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Kosovo und die Statusverhandlungen NEWS

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 15.11.2005, 15:34 Uhr · 4.928 Antworten · 156.263 Aufrufe

  1. #181
    jugo-jebe-dugo
    23.01.2006

    Was kommt nach Rugova?
    Henriette Riegler vom "Institut für Inter­nationale Politik" über mögliche Nach­folger und die Rolle der Inter­nationalen Gemeinschaft

    Henriette Riegler arbeitet beim Institut für Internationale Politik in Wien, einer ihrer Forschungs- Schwerpunkte ist das ehemalige Jugoslawien. Das Gespräch führte Sonja Fercher


    Sie haben eine Einserfrage? Dann her damit, wir suchen für Sie ExpertInnen, die diese beantworten können.

    Riegler: Einerseits stimmt diese Einschätzung, denn Rugova ist über die Jahre hinweg zu einer mythischen Figur geworden. Eigentlich aber hat in erster Linie die LDK (Demokratische Liga des Kosovo, Anm.) dieses Problem: Da werden jetzt die Diadochenkämpfe um die Parteiführung ausbrechen. Auf der anderen Seite gibt es durchaus einen politischen Pluralismus im Kosovo, also trifft diese Einschätzung wiederum nicht zu.

    derStandard.at: Wer könnte Rugova nachfolgen?

    Riegler: Ich könnte mir Adem Demaci vorstellen, der oft als "Mandela" bezeichnet wird - im Gegensatz zu Rugova, den man als "Gandhi" apostrophierte. Dann gibt es (Ex-Premier, Anm.) Ramush Haradinaj oder (Ex-Premier, Anm.) Bajram Rexhepi. Auch Veton Suroi (Parteichef der westlich orientierten Ora, Anm.) wurde mehrmals genannt.

    Man muss bei dieser Frage aber zwei Ebenen berücksichtigen: Auf der einen Seite wird der Präsident vom Parlament gewählt, das ist die lokale Entscheidung. Auf der anderen Seite ist der Kosovo ein Protektorat und die internationale Gemeinschaft wird ein gewichtiges Wort mitreden. Rugova war für die internationale Gemeinschaft sehr angenehm und sie hat nun ein Problem.

    derStandard.at: Eine weitere Person, die international sehr bekannt ist, ist Hashim Thaci von der Demokratischen Partei des Kosovo. Ihm wird allerdings immer wieder vorgeworfen, dass er der UCK ("Befreiungsarmee des Kosovo", Anm.) zu nahe steht. Welche Rolle spielt eigentlich die UCK heute noch und welche Chancen hat Thaci?

    Riegler: Es ist sicherlich so, dass viele Politiker, die jetzt aktiv sind, aus der UCK hervor gegangen sind, einer davon ist Thaci. Interessant ist Folgendes: Man hat geglaubt, nach dem Krieg würden Rugova und die LDK abdanken und von neuen Kräften abgelöst werden. Man konnte über die Jahrzehnte allerdings gut verfolgen, dass die Bevölkerung des Kosovo nicht radikalisiert ist, denn sonst hätten sie einen Führer wie den Rugova nicht gewählt. Entgegen aller Voraussagen habeb sie den UCK-Kräften nicht zum politischen Durchbruch verholfen. Würde der Präsident direkt gewählt, würde ich meinen, dass Hakim Thaci nicht gewählt würde.

    derStandard.at: Was halten Sie für die wahrscheinlichste Szenario?

    Riegler: Es spricht vieles dafür, dass man sich im Parlament am Schluss auf einen Kandidaten einigen wird, für den es parteiübergreifend Zustimmung gibt. Allerdings vermute ich, dass die internationale Gemeinschaft jemanden anderen vorschlagen wird. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass einige mit Veton Suroi durchaus ihre Freude hätten.

    Das ist das Spannungsverhältnis, dass es im Kosovo zwischen den lokalen politischen Kräften und der internationalen Gemeinschaft gibt.

    derStandard.at: Die internationale Gemeinschaft steht nicht auf Seiten der Kosovaren, wenn es um deren wichtigste Forderung nach Unabhängigkeit geht. Wäre es nicht auch denkbar, dass die internationale Gemeinschaft die Schwäche der Kosovaren nun ausnutzt und die Statusverhandlungen schnell wieder weiterführt, um eine Einigung nach ihren Vorstellungen zu erzielen?

