vor dem Sicherheitsforum hatte die Bundeskanzlerin Angela Merkel den serbischen Behörden geraten, die Entstehung alternativer serbischer Machtstrukturen in der Region zu verhindern. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sagte, dass die jetzigen Grenzen auf dem Balkan erhalten werden müssten.

    Wer sich in der Geschichte des Balkans auskennt, kann über diese Aussagen nur lachen. Das ist aber im Grunde verständlich, denn selbst erfahrene Experten, die die Lage auf dem Balkan näher kennen, geraten in Verlegenheit. Was sagen die wirklichen Balkan-Kenner?

    Auf dem Weg zum „Groß-Albanien“

    Im Jahr 1999 sagte der US-Botschafter in Mazedonien, Christopher Hill: „Die 1990er Jahre waren die Zeit der Sorgen um „Groß-Serbien“, aber der Fall ist erledigt. Das neue Jahrhundert beginnt für uns mit Sorgen um das „Groß-Albanien“…“

    Professor Redzep Cosia, einer der führenden albanischen Intellektuellen, sagte in den USA, Albanien habe „nie seine aktuellen Grenzen anerkannt, weil sie ungerecht sind. Diese Grenzen spalten das Herz des albanischen Volkes.“

    Früher hatten führende Vertreter der Kosovo-Befreiungsarmee häufig erklärt, ihr Ziel sei die Vereinigung aller Gebiete, in denen Albaner leben.

    Laut einer Gallup-Studie von Januar 2010 sprachen sich mehr als 70 Prozent der Befragten in Albanien und Kosovo für die Bildung eines „Groß-Albaniens“ aus. Viele von ihnen glaubten, dass die Vereinigung bereits in absehbarer Zeit möglich wäre. Ende 2010 erreichte die Zahl der Befürworter eines „Groß-Albaniens“ im Kosovo 81 Prozent, denen sich auch 53 Prozent der in Mazedonien ansässigen Albaner anschlossen.

    Der russische Balkan-Experte Pjotr Iskenderow führte diese Tendenz auf die Aktivitäten der albanischen Diaspora in den USA zurück, die die „Albanisierung“ des Balkans im Kongress, im Weißen Haus und in den US-Geheimdiensten lobbyieren. Nicht zu übersehen sei, dass der CIA-Chef zwischen 1997 und 2004, George Tenet, albanische Vorfahren hat.

    Wozu braucht Deutschland den Balkan

    Das rege Engagement der deutschen Diplomaten auf dem Balkan hat natürlich einen Hintergrund. Erst vor kurzem schrieb die italienische Online-Zeitung „L’Occidentale“ zu diesem Thema: „Europa führt im Osten längst ein politisches Spiel, um die Wege nach Eurasien unter Kontrolle zu kriegen. Dieser Politik liegen zahlreiche Programme zugrunde, die in Brüssel entwickelt werden. Den geopolitischen Kampf auf dem Balkan führt vor allem Deutschland, das die Region im europäischen Einflussraum behalten will, darunter durch die Aufnahme der Balkan-Länder in die EU. Deutschlands Gegner dabei ist Russland. Moskau will nicht nur der internationale Schutzherr Serbiens sein, sondern hat auch seine eigenen Wirtschaftsinteressen, insbesondere im Energiebereich. Den „Krieg“ um Serbien scheint Russland zu verlieren, denn Deutschland hat sich in den letzten Jahren als Serbiens größter Wirtschaftspartner und Investor etabliert.“

    Merkwürdigerweise sprach kleiner der Diskutanten in Belgrad über die Wirtschaftskrise in der Eurozone und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Region. Man muss aber sagen, dass Deutschland eher Griechenland opfert als seine Interessen auf dem Balkan. Das hat auch historische Gründe. „Hier kreuzen sich die europäischen, russischen und türkischen Interessen“, schrieb die italienische Onlinezeitung über die South-Stream-Pipeline, die durch Serbien und andere Balkan-Länder verlegt werden soll. Man könnte vermuten, dass dieses Projekt die Europäer und Russen näher bringt, denn sowohl die Exporteure als auch die Abnehmer sind an sicheren Gaslieferungen interessiert. Unter bestimmten Bedingungen könnte das außerdem ein Faktor sein, der Russlands Aktivitäten auf dem Balkan beeinträchtigen würde.

