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Kosovo-serben diskutieren über die wahlen

Erstellt von Besa Besë, 13.11.2009, 13:01 Uhr · 66 Antworten · 4.299 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    08.06.2009
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    2.396

    Kosovo-serben diskutieren über die wahlen

    Kosovaren zeigen in Pristina die neue Nationalfahne des Kosovo. (Bild: AP)
    Abstimmen oder boykottieren

    Die Kommunalwahlen im Kosovo

    Von Dirk Auer

    An diesem Sonntag sind im Kosovo die ersten Wahlen, seitdem das Land einseitig seine Unabhängigkeit gegenüber Serbien erklärt hat. Bei der Kommunalwahl geht es deshalb vor allem um die Wahlbeteiligung der serbischen Minderheit im Land: Gehen die Serben wählen, würde dies eine indirekte Anerkennung des Kosovo bedeuten.


    Bei dem kleinen Sender Radio Gracanica startet heute ein neues Sendeformat: Briefe von Bürgern werden verlesen, in denen sie über ihre alltäglichen Probleme berichten. Die Wahlen spielen dagegen keine große Rolle im Programm, denn das Interesse bei den Hörern sei einfach zu gering, behauptet der Journalist Boban Petrovic.

    "Auch ich werde nicht wählen gehen, weil die offizielle Position des serbischen Staats ist, die Wahl zu boykottieren. Und die meisten Leute hier in Gracanica werden Ihnen dasselbe sagen. Ich schätze, dass vielleicht gerade einmal fünf bis zehn Prozent der Serben im Kosovo am Sonntag zur Wahl gehen werden."

    Doch nicht alle Mitarbeiter von Radio Gracanica sind dieser Meinung.

    "Es gibt zwei Fraktionen: Die einen, das sind Leute, die nicht nachdenken, weil sie einfach nur das tun, was ihnen die Regierung in Belgrad sagt",

    ... sagt Dejan Jeftic augenzwinkernd in Richtung seines Kollegen.

    "Also ich persönlich bin sehr enttäuscht von der serbischen Regierung, weil sie seit zehn Jahren die Serben hier manipuliert und für ihre politischen Zwecke einspannt."

    Boban Petrovic widerspricht.

    "Ich weiß nichts über die Motive in Belgrad, aber wenn man mich fragt: Hilft uns die serbische Regierung? Dann sage ich: ja, natürlich! Die Leute, die hier in den öffentlichen Institutionen arbeiten, sie bekommen ihre Gehälter aus Belgrad. Auch die Sozialhilfe kommt von dort."

    Tatsächlich werden auch nach der Unabhängigkeit des Kosovo alle serbischen Gemeinden direkt aus dem serbischen Haushalt finanziert. Was für die Regierung des Kosovo ein großes Ärgernis ist, war Belgrad bislang fast 500 Millionen Euro jährlich wert. Und doch, so Dejan Jeftic:

    "Ich denke nicht, dass die serbische Regierung viel dazu beigetragen hat, dass es den Serben im Kosovo wirklich besser geht. Wir leben hier seit zehn Jahren unter extrem schlechten Bedingungen. Es gibt praktisch keine Arbeit. Wenn wir eine neue, auch offiziell anerkannte Kommunalverwaltung hätten, dann würde uns das vielleicht weiterhelfen."

    Dass sich am kommenden Sonntag solche Ansichten durchsetzen, ist die große Hoffnung des EU-Sondergesandten Peter Feith. Denn dass die Serben zu den Wahlen gehen, ist eine Voraussetzung für den Erfolg der geplanten Dezentralisierung des Kosovo. Die wurde dem jungen Staat von seinen internationalen Geburtshelfern in die Verfassung geschrieben. Sie sieht die Verlagerung zahlreicher Zuständigkeiten von der Zentralregierung in Prishtina auf die lokale Ebene vor. Die Serben, so erklärt Peter Feith, sollen sich so weitgehend selbst regieren können.