    Riegler: Was ich bisher gehört habe von Seiten der Vertreter der internationalen Gemeinschaft ist, sehr schnell die Statusverhandlungen aufzunehmen und ich glaube genau aus dem Grund, den Sie genannt haben. Ich glaube, man möchte kein zu starkes kosovarisches Verhandlungsteam haben, denn die Kosovaren sagen ja unisono "Wir wollen die Unabhängigkeit und unter der machen wirs nicht."

    Auf der anderen Seite – und ich denke, das ist die Ambivalenz bei den Verhandlungen – kann das auch nach Hinten losgehen, wenn man überhaupt niemanden hat, der als Verhandlungsführer der Kosovaren auftritt. Die internationale Gemeinschaft hat also sehr wohl ein Interesse daran, sozusagen eine mittelstarke Figur zu haben - aber nicht zu stark.

    derStandard.at: Was will Belgrad?

    Riegler: Ich glaub, auch die haben ein Problem, denn sie waren mit dem Rugova ganz zufrieden. Allerdings denke ich mir auch, dass das etwas über den Konflikt aussagt, dass so eine Figur wie Rugova zugelassen wurde: Dass er während Milosevic als politische Figur übrig geblieben ist, hat auch damit zu tun, dass dies auch im Sinne von Belgrad war. So konnte Belgrad eine Kontrolle über den Kosovo ausüben und eine schwache politische Führung im Kosovo ist für Belgrad immer sehr praktisch gewesen.

    Sein Tod ist sozusagen - abgesehen vom Vakuum, das er hinterlässt - gewissermaßen ein Abschluss einer Geschichte und der Beginn einer neue Phase der kosovarischen politischen Geschichte. Ich glaube, dass der nächste Präsident auf alle Fälle stärker sein wird, was die politische Agenda betrifft. Er wird vielleicht schwächer sein in dem Sinn, dass er nicht mehr so etwas Überirdisches haben wird, wie dies Rugova ausgestrahlt hat.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2315072

  2. #182
    jugo-jebe-dugo
    24.01.2006

    Mehrere Staatspräsidenten bei Rugova-Begräbnis
    Slowenien, Albanien, Kroatien, Mazedonien und Montenegro auf höchster Ebene vertreten - Plassnik vertritt Österreich und EU

    Trauerzug in Pristina

    Pristina - Am Begräbnis des verstorbenen Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova werden mehrere Staatspräsidenten teilnehmen, obwohl dieser selbst kein Staatsoberhaupt war. Slowenien, Albanien, Kroatien und Mazedonien werden Medienberichten zufolge auf höchster Ebene bei den Feierlichkeiten am Donnerstag in Pristina vertreten sein. Auch der serbische Präsident Boris Tadic hat sein Interesse an einer Teilnahme geäußert, doch steht die Entscheidung der UNO-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK) dazu noch aus.

    Die Teilnahme des slowenischen Präsidenten Janez Drnovsek und des albanischen Präsidenten Alfred Moisiu ist bereits offiziell von den jeweiligen Präsidentschaftskanzleien bestätigt worden.

    Außerdem sollen die Präsidenten Stjepan Mesic (Kroatien) und Branko Crvenkovski (Mazedonien) sowie der montenegrinische Premierminister Milo Djukanovic ihr Kommen zugesagt haben, wie Medien in Pristina berichteten. Die Schweiz und Österreich schicken ihre Außenministerinnen, Micheline Calmy-Rey und Ursula Plassnik, für die Europäische Union soll Zeitungsberichten zufolge auch Chefdiplomat Javier Solana nach Pristina reisen.

    Tadic hat die UNMIK um eine Besuchserlaubnis gebeten. "Es wäre einfach anständig, dass der Präsident Serbiens ins Kosovo fährt, das integraler Bestandteil dieses Landes ist, und dem Führer des albanischen Volkes die gebührende Ehrerbietung erweist", sagte Tadic am Montag. Eine Teilnahme von Tadic würde das Protokoll in Pristina in eine verzwickte Lage bringen. Die mehrheitlich von Albanern bewohnte Provinz ist zwar völkerrechtlich Teil Serbiens, seit dem Ende des Kosovo-Krieges im Juni 1999 ist sie dem Zugriff der Belgrader Behörden aber völlig entzogen.

    derstandard.at

  3. #183
    jugo-jebe-dugo
    ...