    Russland hat seine Interessen

    Was die Position der Westeuropäer zu Russland angeht, so stützen sie sich sie auf zwei Thesen. Erstens ist Russland wirtschaftlich schwach. Zweitens wird sich Moskau sofort von den Balkan-Ländern abwenden, sobald die Pipeline-Vorhaben für die Energiekonzerne in trockenen Tüchern sind.

    Aber auf dem Balkan gibt es auch viele Euroskeptiker - und zwar nicht nur in Serbien und nicht nur wegen der aktuellen Wirtschaftssituation in den EU-Ländern. So kritisierte Professor Zarko Puhovski die Balkan-Politik der Westeuropäer und Amerikaner. „Ich verstehe nicht, wieso unsere führenden Politiker, die nach Washington reisen, von einer Partnerschaft reden. Was für Partnerschaft kann es zwischen den USA und Kroatien geben - zwischen dem Starken und dem Schwachen, zwischen dem Reichen und dem Armen, zwischen dem Lehrer und dem Schüler.“

    Auch die EU bekam ihr Fett ab. Für die Balkan-Länder wäre es genauso schlimm, sich in Brüssels Arme zu begeben, wie einst in die Arme Moskaus…

    Allgemein entsteht der Eindruck, dass der Balkan zwischen einer dramatischen Vergangenheit und der unklaren Zukunft stehen geblieben ist.

    Kosovo: Bleibt Serbien standhaft? | Meinungen | RIA Novosti
    Interessanter Artikel

  2. #2
    Zar

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    1.686
    Du erwartest doch nicht, dass sich das jemand durchliest, oder?

  3. #3
    Avatar von Spliff

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    Wer sich das durchließt hat kein Leben

  4. #4
    Chavo
    Hab zuerst gelesen "Kosovo bleibt Serbien ..."

  5. #5

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    Zitat Zitat von Zar Beitrag anzeigen
    Du erwartest doch nicht, dass sich das jemand durchliest, oder?
    Wo ist das Problem, bist du Analphabet?

    Zitat Zitat von Spliff Beitrag anzeigen
    Wer sich das durchließt hat kein Leben
    Das könnt ihr doch nicht ernst meinen...
    Das Ding ist in 30 Sekunden durchgelesen.

  6. #6
    Zar

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, bist du Analphabet?



    Das könnt ihr doch nicht ernst meinen...
    Das Ding ist in 30 Sekunden durchgelesen.
    30 Sekunden, in denen ich viel sinnvollere sachen machen könnte.

  7. #7

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    Zitat Zitat von Zar Beitrag anzeigen
    30 Sekunden, in denen ich viel sinnvollere sachen machen könnte.
    Brate, keiner zwingt dich, ich am aller wenigsten. Vielleicht interessiert es ja andere Leute wenn du verstehst was ich meine.
    In dem Artikel steht auch etwas über mögliche russische Interessen. Such einfach nach dem Wort "Rus" mit deinem Browser (srtg+F).

  8. #8
    Zar

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Brate, keiner zwingt dich, ich am aller wenigsten. Vielleicht interessiert es ja andere Leute wenn du verstehst was ich meine.
    In dem Artikel steht auch etwas über mögliche russische Interessen. Such einfach nach dem Wort "Rus" mit deinem Browser (srtg+F).
    Ey cool, danke für den tipp. Das mit der browsersuche wusst ich gar nicht.
    Werd mir dienen text aber trotzdem nich durchlesen.

  9. #9
    Zar

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    Ok und wie entferne ich die browsersuche jetzt?

  10. #10
    MaxMNE
    sorry, ich hab da was durcheinandergebracht

    vergiß es

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