    "Den Serben wurde eine weitreichende Autonomie angeboten - allerdings innerhalb der kosovarischen Institutionen. Das heißt zum Beispiel, dass die serbischen Gemeinden ihren eigenen Polizeichef wählen können oder in den Schulen nach eigenen Lehrplänen unterrichten. Und sie können weiterhin auch Beziehungen mit Belgrad pflegen, auch in finanzieller Hinsicht - insoweit sie transparent sind. Das ist ziemlich einzigartig in Europa."

    Insgesamt fünf solcher neuen Gemeinden mit serbischer Mehrheit sollen in den Monaten nach den Wahlen gegründet werden. Folgen die Serben allerdings dem Boykottaufruf aus Belgrad, steht der Dezentralisierungsprozess auf der Kippe.

    "Unser Appell an die Serben hier ist deshalb: Es geht nicht um den Status von Kosovo, also um die Frage, ob er als unabhängiger Staat anerkannt werden sollte, sondern um die Lösung konkreter Probleme. Es sind Lokalwahlen - und nicht mehr."

    Bei Nebojsa Petric ist das angekommen. Er ist Bürgermeisterkandidat der Liste Vidovdan in Gracanica. In seinem Wahlkampfbüro stapeln sich Flugblätter und Wahlkampfbroschüren.

    "Mit unseren Institutionen haben wir bislang keine Möglichkeit, wirklich etwas grundlegend zu verbessern, weil sie weder von der internationalen Gemeinschaft noch von der Regierung in Prishtina anerkannt sind."

    Dann zeigt er auf drei Jugendliche, die ihm beim Zusammenfalten seiner Wahlkampfbroschüren helfen.

    "Diese drei Leute, die hier sitzen, sie haben keine Arbeit. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig: Wir müssen mit den kosovarischen Institutionen zusammenarbeiten, um Jobs für die jungen Leute zu schaffen - damit sie hier eine Zukunft haben."

    Deutschlandfunk - Europa heute - Abstimmen oder boykottieren

  2. #2
    Lance Uppercut
    Zitat Zitat von Adrian Beitrag anzeigen
    "Den Serben wurde eine weitreichende Autonomie angeboten - allerdings innerhalb der kosovarischen Institutionen. Das heißt zum Beispiel, dass die serbischen Gemeinden ihren eigenen Polizeichef wählen können oder in den Schulen nach eigenen Lehrplänen unterrichten. Und sie können weiterhin auch Beziehungen mit Belgrad pflegen, auch in finanzieller Hinsicht - insoweit sie transparent sind. Das ist ziemlich einzigartig in Europa."

    Würden die Albaner im Kosovo so ein Angebot annehmen, wenn es umgekehrt wäre?

  3. #3
    Avatar von Singidun

    Registriert seit
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    Beiträge
    10.113
    Wenn es hilft, das Leben der Serben zu verbessern, ja, wenn sie meinen, dass es ihnen nicht hilft, dann nein. Man sollte den Status hier ausser Acht lassen.

  4. #4
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
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    Beiträge
    64.190
    eine weitreichende Autonomie hat man doch schon einmal woanders abgelehnt, das Ergebnis ist bekannt

  5. #5
    Mulinho
    Ich würde mir wünschen, dass unsere serbischen Mitbüger ihre Pflichten als Bürger von Kosovo wahrnehmen und wählen gehen. Es kann nicht sein, dass die Leute immer zurückdenken und alles Neue verfluchen.

  6. #6
    benutzer1
    WER HAT UNS DIE AUTONOMIE ENTZOOOOOGEN????????

    WER IST IN DEN KOSOVO EINMASCHIERT UND WOLLTE DAS GANZE ALBANISCHE VOLK AUSLÖSCHEN????

    DIE SERBEN HABEN SICH ALLES SELBST ZU VERSCHULDEN.


    ich bin mir sicher, dass sich an dem autonomie-status des kosovo nie etwas geändert hätte, wenn er uns auch nicht entzogen worden wäre.



    wenn man keine ahnung hat, sollte man doch einfach mal die finger still halten.(bärenjude, veles...)

  7. #7
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    12.381
    Zitat Zitat von muli Beitrag anzeigen
    Ich würde mir wünschen, dass unsere serbischen Mitbüger ihre Pflichten als Bürger von Kosovo wahrnehmen und wählen gehen. Es kann nicht sein, dass die Leute immer zurückdenken und alles Neue verfluchen.
    Une nuk flas mire shqip, ata (serb) kane e askurskush e ardhmeri.