  4. #184
    jugo-jebe-dugo
    24.01.2006

    Serbiens Präsident Tadic an Rugovas Grab nicht willkommen
    Kosovo-Vetreter: "Vor allem nicht nach seinen jüngsten Äußerungen"

    Pristina - Der Kososvo hat eine Teilnahme des serbischen Staatschefs Boris Tadic an der Beisetzung des Provinz-Präsidenten Ibrahim Rugova abgelehnt. "Tadic ist zu dem Begräbnis nicht willkommen, vor allem nicht nach seinen jüngsten Äußerungen" sagte ein ranghoher Regierungsvertreter der nach Unabhängigkeit strebenden südserbischen Provinz am Dienstag in Pristina.

    Tadic hatte am Montag erklärt, er halte es für angemessen, dass er als serbischer Präsident am Donnerstag zur Trauerfeier in den Kosovo reise und den politischen Vertretern der Albanern seinen Respekt bekunde. Immerhin handle es sich bei der Provinz um serbisches Staatsgebiet.

    Damit sorgte er für große Verärgerung unter der albanischen Bevölkerungsmehrheit. Die Zeitung "Kosova Sot" bezeichnete die Äußerungen von Tadic als Provokation. "Der serbische Präsident hat nicht den richtigen Moment gewählt, den Anspruch seines Staates auf den Kosovo auszudrücken", hieß es in dem Blatt. Die Zeitung "Zeri" zitierte einen Vertreter der Provinz mit den Worten, kein Offizieller aus Belgrad sei bei dem Begräbnis erwünscht.


    Große Schwierigkeiten

    Eine Teilnahme Tadics würde auch die NATO-Friedenstruppe in der Provinz vor große Schwierigkeiten stellen. Bei Tadics erstem und bisher einzigem Besuch im Kosovo war sein Konvoi in albanischen Gebieten mit Steinen und Eiern beworfen worden.

    In Pristina wollten auch am Dienstag den zweiten Tag in Folge tausende Kosovo-Albaner, darunter auch Rugovas politischer Gegner wie der Rebellenführer Hashim Thaci, Abschied von ihrem Präsidenten nehmen, der am Samstag im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs gestorben war. Bei Temperaturen unter 15 Grad minus reihten sie sich in einer langen Warteschlange vor dem Sarg Rugovas ein. Rugova galt als Symbolfigur des gewaltfreien Unabhängigkeitsstrebens des Kosovo.

    Die Provinz steht seit 1999 unter Verwaltung der Vereinten Nationen. Damals hatte die NATO mit Luftangriffen serbische Truppen aus der Provinz vertrieben. Den Serben wurden Vertreibung und Misshandlung albanischer Zivilisten vorgeworfen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2316912


    Typisch Albaner.Aber Tadic hat doch mit der Aussage recht gehabt.

  5. #185
    jugo-jebe-dugo
    24.01.2006

    Serbiens Präsident Tadic an Rugovas Grab nicht willkommen
    Kosovo-Vetreter: "Vor allem nicht nach seinen jüngsten Äußerungen"

    Pristina - Der Kososvo hat eine Teilnahme des serbischen Staatschefs Boris Tadic an der Beisetzung des Provinz-Präsidenten Ibrahim Rugova abgelehnt. "Tadic ist zu dem Begräbnis nicht willkommen, vor allem nicht nach seinen jüngsten Äußerungen" sagte ein ranghoher Regierungsvertreter der nach Unabhängigkeit strebenden südserbischen Provinz am Dienstag in Pristina.

    Tadic hatte am Montag erklärt, er halte es für angemessen, dass er als serbischer Präsident am Donnerstag zur Trauerfeier in den Kosovo reise und den politischen Vertretern der Albanern seinen Respekt bekunde. Immerhin handle es sich bei der Provinz um serbisches Staatsgebiet.

    Damit sorgte er für große Verärgerung unter der albanischen Bevölkerungsmehrheit. Die Zeitung "Kosova Sot" bezeichnete die Äußerungen von Tadic als Provokation. "Der serbische Präsident hat nicht den richtigen Moment gewählt, den Anspruch seines Staates auf den Kosovo auszudrücken", hieß es in dem Blatt. Die Zeitung "Zeri" zitierte einen Vertreter der Provinz mit den Worten, kein Offizieller aus Belgrad sei bei dem Begräbnis erwünscht.


    Große Schwierigkeiten

    Eine Teilnahme Tadics würde auch die NATO-Friedenstruppe in der Provinz vor große Schwierigkeiten stellen. Bei Tadics erstem und bisher einzigem Besuch im Kosovo war sein Konvoi in albanischen Gebieten mit Steinen und Eiern beworfen worden.

    In Pristina wollten auch am Dienstag den zweiten Tag in Folge tausende Kosovo-Albaner, darunter auch Rugovas politischer Gegner wie der Rebellenführer Hashim Thaci, Abschied von ihrem Präsidenten nehmen, der am Samstag im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs gestorben war. Bei Temperaturen unter 15 Grad minus reihten sie sich in einer langen Warteschlange vor dem Sarg Rugovas ein. Rugova galt als Symbolfigur des gewaltfreien Unabhängigkeitsstrebens des Kosovo.

    Die Provinz steht seit 1999 unter Verwaltung der Vereinten Nationen. Damals hatte die NATO mit Luftangriffen serbische Truppen aus der Provinz vertrieben. Den Serben wurden Vertreibung und Misshandlung albanischer Zivilisten vorgeworfen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2316912


    Typisch Albaner.Aber Tadic hat doch mit der Aussage recht gehabt.

  6. #186
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2006

    Amtsnachfolger Rugovas möglicherweise schon nächste Woche
    Wahl des neuen Provinzpräsidenten soll am Dienstag Hauptthema des Gesprächs zwischen UNMIK-Chef und dem amtierenden Präsidenten sein

    Belgrad/Pristina - Das Kosovo, die UNO-verwaltete Provinz in Südserbien, dürfte schon nächste Woche einen Nachfolger für den am vergangenen Samstag verstorbenen Präsidenten Ibrahim Rugova bekommen, heißt es in Diplomatenkreisen. Die in Pristina in albanischer Sprache erscheinende Tageszeitung "Zeri" berichtete heute, Mittwoch, unter Berufung auf Kreise in der UNO-Mission (UNMIK), dass die Wahl des neuen Präsidenten eine "dringende Frage" sei, die von lokalen Politikern zu lösen sei.

    Nach Angaben der Zeitung war die Wahl eines Amtsnachfolgers Rugovas am Dienstag auch das Hauptthema eines Treffens zwischen UNMIK-Chef Sören Jessen-Petersen und Parlamentspräsident Nexhat Daci, der nach dem Tod Rugovas als amtierender Provinzpräsident fungiert. Laut Verfassungsregeln soll der neue Präsident innerhalb der nächsten drei Monate vom Parlament gewählt werden.

    In den Medien wird indes über zahlreiche Anwärter auf den Präsidentenposten spekuliert. Den Kandidaten für das Präsidentenamt soll die Demokratische Liga, die Partei des verstorbenen Präsidenten Rugova, vorschlagen. Als potenzielle Kandidaten werden in dieser Partei sowohl Parlamentspräsident Daci wie auch der langjährige Berater Rugovas, Alush Gashi, angesehen.

    Rugova wird am Donnerstag beim Denkmal für gefallene Kämpfer unweit seiner Residenz in Pristina beerdigt.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2318379


    [stream:a0cddf8b71]www.dejan-serbe.de/cetnicke - Ko_To_Nezna_Sta_Kokarda_Znaci.mp3[/stream:a0cddf8b71]

  7. #187
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2006

    USA rufen politische Kräfte im Kosovo zur Einigkeit auf
    Burns würdigt erneut Verdienste Rugovas

    Washington - Wenige Stunden vor der Beisetzung des verstorbenen Präsidenten des Kosovo, Ibrahim Rugova, haben die USA die politischen Kräfte in der südserbischen Unruheprovinz zur Einigkeit aufgerufen. Die US-Regierung hoffe, dass die Kosovaren auch nach dem Tod ihres Präsidenten für die Einheit kämpfen und bei den anstehenden Verhandlungen über den Status des Kosovo eine gemeinsame Verhandlungspartei bilden würden, sagte der Unterstaatssekretär im Außenministerium, Nicholas Burns, am Mittwoch in Washington.

    Die Verhandlungsführer des Kosovo müssten den Anhängern einer gewaltsamen Lösung des Konflikts eine Absage erteilen und der serbischen Bevölkerung im Kosovo klare Minderheitsrechte zugestehen.

    Burns würdigte erneut Rugova als "die bestimmende Figur in der Politik des Kosovo". Ihm sei es gelungen, die unterschiedlichen Gruppen und Strömungen zusammenzuführen. Rugova war am Samstag im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Er sollte am Donnerstag in der Provinzhauptstadt Pristina beigesetzt werden.