  8. #8
    Avatar von Veles

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    Zitat Zitat von muli Beitrag anzeigen
    Ich würde mir wünschen, dass unsere serbischen Mitbüger ihre Pflichten als Bürger von Kosovo wahrnehmen und wählen gehen. Es kann nicht sein, dass die Leute immer zurückdenken und alles Neue verfluchen.
    Das ist in etwa das Gleiche wie wenn ich sage

    Ich würde mir wünschen, dass unsere albanischen Mitbüger ihre Pflichten als Bürger von Serbien wahrnehmen und wählen gehen. Es kann nicht sein, dass die Leute immer zurückdenken und alles Neue verfluchen.
    Provokativ, nicht?

    Merkst Du, was ich sagen will? Die meisten Serben erkennen den Kosovo nicht als Staat an. Ob das jetzt gut ist oder nicht, sei mal dahingestellt aber solche Aussagen bergen keine Lösungen in sich solange kein Kompromiss dahintersteckt.

  9. #9

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    2.396
    Zitat Zitat von Catty_Saucy_Crazy Beitrag anzeigen
    WER HAT UNS DIE AUTONOMIE ENTZOOOOOGEN????????

    WER IST IN DEN KOSOVO EINMASCHIERT UND WOLLTE DAS GANZE ALBANISCHE VOLK AUSLÖSCHEN????

    DIE SERBEN HABEN SICH ALLES SELBST ZU VERSCHULDEN.


    ich bin mir sicher, dass sich an dem autonomie-status des kosovo nie etwas geändert hätte, wenn er uns auch nicht entzogen worden wäre.



    wenn man keine ahnung hat, sollte man doch einfach mal die finger still halten.(bärenjude, cobra, veles...)
    hmm entweder hab ich cobras beitrag falsch verstanden oder du ??

  10. #10
    Avatar von Veles

    Registriert seit
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    5.151
    Zitat Zitat von Catty_Saucy_Crazy Beitrag anzeigen
    wenn man keine ahnung hat, sollte man doch einfach mal die finger still halten.(bärenjude, cobra, veles...)
    Nun mach mal halblang. Haben Albaner oder Serben Milosevic gestürzt?

    Des weiteren werde ich nicht so wütend wenn jemand "Free Kosova" schreit denn das ist eine Frage der Meinung. Ich kann durchaus verstehen warum Ihr die Unabhängigkeit wollt und verurteile euch deswegen nicht und sage nicht "Ihr habt keine Ahnung" aber das heisst nicht, dass ich das persönlich gut finde.
    Der Unterschied besteht lediglich darin, dass ich nicht für mich beanspruche, ums Verrecken Recht zu haben und mich in andere hineinversetzen kann. Wer sagt denn, dass es richtig ist ausser den Albanern und den Staaten, die es anerkannt haben? Gab es in jedem Land eine demokratische Abstimmung darüber, ob Kosovo anerkannt wird oder nicht? Aber da ist eben der Haken: Mir ist auch klar, dass es keine Abstimmungen darüber gab, in den Ländern die Kosovo nicht anerkannt haben. Ich beanspruche nicht den "Ich habe Recht weil ich das und das durchgemacht habe"-Spruch für mich. Du schon.

    Falls aber Abchasien, Uiguristan, Nepal, das Baskenland, Katalonien, die Färöer Inseln (teilweise), Tschetschenien, Palästina, Schottland (teilweise), die Russen in der Ukraine usw auf der gleichen Basis ihre Unabhängigkeit einfordern können, dann bin ich 100%ig für die Unabhängigkeit Kosovos. Aber wir wissen alle, der Zug den Kosovo anzuerkennen geschah nicht aus Menschenliebe. Denn sonst hätten die oben genannten Länder schon vor langen Zeiten ihre Unabhängigkeit erhalten.


    EDIT: Und ich glaube auch, dass Du Cobras Post missverstanden hast. Er ist eher auf Deiner Seite in dieser Diskussion.

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