    An der Trauerfeier nimmt auch Außenministerin Ursula Plassnik teil. Das Kosovo ist ein Teil Serbiens, wurde aber nach dem Kosovo-Krieg 1999 einer UNO-Verwaltung unterstellt. Die ersten direkten Gespräche der Konfliktparteien über den Status des Kosovo waren nach dem Tod Rugovas auf Februar vertagt worden.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2319378

  8. #188
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2006

    "Sabotage gegen UNO-Polizei im Kosovo"

    "Spiegel Online": Radikale Albanergruppe schraubte Radventile von UNMIK-Fahrzeugen ab

    Hamburg/Wien - In der südserbischen Unruheprovinz Kosovo versuchen albanische Gruppen, die in Pristina stationierten Polizisten der UNO-Mission (UNMIK) an ihrer Arbeit zu hindern. Aufständische hätten zahlreiche Polizeifahrzeuge der UNO-Schutztruppen lahm gelegt, berichtete "Spiegel Online" am Donnerstag.

    Den Angaben zufolge schraubten Angehörige des "Kosovo Activation Network"/"Movement for Selfdetermination" (Kan/MSD) die Radventile von ungefähr zehn UNO-Polizeiwagen auf. Man habe damit die UNMIK lähmen wollen, ließen die Anhänger der Gruppe wissen. Die UNMIK würde, so die Äußerungen der Aktivisten, die Demokratie im Kosovo hemmen.

    Die Gruppierung Kan/MSD wird von dem ehemaligen Studentenführer Albin Kurti angeführt, der jahrelang in serbischen Gefängnissen gesessen hatte und nun versucht, eine breite außerparlamentarische Opposition im Kosovo aufzubauen. Wie fast alle Kosovaren fordert die Gruppe die Unabhängigkeit des Kosovo. Kurtis Aktionen fänden unter Jugendlichen im Kosovo breite Unterstützung, schrieb "Spiegel Online".

    Gegenüber dem Internet-Magazin bestätigte die UNMIK die Sabotageaktion. Es sei das erste Mal, "dass die Bewegung unsere Fahrzeuge lahm gelegt hat. Bislang hat die Gruppe um Albin Kurti immer nur Flugblätter verteilt und Parolen an Wände gesprüht", sagte ein Sprecher der UNMIK in Pristina. Dass die Aktivisten keinen größeren Schaden angerichtet hätten, sei allein der Tatsache zu danken, dass sie entdeckt worden seien und keine Zeit mehr gehabt hätten, so der Sprecher.

    Mit weiteren Störmanövern rechnet die UNMIK zur Zeit nicht. Es herrsche wegen des Todes des Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova noch immer Trauer.

    Die UNMIK, die seit Sommer 1999 im Kosovo stationiert ist und dort übergangsweise die zivile Verwaltung in der Provinz leitet, ist bei den albanischen Bewohnern des Kosovo inzwischen unbeliebt. Immer wieder wird Kritik an der Arbeit der UNMIK laut, weil es der Mission nicht gelinge, die Region dauerhaft zu befrieden.

    Nach einem Abzug der UNMIK, befürchten Beobachter allerdings, würde die Auseinandersetzung zwischen Serben und Albanern wieder eskalieren. Bis heute kann sich die serbische Minderheit im Kosovo nur unter Polizeischutz im Kosovo bewegen. In manchen Städten wie dem ethnisch geteilten Mitrovica, sind Gewalttaten noch immer alltäglich.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2319376

  9. #189
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2006


    Trauerfeiern für Kosovo-Präsidenten begonnen
    Hunderttausende erwartet - Etwa 30 Auslandsdelegationen in Pristina teil - Tadic bedauert Nicht-Teilnahme

    Pristina/Belgrad - Zum Auftakt der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Ibrahim Rugova haben sich am Donnerstagvormittag die engsten Verwandten des Kosovo-Präsidenten verabschiedet. Danach sollte der Sarg mit dem Leichnam von Rugova in Begleitung einer Eliteeinheit des Kosovo-Schutzkorps vom Parlament in eine Sporthalle ins Zentrum Pristinas gebracht werden, wo für 13.00 Uhr die staatliche Trauerfeier vorgesehen ist. Zur Beerdigung (14.00 Uhr) werden Hunderttausende Albaner aus dem ganzen Kosovo sowie etwa 30 Auslandsdelegationen, darunter Außenministerin Ursula Plassnik und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana, erwartet.

    Schon in den frühen Morgenstunden herrschte in Pristina großes Gedränge, berichteten elektronische Medien. Alle Geschäfte sind geschlossen, einen arbeitsfreien Tag erhielten auch Beschäftigte in den Provinzinstitutionen. Für die Ordnung in Pristina sorgen vorwiegend die Angehörigen der Kosovo-Polizei. Auf den Straßen waren nur wenige UNO-Fahrzeuge zu sehen. Die internationale Schutztruppe KFOR hat dagegen ihre Präsenz in den serbischen Enklaven verstärkt.


    Tadic abgelehnt

    Nachdem die Teilnahme des serbischen Präsidenten Boris Tadic am Begräbnis seitens der Familie Rugovas und den Behörden abgelehnt wurde, entschlossen sich auch die meisten Vertreter der serbischen Volksgruppe in der Provinz, am Begräbnis nicht teilzunehmen. Die Teilnahme an der Trauerfeier bestätigte lediglich der Kosovo-Minister für Flüchtlinge, Ljubisa Petkovic.


    Einladung zum Dialog für Rugova-Nachfolger

    Der serbische Präsident Boris Tadic hat sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass sein Wunsch, am Rugova-Begräbnis teilzunehmen, in Pristina abgelehnt wurde. Er respektiere aber den Willen der Rugova-Familie.

    Weder die politischen Vertreter der Kosovo-Albaner noch die Staatengemeinschaft hätten beachtet, dass dies eine Gelegenheit gewesen wäre, die Beziehungen zwischen Serben und Albanern zu verbessern und "andere Werte wie Achtung, Verständnis, Toleranz und Solidarität zu bekunden", erklärte Tadic. Die Einladung zum Dialog, die er vor etwa einem Jahr an Rugova richtete, gelte auch für dessen Amtsnachfolger, fügte der serbische Präsident hinzu.

    Rugova wird beim Denkmal für gefallene Kämpfer beerdigt. Eine religiöse Zeremonie ist nicht vorgesehen. Rugova war am Samstag im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs gestorben.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2319374

  10. #190
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2006

    Zehntausende säumen letzten Weg von Kosovo-Präsident
    Etwa 30 Auslands­delegationen nahmen in Pristina teil - Solana ruft zu schneller Nachfolgeregelung auf

    Der Sarg Rugovas wird vom Parlament in die Sporthalle "1. Oktober" gebracht, wo die offizielle Trauerfeier stattfindet.

    Pristina - Mehrere zehntausend Menschen haben am Donnerstag in Pristina an den Trauerfeierlichkeiten für den Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova teilgenommen. Der Sarg mit dem Leichnam von Rugova wurde in Begleitung einer Ehrengarde des Kosovo-Schutzkorps vom Parlament in eine Sporthalle ins Zentrum Pristinas gebracht werden, wo die offizielle Trauerfeier stattfand. Zur Beerdigung (15.00 Uhr) wurden Hunderttausende Albaner aus dem ganzen Kosovo sowie etwa 30 Auslandsdelegationen erwartet. Österreich war durch Außenministerin Ursula Plassnik vertreten.

    Internationale Trauergäste

    In der Sporthalle "1. Oktober" fand die zentrale Trauerfeier statt. Unter anderem hielten der UNMIK-Chef Sören Jessen-Petersen, der EU-Außenpolitikbeauftragte Javier Solana, der Präsident des Provinz-Parlamentes Nexhat Daci und der Regierungschef Bajram Kosumi Trauerreden. Der Trauerzug begab sich anschließend durch die zentrale Agim-Ramadani-Strasse zum "Denkmal für gefallene Kämpfer" im Stadtviertel Velania, wo Rugova gegen 15.00 Uhr beerdigt werden sollte.

    Solana: Politisches Vakuum füllen

    Solana rief die Kosovo-Politiker auf, das von Rugova hinterlassene politische Vakuum schnell zu füllen. Dies werde keine leichte Aufgabe sein. Wichtig sei, dass ihm Persönlichkeiten nachfolgten, die einen "Sinn für Verantwortung, einen Sinn für Einheit, einen Sinn für Großzügigkeit für die Menschen im Kosovo" hätten. "Je früher die Entscheidungen fallen, desto besser für alle." Es sei "eine der Ironien der Geschichte", dass der Kosovo Rugova in dem Augenblick verloren habe, in dem er am meisten gebraucht worden sei, sagte Solana unter Anspielung auf die Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovos, die auf Februar vertagt wurden.

    derstandard.at

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